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Ein rascher Notenschlüssel…

*ohne Gewähr


Zwischen Hass und Liebe

Ritalin im Selbstversuch - ein Bericht 02.05.2009, 13:10

Pillen
Bild: pixabay [CC0 (Public Domain)]

Ein Student hat sich in einer Prüfungsphase mit Ritalin (Wirkstoff Methylphenidat, Medikament für ADS/ADHS) fit gemacht und berichtet über seine Erfahrung: "Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine."

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  • (geändert: )

Ritalin - prominentester Vertreter des Wirkstoffs Methylphenidat

Ritalin ist der Name eines Medikaments mit dem Wirkstoff Methylphenidat, das vor allem im Umgang mit ADS/ADHS zum Einsatz kommt. Die Anwendung von Ritalin ist äußerst umstritten, wie z.B. die Diskussion zum Lehrerfreund-Beitrag Studie: ADS/ADHS-Kinder sind mit Ritalin leistungsfähiger belegt.

Ritalin: Wirkungsweise

Methylphenidat (und damit auch die Marke “Ritalin”) gehört zu den Amphetamin-ähnlichen Substanzen und ist rezeptpflichtig. Unter den als Drogen genutzten Amphetaminen kennt man besonders Speed und Ecstasy.

Das (nicht ganz so illegale) Methylphenidat wird eingesetzt

mit dem Ziel, auffälliges Verhalten von Kindern mit folgenden Charakteristika zu stabilisieren: Mässige bis starke Ablenkbarkeit, rasch nachlassende Aufmerksamkeit, Hyperaktivität (nicht immer vorhanden), emotionale Labilität und Impulsivität.

kompendium.ch: Ritalin/-SR/-LA, Novartis Pharma: Fachinformation des Arzneimittel-Kompendium der Schweiz, Abschnitt “Indikation/Anwendungsmöglichkeiten”

Diese Aussagen treffen nicht nur auf Ritalin, sondern auch auf Medikamente mit anderem Namen und gleichem Wirkstoff zu (z.B. MedikinetMedikinet MR, Concerta usw.).

Der Ritalin-Selbstversuch

Unter Studierenden ist die Einnahme von Ritalin verbreitet, da mit der Einnahme i.d.R. eine Konzentrationssteigerung und eine hohe Arbeitsmoral einhergeht. Die Zeit hat den Bericht eines Studenten veröffentlicht, der sich mit Ritalin effizient auf eine Prüfung vorbereiten wollte und die Ritalin-Tage ausführlich zusammengefasst hat.

Bitte beachten Sie: Die geschilderte Wirkungsweise bezieht sich auf einen ‘gesunden’ Studenten. Die Effekte der Medikamenteneinnahme entsprechen nicht unbedingt der Wirkung, die das Medikament Ritalin auf Personen mit einer Aufmerksamkeitsstörung hat.

Der Student macht auf Ritalin grundsätzlich positive Erfahrungen: Er arbeitet wesentlich konzentrierter, reagiert kaum auf Ablenkungen. Zwischendurch schiebt er “Koffein-Tage” ein, an denen er Koffein-Tabletten nimmt, aber kein Ritalin; diese Tage werden für den Studenten zu den unproduktiven Tagen - er ist zwar wach, aber unkonzentriert und ohne Ausdauer. Ganz anders, wenn er Ritalin nimmt: Die Arbeitsphasen werden zu “Orgien der Schaffenskraft”. Kurz: “Ich gefalle mir, wenn ich Ritalin genommen habe.”

Trotz schnell auftretender Abhängigkeitssymptome verläuft die Klausur (während der sich der Selbstversucher ebenfalls mit Ritalin dopt) erfolgreich: 4 Stunden schreiben ohne Unterlass, Ergebnis: Note 1,3.

Das Fazit fällt nicht eindeutig aus:

Wer sagt, Ritalin helfe nicht, lügt. Es schlägt nicht bei jedem an, aber aus mir hat es den Studenten gemacht, der ich sein sollte: hellwach, fokussiert und diszipliniert. [...] Wenn die Wirkung nachließ, wurde ich unkonzentrierter als vorher, und statt mich zusammenzureißen, überlegte ich, wo ich wieder Ritalin herbekommen konnte. [...] Gerald Hüther, der Neurologe, meinte: »Ritalin ist eine Gefahr für unser gesamtes Bildungssystem.«

Zeit.de - Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine (S. 5/5)

Ritalin als Droge der Pflichterfüller-Generation?

So ist der anonyme Autor hin- und hergerissen zwischen Hass und Liebe zu dieser Droge. Von Spaß ist dabei - wie man es bei freiwilligem Drogenkonsum eigentlich erwarten sollte - nicht die Rede. Im Vordergrund steht eher der Erfolg, das Ausfüllen von Vorgaben. Ein interessanter Gedanke: Während man früher Drogen wie LSD, Kokain oder Ecstasy nahm, um Spaß zu haben und damit den Alltags- und Politwahnsinn zu verdrängen, um gegen das Establishment zu rebellieren, ist Ritalin "die Droge für die Pflichterfüller-Generation":

Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert. Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis.

Zeit.de - Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine (S. 3/5)

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Kommentare

64

Zum Artikel "Ritalin im Selbstversuch - ein Bericht".

  • #1

    Es ist echt lustig,wenn Menschen immer Glauben zu Wissen ,wie es ist nur Chaos im Kopf zu haben. Medikamente so schlimm darzustellen und keine Ahnung von der Wirkung zu haben. Es ist unglaublich und unerträglich, sich nicht für einen Zeitraum konzentrieren zu können. Ja, es liegt nur an einem selber und man ist faul und dumm. Warum haben andere Menschen mehr Erfolg und kein ADS ? Kognitiv intakte Menschen können sich ganz normal und Leistungorietiert über einen längeren Zeitraum Konzentrieren. Leider schauen Menschen die an ADS erkrankte ,aus dem Fenster, schlafen fast ein, sind vielleicht nicht lebensfähig. Zudem können Sie aggressiv, depressiv, nicht erfolgreich im Beruf werden. Leider passt so ein Mensch ,nicht in ein geordnetes System ,welches nur zur Leistungsorientierten Gesellschaft aufgefordert wird. Medikamente helfen den Betroffenen unglaublich und Bitte alle die nicht an einer Neurologischen verminderten Gehirnzellen_ Verarbeitungstörung leiden , könne auch nicht mitreden oder ?

    schrieb Wut am

  • #2

    Schön Ihr Fanatismus. Seien Sie froh, dass Sie nicht Psychiatern in die Hände gefallen sind, die noch wie im Mittelalter aus dem Verhalten glauben eine Diagnose stellen zu können, was nur Fehldiagnosen sein können, die zufällig auch mal zutreffend sind. Ritalin hat aus einem lebhaften, genialen Kind (das nach neueren Untersuchungen nie ADHS hatte oder hat) wegen der Nebenwirkung Dyskinesie gemobbt, gedemütigt wurde, bis daraus ein seelisch kranker (nun wirklich krank, krank gemacht!!) Erwachsener wurde, der nach 1000 Bewerbungen als arbeitsunfähig erklärt wurde. Wenn Sie nun den hervorragenden Wissenschaftler Hüter diskriminieren, dann sind Sie wohl auch einer von der Sorte, die den seelisch Kranken nicht eingestellt hätten.

    schrieb ernst H. am

  • #3

    Umgerechnet auf gesamt Deutschland heißt dies:

    Von den 400.000 Kindern die täglich Ritalin einnehmen
    –  haben nur   3.200 ADHS, und
    –  396.800 Kinder wurden falsch diagnostiziert!


    Da hier eine ausreichend große Anzahl Untersuchungen für die statistische Auswertung zur Verfügung stand, kann man dies hochrechnen.

    schrieb zum_bleistift am

  • #4

    @59:
    Es ist bei mir angekommen, dass Du Probleme hast und Du für Dich auch eine Lösung gefunden hast.

    Hier ist, was mir dazu einfiel, als ich Deine Zeilen gelesen habe:
    f) + g) sind mir auch sehr vertraut.
    h) ich wurde immer als faul abgestempelt und hatte auch schlechte Noten. Das ist schon lange her und heute würde man mich als sehr fleißig einstufen. Mathe, Kunst und Physik waren meine Lieblingsgegenstände.
    i) kann man beheben, indem man ein kleines Wörterbuch mit guten Definitionen nimmt, und die nicht ganz verstandenen Worter nachschaut und klärt (seit 2 Jahrzehnten mache ich das). Dann verschwinden diese leeren Stellen auf magische Art. Ich habe das sicherlich schon mehr als tausend Mal gemacht. Das erfordert Disziplin, lohnt sich aber. Ein zu großes Wörterbuch wie der Duden ist anfangs nicht zu empfehlen, da in den Definitionen Worte stehen, die man oft nicht wirklich versteht. In der Zwischenzeit ist er mein Buch. Wort-Herkünfte schaue ich im Wahrig nach. (Auf diese Art kann man sich fast jedes logische Fachgebiet schnell erschließen.)

    Ich kann jemand völlige Aufmerksamkeit schenken, über ein oder zwei Stunden. Das ist sowohl für mich, als auch für das Gegenüber sehr schön. Grundsätzlich konnte ich das schon annehmbar gut, habe aber trainiert und es enorm gesteigert.

    Ich habe nur eine Schwachstelle, die immer mal wieder größere Probleme macht. Der Rest läuft richtig gut. Ich beachte das meist nicht, aber wenn mich jemand wie Du jetzt mit der Nase darauf stößt und ich mein Leben anschaue, dann kommt innerlich so ein freudiges Gefühl hoch. Das Leben ist schön für mich. Es gibt immer kleine Probleme, aber die sind lösbar.
    Und ich möchte, dass es anderen auch so gut geht. Deshalb engagiere ich mich. Jemandem zu helfen ist leichter, wenn man ihn vor dem Sumpf erreicht.

    Drogen und Psychopharmaka sind fast ausschließlich für die Händler und Produzenten hilfreich.

    —-
    Damit Du siehst, dass Fehldiagnosen und damit Fehlverschreibungen nicht nur meine Meinung sind [und #57 bei b) richtig beobachtet hat], ist hier ein Auszug aus Ritalin und ADHS aus psychologischer Sicht (Erschienen 2005, SuchtMagazin, 31. Jg.)
    “Nach Friedrich (Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters in Wien) werden pro Jahr etwa 2500 Kinder vorgestellt. Darunter sind etwa 20 mit einem echten ADHS, also knapp 10 Promille. Somit besteht der Verdacht, dass die meisten Kinder, die auf Ritalin gesetzt werden, das Leiden gar nicht haben, das diese Verordnung begründen könnte (vgl. auch Esser & Schmidt 1987).

    Psychiater machen oft nur eine kurze Diagnose und drücken dann den Eltern ein Rezept in die Hand (habe ich gehört und macht nach Obigem auch Sinn).

    Soweit ich Dich einschätze, machst Du das viel gewissenhafter.

    schrieb zum_bleistift am

  • #5

    Nur ganz kurz zu einem Punkt: Ich habe kein ADHS, und bei mir wirkt Ritalin absolut erfreulich. Keine negativen Nebenwirkungen, wie du sagst; ich arbeite wie eine Maschine (wie im Selbsterfahrungsbericht oben).

    schrieb Leider anonym am

  • #6

    “ja” ich hab die Patienten in der Psychiatrie gesehn, da es zu meinem Praktikum währender der HP-Ausbildung gehörte.
    “meine Erfahrung” moderne Pychopharmakas, vorausgesetzt, sie werden vernünftig eingesetzt, sind zum grössten Teil, eine echte Hilfe für Betroffene.
    “Placebo Effekt” grins…. wer wirklich ADHS hat, dem kannst Du Placebos geben soviel Du willst, ob er es weis oder nicht spielt da absolut keine Rolle, seine Symptome bleiben bestehen.
    (siehe meine Erklärung zu Botenstoffen)
    Aber damit für “Bleistift” mal ein Eindruck entsteht, wie sich ADHS bei mir bemerkbar macht und was daran so quälend ist:
    a.) Ständige Anspannung und körperliche Unruhe
    b.) Einer Unterhaltung kann ich max. 3 Minuten aufmerksam folgen, danach höre ich nur noch die Worte kann aber inhaltlich nur noch Bruchstücke verarbeiten, weil meine Gedanken da schon wieder wo anders sind und wo anders sind und wo anders sind und wo anders sind u.s.w…....  Was das für eine Belastung in und für den Rest der Familie ist ?? meine Frau oder meine Tochter erzählt mir etwas und ich nehm nur ein viertel davon auf.  Nach einer halben Stunde frag ich etwas und muss mir berechtigt den Vorwurf gefallen lassen “das hab ich Dir doch gerade vorhin erzählt”.  Als Aussenstehender dafür Veständnis aufzubringen ist nicht leicht.
    Die Frau meint dazu nur: “man kann nicht alles auf ADS schieben.
    “tu ich doch gar nicht… also hab ich offensichtlich seit meiner Kindheit Alzheimer” (auch ne Überlegung wert)
    c.) Dir eine Liste von Sachen, Abläufen oder Funktionsweisen über einen längeren Zeitraum einzuprägen…... blanker Horror.
    Und schon wieder Vorwürfe… z.B. in der Schule, in der Ausbildung, am Arbeitsplatz.
    d.) Ein Buch zu lesen….. ohne dass ich ständig abgelenkt bin, ohne dass ich ständig neue Gedanken bekomme und ohne beim geringsten Geräusch den Faden verliere….. absolutes “no go”
    e.) Im Strassenverkehr, im Restauirant, bei der Arbeit u.s.w. tausende von Eindrücke und ständiges Gedankenkreisen.
    f.) Wenn ich eine Arbeit oder Aufgabe zu erledigen habe, verzettle ich mich und manchmal vergesse ich sogar was ich eigentlich ursprünglich wollte.
    g.) Was bei anderen normal ist “mal eben nicht zu wissen, was man gerade noch wollte, bevor man den Raum gewechselt hat”  erlebe ich mehrmals täglich.
    h.) In der Kindheit dem Unterricht nicht folgen zu können, schlechte Noten zu schreiben, ein schlechtes Zeugnis zu bekommen und von anderen (auch Lehrern) deshalb als dumm abgestempelt zu werden, ist alles andere als angenehm, hab ich aber so erleben müssen.
    i.) Meine Ziele hab ich nicht durch Fleiß erreicht, sondern hart erkämpfen müssen. Lies du mal jede Din A4 Buchseite, mindestens 10 mal bis Du wenigstens dem Inhalt halbwegs folgen kannst.

