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Behandlung von ADHS

Niederländische Studie: 2 von 3 ADHS-Kindern durch Diät symptomfrei 09.04.2011, 21:37

Obst und Waage als Metapher für ADHS-Diät
Bild: pixabay [CC0 (Public Domain)]

Niederländische Forscher/innen haben Kinder mit ADHS einer "Eliminationsdiät" unterzogen. Bei 64% der Kinder verschwanden durch die Diät die ADHS-Symptome vollständig; ADHS wäre damit in vielen Fällen als Nahrungsmittelunverträglichkeit einzustufen. Allerdings sind bei jedem Kind andere Lebensmittel für die ADHS-Symptomatik verantwortlich - welche das jeweils sind, lässt sich nicht so einfach herausfinden.

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  • (geändert: )

Die Forscher/innen vom Eindhovener “ADHS Research Centrum” (ADHS-Forschungszentrum) haben 50 (von 100) Kinder einer sog. “Eliminationsdiät” (RED-Diät, “Restricted Elimination Diet”) unterzogen.
Fünf Wochen lang wurden die Kinder nur mit einem sehr eingeschränkten Speiseplan ernährt: Wasser, Reis, Puten- und Lammfleisch, Salat, Karotten, Birnen und weitere hypoallergene Nahrungsmittel (Quelle). Bei 64% der Kinder waren am Ende der Diät nach Aussagen der Studienleiterin Lidy Pelsser die ADHS-Symptome

“[...] vollständig verschwunden und sie verhielten sich wie normale, durchschnittliche Kinder ohne ADHS.”

Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 06.04.2011: Diät gegen ADHS - Nahrungsumstellung hilft bei Aufmerksamkeitsstörung

Auch Kinder mit komorbiden Störungen (wie ODD - Oppositional Defiant Disorder (Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem Verhalten)) profitierten von der Diät: Sie waren deutlich weniger rebellisch und aggressiv - es ist von einem “sehr positiven Effekt” die Rede (“Ook op dit gedrag had het dieet een zeer gunstig effect.” - Pressemeldung zur Untersuchung).

Anschließend wurde der Speiseplan schrittweise aufgestockt um zu erkennen, welche Lebensmittel für die Symptomatik verantwortlich waren.

Die Konfrontation mit bestimmten Nahrungsmitteln in der zweiten Untersuchungsphase führte dazu, dass die Symptome von 19 der 30 getesteten Kinder und damit von 63 Prozent zurückkehrten.

Focus Online 04.02.2011: ADHS - Hypoallergene Kost hilft Zappelphilipps

Es stellte sich jedoch heraus, dass sich keine allgemein gültigen Aussagen darüber treffen lassen, welche Lebensmittel für die Symptomatik verantwortlich sind. Deshalb muss für jedes einzelne Kind eine solche Eliminationsdiät durchgeführt werden; da die Studie repräsentativ sein soll, dürfte das (durchaus anstrengende) Vorgehen bei rund zwei Dritteln der Kinder Erfolg haben. Dass eine solche Eliminationsdiät nur unter medizinischer Betreuung erfolgen darf, betonen alle beteiligten Forscher/innen.

Die niederländischen Forscher/innen haben also noch Arbeit vor sich. Allerdings scheint der Ansatz auch aus Sicht anderer Experten viel versprechend und wirkungsvoll zu sein - so z.B. Professor Manfred Döpfner, Leiter des ADHS-Zentrums der Uni Köln:

“Also das Ausmaß der Veränderungen ist extrem groß, zum Teil größer als die von Pharmakotherapie, was sehr, sehr, sehr überraschend ist.”

Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 06.04.2011: Diät gegen ADHS - Nahrungsumstellung hilft bei Aufmerksamkeitsstörung

Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, wäre das revolutionär - in den USA leben rund 5 Millionen Kinder mit der Diagnose ADS/ADHS; in Deutschland sind es knapp 5% aller Schulkinder (Wikipedia) und damit rund 570.000 Kinder. Ein Großteil wird mit umstrittenen Medikamenten wie Ritalin & Co behandelt.

Auch aus allgemeiner Lehrer/innen-Perspektive würden die neuen Erkenntnisse zum Nachdenken anregen: Wenn eine Nahrungsumstellung zappelige Kinder konzentriert macht und aggressive höflich - könnte dann durch Nahrungsumstellung nicht die gesamte Lehr-Lernsituation positiv beeinflusst werden? Wären die Kinder aufnahmefähiger, aufmerksamer und motivierter, wenn sie sich nicht morgens mit Cola, mittags mit Pommes und abends mit Chips vollstopfen würden?

