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Unendlicher Reichtum?

Wie viel verdienen Lehrer/innen? 03.11.2006, 11:01

Die Massen toben, wenn es um das Gehalt von Lehrpersonen in Deutschland geht. Jeder hat nur eine diffuse Vorstellung davon, wie viel Lehrer/innen verdienen - aber es muss RICHTIG VIEL sein. Wie viel ist es wirklich?

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  • (geändert: )

Eine kurze und schöne Übersicht - wenn man mal von der Hals brechenden Ausrichtung der “Bundesbesoldungsordnung A” (pdf) ausgeht - über Lehrergehälter findet sich im Lehrerzimmer.

Ich möchte hierzu anmerken:

  1. Den Äußerungen Herrn Raus ist grundsätzlich zuzustimmen. Ich weiß aber nicht, ob Detailfragen (wie Leistungszulage und Anwärterbezüge (für Referendare)) für alle Bundesländer gleich sind.
  2. Die Lehrergehälter unterscheiden sich gnadenlos, wenn man in Beamte und Angestellte unterscheidet. Beamte bezahlen nämlich keine Sozialabgaben und kassieren so netto wesentlich mehr. Aus 3.000 brutto werden dann für einen Beamten knapp 2.300 netto - bei einem Lehrer im Angestelltenverhältnis dürfte es netto deutlich weniger sein (geschätzt 1.600 ohne Vergünstigungen wie Kinder usw.). Während in den westlichen Bundesländern großzügig (z.B. Baden-Württemberg) oder zumindest wohlwollend (z.B. Rheinland-Pfalz) verbeamtet wird, stellen die meisten östlichen Bundesländer inzwischen nur noch im Angestelltenverhältnis ein. Deshalb streiken Lehrerinnen eigentlich nur dort - denn als Beamte dürfen Lehrer/innen nicht streiken.
  3. Als LehrerIn hat man die Möglichkeit, sein Deputat jährlich festzulegen, wenn die Schulleitung und die Schulämter mitspielen (je nach Bundesland entsprechen 100% (=volles Deputat) 25-28 Unterrichtsstunden pro Woche, unterschieden nach der Schulform; an Gymnasien liegt die Maximalstundenzahl niedriger, an Grund- und Hauptschulen höher). Man kann also einfach mal ein paar Jahre lang 60% arbeiten und verdient dann eben weniger. Ideal, um Kinder zu generieren. Interessanterweise vermeiden viele Lehrer/innen diesen Weg und arbeiten stets voll.

Es gilt festzuhalten: Gerade verbeamtete LehrerInnen verdienen nicht schlecht, gemessen an vielen anderen Berufszweigen. Ein Kfz-Mechaniker verdiente 2006 12,45 Euro pro Stunde - das entspricht bei einer 38-Stunden-Woche einem Monatsgehalt von rund 1890 Euro brutto. Sie verdienen aber auch nicht so, dass die neidischen Massen mit den Fingern auf sie zeigen dürfte. Denn eine Lehrperson, die 100% arbeitet, arbeitet über das Jahr verteilt deutlich mehr als 38 Stunden die Woche.


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Kommentare

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Zum Artikel "Wie viel verdienen Lehrer/innen?".

  • #1

    Jungs, warum sollte man sich denn für ein Lehrergehalt verteidigen. Ich bin Lehrer, viele andere hier auch. Und ihr seid nur in der Defensive. Hört auf damit. Ich habe hier rein gar nichts zu verteidigen. Ihr wisst, wie ihr euch für das Referendariat den Arsch aufgerissen habt, eure Beziehung dadurch flöten gegangen ist und was weiß ich.
    Einige fordern 2000 - 2500 als Nettogehalt für Lehrer. Mit 6 Jahren Studium und 2 Jahren Referendariat. Ihr wisst doch selbst, dass das populistisches Geschwätz ist. Wenn Leute fordern, man solle doch bitte nicht mehr verdienen als jeder Fließbandarbeiter, braucht ihr doch gar nicht erst weiterdiskutieren.
    Das Lehrergehalt sagt viel über en Stellenwert von Bildung aus. Eines der besten Länder im OECD-Vergleich ist die Schweiz. Gleichzeitig verdient in der Schweiz jeder, der im Bereich “Erziehung und Unterricht” arbeitet, ca ein Drittel mehr als der Durchschnitt aller öffentlich und privaten Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten (Quelle: Statistische Erhebungen der OECD; Alternativ nach Artikel der “Welt” mit dem Titel “Lehrer müssen endlich ordentlich bezahlt werden” suchen).
    Wir haben kein Öl, wir haben kein Gold. Alles, was Deutschland hat, ist Bildung. Manche denken einfach nicht. Sie sind nicht intelligent genug. Sie sagen, Ärzte wären die wichtiger Personengruppe, denn sie retten Menschenleben. Nicht etwa Lehrer, obgleich sie ihre eigenen Kinder erziehen (im Jahr 2016 mittlerweile mehr als die Eltern es tun [können]), sie Fähig dazu machen, als mündige Bürger Führungspositionen einzunehmen - und hey - als Ärzte zu arbeiten.
    Es kommen Chemiker / Statistiker / Ingenieure und wollen euch etwas erzählen, wie wenig Lehrer arbeiten. Dass Leute, die Lehrer werden, keine Führungspersönlichkeiten wären. Ihr hört euch das an und verteidigt euch? Warum? Was macht einen Chemiker / Statistiker / Ingenieur kompetent dazu zu beurteilen, wie der Lehrberuf gestaltet ist? Sie wissen NICHTS. Sie glauben lediglich zu wissen, denn schließlich waren sie alle ja mal Schüler. Und da war die Schule ja um 1 aus. Logisch, dann ist die Arbeit für den Lehrer auch aus. Und in den Ferien macht der doch - ebenso wie die Schüler damals auch - keinen Finger krumm. Ist klar. Warum bei solchen “Argumenten” diskutieren? Das macht ihr doch in der 8. Klasse auch nicht, wenn in der Argumentation (also der Erörterung) Bullshit von ähnlicher “Qualität” geschrieben und euch vorgelegt wird.
    Erfolgreiche (aber nur erfolgreiche) Ingenieure in großen Betrieben, Chefärzte und einige andere mögen uns mal alle im Gehalt irgendwann überholen. Fakt ist aber, wir werden immer gehasst, einfach weil wir 1. Beamte sind und 2. mal ne fette Pension haben. Und zweitens ist auch der Grund, warum ich auch auf die 108.000 Bruttogehalt meines Kumpels im Sportverein nicht traurig ist, der mal in Venezuela Flugzeugbau studiert hat, mit 20 fertig war, weil dort das Studium so früh beginnt und sich mit 35 schon hochgearbeitet hat. Der Grund ist, weil ich ihn im Ruhestand dann ja doch noch einhole. So what? Warum sollte er - hier provoziere ich mal umgekehrt - auch mehr haben als ich, der ich Erfolgsfaktor für Deutschlands wirtschaftliche Zukunft bin? Ein Ingenieur, der Autos baut, erfüllt doch nur den Konsumtrieb. Das ist ebenso wenig wichtiger als ein Lehrer wie es ein Elektrotechniker oder ein Wirtschaftsinformatiker ist. Und schon gar nicht ein BWLer, die heute aufgrund der bloßen Zahl sowie aufgrund der Studieninhalte im Bachelor-Studiengang nichts mehr weiter sind als Edel-Kassierer / Edel-Einzelhandelskaufmann.

    schrieb Smack0r am

  • #2

    Der Vorteil des Lehrerberufes sind die vielen Urlaubstage und die wenigen Abzüge, als “Beamter”, der die gleiche Tätigkeit wie ein Angestellter ausübt. :)
    2 Klassengesellschaft und dies im “Sozialen Dienst!” :) Sehr zeitgemäß.

    schrieb Sofia am

  • #3

    Ich hatte das Glück in einem Krankenhaus in einer Stelle arbeiten zu dürfen, in der ich alle Gehälter der Ärzte einsehen konnte. Deshalb: Ja als Anfänger im ersten Monat verdient man tatsächlich nicht mehr als 2400€ netto. Das kriegt auch der Lehrer nach dem Referendariat, wenn er Glück hat. Jetzt aber der Hammer bei den Ärzten (die genau so lange wie Lehrer studieren): nach ein, zwei Jahren sind das 3000 netto. Nach ca 6 Jahren sind es 5000 netto. Nach rund 10 Jahren sind es 7-8000 € netto. Soweit ich weis kann ein Schuldirektor nicht mal mit 7000 € brutto rechnen.
    Dementsprechend ist das Argument der 2000€ hinfällig. Außerdem ist so mancher Arzt in einer Praxis nach einigen Jahren weit über den 10K Netto, wie ich aufgrund von Abrechnungen sehen konnte.
    ps.: sollte nun das “Aber wir sind Doktor”-Argument fallen: Dr. med. meine Freunde - nicht Dr. rer.nat. etc.
    Und sollte nun kommen “aber Medizin ist viel schwerer” - ja, evtl. schwerer als manche Fächer. Aber bei den Naturwissenschaften denke ich ist das wohl ein Schuss ins eigene Bein, da ich schon so manchen Medizin-Studenten über das bisschen Biochemie jammern hörte.

    Nichts desto trotz muss ich sagen: Ärzte sind nicht überbezahlt. Wenn ich mir anschaue wie manche halbtot aus den Stationen kriechen muss ich sagen: Ärzte bekommen das richtige Gehalt für zu viel Arbeit. Lehrer allerdings bekommen zu wenig Gehalt für zu viel Arbeit.

    schrieb Peter am

  • #4

    Jetzt möchte ich doch noch etwas ergänzen - könnte vielleicht für manche von Euch interessant werden. Wenn Euch die Gedanken meines obigen Beitrags gefallen haben und Ihr an einer Hilfestellung interessiert seid, dann geht doch mal auf http://www.lehrer-handbuch.de.

    Wolfi

    schrieb Wolfi am

  • #5

    Bisher haben wir ganz viel über die (in der Tat wichtige) materielle Seite des Lehrerdaseins gehört. Für die Berufswahl spielt dieser finanzielle Aspekt neben dem Interesse für bestimmte Fächer oder auch der Gedanke, nach dem Unterricht am Vormittag alle weiteren dienstlichen Verpflichtungen in eigener freier Regie erledigen zu können zweifellos eine wichtige Rolle. Damit wir das alles zusammengenommen aber auch wirklich genießen können, möchte ich mal einen weiteren Aspekt reinbringen.
    Wer bei seiner Berufswahl Lehrfach noch einigermaßen unentschlossen sein sollte und sich sagt, ehe ich Taxi fahre, mach’ ich Lehrerin oder Lehrer, dabei verdiene ich nicht schlecht, habe einen sicheren Arbeitsplatz, ‘ne Menge täglichen Freiraum und die Ferien …,  sollte sich vielleicht überlegen, ob sie/er damit schon am Ende der Fahnenstange der Motivation angekommen ist. Wenn ja, solltet Ihr vorläufig Abstand von Eurem Vorhaben nehmen! Wenn Ihr „Nein, noch lange nicht!“ sagt, und dabei an Fächer denkt, die Euch besonders am Herzen liegen und schon gespannt seid, wie man Wissen methodisch und didaktisch „rüberbringt“, dann habt Ihr schon bessere Karten, im Beruf zu bestehen. Aber – das wird auch nicht reichen! Ihr werdet vielleicht denken, ich solle einmal „die Kirche im Dorf lassen“ und doch, glaubt mir, wir müssen deutlich mehr in unserem pädagogischen Koffer dabei haben.
    Was vielleicht nicht so bekannt ist - es feiern im PISA-Musterland Finnland jedes Jahr eine bestimmte Gruppe von Studienanfängern große Partys. Die Glücklichen sind das letzte Drittel aller Bewerberinnen und Bewerber für das Lehramt, die vor dem Studienbeginn einen Eignungstest bestanden haben. Dabei geht es nicht in erster Linie um entsprechende Abiturnoten oder vorhandenes Fachwissen, sondern um erfassbare menschliche, emotionale und soziale Kompetenzen. Wenn Ihr sich nun sagt, dass Ihr an Letzteres noch garnicht so recht gedacht habt, Euch aber doch sicher sind, dass Ihre auf diesen Feldern durchaus Kompetenzen besitzt, wärt Ihr auf einem tollen Weg!
    Ziel dieses Weges könnte sein, Begleiter junger Menschen zu werden, denen Ihr über den persönlichen Umgang miteinander oder bestimmte Inhalte bei der gemeinsamen Arbeit im Unterricht Perspektiven für ein Leben eröffnen könnt, in dem der Versuch gewagt wird, seinen kleinen aber feinen Beitrag zum Erhalt der Schöpfung leisten und zu einem fairen Miteinander im Kleinen wie im globalen Großen zu gelangen . Und Ihr dürft sich jetzt schon freuen, welche Kräfte dabei in Euch selbst frei werden – Burnout ade!

    Alles Gute!

    Wolfi

    schrieb Wolfi am

  • #6

    @Klaus

    Danke für die Info, das war mir völlig unbekannt. Da gibt es ja noch größere Unterschiede zwischen den Ländern als mir bewusst war.

    schrieb Schulmeister am

  • #7

    @Schulmeister

    So einfach kann man das nicht sagen. Nicht alle Fachobleute sind Studiendirektoren, das trifft auch auf alle Koordinatoren zu, aber alle haben eine Option darauf. Es gibt bayernweit vielleicht 3000 A15 Stellen im Haushalt für Fachobleute (hier nennt man sie Fachbetreuer) aber es gibt ca 6000 Funktionsinhaber d.h. bei mittlerer Beurteilung (alle Lehrer und Schulleiter werden in einem Turnus von 4 Jahren beurteilt) und hoher Wertigkeit der Funktion (hohe Wertigekit z.B. 1 für Koordinatoren in der Schulleitung, 2 bei Kernfächern, die über 70 Std./ Woche an der Schule unterrichtet werden usw.) liegt die Wartezeit bei ca. 10 Jahren nach der Beförderung nach A14. Die A15-Stellen werden bayernweit “verwaltet”, d.h. je nach Konstelllation im Kollegium können in einer Schule 35% in A15 sein, an einer anderen jedoch nur 10%. Insgesamt sind etwa 20% der Stellen an Gymnasien in A15 ausgewiesen.
    Bei mir traf das mit 37 zu. Vorrausichltich mit 47 werde ich dann tatsächlich nach A15 bezahlt. Das System hat Vor- und Nachteile. Es kommen mehr Kollegen zum Zug, dafür aber für eine kürzere Zeit. Von mir aus kann man die Anzahl der Funktionen gerne kürzen und damit die Wartezeit verringern, die Verbände finden es jedoch besser, wenn möglichst viele bei Laune gehalten werden.

    schrieb klaus am

  • #8

    Dann sind alle Fachobleute Studiendirektoren? In dem Fall wäre ich lieber Fachobmann als Koordinator.

    schrieb Schulmeister am

  • #9

    @Schulmeister

    ...traurig aber wahr! Dabei geht es mir primär nicht um die Tatsache, dass es für eine Fachobschaft kein A14 gibt, sondern viel mehr darum, dass eine gute fachliche Arbeit immer mehr an Wert verliert. So gibt es bereits Lehrstühle der Didaktik, bei denen der Lehrstuhlinhaber das Fach nicht studiert hat. Natürlich sind Methoden und Kompetenzen wichtig, diese können aber nur auf einem soliden Fachunterricht aufbauen. Sonst wackelt der Schwanz doch mit dem Hund. In Bayern sind Fachobschaften i.d.R.. noch mit A15 bewertet, wahrscheinlich nicht mehr lange ...

    schrieb klaus am

  • #10

    @anwaerter

    Nachtrag zu A14: Für einen solchen Posten reicht zumindest in Niedersachsen keine Fachobschaft mehr aus, dafür ist man “Inklusionsbeauftragter”, oder “Ganztagsschulbeauftragter” oder “Qualitätsmanagementbeauftragter oder “Förderkonzeptbeauftragter” oder “Methodenkonzeptbeauftragter”...

    schrieb Schulmeister am

  • #11

    @Schulmeister,
    vielen Dank. Das deckt sich im Weitesten mit den Ergebnissen der Gespräch mit Kommilitonen. Die Ausführungen zur Höhergruppierung sind allerdings sehr interessant - das habe ich so komprimiert noch nicht gehört. Vielen Dank!

    schrieb anwaerter am

  • #12

    @Anwärter

    Mit 29 Jahren ist man in Stufe 5, mit 32 in 6, 35 in 7, 38 in 8, 41 in 9, 45 in 10, 49 in 11 und 54 in 12.

    Da es in den meisten Ländern keine Regelbeförderung auf 14 gibt, musst Du dafür eine Funktionsstelle übernehmen. A15 wäre dann bereits ein Posten in der Schulleitung, A15Z ist der Stellvertreter und A16 der Schulleiter.

    A14 kann man in jungen Jahren erreichen, da die Extra-Arbeit ja nicht viele machen wollen. Auch die Posten in der Schulleitung sind nicht mehr so begehrt, weil die Mehrarbeit schon enorm ist. Ich hatte beispielsweise auch Glück und habe mit 32 den Dienstposten eines Studiendirektors (A15) übernommen und seit ich 34 bin bekomme ich auch das Geld. Also, alles ist möglich!

    schrieb Schulmeister am

  • #13

    hm, seit November keine Antworten mehr. Da kommt wohl auch nix mehr, schade, aber na ja, einen Versuch wars wert…

    schrieb anwaerter am

  • #14

    Das stimmt, nur sind die Aussagen leider immer sehr unterschiedlich und ich wollte mich über dieses Forum bei besser informierten “bereits Arbeitenden” erkundigen. Ich freue mich trotzdem auf Antworten.

    schrieb anwaerter am

  • #15

    @Hugo
    Fünf Euro Steigerung pro Jahr sind ca. 0,2 % mehr!

    @anwaerter
    Es hängt vom Bundesland ab, wie Sie eingruppiert werden. Aber, was mich wundert, diese Themen werden doch im Hauptseminar in jeder Kaffeepause intensiv besprochen:
    a) mit welcher Wahrscheinlichkeit bekomme ich eine Planstelle?
    b) wie werde ich dann eingruppiert?
    c) wie sieht es aus, wenn ich in ein anderes Bundesland wechsle?
    Gruß
    Claus

    schrieb Claus Fischer am

  • #16

    Noch eine weitere Frage: wenn ich nach dem Ref. eine reguläre Stelle antrete: in welcher Entwicklungsstufe werde ich eingruppiert. Als Gym.-Lehrerin in 13/4 als niedrigste Stufe oder bereits in 13/5, da das Referendariat angerechnet wird? Gibt es dann im weiteren Verlauf die Möglichkeit auf 14, oder ist das nur in Ausnahmefällen möglich?

    schrieb anwaerter am

  • #17

    Die von mir angegebene Preissteigerung trifft aber zu, auch wenn die Inflationsrate tatsächlich höher liegt…

    schrieb Schulmeister am

  • #18

    @anwaerter
    Manchmal frage ich mich, ob die Forenteilnehmer einfach nur die anderen Foristi verarschen wollen. 4 - 5 Euro pro Jahr mehr, das sind ca. 2 %, und das ist, bei unser jetzigen - von den Statistikern des Statistischen Bundesamtes verschleierten wirklichen Inflationsrate,weit entfernt!!!!!!

    Im Augenblick sieht es so aus, das die Beiträge der Privatversicherten in den nächsten Jahren wohl extrem steigen werden.
    Hintergrund: Früher war es ein Vorteil, “privatversichert” zu sein,
    denn damit verbunden war eine geringere Wartezeiten und eine bessere Behandlung.
    Heute versuchen Ärzte und leider auch Krankenhäuser, sich über
    die Privatversicherten die erwünschten Einnahmen zu beschaffen.
    Wer da keine Zweitmeinung von einem Arzt einholt, der an dieser Operation nichts verdient, ist nur zu bedauern!

    Gruß
    Hugo

    schrieb Hugo Schuster am

  • #19

    Vielen Dank für die Hinweise. Das ist für mich sehr hilfreich. Aus einem Beitrag habe ich herausgelesen, dass die Beträge jährlich steigen (190 auf 214 in 6 Jahren). Ist das der standardmäßige Erhöhungsbetrag (ca. 4-5- Euro pro Jahr) mit dem man weiterhin rechnen muss?

    schrieb anwaerter am

  • #20

    @anwaerter
    Ich glaube nicht, dass Dich irgendwelche Versicherungen hierbei richtig beraten können. Höre Dich in einem Lehrerkollegium um,
    manche Versicherungen sind etwas preiswerter, zicken aber furchtbar herum, selbst wenn Du, was bei mir der Fall war,
    mindestens 5 Jahre überhaupt keine Leistungen in Anspruch genommen hattest. Auch ein günstiger Beitrag in jungen Jahren sollte nicht unbedingt entscheidend sein. Beachte, dass das Eintrittsalter für die Beitragsberechnung herangezogen wird, ein späterer Wechsel ist deshalb nahezu ausgeschlossen.
    Bei meiner Frau gab es keine Probleme, als sämtliche Amalgamfüllungen durch Goldinlays ersetzt wurden, ein Kollege musste das bei seiner “Gartenzwerg-Versicherung” auf mehrere Jahre strecken.

    schrieb Hugo Schuster am

  • #21

    @anwärter

    Ich habe zum Einstieg (29 J.) 190 Euro bezahlt. Mittlerweile sind es 214 Euro (35 J.) bei der Debeka, wobei da schon ein paar “Extras” drin sind. Ich glaube die Absicherung “Spartakus” würde ca. 150 Euro kosten…

    schrieb Schulmeister am

  • #22

    @anwaerter
    Hierbei triffst Du eine Entscheidung, die für Dein ganzes Leben bindend ist. Meine Frau ist bei der Versicherung D und ich bei der B. Ich hatte mich damals gegen die D entschieden, weil nach dem Abschluss meines Studiums eine für mich äußerst unsympathische Versicherungsagentin bei mir erschienen ist, die in jeder Hinsicht unprofessionell auftrat. Am meisten ärgerte es mich, weil sie mir nicht erklären wollte, woher sie meine Adresse hatte.

    Nebenbei bemerkt, die ganzen Testberichte zum Thema Versicherungen sind echt ein Witz. Spätestens, liebe Kollegen, wenn Ihr einen Unfall habt, und es kommt ein Schreiben, in dem die 10 Rechtschreibfehler das geringste Problem sind, dann
    habt Ihr begriffen, dass die Ersparnis von 40 Euro pro Jahr besser an einer anderen Stelle gespart worden wären! Ich habe vor einem Jahr eine Reiserücktrittsversicherung beim Testsieger der Zeitschrift O. abgeschlossen. Zuerst wurde der Beitrag monatelang nicht abgebucht, nach mehreren erfolglosen Anrufen und E-Mails dann endlich kurz vor der Reise dann doppelt. Wenn wirklich im Ausland etwas passiert wäre, dann “Gute Nacht!” Der Saftladen ist telefonisch so gut wie überhaupt nicht erreichbar!
    Meine E-Mails wurden im Haus hin und her geschickt und dann an mich mit den ganzen albernen Kommentaren wieder zurückgesandt!

    schrieb Claus Fischer am

  • #23

    @anwaerter

    Die Höhe der Beiträge ist bei den Versicherungsgesellschaften recht unterschiedlich.

    `Standard-Versicherungen`(Mittelmaß) kannst du, soweit ich weiß, nicht wählen. Es ist ohnehin Mittelmaß. Die PKVen haben in aller Regel Beamtentarife, die ja auch einigermaßen zur Beihilfe passen müssen. Du solltest dich erkundigen, aber ein ganzes Portfolio an Tarifen gibt es für Beamte nicht. Meine Versicherung (Continentale) hat einen einzigen Beamtentarif. Das war´s. Ich wollte damals gerne für´s KH die 1. Klasse versichern, aber das ging nicht, weil die Beihilfe auch keine 1. Klasse bezahlt. Ich glaube, dass das keine Ausnahme ist.
    Ich musste bei der Conti bleiben, weil ich wegen meiner schon vorher erworbenen Altersrückstellungen bei einer anderen Versicherung viel höhere Beiträge hätte zahlen müsse.