    Oder hier mal kurz, wie diese Zeilen entstanden sind (hab heute kein Methylphenidat konsumiert)
    - ich lese die Texte oben
    - will voller Tatendrang antworten
    - öffne den Editor
    - muss aber nochmal lesen
    - Hinter mir ist ein Fenster ich höre Autos vorbei fahren
    - ich beginne zu schreiben
    - auf meiner Brille ist ein Fingerabdruck, der stört
    - nochmal lesen
    - ärgere mich über das fehlende Verständnis von Bleistift
    - höre auf zu schreiben
    - draussen auf dem Flur läuft eine Person mit Stöckelschuhen vorbei.
    - mein Fuss wackelt die ganze Zeit
    - ich muss nochmal lesen
    - mein Kopf juckt… kratzen
    - beginne zu schreiben
    - denke darüber nach wie der Satz beim Leser ankommen könnte
    (will ja niemenden angreifen, sondern nur die Situation aus Sicht eines Betroffenen schildern)
    - Schreibe etwas ....... mein Fuss wackelt weiter
    - die beiden Uhren an der Wand ticken gegenseitig…. das nervt.
    - ich schreibe
    - eine ältere Dame fährt mit einem Elektrorollstuhl rückärts aus dem Fahrstuhl im Flur,,, es pipst…..
    - was wollte ich schreiben ?
    - schnell noch was zu trinken einschenken.
    - eine kleine Fliege stört
    - diese Nervtöter kommen immer wenn ich die Blumen frisch gegossen habe.
    - Apropos Blumen, da hängt ein braunes Blatt dran, ist stehe auf reise es ab, suche nach weiteren.
    - Draussen fährt ein LKW vorbei ich schau aus dem Fenster
    - Ich muss heute noch unbedingt eine Glückwunschkarte einkaufen, darf die Blumen nicht vergessen, meine Frau hat morgen Geburtstag.
    - Viertel nach Elf ab 12 gibts Essen in der Cafeterie im Haus.
    - Ich schreib weiter….. mein Fuss wackelt unaufhörlich.

    Macht aber heute alles nix, denn meine Praxis ist Freitags geschlossen, morgen Geburtstagsfeier, übermorgen aufräumen… da brauch ich also kein Medikament einnehmen…...... geil oder ???
    Und wie wäre es mit Methylphenidat gewesen ?
    Ich hätte einfach ruhig und konzentriert geantwortet.

    “Bleistift” ich führe hier keine Diskussion über Pro und Kontra von Ritalin o.ä. sondern das war meine Antwort,  als Betroffener und warum ich das Zeug nehme.  Ich pfeiff sogar auf die Nebenwirkungen denn die sind bei weitem nicht so schlimm wie das oben geschilderte.
    Ich möchte Verständnis erwecken für die die es einnehmen, weil es ihnen hilft und keine Werbung für Methyphenidat machen,
    Aber ich möchte auch sagen, das Zeug immer nur mies zu machen ist verkehrt. Es ist eine Bewertung für etwas das man nur vom Hören/Sagen kennt und fördert die Verunsicherung von Betroffenen, die genau aus solcher Panikmache, vor dem Einsatz zurückschrecken. Ggf. leiden aber genau diese unter dem Krankheitsbild und würden von Methylphenidat profitieren.
    Hört doch bitte endlich auf damit und lasst jeden frei entscheiden.
    Aber aus Erfahrung und nicht aus Vermutung.

    Aber ich möchte noch kurz etwas über die Verordnung sagen:
    Was glaubt ihr wieviele Menschen, von Ihrem Arzt ein Rezept für alle möglichen Krankheiten bekommen, diese aber niemals einnehmen, oder selbständig wieder absetzen ??
    So ist das doch bei Ritalin auch….. wenns nicht helfen würde, oder ich es nicht einnehmen mag (aus welchen Gründen auch immer).... es zwingt mich doch keiner Dazu !!
    Und auch ich zwinge niemanden dazu es zu nehmen, wenn er mit seinem ADHS so zurecht kommt, frut mich das echt für ihn.
    Wer Kopfschmerzen hat, kann doch auch frei entscheiden ob er was nimmt oder nicht. Kein Psychologe (den ich kenne) zwingt einen Patienten zur Einnahme von Ritalin.
    Und im Gegensatz: wer kein ADHS hat und Riatlin verschrieben bekommt, wird spätestens 30 Minuten nach der Einnahme mit so heftigen (paradoxen) Nebenwirkungen zu kämpfen haben, dass er sich zweimal überlegt ob er es nochmal einnimmt.
    Anders ist das bei Kindern….. aber da sollte es in der Fürsorge der Eltern liegen mit ihrem KInd zu sprechen wie es sich 60 Minuten nach der Einnahme fühlt. Und auch hier gilt…. wenn es ohne geht… einfach weglassen. Passiert ja nix… ausser dass beim ADS´ler die gewohnten Symptome zurückkehren.
    Ganz kurz noch zu Lehrerfreund: “ich kenn die Statistiken nicht genau und glaub auch nur denen die ich selbst gefälscht habe….grins… nein Scherz bei Seite” 
    Die AD(H)S ler die ich kenne nehmen es ALLE und sie sind alle erwachsen und können frei entscheiden…. und wer nimmt schon gerne freiwillig ein Medikament ein, wenn es nicht sein muss.
    Glaub mir als Nicht-ADHS ler hast du nach der Einnahme so heftige Nebenwirkungen, dass Du es freiwillig lässt.
    Denn genau dafür war es ursprünglich gedacht. Antriebsfördernd, psychomotorisch enthemmend, Leistungssteigernd.
    (siehe Missbrauch von Amphetaminen).  Nur beim echten ADHS-Patienten hat man (übrigens durch Zufall) eine gegenteilige (also paradoxe) Wirkung feststellen müssen. Darum hilft es uns auch während es dem anderen eher nicht gut tut.
    Und da ist er wieder mein Satz: “des einen Freud, des andern Leid”
    So long…...

    schrieb Hans-Peter Ries am

  • #7

    @57: Dem schließe ich mich an.

    schrieb zum_bleistift am

  • #8

    Vielleicht redet ihr gerade ein bisschen aneinander vorbei. Ist das wirkliche Problem nicht dieses:
    a) Es gibt sicher viele Fälle von “ADS”/“ADHS” (wie immer man es bezeichnen möchte), in denen Ritalin/Methylphenidat nicht nur hilft, sondern rettet.
    b) Diese Fälle machen eine winzige Minderheit aller Fälle aus, in denen Methylphenidat gegeben wird. Andersrum: In der überwältigenden Mehrheit aller Fälle wird falsch verschrieben.

    a) würde völlig die Meinung von Hans-Peter Ries stützen, b) die von zum_bleistift.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #9

    Auf die alte Diskussion noch einmal kurz folgende Anmerkung:
    1) Ich besuche regelmässig einen Verwandten in der Psychiatrie und ich kann mich mit ihm sehr gut unterhalten. Ein anderes Extrembeispiel um neben dem schwarz/weiss etwas buntes zu zeigen.
    2) Geben wir es zu, gegenüber früher haben “Freaks” heute einfach keinen Platz in der Gesellschaft. Wir hatten unsere “Freaks” in der Schule und das war ok. Wir hatten unseren Alkoholiker im Büro und das war ok. Wir hatten unseren Choleriker in der Spedition, das war OK. Wir hatten unserern Stotterer im Hausdienst, und es war OK. Wir haben ADS’ler seit jeher aber das ist heute nicht OK. Viele ADS’ler wurden früher ganz einfach Drogenabhängig und endeten am Bahnhof Zoo. Heute bekomen sie Ritalin und eine Chance. Die Zahl der jugendlichen Drogenkonsumenten ist im gleichen Masse zurückgegangen wie die Verschreibung von anderweitigen Stimulanzien zugenommen hat. Kausalität? Vielleicht, aber sicher Korrelation.
    3) Ob die Wirkung bei ADS wirklich Placebo ist? Ich habe persönlich andere Erfahrungen gemacht. Sonst hätte bereits eine erste der Anpassungsdosen wirken müssen. Hat sie aber nicht, erst als das Medikament richtig eingestellt wurde, wirkte es. Und Nebenwirkung gleich null.
    Ich bin bei Hans-Peter Ries, wer nicht Betroffen ist, kann kaum mitsprechen. Ebenso könnte man mit einem Priester das Kamasutra besprechen.

    schrieb Adi G. am

  • #10

    Meine Antipathie ist über Jahrzehnte entstanden. Glücklicherweise hatte ich die damals, als ich Zivildienst machte, fast nicht. Zumindest nicht gegen Psychiater. Ich schaute sie als Kompetenzen auf ihrem Gebiet an. Als ich dann während dem Zivildienst mitbekam, dass alle Geisteskrankheiten, die ich damals mit Namen kannte, unheilbar sind, stieß mir das ziemlich auf.
    Hast Du schon einmal einen Tag in einer Psychiatrie verbracht (nicht als Patient)? Hast Du mit den Patienten zu sprechen versucht (über das Wetter oder irgend etwas)? Hast Du sie beobachtet, wie sie sich bewegen? Hast Du gesehen, in welchem Zustand sie eingeliefert und in welchem sie entlassen werden? Ich kann Dir sagen, den guten Job hat der Internist gemacht, nicht die Psychiater. Der Internist war wirklich gut.

    Wenn ich heute lese, dass die Jugend (400.000!) mit Psychopharmaka behandelt wird, sehe ich rot. Das einzige Positive ist, dass es die Wirtschaft belebt. Es wird ein riesiges Geschäft gemacht. Aber es wird auf dem Rücken von Kindern gemacht und das ist verabscheuungswürdig!


    Oben in #5 hat ergo etwas sehr Interessantes geschrieben. 52% Verbesserung bei Placebo, 60% bei Ritalin. Hier kann man sehen, dass es nicht verwunderlich ist, dass Du Erfolge sehen kannst. Ob 8% Differenz das vorhandene Risiko aufwiegt, bezweifle ich sehr stark. Daran sieht man, dass bei Methylphenidat hauptsächlich die Nebenwirkungen wirken.
    Das Szenario deckt sich in etwa mit einer Studie von der University of Connecticut (Anm.: Antidepressiva sind noch wirkungsloser). Die Forscher haben betont, das es wichtig ist zu erkennen, dass die Wirkung (ohne Placeboeffekt) praktisch Null ist. Denn der Placeboeffekt wirkt auch bei der Psychopharmaka-Verabreichung und muss deshalb abgezogen werden.


    Ich habe zu lange meinen Mund gehalten. Mag sein, dass es Dir zu aufdringlich erscheint. In diesem Forum habe ich diesbezüglich das erste Mal meinen Mund wirklich aufgemacht. Immer nur zu warten, bis sich von selbst etwas ändert, habe ich genug ausprobiert und kann sagen, dass es nicht funktioniert.

    Diesen Spruch “Was Du nicht willst, das man Dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu” mag ich auch sehr. Aber in einer Krisensituation sehe ich es anders. Wenn ein Terrorist neben mir stehen würde und mit seiner Gun auf eine ganze Klasse zielen würde und seinen Finger anspannt, würde er sein Leben riskieren. Da würde ich nicht zuschauen und dann den Eltern mein Beileid ausdrücken.

    schrieb zum_bleistift am

  • #11

    Hallo Bleistift,
    bei aller Liebe und schön dass Du wenigstens ein wenig Verständnis aufbringen kannst. Das ganze wird aber wie immer Unsachlich, wenn persönliche Aphatien mit in eine Diskussion kommen.
    Ich will das hier auch jetzt gar nicht mehr weiter verfolgen, nur kurz zu sachlichen Klärung.
    a.) ich bin selbst psychologischer Heilpraktiker und bewerte daher mit zweierlei Maß, einmal als Betroffener und einmal als jener der Heilung nicht als reine Medikamentenangelegenheit sieht, diese jedoch auch nicht verflucht.
    b.) Es spielt keine Rolle, ob der Missstand an Botenstoffen ursächlich für ADHS ist,  oder eine Folge davon.
    Fakt ist, diese Diskrepanz mess,- und labortechnisch belegt ist. ADHS-Medikamente helfen die Symptome zu bekämpfen. (nicht zu heilen)
    Heilung bei ADHS gibt es nach derzeitigem Stand nicht und zwar weder medizinisch, noch heilpsychologisch. Aber selbstverständlich haben sowohl Heilpraktiker als auch Mediziner Erfolge zu verzeichnen.
    Und das ist auch gut so…..
    c.) Es sollte hier auch nicht weiter darum gehen ob in diesem Kontex jemand Recht hat oder nicht, sonder es sollte um den Patienten gehn.
    D.h. der Patient, der unter ADHS nicht psychisch leidet und mit seinem Leben auch ohne Medikamente zurecht kommt, der muss es ja auch nicht nehmen. Den anderen sei es aber zugestanden.
    d.) Dass Du nicht alles glaubst was Du hörst oder siehst und dass Du Dir auch von Medien oder sonstigen Quellen nichts aufdrängen lassen willst, ist im Rahmen der freien Meinungsbildung vollkommen in Ordnung.  “Aber eine Bitte hätte ich an Dich” wenn ich die ganzen Texte von Dir lese die Du schon seit langer Zeit hier gepostet hast, dann entsteht leider bei mir der Eindruck, dass Du anderen Versuchst Deine Meinung aufzudrängen.
    Ich handhabe das in meinem Leben so: Was Du nicht willst das man Dir tut, das füg auch keinem andern zu.

    In diesem Sinne sei glücklich über die Tatsache, dass Du kein ADHS hast und lass es damit auch gut sein.

    schrieb Hans-Peter Ries am

  • #12

    @52: Sorry, da habe ich über das Ziel hinausgeschossen.
    Meine Absicht ist nicht, jemanden abzuwerten (außer die Psychiater, die fast ungehindert ihr Unwesen treiben), sondern andere davon abzuhalten, dem heutigen Mainstream zu folgen und solche Gifte zu schlucken.