“Es steht außer Frage, dass die Ernährung sich auf Stimmung, Schlafqualität und Leistungsfähigkeit auswirkt”, sagt Dr. David Schab, Psychiater an der Columbia University in New York. Allerdings sei aktuell noch unklar, welche Effekte die einzelnen Nahrungsmittel haben und unter welchen Umständen Kinder darauf reagieren.

Los Angeles Times 14.03.2011: A Closer Look: Diet’s role in treating ADHD debated

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Kommentare

32

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  • #1

    Aus den Erfahrungen mit intensivem Einzelunterricht von 90-minütiger Dauer und nicht zuletzt auch aus der therapeutischen Einzelarbeit kann ich diesen Befund durchaus bestätigen. Das, was vor oder während dieser Arbeit vom Kind gegessen wird, hat Einfluss auf den Verlauf der Stunde. Je jünger die Kinder sind, desto fataler wirken sich zuckerhaltige Speisen und Getränke ebenso wie Süßigkeiten aus. Es entstehen in spürbarer Weise Unruhe und Durcheinander, es fällt erheblich schwerer, den “joint focus” zu halten, die aus Rückschlägen erwachsenden unangenehmen Gefühle können schwerer ertragen und konstruktiv gewandelt werden, sie lösen stärkere Ausweichbewegungen aus bis hin zur Aufkündigung der Zusammenarbeit. Darum mahne ich als Getränk während des Unterrichts grundsätzlich Wasser an und, sollte der Hunger störend wirken, empfehle ich nahrhafte Snacks mit niedrigem glykämischem Index (z. B. Vollkornbrot mit Käse und Salatblatt).

    schrieb Thorsten Kerbs am

  • #2

    ob “Ritalin & Co. ... eine vergleichbare zerstörerische Wirkung wie Ecstasy – beides sind nämlich Amphetamine.” haben, weiß ich nicht, aber sie haben ganz sicher eine anregende wirkung!
    adhs kinder sind unruhig bei fehlender anregung. anregung beruhigt sie ... langeweile + müdigkeit macht sie unruhig. sie reagieren “paradox”. daher ist für sie auch die “anregung” am Abend so wichtig: kuscheln + vorlesen ...

    schrieb mamabo von schultid am

  • #3

    Probiert doch diese Diät!
    Offensichtlich glauben viele, dass die Nebenwirkungen von Ritalin & Co. auf das Kind nebenan wirken und übersehen, dass es auch das eigene erwischen kann. Es ist nur eine Wahrscheinlichkeit entfernt …

    Warum probieren nicht alle betroffenen Eltern diese Diät 5 Wochen lang aus? Sie brauchen nur zu ihrem Arzt oder Heilpraktiker gehen. Der kann sich schlau machen und sie instruieren.

    Ist es zu viel Aufwand? Zu teuer für den Einzelnen? Traut man dem nicht?

    Ob jemand dafür oder dagegen ist, kommt scheinbar aus dem “Bauch”.
    Die Fakten sprechen die ganz klare Sprache, dass Psychopharmaka absolut der letze Versuch sein sollten, um die Gesellschaft zu schützen – definitiv nicht, um dem Kind zu helfen. Ritalin & Co. haben eine vergleichbare zerstörerische Wirkung wie Ecstasy – beides sind nämlich Amphetamine.

    Das ist meine Meinung dazu.