    Du solltest dich ganz individuell von verschiedenen Versicherungen beraten lassen und dann wählen. Viele sind bei z.B. der DBK.
    Ich würde auch nicht ausschließlich danach gehen, was die dir für einen Betrag anbieten, sondern mir auch die Preisentwicklung der entsprechenden Versicherung gehen und nach den Leistungen (bietet der Versicherer eine Beitragsrückerstattung an?) Aber hör dich auf jeden Fall im Kollegium um, mit welcher Versicherung die Kollegen gute oder schlechte Erfahrungen haben.
    Die Continentale gehört z.B. nicht gerade zu den günstigeren Versicherungen, aber ich finde sie wirklich richtig gut. Die bezahlen extrem schnell und haben noch nie gezickt.

    150 € in deinem Alter könnte realistisch sein. Ich weiß es nicht genau. Ich bezahle für mich (w.48) und meine Tochter (19) 354 €. Ob dir diese Info weiter hilft, weiß ich allerdings auch nicht.

    schrieb Schülerfreund am

  • #24

    Lass dir das von einem Versicherungstypen ausrechnen, es gibt einige Parameter, die den monatlichen PKV-Beitrag stark beeinflussen, u.a. auch die Krankenversicherung. Unter 200 wirst du gerade als Frau definitiv nicht hinkommen. Aber ab nächstes Jahr gibt es die Unisex-Tarife, das heißt: Frauen billiger, Männer teurer.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #25

    Um zu eigentliche Thema zurückzukommen: wenn ich am Schuljahresende mein Ref. abgeschlossen habe und eine Planstelle ergattern sollte, ist mir mein Brutto-Gehalt klar (Tabelle), netto kann ich auch ausrechnen lassen, aber wieviel muss ich an Beiträgen für meine PKV in etwa einplanen, wenn ich von einer “Standard-Versicherung” (Mittelmaß) ausgehe. Ich bin weiblich und 29 Jahre alt. Gibt es hierzu irgendwelche groben Angaben. Ich rechne mit ca. 150 Euro pro Monat. Ist das realistisch? Danke im Voraus für einige Hinweise.

    schrieb anwaerter am

  • #26

    @Angestellter,

    der sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer muss seine Rentenvorsorge aus seinem Bruttoeinkommen bestreiten. In der von Ihnen genannten Einkommensklasse von 60 - 70 k€ reduziert sich die Steuerlast wegen der Progression. Sozialabgaben spart er jedoch kaum,  da er oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen liegen müßte.

    In der Rentenphase zahlt dieselbe Person auf die Mehreinkünfte einerseits zusätzliche Steuern, die progressionsbedingt zwar niedriger ausfallen als die Einsparungen während der Beschäftigungsphase. Allerdings werden auf die Betriebsrente Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in voller Höhe erhoben.  Für Arbeitnehmer in dieser Einkommensklasse ist die Entgeltumwandlung kein wirklicher Vorteil! Ich würde darauf verzichten.

    schrieb Schumi am

  • #27

    @Mister M.
    Auch der Beamte kann Altersvorsorge steuerlich absetzen. Schauen Sie beispielsweise hier: http://www.richterversorgung.de/
    Natürliche gibt es für Beamte keine betriebliche Altersvorsorge. (Die ist ja aber sozusagen ohne zusätzliche Zahlungen im Beamtenstatus schon enthalten: Erstzen Sie Betrieb durch Staat und Rente durch Pension). Das ist aber auch nur insofern interessant, wenn man Sozialabgaben spart und/oder der Steuersatz bei Rentenzahlung niedriger ist.
    Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Einzahlunen Hartz4-sicher sind -  das dürfte Beamte allerdings kaum interessieren.
    Bei der privaten Rentenvorsorge zahlt man aus seinem Nettoverdienst, muss aber bei der Auszahlung auch nur den Gewinn versteuern und das bei teilweise verminderten Steuersätzen (siehe Link).
    Im Übrigen denke ich, dass eine Diskussion über zu geringe Rentenansprüche bei Beamten schon fast lächerlich ist. Ich glaube, da geben mir aber auch alle Lehrer recht.
    Um den gleichen Rentenanspruch zu haben, muss ein normaler Angestellter mit 60-70 k€ pro Jahr etwa 5000€ über 35 Jahre von seinem Nettoverdienst aufwenden.

    schrieb Angestellter am

  • #28

    @Angestellter:
    Sie haben meinen Post nicht richtig gelesen. Der Angestellte mit Betriebsrente kann “zweimal”  Steuern “sparen”, nämlich bei der Betriebsrenteneinzahlung und beim Riestern. Der Beamte nur einmal, nämlich beim Riestern.

    schrieb Mister M. am

  • #29

    @Mister M.
    Vielleicht sollten Sie sich neben ihren fachlichen Bereichen mal ein wenig mit Finanzen beschäftigen, falls Sie mal Ferien haben.
    Wieso zahlen Sie denn bitteschön zweimal Steuern?
    Sie können Riestern. Wird gefördert. Auch steuerlich.
    Falls Sie eine private Rentenversicherung abschliessen, dann können Sie das natürlich von der Steuer absetzen. Sie müssen dann allerdings die Auszahlung versteuern. Sozialleistungen sparen Sie nicht-die zahlen Sie ja aber auch nicht.
    Lohnen tut sich das für Lehrer vermutlich nicht, da die Rentenbezüge ja nur wenig unter den Dienstbezügen liegen.
    Grundsätzlich können Sie die gleichen steuerlichen Vergünstigungen nutzen, die auch ein Angestellter hat.

    schrieb Angestellter am

  • #30

    @Angestellter:
    Zitat: “Aber jeder Lehrer hat ja auch die Möglichkeit,  privat vorzusorgen.”

    Tja, aber dann leider ohne Steuerprivileg, d.h. der verbeamtete Lehrer zahlt im Gegensatz zum Angestellten mit Betriebsrente gleich zweimal Steuern: Beim Ansparen aus dem versteuerten Netto und dann bei der Auszahlung im Rentenalter. Klare Benachteiligung der Beamten.

    Es gibt zwar die Riester-Förderung, aber die darf der Angestellte auch nutzen. Zusätzlich.

    schrieb Mister M. am

  • #31

    @#919
    Das kann man schlecht sagen. Bei meiner Betriebsrente sind das pro 10000€ angespartes Kapital 38 € pro Monat. Allerdings muss man das Geld ja selber einbezahlen. Ist allerdings steuerfrei, also muss man für 224€ pro Monat 126€ netto einbezahlen, bekommt, nach 35 Jahren dafür eine Garantierente von 450€, die allerdings versteuert werden muss.
    Firmen, die den Rentenbeitrag komplett übernehmen sind sehr selten.
    Aber jeder Lehrer hat ja auch die Möglichkeit,  privat vorzusorgen.

    schrieb Angestellter am

  • #32

    @Alex Betriebsrente: keine Ahnung, wie hoch die ausfällt, aber mich würde es schon interessieren. Haben Sie konkrete Zahlen?

    schrieb Abermann am

  • #33

    Mr. M.

    wie hoch schätzen Sie denn die Betriebsrentenansprüche des germanischen Hochleistungsingenieur?

    schrieb alex am

  • #34

    @ all:
    Seit über 10 Jahren unterrichte ich an einem Gymnasium M/PH/ Inf / Robotik. Darüber hinaus biete ich regelmäßig halbjährige Kurse zur Berufsorientierung für die Schüler der Oberstufe an.  Aus meinem Bekanntenkreis (Sachbearbeiter- Teamleiter- Abteilungsleiter – QM-Stabs-Verantwortlicher usw.) und der Zusammenarbeit mit verschiedenen Firmen konnte ich auch einen Einblick in das Berufsleben von Ingenieuren gewinnen.  Da pauschale Aussagen wie z.B. Lehrer verdienen mehr als… nicht wirklich zielführend sind, versuche ich ein paar Fakten zusammenzutragen:
    Sowohl Ingenieure als auch Lehrer gehören in D zweifelsohne zu den Berufsgruppen, die ein gutes Einkommen haben, im Einzelnen sind jedoch viele Unterschiede gegeben:
    Ingenieure:
    Das Durchschnittseinkommen liegt im Westen bei 4800€/ Monat im Osten bei 4000€/ Monat. (http://www.boeckler.de/impuls_2011_04_7.pdf). Eine wesentliche Rolle spielen allerdings folgende Faktoren: (http://www.lohnspiegel.de/dateien/wsimit_2011_01_LohnSpiegel_Ingenieure.pdf)
    - Tarifbindung (allgemein: alte BL: ca. 20% ohne Tarifbindung/  neue BL ca. 25% ohne Tarifvertrag)
    - Betriebsgröße
    - Betriebszugehörigkeit
    - Personalverantwortung
    - Hochschulabschluss
    Mit der Übernahme von Vorgesetztenpositionen steigt das Einkommen signifikant an (z.B. Maschinenbau 20%). Bei Großunternehmen wird hier in der Regel ein außertariflicher Vertrag mit einem Einkommen von über 80000€/ Jahr (höchste Tarifstufe + X) und entsprechenden – nicht zu unterschätzenden – Verpflichtungen angeboten. Hier scheint ein wesentlicher Unterschied zum Lehrerberuf zu sein: Die Leistung und die Vorgesetztentätigkeit korreliert deutlich stärker mit dem Einkommen.

    Lehrer:
    Das Durchschnittseinkommen von Lehrern kann nicht ohne weiteres angegeben werden, da es von folgenden Faktoren abhängt:
    - Angestellter oder Beamter
    - Grundschule/Sekundarstufe I/ Sekundarstufe II
    - Bundesland
    Extrem- Bsp. (jeweils Steuerklasse III)
    - Angestellter Lehrer EG12/1 (Berufsanfänger)            Brutto: 2857.79 €    Netto: 1995.88 €
    - Beamteter Gymnasiallehrer A15/12(Studiendirektor + 3 Kinder)
        Brutto: 6053.56 €    Netto: 4500 €
    Offensichtlich ist auch, dass der Arbeitseinsatz von Lehrern sehr stark auseinander driftet (35 – 55 Stunden/ Woche unter Berücksichtigung der Ferien). Da gibt es sicherlich einige die „über-“ und andere die „unter-“ bezahlt werden. Mit einer „Dienst-nach-Vorschrift“-Einstellung kommt man auf ein durchaus ordentliches Einkommen (z.B. Gymnasiallehrer in Bayern nach A14). Dafür wir so manch ehrenwerter Einsatz nicht honoriert. Vor allem bei Beamten ist noch mit einer guten Altersvorsorge zu rechnen.
    Obwohl die finanziellen und sonstige Rahmenbedingungen (Ferien, relativ freie Einteilung der Arbeitszeit) bei beamteten Lehrern sicherlich gut sind, wird der Beruf gerade auch für junge Männer immer unattraktiver (1/3 Männer 2/3 Frauen). Dies könnte vor allem an folgenden Punkten liegen:
    - z.T. unwürdige Arbeitsbedingungen (50 Stühle für 100 Lehrer im Lehrerzimmer, Arbeitsmaterialien wie PC, Stifte, Bücher, Folien müssen selber besorgt und gewartet werden, Fortbildungen und Unterkünfte bei Klassenfahrten selber bezahlen)
    - zunehmende Arbeitsbelastung durch Lärm, soziale Härtefälle und Zusatzaufgaben
    - Image und Neid in der Bevölkerung
    - vermehrte Nullrunden (http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/entwicklung1/)

    Persönliches Fazit:
    Hab ich zu Beginn meines Berufslebens noch neidisch auf die Möglichkeiten von Ingenieuren geschaut, so bin ich heute als Vater von 4 Kleinkindern mit dem Lehrerberuf sehr zufrieden. Man sollte den Lehrerberuf jedoch nur ergreifen, wenn einem das Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen Spaß macht. Dies ist eine echte Herausforderung und kann durchaus Spaß und Freude bereiten. Das Erlebnis z.B. mit einem „Diabetes-Schüler“ auf 2800 m mit Ski zu stehen und seine Freude zu erleben, kann nicht in Euro und Cent wiedergegeben+ werden. Das gute Einkommen und die familienfreundlichen Rahmenbedingungen sind ein tolle Zugabe, wenn man aber wegen des Geldes oder der Ferien Lehrer wird, könnte man unglücklich bleiben. Es ist mir auch durchaus bewusst, dass ich die Erwartungen, die z.B. an „ AT´s“ gestellt werden zur Zeit nicht erfüllen kann und möchte, daher gönne ich auch jedem Ingenieur das z. T. deutlich höhere Einkommen (dafür sehe ich meine Kinder und meine Frau mich auch öfters).

    schrieb klaus am

  • #35

    “Ortszuschlag” ist in der Tat ein nettes Stichwort. Den gibt es in NRW nämlich nicht mehr. Seit ich im Dienst bin (1998) hab ich von etwas, das sich Ortszuschlag nie auf einer Bezügemitteilung bemerkt. Ich hörte allerdings auch mal davon und erfuhr, dass das ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten ist.

    schrieb Schülerfreund am

  • #36

    @ Mister M.

    Können Sie nicht mal bei den Fakten bleiben? Wir haben hier inBeitrag #899 ja einen Verweis auf den Tarif. Dies wurde aber leider völlig falsch ausgelegt. Dabei wurde allerings nicht das Durchschnittsgehalt angegeben, vermutlich, weil es zu niedrig war und nicht in die Argumentationskette passte. Das liegt bei 4150€.
    Und der Verweis auf gutbezahlte Stellen in Süddeutschland zeigt ja lediglich auf, dass Sie anscheinend nicht oft mit Statistiken arbeiten müssen.
    Ebenso wissen Sie, dass Tarife beiweitem nicht überall bezahlt werden, sondern oft nur bei wirklich großen Firmen. Das können sich viele Firmen nämlich nicht leisten. Klar, der Staat kann das, egal wie pleite er ist.
    Dass in teuren Städten sicher andere Gehälter gezahlt werden als auf dem Land, das steht ganz ausser Frage.
    Für Sie als Stichwort: Ortszuschlag!

    schrieb Angestellter am

  • #37

    @Mister M.
    Das ist mir schon klar. Wie ich oben schon schrieb: Nichts ist schwerer zu zertrümmern als ein Vorurteil. Und dass sich auch in den Schulen in den letzten 30 Jahren etwas geändert hat, will eh keiner wahrhaben.

    schrieb GriasDi am

  • #38

    @GriasDi:
    Bei solchen Studien kommt doch sofort das “Gegenargument”, dass die Zahlen für Lehrer nicht glaubwürdig seien, da diese ihre häusliche Arbeitszeiten selbst protokolliert hätten, es sich also um subjektive Zahlen handelt.

    Seltsamerweise gehen dieselbe Kritiker dann davon aus, dass bei den Ärzten und Architekten (vorwiegend Freiberufler!) jemand neben dem Schreibtisch gestanden hätte und mitgestoppt hätte. Wer’s glaubt…

    schrieb Mister M. am

  • #39

    Habe einen Interessanten Artikel in der Zeit gefunden:

    http://www.zeit.de/2009/24/C-Lehrermythen/seite-1

    “Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2006 ermittelte für Gymnasiallehrer eine durchschnittliche Jahresarbeitszeit von 2092 Stunden. Auch Lehrer anderer Schulformen erreichten ungefähr diesen Wert. Der Vergleich mit anderen Berufsgruppen zeigt, dass zum Beispiel Ärzte mit 2102 Arbeitsstunden pro Jahr unwesentlich mehr arbeiten als Lehrer. Architekten und Ingenieure liegen bei 2081 beziehungsweise 2037 Stunden – Journalisten und Publizisten bei 1987 Stunden. “

    Darüber sollte einmal nachgedacht werden.

    schrieb GriasDi am

  • #40

    @#910:
    Wen interessieren schon Fakten, wenn es um Lehrer geht???

    Und: Vergleichsmaßstab für die Lehrergehälter in Deutschland ist doch nicht der festangestallte, mit einer Betriebsrente ausgestattete Ingenieur in einem Metall-Betrieb, sondern der unterbezahlte, per Zeitvertrag ausgestattet Ingenieur bei einem Ingenieurdienstleister, der zu unflexibel ist, sich eine gute Stelle in Süddeutschland zu suchen. Oder die Verkäuferin von nebenan. Je nach Blickwinkel…

    schrieb Mister M. am

  • #41

    Komisch nur, dass das Internet sagt, dass LK in der Schweiz ca. 100.000 Franken verdienen (Minimum), was aber immer noch 1/3 weniger als der Ingenieur wäre, aber das ist in BRD dann ähnlich.

    schrieb @ SCHWEIZER am

  • #42

    Ich finde es sehr interessant, diese Diskussion zu verfolgen. Sofern ich den Ausführungen folgen kann, scheint es ja tatsächlich so zu sein, dass Lehrer- und Ingenieurgehälter in Deutschland ähnlich sind.
    Ein Tipp an die Ingenieure:
    Geht in die Schweiz, hier verdienen Lehrer etwa 65000 Franken, Ingenieure (ja nach Fachgebiet) um die 150000 Franken (plus Bonus).
    Seltsam ist nur, dass das hier als völlig normal angesehen wird, wie beispielsweise auch in den USA.

    schrieb Schweizer am

  • #43

    Als ob sich Lehrer nicht an Wochenenden fortbilden würden. Es gibt zwar keine offiziellen Fortbildungen an Wochenenden, aber diese sind eh meist so schlecht, dass es sich nicht lohnt, diese zu besuchen. Die richtigen Fortbildungen organisiert man sich eh selbst.
    Übrigens ist das Durchschnittseinkommen für meine Fächer in der freien Wirtschaft höher als mein Einkommen, was ich nicht als schlimm empfinde. Ich empfinde nur als schlimm, dass ich als fauler Sack hingestellt werde, der keine Ahnung vom Unterrichten hat (nicht ich persönlich sondern ich als Lehrer). Jeder hat scheinbar mehr Ahnung vom Unterrichten als ein Lehrer nach ca. 6/7-jähriger Ausbildung (inkl. Referendariat oder soll ich Trainee schreiben?). Diese Tatsachen, dass Lehrer öffentlich so behandelt werden sind vielleicht auch ein Grund, warum sie begonnen haben zu jammern, um ernst genommen zu werden. Wenn dann Studien zeigen, dass die Belastung doch sehr groß ist, dann werden diese Studien abgetan. Naja nichts ist schwerer zu zertrümmern als ein Vorurteil. In diesem Sinne

    schrieb GriasDi am

  • #44

    @Ingenieur jetzt Lehrer:
    “allgemein: die Belastung einer U-Stunde ist nicht mit der BEeastung einer Arbeitsstunde in der freien Wirtschaft zu vergleichen (ich habe beides gemacht).”

    Richtig. Aber leider wird diese Aussage von den meisten aus der “freien” Wirtschaft wieder genau so verstanden werden, wie Sie es NICHT gemeint haben!

    schrieb Mister M. am

  • #45

    @ pädi07:
    zu 1) so kann man argumentieren
    zu 2) na ja, BEamte sind während der aktiven Zeit sehr billig für den Dienstherren. Er müsste eigentlich jeden Monat Rücklagen für die Pension bilden, das wurde (und wird tlw) aber nicht gemacht…bei der Betriebsrente muss es auch gemacht werden und wird gemacht!
    zu 3) also ich würde bsp. in der Wirtschaft mehr verdienen.
    A13 sind meistens Unistudenten und viele davon (Mathe, Physik, Berufsschulen) würden außertariflich verdienen nach einigen Jahren.
    Aber 5.200€ ist doch nicht außertariflich!
    zu 4) es gibt auch in der Wirtschaft Fobi während der Arbeitszeit, sogar meistens….nicht desto trotz könnte es (mehr) Fobi für Lehrer während der Ferien geben

    allgemein: die Belastung einer U-Stunde ist nicht mit der BEeastung einer Arbeitsstunde in der freien Wirtschaft zu vergleichen (ich habe beides gemacht).

    Und wenn man auf dem Rücken der Beamten (hier Lehrer) wie in BW spart wird man nur noch miese Lehrer bekommen und daraus entsteht ein Teufelskreis.

    schrieb Ingenieur jetzt Lehrer am

  • #46

    @pädi07
    Sie sollten schnellstens den Lehrberuf ergreifen. Dann haben Sie ein lockeres Leben, bei allen Vorzügen, die man sich so vorstellen kann.

    schrieb GriasDi am

  • #47

    @Mister M

    Also jetzt mal langsam. Hier wird einiges nicht mit genügend Weitblick diskutiert:
    1. Es wird allen nicht-Lehrern hier unterstellt, dass sie von der Schul-Realität (Gesamtsituation, Arbeitsbelastung etc.) keine Ahnung haben. Das mag sein. ABER: Lehrer haben dann auch keine Ahnung von der Realität außerhalb der Schule.
    2. Ein Arbeitnehmer, der eine Betriebsrente bekommt, zahlt dafür monatlich einen bestimmten Beitrag von seinem Netto-Einkommen (bei einem Durchschnittseinkommen ca. 100 - 150 Euro monatlich!). Ja glauben Sie denn wirklich, die Betriebe haben was zu verschenken?
    3. Ein Beamter in Bayern bekommt bei A13/Stufe7/verh. + 2 Kinder 3650 Euro netto. Abzgl. PKV bleiben 3400 Euro. Dafür muss ein Angestellter mit den gleichen Merkmalen ca. 5200 brutto verdienen. Was glauben Sie denn, wie viele Leute so viel verdienen? Das ist außertariflich und steht daher nur wenigen zu, die dafür dann aber auch wirklich hart arbeiten müssen und ihre Familie sicherlich seltener sehen, als ein Lehrer
    4. Arbeit zu Hause: jeder in der freien Wirtschaft, der etwas mehr verdient muss sich neben dem Beruf laufend fortbilden. Das passiert abends oder am Wochenende oder im Urlaub. Der beträgt in der Regel 6 Wochen. Abzgl. der Standard-Fortbildungsbelastung in Unternehmen bleiben dann noch 5! Ergo: nicht nur Lehrer arbeiten zu Hause, sondern auch viele viele andere. PS.: Warum finden Lehrerfortbildungen eigentlich nur während der Schulzeit statt und nicht am Wochenende oder in der Ferienzeit?

    schrieb pädi07 am

  • #48

    @Tim:
    Am Stammtisch (und oft auch in den Massenmedien) gilt: Lehrer = Lehrer.
    Notfalls zieht man den Fahrlehrer als Vergleich heran, um zu “beweisen”, dass Lehrer an staatlichen Schulen zuviel verdienen…

    @Angestellter:
    Dienstunfähigkeit (=Berufsunfähigkeit) bei Beamten in den ersten 5 Dienstjahren führt zu NULL Ansprüchen. Und auch danach sind die Leistungen so gering, dass man alternativ Hartz IV beantragen könnte. Das gibt sich nicht allzuviel. Erst nach vielen Dienstjahren gibt es einen spürbaren Unterschied.
    Ein Grund für die im Vergleich zur gesetzlichen Rente höheren Pensionen: Der Staat zahlt seinen Beamten keine zusätlichen “Betriebsrenten”. Gut, dass macht auch nicht jeder Arbeitgeber, aber zumindest für Akademiker ist dies in vielen Betrieben noch üblich. Dazu als Lehrer (Beamter): Entweder überhaupt keine Sonderzahlungen (Urlaubsgeld / Weihnachtsgeld) oder deutlich zusammengestrichen. Die Länder verpulvern ihre Steuereinnahmen lieber in den Landesbanken oder “Prestigeprojekten” (Flughafen Berlin, Stuttgart 21, ...) und kürzen/streichen als Ausgleich ihren Beamten diese Sonderzahlungen. Bei den Angestellten im öffentlichen Dienst natürlich nicht: Klar, denn die dürfen ja “streiken”. Tariferhöhungen UNTERHALB derjenigen bei den Angestellen im öD gibt’s als “Extra” obendrauf. Dazu: Wochenarbeitszeit immer noch 40 Stunden (tw. sogar mehr!), nicht 35 wie bei den Metallern (oder 38,5 wie anderswo). Überstunden werden praktisch NIE bezahlt, schon gar nicht bei den Lehrern: Kommt ein Lehrer nicht mit der Zeit hin, heißt es lapidar: “Der ist nicht effizient genug.”
    Und: Private Krankenversicherung für Beamte ist kein Luxus, sondern ein Zwang. Oder würden sie den doppelten Beitrag in der gesetzlichen KV zahlen wollen, nur weil ihr Arbeitgeber keinen Arbeitgeberbeitrag übernehmen will? Das macht der Staat bei seinen Beamten nämlich nicht und verweist bequem auf die Beihilfe.

    schrieb Mister M. am

  • #49

    Das Problem ist nicht, wann Lehrer nach Hause kommen. Das Problem ist, wie lange sie dort noch arbeiten müssen. 10 h-Tage sind auch bei Lehrern nicht selten.

    schrieb GriasDi am

  • #50

    Ich verfolge diese Diskussion schon eine ganze Weile und bin wirklich entsetzt darüber, dass hier Einkommen und Berufsgruppen ohne jeglichen Kausalzusammenhang verglichen werden.