    Mainstream wird immer gemacht – niemals kommt er ganz von selbst zustande. Als Beispiel kann ich dafür den Santa Claus anführen, der auf eine große Coca Cola-Plakataktion Anfang des 20. Jahrhunderts zurückgeht (USA). Die Fahrer wurden mit roten Mänteln, weißem Besatz, Zipfelmütze und Stiefeln abgebildet (Firmenfarben). Die Wirtschaft hat das aufgegriffen und bis heute davon profitiert.

    – Das Märchen von den Botenstoffen kennt jeder. Nur nachweisen lässt sich NICHT physiologisch, dass dies eine Krankheit ist. Die Ursache dafür liegt sicherlich ganz wo anders. Möglicherweise sind Allergien dafür verantwortlich. In der Zwischenzeit habe ich mit dem größten Hersteller von Bioresonanz-Geräten Kontakt aufgenommen, da viele Heilpraktiker auch Allergien ausleiten. Die sprechen von so hohen Therapieerfolgen (auch bei AD(H)S), dass ich das weiter verfolgen werde.

    Das mit den Botenstoffen wurde von der Bevölkerung als Erklärung angenommen. Gute Arbeit von den Agenturen, kann ich nur sagen.

    – Wenn solche Mittel nur 1000 Leute in Deutschland nehmen würden, wäre das schon genug. Aber 400.000 Kinder ist ein wenig übertrieben, oder? Ich glaube da kann man gar nicht genügend harte Worte finden, um das anzuprangern.

    Es passt nicht zusammen, dass das Durchschnittsalter höher wurde und die Kinder kränker. So sehr, dass sie Gifte schlucken müssen, um normal durch das Leben gehen zu können. Und dies noch dazu als Dauertherapie.

    – Wenn Du Dich dabei gut fühlst, möchte ich es Dir nicht weg nehmen. Jeder soll das machen, was er für richtig hält, soweit er andere damit nicht unnötig behindert. Mein Kommentar war auch nicht speziell an Dich gerichtet (auch wenn dies der Auslöser war), sondern an mehrere, die in diesem Tenor schreiben (siehe meine Einleitung bei #51). Das Schöne an Deinem Beitrag ist, dass man ihn auch verstehen kann. Das ist bei den meisten ähnlichen nicht wirklich der Fall.

    – Ich glaube der Mattscheibe nur wenig (gesendet wird das, was man der Bevölkerung mitteilen/glauben machen möchte und/oder was sie gut annehmen wird). Es ist halt die erste öffentliche deutsche Reportage, die mir bekannt ist, die dieses Thema wirklich direkt anpackt und auch ein paar Fakten mitliefert.

    Bisher waren fast ausschließlich entgegengesetzte Vektoren am Wirken. Ich hoffe, dass dies der Anfang einer Gegensteuerung ist.

    schrieb zum_bleistift am

  • #13

    Einen an ADHS erkrankten auf die gleiche Ebene mit einem Drogenabhängigen zu stellen, empfinde ich diskriminierend.
    Von Missbrauch darf man immer dann sprechen, wenn jemand eine Substanz zu sich nimmt, obgleich es dafür keine medizinische Indikation gibt.
    Desweiteren kann ich Dir versichern dass Medikinet in keinerlei Hinsicht das Bewusstsein verändert.  Ich möchte jedem hier nur klar machen, dass es bei diesem Krankheitsbild nicht um persönliche Meinungen geht.
    Hier einmal die Fakten: Bei ADHS herscht ein Missverhältnis von Botenstoffen im Synaptischen Spalt.
    Bei gesunden Menschen eben nicht und daher haben letztgenannte auch keine Krankheitsauffälligkeiten.
    Die Einnahme von Methylphenidat, sorgt bei ADHS-Betroffenen für einen Ausgleich dieser Botenstoffen und somit Ordnung bei der Datenübertragung ..... sprich… plötzlich können wir uns konzentrieren und geordnet denken wie ein Gesunder Mensch.
    Was Du daran als verwerflich empfindest kann ich nicht nachvollziehen. 
    Es sollte Dir einmal zu denken geben, warum die Einnahme von Methylphenidat bei einem gesunden, Psychosen auslösen kann, bei einem Betroffenen aber nicht.
    Das der Gesunde plötzlich zappelig und unruhig wird,
    Während der Betroffene unter der Einnahme, plötzlich normal reagiert.
    Und diesen Vergleich kannst du auch mit üblichen Medikamenten anstellen. Gib einem gesunden Menschen, mal ein Herzmedikament und vergleiche die Wirkung einmal mit einem Herzerkrankten.
    Insofern ... würde ich einem an ADHS-Erkrankten Busfahrer nach der Einnahme von Medikinet sogar mehr vertrauen als ohne.
    Schmunzel…. dem Chirrurgen übrigens auch.
    Ohne die Einnahme sind Gedanken und Datenaustausch im Gehirn gestört, der Wirkstoff sorgt für Ordnung…. nicht mehr und nicht weniger.
    Du hast doch sicher auch schon mal ne Schmerztablette eingefahren, wenn Du Schmerzen hattest um dich wieder so zu fühlen wie all jene die garade keine Schmerzen haben.
    Wenn Du als ADS´ler nach der Einnahme von Methylphenidat zum ersten mal in Deinem Leben, so denken und dich konzentrieren kannst wie ein Nichtbetroffenen, dann fragst Du Dich mit Recht, warum kann es nicht ohne Medikamente auch so sein ?  Keiner nimmt das Zeug gerne ebenso wie ich nicht dauerhaft Schmerzmittel nehmen wollte.
    Um die Sinnhaftigkeit aller Psychopharmaka zu verstehen, würde ich grundsätzlich jedem empfehlen, zuerst die Krankheitsbilder zu studieren, bevor er Missverständnisse verbreitet.
    Von Zwangskeule zu sprechen ist natürlich einfach, wenn man nicht weis, wie sich ein Patient fühlt ohne die Einnahme.
    Und gesauso wollte ich auch meinen vorausgegangenen Beitrag verstehen. Jeder darf sich natürlich eine eigene Meinung bilden und diese auch aussprechen, Aber Fachbezogen können nur Betroffene für Klarheit sorgen.
    Oder dachtest Du ernsthaft als ADSLér wär man unter Medikinet nicht mehr Herr seiner Sinne ?
    Das ist eher umgekehrt der Fall (siehe endokrinologische Erklärung oben).
    Dennnoch zeigt dieses Forum hier natürlich, dass es offensichtlich auch Personen gibt, die an Missbrauch denken und hier halte ich selbstverständlich jede Warnung und Kritik für angebracht.
    Kurz noch etwas zum Thema TV und Reportagen.
    Wer alles glaubt was da gesendet wird, dessen Denken ist ein induziertes Denken. TV dient in erster Linie der Unterhaltung.
    Wenn Du dich mittels Mattscheibe zu einem Thema ernsthaft informieren möchtest, dann bestelle Dir Lehrfilme oder wissenschaftliche TV-Publikationen.
    Und selbst hier kann ich Dir versprechen, wirst du sehr oft Widersprüche finden. Dennoch sind letztgenannte doch etwas näher an der Wahrheit, als TV-Reportagen.

    schrieb Hans-Peter Ries am

  • #14

    “Ich bin Betroffener und …” so etwa argumentieren einige.

    Weißt Du, das ist alles schön und gut. Aber wenn es um bewusstseinsverändernde Chemikalien geht, dann bin ich sehr, sehr misstrauisch bei Konsumenten-Aussagen.

    Nehmen wir einen Alkoholiker. Der zittert in der Früh, bis er seinen ersten Drink intus hat. Der schwört darauf, dass Alkohol gut für ihn ist. Das Zittern hört danach auch auf.

    Nehmen wir ganz allgemein Psychopharmaka – es trifft ja auf alle “Drogen” zu:
    Welchem Psychiatrie-Patienten würdest Du glauben, wenn Du mit dem Auto fährst und er sagt, von rechts kommt nichts? Wie hoch ist seine Glaubwürdigkeit? Geht es jedes Mal schief? (Vielleicht bin ich da vorbelastet, da ich sie einige Monate beobachten konnte.)

    Ich gestehe diesen Menschen Meinungsfreiheit, Stimmrecht usw. … also alle Menschenrechte vollkommen zu. Aber auf deren Aussagen sich zu verlassen, könnte fatal sein.

    Wenn ich russisch Roulette spielen würde, würde man mich für verrückt halten. Wenn ich Menschen unter Psychopharmaka- oder Drogeneinfluss glauben schenke, finde ich, ist das nicht anders.

    Würdest Du Dein Kind ins Auto eines Abhängigen setzen, obwohl Du weißt, dass er unter Drogen steht?
    Möchtest Du im Bus sitzen, wenn der Fahrer etwas genommen hat?


    Glaubst Du einem Drogenhändler? Glaubst Du einem Psychiater? Beide handeln mit bewußtseinsverändernden Mitteln. Angeblich handeln beide zum Wohle des Konsumenten (zumindest erzählen sie es jenen).


    Hier hat DAS ERSTE eine Reportage über Antidepressiva gesendet. 5% der Deutschen schlucken so etwas.
    http://mediathek.daserste.de/themen/13456226_volkskrankheit-depression/13454184_gefaehrliche-glueckspillen-milliardenprofite (44 min),

    oder auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=4Uk4f_hMvT4 (44 min)

    Für mich ist das alles ein und derselbe Morast.

    schrieb zum_bleistift am

  • #15

    Eine kontroverse Diskussion hat hier nur dann Existensberechtigung, wenn sie von Betroffenen geführt wird. Aussenstehende auch Forscher und selbsternannte Spezialisten, können sich nicht in einen AD(H)S Patienten reindenken. Es ist wohl wie immer im Leben: “des Einen Seegen ist des Andern Fluch”
    Fakt ist es jedoch: Für die Mehrzahl der ADHS-Betroffenen ist der Wirkstoff Methylphenidat (z.B. Ritalin, Medikinet u.a.) eine echte Hilfe.
    Ich bin selbst Betroffener habe die Diagnose aber erst seit 2011.
    Nehme Medikinet in Lernphasen und wenn hohe Konzentration von mir gefordert wird. Meine schmerzliche Erfahrung: “Hätte es in meiner Kindheit bereits eine Diagnose gegeben und ich wäre medikamentiert worden, dann wäre mir einige Qual im Leben erspart geblieben”.
    Die Wirkung bei gesunden Menschen ist übrigens meistens eine gegenteilige (paradoxe Wirkung) und daher fraglich bis mutig.
    Also diskutiert gelassen weiter….. und jedem Nicht-Betroffenen rufe ich zu: “Glück gehabt”  aber leider deshalb auch Ahnungslos.

    schrieb Hans-Peter Ries am

  • #16

    Der Beitrag den ich von der ZEIT kenne, lässt ein negatives Votum übrig, was in ihrem Beitrag nicht derart zum Tragen kommt. Zwar bekommt der anonyme Student eine 1,3, aber ohne Ritalin hat er zuvor eine 1,0 bekommen. Er entscheidet sich schließlich Ritalin abzusetzen.

    schrieb Norman Schultz am

  • #17

    Ich finde alle Kommentare interessant, schaut euch mal das Konzept freie aktive Schule an, ich glaube dann bleiben zwar immer noch ein paar Kinder übrig, die sich nicht konzentrieren können, aber die meisten wären motiviert- in einer schizophrenen Gesellschaft, in der einerseits “Spass” und andererseits bedingungslose Leistung gefordert wird und in der auch die meisten ihrem Leben jede spirituelle Komponente aberkannt wird, muss es ja dazu kommen, dass Drogen nicht Erwachsenen dienen etwas über sich herauszufinden, sondern nur das Leben “besser ertragen” zu können. Mein alkoholkranker Exmann und ein guter Freund von mir haben auch Ritalin verschrieben bekommen, mit dem Erfolg, dass die beiden das Zeug tonnenweise nehmen würden, weil es so toll ist- da gehen die Ärzte leichtfertig damit um- wir lassen den Kindern zu wenig Zeit und nehmen den Erwachsenen “vermeintlich” ab, an sich selbst zu arbeiten- Ich werde da leider polemisch, denn ich setze mich leider öfter für andere ein, was einem dann im Beruf zum Nachteil gereicht- ich warte noch auf die Pille. Wenn du als Erwachsener meinst du brauchst es - bitte schön, wenn Kinder es brauchen sollten wir vielleicht erst die Schule ändern, dass jeder mehr in seinem Tempo freiwillig lernen kann- auch der Aspekt des fernseh- Konsums- (über eine Stunde am Tag bei 6 Jähreigen) kommt mir in der Disskussion zu kurz- kein Arzt sollte die Pille einem Kind verschreiben, dass dies tut.

    schrieb Selbsterfahrung am

  • #18

    Hey,

    Ich habe dasselbe Experiment vor einem Jahr durchgeführt und bin auch zu interessanten Ergebnissen gekommen. Ich bin selbst Student und habe das ganze während der regulären Studienzeit durchgeführt. Würde mich freuen wenn du dir den Artikel mal anschaust und vielleicht ein kleines Kommentar hinterlässt :-)

    Hier der Blogpost zu meinem Ritalinexperiment:

    http://www.synapsic.de/ich-bin-ein-roboter-und-lerne-wie-eine-maschine/

    schrieb marcel am

  • #19

    Hallo lehrerfreund,

    (gemeint ist wohl Schülerfreund? Anmerkung Lehrerfreund-Redaktion)

    danke für Dein Interesse und die positive Bestärkung.

    Es sind leider mehr Menschen (da ist zumbleistift noch sehr konstruktiv) die ritalin augenscheinlich für eine Spaßsdroge halten, so ne Art überflüssiges Zeug und die Betroffenen für Hypochonder. Vielleicht glaubt mancher gar, dass Kinder Ritalin bekommen, damit ihre Eltern in Ruhe fernsehen können. Gegen solche Bilder und Vorstellungen müssen sich Betroffene wehren.

    Hinter der Entscheidung, seinem Kind Ritalin zu geben, steht meistens ein Elternschicksal voller verzweiflung, Tränen, Sorgen ums Kind und schlecht durchschlafener Nächte . Und die meisten behandelnden Ärzte “schmeißen einem das Ritalin” nicht nach.

