Weihnachtspost!

Lehrerfreund-Newsletter 28.11.2020 29.11.2020, 09:08

Kind liest unter Bettdecke
Bild: BrickRedBard / pixabay [CC0 (Public Domain)]

Lehrerfreund-Newsletter 28.11.2020 mit diesen Themen: Goethes Faust in Prosa übersetzt, Arbeitsblatt Pakt Mephistopheles-Faust, Wann wird ein Notenschlüssel zementiert, Seitenzahlenumrechner

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Dieser Newsletter ging an 15.558 Abonnent/innen. Sie können ihn hier abonnieren.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Kennet Ihr den Hass, den Schüler schieben
Auf Goethes »Faust«, im Vers geschrieben?
Abhilf schuf die Frau Latona jetzt,
Die den Faust uns hat prosös gesetzt!

In diesem Newsletter stellen wir Ihnen eine nützliche Prosa-Übersetzung von Goethes Faust vor, außerdem ein Arbeitsblatt zum Thema.

Alle, die unseren Seitenzahlenrechner benutzen, könnten sich freundlicherweise Punkt 3 des Newsletters durchlesen.

Und vieles mehr:

Inhalt

  1. Goethe: Faust I
    - Faust I in Prosa - eine originelle Lektürehilfe: Interview mit der Autorin
    - Arbeitsblatt: Pakt zwischen Faust und Mephistopheles

  2. Notenschlüsselrechner
    Leserfrage: Wann/wie darf der Notenschlüssel beim Korrigieren manipuliert werden?

  3. Stimmbeschwerden, Logopädie und Verbeamtung
    Frage einer Leserin

  4. Seitenzahlenrechner
    Ein Aufruf an alle, die den Seitenzahlenrechner benutzen

  5. Ist Der Lehrerfreund vollkommen?! 

  6. Auf Wiedersehen

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1. Goethes »Faust I«

Der »Faust« von JvG steht in Oberstufenklassen regelmäßig auf dem Speiseplan. Dabei ist diese Kost für Smartphone-Menschen zwischen 16 und 19 nicht unbedingt leicht verdaulich.

Das zu ändern hat die Autorin Latona beschlossen und kurzerhand eine Prosaübersetzung des Faust angefertigt. Das sieht dann etwa so aus:

Goethes Original:

MEPHISTOPHELES Wie magst du deine Rednerei
Nur gleich so hitzig übertreiben? (1735)
Ist doch ein jedes Blättchen gut.
Du unterzeichnest dich mit einem Tröpfchen Blut.

Latonas Übersetzung:

»Kein Grund, gleich patzig zu werden.« Mephisto ergriff ein Stück Papier, das auf dem Schreibpult gelegen hatte. […] »Es ist üblich, mit Blut zu unterzeichnen. Denn Blut ist mächtiger als jedes hitzige Versprechen. Na?« Er lächelte herausfordernd.

Deutlich einfacher zu lesen und zu verstehen als das Original - der ein oder anderen historiebewussten Germanist/in rollen sich jedoch möglicherweise die Zehennägel auf angesichts dieser Vergewaltung des Urvaters der Dichtung (und angesichts des Nominalstils dieses Satzes, das jedoch nur am Rande).

Deshalb haben wir die Autorin eindringlich befragt:

Goethes »Faust I« in Prosa - Interview mit der Autorin

Für diejenigen, welche die Idee befürworten, finden Sie auf Dem Lehrerfreund ein Arbeitsblatt + Arbeitsaufträge zu der berühmten Szene, in der Faust und Mephistopheles ihren unheiligen Pakt besiegeln:

Arbeitsblatt: Fausts Pakt mit Mephistopheles

2. Notenschlüsselrechner

Zum Praxistipp: Notenschlüssel anpassen mit Sockel und/oder Knick stellte ein Leser die Frage:

Steht der Notenschlüssel zwingend VOR der Prüfung fest, darf er zu jeder Prüfung angepasst werden und selbst während der Korrektur noch abgeändert werden?

Eine gute Frage, die an den pädagogischen Fundamenten der Notenberechnerei kratzt. Unsere Antwort ist diese:

»Steht der Notenschlüssel zwingend VOR der Prüfung fest«

Es gibt Prüfungen, bei denen der Notenschlüssel vorgegeben ist (bspw. Zentralabitur, manchmal auch schulinterne Beschlüsse der Fachschaften, Schulleitung o.ä.). Dann steht er natürlich fest.