    schrieb zum_bleistift am

  • #4

    moin moin,
    interessante diskussion. die o.g. untersuchungsergebnisse kenne ich schon mehr als 25 jahre. ich habe sie selbst an meiner tochter beobachtet, fand aber bei den “experten” keinen glauben. nach meiner beobachtung sind aber eben nicht (nur) gummi-bärchen+nutella bzw. fast-/junkfood, sondern die angeblich ganz “gesunden” vollwertnahrungsmittel die übeltäter. “omas küche”, die noch mit wasser kochte(statt “milch+honig”), wurde gut vertragen. s. Küchenspruch: Iss, was gar ist (kartoffeln!), trink, was klar ist… (wasser)
    bei adhs im säuglingsalter (schreikinder, die später buchstäblich die wände hochgehen oder mit dem kopf durch die wand) dürften die grundnahrungmittel KUHMILCH + GETREIDE (GLUTEN) eine entscheidende rolle spielen, sofern nicht noch irgendwelche fertigsäuglingstees eingeflößt werden. bei uns milderte sich die symptomatik nachhaltig unter strikter gluten- und kuhmilchfreier diät. das ging recht einfach - im ausland! in deutschland nur mit lupe und “Krankmeldungen” an die umwelt.
    die übergroße mehrheit der menschen wächst ohne kuhmilch auf ... und hat gesunde zähne. auch haben sich unsere vorfahren sicher nicht aus langeweile die mühe gemacht, gemüse und getreide zu schälen und zu garen. die neumodische erbsenzähler von vitaminen+mineralstoffen auf den schalen der nahrungsmittel, hat den verstand dafür vernebelt, dass diese schalen auch gifte enthalten… und die individuelle VERTRÄGLICHKEIT das schlüsselkriterium sein sollte, für das was wir essen. inzwischen müssen kinder alles essen, wo “gesund” draufsteht, egal ob sie davon bauchweh oder durchfall kriegen ... und danach die wände hochgehen.

    schrieb mamabo von schultid am

  • #5

    @27: Bitte zeigen Sie mir bspw. bei Kommentar #22 und 24, wo so etwas bisher in Scientology gesagt, geschrieben oder verbreitet wurde. Das interessiert mich wirklich.
    Das sind nämlich MEINE Schlussfolgerungen.
    (Was ich aus dem US-Magazin Newsweek entnommen habe, ist leicht ersichtlich – sonst hatte ich keine Quellen dafür.)

    schrieb zum_bleistift am

  • #6

    Das Schwingen mit der Nazi-Keule ist ein beliebtes Mittel von Scientology, sich als die armen Verfolgten darzustellen.
    Gleichzeitig wird die Psychiatrie diffamiert und verleumdet, damit die eigenen Kurse an den armen labilen Menschen gebracht werden kann… aber das wissen Sie ja alles.
    Der Dialog mit Ihnen bringt nichts.

    Nur die, die glauben, dass da ehrenwerte Absichten verfolgt werden, sollen sich doch bitte endlich mal informieren und nicht nur unreflektiert Scientology-Ideologie nachplappern.

    [Ich bitte um etwas Mäßigung im Tonfall, danke. Redaktion, 22.05.2011]

    schrieb Schülerfreund am

  • #7

    @25
    Ist Ihre Schilddrüse durch falsche oder mangelhafte Ernährung zustande gekommen? Dann sollten Sie an Ihrer Ernährung etwas ändern.
    Wenn Sie herausgeschnitten wurde, dann hilft andere Ernährung kaum. Dann brauchen Sie ein Ersatzorgan oder anderes. Auch Placebos werden da nicht allzu viel bewirken, außer andere Organe können diese Sekrete produzieren.
    Ich möchte auch nicht die Pharma abschaffen – bei Weitem nicht alles ist schlecht. Genau genommen brauche ich sie. Nur gewisse Tendenzen, die ich deutlich sehen kann, gehören an die Öffentlichkeit. Vogelgrippe und Schweinegrippe haben wir ja überlebt, die Psychopharmaka sind jedoch schwer verdaulich. Die greisen Menschen werden seit Jahrzehnten zugedröhnt – und dann geht es nicht mehr ohne, sonst drehen sie durch. Jetzt sind die Kinder dran – das macht mir Sorgen.

    Zu Scientology:
    Wenn die Argumente fehlen, wird oft Zuflucht gesucht in Ausgrenzungen. Womit sonst könnte man diesen Typ ...
    Das Verteilen von “Sternen” gehört ins 3. Reich. Belassen wir es dabei.
    Ich habe mir das nun schon einige Male angesehen und mich gefragt, ob ich dazu Stellung nehmen sollte.
    Ich kam wieder zu dem Schluss, dass ich nur dem Druck nachgeben würde. Deshalb bleibt das Fragezeichen. In einem anderen Beitrag hier habe ich schon geschrieben, dass ich einige Scientology Bücher gelesen habe. Mein erstes Buch, das ich vollständig gelesen habe, war die Kinderbibel. Die Bibel hatte ich später sogar am See dabei (fragt nicht, was da manche sagten). Laotse hat mir sehr gefallen. Überhaupt die östlichen Religionen haben es mir als Teenie angetan. Ich habe einiges gelesen und verstehe den Hype um Scientology nicht. Ich denke, da hat noch niemand ein Buch genommen und reingeschaut. Sonst gäbe es das nicht.
    Wenn ich wüsste, dass meine Meinung dazu jemanden interessiert, könnte ich das kundtun. Aber etwas Positives dazu ist hier sicherlich nicht gewünscht – und das würde positiv ausfallen.

