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Lebensmittelkonzerne fummeln am Lehrplan

Aigner bringt McDonald’s in die Schule 13.03.2013, 20:23

Tablett mit McDonald's-Fast-Food
Bild: 3dman_eu / pixabay [CC0 (Public Domain)]

Verbraucherschutzministern Ilse Aigner (CSU) schleust Firmen wie McDonald's, Edeka und Metro in die Schulen, um dort "Ernährungsbildung" zu betreiben - Aigner selbst erwähnt als Teilnehmer nur Firmen wie die Caritas oder die Landfrauen. Foodwatch will diese Heuchelei gestoppt sehen.

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  • (geändert: )

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat es sich zum Ziel gesetzt, über Missstände in der Lebensmittelbranche aufzuklären und gräbt dabei allerhand Ekliges, Unmoralisches und Abartiges aus. Geschäftsführer Thilo Bode hat das Buch Die Essensfälscher geschrieben.

Die neueste Aktion richtet sich gegen das geplante "Bündnis für Verbraucherbildung", unterstützt von der Bundesministerin für Verbraucherschutz Ilse Aigner (CSU), die für Ihre Nähe zur Lebensmittelindustrie bekannt ist. In der Diskussion um die Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln hat sie die Öffentlichkeit systematisch belogen, um die Lebensmittelampel zu verhindern.

Nun plant Ilse Aigner mit ihren Freunden von der Lebensmittelindustrie einen neuen Coup: Sie unterstützt aktiv das "Bündnis für Verbraucherbildung", das dafür sorgen soll, dass Schüler/innen über "verantwortlichen Konsum" informiert werden. Ein wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die Ernährungsbildung. In einer Berliner Grundschule fiel der Startschuss, mit dabei war unter anderem Markus Mosa, Edeka-Chef und Vorstandsmitglied im Lobbyverein "Die Lebensmittelwirtschaft".

In Aigners Pressemeldung liest man dazu:

[Aigner: ]" [...] Verbraucherbildung muss möglichst einen festen Platz im Lehrplan erhalten. Dafür haben wir mit dem Bündnis jetzt einen neuen, starken Partner."

Das Bündnis Verbraucherbildung gewährleistet Neutralität
Das neu gegründete Bündnis Verbraucherbildung ist eine Initiative von über 60 Einrichtungen aus Verbraucherverbänden, Wissenschaft und Wirtschaft, dem zum Beispiel auch die Caritas, der Landfrauenverband, der Deutsche Mieterbund oder die Arbeiterwohlfahrt angehören.

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: Bündnis für Verbraucherbildung gestartet: BMELV unterstützt Einsatz für mehr Verbraucherkompetenz

Caritas, Landfrauenverband, Arbeiterwohlfahrt - das ist doch wirklich schön. Warum ist in der Pressemeldung kein Wort davon zu lesen, dass McDonald's, Edeka und Rewe mit im Boot sind?

Die foodwatch-Interpretation klingt entsprechend anders:

"Statt der zügellosen Werbemaschine für süßes und fettiges Kinder-Junkfood endlich Grenzen zu setzen, ebnet Frau Aigner McDonald's und Edeka den Weg in die staatlichen Schulen, um ihnen die 'Ernährungsbildung' schon von Grundschülern zu überlassen", kritisierte Wolfschmidt. Die Lebensmittelwirtschaft bringe Kinder bereits heutzutage ständig dazu, einen ungesunden Ernährungsstil zu lernen. "Mit dieser falschen 'Ernährungsbildung' sehen sich Eltern und Lehrer ständig konfrontiert."

tagesschau.de 12.03.2013: Foodwatch kritisiert Ministerin Aigner - Verbraucherbildung mit freundlicher Hilfe von McDonald's

Privatwirtschaftliches Marketing hat in Schulen nichts verloren. Dass die Verbraucherschutzministerin nun die Lebensmittellobby in die Schulen lotst, schlägt dem Fass den Boden aus.

Foodwatch hat am 13.03.2013 eine E-Mail-Aktion "McDonald's & Co raus aus den Schulen!" gestartet; schon am ersten Tag haben weit mehr als 10.000 Personen teilgenommen und Aigner eine Mail geschickt. Teilnehmen können Sie hier:

Foodwatch-E-Mail-Aktion: McDonald's & Co raus aus den Schulen!

Kind mit McDonald's-Schultüte steht für E-Mail-Aktion von Foodwatch

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Kommentare

7

Zum Artikel "Aigner bringt McDonald’s in die Schule".