Es wäre bestimmt einleuchtend, wenn man schon vor einer Klassenarbeit den Notenschlüssel festlegt, da man ja weiß, welche Aufgaben wie anspruchsvoll (Umfang, Schwierigkeitsgrad …) sind. Wenn man es richtig hardcore-pädagogisch macht, gibt man bei der Klausur den Notenschlüssel gleich mit. Das ist ja bspw. beim Zentralabitur der Fall: Die Schüler/innen wissen bei jeder Aufgabe die Bepunktung und könnten den Notenschlüssel kennen.

Das andere Extrem wäre, dass man nicht mal die Bepunktung bekannt gibt. Denn falls sich rausstellt, dass man als Lehrer/in eine Aufgabe viel zu schwer gemacht hat, kann man das dann hinterher justieren. (Aber dieses Vorgehen erlaubt natürlich auch unfairen Lehrer/innen, am Schluss so rumzudrehen, dass es den Schüler/innen zum Nachteil gereicht!).

»… darf er zu jeder Prüfung angepasst werden …«

Es gibt (s.o.) häufig schulinterne Regelungen. In der Oberstufe ist es die Regel, dass der Abiturnotenschlüssel verwendet wird (ob das nun als Vorgabe/Vorschrift steht oder nicht - warum sollte ich bei den (abiturrelevanten) Klausuren einen anderen Notenschlüssel verwenden als bei der Abiturprüfung?).

»… und selbst während der Korrektur noch abgeändert werden?«

Ein sensibles Thema, das hier ausführlich erörtert wird: Darf man während des Korrigierens am Notenschlüssel drehen?

3. Stimmbeschwerden und Logopädie

Eine Leserin fragt:

Hallo, kennt sich jemand aus mit Logopädie und Verbeamtung? War hier jemand schon beim Logopäden und wurde verbeamtet? Ich muss nämlich bald zum Amtsarzt.

Falls irgendwer etwas dazu weiß, freut sich die Kollegin bestimmt über einen kurzen Hinweis:

Artikel »Stimmbeschwerden« - Direktlink zum Kommentar

4. Seitenzahlenrechner

Mit dem Lehrerfreund-Seitenzahlenrechner können Sie Seitenzahlen zwischen verschiedenen Lektüre-Auflagen oder -Ausgaben umrechnen. Das ist bspw. dann praktisch, wenn Sie mit Ihrer Klasse die Lektüre von Verlag X lesen, Ihr Lektüreschlüssel sich aber auf die Seitenzahlen von Verlag Y bezieht.

In Kürze werden wir eine Sammlung von umgerechneten Seitenzahlen veröffentlichen. Da steht dann in etwa: Der Schimmelreiter, X-Verlag Aufl. 3  beginnt bei S. 7, endet bei Seite 200; Y-Verlag Aufl. 7 beginnt bei S. 3, endet bei S. 111.

Das erlaubt es Ihnen dann, eine Umrechnungstabelle zu erstellen, auch wenn Sie die unbekannte Lektüre nicht vorliegen haben.

Damit das funktioniert, müssten Sie nach Möglichkeit die Felder des Seitenzahlenrechners möglichst präzise ausfüllen, also etwa so:

Beispiel: Seitenzahlenrechner-Einstellungen

Wir danken Ihnen schon jetzt für Ihre Akribie.

Lehrerfreund-Seitenzahlenrechner

5. Ist Der Lehrerfreund vollkommen?

Eigentlich eine anmaßende Frage, doch ein bekannter Mathelehrer (Herr M.G.), ebenfalls Newsletter-Abonnent, kam nach tagelangem Selbsteinschluss zu folgender Erkenntnis:

»Lehrer« hat sechs Buchstaben und »Freund« hat sechs Buchstaben: Sechs zählt zu den vollkommen Zahlen (eine Zahl heißt vollkommen, wenn sie gleich der Summer ihrer Teiler ist: 1+2+3=6).

Na bitte. Wir haben es schon immer geahnt.

6. Auf Wiedersehen

 

So manches Mal denk ich mit Grause,
Dass der Schreibtisch mein echtes Zuhause.
   Drum mach ich jetzt Schluss,
   Weil es wirklich sein muss;
Ich brauche jetzt einfach 'ne Pause!
                           Susanne F. aus M. - danke!


Eine vorweihnachtliche Adventszeit wünscht Ihnen

Der Lehrerfreund

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