    Mittlererweile glaube ich, dass der Leitartikel, der die Diskussion losgetreten hat, nicht ganz ernst gemeint war. der Autor hat angeblich Ritalin von einem Kumpel bekommen, dessen Vater Arzt ist. Das halte ich für wenig wahrscheinlich, wenn es dem Arzt etwas an seiner Approbation liegt, wovon wir ausgehen können.

    Die Schilderung von geistigen Feuerwerken ist nur bei entsprechender Begabung möglich, Ritalin hilft mitunter bei der Konzentration-insgesamt macht Ritalin keine Genies. Ritalin hilft Meschen, deren dopaminergen Systeme unausgeglichen sind in erster Linie dadurch, dass es ihnen konzentrierte, organisierte Arbeit ohne Zeitdruck überhaupt ermöglicht. Vorausgesetzt man hält sich an die vom Arzt verordnete Dosierung und verträgt das Präparat überhaupt.

    Die Schilderungen des Autors, er hätte sich früher Ritalin durch die Nase gezogen, dann Waggons verunstaltet und wurde von der Polizei verfolgt, klingt eher nach einer pubertären Phantasie - oder es waren andere Tabletten.
    Die Bedeutung von Ritalin wird durch solche (sehr wahrscheinlich halberfundenen provokativen) Beiträge stark verzerrt, die Menschen reagieren verunsichert. Es liegt die Gefahr nahe, dass das Ansehen der damit behandelten Patienten in den Augen der Öffentlichkeit herabgesetzt wird.

    Das Menschenverständnis nach Scientology- Art ist indiskutabel, ich hoffe für zum_bleistift und sein persönliches Wohlergehen, dass Er damit nichts zu tun hat.

    schrieb Bijou am

  • #20

    @Bijou

    deine Geduld ist bemerkenswert und deine Sachlichkeit auch. Ich habe jeden deiner Beiträge gelesen und gebe dir vollkommen recht, aber zum_bleistift wirst du mit nichts überzeugen. Er ist so auf Scientology-Ideologie getrimmt, dass du mit Fakten und Argumenten nie eine Chance haben wirst.

    schrieb Schülerfreund am

  • #21

    #43 Bijou
    Nach Aussage meines Arztes ist die Reihenfolge so: Schwermetalle (aus Amalgamfüllungen, Umwelt etc.) und auch Antibiotika zerstören Zellgewebe. Abgestorbenes Gewebe ist DER Platz, wo sich Pilze einlagern. Pilze sind die Basis für sämtliche Allergien.
    Intravenöse Cellattherapie würde an der Basis ansetzen und die Schwermetalle ausschwemmen. Alternativ kann man, wenn man herausgefunden hat, worauf der Körper allergisch reagiert, zweierlei tun: Allergieausleitung oder Diät (möglicherweise gibt es auch noch andere Möglichkeiten). Dies wären später ansetzende Abhilfen. Möglicherweise muss man letztere auch von Zeit zu Zeit wiederholen.

    Für mich sieht es so aus:
    Pollenallergie: Da läuft jemand tagelang die Nase, oder er bekommt schlecht Luft. Asthma kann auch eine Lebenmittel- oder Katzenhaar-Allergie etc. sein. Die Bronchien verengen sich, der Schleim wird zäh und die Schleimschicht dicker. Ich habe einmal beobachtet, wie einem Kind, das einen Raum mit einem Kätzchen betrat, innerhalb von Sekunden geleeartige Flüssigkeit aus den Tränendrüsen quoll. Das kann gleichzeitig jucken usw.

    Wenn jemand starkes Hautjucken hat, sitzt er auch nicht mehr ruhig da und konzentriert sich voll auf die Schulaufgaben.

    Was ich damit sagen möchte, ist, dass der Körper auf bestimmte Reize (über)reagiert. Das kann sehr heftig und auch sehr schnell vor sich gehen. Wenn es dann innerlich “juckt”, kann es auch Zappeln zur Folge haben.
    Wenn die innere Sekretion also “verrückt spielt” (allergisch reagiert), kann es ebenfalls zu Unkonzentriertheit kommen. Das ist aber nur meine Hypothese.

    Medikamentenentwicklung ist teuer, ja. Aber Psychopharmaka-Tests sind viel teurer. Man kann ja nichts direkt messen und ist auf Reaktionen und Aussagen angewiesen und muss viel mehr sammeln.
    Fragen sie einen Alkoholiker, wie er sich fühlt. Er wird sagen, dass er erst nach ein paar Bier am Morgen ruhig wird. Also würde man daraus folgern, dass ein paar Bier am Morgen gut sind. Würden sie das einem Autorennfahrer empfehlen? Seine Reaktionszeit würde so weit abfallen, dass er keine Bestzeiten mehr fahren kann. Patienten, die Psychopharmaka verabreicht bekommen, stehen noch mehr neben der Kapp’. Deren Aussagen aufzuschreiben zahlt sich nicht mal aus. Deshalb sind deren Auswertungen so unzuverlässig. Bei einem normalen Patienten sieht das ganz anders aus. Da kann man das Blutbild analysieren, Röntgen machen usw. und Antworten sind viel zuverlässiger.

    schrieb zum_bleistift am

  • #22

    Hallo zumBleistift,

    ich habe mir einige Beiträge schon längst angesehen, ich weis, dass Du mit mit Medikamenten zugebombte Patienten erlebt hast.
    Da ich keine Ahnung habe von Schizophrenie , weis ich nicht wieso man da die Patienen so behandelt, kann dazu nichts sagen.
    Es macht aber Sinn solche Praktiken zu hinterfragen.

    Ich weis auch, dass Du grundsätzlich allen Betroffenen etwas Gutes tun möchtest.

    Es macht aber keinen Sinn das Kind mit dem Bade auszuschütten.
    Also, dafür dass Du bei einigen Deiner Lehrer nicht artig warst, dafür gibt es kein Ritalin, genausowenig wie es Zytostatika gegen Halsschmerzen gibt (ausnehmlich der Antibiotika-Gruppen).

    Es muss schon eine so starke Beeinträchtigung vorliegen, dass das Risiko eines Ritalineinsatzes eine potentielle Besserung rechtfertigt. Und das ist für viele Menschen der Fall.

    In diesen Fällen spricht man auch von Patienten, nicht von Konsumenten. Erfahrungen von Konsumenten, also Gesunden, die glauben ihre Managerkarriere oder ihr Studium mit Ritalin zu fördern, sollten keine Rolle spielen. Solche Menschen sollten sich, meiner Meinung nach, wegen narzistischer Störungen helfen lassen.

    Jede Medikamentenentwicklung und -forschung ist teuer und riskant, durchaus kann die Wirksamkeit zweifelhaft sein. Wir wissen auch alle, dass Pharma-Unternehmen profitorientiert arbeiten ,und wir könnten jetzt viele Kritikpunkte anbringen.
    Grundsätzlich wird da öffentlich Politik zu eigenem Gunsten und gegen die Interessen von Konkurrenten gemacht, deshalb muss man die Veröffntlichungen mit Vorsicht genießen.

    Dennoch gibt es auf dem Markt einige bewährte Präparate, die vielen Menschen Linderung bringen. Es gibt auch gute und vorsichtige Psychiater !! Deshalb kannst Du nicht die Pharmaindustrie samt der ganzen Psychiatrie einstampfen.

    Neue Forschungsansätze (Korrelation mit Allergien, wie Du das beschreibst) sind leider noch weit von Therapimöglichkeiten entfernt, und der Betroffene leidet jetzt und braucht sofort Hilfe!!!
    Welche Alternativen schlägst Du vor, wenn Du das Ritalin einstampfst ? Ich rede nicht von unartigen Kindern-die sind klasse. ich rede von Kindern, die grundsätzlich Probleme haben ihre Hausaufgaben zu machen, die nicht 45 Min. sitzen können, obwohl sie sich bemühen. Kindern, die unabsichtlich mit ihrer ganzen Umgebung in Konflikte geraten, weil sie, egal wie sie sich bemühen, ihre Impulse nicht steuern können. Sie werden dann verspottet, geschnitten und ausgegrenzt.  Klar wäre es besser, wenn man da mit Kamillentee und Lavendel Abhilfe schaffen könnte (sind natürliche Spasolytika, super gegen Spannungskopfschmerz), damit geht es aber nicht.

     

    schrieb Bijou am

  • #23

    #41 Hallo Bijou,
    ich stehe zu dem, was ich geschrieben habe. Du zählst (lächerliche) Nebenwirkungen auf und erwähnst die vielen nicht, die einem das Herz zerreißen, wenn man daran denkt, dass jede dieser Nebenwirkungen mindestens einem Kind durch diese Pille angetan wurde – sonst wären sie nicht in den Beipackzettel gekommen.

    Wenn du Meinungen über Psychostimulantien sammeln möchtest, kommst du auf keinen grünen Zweig, wenn du deren Konsumenten befragst. In einem meiner Kommentare habe ich den Forschungsleiter von einem der größten Pharmakonzerne zitiert. Da kannst du nachlesen, warum sich dieser Konzern aus der Erforschung von Antidepressiva zurückzieht – sie sind sehr aufwändig und unzuverlässig.

    Ich habe schon ein paar Mal in diesem Forum geschrieben, wo ich Erfahrung sammeln konnte. Du kannst ja mal suchen und auch meine Kommentare prüfen, ob da genügend Gehalt für dich drin ist.

    Ich bin kein AD(H)S-ler, aber ich hätte als Kind ganz sicher solche Pillen bekommen. Bei manchen Lehrern war ich das bravste Kind und bei bestimmten genau das Gegenteil.

    Für mich ist es manchmal erstaunlich, wenn ich bspw. von Prof. Feuser lese und feststelle, dass er auf genau das Gleiche wie ich gekommen ist. Dass die Psychiater abstimmen, was in ihre Verschreibung-Bibel kommt, habe ich einmal gehört. Da ist nichts Wissenschaftliches dahinter – nur Meinungen. Er wies gleich anfangs darauf hin, dass es nur eine Anzahl Symptome sind, die dann fälschlicherweise als Krankheit hingestellt werden.

    Ich möchte aber darauf hinweisen, dass ich noch nie gesagt habe, dass Menschen mit solchen Symptomen keine Probleme haben. Nur, diese Pillen führen nicht vom Regen in die Traufe, sondern direkt in einen Wildwasserstrudel – sie sind das Gegenteil einer brauchbaren Lösung.

    Vielleicht kennen sie ein Kind, das das Tourette-Syndrom hat. Möglicherweise kam das vom Ritalin. Im Beipackzettel ist es mit aufgeführt.

    Wie man helfen soll? Es kristallisiert sich langsam heraus, dass Allergien ein wesentlicher Faktor dabei sind. Hierzu gibt es hier eine Studie vom Eindhovener AD(H)S-Forschungszentrum.

    schrieb zum_bleistift am

  • #24

    Hallo zumBleistift

    ich kann leider nicht alles verstehen, was Du geschrieben hast. Aber das Wesentliche ist, dass Du ein Ritalin-Gegner bist. Das ist O.K.

    Ich höre mir gerne Gegenargumente an, insbesondere wenn diese eine gefestigte Grundlage haben.

    Ich möchte gerne wissen, woher Du das alles hast, denn es gibt viele veröffentlichte pro- und kontra-Meinungen. Entspringt das aus Deinen Lebenserfahrungen, Deiner Umgebung ?Selbstverstädlich ist es in Ordnung, wenn das einfach nur Deine private Einstellung ist.

    Die Art, wie Du schreibst ist sehr aggressiv und teilweise fehlen eindeutige Bezüge zu meinem Beitrag und es wimmelt von projizierten Aggressionen: ( ich verstecke feindselig irgendwas ? Wie kommst Du auf feindselig ?; das wirkt auf mich auffällig seltsam)  Vielleicht hast Du das einfach im Eifer des Gefechtes hingeschrieben.

    Also mal sachlich: ich kenne die Nebenwirkungen von den anderen Beitägen im Forum, nicht von mir, würde aber sehr gerne hier von anderen etwas darüber erfahren, wie es ihnen damit geht.

    Lieber zumBleistift ich nehme gerne Deine Ratschläge an, wenn Du

    1) Neurologe bist, Dich mit dieser Krankheit auseinader gesetzt hast und den Eindruck hattest, die Medikation ist fürl ads-ler unnützt und schädlich

    2) sonstiger Arzt oder Naturwissenschaftler der diese Krankheit erforscht und Ritalin ablehnt.

    Wenn das für Dich zutrifft, erkläre mir das, ich lese es sehr gerne, da ich bisher nur Spezilaisten getroffen habe, die für Ritalin sind.
    Es reicht mir aber nicht, wenn Du mich auf irgendwelche Seiten in Internet verweist, denn das kann ich selber lesen und genauso viele Beiträge von Spezialisten die Ritalin befürworten. Aus Internetseiten wird man nicht schlau, weil die zu allgemein sind.

    VIEL WICHTIGER als die ärztliche IST MIR die MEINUNG von BETROFFENEN.

    Wenn Du also ein AD(H)S-ler bist, den Leidensdruck kennst und Ritalin ablehnst, weil Du alles ohne hinkriegst, dann hast Du HÖCHSTEN RESPEKT von mir .
    Dann bitte ich Dich sehr darum auch im Interesse anderer Leute
    uns Ratschläge zu geben.
    Verweise auf andere Internetseiten und Bücher sind für mich bedeutungslos, wenn Du selbst kein ADS-ler bist und die Vorschläge nicht ausprobiert hast.

    Anders ausgedrückt, ich suche Menschen, die betroffen sind und leiden (Mütter von ADS-Kindern, ADS-Betroffene) und bereit sind etwas darüber zu erzählen, ob sie Ritalin erfolgreich oder erfolglos angewendet haben. Ganz besonders wertvoll sind Tipps und Ratschläge, wie man ohne Ritalin die Krankheit meistert.

    Solltest Du auf die Idee kommen (woher auch immer), dass das keine Krankheit ist, find ich das O.K. Für Dich.

    Den Meinungen einschlägiger Spezialisten, die ADS als krankheitswertig ablehnen stehen genausoviele Fachleute mit gegenteiliger Meinung gegenüber. Aber am schwerwiegendsten ist, dass unzählige leidende Kinder , Mütter , Familien und Betroffene solchen Ergebnissen gegenüberstehen. Wie soll man helfen ????????