  • #1

    Der Skandal liegt darin, dass den mitfinanzierenden Firmen die “böse Absicht” nicht nur unterstellt wird, sondern auch gleich im Vorhinein die befürchtete Negativwirkung als bereits geschehen unterstellt und auch, im gleichen Atemzug, ein(e) Schuldige(r) für Dinge proklamiert wird, die (noch) gar nicht geschehen sind. Die berechtigte Sorge, dass so etwas geschehen könnte, teile ich auch, nicht aber die Art und Weise ihres Ausdrucks. Das geht auch anders, z.B. als sachliche und konstruktive Darstellung.

    schrieb Gerhard K. Ullrich am

  • #2

    @#3, @#5

    Warum soll es dann schlecht sein, wenn Firmen, die Mitschuld an der verbreiteten Fehlernährung haben, die Aufklärung über richtiges Essverhalten mitfinanzieren?

    Das ist überhaupt nicht schlecht! Das Problem jedoch, dass die besagten Firmen möglicherweise gar nicht aufklären wollen, sondern dezent ihre Markennamen und Produkte platzieren. Dass sie das wollen, ist ja nachvollziehbar - der Skandal liegt jedoch darin, dass Aigner ihnen dabei hilft.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #3

    Möchte mich im Großen und Ganzen Josef H. anschließen. Noch eins: Die Zigarettenindustrie wurde und wird gezwungen, Werbung gegen ihre eigenen Produkte auf eigene Kosten auf jeder Packung anzubringen.
    Warum soll es dann schlecht sein, wenn Firmen, die Mitschuld an der verbreiteten Fehlernährung haben, die Aufklärung über richtiges Essverhalten mitfinanzieren? Auch an einer “vernünftigen” Zusammenstellung und Zubereitung menschlicher Nahrung ist richtig viel Geld zu verdienen. Muss alles, was jemand macht oder sagt, der eine andere politische, strategische oder ethische Meinung hat und/oder vertritt als der derzeitige Sprecher oder Schreiber, gleich von oben herab “abgekanzelt” werden? Ist unsere “Meinungsfreiheit” inzwischen zur “Einbahnstraße” geworden? Armes Deutschland, wenn auch Deine Lehrer nur noch ihre Meinung in vorauseilendem Gehorsam zum sogenannten “Zeitgeist” - und oft auch noch bar jeder Ahnung von Inhalt und Hintergründen - von sich geben!
    Frohe Ostern!

    schrieb Gerhard K. Ullrich am

  • #4

    +++ Liveticker: RTL 2 und Sixx erläutern ab dem 1. April den Kultusmininiterien in vierwöchigem Lehrgang, wie man heute Bildung praktiziert! +++

    schrieb Thomas Wilhelm am

  • #5

    Die Gutmenschen der Kommentare haben das Pech, dass es “Weltverbessererer” noch nicht als bezahlten Beruf gibt. Dafür wären sie geeignet. Für sonst leider nix. Ach, du liebe Güte, lasst euer moralinsaures Gesäusel, es ist die digitale Post nicht wert, die ihr für euren Schma..n verschickt.

    schrieb Josef H. am

  • #6

    ...wer würde wohl auf die Idee kommen etwa Philip Morris mit der Lungenkrebsprävention und der entsprechenden Aufklärung über die Gefahren des Rauchens zu beauftragen?

    schrieb Markus Stach am

  • #7

    Eine der Definitionen für Faschismus:
    Faschismus ist wenn Konzerne die Regierung übernehmen.

    Was findet hier wohl gerade statt? Die Regierung gibt ihr Hoheitsrecht auf die Bildungspolitik an die Lebensmittelkonzerne ab.

    Natürlich sind McDonalds, Coca Cola und Co. nicht an einer kritischen Auseinandersetzung mit ihren Produkten interessiert. Hier wird in Schulen aktiv für sie geworben um zukünftige Kunden zu gewinnen.

    Für mich steht schon lange fest: Aigner lebt im Rektum der Wirtschaft und erfüllt jede Definition von “Person, die sich von der Wirtschaft für unmoralische Dinge kaufen lässt” (von der Redaktion geändert, da im ursprünglichen Wortlaut beleidigend) . Die Frau verstößt klar gegen ihren Amtseid und sollte sofort aus der Politik entfernt werden. Hat die keine Doktorarbeit welche man auf Plagiate überprüfen könnte?

    schrieb Test89 am

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