    Vernünftige, konstruktive Argumente sind das, was für mich zählt. Ob das bestehende politische System, das Jahrhundert oder was auch immer dies gutheißt, interessiert mich nur wenig. Die Dampflok war ein Teufelsross und mehr als 60 km/h kann der Mensch nicht überleben … Einstein wurde lange belächelt … mich interessieren solche Meinungen nicht.
    Ich bin froh, dass es Freunde gegeben hat (und gibt), die sich nicht von Ausgrenzung/Stigmatisierung stoppen liesen, wenn etwas so klar auf der Hand lag. Davon profitieren wir heute alle. Oder gibt es irgend etwas, das nicht für Mord und Totschlag, Rache usw. spricht, wenn alle das machen? Da müssen schon ein paar Mutige lange ganz vorne stehen, um ein neues Zeitalter einzuläuten.

    schrieb zum_bleistift am

  • #8

    @Reling

    Ja, hier wird jede Menge Scientology-Material herangezogen.

    Ich habe z.B. selbst ebenfalls ein Stoffwechselproblem. ich habe keine Schilddrüse mehr. Mein gesunder Geist, schafft es nicht, meine lebensnotwendige Hormonlage zu erzeugen. Eine Krankheit ist es nicht. Ich habe einfach keine Schilddrüse mehr.

    Die Hormone, die ich nehme, sind bei Überdosierung oder ohne Indikation höchst gefährlich, aber in der richtigen Dosis stellen sie nicht nur meine Lebensqualität sicher, sondern auch mein Überleben.
    Ob Scientology mir auch empfehlen würde, zugunsten einer gesunden Lebensführung, auf die Hormone zu verzichten?
    Ich kann den Stoffwechsel ja mit gesunder Ernährung und Sport gut in Schwung bringen…

    Falsch, ich kann das nicht. Ich kann meine Stoffwechsellage damit zwar unterstützen, aber nicht alleine. Ohne Hormone kann ich nicht leben. Ein gesunder Mensch kann mit Sport und Ernährung seinen Stoffwechsel entscheidend verändern - ich nicht!

    Es ist ja Teufelszeug, weil es Models und Bodybuilder gibt, unter denen mein T3 ebenfalls wie eine Droge gehandelt wird, weil man davon so schön mühelos abnehmen kann.
    Die Pharmaindustrie wird sich an mir bestimmt echt noch ne goldene Nase verdienen. Bis mit meinem Ableben zu rechnen ist, könnten noch einige Jährchen vergehen… Meine Hormone kosten ca. 120€ im Jahr, wow!

    zum_bleistift postet mir hier viel zu viel amerikanisches Material und viel zu häufig kann man die Verbindungen zu Scientology vermuten und durchaus auch herstellen. Auch hat zum_bleistift sich noch nie auf meine konkrete Frage, ob er/sie zu Scientlogoy gehört, Stellung bezogen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #9

    Zu Medikamenten-Tests noch ein (mathematischer) Gedanke:

    Pillenwirkung = Placeboeffekt + Wirkstoffeffekt

    Laut den psychologischen Forschern Irving Kirsch and Guy Sapirstein von der University of Connecticut ist es so, wie ich es mit dieser Formel ausdrücke.

    Grundsätzlich müsste jeder Test mit einer Kontrollgruppe durchgeführt werden, die Placebos erhält. Denn keine Pille zu verabreichen führt zu ganz anderen Ergebnissen – was psychologisch verständlich sein sollte. An der University of Connecticut wurden große Studienreihen untersucht (http://www.newsweek.com/2010/01/28/the-depressing-news-about-antidepressants.html). Irving Kirsch hat betont, dass es wichtig zu wissen ist, dass auch bei Verabreichung von Antidepressiva der Placebo-Effekt wirkt.
    (Dieser Artikel ist im zweitgrößten Magazin der USA erschienen, dennoch wurden relativ detaillierte Angaben gemacht – falls dies jemand interessiert.)

    Bei seinen Testauswertungen konnte Kirsch keine nennenswerten Unterschiede in der wünschenswerten Wirkungsweise zwischen Antidepressiva und Placebos erkennen (außer bei Patienten mit schwersten Symptomen (Wert 23 oder darüber auf der Standard-Skala)).

