Geschichte der USA

Selbstverständnis der US-Amerikaner im 19. Jahrhundert - Tafelbild 15.03.2017, 10:49

Die Monroe-Doktrin und das Konzept des »Manifest Destiny« prägten das Selbstverständnis der US-Amerikaner im 19. Jahrhundert, was sich stark auf die außenpolitische Haltung auswirkte. Das Tafelbild/Schaubild veranschaulicht die Einflüsse und den Unterschied zwischen der defensiven Monroe-Doktrin und der offensiveren Manifest-Destiny-Vorstellung.

Gemälde zeigt das »manifest destiny«
Bild: John Gast: American Progress (1872)[CC publicdomain]
Anzeige

Das Selbstverständnis der US-Amerikaner im 19. Jahrhundert gründet sich im Wesentlichen auf drei Einflüsse:

(1) Vorreiterrolle - Die USA hatten als frühe Demokratie eine Vorreiterrolle; in Europa waren nach dem Scheitern der Französischen Revolution noch weit gehend die alten Herrschaftsstrukturen dominant.

(2) Prädestinationslehre der Puritaner - Das religiös fundierte Gefühl der Auserwähltheit gründete sich auch auf den Erfolg bei der Besiedelung; mit rasender Geschwindigkeit erschlossen die Siedler den Kontinent, was als Zeichen für die Auserwähltheit gelten konnte (siehe auch Tafelbild »Die Rolle des Puritianismus bei der Kolonisierung der USA«).

(3) »Frontier«-Erlebnis - Prägend waren steter Kampf und Wachsamkeit angesichts einer feindlichen, widerspenstigen Umwelt, die aber regelmäßig und mit großen Fortschritten bezwungen wurde; die Anstrengung mit Waffe und Schaufel in der Hand wurde von Erfolg belohnt.

Dieses Selbstverständnis der USA formuliert Präsident Monroe im Jahr 1823 in einer Rede zur Lage der Nation. Die Monroe-Doktrin definiert die Rolle der US-Amerikaner in der Welt: Amerika den (US-)Amerikanern, keine Einmischung in europäische Konflikte. Dieses auf den amerikanischen Kontinent fokussierte und eher defensive Verständnis entwickelt sich bald schon weiter zu einer offensiven Auffassung darüber, was die offensichtliche Bestimmung (»Manifest Destiny«) des US-amerikanischen Volkes sei: Den Kontinent zu okkupieren und zu besitzen.


Dieses Tafelbild können Sie auch als größere Bilddatei oder als PDF herunterladen. Es ist Teil einer Tafelbildersammlung zur Geschichte der USA.

Vorschau: Tafelbild »Selbstverständnis der USA im 19. Jahrhundert«

Die Interpretation des Gemäldes »American Progress« von John Gast (1872) gehört in diesem Zusammenhang zum Standard des Geschichtsunterrichts:

John Gast: American Progress (1872)

Die Expansion nach Westen wird positiv dargestellt; aus den hellen, erleuchtenden Gebieten im Osten der USA kommend, dringen die Siedler in den dunklen Westen vor. Sie bringen Fortschritt und Zivilisation (z.B. die Eisenbahn). Zentrale Gestalt ist die engelsgleiche Gestalt in der Mitte des Bildes. Das Buch in ihrer Hand symbolisiert Bildung und Weisheit. Mehr Bildanalyse z.B. englischsprachig hier: Stabbing Westward: An Analysis of John Gast’s »American Progress« oder John Gast, American Progress, 1872

Anzeige



neuerer Beitrag — Selbstverständnis der US-Amerikaner… — älterer Beitrag

Einmal monatlich Neues vom Lehrerfreund

Seit fast 15 Jahren verschicken wir einen kostenlosen Newsletter. Das meinen unsere Leser/innen:
»Der Lehrerfreund-Newsletter ist der einzige, den ich regelmäßig lese und nicht ungeöffnet in den Papierkorb befördere.«

Tragen Sie hier Ihre E-Mail-Adresse ein. Wenn es Ihnen nicht gefällt: ein Klick zum Austragen.

14817 Empfänger/innen

Anzeigen
Beitrag empfehlen
  • facebook