Mit anonymem Briefkasten

Plagiatsjäger: VroniPlag wird kommerziell 13.02.2013, 11:22

Screenshot der Website VroniPlag
Bild: vroniplag.de

Martin Heidingsfelder hat die Wiki-Plattform VroniPlag gegründet, wo einige Politiker/innern über ihre Plagiate stürzten (u.a. Koch-Mehrin). Jetzt hat er sein Vorgehen kommerzialisiert und deckt gegen Bezahlung Plagiate auf.

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Ergänzung zur Rolle Martin Heidingsfelders

Bei Wikipedia ist über Martin Heidingsfelder zu lesen:

Am 19. Juli 2011 wurden ihm wegen fortdauernder Konflikte mit den anderen Administratoren des Wikis die erweiterten Administrationsrechte entzogen.[17] Am 3. November 2011 wurde sein Account auf der Plattform nach Auseinandersetzungen über die Nutzung des Internetdienstes Twitter auf unbeschränkte Zeit gesperrt.

Wikipedia: Martin Heidingsfelder, Kap. VroniPlag_Wiki

Auf dem VroniPlag ist zu lesen:

VroniPlag Wiki ist ein wissenschaftliches Projekt ohne politische oder kommerzielle Interessen. Es steht in keinem Zusammenhang mit der im Juni 2011 angemeldeten Wortmarke VRONIPLAG. Der Kaufmann Martin Heidingsfelder wurde im November 2011 dauerhaft von VroniPlag Wiki ausgeschlossen.

VroniPlag Wiki

Danke für den Hinweis an @vplagger .


VroniPlag ist eine Wiki-Plattform, auf der folgende Personen zu Fall gebracht wurden:

Veronica Saß (Juristin) − 11. Mai 2011[10]
Silvana Koch-Mehrin (FDP) − 15. Juni 2011[11]
Matthias Pröfrock (CDU) − 6. Juli 2011[12]
Uwe Brinkmann (ehem. SPD) − 12. Juli 2011[13]
Bijan Djir-Sarai (FDP) − 5. März 2012[14]
Jorgo Chatzimarkakis (FDP) − 22. März 2012[15]
Margarita Mathiopoulos (FDP, Unternehmerin, Politikwissenschaftlerin) − 18. April 2012[16]
Siegfried Haller (SPD, Jugendamtsleiter der Stadt Leipzig) − 18. April 2012[17]

Wikipedia: VroniPlag_Wiki

Der Gründer, Martin Heidingsfelder, hat das Vorgehen nun kommerzialisiert (VroniPlag®) und möchte durch die Plagiatsjagd Geld verdienen. Die Website vroniplag.de ist relativ eindeutig diesbezüglich:

Vroniplag®

Profitieren Sie von unseren Erfahrungen bei der Plagiatssuche, -dokumentation und von der diskreten Zusammenarbeit mit den Medien.

vroniplag.de

VroniPlag-Website: Screenshot

Dort gibt es auch einen “anonymen Briefkasten”, wo man anonyme Hinweise auf Plagiate hinterlassen kann. Wenn Sie also Ihrem Dr. Wahlkreisabgeordneten mal ein bisschen ans Bein pinkeln wollen, werfen Sie einfach ein anonymes Zettelchen in den anonymen Briefkasten.

Screenshot: Anonymer Briefkasten auf VroniPlag

Im Interview der ZEIT gesteht Martin Heidingsfelder, dass “Dissertationen zu prüfen” seit 2011 sein Hauptberuf sei; die erste Prüfung einer Arbeit kostet 300 Euro, jeder weitere Arbeitstag 500 Euro.

Seine Meinung über Menschen, die in ihren wissenschaftlichen Arbeiten abschreiben, ist nicht die allerbeste:

Die bisherigen Fälle haben mir eines bewusst gemacht: Plagiatoren sind meist auch im Alltag unehrliche Menschen, mit denen etwas nicht stimmt. Vielleicht werde ich darüber eines Tages promovieren.

ZEIT.de 12.02.2013: '15 Euro brutto pro Stunde ist nicht übertrieben'

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