    Laut Kommentar #5 in https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/ritalin-selbstversuch-bericht/3495/ liegt eine Verbesserung von 52% bei Verabreichung von Placebos vor, und eine von 60% bei Ritalin (plus Nebenwirkungen). Also muss man von den 60% die 52% abziehen, dann bleibt effektiv nur 8% Methylphenidat-Wirkung übrig – eine signifikante Verbesserung?

    schrieb zum_bleistift am

  • #10

    Wenn ADHS so stark ernährungsbedingt ist, spricht das m.E. eindeutig für eine Ganztagsschul-Betreuung (allerdings ohne Fastfood-Option)! Welche Familien essen denn heute noch ordentlich zu Mittag, wo gibt es denn noch richtiges “Frühstück” Zuhause?

    schrieb helgedidact am

  • #11

    Warum ist Dauerbehandlung mit Pille im Vormarsch? Vor 3 Jahrzehnten kannte ich das kaum.

    Die Forschungsabteilung forscht sinnvoller Weise nach einer Pille, die einmal eingenommen, die jeweilige Krankheit ausheilt.
    Aus Sicht der Psychiatrie und der Pharma-Marketingabteilung ist eine Pille wünschenswert, die die Symptome für die Zeit der Einnahme unterdrückt – also nicht (sofort) heilt. Dies zieht dann eine Dauerbehandlung nach sich, die das große Geld bringt.
    Mit Psychopharmaka kann man dies wunderbar umsetzen.

    Wer hat heute mehr Durchsetzungskraft (Forschung oder Marketing und Aktionäre)?

    Ich weiß, obiges ist nur meiner Phantasie entsprungen – das würde in Wirklichkeit nie vorkommen.

    schrieb zum_bleistift am

  • #12

    Was für ein unfaßbarer , unwissenschaftlicher Quatsch! Ist hier Scientology am Werke oder einfach nur pädagogische Unbelehrbarkeit? Mir bleibt es ein Rätsel, wie Akademiker einen solchen Unsinn schreiben, “glauben” und weitergeben können.Als wenn wir noch das Feld mit Pferd und Wagen bearbeiten oder mit der Dampflok fahren….Hauptsache man ist hübsch ganzheitlich, natürlich und gegen Medizin aus der Industrie. Ja, sehr einfache Sache….wird nur leider überhaupt nicht der Situation und schon gar nicht den Betroffenen Kindern und Eltern gerecht.

    schrieb Reling am

  • #13

    Gut, scheint wir werden uns nie einig. Ich bin froh, dass über 500 Wissenschaftler aus der UK, der USA, Deutschland und der Schweiz meine Erfahrungen untermauern und etliche verschiedene Teilaspekte die These untermauern. Wenn 100% der Kontrollgruppe zu 100% reagiert und 100% der Gegengruppe zu 0% reagiert können wir auf Kausalität eine Kausalität schliessen. Da muss ich nicht 1’000 Objekte untersuchen, 10 reichen völlig aus.
    Und AD(H)S ist keine Krankheit. Autsimus ist auch keine Krankheit, Kurzsichtigkeit ist auch keine Krankheit.
    Schauenn wir 366 (ADD) zu 1’000 (Kontrollgruppe) genetisch an
    http://medicine.cf.ac.uk/news/first-genetic-link-adhd-revealed/
    und wir finden unterschiede ... Korrelation? Kausalität?

    Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass Lehrer, Eltern und Bezugspersonen aber auch Betroffene von der Idee “Pille und Gut” wegkommen. Es braucht integrative Konzepte und die Zusammenarbeit aller. Keiner darf sich aufgrund von Studien aus der Verantwortung nehmen. Und so wie die Echos sind, scheint dies zu geschehen!

    schrieb Adi G. am

  • #14

    Bei statistischen Auswertungen mit 25 Personen wirkt sich jede Person weniger gravierend auf die Streuung des Ergebnisses aus. D.h. werden die Versuche zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt, erkennt man, dass die ermittelten Werte sehr unterschiedlich ausfallen. Das bedeutet, die Ergebnisse sind Hausnummern. Einem Techniker würden die Haare zu Berge stehen!
    Hier wurden nur 15 Personen untersucht!

    Wenn man bspw. die Nebenwirkungen von Ritalin hernimmt, dann braucht man hunderte Personen, um die vielen belegen/messen zu können. Was will man da mit 25 Personen ausrichten? Das ist viel zu komplex.