    P.S. Danke für Hinweise auf Nebenwirkungen, diese stehen allerdings auf jedem Beipackzettel. 
    Psychopharmaka sollen nicht ohne starken Leidensdruck und bei Kontraidikationen verordnet werden.

    Selbstverstädlich bin ich ein Gegner von Psychopharmaka-Mißbrauch und laxem Umgang damit. Kein gesunder Mensch sollte Zugang zu solchen Mitteln haben.

    schrieb Bijou am

  • #25

    Trotz der lieblichen Sprache verkauft Bijou (#39) harte, brutale Pillen. Ich würde sagen, es ist versteckt feindselig, so darüber zu schreiben (denn Bijou kennt die Nebenwirkungen).

    Kleine, brisante Ergänzung zu den von Bijou aufgeführten Nebenwirkungen: Wenn Sie einen Herzinfarkt, Selbstmordversuch, verstopfte Arterien im Gehirn … bei ihrem Kind feststellen, ist sofortiger Arztbesuch angezeigt (das sind Nebenwirkungen, die auf dem Ritalin-Beipackzettel aufgeführt sind: siehe Beitrag #75 in https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-verschreibung-einschraenkung/).

    In Die Weltwoche ist ein Interview abgedruckt, in dem Georg Feuser, Professor für Behindertenpädagogik, sich zum Thema AD(H)S und Dopaminstoffwechsel äußert: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2009-26/artikel-2009-26-ritalin-ist-ein.html
    Ich glaube, da muss man nichts mehr dazu sagen. Hier sind einige Auszüge daraus (Fettschreibung hinzugefügt):

    Herr Feuser, was ist eigentlich ADHS? Es ist das, was man als solches diagnostiziert. Die Weltgesundheitsorganisation hat für ADHS einen Katalog mit Verhaltensauffälligkeiten erstellt. Zeigt sich bei einem Kind ein bestimmter Anteil, hat es ADHS. Es ist keine wirkliche Diagnose.
    Das ist, wie wenn Sie einen Raster machen und sagen: Wenn hier unten am Seilergraben alle fünf Sekunden ein Auto vorbeifährt, ist es eine hochbefahrene Strasse. Fährt alle zehn Sekunden eines, handelt es sich um eine normal befahrene Strasse. Sie sagen nichts darüber aus, weshalb alle fünf Sekunden ein Auto fährt und was das mit der Stadtentwicklung zu tun hat. Diese Form von Diagnostik ist eine rein merkmalbezogene Diagnose an der äussersten Peripherie.
    Ist ADHS eine Krankheit? Nein. Das wird vordergründig angenommen. Weil ich die Verkehrsdichte am Seilergraben wahrnehme, sage ich, er ist eine hochbefahrene Strasse. Würde ich eine Begründung suchen, sähe ich: Hier fahren so viele Autos, weil das Limmatquai gesperrt ist. Die Sache hat nichts mit dem Seilergraben selbst zu tun ...
    Man hat keine gesicherten Erkenntnisse darüber, was der neurologische Hintergrund eines ADHS-Kindes sein könnte … Die Hypothese: Man weiss noch nicht, ob ADHS eine Ursache im Gehirn hat und, falls ja, welche …
    Die massenhafte Verordnung von Ritalin gehört aus meiner Sicht verboten. Es ist ein Verbrechen an der Menschheit.
    Es gibt interessante Studien, die belegen, dass sich bei Kindern, die statt Ritalin ein Placebo erhalten, der Dopaminstoffwechsel im Hirn auch verändert.

    schrieb zum_bleistift am

  • #26

    Hallo,

    vielen lieben Dank an alle, die hier ihre Erfahrungen schildern.

    Ganz besonders FREUT es mich, dass Ritalin von vielen als Medikament betrachtet wird (Dopaminwiederaufnahmehemmer, also analog zu klassischen Antidepressiva, die 1)Serotonin- 2) auch Noradrenalin- +Dopaminwiederaufnahmehemmer sind) und
    DASS ES EUCH HILFT.

    Depression, ADS sind schreckliche Krankheiten. Ritalin soll auch gegen therapieresistente Depressionen helfen. Viele nicht betroffene Menschen können sich nicht vorstellen, in welcher Hölle ein AD(H)S- / depressiver Mensch steckt.
    Ein Medikament dieser Gruppen wird meistens auf Verdacht hin verschrieben, da eindeutige Untersuchungen der Gehirnaktivität untragbar teuer sind.
    Ich habe keine Ahnung, wie die statistischen Erhebungen über die Wirksamkeit solcher Pharmaka gemacht werden. Grundsätzlich müsste man das Gehirn von jedem einzelnen Probanden mit NMR e.t.c. untersuchen, um eindeutig eine Hirnaktivität festzustellen, die einer Depression entspricht.( Das ist möglich !!!, Depression ist eine nachweisbare psychische und auch körperliche Erkrankung !!!)  Anschließend müsste man die Reaktion der Pharmaka auf die Hirnaktivitäten auswerten. Studien, die vollumfänglich auf der subjektiven Selbstauskunft der Probanden basieren, bringen (meiner meinung nach) nichts.
    Wir müssen also abwarten, bis die Depressionsdiagnostik bezahlbarer und eindeutiger ist.

    Ich persönlich bin sicher und weis auch Bescheid, dass ein Antidepressivum sehr wohl wirkt und von jemanden, der depressiv ist , also wirklich einen unausgeglichenen Neurotransmitter-Haushalt hat, auf keinen Fall mit einem Placebo verwechselt werden kann. Wie gesagt, die Mittel werden auf Verdacht hin verordnet. Dennoch sind sie für alle Betroffenen ein Segen.
    Das gilt auch für Ritalin, wenn die Einstellung der Dosis unter ärztlicher Aufsicht erfolgt. Für mögliche Nebenwirkungen ist eine engmaschige Überwachung des Arztes notwendig- so ist bei einem Gefühl überzogener Euphorie (Antidepressiva) oder Unbesiegbarkeit , Haarausfall (Ritalin) ein sofortiger Arztbesuch angezeigt. Möglicherweise bringt eine Erniedrigung der Dosis sofortige Linderung.

    Ganz besonders berührt hat mich der Beitrag von “GibDrogenkeineChance” über seinen kleinen Neffen. Unabhängig von ADS ja/nein und Ritalin ja/nein haben wir hier einen kleinen Menschen, der offensichtlich kreativ humorvoll, vielleicht nicht ganz angepaßt (was auch immer das heißen mag) und zweifelsohne liebenswert ist. Das Kind wird von LEHRERN ???!!!und auch von Schülern gemobbt und verprügelt ???!!!! Weil das Kind vielleicht in Unterricht ein Bildchen malt?!!! Das zerreißt jedem emotional normal begabten Menschen das Herz.
    O. K. Diese Kiste müssen wir auch mal aufmachen, dazu gibt es ein Buch von einem Psychiater: “Wir behandeln die Falschen”

    Ich glaube, viele ADSler , Depressive und auch gesunde Individualisten hätten weniger Schwierigkeiten, wenn sie nicht von einigen narzißtischen, sadistischen aber ansonsten “ganz gesunden normalen und angepaßt funktionierenden ” Mitmenschen am schönen Leben gehindert werden würden.

    schrieb Bijou am

  • #27

    Gib Drogen (k) eine Chance und Mark,
    ich sehe es ähnlich
    das Leben ist farbing, schwarz weiss denken bringt uns rund um das Thema des Miteinanders an verhärtete Fronten.
    Ritalin und co zu verteufeln ist so falsch wie in ihnen die Lösung zu sehen.

    schrieb Adi G. am

  • #28

    mir ging es genauso. ich wurde gemobbt, verprügelt und geschnitten, bis ich irgendwann kein stück weit mehr aus mir herausgehen konnte. das hat jahrzehnte gedauert, bis ich meine ängste endlich besiegt hatte und ist manchmal immer noch eine lebensaufgabe.

    das, was der kern der ungerechtigkeit gegenüber ADHS-kindern ist, entspringt wohl dem zeitgeist, wohinter das märchen vom hart arbeitenden familienlosen nettoverdiener steht (man nennt das auch “neoliberal”). demzufolge sind alle “schwachen” (im blind-leistungsorientierten sinne) der leistungsgesellschaft auch noch selbst an ihrer “schwäche” schuld. da zählt ja nicht mal mehr kreativität und mittlerweile auch keine bildung oder intelligenz mehr.

    manchmal ist es einfach nur beton.

    schrieb mark am

  • #29

    Hallo,
    bei meinem Neffen (8) wurde auch ADHS diagnostiziert, was ich jedoch für absoluten Schwachsinn halte.

    Was sind die Ursachen von ADHS?
    Früher war man der Meinung, das die biochemische Suppe schuld sei. Heute sieht die Sache wie bei allen psychiatrischen “Störungen” anders aus. Nämlich Multifaktoriell.

    ‘Nach derzeitigem Forschungsstand (Sommer 2008) ist von einer multifaktoriellen Verursachung von ADHS auszugehen, also dem Zusammenwirken biologischer, psychischer und sozialer Faktoren. Bei ca. 50 % der darauf untersuchten ADHS-Betroffenen besteht eine genetisch bedingte Anormalität der neuronalen Signalverarbeitung im Gehirn.’(Zitat aus Wikipedia)

    Biologische Ursachen kann man kaum ohne Drogen begegnen.

    Mein Neffe hat in der Grundschule Probleme und die Lehrkräfte fordern Ritalin. Er hat kein Bock auf den Unterricht und respektiert nicht die Autoritätsperson. Er soll sich nicht konzentrieren können usw.

    Meine Beobachtungen sehen so aus:
    Er war von klein auf und ist immer noch sehr neugierig, auch interessiert er sich für alle möglichen Dinge, jedoch lässt auch sein Interesse sehr schnell nach. “Was ist das? Toll, und was ist das…”
    Dieses Verhalten finde ich nicht krankhaft und wir haben von Anfang an versucht seine freie Persönlichkeitsentwicklung nicht zu behindern. Dieses Verhalten bekam von uns immer positives Feedback.

    Naja, seine schulischen Probleme fingen schon bei der Einschulung an. ‘Zu jung, zu unreif, kommen Sie nächstes Jahr wieder.’ Er war aber viel weiter als seine Altersgenossen und wurde trotzdem unter Protest probeweise eingeschult.

    Er wurde von seiner Lehrerin schikaniert, gemobbt und bei jeder Kleinigkeit wurden andere Kinder auf ihn gehetzt. “Oh, Kinder. Kinder guckt mal was der Blödman wieder macht.” (Bildchen malen) Er hasst die Schule und ist leider zu einem Außenseiter geworden. Alles was mit Schule zu tun hat, ist ihm nun zuwider. Jedoch sind seine Noten ohne Drogen befriedigend bis gut. Er zögert die Erledigung seiner Hausaufgaben hinaus und würde sie am liebsten überhaupt nicht machen. Durch gut zu reden, macht er sie trotzdem. Ist zwar anstrengend, aber besser als Ritalin.

    Nunja, eine Konzentrationsstörung konnte ich nicht entdecken.
    Die Schule verlangte eine ärztliche Meinung und es wurde beim ersten Vorsprechen ADHS festgestellt, also zweite Meinung, der Frage wieso es dazu kam. Es ging uns einfach zu schnell! Der hat sich dann etwas mehr Zeit gelassen und kam zu dem Ergebnis ADHS, aber nur leichtgradig. Ritalin müsse sein.
    (Am besten auf dem Schwarzmarkt von einem Drogendealer besorgen, ist meist günstiger und wurde mit besseren Hilfsmitteln gestreckt. Vielleicht zahlt das sogar die BKAsse.)

    Selbstversuch ohne Drogen
    Beim unbeaufsichtigtem Lernen (z.B. aus Wortteilen Wörter bilden) beschäftigt mein Neffe sich mit etwas Anderem. Wenn ich ihn dabei unterstützen möchte, versucht er sich rauszureden, er könne es nicht, er versteht es nicht und versucht sich anderen Dingen zuzuwenden.

    Die Aufgaben sahen so aus.
    Zit   dil
    Gir   rone
    Kroko affe

    Er verbindet z.B. Zit-affe, dann begebe ich mich auf die kindliche Ebene, stelle mich dumm und frage ihn was eine Zitaffe sein soll. Er lacht mich aus, und meint dann, nee entweder Zitrone oder Giraffe muss es sein.
    - Aha wie klug von ihm, Zit und wie geht es weiter?
    rone, also R!
    - Wo steht rone.
    Da.
    - Was kommt nach dem R?
    one.
    -Buchstabe bitte.
    O
    Nach einigen Wörtern hat er kein Bock mehr und fängt an Unsinn zu verbinden und liest diesen Kauderwelsch vor und lacht sich einen Ast ab.
    Konzentrationsstörung? Fehlanzeige!
    Dann zeigt er das seinem Vater. Guck mal Krokolade, hahaha. Der Vater macht mit.
    -was ist das?
    Ich habe das Wort falsch zusammengesetzt, richtig wäre Krokodil
    -Was muss man verbinden?
    Kroko & dil natürlich.
    Dann hat er keinen Spaß mehr am Blödeln, kann sich aber mit “kann nicht, verstehe nicht” nicht mehr winden und macht zügig seine Hausaufgaben unbeaufsichtigt fertig damit er es hinter sich hat.

    Dinge die er nicht als Last empfindet, kann er ruhig wie eine Statue und aufmerksam wie ein Hypnotisierter verfolgen.

    Beispiele:
    Zeichentrickfilm? Wenn es ihm gefällt 100%ige Konzentration ohne Zappeln!
    NDS-Spiel? Wenn er darf, 2 Stunden am Stück ohne Probleme. Braucht mittlerweile auch keine Anleitungen für Spiele.

    Wenn er kein Bock auf etwas hat? ADHS!
    Lösung? Ritalin! Oo

    Meine Meinung -> Motivationsproblem & Langeweile

    Dank der Schule (Mobbing, Hänseleien, Schläge)psychosoziale Probleme. Verhaltensempfehlungen bringen leider nicht viel.

    Er hat den schwarzen Peter zugeschoben bekommen, hat somit die Ar.sch-loch-karte gezogen und zeigt mittlerweile auch einige Verhaltensstörungen (-änderungen).