    Die Gruppen der Grundschule-/HR-/Gymnasiallehrer können nur innerhalb ihrer Gruppe verglichen werden. Dabei können höchstens noch verschiedene Bundesländer einbezogen werden. International funktioniert das aber schon nicht mehr.

    schrieb Tim am

  • #51

    @#898
    Sehr schönes Beispiel. Wer schlau ist, sieht auch auf Seite 2 nach. Median-Verdienst:
    4125€, plus Zulagen 4931€, macht netto (Klasse 1) 2380 bzw 2753€. Jetzt noch Rentenvorsorge und Berufsunfähigkeit absichern, was Beamte nicht brauchen, 250€ Nettobelastung,
    macht 2130 bzw 2503€.
    Mit Kindern oder verheiratet wird es ja noch extremer. Welcher Arbeitgeber gibt einem Familienvater denn mehr Geld? Wird dadurch die Arbeitsleistung etwa besser?

    @896:
    Ich bin auch um 17.30h zuhause. Wohne etwa 5 min von der Arbeitsstätte entfernt und fange um 6.30h an. Minus Pausen sind das 10h. Übrigens: denken Sie nur Lehrer arbeiten zuhause????
    Welcher Lehrer kommt um 17.30h nach Hause?
    Glauben Sie eigentlich immer die Aussagen anderer Leute über deren Gehalt? Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Aber auch wenn das stimmt (klingt ja realistisch):
    Klasse 3, vermutlich noch Kinder (Kindergeld wird an ihn gezahlt). Keine Kirchensteuer, privat krankenversichert, als Angestellter, wie schon oben erwähnt gehen nochmals 250€ für Rente usw drauf.
    Da verdient der gute Mann ja tatsächlich fast soviel wie ein Lehrer, mit Personalverantwortung für 6 Personen, ohne Arbeitsplatzgarantie und mit 6 Wochen Urlaub.

     

    schrieb Angestellter am

  • #52

    @ Angestellter:

    Einkommen im Tarifbereich guckst du hier:
    http://www.igmetall.de/cps/rde/xbcr/SID-C8FA9AA7-5C82AC42/internet/docs_ig_metall_xcms_171220__2.pdf

    bis 85000€/ anno bei 40h/woche

    Übestunden werden durchaus ausgezahlt (Bekannte bei Bosch, Audi Siemens, Daimler…)

    schrieb klaus am

  • #53

    @ Angestellter:

    Einkommen, im Tarifbereich guckst du hier:

    bis zu 84.367€/ anno bei 40h/ Woche!
    Überstunden können nach IG-Metall Tarif und auch in Realität abgefeiert werden!

    deulich weniger als Lehrer?

    schrieb klaus am

  • #54

    1-2 Wochen Arbeit in den Ferien pro JAHR am Gymnasium!? Das schafft man ja nicht einmal mit einer paradiesischen Fächerkombination wie Kunst und Sport… Es ist schon allerhand, was man sich von einigen Mochtegernexperten anhören muss. An der Schule der Tochter werden wohl weder normale noch Abiturklausuren geschrieben…

    schrieb Schulmeister am

  • #55

    @angestellter

    wenn jemand außertariflich bezahlt wird, dann verdient er, es sei den, er/sie ist friseur in ostdeutschland, aber deutlich mehr geld als ein lehrer. beispiel: bekannter bei airbus, gruppenleiter, 6 leute unter sich, nach eigener aussage, der seiner frau und der erfahrung meiner frau i.d. regel um 17.30 zuhause, nettoverdienst 3600.

    gruß, ks

    schrieb motschi am

  • #56

    @#894
    Leider ist es meine Erfahrung, dass die Wochenarbeitszeit mit zunehmender Ausbildungsgüte und Position deutlich ansteigt. Ein Chemiker oder Ingenieur muss mit mind.50h rechnen.
    Wer anderes behauptet, der war anscheinend niemals in der Industrie.
    Bei wöchentlicher Arbeitszeit von 40h, laut Vertrag, werden mindestens 20% Mehrarbeit erwartet. Dabei wird noch nicht einmal berücksichtigt, dass Dienstreisen (also die Fahrt selber) keine Arbeitszeiten sind.
    Dafür wird man eben aussertariflich eingestellt.
    Hat man eine Stelle, die nicht aussertariflich ist, dann kommt man mit 40h hin, verdient allerdings deutlich weniger. Auch deutlich weniger als Lehrer.
    Übrigens ist die Tochter Vollzeit am Gymnasium beschäftigt.

    schrieb Angestellter am

  • #57

    @Angestellter

    Dann würde ich Ihrem Sohn raten, möglichst bald den Arbeitgeber zu wechseln, außer, er hat so schlechte Noten, dass er froh sein musste, eine Stelle zu finden. Und manche Arbeitgeber nutzen das halt schonungslos aus.

    In meiner Nachbarschaft wohnen einige Ingenieure, die sind weit von einer 50 Stunden-Woche entfernt.

    Und dann immer diese Vergleiche. Und die Tochter der Partnerin arbeitet evtl. Teilzeit mit Mindeststundenzahl ...

    schrieb Manfred Uhl am

  • #58

    Es kommt auch auf die Schulart an. Sowohl beim Studium als auch bei der späteren Arbeitsbelastung. Außerdem können Sie die beiden Studiengänge kaum vergleichen. Vergleicht man Lehramt mit (früher) Magister, so sind die Studiengänge zumindest was das Gymnasium betrifft kaum zu unterscheiden. Vergleicht man Mathematik Lehramt an Gymnasien so unterscheidet es sich kaum vom Mathematik-Diplom (zumindest in dem Bundesland in dem ich studierte).

    schrieb GriasDi am

  • #59

    @#891

    Ich gebe Ihnen vollkommen recht, dass viele der Schreiber keinen Einblick in die Arbeitsbelastung eines Lehrers haben. Nun bin ich in der glücklichen Lage, einen Sohn zu haben, der Elektroingenieur ist und die Tochter meiner Partnerin ist Lehrerin in zwei, nach Aussagen hier, arbeitsintensiven Fächern, namentlich Deutsch und Fremdsprache.
    Allein schon das Studium unterschied sich doch erheblich. Einerseits 2-3 Tage die Woche und das mit 10-16 Wochenarbeitsstunden. Auf der anderen Seite 35-40h.
    Die Praktika im Ingenieursstudium sind ebenso zeitintensiver als in der Lehrerausbildung.
    Jetzt sind beide fertig, nun raten sie mal!
    Arbeitszeitmäßig kein Vergleich. Bei der Lehrerin vielleicht max 45h, in den Ferien würde ich das ganze mal auf 1-2 Wochen Arbeit während des Jahres beziffern. Keine ausgedehnten Dienstreisen. Mein Sohn macht etwa 50-55h.
    Das einzige, was vergleichbar ist, ist das Gehalt.
    Fairerweise muss man sagen, dass natürlich beim Ingenieur bessere Aufstiegschancen bestehen und dass der Job subjektiv gesehen wohl angenehmer ist, da kein ständiges Gejammer über Stress und Belastung aufkommt.

    schrieb Angestellter am

  • #60

    @ Alle lieben Kollegen

    Am Mittwoch bekomme ich wieder zwei Praktikanten von der Uni. Dem letzten Hospitanten, es war ein sehr guter junger Mann mit hervorragenden Noten,  habe ich die Arbeitsbelastung eines Lehrers schonungslos aufgezeigt. Er studiert jetzt Rechtswissenschaft. Diesmal werde ich behutsamer vorgehen!

    Dieser “pädi07” soll seine Kinder, sofern er welche hat,  ein Lehramt studieren lassen, und erst dann begreift er so nach und nach, was wirklich Sache ist. Wie sagte kürzlich ein Finanzbeamter aus meinem Bekanntenkreis, der auch jahrelang geglaubt hatte, der Lehrerberuf sei arbeitsmäßig der Himmel auf Erden: “Sie glauben gar nicht, was meine Tochter arbeiten muss!” Und weiter: “Die Pfingstferien gingen voll drauf für Korrekturen und während der Schulzeit war sie auch an allen Wochenenden beschäftigt!”
    “Und dazu kommt noch, was das arme Mädchen Geld aufwenden muss für ein Arbeitszimmer, den Computer, für Programme, Bücher usw.!”

    Versuchen Sie niemals, einem Außenstehenden zu erklären, wie hoch die Arbeitsbelastung eines Lehrers ist. Und denken Sie daran, dass Sie dadurch auch gute junge Leute abschrecken, den Beruf zu ergreifen! Am Nachwuchs wird es uns nie mangeln, aber welche Leute zu uns kommen, das ist heute bereits ein Problem.

    Was in diesem Forum auch schon mehrfach angesprochen wurde:
    Es geht nicht ohne ein häusliches Arbeitszimmer, egal ob Miete oder Eigenheim, es ist eine zusätzliche finanzielle Belastung!

    Viele Grüße
    Hugo

     

    schrieb Hugo Schuster am

  • #61

    @pädi07
    ich kenne 10 Banker, und manchmal hoffe ich für uns Kunden, dass nicht alles wahr ist, was sie erzählen, dass sie in privaten Erzählungen übertreiben.
    Wahrscheinlich glauben Sie auch einer internationalen Studie nicht, nach der deutsche Gymnasial-Mathelehrer weltweit zu der Spitze gehören (sowohl fachlich als auch didaktisch).

    schrieb GriasDi am

  • #62

    Zur Lehrerarbeitszeit gibt es eine Vielzahl an Studien, und alle gehen in die gleiche Richtung. Aber viele hier wissen es einfach besser.

    schrieb GriasDi am

  • #63

    @Motschi
    na Sie bekleckern sich aber in Ihrem Statement geradezu mit Argumentationskompetenz und Sachverstand. Es ist doch erwiesen und hinlänglich bekannt, dass auch “empirisch abgesicherte” Studien Grenzen in der Aussagekraft haben (“traue keiner Studie, die du nicht selbst gefälscht hast”). Haben Sie vielleicht das konkrete Design, die Durchführungssituation im Sinne des qualitativen und quantitativen Datensatzes und die statistischen Auswertungsverfahren der kurz zitierten Studie genau vorliegen? Können Sie mir Einzelheiten darüber erzählen? Wohl nicht. Sie haben da was gelesen oder aufgeschnappt, was Ihrem persönlichen Empfinden entspricht und sich gut anhört und schon fühlen Sie sich - zusammen mit dem kompletten Lehrerstand in Deutschland - “empirisch” bestätigt. Hier besteht die Lücke nicht in der Argumentation sondern hier fehlt es einfach an Horizont und vor allen Dingen kognitiver und fachlicher Kompetenz.
    Außerdem ist es doch nachvollziehbar, dass in persönlichen Gesprächen im Bekanntenkreis eher die Wahrheit gesagt wird, als bei offiziellen Studien, die i. d. R. über Fragebögen ablaufen. (Studien zum Thema Stress oder anderen persönlichen Belangen werden z.B. oft so dargestellt, dass zwar konkrete empirische Daten genannt werden, aber oft mit dem Zusatz “die Dunkelziffer liegt sicherlich viel höher” versehen werden).
    Entsprechend ist auch die von Ihnen zitierte Studie zu verstehen.
    Ich bleibe mal bei meinem Banker-Beispiel: eine Studie (http://www.presseportal.de/pm/65649/1715336/studie-deutsche-banken-beraten-an-den-wuenschen-der-kunden-vorbei) besagt, dass die Commerzbank am wenigsten an den Wünschen der Kunden vorbei berät. Warum wechseln nicht alle Leute (und allen voran Sie selbst) sofort zu dieser Bank? Ist doch empirisch bewiesen! Und wenn ein Banker aus Ihrem Bekanntenkreis etwas von der wahren Situation in seiner (Commerz-?)Bank und aus seinem Alltag erzählt, dann glauben Sie ihm natürlich kein Wort, denn da gibt es ja eine Studie, die eventuell anderes herausgefunden hat.
    Ich bitte sie daher, bevor Sie mit statistischem Halbwissen und anderen fachlichen und sachlichen Unzulänglichkeiten argumentieren, sich erst Gedanken zu machen, bevor sie einen Kommentar losschicken. Ich bin kein Schüler mehr, den Sie vielleicht mit Ihrer wohl formulierten Wortwelle beeindrucken können, so wie sie es offensichtlich tagtäglich schaffen.
    Als Gegenvorschlag empfehle ich Ihnen, doch als (empirisch) Forschender im Bildungsbereich tätig zu werden. Oder hat dafür Ihre statistische Kompetenz nicht gereicht?

    schrieb pädi07 am

  • #64

    @PÄDI07

    erste frage: was und wo arbeiten sie?

    zweite frage: ein geistig anspruchsvoller job kann es nicht sein, dies erschließt sich schon aus ihren argumentativen “künsten”: einerseits behaupten, lehrer sagen in einer empirisch abgesicherten studie, nicht die wahrheit (und damit quasi alle beteiligten, mehrere tausend lehrer, als lügner hinstellen), andererseits aber ihren zehn freunden zubilligen, sie würden dies nicht tun und auch noch quasi-repräsentativ sein - ein totaler logischer widerspruch, der ihre argumenttiven kompetenzgrenzen, die diesbezüglich unter dem niveau eines siebtklässlers liegen, deutlich aufzeigen.

    zudem räumen sie ja ein, sie kennen keine anderen lehrer. dann gehen sie doch mal vollzeit in die schule. werden sie lehrer. oder hat dafür ihre argumentationskraft nicht gereicht?

    motschi

    schrieb MOTSCHI am

  • #65

    @Grias Di
    Wenn jemand 10 Banker kennt, die alle bei unterschiedlichen Banken arbeiten und alle erzählen, wie sehr und gerne sie die Kunden ausnehmen: welches Bild würde sich in ihm - nachvollziehbar und unweigerlich - festsetzen? Ich bin sicher, dass Sie keine 10 Banker kennen und trotzdem eine klare Meinung bzgl. des Bankenwesens haben.
    Hätten Sie meinen Beitrag mit mehr Aufmerksamkeit und Verständnis gelesen, dann wäre Ihnen aufgefallen, dass ich schrieb, dass es sicherlich auch andere “engagierte” Lehrer gibt, die ein anderes Bild vermitteln - ich schaffe es also sehr gut, meinen Horizont zu erweitern. Nur kenne ich leider keine solchen Lehrer aus direkten Erzählungen und Schilderungen des Arbeitsalltags. Die Lehrer, die ich kenne, sind sicherlich gute Lehrer, die ihren Job ernst nehmen und noch eine Vision haben. Und trotzdem arbeiten sie keine 40 Stunden pro Woche und haben einen Großteil der Ferien einfach frei. Vielleicht machen alle, die mehr arbeiten, ja etwas falsch? Ich finde das auch nicht schlimm. Nur erbitte ich mir die Offenheit in diesem Forum, dass endlich zugegeben wird, dass es zahlreiche Lehrer gibt, die weit unterhalb der 40-Stunden-Ebene auf Vollzeitbasis arbeiten. Schwarze Schafe gibt es doch überall und in jedem Bereich. Nur in diesem Forum wird andauernd gepredigt, dass der Lehrer-Job der aufreibendste überhaupt ist und jeder sich kaputt arbeitet.

    schrieb pädi07 am

  • #66

    Mit Interesse lese ich die Kommentare. Es ist immer von “den Lehrern"die Rede. Die Berufsgruppe der Grund- und Hauptschullehrer, die ja da auch dazu gehören, bleibt aber etwas außen vor. Sie verdienen eben genauso viel wie oben gewünscht. Denn die wenigsten meiner Kolleginnen (es gibt sehr wenige Männer) arbeiten Vollzeit. Auch wenn sie keine Familie, keine Kinder haben, die Belastung wäre zu groß. Und so verdienen diese Lehrer weniger als die Hälfte eines Arztes. Ich denke, sie sind damit zufrieden, sie sind ja auch keine “richtigen” Akademiker. Aber wenn das Geld so leicht verdient wäre, arbeiteten sie sicherlich alle Vollzeit- oder?

    schrieb Antonia am

  • #67

    @pädi07

    Schon einmal was davon gehört, dass zum Schuljahresende viele Konferenzen stattfinden und das die meisten Lehrer nicht Vollzeit arbeiten? Vor den anderen Ferien liegen Klausur- und Abiturtermine. 25 Stunden pro Woche ist also das Ergebnis Ihres “Tatsachenberichts”. Bei einer Unterrichtsverpflichtung von knapp 25 Wochenstunden halte ich das für Zauberei…
    Ich bin allein knapp 40 Stunden in der Woche in der Schule anwesend und Däumchendrehen tue ich dort nicht…

    schrieb Schulmeister am

  • #68

    Ich habe mindestens 20 Lehrer im Bekanntenkreis, die zwischen 40 und 60 Stunden die Woche arbeiten.

    schrieb GriasDi am

  • #69

    Eine riesen große Stichprobe. 10 Bekannte.

    schrieb GriasDi am

  • #70

    Hier lese ich immer etwas von durchschnittlich 45-50 Stunden Arbeitszeit pro Woche als Lehrer. Studie in diesem Kontext bedeutet “Befragung” (Fragebogen oder Interview). Wer würde hier freiwillig gerne angeben, dass er weniger als die vorgegebene Zeit tätig ist?!? Ich kenne mindestens 10 Lehrer in meinem direkten Umfeld: verschiedene Schularten, Fächer und Altersstufen. KEINER arbeitet hier - außer manachmal zu überschaubaren Stoßzeiten im Umfang von evtl. 4 Wochen pro Jahr - so viel. Ich betone nochmal: keiner! Und das nach eigener Aussage der Lehrer selbst. Manche (in naturwissenschaftlichen Fächern) kommen mit ca. 25 Stunden im Mittel aus, wenn keine Extra-Ämter bekleidet werden, die Stunden bereits weitgehend vorbereitet sind und sich das Arbeitsmaß in Grenzen halten lässt. Und ich habe mir das nicht ausgedacht, sondern einfach nur erfahren. Nun bin ich sicher, dass manche andere Lehrer deutlich mehr arbeiten - weil sie engagierter sind, mehr Wert auf Qualität legen, Zusatzämter haben etc. Das ändert aber nichts an meiner Realität und meiner Erfahrung, dass ein Lehrer sicherlich nicht überlastet ist und wöchentlich signifikant weniger als 40 Stunden arbeitet. In den Ferien arbeiten diese mir bekannten Lehrer außerdem auch - mehrheitlich -  nicht oder nur in sehr überschaubarem Rahmen. Das leuchtet mir auch ein: Was will ich auch in über 6 Wochen Sommerferien tun? Das reale Schuljahr hat ja bereits einige Tage vor Ferienbeginn geendet: kaum noch Unterricht, keine bis wenig Hausaufgaben, keine Korrekturen, wenig Vor- und Nachbereitung. D.h. Dinge wie “Ablage”, Sortierung” und was sonst noch an leichter Bürotätigkeit anfällt ist in den letzten Schultagen zu erledigen, das alte ist Schuljahr abgehakt und das neue hat ja noch nicht begonnen. 6 Wochen Urlaub hat ein normaler Arbeitnehmer im gesamten Jahr! Und ich bezweifle, dass Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Fasching und in den Herbstferien (in Summe 8 weitere Wochen) 40 Stunden pro Woche gearbeitet wird.
    Und das ist keine Unterstellung sondern ein Tatsachenbericht.

    schrieb pädi07 am

  • #71

    @angestellter

    haben sie promoviert? haben sie ein referendariat erledigt? woher kennen sie die vergleichbarkeit?

    laut beamtengesetzt haben lehrer auch nur 28 tage urlaub. sie arbeiten laut den studien von frister/sommerlatte/knight/saupe/häbler/hübner (1960-1990, die aktuellsten studien sind da noch gar nicht berücksichtigt) zwischen 46,3 und 53,9 Stunden) - da ist ein derartiger verdienst doch gerechtfertigt, nach sieben jahren ausbildung als gymnasiallehrer (vs. vier jahren studium als chemiker).

    und: sicher, die lehrerausbildung ist überarbeitungswürdig. aber: ich wusste gar nicht, dass ein nicht-studiencurriculumsentwickler von extern, ein chemiker, etwas fundiert zur lehrerausbildung sagen kann. bewerben sie sich dich z.b. in niedersachsen im kultusministerium, die brauchen solche leute wie sie, die kaffeeseatzleserei betreiben.

    und noch ein tipp: schulen sie um zum lehrer - oder arzt: fürstlicher verdienst, viel ferien. einziger unterschied: arzt hat mehr ansehen.

    gruß, ks

    schrieb motschi am

  • #72

    Ja, die Ärzte beschweren sich über zuwenig Geld…. immerhin NUR knapp 6000 Euro NETTO im Durchschnitt, NACH Praxiskosten (Miete, Abschreibungen, Angestelltengehälter) und Steuern. Weniger als Lehrer arbeiten sie wohl aber nicht.

    Sicher gibt es Ärzte, die weniger verdienen, Aber auch andere, die dann entsprechend mehr verdienen. Wie bei anderen Akademikern auch.

    Und jetzt diese Ärzteverdienste als Begründung dafür zunehmen, dass Lehrer ZUVIEL verdienen ist, ein Treppenwitz. Der durchschnittliche Lehrer geht mit etwas über der Hälfte nach Hause.