    Nachdem ich in meinem früheren Job (in einem ganz anderen Bereich) statistische Auswertungen machte, kann ich ein Lied davon singen, wie wertlos eine Untersuchung ist, wenn zu wenig Leute beteiligt sind. Mir kommen 50 Personen bei einfachen Untersuchungen schon waghalsig vor!
    Aber vielleicht möchte man große Streuungen, um sich die passenden Ergebnisse raussuchen zu können.
    Etwa 40% der Untersuchungen in diesem Bereich verschwinden sowieso in Schubladen … Das ist auch eine Herangehensweise, um gewissen Interessen zu dienen.


    Die Messung einer höheren Konzentration von Cholin ist gewiss naturwissenschaftlich. Die Aussage, dass dies eine Krankheit sei, aber nicht.

    Solange man nur das Vorhandensein oder Fehlen von etwas im Körper feststellt – und nicht die Ursache, kann man es nicht heilen, sondern nur mit Dauerbehandlung korrigierend einwirken.

    Wenn das Fehlen von etwas eine Krankheit wäre, dann wäre ein leerer Magen auch eine Krankheit, die sogar chronisch ist.
    So oft, wie ich Hunger habe, haben nicht einmal Epileptiker ihre Anfälle. :-)

    schrieb zum_bleistift am

  • #15

    @zum_bleistift:
    “Bisher konnte niemand den naturwissenschaftlichen Nachweis einer AD(H)S-Krankheit erbringe”

    Es ist eine naturwissenschaftliche Untersuchung und es erfolgt ein Nachweis “dass da etwas ist”.

    25 Personen in der Studie sind auf Stufe Universität üblich und reichen statistisch völlig aus wenn die Gruppen signifikant unterschiedliche Werte in “einzelnen” Segmenten aufweisen.

    Ergänzt mit den übrigen Studien gibt sich ein Bild, aber im neuronalen Bereich versteht der Mensch noch zu wenig. Sonst wäre Epilepsie geheilt, und ADS auch.

    schrieb Adi G. am

  • #16

    @15: Zur genannten Pressemitteilung:
    15 Menschen wurden untersucht – das sind zu wenig, um statistisch aussagekräftig zu sein. Denen wurden zu Kontrollzwecken 10 gesunde Menschen gegenüber gestellt.
    Ergebnis: “... weisen die Patienten ... eine erhöhte Konzentration des Markerstoffes Cholin auf.” Daran ist dann ALLE Argumentation geknüpft. Eine Fehlfunktion im Membranstoffwechsel kann viele Ursachen haben.

    Woher kommt dieser Gallensaft?
    Wikipedia: “Bei adäquater Versorgung mit Aminosäuren, insbesondere Serin und Methionin, kann Cholin in ausreichender Menge im Körper gebildet werden.”
    “In Nahrungsergänzungsmitteln, Futtermitteln, Präparaten gegen Leberschäden (Fettleber).
    In der Biotechnologie findet Cholinchlorid Verwendung in Kulturmedien für Pflanzen.”

    Sorry, ich kann keine Krankheit sehen. Ich sehe Symptome.

    schrieb zum_bleistift am

  • #17

    Also ich habe 2 kinder die von adhs u.ads betroffen sind,sicher ist es nicht gut sie medikamentös behandeln zu lassen,aber trotz der umgestellten ernährungsweise kann ich nicht ganz darauf verzichten.Auf jeden fall finde ich es richtig das man süssstoffe wie zucker weglassen sollte, ebenso gibt es bei mir keine Schokolade,Gummibären, Kakao oder gar Traubenzucker,da ich die Erfahrung gemacht habe das das alles grosse Energielieferanten sind die ein adhs/ads kind nicht zusätzlich braucht,weil es schon zuviel Energie hat, die es immer wieder umzusetzen gilt,es ist neben diesem aber auch wichtig meiner Meinung nach,den medienkonsum wie z.b Fernsehen wenn möglich wegzulassen .(Radio hören oder Bücher lesen kann sehr hilfreich und abwechslungsreich sein) Hausaufgaben nicht über pc oder gar pc- spiele machen, eher sich die Zeit, und Geduld nehemen für Konzentrationsspiele/Übungen,viel bewegen Gesellschaftsspiele machen,miteinander reden,streiten und vorallem so oft es geht loben,und das A und O ist feste Regeln und Konsequenz durchsetzen.Aber auch mal zeit für sich selber nehmen ist sehr wichtig. Im großen und ganzen habe ich mit alledem sehr gute Erkenntnisse gemacht und hoffe trotz allem das ich bei meinen kindern eines Tages gänzlich auf Medikamente verzichten kann.