    In der Schule wurde er von anderen Kindern verprügelt 3 vs 1, ist jetzt bei unbekannten Kinderngruppen scheu & ängstlich, kann nicht mehr auf Fremde zugehen und Freudschaften knüpfen (Vor der Grundschule eigentlich kein Problem). Den Wunsch Kontakten hat er zwar, aber er hat Hemmungen und verhält sich seltsam. Geht in die Nähe anderer Kinder, benimmt sich seltsam (versucht mit dem Verhalten Interesse zu wecken) und hofft, auf entgegenkommen, was die anderen Kinder leider nicht verstehen. Wenn man ihm unter die Arme greift und die Kinder einander vorstellt, dauert es eine ganze Weile bis er Vertrauen entwickelt, benimmt sich angeblich eigenartig (Beobachtung der Mutter). Wenn er dann endlich Vertrauen gefasst hat, normaliert sich sein Verhalten langsam.

    Die Glaskugel sagt mir, in 10 Jahren wird daraus eine behandlungsbedürftige schizoide Persönlichkeitsstörung eventuell mit zwanghaften Zügen. Der Grundstein dafür wurde leider schon gelegt. So ein Teufelskreis zu durchbrechen ist auch nicht einfach. Schlechte Erfahrungen im Unterricht und auf dem Pausenhof = kein Bock auf Schule und alles was damit zu tun hat = unglücklicher Zustand in der Schule = kompensieren durch Ablenkung (Wenn älter vielleicht Drogenmissbrauch) = Ärger in der Schule
    + Prügelknabe -> Einsamkeit -> geringe soziale Kompetenz

    Auf der Uni, Drogen sind geil und geben Power, ich kann/will nicht ohne.
    Der Kick wird mit Lernen verbunden und wird positiv besetzt. Das ist ein Armutszeugnis, ohne Drogenrausch macht Studieren(Arbeiten) halt keinen Spaß.
    Gebt dem Volk Opium. Amen.

    schrieb GibDrogen(k)eineChance am

  • #30

    “Ritalin ist die Droge für die Pflichterfüller-Generation. ... Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis.” Traurig ja, aber auf keinen Fall ein Armutszeugnis. Und dass es hier um Pflichterfüllung geht, bezweifle ich ebenfalls sehr stark.

    Das Problem ist doch, dass jede Generation den unerfüllten Träumen der vorherigen Generation nachläuft. Um irgendwann zu merken, dass sie nicht funktionieren.

    Und den Traum, den die Ritalin-Konsumenten verfolgen (was wie eine Pflichterfüllung aussieht) lautet: “Du kannst alles erreichen, wenn du bereit bist, hart dafür zu arbeiten”.

    Das hätte vielleicht für die beiden vorherigen, in einer wirtschaftlichen Wachstumsphase lebenden, Generationen gestimmt. Nur diese waren erst mit kleinkariertem Sparen und dann mit spießbürgerlichem Konsumieren beschäftigt. Und die armen Ritalin-Schlucker sind nun wirklich gewillt, hart für ihre Ideale zu arbeiten, um jedoch festzustellen, dass es noch nicht einmal mit Doping zu schaffen ist. Traurig, irgendwie bewundernswert - eine klassische Tragödie ;)

    schrieb Manu am

  • #31

    Es gibt ja auch noch andere Aspekte als dauernd das mit dem Ritalin. Die Medikation kann einen guten Beitrag zur Lebensstabilität leisten, aber die Diskussion darauf zu verjüngen, das halte ich für unangebracht. Vielmehr sollte ein Erfahrungsaustausch über Techniken und Strategien der Alltagsorganisation oder etwa der Umgang mit ADHS in Beziehungen im Mittelpunkt stehen - DORT gibt es die Arbeit. Andauernd die Medikation in den Vordergrund zu stellen, halte ich für den Ausdruck einer gewissen HILFLOSIGKEIT!

    schrieb mark am

  • #32

    @32: Schau mal rüber zu Kommentar 74 und 75 in https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-verschreibung-einschraenkung/#c-17906.
    Halte Ausschau nach anderen Lösungen, mit denen Du nicht vom Regen in die Traufe kommst.

    schrieb zum_bleistift am

  • #33

    Hallo,Ihr alle…
    ich habe viele Beiträge gelesen und irgenwie bin ich doch noch so ziemlich hilflos.
    Es geht um meinen Sohn 8 Jahre alt.
    Er macht momentan ne ganze Menge durch,Verlustängste,Versagungsängste und schulisch gehts bergab…
    Er ist derzeit in Ergo- Therapie und in psychologischer Betreuung auf meinen Wunsch hin.Man sagte mir zuviel Last für solch kleine Schulter,da mein Mann (sein Vater) sehr krank ist und das schon seit einem Jahr,und noch andere Dinge ,die ich hier jetzt aber nicht erörtern will.
    Er macht sich grosse Sorgen…und da bleibt die Schule und die Konzentration leider auf der Strecke,(meine Zeit…Freizeit dreht sich nur um meinen Sohn,und das SEHR gerne),die Ärztin meinte um das 3. und 4. Schuljahr gut zu schaffen damit er wenigstens auf eine Gesamtschule kommt sollten wir mit Retalin arbeiten.
    Ich war geschockt !!!
    Ich habe den Namen und den Wirkstoff schon mal gehört,aber doch nicht für mein Kind !!
    Wie ist das bei Kindern mit der Wesensveränderung,Leistung und Abhängigkeit…
    Ich brauche Erfahrungen,vllt kann man mir ja Erfahrungswerte schreiben ...Danke für Eure Zeit.ML

    schrieb Marja-Lena am

  • #34

    Bevor noch einer mit dem Gedanken spielt,
    solche Tabletten zu kaufen, sollte er einen kurzen Blick auf die (eingedeutschten) Nebenwirkungen werfen:

    Kommentar #74 unten und #75 in:
    https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-verschreibung-einschraenkung/#c-17669

    schrieb zum_bleistift am

  • #35

    @ otti,
    lies mal #18, 19 und 21 zum Thema Antidepressivum. Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber laut großen Testreihen ist ein Unterschied zwischen Placebos und Antidepressiva nur bei schwersten Psychosen feststellbar (University of Connecticut). ¾ der Patienten geht es nach Verabreichung besser, gleichgültig ob Placebos oder Antidepressiva verabreicht wurden. Aber Placebos haben keine Nebenwirkungen.

    Ich möchte in diesem Zusammenhang erwähnen, dass jemand, der Alkohol häufig konsumiert, auf Alkohol schwört. Ein Drogenkonsument schwört auf Drogen und ein Psychopharmaka-Patient auf Psychopharmaka. Daran ist nichts Außergewöhnliches.

    Süchtige (oft eine Folge davon) können gar nicht anders. Sie sind nicht mehr sie selbst und handeln unter Zwang, der von diesen Präparaten ausgeht. Gift zwingt sie in die Knie.
    Hätten sie nicht irgend etwas schön geredet, so würden sie nicht im Zustand der Abhängigkeit gelandet sein.

    Selbstbestimmung ist mir sehr wichtig! Aber gerade die Selbstbestimmung geht bei diesen Präparaten vollständig den Bach runter.

    Ich will damit nicht jeden bekehren. Jeder hat das Recht seine Meinung kund zu tun und soll auch Gelegenheit dazu bekommen. Wenn jemand denkt, er soll so etwas zu sich nehmen, dann soll er – solange er die Umgebung nicht über Gebühr strapaziert.

    Was haben psychiatrische Behandlungen zur Folge?
    Wenn der Staatsbürger ständig mehr Sozialabgaben aufgebrummt bekommt, weil der Staat für alle sorgen muss (und er folglich zulässt, dass die Krankenkassenbeiträge explodieren), so finde ich, dass ich als Zahlender dagegen Einspruch erheben darf. Diese Präparate heilen nichts. Die werden häufig ein Leben lang verabreicht (Geldmaschine). Der Wirkstoff heilt (meiner Meinung nach) nicht – also ist ein Behandlungsende nicht in Sicht. Die Nebenwirkungen richten verheerende Schäden an. Die Präparate kosten unmäßig viel (1 g Methylphenidat kostet mehr als 1 g reinstes Gold) … Was will man dazu noch sagen?

    schrieb zum_bleistift am

  • #36

    hallo, ich nehme methylphenidat seit 2005 und ein (echt schweres) antidepressivum seit 2008 in kombi. das hat nebenwirkungen - aber mein leben wirklich nur positiv verändert! seit der einnahme von MP kann ich mal “zuhören”, dinge, die ich vorhatte, auch erledigen (wie wunderbar!) und bin von meinen gefühlen nicht permantent überrollt - und seit der einnahme von den antidepris kann ich sogar mal schlafen ohne zu grübeln, bin wesentlich gelassener, raste nicht gleich aus und vergebe mir die trotzdem noch passierenden peinlichkeiten im alltag! also ich bin zufrieden, auch wenn ich dafür einen hohen preis zahle: meine kreativität sowie meine spontanität sind weg, meine wirklich heiß geliebten freudensprünge wie auch heulorgien sind weg, ich kann mich nicht mehr von jetzt auf gleich begeistern wie früher und auch die unendliche energie ist vorbei. dafür aber habe ich endlich mal das gefühl “mensch” zu sein.
    grüße, otti

    schrieb otti am

  • #37

    @27
    Hast recht.
    Nicht umsonst ist die Verschreibung von Ritalin & Co seit Dezember offiziell eingeschränkt worden.

    Schau mal rüber zu https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-verschreibung-einschraenkung/3764/, da findest Du bei #74 ganz am Schluss die häufigsten Nebenwirkungen.
    Wenn man die selteneren liest (die ich noch “übersetzen” sollte), zieht es einem die Schuhe aus.

    schrieb zum_bleistift am

  • #38

    Ich nahm Ritalin heute das erste mal.
    Und ich werds nicht noch einmal tun.
    Ich war zwar total konzentriert und nicht abzulenken aber war auch total hibbelig und hab geredet ohne Ende.
    Ich kann mich einfach nicht kontrollieren (z.B. die Sache mit dem reden).

    Angst vor dem Unkontrollierten. <-

    lg J. R.

    schrieb J. R. am

  • #39

    na supi,meistens keine ahnung aber den dicken max machen.
    ich schlafe ohne ritalin 18-20std täglich,stehe auf und bin müde,ohne ursache.das steht dann unter idiopatische hypersomnie,mit ritalin ist es deutlich besser aber auch ich habe bedenken wegen der langzeitfolgen,ich bin 38 und muss wenn ich denn wach sein möchte noch ca.32 jahre lang ritalin nehmen.ich habe 2 kinder,2jahre und 4jahre alt,meint ihr es schön wenn der papa mit auf dem boden sitzt und wegschläft weil er sich nicht mehr wach halten kann????
    die die ritalin verurteilen haben keine ahnung was das medikament bei manchen menschen hilft,und die die es nehmen um eine top prüfung zu machen,weiter so,denn jeder muss schauen wie er am besten mit seinem stress umgeht.aber bitte bedenkt eins wenn ihr ritalin nehmt ohne krank zu sein,ihr seit nichts besseres als der junkie der am hauptbahnhof steht….........

    schrieb thomas schinnen am

  • #40

    Hallo - ja auch ich nehme Methylphenidat. Aber vlt. etwas zu meiner Person, ich 33, Nichtraucher kein Alk. keine Droggen. Bin eingentlich ganz normal aufgewachsen und hatte aber schon immer in der Schule große Probleme beim lernen, war zappelig und so weiter, aber habe es auch “ohne” Ritalin bis zum Abi geschafft, Note 2,1.

    Dann begann erst mein Leidensweg Uni bis zum Vordiplom Mathe,Chemie (12Semester)- dann BurnOut, Ausbildung bei Siemens (2Jahre ohne Abschluss) BurnOut, Ausbildung D-Bahn (2Jahre) wieder BurnOut. Nun stand ich da mit 28 ohne Ausbildung und Job!
    Morgens kam ich kaum aus dem Bett trotz 10h guten Schlaf, ich wollte aber es ging einfach nicht, 2h Kampf. Beim lesen der Zeitung oder von Büchern in der Uni/Ausbildung nach knapp 1 Seite Stillstand - obwohl mich das Thema brennend interessierte! Ständig total abgelenkt. 
    Feuer und Flamme für Neues aber dann schnell auch gelangweilt. Hibbelig - konnte im Chemie-Studium kaum noch Reagenzen anfertigen weil ich so zitterte.

    Es folgte eine Psychotherapie, bei der bei mir ADHS diagnostiziert wurde. Und machte eine Mediz./Berufl. ReHa und  
    erhielt Metylphenidat 20mg 50Tabl. von TAD für knapp 30,- auf Privatrezept verschrieben. Alles änderte sich !!!

    Mein Leben funktionierte plötzlich wieder.
    Ich teile mir meine goßen Vorhaben/Probleme in kleinere Ziele auf und erreiche sie. Lesen, lesen, lesen - einfach super.
    Verreisen, Tanzen, Sport und Malen am Wochenende - auch mit meiner Frau alles super, ich lasse jetzt auch die Leute mehr ausreden und höre besser zu.

    Schon morgens um 6h nahm ich 10mg um Hochzukommen, mittags um 12h nochmals 10mg jeden Wochentag.

    Nebenwirkungen gab es zum Glück bei mir keine, um 22h ins Bett kein Problem. Hatte auch nie den Drang höher zu dosieren
    und am Wochenende nehme ich überhaupt keine Tabs.

    By the Way:
    Ausbildung zum Fachinformatiker IHK mit 1,3 bestanden und einen guten Job bei einer großen Firma ergattert.

    Nun Metylphenidat macht nicht schlauer oder motivierter - aber es hilft durchzuhalten!

    Ich bin sehr glücklich.

    schrieb Christian Hans am

  • #41

    @tacheles
    Sorry, ich wollte niemand die Hoffnung nehmen. Aber bevor an diesen etablierten Institutionen etwas geändert werden kann, müssen die Fakten allgemein bekannt gemacht werden. Sonst ändert sich nie etwas.

    Kennst Du einen psychisch Kranken, der sich bspw. vor der Behandlung die Schuhe nicht zubinden konnte und nach einiger Behandlung mit Psychopharmaka dann alles wieder normal war? – er ohne diese Präparate auskam und sich die Schuhe wieder binden konnte?

