Innovatives Konzepte

Die Kaffeemaschinen-AG: Endlich guter Kaffee im Lehrerzimmer! 17.04.2012, 00:11

Kaffeemaschine
Bild: Shutterstock / Sergey_Bogomyako

Sind Sie den ekelhaften Kaffee aus der 12-Euro-Brühmaschine im Lehrerzimmer leid? Dann gründen Sie endlich eine Kaffeemaschinen-Aktiengesellschaft, die den Aktionär/innen innerhalb weniger Jahre sogar Gewinne bringt. Interview mit dem Gründer der Idee, außerdem Vorlagen für Flyer, Aktien und Aushänge.

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Wozu eine gute Kaffeemaschine im Lehrerzimmer?

Wenn Sie ernsthaft eine Antwort auf diese Frage suchen, lesen Sie einfach das hier: Richtig Kaffee trinken im Lehrerzimmer: 3 Tipps

Die Idee: Aktiengesellschaft zum Betrieb einer Kaffeemaschine

Der Wareneinsatz bei der Herstellung von Kaffee ist denkbar gering. Aus einem Kilo ordentlicher Kaffeebohnen (unter 12 Euro) bekommen Sie mindestens 120 Tassen Kaffee; also kostet eine Tasse weniger als 10 Cent. Milch, Zucker und Wasser sind vernachlässigbare Faktoren.

So setzen Sie die ursprüngliche Idee der Aktiengesellschaft im Bereich der Lehrer/innen-Kaffeemaschine um:

  1. Jede/r Lehrer/in, die sich am Erwerb einer neuen Kaffeemaschine beteiligen möchte, erwirbt eine Aktie zu bspw. 20 Euro. Bei 50 Lehrer/innen kommen so 1000 Euro zusammen, von denen eine Kaffeemaschine angeschafft wird. Kaufen Sie keinen Schrott, bei Kollegien ab einer Größe von 30 Personen muss es ein Profigerät für die Gastronomie sein.
  2. Jeder Kaffee kostet 25 oder 30 Cent (Strichliste oder Barzahlung). Das Geld wird vom Vorstand der AG eingesammelt und verwaltet. 
  3. Kolleg/innen, die Kaffee oder Milch kaufen, werden direkt ausgezahlt.
  4. Der Vorstand zahlt Dividenden aus - entweder einmal jährlich oder wenn pro Aktie ein auszahlungswerter Betrag zusammengekommen ist.

Der Vorstand übernimmt auch anfallende Reparaturen und begleicht sie aus dem Einnahmentopf.

Selbstverständlich funktioniert das Konzept nur, wenn der Vorstand absolut vertrauenswürdig ist. Ein solcher Mann ist Helmut Diehl, der Erfinder des Konzepts.

Interview mit Helmut Diehl

Helmut Diehl, Lehrer an einem kaufmännischen Berufsschulzentrum, hat die Idee ersonnen und bereits zwei Mal erfolgreich umgesetzt.

Wie kam es zu der Idee, die Lehrerzimmerkaffeemaschine durch eine Aktiengesellschaft zu finanzieren?

Helmut Diehl: Viele mochten den Kaffee nicht mehr, der in den Filterkaffeemaschinen stundenlang herumstand. Ich hatte mir 1998 für zu Hause eine SAECO gekauft und wusste, dass die auch für das Lehrerzimmer ideal wäre. Von den VBR-Kollegen [Volkswirtschaft, Betriebswirtschaft, Rechnungswesen] hatte ich über Aktien als Mittel zur Kapitalbeschaffung gehört. Da kam ich auf die Idee, das für die Anschaffung einer Kaffeemaschine anzuwenden.

2. Wie wurde diese Idee von den Kolleg/innen aufgenommen?

Helmut Diehl: Nach dem Aushang des Vorschlags mit der Liste und des Werbezettels wurden die erforderlichen 60 Aktien zu je 20 DM sehr schnell gezeichnet. [Beispiel für Liste + Werbezettel siehe unten]

3. Wie viel Gewinn haben die Aktien in welcher Zeit abgeworfen?

Helmut Diehl: Aus dem Gewinn wurden Dividenden gezahlt, wenn 5 DM pro Aktie zusammengekommen waren. Nach zweieinhalb Jahren hatte jeder Aktionär seinen Einsatz komplett wieder, bis 2011 das Vierfache. Januar 2012 wurde die AG aufgelöst, weil die Maschine kaputt war.