    schrieb Annekatrin Rothe am

  • #18

    Lieber Herr Zingel, lieber zum_bleistift

    Vermutlich gibt es pro Studie für das eine wiederum eine Gegenthese. Die Charité Studie 2007
    http://idw-online.de/pages/de/news225088
    zeigt jedoch auf, dass es eben nicht “nur” Symptome sind. 2003 Dimoska (Hirnlappen), Kirschner oder Moll mit Nachweisen.
    Wenn ADS eine Krankheit wäre, dann könnte man sie Therapieren und heilen. Aber eine Anomalie wie Autismus / Asperger / Epilepsie oder ADHS lässt sich nicht heilen. Und die Wissenschaft ist noch weit davon weg zu verstehen, was es wirklich anders macht.

    schrieb Adi G. am

  • #19

    Zu meiner Schulzeit gab es diese Krankheit gar nicht. Die Ernährung war mit Sicherheit eine andere (evtl. sogar ungesündere), aber Süßigkeiten jeden Tag konnte sich nicht jeder leisten.

    schrieb Andreas Tillmann am

  • #20

    Das Ergebnis der Studie macht Sinn und ist beobachtbar. Essen meine Kindern z.B. Lachgummis “drehen” die leicht durch.

    schrieb hosenknopf am

  • #21

    Es mag aus Sicht derjenigen, die gern schnell ein ruhiges Kind ohne Rücksicht auf Verluste hätten, oder derjenigen, die gern den Patienten nach zwei Minuten mit Rezept wieder draußen hätten, natürlich zu mühsam sein, wie hier per Eliminationsdiät festzustellen, was tatsächlich los ist, und wie man am besten dem Kind (oder inzwischen auch dem Erwachsenen, wie ich höre) helfen kann.
    Aber das wäre nicht nur im Interesse des Betroffenen, sondern auch im Interesse der Allgemeinheit, die nicht für sinnlose teure Drogenverabreichungen zahlen muss.

    schrieb Walter am

  • #22

    Finde ich gut. Lösungen sind oft näher als man denkt, bringen halt nicht so viel wie lange Psychobehandlungen.

    schrieb Rainer am

  • #23

    @8: Sie schreiben richtig: Symptomatik.
    AD(H)S ist ein Symptom, jedoch keine Krankheit.
    Bisher konnte niemand den naturwissenschaftlichen Nachweis einer AD(H)S-Krankheit erbringen.

    Das ist genau so, wie wenn sie nichts essen – sie bekommen Symptome.
    Aber ist das eine Krankheit?

    schrieb zum_bleistift am

  • #24

    Lieber Adi G.,
    ich kann Sie verstehen. Ich denke, dass diese Forschungsstudie widerlegt, dass die Störungen angeboren sind, und dass derjenige, der diese Störung hat, damit für alle Zeit leben muss. Eben nicht!
    Es ist bestimmt nicht die ganze Wahrheit, dass man ist, was man ißt, aber diese Weisheit hat durchaus ihre Berechtigung. Eine Stoffwechselstörung ist strukturell, kann also auch durch eine andere Lebenseinstellung wie Sport, geänderte Energiezufuhr (Diät) und geistige Haltung beeinflußt werden. (ein gesunder Geist kann einen Körper heilen). Das wußten schon die alten Römer.
    Ich bewundere Sie, dass Sie keine Psychopharmaka nehmen. Super!
    Aber kaufen Sie nicht die Meinung (und mehr ist es nicht), dass
    Sie mit der Störung dauernd leben müssen. Viele Grüsse

    schrieb Hartmut Zingel am

  • #25

    Lieber Herr Zingel

    ADHS ist keine Lüge (die Geschichte vom Struwelpeter beschreibt eine ADHS Symptomatik lang bevor Psychiatrie existierte) ... sie tun mir und einigen anderen, welche davon betroffen sind, mit Ihrer Aussage Unrecht. So wie ich kommen viele auch ohne Psychopharmaka durch das Leben, aber diese nachgewiesene Stoffwechselstörung bleibt bestehen, Ernährung hin oder her.

    schrieb Adi G. am

  • #26

    Das ist die erfreulichste Nachricht seit langem. Zumal die Psychiatrie gerade verlauten ließ, dass ADHS auch bei Erwachsenen auftritt und behandelt werden muss. Es wird propagiert, dass man nun vom Kleinkind bis zum Erwachsenen lückenlos Pschopharmaka verabreichen kann.
    Da ist natürlich dieses Forschungsergebnis Gift für das Einkommen der Psychiatrie und ihren Medikamentenzulieferer.
    Somit können wir, was die von der Psychiatrie erfundene Krankheitslüge betrifft, vermelden: ADHS - Volltreffer - versenkt”

    schrieb Hartmut Zingel am

  • #27

    Ich kann der Studie nur zustimmen.