    Und wenn einige BWLer nur 1800 netto verdienen? Na und? Gibt ja mittlerweile eine richtige BWLer-Schwemme auf dem Arbeitsmarkt. Angebot und Nachfrage halt. Das sollte doch gerade eine Wirtschaftsfachmann (und nichts anderes geben BWLer vor zu sein) verstehen.

    schrieb Mister M. am

  • #73

    @#8777
    Es steht ausser Frage, dass es natürlich Akademiker gibt, die mehr verdienen, als der Durchschnitt in einem bestimmten Fach, z.B. Herr Jauch oder Gottschalk.
    Nichtsdestrotrotz gibt es auch durchschnittliche Löhne für bestimmte Berufe. Zum Teil sogar Tariflöhne.
    Es wird ja über branchenspezifische Löhne gesprochen, nicht darüber, ob man einen völlig anderen Beruf wählt.
    Und da liegen eben Mediziner, Juristen, Ingenieure und Naturwissenschaftler an der Spitze.
    Die vergleichsweisen hohen Lehrergehälter beziehen sich auf diese Durchschnittslöhne. Dabei ist die soziale Absicherung und die hohe Pension noch nicht einmal berücksichtigt.
    Im Übrigen war das Chemie-Studium nicht verschult, sondern es bestand zum Teil aus praktischen Übungen, die zwar selbstständiger Arbeiten voraussetzen, aber eben auch Anwesenheitspflicht.
    Wenn ich mir heute einen Lehrplan für Deutsch und Englisch für das Lehramt anschaue, dann graust es mich. 12-14 Wochenstunden. Und die Hausarbeiten sind auch mit maximal 10h pro Woche zu erledigen.
    Reicht das wirklich, um Lehrer auszubilden?
    Übrigens kenne ich auch 3 Quereinsteiger im Fach Chemie. Über zuviel Arbeit hat sich da noch niemand beschwert. Lediglich über eine etwas monotone Arbeit.
    Aber, auch hier, wie man sieht:
    Die Ärzte beschweren sich zur Zeit über zu wenig Geld, die Lehrer über zu viel Arbeit.


    schrieb Angestellter am

  • #74

    @876
    Wenn ein Studium stark verschult ist, d. h., dass es viele Pflichtveranstaltungen gibt, dann heißt das noch lange nicht, dass das Niveau deswegen hoch sein muss. Es wurde in diesem Forum schon oft gesagt, auch die Wahl des Studienfaches hat etwas mit Intelligenz zu tun. Ich habe in meinem Bekanntenkreis sehr viele Personen, die BWL studiert haben. Einige haben höchstens 2/3 meines Gehaltes, andere ein Mehrfaches! Ein bestandenes
    Studium - egal welches Fach - ist doch kein Garantieschein
    für ein Akademikergehalt. Es kommt halt auch darauf an, was
    man darstellt und aus seinen Chancen macht.

    Andere haben VWL studiert, ein äußerst schwieriges Studium mit schlechten Berufsaussichten. Wenn dann solch ein promomierter Pressesprecher des Schmalspureisenbahnvereins H-Null mit
    1.800 Euro netto nach Hause geht, dann heißt es doch noch lange nicht, dass die Lehrergehälter zu hoch sind. Bei einem
    großen Autohersteller verkauft ein junger Mann mit Dr.-Titel
    Eintrittskarten für das Werksmuseum und ist froh, dass
    er diese Stelle gefunden hat, andere, ebenfalls promoviert,
    machen Werksführungen.

    Man sucht doch zur Zeit an vielen Schulen Quereinsteiger, auch im Fach Chemie. Bei uns haben zwei angefangen und nach wenigen Monaten wieder aufgehört, weil sie auch im Schuldienst überfordert waren. In diesem LEHRERFORUM will man als Fachmann kaum mehr etwas schreiben, weil immer irgendwelche Neidhammel die Aussagen verdrehen.

    schrieb Paul Weber am

  • #75

    @#872 und #873

    Naja, so schlimm hört sich die arbeitsbelastung ja nicht an. Alleine schon ein studium, das erst um 10h beginnt. Das sieht im Chemie-Diplom anders aus. Und das sind Pflichtveranstaltungen.
    Auch das Referendariat ist mit der Promotion vergleichbar. Eine halbe Stelle (allerdings keine 14 Wochen Urlaub).
    Man mag meinen, dass man als Chemiker dann viel mehr verdient. Das war mal so, ist aber nicht mehr so.
    Aber, wenn ich hier lese, dass Lehrer mit Familie nach 10 Jahren 3500 netto haben, das ganze ohne Arbeitsplatzsorgen, 14 Wochen Urlaub, Riesenpensionsanspruch und Arbeitsplatzsicherheit, dann mag man sich die Frage stellen, ob wir direkt auf dem Weg zu einem 2.ten Griechenland sind.
    Wenn meine Firma soviel Schulden hat, wie sie im Jahr umsetzt, dann werden Gehälter gekürzt und Leute entlassen. So ist die Realität.
    Im Vergleich zu den Einkommensverhältnissen in anderen Ländern bzgl Durchschnittsverdienst und Lehrergehalt wären 2000-2500 € gerechtfertigt.

    schrieb Angestellter am

  • #76

    ich finde leher sind zu streng für kinder und sollten meher spiele machen…

    schrieb karla am

  • #77

    Durch Zufall bin ich bei einer Recherche im Internet auf dieser Seite gelandet. Mit Interesse habe ich viele der Beiträge gelesen und möchte nun ein paar Gedanken loswerden.

    Ich habe hier vieles gelesen von Kolleginnen, dem ich zustimmen kann. Aber es gibt auch Punkte der “Gegenseite”, die nachvollziehbar sind. Ich möchte das nicht im einzelnen bewerten oder kommentieren, bzw möchte ich es möglichst vermeiden oben genannte Punkte erneut ausführlich zu behandeln.

    Ich zeichne hier lediglich meinen eigenen Weg nach. Bereits als Schüler hatte ich den Wunsch den Beruf des Lehrers auszuüben. Meine persönlichen und charakterlichen Fähigkeiten und Eigenschaften sowie meine Freude an einem kommunikativen Beruf und Umgang mit Menschen trugen dazu bei. Einen Job in einem Büro vor einem Bildschirm mit Aktienkursen konnte ich mir für mich nicht vorstellen. Ich begann also das Lehramtsstudium mit meinen Lieblingsfächern Englisch und Geschichte. Diese Fächer bedeuten ein wirkliches Interesse für mich. Ich nehme an, dass ich aus diesem Grund durch das Studium spaziert bin und zusätzlich noch ein tolles und wertvolles (fürs Leben) Auslandsjahr absolvieren durfte.

    Dann kam das Ref, welches wirklich sehr anstrengend und arbeitsreich war, aber gleichzeitig auch viele schöne und postive Erinnerungen für mich bereit hielt. An Geld habe ich damals nicht gedacht, auch wenn mir das nicht jeder abnimmt. Ich wollte einfach nur mein Ziel erreichen, wobei ich natürlich schon gemerkt habe, dass meine studierten Freunde in der freien Wirtschaft mehr verdienten als ich im Ref.

    Seit 10 Jahren arbeite ich nun also als fertiger Studienrat mit voller Stelle in meinem Beruf (auf Lebenszeit verbeamtet). Der Job ist genau so, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe, ich arbeite gern. Die ersten Jahre waren natürlich sehr anstrengend, viele Situationen erlebte ich zum ersten Mal, die Unterrichtsvorbereitungen besonders für Grund- und Leistungskurse waren zeitaufwendig. Mit den Jahren kam dann die positive Berufsroutine, was zeitlich entlastet.

    Heute ist es so, dass ich sage, dass ich einen Beruf habe, der mir Spass macht, der in machen Phasen sehr anstrengend und zeitintesiv ist (Abiturklausuren z.B.), der mir dafür aber auch in anderen Phasen Entlastungen gibt. Der bürokratische Aufwand ist enorm hoch mittlerweile. Da ich einen sehr guten Draht zu meinen Schülern und Kolleginnen habe empfinde ich beruflichen Stress als meist positiv.

    Was springt dabei heraus? Neben den bekannten Vor- aber auch Nachteilen des Beamtentums, sowie den bekannten Vor- und Nachteilen des Berufs (z.B. Neiddebatte) immer wieder ein positives feedback meiner Ex(schüler) und mit 41 Jahren, unverheiratet (noch) und kinderlos (noch) ein monatliches Nettoeinkommen von 3100 Euro.

    Ich wünsche allen Kolleginnen erholsame Sommerferien!

    schrieb gerne Lehrer am

  • #78

    @ C.R.H.
    Während der Studienzeit habe ich täglich bis 10:00 Uhr geschlafen, und wenn ich einmal früher aufstehen musste, empfand ich das schon als Stress. Professoren, welche um 8:00 Uhr oder sogar am Freitag Vorlesungen ansetzten, ging man aus dem Weg, so gut wie es eben ging. Es ist verständlich, dass das Referendariat eine deutliche Umstellung erforderte, vor allem auch deshalb, weil ich es nie nötig hatte, eine Ferienarbeit zu machen.

    Ich weiß, dass das sie nicht aufbaut, was ich Ihnen jetzt sage:
    Bei mir war das Referendariat eine manchmal etwas arbeitsreiche, aber doch sehr schöne Zeit, verglichen mit dem, was danach folgte. Sie kommen als Anfänger an eine Schule, bekommen alles, was die älteren Kollegen nicht wollen (Klaßleitung in einer Problemklasse, fachfremden Unterricht, Einsatz an mehreren Schulen, auch Mehrarbeit, und dazwischen immer auch ausreichend Freistunden zur Regeneration, schließlich hat der Dienstherr ja eine Fürsorgepflicht!).
    Wenn Sie Pech haben, werden Sie zunächst im Angestelltenverhältnis beschäftigt und dürfen froh sein, wenn Sie überhaupt eine Stelle gefunden haben.

    Leider gibt es nicht wenige Schulleiter, welche die Fähigkeit besitzen, jungen Kollegen, denen das Wasser bereits bis zum Halse steht und bei denen jeder damit rechnet, dass sie irgendwann einmal zusammenbrechen, absolut überflüssige und sehr zeitaufwändige Zusatzaufgaben auf das Auge zu drücken.

    MfG

    schrieb Paul.Weber am

  • #79

    das Referendariat ist die HÖLLE AUF ERDEN .... stellt euch Harmagedon vor und multipliziert es mit unendlich hoch unendlich !!!!

    man arbeitet schnell mal 80-100 Stunden in der woche und das oft wochenlang ... bis man nicht mehr kann und dann einfach krank wird.

    Ach ja ... das ganze für knapp 1000-1100 Euro !!!! rechnet euch den Stundenlohn aus .... jo und dann muss man froh sein, wenn man es überhaupt besteht .... die sieben grad aus wo es geht ... -

    MFG

    schrieb C.R.H am

  • #80

    @ Mister M.

    Entschuldigung, Schulmeister hat Recht! Ich bin mit Ihnen völlig einer Meinung. Wer sich aber, wie “Mathematiker”, keine Mühe in der Differenzierung seiner Argumentation gibt, bei dem gebe ich mir bei der Schreibung auch keine Mühe.

    Schönen Abend noch,

    KS

    schrieb motschi am

  • #81

    @motschi:
    Was ist an meinem Beitrag polemisch? Ich bin hier einer der wenigen, der belastbare Zahlen nennt, statt dem “gefühlten” “Lehrer arbeiten viel zu wenig / viel zu wenig” (je nach Sichtweise). Lehrer arbeiten für ihr Gehalt sicherlich genug, eher mehr als andere mit vergleicharer(!) Qualifikation.

    Und nebenbei: Die deutsche Rechtschreibung kennt immernoch Groß- und Kleinschreibung. Trotz Rechtschreibreform.

    schrieb Mister M. am

  • #82

    @motschi

    Du meintest wohl @Mathematiker…

    schrieb Schulmeister am

  • #83

    @mister m.

    nichts als polemik. keine argumente. schlechtes niveau der klasse sieben.

    nennen sie mir bitte konkret ihren arbeitgeber. ich möchte ihn bitten, sie nicht mehr zu entlohnen. wozu braucht man arbeitszeitstatistiker. deren verantwortung tendiert doch nach meinung der meisten menschen gegen null.

    schrieb motschi am

  • #84

    @Mathematiker:
    Dann benennen Sie doch einmal konkret die Studien, welche nachweisen, dass Lehrer (und Schulleiter!) durchschnittlich 40 Stunden in der Woche arbeiten. Aber letzteren gestehen Sie immerhin “vielleicht” 45 Wochenstunden zu… Ein ominöser Hinweis, diese Studien ließen sich “im Netz” finden, hilft nicht weiter. Außer bloßen Behauptungen weisen Ihre Aussagen bisher keine Substanz auf!

    Die “berühmte” NRW-Studie von Mummert&Partner; kommt immerhin für Gymnasallehrer auf durchschnittlich 1900 Stunden pro Jahr (+/- 300 Stunden = 1 Standardabweichung), d.h. gerechnet auf 45 Wochen (=52 Wochen - 30 Tage Urlaub - 5 Feiertage) auf 42,2 +/- 6,7 Stunden pro “regulärer” Arbeitswoche (nicht Schulwoche!). Für solche Aussagen braucht es gar keine GEW…

    Und übrigens: Keine Studie ist “unabhängig” von “Auftraggeber” und “Erhebungsform”. Auch Ihre “eigenen” Studien nicht…

    schrieb Mister M. am

  • #85

    @Schulmeister
    Ich kann die Situation an Ihrer Schule nicht beurteilen. Aber unsere Stichproben ergeben ein anderes Bild.

    @motschi

    a) Wenn Sie meinen, dass die Verantwortung eines Lehrers die eines Arztes übersteigt, dürfen Sie das ruhig tun. Dass viele Menschen Sie dann für lächerlich halten werden, ist Ihnen aber hoffentlich bewusst.

    b) Ich arbeite bei der Behörde, die die Arbeitszeit ausrechnet. Und die Statistik der GEW ist einfach löchrig.

    c) Ich bin nur ehrlich und direkt. Zahlen habe ich genug geliefert. Und die Studien kann man alle im Netz einsehen. Oder fragen Sie einfach beim zuständigen Ministerium an, wenn Sie sich die Mühe nicht machen wollen.

    Ich linke mich jetzt aus der Diskussion aus. Wer es bis hierhin nicht kapiert hat, ist hoffnungslos stur.

    schrieb Mathematiker am

  • #86

    ich habe mal die ganzen diskussionen hier überflogen.
    ich selbst habe eine lehre als kfz-mechaniker gemacht, dort 1 jahr als geselle gearbeitet, dann maschinenbau studiert und 3 jahre als projektingenieur gearbeitet. dann habe ich in einem dualen studium mathe studiert und parallel mein referendariat an einer berufsschule gemacht. nun bin ich seit 2 jahren ,,fertiger’’ lehrer.
    ich denke VERDIENEN tun wir alle mehr, ganz egal welcher beruf. ich war früher auch immer ein wenig negativ gegenüber lehrern und ihrem gehalt und arbeitsaufwand eingestellt. ich denke, vor dem hintergrund meines beruflichen werdeganges kann ich alle lehrerhasser beruhigen - ich arbeite heute genau so viel wie ich es als projetingenieur mit einer 60std woche getan habe und mehr als in meiner kfz-mechaniker zeit mit einer 39std woche. die psychische belastung als lehrer würde ich persönlich auch als höher berwerten, wie es in meiner zeit als projektingenieur war. vergleiche ich nun mein gehalt als ingenieur mit meiner heutigen A13 besoldung, kann ich feststellen, dass ich unter dem strich 1.000 euro im monat netto weniger habe. deshalb fange ich aber auch nicht an mich über die gehälter von ingenieuren zu beschweren. ich habe mich dazu entschieden lehrer zu werden. es bleibt jedem frei, auch lehrer zu werden, dann können diese mal über ihre erfahrungen berichten und erzählen, ob sie immer noch der meinung sind, das wir lehrer zu viel geld verdienen. eins ist klar, als dipl.-ing. und mathematiker würde ich ,,draußen’’ deutlich mehr geld für weniger arbeit bekommen.

    ich weiß jetzt nicht wer das geschrieben hatte, aber mehrere milliarden würde die abschaffung des beamtentums sicher nicht einbringen, so viel kann ich als mathematiker versichern ;)

    allgemein würde ich das toll finden, wenn alle mehr verdienen würden. leider entstehen die gehälter nicht nur danach, wie schwer man schufftet, sondern zum großen teil nach der angebots-und-nachfrage-kurve (natürlich nur grob formuliert).

    so jetzt mach ich erstmal schluss hier, ist ja auch ein thema ohne ende…

    schrieb frosch'n am

  • #87

    @mathematiker

    sie sind mathematiker - disputieren können sie nicht.

    1.) lehrer sind auch direkt verantwortlich für die kinder, die vor ihnen sitzen.

    2.) wenn sie statistiken anzweifeln: wie kommen sie dann zu einer so präzisen aussage zur arbeitszeit von lehrern? haben sie dazu eine statistik angefertig? eine repräsentative womöglich? nein! dann ist ihre argumentation einzelmeinungsbasiert und damit nicht gültig! zumal sie von ihnen ja nicht mal (statistisch?) argumentativ belegt ist!

    3.) das argument für die überbegründung fehlt, sie formulieren lediglich eine these. das können meine schülerinnen nach klasse 8 und der einheit “argumentation” deutlich besser.

    in diesem sinne: schön statistisch bleiben.

    ich hoffe, sie arbeiten nicht an direkt verantwortlicher position

    schrieb motschi am

  • #88

    @Mathematiker

    Ich kenne keinen Schulleiter, der nur 45 Stunden pro Woche arbeitet. Wie soll das auch gehen. Unterricht ist bei uns von 7:50 bis 17:10. Der Schulleiter kommt vor der ersten Stunde und geht nach der letzten. Am Wochenende und an den Abenden wird auch noch gearbeitet. Seit es die eigenverantwortliche Schule gibt haben sich die Anforderungen sehr verändert.
    Auch ich als Stundiendirektor in der Schulleitung wäre über eine geregelte 45 Stundenwoche froh. Ich bin pro Woche mind. 37 Stunden (teilweise bis über 50 Stunden) in der Schule und habe dann noch keinen Unterricht vorbereitet und keine Klausuren korrigiert.

    schrieb Schulmeister am

  • #89

    Mit Interesse habe ich gerade die Diskussion gelesen, die eigendlich an einer anderen Stelle gestartet ist. Ich bin Grundschullehrerin und arbeite als Montessori Lehrerin, Grundschullehrer werden verglichen mit studierten Sozialarbeitern sehr gut bezahlt, ich finde mein Gehalt angemessen, Nur weil in weiten Teilen der sozialen Arbeit ein Londumping herrscht denke ich, wir sind die letzten Dinosaurier und werden mir unserem Gehalt irgendwann aussterben. Anstrengend an meinem Beruf ist jedoch, das ich oft eher eine Art Showmaster bin (zum Beispiel im Französischunterricht) nach der Schule fühle ich mich (und das konnten mir auch Kolleginnen aus dem Gymnasium berichten) erst einmal sehr erschöft. Denn rein Arbeitspsychologisch ist unsere Arbeit schwierig, da man ja vormittags wenig mir Kollegen zu tun hat und sich immer eher ausgeliefert erlebt als selbstwirksam. man muss ständig präsent sein. Ich denke, die Ferien gibt es wirklich nur aus diesem Grund, ohne sie wäre die Erschöpfung irgendwann einfach für jeden zu groß,“saugen” einen die Kinder aus. Leider wird aus finanziellen Gründen wenig an der Schulstruktur gearbeitet (24 Kinder in der Freiarbeit als einzelner zu beaufsichtigen und anzuleiten ist eigentlich unmöglich). Dadurch könnte sich jedoch sehr viel ändern. Im Gegensatz dazu werden uns immer neue Aufgaben aufgetragen Papiere auszuarbeiten und so weiter. Ich denke oft, es gäbe Arbeit, die könnte von Assistenzen oder sogar besser qualifizierten Personen wie Psychologen gemacht werden. Sie würde den Lehrer entlasten und dann wäre die Arbeit zu friedenstellender und dann könnte ich auch durchaus auf die ein oder andere Ferienwoche verzichten. Fazit: Die meisten Lehrer die ich kenne, jammern nicht über das Gehalt sondern über die Arbeitsbedingungen, da es auch sehr traurig ist, wenn man den Aufrag, die Inhalte des Bildungsplanes den Kindern zu vermitteln, leider nicht bei jedem Kind ausführen kann.

    schrieb Montessori am

  • #90

    Nur ist ein Arzt im Krankenhaus meist nunmal direkt verantwortlich. Seien wir doch ehrlich. Die Arbeitsbelastung eines Lehrers liegt durchschnittlich ungefähr bei 40h/Woche. Bei manchen (Deutsch etc.) mehr und bei anderen weniger (Sport etc.).

    Der Schulleiter arbeitet auch nach Schlüsseln und kommt auf 40h/Woche, vielleicht 45h/Woche.

    Lehrer verdienen gut. Die Frage, die Sie nervt, ist doch, ob Lehrer überbezahlt sind. Ich denke Nein.

    Man sollte als Lehrer aber nicht plötzlich anfangen das Gehalt schlechtzureden. Wenn wir beide in Kategorien von Ärzten und Anwälten verdienen, ist das einfach so.

    schrieb Mathematiker am

  • #91

    Dann sollten Sie es ja wissen. Berechnen Sie den Stundenlohn ihrer Frau. ;) Dann werden Sie sehen wieviel davon von Überstunden und Diensten abhängt.

    Am besten heimlich, weil Frauen dazu geneigt sind, Männer nicht zu vergrätzen. Wäre wenigstens bei meiner Frau der Fall.

    Einige Studien über die Arbeitsbelastung kenne ich und als Statistiker wundere ich manchmal, warum man die Erhebungsformen und die Auftragsgeber nicht hinterfragt. Stichwort Schätzung. Stichwort Befragungsmethode. Stichwort GEW. Manchmal habe ich echt Zweifel..

    schrieb Mathematiker am

  • #92

    @Mathematiker
    Der Vergleich hinkt eh, aber den Schullleiter eines Gymnasiums (Oberstudiendirektor) mit einem Oberarzt gleichzusetzten ist albern. Der Schulleiter ist der Vorgesetzte von teilweise mehr als 100 Lehrern und verantwortlich für eine Schule von bis zu 1500 Schülern.
    Und jetzt sagen Sie nicht, dass der Arzt die Verantwortung für Menschenleben trägt. Das ist zwar sicher richtig, aber nach der Logik müsste auch ein Busfahrer mehr verdienen als ein Lehrer, denn der trägt die Verantwortung für 50 Fahrgäste…

    schrieb Schulmeister am

  • #93

    @Paul Weber:

    Den Dienstposten habe ich mit 32 bekommen, StD wurde ich mit 34. Fleiß und Glück würde ich als Gründe anführen (oder vielleicht auch eher andersherum…).

    @Mathematiker:

    Lehrer arbeiten im Schnitt mehr als 40 Stunden die Woche, egal an welcher Schulform. Dazu gibt es verschiedene Untersuchungen. Und wieviel Ärzte arbeiten weiß ich auch ganz gut, ich bin nämlich mit einer verheiratet…

    schrieb Schulmeister am

  • #94

    Edit: Ich habe während des Schreibens meines letzten Beitrag flüchtigerweise Schuldirektor gelesen und nicht Studiendirektor. Wobei ich mich dann frage wie Sie wirklich einen Studiendirektor einem Chefarzt gleichstzen können..

    schrieb Mathematiker am

  • #95

    Der Chefarzt. Dafür hat er vermutlich auch eindeutig mehr Arbeitsstunden und die weitaus höhere Verantwortung, oder wollen Sie da widersprechen? Zudem spiegeln sowohl Schulleiter als auch Chefärzte sicherlich nicht die breite Masse von Lehrern und Ärzten wieder.

    Ich würde zudem den Schulleiter eher einem Oberarzt gleichsetzen. Den A15/A14 Lehrern den Fachärzten. Und den A13-Lehrern den Assistenzärzten.

    Vergleicht man da die Grundgehälter, dann verdienen die Lehrer netto mehr - und versetzt immer noch “etwa” gleich viel. Die höheren Gehälter der Ärzte resultieren aus den Überstunden und Bereitschaftsdiensten. Würde ein Lehrer durchschnittlich mehr als 40h/Woche arbeiten, dann würde er genauso viel verdienen.

    @Schulmeister:

    Sie müssen noch Ihre höhere und frühzeitigere Pension einfließen lassen. Selbst durch VBL vermindert sich nur die Differenz - nicht aber die Tatsache, dass ein Arzt mehr zu Seite legen musst, um auf die gleiche Altervorsorge zu kommen.

    Ich sage es nochmal: Ihr habt das Gehalt verdient! Irgendwer musst die heutigen Schüler ja unterrichten. Es ist aber statistisch einfach nicht wahr, dass Lehrer ein schlechtes Gehalt bekommen. Ihr seid auf dem Niveau von Ärzten und Rechtsanwälten. Außerdem bin ich selber ein A14-Beamter.