    Ich verstehe Deinen Zorn, aber wo kannst Du sehen, dass Psychiater in den letzten 50 Jahren etwas Sinnvolles entwickelt haben, das tatsächlich Heilung bewirkt? Sie reden von Heilung!!! Look don’t listen!

    Es gibt Psychopharmaka (Gift mit Nebenwirkungen; kaum ein Unterschied zu Straßendrogen; teilweise heftiger),
    Heilkrampftherapie (mit bis zu 400 Volt den vorderen Hirnlappen anschmoren und teilweise verdampfen lassen),
    präfrontale Lobotomie (6 cm über dem Jochbein ein Loch bohren und umrühren – d.h. mit einer Art Stricknadel den vorderen Hirnlappen abtrennen; der Effekt kann heutzutage schon mit Tabletten bewirkt werden),
    Kreuzstich (da wird mit einer Spritze Luft in die Wirbelsäule gedrückt; anschließend muss der Patient 2-3 Tage ruhig liegen und kann sich nicht mehr rühren, da jede Bewegung extreme Kopfschmerzen verursacht),
    andere Gehirnoperationen,
    Musiktherapie etc.

    Beispiel Alkoholiker: 1-2% Erfolgsquote weltweit! 100 Leute werden hin geschickt und 2 kommen geheilt zurück. 98 …  Da waren die Quacksalber im Mittelalter besser. Es ist völlig sinnlos jemand dort hin zu schicken. Es gibt Lösungen für Drogenentzug, die etwa 70% Erfolgsquote haben.

    Heroin wurde von der Firma Bayer entwickelt und von der Psychiatrie eingesetzt, um Opiumsüchtige zu heilen!!! (Ich habe mich hier nicht verschrieben!) Heute ist Heroin eine Straßendroge. Die letzten Jahre “heilt” man Herionsüchtige etc. mit Methadon, das noch heftiger ist. Wo ist da bitte eine Heilung?

    Wären das Mechaniker, ich würde mich hüten, sie an mein Auto zu lassen.


    Wie lange würde Dein Chef zuschauen, wenn Du ihm ständig erzählen würdest, wie gut Deine Mitarbeit ist, die Sache so kompliziert ist und man nicht sagen kann ... und er seine Jobs nicht erledigt bekommt? 50 Jahre?

    Solange es die Bevölkerung über die Krankenkasse finanziert und jeder der ein bisschen Einblick hat mitverdient, gibt es keinen Grund daran zu rütteln – oder doch?

    schrieb zum_bleistift am

  • #42

    ach bleistift es ist zwar “toll” was du so alles gesehen hast bzw mitgenommen hast fürs leben oder vll. auch nur für einen zeitraum
    aber erzähl mal einem psychisch kranken menschen dass er die finger davon lassen soll was seine leiden, zwänger, ticks was auch immer dämpft
    du wirst demjenigen genauso wenig helfen wie mit psychopharmaka
    OFT! ist die behandlung übertrieben in der dosis oder in der dauer aber man kann niht sagen “Hände weg von Psychopharmaka!” denn das ist nicht der medizinische stand von 2010 sondern eher von vor ca. 60jahren also man streckenweise wirklich “blind” versuche durchführte
    ritalin ist vll. nicht die lösung für alles wer aber wirklich an konzetrationsstörungen leidet, und glaub mir es sind viele weil medien uns heutzu tagen dafür versklaven sie fordern es regelrecht dass wir sie bedienen ect. dann mein guter leidest du schon an konzetrationsstörungen und wer jetzt sagt ich hab die VOLLE! kontrolle darüber möge sich bitte an diese worte erinnern wenn er 2-4wochen am stöck nur lernt lernt lernt
    zu beginn ist die motivation hoch aber diese schwächt rasant ab und selbst das klimpern eines gegenstands am straßenrand fordert uns auf “nur mal kurz zu schauen” was das ist und dann beachte man wie sehr man sich im griff hat
    und nochmal zum thema sucht, plötzlicher tod bla bla durch ritalin
    wie einst ein weiser mann zu seiner zeit sagte “nichts ist gift und alles ist gift, allein die dosis macht es aus”(paracelsius) ja man kann auch an mengen an wasser sterben und muss nicht unbedingt an ritalin sterben
    da die dosen an jahrelang labortieren ausprobiert wurden anschließend erneut auf den prüfstand kamen, dann mit einem sicherheitswert belegt wurden um es nochmals sicherer für den menschen zu machen und erst dann an versuchsreihen getestet wurden usw usw. bis sie jahre später auftauchten
    von einer normdosis stirbt i.d.R. keiner! überempfidlichkeiten gibts immer das ist aber nicht die masse der bevölkerung
    stellt sich die frage wozu mein kommentar, weil ich ehrlichgesagt dein post voll daneben finde du pöbelst mark an mit “gehen dir die kommentare aus” und lieferst so ein beitrag

    schrieb tacheles am

  • #43

    Falls es Dich interessiert, weshalb ich mich erdreiste, Stellung zu beziehen:

    Ich leistete Zivildienst in einer Psychiatrie mit 1200 Patienten. Ich sah wie die Patienten täglich mit diesen Tabletten abgefüttert wurden und sich dann nur mehr ganz langsam bewegten. Ich dachte, das ist ok und gehört zum Heilprozess.
    Ich fragte mich aber, warum der eine als geheilt entlassen wurde und der andere nicht (den ich für weit normaler hielt). Aber das habe ich damals einer Fehleinschätzung meinerseits zugeschrieben, wegen mangelnder Kenntnis auf dem Gebiet. Was mich aber wunderte war, dass viele der Krankheiten als unheilbar galten. Welche waren dann heilbar – welche blieben übrig? In manchen Mittagspausen löcherte ich meinen Vorgesetzten mit solchen Fragen.
    Was ich früher als typisch geisteskrank angesehen habe, das kam nur bei etwa 50 Patienten von 1200 vor (etwas entstellt und man kann sie nicht verstehen).

    Die Psychiatrie ist in einen weiblichen und einen männlichen Teil gegliedert. Im Letzteren leistete ich meinen Dienst.
    Ich war in der Abteilung, in der die Patienten aufgenommen und ärztlich versorgt wurden, stationiert (tägliche Visite). So habe ich etwa 70% der eingelieferten männlichen Patienten kennengelernt und 5 Tage die Woche gesehen (2 Monate wurde ich in der Küche eingesetzt). “Dauergäste” wanderten dann nach einiger Zeit in andere Abteilungen. Übrigens waren die meisten Eingelieferten Alkoholiker im Delirium tremens, nicht Schizophrene o.a.! Der Internist war sehr gut und hat sie mit Infusionen wieder aufgepäppelt. Im Gegensatz dazu sah ich von psychiatrischer Heilung nicht viel.

    Ich wollte Dir damit nur sagen, dass ich nicht einfach ins Blaue rede. Ich habe mit eigenen Augen beobachtet und mich informiert. Ich habe bspw. Jahre später vorher/nachher-Fotos von einem Mädchen gesehen, das 3 Monate mit Neuroleptika behandelt wurde. Danach war sie entstellt. Speichel lief ihr aus einem Mundwinkel, das Gesicht war verzogen und eine Hand angewinkelt. Man erkannte sie fast nicht mehr. Glaube mir, da kamen mir Bilder aus dem Zivildienst hoch.
    Hände weg von Psychopharmaka!

    schrieb zum_bleistift am

  • #44

    @ 20 mark
    Gehen Dir etwa die Argumente aus?

    Was ich oben geschrieben habe wurde Ende Januar veröffentlicht. Der US-Pharma-Konzern EliLilly hat dieses Jahr 1,2 Milliarden Dollar bezahlt, um eine Sammelklage der geschädigten Patienten abzuwenden (habe ich gehört).
    Im März haben dann 2 der größten Pharmakonzerne reagiert und bekannt gegeben, dass sie sich aus der Erforschung von Antidepressiva zurück ziehen.
    AstraZeneca zieht sich auch aus der Forschung von “bipolar disease” (Bipolare Störung) zurück, womit wir wieder beim Thema sind.

    Mir dünkt, sie haben die Krankenkassen an der Nase herumgeführt.

    Und weil wir gerade beim Thema Krankenkasse sind, hier eine Schweizer Statistik die aufzeigt, wohin die Krankenkassenbeiträge fließen.
    Kosten aufgesplittet nach Medizingebieten, pro Patient:
    Allgemeinmediziner, Gynäkologen, Internisten, Kinderärzte und Augenärzte verbrauchten zwischen 256 und 439 Franken in 11 Monaten, Psychiater 1.996 Franken!
    Im Schnitt also 5,5x so viel pro Patient. Scheint mir ein lukratives Geschäft zu sein. (Das ist der tatsächliche Grund, warum die KK-Beiträge erhöht werden.)

    http://tinyurl.com/KK-Statistik-Schweiz und links auf “Statistiken” klicken.

    Ich würde mich freuen, wenn Obiges in der breiten Bevölkerung bekannt würde.

    schrieb zum_bleistift am

  • #45

    @schlumpfi
    zum_bleistift hat schon scientology-material in seinem kommentar verlinkt (anti-psychiatrie-bewegung), am besten gar nicht erst eine diskussion anfangen…

    @zum_bleistift
    wenn sie sich doch mit psychopharmaka auskennen, müsste ihnen aufgefallen sein, dass der von ihnen verlinkte artikel das thema antidepressiva behandelt. im kommentierten artikel geht es aber um methylphenidat - ein psychostimulanz.

    schrieb mark am

  • #46

    @Schlumpfi #17
    Ich habe Dir den Artikel gesucht, von dem ich oben geschrieben habe:

    Newsweek (zweitgrößtes Magazin in den USA)
    January 29, 2010

    The Depressing News About Antidepressants
    Studies suggest that the popular drugs are no more effective than a placebo. In fact, they may be worse.

    Yes, the drugs are effective, in that they lift depression in most patients. But that benefit is hardly more than what patients get when they, unknowingly and as part of a study, take a dummy pill—a placebo. As more and more scientists who study depression and the drugs that treat it are concluding, that suggests that antidepressants are basically expensive Tic Tacs.

    [The authors, psychology researchers Irving Kirsch and Guy Sapirstein of the University of Connecticut]
    Kirsch’s study and, now, others conclude that the lion’s share of the drugs’ effect comes from the fact that patients expect to be helped by them, and not from any direct chemical action on the brain, especially for anything short of very severe depression.
    ...
    So concluded the JAMA study in January. In an analysis of six large experiments in which, as usual, depressed patients received either a placebo or an active drug, the true drug effect—that is, in addition to the placebo effect—was “nonexistent to negligible” in patients with mild, moderate, and even severe depression. Only in patients with very severe symptoms (scoring 23 or above on the standard scale) was there a statistically significant drug benefit. Such patients account for about 13 percent of people with depression.

    Der gesamte Artikel ist hier zu finden:
    http://www.newsweek.com/2010/01/28/the-depressing-news-about-antidepressants.html

    schrieb zum_bleistift am

  • #47

    @Schlumpfi
    Bitte nicht böse sein, aber ich denke dass Deine Erkenntnisse wie “Mir wurde erst jetzt klar, warum …” Dir geholfen haben. Wenn sich Probleme für Dich lösen, wirst Du beschwingter. Das ist ganz normal – so soll es sein.

    Mir wurde erzählt, dass im Februar eine der großen US-Zeitschriften Psychopharmaka zum Titelthema hatte. Die Redakteure fanden bei umfassenden Recherchen und Tests heraus, dass fast genau das Gleiche bei den Testgruppen mit Placebos passierte, wenn der Arzt ihnen das Gleiche sagte – also ähnliche Ergebnisse bei beiden Patientengruppen. Deshalb stellten sie am Schluss die Frage, ob denn Psychopharmaka überhaupt eine wünschenswerte Wirkung haben? Oder hängt die Wirkung alleine von der “Verabreichungszeremonie” und dem Gesagten ab?


    Ansonsten möchte ich auch hier auf einen anderen Beitrag verweisen:
    Zwei der größten Pharmakonzerne haben bekanntgegeben, dass sie sich aus der Forschung bezügl. neuer Psychopharmaka zurückziehen. Mehr dazu ab Beitrag #66 in
    http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ads-adhs-ritalin/

    Und hier das, was ich vor einem Jahr geschrieben habe (ab Beitrag #13):
    https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-verschreibung-schweizer-schulen/

    schrieb zum_bleistift am

  • #48

    Als bei meinen Kindern ADS/ADHS festgestellt wurde, habe ich mich wochen und monatelang damit befasst. Schnell wurde mir klar das ich auch in dieses Schema reingehöre.Ich habe mich testen lassen und mir viel ein Stein vom Herzen als der Arzt sagte das ich auch ADS habe. Ich hatte für tausend Fragen eine Antwort gefunden. Klar, ich hab mein Leben ganz gut im Griff. Und bin eigentlich auch zufrieden. Aber nachdem ich jetzt weiß, was mit mir los ist hab ich das Gefühl etwas verpasst zu haben. Vor allem im Schulischen und Beruflichen. Mir wurde erst jetzt klar, warum ich mich so oft anders gefühlt habe. Meine Ziele nie erreicht habe und ich doch gar nicht so doof bin wie ich manchmal gedacht hab. Ich habe es dann mit 20mg Ritalin versucht. Nur an einzelnen Tagen. Ich merke das ich eine wesentlich bessere Leistung bringen kann und ich kann Dinge die ich im Kopf habe auch umsetzten. Ich gehe mehr auf die Menschen zu und bin viel emotionaler wie sonst. Das ist bei mir eher ein Vorteil. Weil ich der Typ bin der sich verschließt und keinerlei Gefühle an sich ran lässt. Meine Kinder sagen mir das ich richtig lustig sein kann und die Arbeit macht mir in allen Richtungen Spaß. Bin voll motiviert und habe das Gefühl alles schaffen zu können.Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit die Tabletten über einen längeren Zeitraum zu nehmen da mir mein Arzt keine verschreibt. Begründung: Ich komm doch auch so ganz gut klar. Als Nebenwirkungen hab ich bisher Schlafstörungen und etwas weniger Appetitt. Vielleicht würde sich das legen. Ob Medikamente gut für einen sind oder nicht muß jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist nur das man sich in der Persönlichkeit nicht zum Nachteil verändert und das es einen gut geht. Bei jeden wirken sie anders und jeder einzelne hat andere Bedürfnisse. Leider ist der Druck heutzutage so groß das man schnell zu solchen Mitteln greift.