Eine neue AG mit 60 Aktien u. 20 Euro wurde gegründet und eine robuste Maschine mit Gewerbezulassung wurde gekauft. Nach den guten Erfahrungen mit der ersten AG war es kein Problem, die Aktien bei den Kollegen abzusetzen.

4. Wie viel Aufwand steckt für Sie dahinter?

Helmut Diehl: Nicht sehr viel: regelmäßiges Leeren der Kasse, Geld an Kollegen auszahlen, Kaffee und Milch kaufen, Dividende auszahlen, Maschine zur Wartug und Reparatur bringen.

Vorlagen

A) Liste: Gründung einer Kaffeemaschinen-AG

Mit einer solchen Liste werden Aktionäre akquiriert. Dies ist die Liste der ersten KMAG (Kaffeemaschinen-AG) von 2001; euro-angepasster Text zum Kopieren direkt unter dem Bild.

Liste: Gründung der Kaffee-Maschinen-AG

Anschaffung einer SAECO-Kaffeemaschine

Vorschlag: Wir gründen eine Kaffee-Maschinen-AG (KMAG).

1. Interessenten tragen in untenstehende Liste ein, wie viele Aktien zu 20 Euro sie zeichnen wollen. Die KM kann angeschafft werden, wenn
mindestens 60 Aktien gezeichnet sind. Dann wird das Geld eingesammelt und die Maschine gekauft.

2. Die Tasse Kaffee kostet 0,30 Euro. Von den Einnahmen wird Kaffee gekauft, Rücklage für Reparatur gebildet und der Rest als Gewinn an die Aktionäre verteilt.

3. Wenn bis 25.6.2012 nicht genügend Aktien gezeichnet sind, wird das Projekt „Kaffeemaschine“ endgültig begraben.

NameAnzahl Aktien
  
 ....

B) Flugblatt KMAG

Um die Ziele und Kompetenz der Aktiengesellschaft transparent und öffentlich zu machen, bedarf es natürlich einer soliden Öffentlichkeitsarbeit. Das Flugblatt ist ebenfalls aus dem Jahr 2001. Euro-angepasster Text zum Kopieren direkt unter dem Bild.

Der Anlagetipp

Vergessen Sie niedrig verzinste Sparbücher, Festgeldkonten und riskante Geschäfte mit unausgereifter neuer Technologie.

Erfahrene Finanzexperten empfehlen jetzt die Zeichnung von KMAG-Aktien!

Gründe:

  1. Die Analysten schätzen die Gewinnerwartungen so hoch ein, dass mit einer Dividende von 20 bis 25 % gerechnet werden kann.
  2. Der niedrige Emissionskurs von 20 Euro und die begrenzte Zahl von 60 Aktien lässt bei den angestrebten Gewinnen eine deutliche Kurssteigerung erwarten.
  3. Die KMAG (Kaffee-Maschinen-AG der XY-Schule) ist ein grundsolides Unternehmen mit 100% Eigenkapitaldeckung, geführt von erfahrenen Wirtschaftlern und Mathematikern. Aufsichtsrat und Geschäftsführung arbeiten unentgeltlich.
    Bei der Aktionärsversammlung sind alle Aktionäre stimm- und redeberechtigt. (Keine Benachteiligung von Kleinaktionären!)

Auch für Nicht-Kaffeetrinker ist die KMAG-Aktie eine profitable und zukunftssichere Geldanlage. Wenn Sie bei der Pensionierung Ihre Aktien an junge Kollegen verkaufen, haben Sie die Finanzierung der Abschiedsfeier gesichert.

C) Aktie

Jede/r Aktionär/in erhält die bezahlte Anzahl an Aktien, nummeriert, mit Namen versehen und unterschrieben. Das könnte so aussehen:

Aktie Kaffeemaschinen-AG

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