    Ansonsten empfehle ich nur noch den Kommentar der Mathelehrerin. ;)

    schrieb Mathematiker am

  • #96

    @Mathematiker
    Seltsame Berechnungen, die Sie hier anstellen. Mein um fünf Jahre jüngerer Bruder war bereits Oberarzt, da habe ich immer noch als Studienrat meine Brötchen verdient. Heute bin ich Studiendirektor und er ist Chefarzt. Raten Sie mal, wer von uns beiden mehr verdient?

    schrieb Hans Mager am

  • #97

    @Schulmeister
    35 Jahre alt und schon Studiendirektor, da haben
    Sie aber einen tollen Aufstieg geschafft?
    Normalerweise braucht man an einem Gymnasium
    15 Jahre um Oberstudienrat zu werden. Je nach Funktionsstelle
    dauert es dann noch einmal 5 bis 15 Jahre bis man Studiendirektor
    wird. Also unter 45 wird das eigentlich schwierig.

    schrieb Paul Weber am

  • #98

    Egal, in welcher Gegend man wohnt, A14 ist nirgends “normal” für einen Gymnasiallehrer, denn es gibt immer nur einen vergleichsweise kleinen Anteil an Beförderungsstellen. Normal ist A13. Und wie Sie sicher schon bemerkt haben, bekommen Deutsche im Schnitt weniger als drei und auch weniger als zwei Kinder - Gymnsiallehrer bilden da sicherlich keine Ausnahme. Ihr Vergleich hinkt also hinten und vorne…
    Ich bin 35, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Als Studiendirektor (A15) komme ich umgerechnet auf einen Nicht-Beamten 71.000 Euro Brutto, wenn ich die Daten eines üblichen Brutto-Netto-Rechners zugrundelege (Focus online). Ich habe also weit überdurchschnittliche Zulagen und ein weit überdurchschnittliches Grundgehalt, trotzdem komme ich an Ihre Zahlen nicht heran…

    schrieb Schulmeister am

  • #99

    A14 ist in meiner Gegend durchaus üblich für Gymnasiallehrer und verglichen mit Fachärzten (Ä2) nach ihrer Assistenzarztzeit (Ä1) durchaus gerechtfertigt. Man kann jedoch auch die Tabelle für A13-Lehrer mit 2 Kindern nehmen und schauen.

    http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte/ni?id=beamte-nds&g=A_13&s=0&f=0&z=100&zulage;=&stj=2012&stkl=1&r=&zkf;=

    Und dann wieder mit Fachärzten(!) an den Kliniken vergleichen. Das ist zwar nur das Grundgehalt, aber dies entspricht in ungefähr 40 Arbeitsstunden und auf dieser Basis sind die Gehälter vergleichbar. Ärzte verdienen durchschnittlich mehr als Lehrer, weil sie mehr Überstunden schieben.. Lassen sie sich nicht von den wenigen Spitzenverdienern und BILD/RTL-Dokus blenden.

    http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/aerzte/uniklinik?id=tv-aerzte&g=

    schrieb Mathematiker am

  • #100

    Zitat Claus Fischer:
    “Einerseits jammern die Eltern, dass ihre armen Kinder in einer Woche zwei Schulaufgaben und fünf Stegreifaufgaben schreiben, dass die aber auch irgendjemand ausarbeiten und korrigieren muss, das zu begreifen, ist schon wieder zu viel verlangt!!”
    Zitat Mathematiker???:
    “Lehrer haben nunmal eine schlaue Berufswahl getroffen und euch sei es gegönnt, doch bitte hört auf zu nörgeln.”

    Zitat Richard Wagner, Siegfried:
    “Hier hilft kein Kluger ...”

     

     

    schrieb Hugo Schuster am

  • #101

    @Mathematiker:
    Ja, schon klar, A14 verh. 3(!) Kindern (gewaltige Zuschläge, die kaum einer bekommt)  mit einem Arzt nach Ä2 vergleichen und dann kommt man ungefähr auf das gleiche Netto, aber schön ignorieren, dass der A14-Lehrer in dieser Situation noch einmal locker 600 Euro von seinem Netto-Gehalt für die PKV bezahlen darf…

    Früher waren “Mathematiker” für logisches, rationales Denken bekannt. Früher…

    schrieb Mister M. am

  • #102

    Ey, wow, 75.000 im Monat…freu mich schon auf meine Beförderung nach A 14. Von den läppischen 65.000, die ich momentan verdiene, geht einfach zu viel für das Hauspersonal drauf, und mein Ferrari kommt allmählich in die Jahre…

    schrieb sturiendat am

  • #103

    Ach Gott. Die wenigstens von euch bis auf die Mathelehrerin haben Ahnung vom Thema. Die Bruttogehälter von Beamten und normalen Angestellten sollte man nicht vergleichen, da viele Sozialbeiträge fehlen.

    De facto kommt ein A14 - Gymnasiallehrer auf ein Bruttoehalt von ungefähr 75.000€ im Monat und A13 Lehrer auf ungefähr auf 65.000€, wenn man es umrechnen würde. (PKV habe ich grob einberechnet.)
    Zum Vegleich:

    Die Gehaltstabelle von A14-Beamten mit 3 Kindern (Stk. I).

    http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte/ni?id=beamte-nds&g=A_14&s=0&f=4&z=100&zulage;=&stj=2012&stkl=1&r=&zkf;=

    Vergleichen wir das mit dem Tarifvertrag von Fachärzten an den Kliniken (Stk. 1).


    http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/aerzte/uniklinik?id=tv-aerzte&g=Ä_2&s=1&zv=VBL&z=100&zulage;=&stj=2012&stkl=1&r=&zkf;=&kk=15.5%

    Ihr seht, dass ein Facharzt musst 70.000€ verdienen, um auf dasselbe Nettogehalt zu kommen wie der Gymnasiallehrer.

    Mfg, und nehmt es mit Humor. Lehrer haben nunmal eine schlaue Berufswahl getroffen und euch sei es gegönnt, doch bitte hört auf zu nörgeln.

    schrieb Mathematiker am

  • #104

    ich möchte mich nachdem ich einiges gelesen habe auch mal zu wort melden. als gelernter bäcker der nun studiert (5 semseter ende in sicht) kann ich vielleicht ein paar aspekte mit einbringen die für andere nicht sichtbar sind weil sie diese 2 so unterschiedlichen wege selten zusammen gegangen haben. erstens der aufwand einer ausbildung (auch andere außer bäcker)  ist wirklich minimal im vergleich zu einem studium das rechtfertigt auch bessere verdienste, ganz zu schweigen betrachtet man die ausbildungszeit realschule+ausbildung=13Jahre /abi+bachelor+master+referndariat=20jahre (ohne worte). auch was die hürden sind n.c. ,50-70 prüfungen a 90-240 min (die hammerhart sein können) sowie etliche belegarbeiten mit insgesamt hunderten seiten (die extrem schwer zu verfassen sind) gegen 20 klassenarbeiten und 4 prüfungen (die man nebenbei mal so schreiben bzw praktizieren kann) fallen eindeutig zu ungunsten der lehrer aus was sich unbedingt finanziell wiederspiegeln muss. so nun zum thema aufwand/arbeitszeit als arbeiter gehe ich auf arbeit und komme von arbeit somit bin ich fertig. die lehrersituation ist viel bescheidener als allgemein angenommen als tutor von mehreren fächern kann ich sagen 90min untericht = 90min vorbereitung. nun kann natürlich das argument kommen das mir ja die erfahrung fehlt die diese zeit verkürzen würde. leider muss ich weder arbeiten korrigieren noch eltern oder lehrerschaftstermine einhalten was wieder zur ausgangsformel führt bzw der aufarbeitungsaufwand noch höher ausfällt- mit einer 40 stunden woche wird es wohl nichts. als arbeiter mache ich einfach meine arbeit haut etwas nicht hin bin ich in den meisten fällen selber schuld oder kann denjenigen zur rechenschaft ziehen der es ist. als lehrer muss ich immer um meine autorität kämpfen und kann nichts machen wenn die schüler nicht wollen. was ferien angeht sehe ich eigentlich die meisten lehrer auf weiterbildungsseminare oder sie passen stundenpläne an. nächster punkt was verdient denn schon ein lehrer ? ich habe ein angebot von 48k anfangsgehalt bekommen wenn ich fertig bin mit einem ” BECHALOR” also ohne master und ref. zugegeben für nen echten sch§$ßjob was der lehrerberuf aber auch sein kann. die verantwortung in relation zum prestige sind ja wohl ein witz lehrer sollten wieder mehr geachtet werden und mehr verdienen.das alles sind FAKTEN und nicht so ein hohles geschwätz was hier andere von sich geben.ihr habt meinen vollen respekt was auch für alle anderern fleißigen leute in deutschland gilt. bitte lasst euch nicht beirren ihr seit wichtig und wenn wir uns den status eines hochentwickelten staates erhalten wollen seit ihr wichtiger denn je.

    schrieb calderes am

  • #105

    Zwei Regeln gab mir mein Seminarlehrer mit auf den Weg:
    a) Gehen Sie niemals mit irgendeinem Problem zu einem Schulleiter. Die meisten Schulleiter lösen keine Probleme, sondern schaffen welche.
    b) Es gibt Dinge, die kann man niemandem erklären, entweder ist es unnötig oder unmöglich. Ein Beispiel hierfür ist die wirkliche Arbeitsbelastung eines Lehrers.

    Wollen wir einmal gegen Regel b) verstoßen, da hier ja “Experten” mitlesen. Viele Lehrer blicken voller Neid auf andere Kollegen mit einer “günstigeren Fächerkombination”,  wie können wir von Außenstehenden verlangen, dass sie mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen aufbringen?
    Einerseits jammern die Eltern, dass ihre armen Kinder in einer Woche zwei Schulaufgaben und fünf Stegreifaufgaben schreiben, dass die aber auch irgendjemand ausarbeiten und korrigieren muss, das zu begreifen, ist schon wieder zu viel verlangt!!

    Ich hatte einen Kollegen, der mit seinen Kindern in einer 70 qm-Wohnung lebte, am Esstisch auf einer Reiseschreibmaschine seine Arbeitsblätter tippte und auch in der Wohnküche korrigierte, und als er in Pension ging, Unterrichtsmaterialien zu entsorgen hatte, die locker in den Kofferraum eines Kleinwagens passten.
    Diese Zeiten sind vorbei.

    Nun, jeder kennt irgendwelche Lehrer, die in fünf Vereinen Ehrenämter ausüben, dazu noch im Stadt- und Kreisrat sitzen,
    während ihrer Unterrichtszeit die Schüler beschäftigen und nebenbei korrigieren usw. Es ist wie in einer Fußballmannschaft, zwei spielen Standfußball und andere haben dafür das doppelte Laufpensum. In jedem Betrieb gibt es “faule Säcke”, die von den anderen mitgezogen werden.

    Liebe künftige Kollegen. Auch das solltet Ihr bei Euren Planungen berücksichtigen. Als Lehrer brauchst Du ein geräumiges Arbeitszimmer, es sei denn, Du willst mit 40 Jahren in der Klappsmühle landen. Bei den heutigen Mietpreisen sind das im Monat locker 250 Euro zusätzlich, die du für die größere Wohnung einplanen solltest. Nicht einmal die Hälfte kannst Du davon absetzen und die Steuererstattung mit Soli und Kirchensteuer beträgt dafür vielleicht 450 Euro/Jahr.

    schrieb Claus Fischer am

  • #106

    Nachtrag:
    Die meisten Lehrer haben nach meiner Erfahrung bis zum Berufseinstieg keine Ahnung, wieviel sie verdienen. Selbst, wenn sie ihre Besoldungsgruppe kennen, wissen sie damit nichts anzufangen. Von Entgeltstufen will ich gar nicht erst anfangen. Viele sind zudem (anfangs) der Meinung, dass alles, was merklich über 1000 Euro liegt, im Grunde ausreicht. Das Referendariat macht eben bescheiden…

    schrieb Schulmeister am

  • #107

    @Paul
    Solche Lehramtsstudenten kenne ich leider auch, einige machen
    bei uns ein Praktikum.
    Wenn ich denen die Realität schonungslos aufzeige, dann geben 90 % sofort ihr Studium auf, daran kann niemand gelegen sein, denn wir haben bereits heute erhebliche Nachwuchsprobleme.
    Ähnlich verhält es sich wohl bei einem Praktikum bei der Polizei.
    Gruß
    Hugo

    schrieb Hugo Schuster am

  • #108

    Ich bin Lehrer und ich kenne NIEMANDEN, der Lehrer geworden ist, weil man viel Geld verdient…
    Darf hier eigentlich jeder seinen unqualifizierten Beitrag abgeben?

    schrieb Schulmeister am

  • #109

    Zitat: Ich kenne viele Lehramtsstudenten. Alle studieren auf Lehramt nur weil sie später viel Geld verdienen wollen und wenig arbeiten möchten. Aber keiner sagt man möchte Kindern Wissen vermitteln.Zitat/Ende

    Ich kannte als Lehramtsstudent viele Lehramtsstudenten. Auf “alle” trifft dies sicher nicht zu. Allerdings kannte ich auch solche - bis sie in der Zwischenprüfung oder im Staatsexamen rausflogen.

    In den härteren Fächern kommen Sie mit der Einstellung spätestens im Referendariat nicht mehr weiter. Und was Referendare betrifft (bei uns sind viele, da große Schule), da ist mir zumindest in meinen Fächern ein solcher ebenfalls nicht aufgefallen. Und das kriegen Sie mit, da können Sie sicher sein, wenn einer “faul” ist. Dauerkontrolle durch alle Beteiligten, durch Kollegen natürlich eher “passiv”, Sie kriegen’s halt mit.

    Zitat: Eigentlich ist das Gehalt ok, aber viele Lehrer leisten einfach nichts. Zitat/Ende

    Wie viele sind “viele”? Gemessen an den Schülern, die eine 5 im Zeugnis haben? Daran gemessen hätte ich auch nichts geleistet.

    Schon mal einen Arzt getroffen, der “Leuten helfen” will? So als Motivation zum Studium? Was erwarten Sie, altruistische Lehrer-Opfer, die sich freiwillig in den Burnout schmeißen? Die von Ihnen beschriebene Sichtweise ist allgemein und typisch. “Ich kenne [...]” und das war’s dann mit Beweisen.

    Bei den Sprüchen wünscht man sich mehr Lehrer von dem Schlag in Ihrem Posting. Das wäre irgendwie - verdient.

    Jeder Lehrerkritiker sollte mal ein, zwei Jahre in dem Beruf Vollzeit arbeiten, möglichst ein Korrekturfach dabei und ein “elternintensives” :D. Und dann sprechen wir nochmal drüber, wie viele Nicht-Lehrer deren Arbeitsbelastung als “gering” und deren Leistung als “nichts” wahrgenommen haben - trotz voller Auslastung. Bei der Diskrepanz würde vielen Kritikern klar, dass sie ü-ber-haupt keine Ahnung haben. Keine.

    schrieb Seeeepferd am

  • #110

    Bin seit mehr als 4 Jahren an einer Förderschule in Frankfurt.
    Habe jetzt einen befristeten Vertrag als Vertretungslehrkraft bekommen.
    Diese Woche habe ich meinen neuen Stundenplan erhalten und ich muß sagen: sehr entäuschend für mich!
    Sollte eigentlich überwiegend für AL Holz und WPU Holz Unterricht eingesetzt werden , da ich von der Berufsrichtung Schreiner mit Ausbildereignung komme, also vom Fach.
    Werde aber überwiegend im Klassenunterricht Mittel und Hauptstufe eingesetzt und das zu einem Gehalt von E5 Stufe 1.Das sind derzeit 1900,- Euro ca. brutto Steuerklasse 1. Da weiß jeder ledige was ich netto verdienen. Irgendwie doch ungerecht, oder!

    schrieb Michael am

  • #111

    Ich kenne viele Lehramtsstudenten. Alle studieren auf Lehramt nur weil sie später viel Geld verdienen wollen und wenig arbeiten möchten. Aber keiner sagt man möchte Kindern Wissen vermitteln.

    Eigentlich ist das Gehalt ok, aber viele Lehrer leisten einfach nichts.

    schrieb Paul am

  • #112

    http://www.ciao.de/Lehrer_in__Test_8748785

    Das “Argument”, man habe vorher gewusst, worauf man sich einlässt, zieht nicht.
    1. Die Bedingungen haben sich - auch während des Studiums - DRASTISCH geändert

    2. SIE wünschen, dass die Fächer von jemandem unterrichtet werden. Fächer zu studieren und den Beruf ausüben zu wollen muss keine Strafe nach sich ziehen. Diese “Argumentation” ist zynisch. Das Ausüben unseres Berufes ist gewünscht - und genau die, die es wünschen, haben die moralische Pflicht, sich solidarisch zu zeigen. So zu tun, als gehe die Menge der Nichtlehrer das alles gar nichts an, ist Kindergartenkäse.

    Rechnen Sie sich doch mal meinen Stundenlohn aus. Auf der angegebenen Seite wäre es möglich.

    schrieb Seeeepferd am

  • #113

    Hallo zusammen,
    ich bin Lehrer an beruflichen Schulen und hätt da mal 2 Leitfragen:

    1) Weshalb wenn unser Beruf so tolle Konditionen hat, wollen immer weniger diesen ergreifen?
    2) Warum bewerben sich auf Führungsaufgaben in Schulen mittlerweile höchstens noch eine Person?

    Alle wissen doch, dass wir das meiste Geld verdienen, mindestens das halbe Jahr frei haben und nur 25-28 Stunden die Woche arbeiten - und auch noch unkündbar sind. Sind denn alle schizophren, dass Sie Berufe ergreifen die sie den ganzen Tag quälen(?).
    Ihr wollt, dass Eure Kinder ordentlich unterrichtet werden, damit sie eine gute Zukunft haben - wollt aber nicht dafür bezahlen. Ihr habt kein Problem damit, dass Unterricht ausfällt weil Lehrer fehlen - regt Euch aber auf wenn die Schüler zu früh nach Hause kommen. Ihr meint den studierten Pädagogen ständig vorschreiben zu müssen wie sie ihre Arbeit zu machen haben - schaut aber nur Euer Kind an.

    Seit wann sind denn die ausführenden Kräfte einer Organisation für die vorgegebenen Zustände verantwortlich sind?
    Wenn Ihr also so denkt, ist das dann Bequemheit? Ist es schön einen nationalen Prügelknaben zu haben? Ist das besser als selber mal Verantwortung zu übernehmen?

    schrieb noch ein Lehrer am

  • #114

    @ Unterrichter
    Ich bin Lehrerin an einer Realschule und unterrichte Mathematik, Englisch und Katholische Religionslehre. Pro Halbjahr schreibe ich 15 Klassenarbeiten, da ich 5 Korrekturfächer habe. Das bedeutet, dass man auch in den Ferien nicht auf der faulen Haut sitzen kann.(Ausnahme:Sommerferien). In den Weihnachtsferien mussten 5 Klassenarbeiten korrigiert werden. In den Herbstferien und Osterferien sah es ähnlich aus. Es gibt Kollegen die 7 Korrekturen haben, sprich 21 Klassenarbeiten pro Halbjahr schreiben.
    Nebenbei müssen diverse Aufgaben organisiert werden. Es stehen Fachkonferenzen, Lehrerkonferenzen etc. an. Klassenfahrten, Projekte, Fortbildungen, Berufswahlorientierung werden geplant und ausgearbeitet. Zudem stehen Woche für Woche Gespräche und Treffen mit Schülern und Eltern an, die leichte bis schwerwiegende Probleme haben (Lernschwierigkeiten,Trauma, Misshandlung,Suizid eines Elternteils,...) . Das bedeutet, dass man zusätzlich auch mit Psychologen, Sozialpäadogen und Jugendamt stark kooperiert, um den Schülern und Schülerinnen eine gute Bildung zu gewährleisten.

    Sicherlich gibt es Lehrer und Lehrerinnen, die ihren Beruf nicht angemessen ausführen. ‘Schwarze Schafe’ gibt es jedoch in allen Berufsfeldern!

    Deswegen auch mein Ratschlag @ Unterrichter: Machen Sie zuerst eine Erfahrung in diesem Beruf und urteilen sie erst dann!

    Ich liebe meinen Job und halte die Besoldung für meine Arbeit angemessen.

    Einer Abschaffung des Besoldungstums stimme ich zu, da es nicht tragbar ist, für ein und dieselbe Arbeit unterschiedliches Geld zu erhalten.

    P.S.: Mich würde gerne interessieren in welchem Berufsfeld Sie arbeiten und wie ihr Arbeitstag/jahr aussieht. Vielleicht hätten Sie einfach Lehrer werden müssen.

     

    schrieb Lucy in the sky am

  • #115

    @T.W.:
    Wieso beschweren sich Krankenhaus-Ärzte über ihre miesen Arbeitszeiten und erdreisten sich dann noch zu streiken? Das weiß man doch, bevor man Arzt wird!
    Wieso wollen die Lokführer andauernd mehr Geld? Den Verdienst kennt man doch, bevor man Lokführer wird!
    Wieso protestieren RWE-Beschäftigte gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze aufgrund des Atomausstiegs? Hätte man doch ahnen können, bevor man in einer Atombude anheuert.
    ...
    Komisch, dass das Grundgesetz überhaupt Koalitionsfreiheit und Streikrecht (letzteres nicht für die verbeamteten Lehrer wohlgemerkt!) zulässt. Weiß man doch alles vorher, worauf man sich einlässt…

    schrieb Mister M. am

  • #116

    @ Schülerfreund

    Wahre Worte!

    @TW

    Ohne Worte…

    schrieb Schulmeister am

  • #117

    @T.W.

    Wäre es nicht so unausgegoren, wäre es eine Unverschämtheit.
    Wir Lehrer erdreisten uns, Bashing nicht unkommentiert hinzunehmen und werden des Jammerns bezichtigt???

    Jeder Beruf hat Schattenseiten. Die nicht benennen zu dürfen, erst recht dann nicht, wenn man sich auch noch vorhalten muss, man würde zu viel verdienen, ist bodenlos. Dazu fällt mir nichts mehr ein.
    Und selbst wenn…
    Sich auszujammern ist absolut hilfreich für die Seelenhygiene. Es schafft Ausgewogenheit und kann dazu beitragen, dass die Balance wieder hergestellt wird.
    Nur, wer eine unangenehme (bis schwer zu ertragene) Situation auch “bejammern” darf, kann auf Dauer damit zurecht kommen.
    So machen das Vertreter ALLER anderen Berufe auch, dann dürfen wir Lehrer das auch, klar?! Ob dir das nun gefällt oder nicht. Es zwingt dich ja niemand, es zu lesen.

    P.S. Wenn jeder, der über seinen Beruf (mal mehr, mal weniger) jammert, ihn aufgeben würde, gäbe es keine Berufstätigen mehr. Ich kenne niemanden, der mehr oder wenig häufig nicht mal ausgiebig jammert. Kaum einer davon ist Lehrer.

    Gerade jemand, der noch gar keinen Beruf hat, sollte mal die Füße ein bisschen stiller halten und nicht den Besserwisser raushängen lassen, bevor er es nicht wirklich beurteilen kann.

    Und es reicht mir langsam, wenn jeder der sich berufen fühlt, meint er täte einen Dienst an der Gesellschaft, indem er sich auch mal auf das hohe Ross setzt und die Lehrer als heulende Weicheier darstellt.
    T.W. mach es erst mal selber und melde dich wieder, wenn du mal zwei Jahre in dem Beruf wirklich gearbeitet hast.

    schrieb Schülerfreund am

  • #118

    Ich stehe auch gerade vor der Entscheidung Lehrer zu werden und bin hierauf durch Zufall gestoßen. Eigentlich wollte ich mich nur informieren, wie das Gehalt als Lehrer sein wird.
    Allerdings finde ich es traurig, wie einige über ihren Beruf sprechen. Bei manchen Kommentaren musste ich daran denken, dass diese Leute vielleicht doch besser einen anderen Beruf hätten anstreben sollen.
    Immerhin gibt es hier einige, die viel über ihre Tätigkeit als Lehrer jammern.

    Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch Recht darauf hat, das zu tun, was er für sich am Besten hält. Und wenn sich ein Außenstehender über das anscheinend “zu hohe” Gehalt beschwert, dann frage ich mich, warum er den Beruf des Lehrers nicht ergriffen hat. Und gerichtet an die Lehrer, die hier im Forum über ihren Beruf jammern: Warum seid ihr dann noch länger in diesem Beruf tätig bzw. wieso habt ihr ihn überhaupt erst ergriffen? Immerhin konnte man auch schon vor dem Studium wissen, was auf einen nach der Ausbildung zukommt! (Zumindest, wenn man sich ausreichend informiert hat und was man eigentlich auch hätte tun sollen). Das mache ich ja genauso. Ich konfrontiere mich momentan mit allen möglichen Themen und Szenarien rund um den Lehrerberuf, die mich erwarten könnten!

    Dazu kann ich als Fazit nur sagen:
    “Jeder ist sein eigenen Glückes Schmied.”

    schrieb T.W. am

  • #119

    Allen, die ständig nörgeln, wir Lehrer wären faul und würden viel zu viel verdienen, möchte ich dringend empfehlen, selbst Lehrer zu werden. (Wenn der Job so toll und sogar überbezahlt ist - warum wirst DU dann nicht Lehrer???)

    schrieb lehrerin am

  • #120

    @Unterrichter:
    Es sind ca. 40 reguläre Schulwochen im Jahr, nicht 32. Bei der heutigen Verdichtung der Leistungsanforderungen an die Schüler (Stichwort “8-jähriges Gymnasium” bei praktisch unveränderten Inhalten) gibt es keinen großen “Leerlauf”, bis auf vielleicht die letzten 2-3 Tage vor den Sommerferien. Und dies wird sicherlich für alle Gymnasien so gelten.
    Und dank andauernder “Reformitis” der Bildungsministerien ändern sich auch andauernd die Lehrpläne / Curricula und Schulbücher: Inhalte fallen weg, dafür kommen andere dazu. Da man nicht jedes Jahr dieselben Fächer in denselben Klassenstufen unterrichtet, kann man davon ausgehen, dass sich beim nächsten Einsatz irgendetwas Grundlegendes geändert hat. Zudem ändern sich gerade in der Oberstufe aufgrund des Zentralabiturs immer wieder die Schwerpunkte, da man ja nicht diesselben Abituraufgaben zwei- oder mehrmals stellen will.
    Und wenn irgendeine Klasse, die man unterrichtet, eine Schulfahrt macht, dann fallen punktuell einzelne Stunden weg. Diese produzieren aber in der Regel “Lücken” im Tagesplan, in denen man wiederum oft für Vertretungen eingesetzt wird. Über diese “Minusstunden” (wenn es keinen Vertretungseinsatz gibt) führen die Schulen aber Buch, so dass man bei der nächsten Gelegenheit vorzugsweise für Vertretungen eingesetzt wird. Und diese kommen mit Sicherheit, da die Schulen keine “Reserven” für Krankheitsvertretungen haben, d.h. was an einer Schule wegen Krankheit ausfältt, arbeiten andere Kollegen (bis auf Randstunden) in der Regel mehr.
    Glauben Sie es mir einfach: Lehrer sein ist ein Fulltime-Job und wir arbeiten sicherlich nicht weniger als in anderen Bereichen der Gesellschaft. Man “sieht” es nur nicht immer.

    schrieb Mister M. am

  • #121

    Eine gute Aufstellung - danke für die Mühe. Das bringt doch ein wenig Licht in die Arbeitswelt eines Lehrers.
    Aber noch offene Fragen von meiner Seite sind: wenn man die reinen Unterrichtswochen zählt bleiben doch viele Wochen unterrichtsfrei: 13 Wochen Ferien + 3 Juliwochen nach Notenschluss + die erste Woche nach den Sommerferien als “Start” + die Unterrichts-Stunden, die durch Klassenfahrten, Sportfeste, Projekte, Hitze-/Schneefrei ausfallen bzw. die letzten Stunden vor vielen Ferien, die “legerer” gestaltet werden und weder große Vorbereitung und gar keine Nachbereitung erfordern.
    SUMME: 52 - (ca.) 20 = 32 “reguläre” Schulwochen pro Jahr. Da fällt doch jede Menge Zeit an, die relativ frei gestaltet werden kann und sicherlich niemanden wirklich “überfordert”. Das muss man doch gegenrechnen und damit fällt dann die Quote der realen Arbeitszeit pro Woche doch wieder deutlich anders aus.
    Weiterhin denke ich: ja, Korrekturzeit bleibt Korrekturzeit, aber die Unterrichtsvorbereitung nimmt doch mit der Erfahrung an Dienstjahren deutlich ab. Sicherlich muss man die ein oder andere Stunde neu vorbereiten (was klar Zeit kostet), aber viele Stunden hat man doch im Ordner, die außer der Kopie von Arbeitsblättern (Zeitaufwand 5 Minuten) keine weitere Vor- und Nachbereitung erfordern.

    Da ich an einem ernstgemeinten Austausch interessiert bin, freue ich mich auf eine Einschätzung bzw. Aufklärung diesbezüglich.

    schrieb unterrichter am

  • #122

    @Unterrichter:
    Auf Dieter Nurh habe ich ja schon hingewiesen. Oder glauben Sie auch, dass die Tagesschau-Sprecher nur 15 Minuten am Tag arbeiten?

    25 U-Stunden verteilen sich auf ca. 8 Lerngruppen, je nach Einsatz in Kurz- oder Langfächern. In diesen schreibt man im Jahr 2 bis 5 schriftliche Arbeiten, je nach Fach. Also im Durchschnitt 3,5 Arbeiten. Sind 8*3,5*28 = Arbeiten im Durchschnitt (ca. 28 Schüler pro Lerngruppe). Also knapp 800 Arbeiten, dir pro Schuljahr zu korriegieren sind. Das kann pro Stück 15 Minuten dauern (untere Klassen) oder 1 Stunde (Oberstufe). Sagen wir im Schnitt 30 Minuten pro Arbeit, da man mehr Unter-/Mittelstufe als Oberstufe hat. Sind also 400 Stunden Korrekturzeit pro Schuljahr. Falls jemand nur Sprachen unterrichtet sicherlich deutlich mehr. Bei 40 Schulwochen also 10 Zeitstunden Korrekturzeit pro Unterrichtswoche.

    Zudem: Wer 6 Stunden Untericht an einem Tag hat, sitzt ja nicht außerhalb des 45 Minuten-Taktes untätig herum, sondern führt Pausenaufsicht, kopiert Arbeitsblätter, führt padägogische Gespräche mit Kollegen und Schülern usw. 6 Stunden Unterricht inkl. der obligatorischen “unterrichtsfreien” Stunden, die stundenplantechnisch nicht vermeidbar sind und gerne wiederum für Vertretungen oder andere Tätigkeiten verwendet werden (wieder Kopieren, Materialien aufräumen, Besprechungen usw.) führen dazu, dass man ca. 6,5 ZEITstunden tatsächliche Arbeit an der Schule macht.

    Berechnen wir einmal ein Zwischenergebnis:
    25 U-Stunden / 6 * 6,5 = 27 Zeitstunden an der Schule
    25 U-Stunden * 0,25 = 6 Stunden U-Vorbereitung
    10 Stunden Korrekturen
    Zwischensumme = 43 Zeitstunden pro Unterrichtswoche (bei 40 Unterrichtswochen pro Schuljahr)

    DAZU kommen:
    Elterntelefonate (vorzugsweise abends), Elternbriefe, Vorbereitung von Schulfahrten: ca. 0,5 Stunden pro Woche = 20 Stunden pro Schuljahr
    Gesamtkonferenzen/Fachkonferenzen/pädagogische Konferenzen (insgesamt mind 8 pro Schuljahr, Dauer zwischen 1 und 3 Stunden jeweils) = ca. 16 Stunden pro Schuljahr
    Elternabende (2 pro Schuljahr) = 4 Stunden pro Schuljahr
    Schulfahrten (nicht jedes Schuljahr, aber im Schnitt sicherlich 2,5 Tage pro Schuljahr, da ca. alle zwei Jahre eine Woche, pro Tag ca. 16 Stunden Arbeitszeit (ohne Schlafenszeit)) = 40 Stunden pro Schuljahr

    Nächste Zwischensumme = 80 Zeitstunden, d.h. 2 Zeitstunden pro Unterrichtswoche

    Noch nicht berücksichtigt: Fortbildung, Mitarbeit in schulischen Arbeitsgruppen und -gremien, die bereits diskutierten Abiturkorrekturen (=1 komplette Woche Zusatzarbeit), die Korrektur zentraler schriftliche Prüfungen in der Mittetstufe außerhalb der normalen schriftlichen Arbeiten, mündliche Abiturprüfungen:, Zensurenfindung.
    Pauschal angesetzt mit 80 Zeitstunden pro Schuljahr (kann weniger aber auch deutlich mehr sein) = 2 Zeitstunden pro Unterrichtswoche

    Summe: 47 Zeitstunden pro Unterrichtswoche. Umgerechnet auf 30 Tage Urlaub (inkl. gesetzlicher Feiertage) bei 40 Unterrichtswochen:
    47 *40 / 46 = knapp 41 Zeitstunden pro “normaler” Arbeitnehmer-Woche

    Wer zwei sprachliche Fächer hat, korrigiert DEUTLICH mehr, wer Sport und Kunst hat deutlich weniger. Aber als Mittelwert ist obige Rechnung realistisch.

    schrieb Mister M. am

  • #123

    Nun bin ich aber überrascht Mister M.! Sie setzen laut Ihrer Aussage pro Unterrichtsstunde in HOHEN Klassen nur 15 Minuten Vor- und Nachbereitungszeit pro Unterrichtsstunde an?!?
    In diesem Forum wird laufend von vielen Lehrern gejammert, dass die Deputatszeit in der Schule ja nur einen kleinen Bruchteil der wirklichen Arbeitszeit ausmacht. Das klingt nun aber ganz anders!
    Wenn ich nun mal die auf Ihrer Aussage basiereende reale Wochenarbeitszeit hochrechne:
    (ca.) 25 Deputatsstunden x 60 Minuten = (ca.) 25 Stunden Wochenarbeitszeit bei 13 Wochen Jahresurlaub.
    Vielen Dank, dieser Hinweis war doch mal wirklich wertvoll und informativ ;-)

    schrieb unterrichter am

  • #124

    @Unterrichter:
    Nein, da macht man keinen Gewinn.

    3 Monate = 12 Wochen. Ein Kurs hat 4 Wochenstunden (nicht 5), d.h. 48 Unterrichtsstunden fallen weg. Sagen wir mit Unterrichtsvor- und Nachbereitung sind das 48 Zeitsstunden. Man kann davon ausgehen, dass man in einem Drittel der Stunden für Vertretungen eingesetzt wird (sind ja “Minusstunden”). Die müssen natürlich auch vorbereitet werden. Bleiben also nur 32 Stunden, die wegfallen. Bleibt bei 60-80 Stunden Korrekturzeit (genauer Wert hängt natürlich vom Fach ab) immer noch eine komplette Woche Zusatzarbeit.

    Und nebenbei: Man hat keine drei Monate Zeit, die Abiturarbeiten zu korrigieren. Je nach Abiturtermin muss das in 3-4 Wochen erledigt werden (der Zweitgutachter braucht im Anschluss ja ebenfalls Zeit, die Korrekturen landen anschließend noch beim Schulleiter und müssen auf jeden Fall vor eventuellen Nachprüfungsterminen fertig sein). D.h. während der Korrekturphase hat man eine effektive Wochenarbeitszeit von 60 Zeitstunden.

    schrieb Mister M. am

  • #125

    Lieber Mister M., den Kommentar mit “Fahrschule?” können Sie sich getrost sparen, das zeugt nun wirklich nicht von hohem Niveau!

    Aber nun zum inhaltlichen:
    “Abitur-Korrektur für EINE Lerngruppe: 60-80 Stunden Zusatzarbeit neben dem gewöhnlichen Pensum…”. Mag sein, aber wenn der Lehrer die Abi-Klasse ab April nicht mehr unterrichtet, stehen doch dafür ca. 5 Stunden x 3 Monate (Mai, Juni, Juli) als Minusstunden auf dem Konto. Während dieser Zeit kann man ja perfekt die Abiklausuren korrigieren, ohne dass dadurch Mehrarbeit entsteht. Aus Unterricht wird einfach Korrekturzeit. Und wenn man auch noch einrechnet, wie viel Vor- und Nachbereitungszeit man sich zusätzlich neben den reinen 5 Unterrichtsstunden pro Woche spart, dann hat man ja sogar noch Gewinn gemacht, oder?

    schrieb unterrichter am

  • #126

    Die Stunden fallen nur bis zu den mündl. Prüfungen weg (und natürlich nur der Abiturjahrgang, man ist aber normalerweise in beiden Jahren der Kursstufe eingesetzt), die ja auch intensiv vorbereitet werden müssen, danach gibt es Minusstunden.

    schrieb Schulmeister am

  • #127

    Abitur-Korrektur für EINE Lerngruppe: 60-80 Stunden Zusatzarbeit neben dem gewöhnlichen Pensum = 2 bis 4 Stunden pro Abitur-Arbeit (Schreibzeit der Schüler = 300 Minuten, Bemerkungen, Gutachten schreiben, Besprechung mit Zweitkorrektor).

    Nein, man wird nicht “freigestellt” für die Abitur-Korrektur, das macht man so “nebenbei” (abends, nachts, am Wochenende), dann wenn @Unterrichter (Fahrschule?) im Internet surftt, schläft oder in der Sonne liegt.

    Betrachten wir die Sommerferien daher als “Freizeitausgleich”, Geld gibt’s schließlich keins für Überstunden im schulischen Bereich.

    Ansonsten—> Dieter Nuhr.

    schrieb Mister M. am

  • #128

    ... wenn also die meisten Kollegen in der Obersufe eingesetzt sind, bedeutet das aber auch, dass ab der letzten Schulstunde vor dem Abi eine nicht unwesentliche Anzahl an Deputs-Stunden plötzlich frei ist. Bei mir selbst war das (vor vielen Jahren) ab Mitte April der Fall.

    Und was machen denn die Lehrer der anderen Schularten (außer Gymnasium) in den Ferien? Die haben keine Oberstufe mit anstehendem Abi, also dann wohl auch nichts bis wenig zu tun?

    Ich haben manchmal den Eindruck, es wird mit Gewalt von einigen Lehrern versucht, die Tatsache, dass es viel Ferienzeiten gibt, runterzuspielen und massig Arbeit vorzugeben. Vor allen Dingen bei den Sommerferien glaube ich das nie und nimmer!

    schrieb unterrichter am

  • #129

    Vorübergehend gibt es keine Aufteilung in Seiten mehr, alle Kommentare werden jetzt auf dieser Seite dargestellt. Die Seite lädt etwas länger und die Abnutzung des Scrollrads wird etwas erhöht.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #130

    Ich halte die Gehaltsdebatte in Bezug auf LehrerInnen für eine Endlosdiskussion, in der man ohne Fakten letztlich auf keinen grünen Zweig kommt.

    Klar ist: Die Bezahlung von LehrerInnen nach Stundendeputat ist extrem ungerecht: Es gibt immer LehrerInnen, die aufgrund ihrer Fächerwahl und ihres Engagements extrem eingespannt sind (KorrekturfachlehrerInnen) und solche, die recht entspannt arbeiten können. Sehr arbeitsintensive Phasen wechseln sich mit weniger intensiven ab. Tatsache bleibt: Es hat niemand so richtig einen Überblick darüber, was der Einzelne wirklich leistet. Da gibt es die, die im Verborgenen arbeiten und alles in den Unterricht fließen lassen, andere, die gerade das Minimum machen (hier wären unangemeldete mehrfache Unterrichtsbesuche der Schulleitung angebracht, damit sich Letzteres zum Positiven wendet), dann die Blender und und und.

    Wir haben Lehrerarbeitszeitmodelle, die die Arbeit besser abbilden als das Deputatsmodell. Wenn Lehrerarbeitszeit besser, d.h. nachvollziehbar, dargestellt wird und die oft erheblichen Ungerechtigkeiten ausgeglichen werden können, würde in der Öffentlichkeit auch mehr Respekt für den Lehrberuf entstehen.

    Gerade durch die vielen Grauzonen bei der Lehrerarbeitszeit, die ohne Zweifel existieren, entsteht das Bild vom faulen Lehrer, das für die meisten nicht zutrifft. 

    Die SchulpolitikerInnen machen ihre Hausaufgaben nicht! Setzen, mangelhaft!

    schrieb tintenklecks am

  • #131

    (#818) Schulmeister

    “Die Bekannte von Chris kann sich meiner Meinung nach diese Aktivitäten nur leisten, wenn sie entweder kein volles Deputat hat (das haben nämlich nur die wenigsten Lehrer am Gymnasium, vor allem Frauen haben - auch ohne Familie - zur Wahrung der Lebensqualität häufig reduziert) oder aber keine Beziehung und/oder Familie.”

    In der Tat hat die Dame ein volles Deputat, aber abgesehen von ihrem Pferd, keine Familie.

    schrieb Chris am

  • #132

    (#816) Anregung

    Hallo,
    anbei ein Tip, um schnell auf die letze Seite zu kommen: Einfach dorthin blättern und im Internet Browser dann in die Favoriten nehmen, oder direkt eingeben:
    https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/wieviel-verdienen-lehrer/P800

    Irgendwann ist es dann vermutlich P900

    schrieb Chris am

  • #133

    Es sind fast alle Kollegen in der Oberstufe eingesetzt und müssen sich demnach in die Zentralabitursthemen einarbeiten und haben daher die Klausurberge in allen Ferien (außer Sommerferien) liegen. Und jedes Jahr ist man als Erst- oder Zweitkorrektor (i.d.R. beides) tätig. Damit sind die Osterferien de facto ein Zeitraum, in dem man mehr arbeitet als 40 Stunden die Woche.
    Ja, ich habe bei uns diesen speziellen Job. Es gibt aber eine Vielzahl an anderen Aufgaben und mir fällt spontan kein Kollege ein, der nicht in irgendwelche außerunterrichtlichen Extra-Aktivitäten involviert ist.
    Die Bekannte von Chris kann sich meiner Meinung nach diese Aktivitäten nur leisten, wenn sie entweder kein volles Deputat hat (das haben nämlich nur die wenigsten Lehrer am Gymnasium, vor allem Frauen haben - auch ohne Familie - zur Wahrung der Lebensqualität häufig reduziert) oder aber keine Beziehung und/oder Familie.
    Natürlich kann ich jeden Tag 2 Stunden reiten gehen, wenn ich dafür abends länger sitze.

    schrieb Schulmeister am

  • #134

    Hallo Anregung,

    ja, das müssen wir gelegentlich umstellen. Danke für die Anregung!

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #135

    @ Lehrerfreund

    Wär schön, wenn es auch bei der neu aufgemachten Seite die Möglichkeit gäbe, gleich die letzte Seite (und damit auch die neuesten Kommentare) aufzurufen!

    Wär außerdem toll, wenn man unter der Rubrik “Neueste Kommentare” mehr als nur die fünf oder sechs letzten sehen könnte.

    schrieb Anregung am

  • #136

    @ Schulmeister. Zum Thema Stundenpläne und Abi-Vorbereitung: ich bin sicher und steite es nicht ab, dass erwähnte Aufgaben Zeit kosten und in den Ferien erledigt werden müssen. ABER: pro Schule hat EIN Lehrer diesen Job (in dem Falle Sie) und nicht alle. Das gilt auch für Abi-Vorbereitung: nur die Lehre, die im kommenden Jahr Abi-Prüfungen abnehmen haben diese Aufgabe zu erledigen, ALLE anderen nicht! Und die ANDEREN sind ja wohl ziemlich viele. Und besonders, wenn man noch Grundschulen, Hauptschulen und Realschulen (System in Bayern) mit einrechnet. Ergo haben die meisten Lehrer in den Sommerferien bis auf evtl. eine Woche Vorbereitung und 2 Tage Konferenz NICHTS zu tun! Das betätigen mir auch alle Lehrer, die ich kenne und das sind nicht wenige!
    Nur weil Sie also Zusatz-Aufgaben haben, die undankbarerweise viel Zeit in den Ferien kosten, bedeutet das nicht, dass alle Lehrer wie Sie in den Ferien fast durcharbeiten. Das trifft einfach nur für die Minderheit zu. Und ich wollte nie behaupten, dass Sie persönlich nichts arbeiten, sondern dass generell die MEISTEN Lehrer in den Sommerferien kaum etwas zu tun haben. Das stützt auch das Bsp. von Chris.

    schrieb unterrichter am

  • #137

    @Schulmeister
    mit dem Schnitt 2,7 durch Unmotivation wollte ich nur herausstellen, dass es bei Lehrern viel weniger auf das persönliche Engagement und die Leistung ankommt, am Ende ganz egal was gemacht wird, das mit der beschriebenen Person vergleichbare Gehalt herauskommt.

    Nirgends habe ich im Übrigen gesagt, dass jemand zu schlecht bezahlt wird. Die Bezahlung eines High-Potentials passt sicher zur Gehaltstruktur in Deutschland (Die meisten anderen können da wohl kaum mithalten und bekommen entsprechend weniger Gehalt). Aber zu erkennen, dass verbeamtete Lehrer in BW vom Gehalt in dieses Gefüge noch passen, fällt mir sehr schwer. Aber vielleicht kannst du es mir erklären. Die Gehaltsprogression ist bei Lehrern ja wohl auch nicht soo schlecht oder? Hat man dann mal das ein oder andere Kind usw. dann bekommt man doch in etwas höherem Alter gleich mal so auf 3300€ => und liegt wohl so im Bereich der 70000-80000€ Marke. Dafür sind dann in der Wirtschaft aber auch ziemlich bald AT Verträge notwendig. Und da steckt dann meist doch etwas mehr dahinter, als so mancher Lehrer sich vorstellen kann.

    Übrigens, du kannst es gerne selbst eingeben, die Einstiegsgehälter sind hier zu sehen: http://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/beamte/bw?id=beamte-bawue-2012 Krankenkasse habe ich noch abgezogen.

     

     

    schrieb Vergleich am

  • #138

    (#812) Schulmeister

    Also meine Tochter hat eine Reitkollegin, die ist Latein- und Geschichtslehrerin mit vollem Deputat am Gymnasium, alle Stufen.

    Sommerferien letztes Jahr: 5wöchige Alpenüberquerung per pedes
    Sommerferien dieses Jahr: 4 Wochen Jakobsweg

    (Also ich könnte garnich soviel am Stück freibekommen!)

    In den Osterferien dieses Jahr war sie auf Reit-Fortbildung 1 Woche, Weihnachten ist sie in der Regel in Berlin (da stammt sie her).

    Ansonsten verbringt sie täglich (etwa 5 mal pro Woche) 2,5 Stunden im Reitstall bei ihrem Pferd.

    Irgendwie sieht es so aus, als ob die Dame die oben erwähnten Aufgaben nicht wahrnehmen muss, oder das besser im Griff hat.

    .... und sie ist, soweit ich das beurteilen kann, eine gute Lehrerin, die ihren Beruf sehr ernst nimmt, bei den Schülern beliebt ist, obwohl ausgesprochen streng.