    schrieb Schlumpfi am

  • #49

    keine sorge, student, das ritalin macht nicht gerade besser im studium oder sagenhaft leistungsfähig, viel eher wird ein gesunder dadurch hippelig. die wirkung ist nicht so, wie das lange in den medien dargestellt wurde. das methylphenidat taugt einfach nicht, um sich “konzentrierter” zu machen (es sei denn, eine ADHS liegt vor)

    wenn es solche doper mit ritalin überhaupt geben sollte - dann müsste so ein “doper”, mit “Kopfschmerzen und Blutdruckanstieg bis hin zu Aggressivität, Angstzuständen und Wahnvorstellungen” wohl irgendwann mal über den konzentrationsnutzen des ritalins nachdenken (wenn er denn nicht vorher schon schreiend davon gelaufen ist)
    wenn jemand sein studium mit ritalin besser schafft, deutet das auf ADHS hin, dann ist Ritalin nichts weiter als eine legitime Medikation und besser als Alkohol, Speed, Koks, oder was sich die Betroffenen als Eigenmedikation sonst noch so reinpfeifen. Wünschenswert wäre da natürlich ein kompetenter Arzt oder noch besser ein ausgewiesener ADHS-Experte, der die Medikation überprüfen kann.

    mehr Infos auf adhs-anderswelt.de

    schrieb knolle am

  • #50

    Ja hallo nochmal. Wiw ich so sehe befasst sich die Diskusion mehr und mehr über Ritalin als Medizin. Ich glaub das war hier nicht so gedacht! Ich bin mir sicher das es hilft wenn man krank ist und z.b. ADHS hat. Aber es gind hier um Ritalin als ein leistungssteigerndes Mittel. Und da bin ich mir auch sicher das es hilft, so wie Extasy auch die Leistung steigert! Bloß um welchen Preis. Ich kann nur an die Verzweifelten, die nicht mit dem Druck klarkommen, der in einer Uni herrscht appeliren es nicht zu nehmen. Selbst wenn man mit einer 1.0 bestehen will! Es wird euch später keiner nach euerer Abschlußnote fragen. Es ist nur ein blöder Schein der euch Türen öffnet!
    Sonst noch n lieben Gruß und hoffentlich bleiben wir hier beim Thema in der Zukunft

    schrieb Student am

  • #51

    Hallo, bin 40 Jahre und habe mein Leben bis jetzt einigermaßen gemeistert. Nachdem bei meinem Sohn ADS diagnostiziert wurde, wusste ich erst dass es diese Schwäche gibt und habe mich näher damit beschäftigt. Von meinem Umfeld hieß es immer öfter: Dein Sohn ist ja wie Du!
    Nach vielen Tests stand auch bei mir ADS fest.
    Hatte 3 Monate Strattera genommen. Außer dass so ziemlich alle Nebenwirkungen eintrafen und ich morgens schon kalten Schweiß aus Angst vor der Einnahme hatte, ist bei mir nichts passiert. In 3 Tagen werde ich für 3 Monate Ritalin nehmen, wenn es hilft und die Nebenwirkungen erträglich sind, werde ich alles abwägen und entscheiden, ob ich dabei bleibe. Es ist jedenfalls gut, dass es diese Option gibt.

    schrieb Stratti am

  • #52

    @1less

    hey! mir gehts genauso, hab auch ne ADHS-Diagnose und schon seit einigen Jahren Medis. Das mit der Emotionalen Verbesserung kann ich voll unterschreiben, es hilft einfach bei der Einschätzung der eigenen Gefühlswelt. AHDS ist ja auch als eine “Störung der Selbstregulation” zu betrachten und das ist mal keine Kaffeefahrt! Auch die Reizüberflutung ist für mich ziemlich anstrengend, vor allem in Menschenmassen und in lauter Umgebung, dann bin ich ohne Medis sehr schnell mal wie die besagte Senftube, das war ich ja bis vor der Diagnose so gewohnt..

    schrieb mark am

  • #53

    Ich nehme seid ein paar Monaten wieder Ritalin. Wobei bei mir bereits im Kindesalter ADHS festgestellt wurde. Diese Abstumpfenden Effekte, wie hier beschrieben werden kann ich nicht bestätigen. Eher hat sich gerade mein Emotionales leben deutlich verbessert. Während ich ohne ritalin quasi den lieben langen tag nur eine Gefühlsachterbahn fahre und kleinste dinge bereits Euphorie oder traurigkeit auslösen konnten, ergibt mit ritalin dieser ganze gefühlssumpf deutlich mehr sinn und ich bin nicht mehr so der spielball meiner Gefühle… Der “Rebound-Effekt”, wie oben beschrieben, hört sich mehr nach entzugserscheinungen an. Eigentlich dauert der Rebound vlt. 30-45min, weil die Wirkung endet und am ehesten lässt sich das mit dem Umlegen von nem Schalter vergleichen. Auf einen Schlag is alles um einen herum lauter, intensiver, man nimmt viel mehr war (was ganz schön überanstrengend ist) und die innere Unruhe kehrt zurück. Auch Lernen is einfacher geworden. Klar die Gedankenabschweifer hat jeder, nur ohne ritalin, denk ich konstant beim lernen über 5 verschiedene Dinge nach… mit ritalin sind diese deutlich seltener. Auch die Erschöpfung nahc 6 stunden(also 6 stunden in bib inklusive Pausen) bib sind zwei verschiedene… am Abend (Ritalin wirkung hat aufgehört) fühl ich mich erschöpft… 6 stunden bib ohne ritalin… ich fühl mich wie ne Senftube aus der auch wirklich der allerletzte rest rausgepresst wurde :/

    schrieb 1less am

  • #54

    .... ich überleg seit einiger zeit,ob ich mir ritalin verschreiben lasse - grund: habe das feeling wieder in eine depressive phase abzurutschen… hatte ich schon mal (mit klinik und allem tam tam)nur haben mir die antidepressiva nicht gut getan - es war ein einziges desaster! vier verschiedene und ich war nur noch in der lage zu funktionieren… nix mit lachen - nix mit weinen - einfach nix!!!das war zu schlimm,als das ich das nochmal will!deswegen werd ich zu meinem arzt sagen,dass er mir eben das ritalin aufschreiben soll…und so denk ich,bekomm ich die “winterkriese” gut rum…und ich bin lieber fit,als nur müde und K.O. - noch ein tipp:ephedrin gibt es ja so nicht mehr…ABER! X 112-tropfen! ist ein appetitszügler und macht wach!ohne abhängig zu machen! meinem arzt habe ich das abgeschwatzt mit dem argument,weil ich weniger bis garnicht rauche(das stimmt sogar)keinen fressflash gebrauchen kann….
    soviel von meiner seite…alles liebe und gute für das neue jahr! Luna

    schrieb Luna Marie am

  • #55

    Ich selber nehme ritalin, seit fast einem halben Jahr und ich kann mich nicht entscheiden, weil auf der einen Seite liebe ich den Erfolg durch ritalin und ich liebe das Gefühl niemanden zu brauchen, ich liebe auch die Freiheit. Durch das ritalin komme ich mir unbesiegbar vor. Eine positiver nebeneffekt ist, dass ich kein Hunger hab. Ich denke zu glauben,ich bräuchte nichts außer Luft und mein ritalin… aber das wars auch schon. Ich überlege mir oft ob ich das nicht einfach absetzten soll, aus folgenden gründen:  mich interessieren meine Mitmenschen nicht mehr, mit ist alles egal geworden, ich hab Haarausfall, ich bin innerlich so nervös und ich schwitze den ganzen Tag. mich regt es auf wenn im Saal jmd spricht und ich deshalb den Tutor nicht verstehe. Wenn jmd nicht gleich versteht was ich meine reagiere ich gereizt. Meine Freunde Regensburg mich auf weil ich kein noch mehr sie hab, ich kann kein Bild mehr malen, weil ich kein Bock hab meiner Gedanken an sowas wie Kunst zu verschenden, obwohl ich fue Begabung hab und trotzdem auf 1,0 steh sehe ich das fach Kunst als lästig… aber in Letzter zeit, merke ich ,abends immer mehr, wie armseelig und einsam mein leben doch ist…. aber ich kann trotzdem nicht aufhören, da ich denke: okay jetzt gehts mir schlecht, aber ich hab dann wenigstens eine glückliche, nein berufliche und finanzielle sichere Zukunft..

    schrieb flup am

  • #56

    MDMA (Ecstasy) ist ein Amphetamin. Also Hände weg!

    schrieb zum_bleistift am

  • #57

    Ich finde es traurig das es Leute gibt die sowas befürworten….Es ist nun mal ne Droge die etwas mit meiner Psyche macht. Und der Grund ,es ist ja um besser zu lernen, ist für mich kein besserer als , ich will ja Spaß haben, um so etwas zu nehmen. ja Ritalin hilft manchen Kindern (aus der Sicht der Beobachter wie es dem Kind wirklich geht, kann es oft selbst nicht genau beschreiben) aber gibt es nicht auch andere Mittel und Maßnahmen? Es wird viel zu schnell ne Pille verabreicht bevor man nicht die andern Möglichkeiten ausgeschöpft hat. Und wurde der Wirkstoff MDMA nicht auch von vielen Psychologe als Fenster zur Psyche gelobt?(schlagt mal bei Wikipedia nach)

    schrieb Nicky am

  • #58

    Gesund und arbeitslos!
    Nicht das ich die Drogen einnehmen oder befürworten würde, aber da sieht man mal wieder wie es mit unsere auch so tollen Gesellschaft bestellt ist. Wie man so schön sagt.

    Hier zählt am Ende des Tages (unterm Strich) nur die Leistung.
    Leider gibt es kein probates Mittel (auch nicht Ritalin) um aus diesem Teufelskreis rauszukommen.

    schrieb student#2 am

  • #59

    Hallo an alle. Ich habs nicht genommen, aber hat jemand Ahnung was zur Zeit an einer Uni abgeht? Der Stoff hat sich verdoppelt dank Bachelor! Wenn man sich überlegt das z.b Maschinenbau beirets als Diplom eins der schwirigsten Fächer war, was ist denn das jetzt? Regelstudienzeit! Das ich nicht lache!!! Ich werde es auch weiterhin nicht nehmen, nicht wegen der Nebenwirkungen, sondern wegen der Abhängigkeit! Schon mal Bodybuilder auf Steroide gesehen der davon runterkommt? wer das falsch macht der hat am Ende weniger wie vorher.
    Also alle die drüber nachdenken es zu nehemen, lieber etwas länger studieren und gesund bleiben!

    schrieb student am

  • #60

    lieber ich,

    Heilung gibt es nicht, deutliche Verbesserung mit Placebos 52%, Ritalin um die 60%. Das nennt man in der Pharmakologie signifikant und ist ein “sicherer Hinweis”, dass das Medikamt wirkt.

    schrieb ergo am

  • #61

    @ich
    Du kannst natürlich machen, was Du willst.

    Mich würde interessieren, wie hoch der Heilungserfolg mit Placebos liegt, wenn die Beteiligten völlig überzeugt von der Pille sind. Erreicht es 40%?

    schrieb zum_bleistift am

  • #62

    Wer nicht direkt von ADS oder ADHS zu tun hat oder als Angehöriger eines Solchen damit Kontakt hat, sollte sich mit seinen Kommentare besser bedeckt halten!!! Und nicht so ein Schwachsinn schreiben… Diesen Menschen hilft in der Regel Ritalin!! Man nimmt schließlich einem Kurzsichtigen auch nicht die Brille weg, nur weil ein gerade nicht in ist. Vergleich mit Alkoholikern sind lächerlich…

    schrieb ich am

  • #63

    Ich habe das Wichtigste, das ich in einem anderen Beitrag geschrieben habe hier noch einmal zusammengefasst.

    Alkoholiker schwören auch auf Alkohol und Wirte befürworten auch den Alkoholkonsum. Manche Medikamentierte schwören auf die Pille. Psychiater befürworten Psychopillen.
    So mancher Alkoholiker endet im Delirium tremens oder stirbt. Für so manchen Psychopillenkonsumenten ist es ebenso das Ende, wie folgende Statistik eindrucksvoll beweist:

    Im Zeitraum von 2004 bis 2007 wurden aus Meldungen an die US-Arzneimittelbehörde FDA sowie aus verschiedenen Periodic Safety Update Reports (PSURs) aus Europa insgesamt 95 berichtete TODESFÄLLE im Zusammenhang mit der Behandlung mit Strattera bekannt. Diese Zahl setzt sich wie folgt zusammen:

    41 Kinder und Jugendliche, davon 22 durch Selbstmord;
    47 Erwachsene, davon 22 durch Selbstmord;
    7 durch Fehl- oder Totgeburt.

    Über die Wirkungsweise von Methylphenidat gibt es mehrere Theorien, die um die Pille herumgezimmert wurden, aber keine nachweisbare Sache. Teilweise widersprechen sich diese sogar (nachzulesen in der Wikipedia). Meiner Meinung nach sind letztlich alles Vermutungen – ohne jeden naturwissenschaftlich nachvollziehbaren Beweis.

    Man kann Obiges nachprüfen. Todesfälle sind keine Theorie oder Vermutung. Das SIND Fakten.

    -

    schrieb zum_bleistift am

  • #64

    Nun, Gerald Hüther wird ja von Scientology beklatscht, die bekanntlich schon länger gegen die Behandlung psychiatrisch Erkrankter sind, um so mehr Kundschaft für ihre “Seminare” übrig zu haben.

    Ein gesunder Mensch hat unter Ritalin-Einfluss massive Nebenwirkungen, dieser Artikel wirft da einige Fragen auf.

    Wer sich über ADHS informieren möchte, dem sei der Wikipedia-Artikel empfohlen, zur Recherche über die Verwendung von Hüthers Arbeiten in Scientology-Organen wie z.B. auf ads-kritik.de kann der Artikel über Gerald Hüther auf esowatch.com erhellend sein.

    schrieb justin am

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