    Wenn man den Zuckerkonsum einschränkt oder den Zucker ganz weg läßt, macht sich das beim Verhalten von Kindern sehr positiv bemerkbar.

    Ich bin zwar kein Mediziner, aber ich kann aus erster Hand berichten. Wenn ich meinen Kindern zu viel zuckerhaltige Nahrung gebe, oder wie am Sonntag, wenn zuviel Schoko Ostereier vernascht wurden, dann gibt es super zappelige und knatschige Kinder. Kaum läßt man das weg und gibt ihnen eine Banane statt Schokolade, schon hat man umgängliche Kinder.

    Es ist wirklich nichts Neues, aber sehr wirkungsvoll.

    Außerdem kann man das Essverhalten auch alleine dadurch beeinflußen, indem man eine vernünftige Ernährung vorlebt. Es gibt einfach Obst und Gemüse und in der Schule greift meine Tochter z.B. automatisch zum Obst und dem Salat, weil sie es so gewohnt ist.

    schrieb Freddy am

  • #28

    Jedes Kind ist mal aufgeregt oder nervös. Das ist doch normal.
    Ich hab meine Mutter auch öfter genervt – v.a. wenn ich gelangweilt am Tisch saß und die Erwachsenen stundenlang redeten. Irgendwann ist einfach Schluss mit ruhig dasitzen.

    Ich finde es fantastisch, wenn man in 5 Wochen so ein Resultat erzielt!

    schrieb zum_bleistift am

  • #29

    Es ist ein weiteres Steinchen im Mosaik, Ernährung, Struktur, Bewegung ... eigentlich ist alles, was einem ADHS-Kind hilft auch gut für andere Kinder.
    Gewisse Kinder werden immer von AD(H)S betroffen bleiben (vergleiche Struwelpeter, damals gab es noch kein Junkfood), aber vielen kann mit vernünftiger Ernährung geholfen werden.

    schrieb Adi G. am

  • #30

    Das ist ja mal was Neues aus dem Lager der Psychiater. Hatte ich nicht erwartet. Das Thema ist ja nicht neu, aber:
    “... da die Studie repräsentativ sein soll ...”, das sagt schon eine Menge mehr aus.

    Wenn das stimmt, dann kann solchen Kindern ja umgehend geholfen werden!
    Wenn noch jemand eine repräsentative Studie bezüglich Schwermetallbelastung und Strahlenbelastung machen würde, hätten wir für 80 oder 90% eine schönere Zukunft.

    Auch die Lehrer würden profitieren, wenn das Bewusstsein der Eltern diesbezüglich angehoben würde! Wahrscheinlich würden sich auch “gesunde” Kinder besser konzentrieren.

    schrieb zum_bleistift am

  • #31

    Solche Studienregebnisse sind nicht super neu.

    Ein wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit der ADHS-Diagnostik ist, ob es sich tatsächlich um ADHS handelt oder das Kind “einfach” unausgelastet, unterfordert und mit Zucker vollgestopft ist. Bei solch einem Energieuberschuss ist klar, dass da niemand ruhig sitzen kann.

    Bei tatsächlich diagnostizierten Krankheitsfällen kann eine Fehlernährung sicherlich eine wichtige Rolle spielen.

    schrieb Paul am

  • #32

    Interessanter, guter Ansatz. Die Frage ist nur, wie sich das umsetzen lässt?

    Die Eltern sind ja, in den meisten Fallen, zwar Versorger, aber nicht mehr in die Erziehung involviert. Beides aber ist nötig, um bei Kindern mit ADH-Symptomatik eine Ernährungsumstellung zu erreichen. Hinzu kommt die “Versorgung” in den Schulen mit Junkfood.

    Fazit: Der gute Ansatz wird sich wahrscheinlich nicht umsetzen lassen.

    schrieb Tim am

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