    Sie macht dennoch weder einen unterbezahlten noch einen erschöpften Eindruck auf mich.

    schrieb chris am

  • #139

    @Chris
    Das was ich oben beschrieben habe, hat absolut gar nichts mit “Einteilung” zu tun, das kostet einfach Zeit.

    schrieb Schulmeister am

  • #140

    @Verlgleich
    Kein Lehrer bekomme 2800 Euro netto Einstiegsgehalt (eher 2300), das Referendariat für das höhere Lehramt lag in der Vergangenheit bei 2 Jahren und was Du mit einem “Schnitt von 2,7 durch Unmotivation” meinst, erschließt sich mit nicht. Und wenn Du schon von Einstiegsgehältern sprichst (zudem mit falschen Zahlen), dann verschweige nicht, dass die Gehaltsprogression bei Lehrern bzw, bei Beamten im Allgemeinen äußerst gering ist und weit unter dem liegt, was in der so genannten freien Wirtschaft an Zugewinnen üblich ist.
    Lehrer verdienen zweifelsohne nicht schlecht, dass behauptet in diesem Forum auch niemand (mir fällt spontan zumindest niemand ein). Nur, weil es andere Berufe gibt, die vielleicht schlecht bezahlt sind, gibt es keinen Grund, eine Reduzierung der Lehrerbezüge zu fordern. In der Natur nennt man so etwas Futterneid… Nach dieser Logik würden sich die Gehälter der verschiedenen Berufgruppen in einer ständigen Abwärtsspirale befinden.

    schrieb Schulmeister am

  • #141

    (#804) Schulmeister

    also, ich denke mal, dass man sich das nur richtig einteilen muss, dann ist sicherlich eine verdiente 4-5 wöchige Erholungsphase möglich.

    schrieb Chris am

  • #142

    Mal eine kleine wahre Geschichte:
    Man hat ein Uni-Institut, das zumindest in Deutschland, wenn nicht sogar in einigen Teilgebieten weltweit zweifellos führend in der Forschung ist. Es werden im Bereich der Regenerativen Energien ausschließlich aktuelle Fragestellungen in Zusammenarbeit mit großen Industrieunternehmen bearbeitet.

    Ratet mal, in welchem Bereich die Einstiegsgehäter liegen, die hier ein Dr.-Ing als sogenannter High-Potential in Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs als Einstiegsgehalt bekommt?
    (Randdaten:
    Ausbildungszeit: 10 Semester Ing.-Studium mit gut-sehr gutem Abschluss + 4 Jahre Promotion (>45h Arbeitszeit/Woche) = 9 Jahre Ausbildungszeit.
    Enthalten: mind. 1 Auslandssemester - hohe Flexibilität, fießende Kentnisse mind. einer Fremdsprache, meist hohe soziale Kompetenz / gerne auch Leiter von Uni-Segelgruppen,...)

    ==> 58.000€ (35h Woche) - 65.000€ (keine Arbeitszeitbegrenzung) Brutto
    ==> 2697€ - 2950€ / Monat.

    und nun der Lehrer als Vergleich (wahrscheinlich der Rest ja bekannt):
    (Randdaten: 10 Semester Lehramtsstudium abgeschlossen + 1,5 Jahre Referendariat = 6,5Jahre Ausbildungszeit, Schnitt durch Unmotivation bei 2,7, natürlich keine Sprachkenntnisse, Softskills werden eh vernachlässigt, zählt bei der Bewerbung ja eh nichts)
    ==> 2915€ Netto / Monat in BW verbeamtet abzgl. 100€ KK ==> 2815€.
    (ohne eventuelle Zulage und was es noch alles gibt mit Familie,...) Weitere Vorteile: Pensionszahlung, günstigere Versicherungen,...

    Ohne, dass ich nun Urlaubszeiten, Arbeitszeiten oder Sonstiges vergleichen möchte, sollte hier jedem (auch dem Lehrer) klar werden, dass da etwas im Moment schief läuft. Das Einstiegsgehalt des High-Potentials ist sicherlich nicht schlecht und auch angemessen, verglichen mit dem was sonst so in BW verdient wird. Das Gehaltsgefüge in der Wirtschaft stimmt meiner Meinung nach. Was in der Rechnung überhaupt nicht passt, ist das Lehrergehlt. Und würden in Deutschland die Ings, Drs. usw. nicht eine im Vergleich zu anderen Ländern gigantische Leistung bringen, dann hätten wir genau aus dem Grund der Überbezahlung von Lehreren(ca. 70000 allein in BW) hier ein 2. Griechenland.

    schrieb Vergleich am

  • #143

    @Schulmeister

    Das ist ja auch verständlich, aber in dem finanziellen Ausmaß dann doch nicht. Und das Argument mit der “pädagogischen Verantwortung” kannst vergessen, die trage ich genauso.
    Aber im einem sind wir zum Glück alle gleich…
    Schöne Ferien! ;-)

    schrieb Fachlehrer K am

  • #144

    Ganz einfach, weil man für den höheren Dienst ein Hochschulstudium braucht. Die pädagogische Verantwortung dürfte zudem bei den Sonderschullehrern liegen.
    Es mag zwar manchmal ungerecht erscheinen, aber wir leben nun einmal in einer so genannten Leistungsgesellschaft, in welcher Qualifikation und Bezahlung i.d.R. miteinander verknüpft sind.
    Ich kann ja auch nicht, nur weil ich in einem Gebiet der Geschichte außerordentlich bewandert bin und vielleicht mehr weiß als ein Professor, Vorlesungen an der Uni halten und ein C4 Gehalt fordern…

    schrieb Schulmeister am

  • #145

    @ Fachlehrer K

    Ich fürchte, dass es genau an der Sache mit dem Studium liegt. Wer sich den Luxus leistet (weil er es kann und will), Zeit und Geld in eine universitäre Ausbildung zu investieren, der kann, zumindest im Lehrwesen, auch mit mehr Gehalt rechnen. Vielleicht lautet die ‘offizielle’ Begründung, dass man durch das Studium mindestens 4 Jahre Gehalt und Rentenbeiträge einbüsst (kein sz auf der Tastatur).

    Nicht zuletzt macht sich diese an der Ausbildung und nicht am Arbeitsumfang bemessene Besoldung auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR bemerkbar, wo bspw. Grundschullehrer noch immer nicht wie im ‘Westen’ bezahlt werden, weil sie ihr Studium bereits nach Klasse 10 und nicht erst nach dem Abitur aufnehmen konnten. Das ist aber mit Ihrem Fall nicht ganz gleichzusetzen, da hier der ‘Ausbildungsabgleich’ bis zur Schulzeit zurückreicht.

    Im Zuge dieses Beitrags möchte ich allen mitlesenden Lehrkräften erholsame Sommerferien wünschen!

    schrieb Mitleser am

  • #146

    Hallo,
    kann mir jemand erklären, warum Fachlehrer an Schulen für Geistig- oder Körperbehinderte nur A9 verdienen, also abzüglich KV als Berufsanfänger so ca. 1700 € und dafür 31 Schulstunden unterrichten müssen? Klar kein Studium usw. aber dann arbeitet man mit Sonderschullehrern zusammen, die das gleiche (oder weniger) machen, allerdings nur 26 Stunden die Woche und dann mit 1000 € mehr nach Hause gehen. Da soll mir mal einer was von Bezahlung nach Leistung oder dass alle Lehrer zuviel verdienen erzählen…

    schrieb Fachlehrer K am

  • #147

    @unterrichter

    Die Fahrten, auf die Du Dich beziehst, sind keine Klassenfahrten, sondern Fahrten ins Ausland (z.B. Partnerstadt), an denen Schüler verschiedener lokaler Schulen freiwillig teilnehmen. Ohne Lehrkräfte geht das nicht.
    Ich habe gerade eine Woche Urlaub gemacht. Jetzt beginne ich damit, die Stundenpläne für alle Lehrer und Schüler fertigzustellen. Allein das wird mich 2-3 Wochen kosten. Dann bereite ich mich auf die neuen Zentralabiturthemen meiner neuen Oberstufenkurse vor.
    Natürlich hat man in den Sommerferien mehr Freizeit als in anderen Ferien (die den Namen in der Regel nicht verdienen). Daran ist auch nichts auszusetzen, schließlich nimmt sich der Großteil der Arbeitnehmer auch den Großteil des Jahresurlaubs im Sommer. Allein meine Korrekturzeit in den “Osterferien” reicht aus, um mir meine “Sommerferien” zu “verdienen”. Da reiße ich in 14 Tagen nämlich ein Pensum an Stunden ab, dass ich hier mal lieber nicht veröffentliche, glauben würden es wahrscheinlich nur Leute mit Ahnung und Weitsicht. Wer so polemisch wie Du von 6,5 Wochen faulenzen spricht, ist sowieso beratungsresistent.

    schrieb Schulmeister am

  • #148

    ACHTUNG: bald sind wieder Sommer-Ferien (zumindst in Bayern). 6,5 Wochen faulenzen sind angesagt. Aber STOPP, ich vergaß: alle Lehrer arbeiten dann ja täglich oder haben maximal 1-2 Wochen Urlaub. Sonst sitzen sie wieder mindetsens 8 Stunden täglich am Schreibtisch und bereiten den Unterricht vor oder verwalten oder fahren mit Schülern (denen das während der Ferien sicher gut gefällt) 3 Wochen auf Klassenfahrt rum. Hoffentlich fängt im Herbst bald wieder die Schule an, denn das bedeutet wahrscheinlich: weniger arbeiten als in den Ferien… Mein Mitleid für die harten Soomerferien haben alle Lehrer schon jetzt.

    schrieb unterrichter am

  • #149

    Ich habe mich mal ein bischen in dieses Forum eingelesen und gebe jetzt auch mal meinen Senf ab: meine Eltern sind Lehrer und ich habe daher beschlossen nicht Lehrerin zu werden, sondern Diplom-Pädagogin. In meinem letzten Job habe ich verhaltensauffälligen, von vielen Problemen geplagten (Drogen, häusliche Gewalt…)jungen Menschen mit wenig Bildung und oft ohne jeden Schulabschluss gearbeitet. Ich war 40 Stunden/ Woche dort arbeitend anwesend, und da wir auch unterrichtet haben war Unterrichtsvorbereitung abends auch noch dran. Urlaub: 25 Tage, normal.Dabei raus kamen als alleinerziehende Mutter ungefähr 1500 Euro. 
    Inzwischen überlege ich mir, doch noch auf Lehramt zu wechseln, denn dort wird einfach fair! (und wie ich jetzt finde auch viel) bezahlt, und man hat einfach viel, viel, viel mehr Zeit!!!

    Abgesehen davon hat jeder der die Chance hat, ein Studium aufzunehmen auch die Chance Lehrer zu werden deshalb verstehe ich das Gejammer von anderen Berufsgruppen nicht, dass Lehrer es so gut haben - werdet`s doch einfach!

    Ich bin aber froh, dass ich die “normale” Arbeitsrealität kennen gelernt habe, auch falls ich noch Lehrerin werden sollte,die Grundbedingungen würde ich dann nämlich absolut genießen!
    Mal sehn ob ich`s noch schaffe…

    schrieb Lavendel am

  • #150

    @Tim
    Ich sprach nicht von selbstorganisiertem Lernen, sondern von Kollegen, die nach einem längeren Schwätzchen auf dem Gang zu spät kommen, 10 Minuten brauchen, um ihre Tasche auszupacken,  ein Filmchen zu unterrichtsfernen Themen zeigen, eine Geschichte aus ihrer Jugend erzählen usw. Wenn das eine Unterrichtsmethode ist, dann ist ein Bankraub ein Kreditgeschäft! Und, da gibt es zwei Möglichkeiten, Schüler, die sich durchbeißen und andere die halt versagen. Beim selbstorganisierten Lernen kann man sich auch viel Falsches aneignen, das weiß jeder, der als Autodidakt versucht hat, das Skifahren, Reiten oder Tennisspielen zu lernen. Außerdem kann aber nicht Sinn einer Schule sein, dass Eltern heute bereits in der Grundschule den Methodenirrsinn der Lehrkräfte ausgleichen müssen bzw. Nachhilfeinstitute Millardenumsätze machen! Wir haben an unserem Gymnasium auch solch einen “Methodenpapst”. Wer den bekommt, sieht sich rechtzeitig in Mathematik nach einer guten Nachhilfe um, und zwar nicht 60 % und nicht 80 %, sondern 100 % der Schüler!

    schrieb Hugo Schuster am

  • #151

    @Hugo Schuster
    Wenn die Schüler sich Inhalte selber erarbeiten bedeutet das nicht, dass der unterrichtende Lehrer faul ist. Im Gegenteil. Die Schüler sollen ja gerade _dazu_ gebracht werden. Der Weg dahin ist zwar lang und mühsam, ich kann aber aus Erfahrung sagen, dass sich ein solcher Unterricht absolut auszahlt.

    schrieb Tim am

  • #152

    @Gasparde
    Ich kann mich den Ausführungen vo Battebiene nur anschließen. Glaube mir, gerade die Lehrer mit “Sendungsbewusstsein” resignieren am ehesten, und zwar aufgrund der Kollegen, der Schulleitung und auch der Eltern. Die Schüler sind hierbei ein eigenes Thema. Ein Kollege sagte einmal:
    “Die besten und engagiertesten Lehrer haben die faulsten Schüler!”. Da kannst Du Dich hineinknien wie ein Ochse und in den Parallelklassen unterrichten Kollegen, die stinkfaul sind und alles äußerst lässig angehen. Bei parallel geschriebenen Leistungsnachweisen haben diese dann evtl. sogar bessere Ergebnisse, weil das, was die Schüler selbst erarbeiten, einfach besser sitzt! Ich habe das in diesem Forum schon einmal geschrieben. Ein Bekannter, der Ausbildungsleiter in einem größeren Unternehmen ist, wollte die Prüfungsergebnisse durch intensive innerbetriebliche Schulungen steigern. Das Gegenteil war der Fall, weil die Auszubildenden ihre eigenen, häuslichen Bemühungen deutlich zurückfuhren.
    Trotzdem, viel Erfolg

    schrieb Hugo Schuster am

  • #153

    Hört,hört-ein Idealist. Wenn du nach deinem Studium und den hoffentlich ersten erfolgreichen 10 Jahren als Lehrer immer noch diese Meinung hast,dann bist du tatsächlich Lehrer aus Berufung. Bis dahin erhalte dir deine Wünsche und Ziele. Ich bin seit 23 Jahren im Schuldienst und erinnere mich immer wieder an meine Beweggründe für meine Berufswahl.Ich liebe meinen Beruf und würde mich immer wieder dafür entscheiden.
    Viel Glück !!

    schrieb battebiene am

  • #154

    Ich habe mich nun seit 18 Uhr durch die letzten 8 Seiten gelesen und muss zugeben, dass ich sowohl entsetzt, überrascht, zuversichtlich, aber auch verwundert bin.

    Ich besuche zur Zeit die 12. Klasse und weiß für mich seit der 8. Klasse, dass meine Zukunft im Lehramt liegen wird.

    Hergekommen bin ich, da ich in meinem kürzlich abgeschlossenen Praktikum mitbekam, dass Lehrer nicht gleich Lehrer ist. Ich hört zum ersten Mal, dass man als Lehrer Beamter und Angestellter sein kann. Was in der Praxis, im Unterricht, keinen einzigen Unterschied darstellt, stellt in der Theorie, auf dem Gehaltscheck, Differenzen von teilweise bis zu 500€ dar. Und dieser Unterschied kommt nicht durch Ausbildung, Studium oder weiß Gott was sonst zustande, das kommt durch 10kg Körpergewicht, durch ungleiche Armlänge und ähnliche Sinnfreiheit. Krankheitsbedingt habe ich schon solange ich zurückdenken kann mit Gewichtsproblemen zu kämpfen, und selbst mit exszessivstem Sport treiben, werde ich nie auf die gewollten Anforderungen kommen. Ich studiere also 5 Jahre lang, habe danach noch 2 Jahre Ausbildung - wie jeder andere Lehrer - und dennoch verdiene ich wegen 20kg mehr auf den Rippen gute 6000€ im Jahr weniger. Ich möchte nicht Lehrer werden, weil ich mir damit eine goldene Nase verdienen will; Ich möchte Lehrer werden, weil ich mich dazu berufen fühle. Natürlich würde ich ein Deputat von 10 Stunden und ein Netto Gehalt von 5 Stunden nicht ablehnen, aber auch weniger Geld und dergleichen würde mich nicht vom Lehrersein abbringen. Von daher versteh ich diese 800 Posting-lange Diskussion über Lehrer verdienen zu wenig/ zu viel nicht so wirklich. Was mich alleinig anfrisst ist, die Tatsache, dass ich aufgrund körperlicher Merkmale weniger verdiene, als Kollegen, die dieselbe Arbeit leisten.

    Auch kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wie man sich so über die allgemeine Lehrermeinung aufregen kann. Das Bild vom Lehrer, der durchs Nichtstun reich wird, gabs schon als ich in die 5. Klasse kam - und ich vermute mal, dass das auch noch länger als ich bestehen bleibt. Mir ist es nur unverständlich wie man sich daran so aufhängen kann. Ich persönliche habe keine allgemeine Lehrermeinung, meine Meinung variiert von Lehrer zu Lehrer und betrifft auch nur diesen. Und sollte ich es wirklich einmal zum Lehrer bringen, wird mich auch die allgemeine MEinung zum Lehrertum nicht kümmern. Ich werde wissen was ich als Lehrer leiste, und wenn andere mir weniger unterstellen versuche ich nicht diesen ewig zu beweisen wie toll ich bin; Ich lasse sie in ihrem Glauben und widme mich weniger vergeudeten Themen.

    Ich habe mich in letzter Zeit mehr denn je über Lehramt und Co informiert, habe dadurch einiges an Kontra erfahren, von dem ich noch nie gehört habe. Und dennoch hoffe ich, dass ich mein Ziel Lehrer zu werden erreichen kann. Auch wenn ich nicht verbeamtet werde, auch wenn ich für gleiche Arbeit weniger als Kollegen aus demselben Jahrgang verdiene, werde ich den Beruf ausüben, weil ich es einfach will. Wird sich für mich jemals die Möglichkeit ergeben dieser “ungerechtigkeit” zu entgehen, werde ich diese wahrnehmen, wenn nicht, dann nicht.

    schrieb Gasparde am

  • #155

    Das ist doch wider mal klar: in solchen Foren treiben sich einfach zu viele “Y+#*%” rum, die nur auf Provokationen aus sind. Traurig und schade!

    schrieb Pädi07 am

  • #156

    hähähähä

    ich wollte mich nur ein wenig austoben, da kam mir dieses forum gerade recht. jetzt wirds mir aber zu anstrengend und ich verdrück mich.

    hat spass gemacht

    alles gute noch bye

    schrieb christopher am

  • #157

    @christopher: ANYWAY: STAY COOL
    raspberry

    Gelingt Ihnen selber grade gar nicht!

    Wenn aus meinem Beitrag nicht hervorgeht, worin mein Problem dabei liegt, Lehrer entsprechend der Notenverbesserung zu honorieren, dann haben Sie ihn entweder nicht gelesen, oder, wie ich bereits vermutet hatte, wollen Sie es nicht kapieren…
    Mein Beitrag war eine Reaktion auf Ihren (Nr. 779). Wo in diesem Beitrag äußern Sie sich zur von Ihnen - meiner Meinung nach übrigens auch etwas “lehrerhaft - angemahnten “Kernfrage”?
    Außerdem, wo habe ich Sie beleidigt? Im Leben gilt für mich der Spruch: “Wer austeilen kann, sollte auch einstecken können.”
    Nun ja, ich habe eine Situation aus meinem beruflichen Alltag geschildert, auf die sie zwar nicht eingehen, aber vielleicht liegt das auch daran, dass Ihnen hierzu keine Argumente mehr einfallen.
    Falls Ihnen noch “konkrete Vorschläge” zu meiner misslichen Lage einfallen sollten, wäre ich sehr dankbar.
    Aber vielleicht gestalte ich die nächste Leistungserhebung etwas einfacher und gebe den Schülern einfach bessere Noten.
    Damit wäre allen geholfen, stimmt’s?

    schrieb Chrissi am

  • #158

    Ich möchte doch mal ein paar Dinge klarstellen:

    1. Die deutsche Lehrerausbildung gehört wohl zu den umfassendsten der Welt. Ich war im Ausland tätig und weiß wovon ich rede.

    2. Qualitativ ist das dreigliedrige (!) deutsche Schulsystem ebenfalls eines der besten der Welt, daran kann PISA nichts ändern, da diese Studien GAR NICHTS über die Qualität des Schulsystems aussagen.

    3. Gerade das dt. Gymasium ist weltweit Spitze, auch wenn von der deutschen Politik mit Hochdruck daran gearbeitet wird, mit unlauterem Wettbewerb diese “Eliteschule” im Zuge der Gleichmacherei Stück für Stück zu demontieren, um dem “Geburtsrecht Abitur” näherzukommen.

    4. Die Noten als Maßstab für die Bezahlung zu nehmem ist und bleibt eine durch und durch dämliche Idee. Die Argumente weiter oben sollten für sich sprechen.

    War das jetzt zu “Oberlehrerhaft”? Das täte mir leid, aber ein Manko der Schulreformler ist, dass Dinge nicht mehr klar ausgesprochen werden und alles ein “bisschen richtig” ist. Was will man beim “Namentanzen” auch falsch machen…

    schrieb Schulmeister am

  • #159

    @christopher

    interessante Interpretation… oder wollen Sie nur nicht einräumen, dass Sie gar keine Vorschläge haben :-)
    Ich habe durchaus Interesse an sinnvollen Vorschlägen, leider machen Sie keine. Statt dessen widersprechen Sie sich. Zuerst sagen Sie, dass man es nicht an Noten festmachen soll und dann sagen Sie man sollte es an Noten festmachen. Nachdem Chrissi und ich versucht haben, Ihnen die Krux mit den Noten zu erläutern, kommt leider nichts mehr von Ihnen… jedenfalls keine Vorschläge.

    Wo hat Chrissi Sie denn beleidigt? Ich kann keine Beleidigung erkennen. Was sie geschrieben hat, ignorieren Sie leider. Naja, wenn Sie darauf eingingen, müssten Sie einräumen, dass ihr “Notenvorschlag” nicht geeignet ist.
    Ich weiß auch gar nicht, warum Sie Chrissi auf die Ausgangsfrage verweisen. Sie hat doch nur versucht, Ihnen mal zu schildern, wie unzuverlässig es sein kann, die Leistung eines Lehrers an den Noten messen zu wollen. Das passt sehr wohl zum Thema. Chrissi ist auf Sie eingegangen, was Sie umgekehrt leider nicht tun.

    Mister M macht es schon richtig. Es hat doch gar keinen Sinn, Ihnen etwas über die tatsächliche Arbeit zu erzählen. Sie gehen ja nicht mal im Ansatz auf das ein, was z.B. Chrissi, ich oder sonst wer geschrieben haben.

    Ich schätze, Sie verstecken sich hinter der vermeintlichen Vermutung Mister M oder ich hätten kein echtes Interesse an Vorschlägen und geben vor, deshalb keine Vorschläge machen zu wollen, die Sie jedoch in Wahrheit gar nicht haben.

    @ruebennase
    Ich habe mich immer um Sachlichkeit bemüht. Ich bin nur immer wieder erstaunt, dass die, die anders denken (hier: christopher) leider inhaltlich kein bisschen auf das eingehen, was ich schreibe. Das lässt mich vermuten, dass sie ihre Standpunkte nicht mehr halten könnten, wenn sie darauf eingingen.

    Sei´s drum…

    schrieb Schülerfreund am

  • #160

    (#780) Schülerfreund

    Sie schrieben:
    “Sie sagen, Sie sähen da durchaus Möglichkeiten. Machen Sie doch mal konkrete Vorschläge.
    Ich kann schon nachvollziehen, wie Sie denken. Das ist aber zu kurz gesprungen. Sie sollten insgesamt differenzierter denken.”

    ICH:
    Die letzen beiden Sätze von Ihnen zeigen mir, dass Sie keinerlei echtes Interesse an Vorschlägen haben. Muss ich auch nicht, denn Sie können schon im Voraus unausgesprochene Dinge nachvollziehen und fordern mich ganz LEHRERHAFT zu differenzierteremn Denken auf.
    Also mache ich auch keine Vorschläge, da ich Ihnen meine dummen Argumente nicht zumuten möchte, Herr Lehrer.

    ANYWAY:  STAY COOL
    :P

    schrieb christopher am

  • #161

    (#785) Mister M

    Ihre Polemik zeigt mir, dass Sie null Interesse daran haben, dass Ihre Arbeit qualitativ beurteilt wird. Daraus leitet sich aber auch die Schlussfolgerung ab, dass sie derzeitige Zustände nicht verändern wollen.
    Somit sind Sie dann ja sicher ein rundum zufriedener Leher?

    schrieb christopher am

  • #162

    (#784) Chrissi
    was für ein Problem haben Sie um alles in der Welt??
    Das Forum beschäftigt sich doch mit der Frage ob verbeamtete Lehrer in Deutschland unterbezahlt sind oder nicht.
    Wie ist Ihre Meinung zu dieser Kernfrage?


    (#786) Chrissi
    1. Danke für die Beleidigung!
    2. Was kapiere ich nicht?

    (#788) ruebennase
    Genau meine Meinung :-)

    schrieb christopher am

  • #163

    Ihr Lieben, warum entspannt Ihr Euch nicht einfach? Jeder Beruf hat sein Für und Wider, an jedem kann man Kritik üben… Und was bringt das bitte? Hat irgendjemand irgendeine Form von Erkenntnis aus dieser teils völlig unsachlichen Diskussion ziehen können, außer dass er natürlich Recht hat und die anderen nicht?
    Warum reicht die Toleranz nicht, um die Tatsache zu sehen: Ja, es gibt gute und schlechte lehrer, so wie es gute und schlechte Banker, Metzger…. gibt.
    Und ja, es gibt viele Lehrer, die ihren Job richtig gut machen, sagt eine Lehrerin.

    schrieb ruebennase am

  • #164

    @christopher
    Es gibt leider Effekte, die ein Außenstehender schwer beurteilen kann. Folgendes sagte mir einmal ein Ausbildungsleiter einer großen Bank: “Die besten Lehrer haben die faulsten Schüler”. Er stellte nämlich fest, dass eine intensive innerbetriebliche Schulung letzten Endes dazu geführt hatte, dass die eigenen Anstrengungen deutlich nachließen und so unter dem Strich schlechtere Prüfungsergebnisse erzielt wurden. Umgekehrt gilt das auch, nämlich dass Schüler und Eltern versuchen, Defizite des Unterrichts durch besondere eigene Anstrengungen (Nachhilfe!) auszugleichen.

    schrieb Hugo Schuster am

  • #165

    @Mister M: :)

    Du hast Recht! Vergebliche Liebesmüh Leuten, die etwas nicht kapieren wollen, etwas erklären zu wollen!

    schrieb Chrissi am

  • #166

    @Chrissi:
    Warum so frustriert? Machen Sie es Ihrer Kollegin nach und teilen Sie sich die Gehaltszulage!

    Alternativ könnte man natürlich am Ende jedes Schuljahres zentrale Vergleichsarbeiten schreiben lassen. Diese müssten natürlich extern konzipiert und korrigiert werden, da Lehrkräfte bekanntermaßen in solchen Dingen nicht objektiv sind und nur Fragen wie “Zähle drei Dinge auf, die du glaubst in diesem Schuljahr gelernt zu haben” stellen.

    Konzeption und Korrektur können natürlich am besten von Verwaltungsbeamten im Kultusministerium durchgeführt werden, die frei von jeder Praxiserfahrung die Leistungszuwächse sicherlich besser als jede Lehrkraft vor Ort beurteilen können. Dann wären die Ergebnisse auch ein Jahr später fertig und die Lehrkräfte vor Ort könnten im Sinne der Schüler ihre Schlüsse daraus ziehen. Es sei denn, die zuständige Sachbearbeiterin geht in Erziehungsurlaub, dann kann das auch schon einmal drei Jahre dauern.

    Da das Ganze natürlich kostenneutral sein muss, muss man im Ausgleich entweder die Klassengrößen erhöhen oder die Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte erhöhen oder deren Gehälter kürzen. Aber bekanntermaßen hängt der Lernerfolg nicht von den Klassengrößen ab (nach dem Krieg ging es auch mit 50 Schülern pro Klasse), die Lehrkräfte arbeiten allesamt sowieso zu wenig (bis zur 40 Unterrichtsstunden-Woche ist noch viel Spielraum) und verdienen prinzipiell zuviel, jedenfalls mehr als der Lokführer von nebenan, und der hat bekanntermaßen den wichtigeren Job, wie jeder leicht feststellen konnte, der letzte Woche Bahn fahren wollte.

    schrieb Mister M. am

  • #167

    @christopher: An den Veränderungen der Noten!!!

    Letztes Jahr hatte eine vorher von mir unterrichtete Klasse eine neue Lehrkraft. Diese war pro Woche einen Tag krank, die Schüler waren mit ihrem Unterricht unzufrieden, die Eltern auch, der Fachbetreuer hatte an ihren Leistungserhebungen viel zu kritisieren, aber eine Sache war supertoll: Die Noten! Plötzlich war die Klasse im Vergleich zum Vorjahr eine Notenstufe besser! Freudestrahlend wurde mir dies von allen Kindern berichtet… Ab dem Halbjahr war die Lehrerin wieder krank und ward bis zum Ende des Jahres nicht mehr gesehen. Dieses Jahr habe ich die Freude, die Klasse wieder selbst zu unterrichten, und obwohl die Noten bei mir wieder schlechter geworden sind (die Kinder sind inzwischen leistungsschwächer als zum Ende der 6. Klasse, als ich sie abgeben hatte) waren die Eltern hocherfreut, dass wieder ein “ordentlicher” Lehrer die Klasse übernommen hat.
    So, wer bekommt jetzt die Gehaltszulage? Die Kollegin, die versucht hat Konflikten bezüglich ihrer Arbeitsmoral und ihres Unterricht mit Hilfe von Gefälligkeitsnoten aus dem Weg zu gehen oder ich, die ich “ehrliche”, am gründlich eingeübten Stoff orientierte, aus machbaren aber anspruchsvolleren Leistungserhebungen entstandene Noten verteilt habe und das im letzten Jahr Versäumte wieder schmerzhaft mit den Schülern kompensieren muss? Sie, die sich aus dem Staub gemacht hat, oder ich, die ich die Konflikte mit den frustrierten Schülern jetzt ausbaden muss?

    Christopher, ich bin gespannt auf ihre Antwort!

    LG, Chrissi

    schrieb Chrissi am

  • #168

    “Ausserdem kann man ja eine LEISTUNGSSTEIGERUNG einer Klasse honorieren, nicht etwa absolute Noten”

    Was denn nun? An den Noten oder nicht an den Noten?
    Die Veränderung der Noten kann viele Ursachen haben, natürlich auch der Lehrer, aber was ist mit Pubertät, Trennung der Eltern, ungünstige Freunde - was auch immer. Wollen Sie das alles dem Lehrer in die Schuhe schieben?
    Konnte ich Sie mit meinen Beispielen nicht einmal dazu bringen, ihre Meinung zu überdenken?

    schrieb Schülerfreund am

  • #169

    (#780) Schülerfreund meinte am 11.03.2011 dazu:
    ” dann sagen Sie doch mal, wie sie die Leistungssteigerung einer Klasse feststellen, woran Sie das festmachen wollen, wenn nicht an den Noten?

    Antwort:
    An den Veränderungen der Noten!!!

    schrieb christopher am

  • #170

    Ab Montag darf ich wieder zwei Lehramtsstudenten betreuen, welche bei uns ein Praktikum ableisten.
    Dabei frage ich mich, wie ich vorgehen soll! Unser Krankenhaus hat es bei mehreren jungen Schnupperpraktikanten aus unserem Bekanntenkreis geschafft, die Schattenseiten des Arztberufes so deutlich aufzuzeigen, dass sie nach kurzer Zeit das Praktikum abbrachen, “weil ihnen klar geworden war, dass sie niemals Medizin studieren würden”.
    Nein, ich mache das anders. Meine künftigen Kollegen hospitieren nur in ausgewählten Klassen, machen dort auch ihre Lehrversuche und bekommen auch sonst eine “heile Welt” vorgespiegelt, die wenig mit der Realität zu tun hat.

    Kürzlich im Fernsehen in einer Büttenrede: “Um 20.00 Uhr werden in unserer Stadt die Gehsteige hochgeklappt, ab 22.00 Uhr ist es stockdunkel, nur um 3.00 Uhr morgens brennt im vierten Stock in einem kleinen Zimmer noch ein schwaches Licht. Es ist ein Lehrer der mit seiner Unterrichtsvorbereitung noch nicht fertig ist!”
    Eine Minute lang, ein Tusch nach dem anderen, das
    ist doch ein Schenkelklopfer.

    Das Image des Lehrers ist gewaltig gesunken. Woran mag das wohl liegen? An einer unserer Schulen gab es einen Lehrer (und später Schulleiter), der war Stadtrat, Kreisrat, Buchautor, Mitglied und teilweise auch Vorstand in mehreren Vereinen. Wir alle fragten uns, wie er das macht? Welchen Eindruck diese Nebentätigkeiten in der Öffentlichkeit erzeugen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Ebenso gibt es einige, von denen ich noch nie etwas Positives gehört habe, und das gilt für Kollegen, Eltern und Schüler gleichermaßen. Aber in der Freizeit zeigen diese Personen ein sehr hohes soziales oder politisches Engagement.

    Was schulisch bei ihnen nicht klappt, das müssen eben die Kollegen auffangen. Denn es ist wie im Fußball, einer spielt Standfußball und zwei andere bewältigen dafür das doppelte Laufpensum.

    Mein Nachbar liegt ab 13.30 Uhr im Sommer bei schönem Wetter im Garten, das sehen viele, dass er aber abends/nachts einige Stunden in seinem Arbeitszimmer verbringt, das sehen nur die Familienangehörigen.

    Schön, wenn man als Lehrer bereits um 13.10 Uhr Tennis spielen kann!

    Leider ist es auch so, dass die heutigen Eltern sich immer weniger in die Abläufe einer Schule hineinversetzen können. Vor ca. einem Jahr wurde in der Tagespresse eine Meinungsumfage präsentiert: “80 Prozent der Eltern würden ihre Kinder lieber in eine Privatschule schicken”. Aber, wenn man in einer staatlichen Schule 15 Euro an Kopiergeld einsammelt, dann dauert es sechs Wochen, bis das jeder Klassleiter erledigt hat.

    Ein Thema sind auch die Fehlzeiten. Es muss doch allen Eltern klar sein, dass sie ihren Kindern keinen Gefallen tun, wenn diese wegen jeder Kleinigkeit zu Hause bleiben dürfen. Muss ein Zahnarztbehandlung unbedingt an dem Nachmittag stattfinden, an dem Unterricht ist?

    Gibt es eigentlich in Finnland, ein Land, das seit der PISA-Studie immer als Vorbild genannt wird, auch solche eine “Kultur des Schulschwänzens”? Es ist geradezu krank, am Flughafen stehen Polizeibeamte und überprüfen Eltern, die mit schulpflichtigen Kindern vorzeitig in den Urlaub fliegen wollen!

    schrieb Hugo Schuster am

  • #171

    dann sagen Sie doch mal, wie sie die Leistungssteigerung einer Klasse feststellen, woran Sie das festmachen wollen, wenn nicht an den Noten?

    In die Klasse einer Kollegin kam letztens ein neuer Schüler hinzu, ein sog. Intensivtäter. Flux sammelten sich um ihn die Wackelkandidaten (Der Kerl ist extrem cool und angesagt). Seit dieser Schüler da ist, ist die Klasse schwieriger geworden. Die Störungen haben merklich zugenommen. Ich vermute, dass auch das Leistungsniveau nachgelassen hat (ich selbst unterrichte in dieser Klasse nicht.) Wie sieht denn da Ihre Lösung aus? Kann die Kollegin etwas dafür? Oder ist es gar ihr zu verdanken, dass diese Klasse überhaupt noch beschulbar ist? Schlägt sich das auf ihre persönliche Erfolgsbilanz nieder? Vielleicht würde ein “besserer” Lehrer als sie sogar wahre Musterknaben aus dieser Klasse machen.

    Natürlich gibt es das, was Sie beschreiben. Es wäre unredlich, wenn ich behaupten würde, dass alle Lehrer supergut sind. Wir haben an unserer Schule auch Kollegen (2 von 35), die wahrlich nichts taugen. Das ist jedoch nicht die Regel und sollte nicht zum Regelfall stilisiert werden. Wie in jedem Unternehmen gibt es auch in Schulen Luschen. Aber wenn deshalb alle Lehrer unter den Generalverdacht des Luschentums gestellt würden, wäre das sehr destruktiv.
    Außerdem sollte man auch bedenken, dass jeder Lehrer (jeder Mensch) persönliche Leistunsgschwankungen hat. Damit meine ich nicht, dass er weniger arbeitet, sondern Umstände, die seine Durchsetzungskraft beeinträchtigen oder einfach seine Kräfte anders binden. Als ich die Trennung von meinem Mann durchmachte, merkte ich nach einer Weile auch, dass meine Klasse irgendwie schwieriger und “schlechter” wurde. Ich machte nichts anders. Ich war nur anders. Erst als ich mich wieder gefangen hatte, änderte sich auch wieder die Klasse zum Positiven. Konkret hätte ich auch in der Retrospektive nichts anders machen können. Von solchen Situationen können viele Lehrer berichten. ich finde, dass man genau daran erkennt, dass in diesem Beruf der ganze Mensch gefordert ist und dass es wichtig ist, dass der Lehrer stark ist. Deswegen ist es wichtig, dass Lehrer gestärkt und unterstützt werden, damit sie die Kraft haben, erfolgreich zu arbeiten.
    An mir selbst merke ich, dass ich gut und erfolgreich arbeite, wenn ich stark bin. Wenn ich aber nicht stark bin, dann fällt es mir nicht nur schwer, sondern ich merke auch, dass es mir nicht so gelingt. Sie können nun sagen, dass das in jedem Beruf so ist. Das mag auch stimmen. Jedoch mischen sich nicht in jeden Beruf so viele Berufene ein und überlegen, wie man die “faulen Säcke” “hinterm Ofen hervorlocken” könnte.

    Der “Stammtisch” täte also einen guten Dienst, wenn er nicht nach noch mehr Instrumenten suchen würde, die Lehrer zu gängeln. Es sollte sich auch mal am Stammtisch herumsprechen, dass die allermeisten Lehrer mit Herzblut dabei sind, sehr verantwortungsvoll ihren Job machen und Unterstützung in jeder Hinsicht brauchen und verdient haben.

    Sie sagen, Sie sähen da durchaus Möglichkeiten. Machen Sie doch mal konkrete Vorschläge.
    Ich kann schon nachvollziehen, wie Sie denken. Das ist aber zu kurz gesprungen. Sie sollten insgesamt differenzierter denken.

    schrieb Schülerfreund am

  • #172

    (#775) Schulmeister meinte am 09.03.2011 dazu:
    ” Die Bezahlung bzw. Beförderung an die “Leistung” der Klasse zu koppeln wäre ein großer Fehler. Wer korrigiert den die “guten” Arbeiten? Es gibt zudem auch sehr schwache Klassen, bekomme ich solche, habe ich das Nachsehen.
    Und Beförderungsstellen gibt es nur sehr wenige und diese sind an Funktionen gekoppelt.

    Christopher:
    Ich habe es gerade schonmal geschrieben, nicht koppeln an absolute Noten sondern an Veränderungen der Klasse. An Noten der Klasse koppeln ist natürlich Quatsch!! Das sehe ich genauso.
    Aber ich beobachte an einem Gymnasium hier in der Nähe Folgendes: Es gibt Lehrer, bei denen die Klassen “besser” werden und es gibt Lehrer, bei denen die Klassen “schlechter” werden. Und es wird sogar zustimmend darüber gesprochen “Ja, bei Kollege X sacken die meistens in der 10ten ab, bei Kollege Y passiert das eher selten”.
    Also leistet doch Kollege Y bessere Arbeit und soll auch entsprechend honoriert werden. MEINE MEINUNG!!!

    Mein Vater war übrigens Studiendirektor und als Student habe ich öfter mal in der Lehrer-Skatrunde teilgenommen. Da wurden auch genausolche Gespräche geführt, über die Lehrerkollegen mit Erfolg und die ohne. “Dem dürfen wir die 8B nicht geben, das schafft der nicht”. Und ich finde dann, die oder der, welche/r die 8B dann doch erfolgreich nimmt, ist schlicht und ergreifend BESSER!!

    Ich habe auch einen Erfolgsabhängigen Lohnanteil und ab und zu laufe ich in richtige Schei…..projekte rein. Dann habe ich ein Quartal halt mal Pech gehabt!

    ÜBRIGENS:
    Aus meiner Sicht ist der Lehrerberuf einer der wichtigsten Dienstleistungsberufe überhaupt, da die Bildung der jungen Menschen ein volkswirtschaftliches Kapital von sehr hohem Wert ist!!

    schrieb Christopher am

  • #173

    (#776) Schülerfreund meinte am 09.03.2011 dazu:

    Und wieso werden dann Schüler an den Ergebnissen gemessen, unabhängig davon ob sie einen guten oder schlechten Lehrer haben? Unlogisch!!!

    Ausserdem kann man ja eine LEISTUNGSSTEIGERUNG einer Klasse honorieren, nicht etwa absolute Noten. Auch kann man z.B. einen 3-Jahres-Zeitraum heranziehen. Also ich sehe da durchaus Möglichkeiten.

    schrieb Christopher am

  • #174

    Ich möchte hier einmal ein Zitat wiedergeben, das ich in einem Lehrerforum zum Thema “Lehrer - seid ihr es gerne?” gefunden habe. Hier geht es überhaupt nicht um Bezahlung, sondern um die Frage, warum wirklich geeignete Personen sich vom Lehrerberuf abwenden: sicher nicht, weil sie so eine gute Arbeit und ein gutes Leben bei fürstlicher Bezahlung haben!

    Hier also das Zitat als Antwort auf eine Anfrage:

    “Der Lehrerberuf kann ein sehr sehr toller Beruf sein, wenn man ihn wirklich mit ganzem Herzen ausübt. Tut man das aber nicht zu 100 Prozent, dann kann das sehr schnell sehr frustrierend sein.

    Ich denke, am Gym ist es auch nochmal anders. Ich wünsche mir oft, dass ich Gym gemacht hätte, denn jetzt kämpfe ich mit so vielen problematischen Schülern, dass es einfach nur noch frustriert.

    Ich habe den Beruf mal aus Überzeugung gewählt und auch im Studium und im Ref beste Noten und auch beste Beurteilungen und Rückmeldungen bekommen, dass ich für diesen Beruf geschaffen bin und das auch gerade an Hauptschulen bzw. Schulen mit sehr schwierigen Schülern, aber genau das macht mich wahnsinnig. Ich denke, ich bin eine gute Lehrerin und bekomme das oft rückgemeldet, aber der Frust ist so viel stärker, dass ich diesen Beruf nun aufgeben und etwas anderes machen werde.

    Man muss sich wirklich sehr viel motivieren können, zu Hause zu arbeiten und vor allem dait leben können, dass Schüler einen oft ablehnen. Ich werde meistens von den Schülern gut akzeptiert, aber ich kann irgendwie auf Dauer nicht damit um, dass Schule generell so abgelehnt wird. Bei jeder kleinsten Aufgabe stöhnen alle rum, beschweren sich über zu viel Arbeit, alles ist ätzend und doof und man kämpft gegen Windmühlen. Dazu kommen Extremfälle an Schülern, die einen monatelang beschäftigen, weil sie nicht beschulbar sind und man da irgendwas machen muss. Wenn dann alle Kollegen einen noch bemitleiden, weil man die schlimmste Klasse dr Schule abbekommen hat, ist man echt frustriert.

    Das soll nicht heißen, dass Schule schlecht ist. Man bekommt auch viel von einigen Schülern zurück, die einen sehr schätzen und bei denen man was bewirkt, aber mit fehlt die Motivation jeden Tag dagegen anzukämpfen, gegen den Unwillen der Schüler und gegen meine eigene Faulheit. Ich möchte auch mal Feierabend haben und den hat man als Lehrer zumindest mental eben selten. Man könnte immer noch was tun.

    Kann alles bei mir auch am Bundesland liegen, denn hier kommt eine schwachsinnige Schulreform nach der anderen, die einem das Arbeiten einfach soo schwer macht, dass man nur noch fluchen möchte. Das sieht woanders sicher auch wieder anders aus.

    Und scher ist es bei Jura nicht anders und man macht viele Überstunden, aber trotzdem ist Lehrer einfach eine andere Art von Beruf, für den man wirklich geboren sein muss.

    Ich würde nicht noch einmal Lehrer werden bzw. wenn, dann für Gym und mit keinem Korrekturfach.

    Naja, nun mache ich das Schuljahr noch zu Ende und werde dann aufhören. Es tut mir jetzt schon um meine Klasse leid, aber ich merke, dass es richtig ist, was ich tue und ich wünschte, ich hätte das vorher schon gewusst.

    Wenn du die Möglichkeit hast, mach noch viele Praktika, auch an anderen Schulformen, wo man mal das wahre Leben sieht, denn Lehrer sein besteht kaum noch aus Unterrichten sondern aus so vielen anderen Dingen inzwischen smile Und wenn es dir gefällt, dann mache es. Wenn du aber Zweifel hast, überlegs dir lieber nochmal!”

    schrieb Tintenklecks am

  • #175

    @Christopher

    Die Idee mit den guten Ergebnissen ist nicht ganz neu, aber leider völlig untauglich und auch ungerecht.
    Wäre das ein Instrument, möchte ich den Lehrer sehen, der freiwillig in einen sozialen Brennpunkt geht oder schwache Schüler unterrichtet. Es gäbe allerdings auch noch die Möglichkeit, die Leistungen der eigenen Schüler einfach großzügiger zu bewerten.

    Ich habe seit Sommer eine Klasse mit unglaublich schwachen Schülern. Bei manchen bin ich schon froh, wenn die Fehlzeiten nicht über 50% liegen oder sie klar im Kopf sind, wenn sie da sind. Leider stelle ich fest, dass meine Schüler ganz andere Probleme/Sorgen/Interessen haben als Mathematik.
    Gemeinsam mit einer sehr begabten Lehramtsanwärterin geben wir derzeit alles, um “bessere Ergebnisse” zu erzielen. Da kommt die LA ganz verzweifelt zu mir und sagt: “Ich hab M gestern eine ganze Förderstunde versucht, die Dezimalzahlen nahe zu bringen. M strahlte mich am Ende der Stunde an und sagt, dass sie es jetzt verstanden hätte. Eben kam M zu mir und sagte, dass sie nicht wüsste, was die Zahlen mit dem Komma zu bedeuten hätten, da wir das noch NIE gemacht hätten.” - Tja, dumm gelaufen…
    Das kenne ich bei dieser Schülerin recht gut. Heute hat sie etwas verstanden, was bei ihr morgen vollständig ausradiert zu sein scheint.

    Meine letzte Abschlussklasse war ungewöhnlich harmonisch und leistungswillig. Die Kollegin in der Nachbarklasse kämpfte wie verrückt dafür, ihren Schülern Inhalte nahezubringen, die ich bei meinen nur kurz erwähnen musste. Quasi im Spaziergang haben die mir Zentralprüfungen hingelegt, bei deren Korrektur es mir vor Begeisterung ganz schwummerig wurde. Meine Kollegin aus der Nachbarklasse ging durch das Tal der Tränen. Ich habe tatsächlich sehr viel entspannter gearbeitet und hatte die deutlich besseren Ergebnisse. Meine Kollegin hatte leider ganz andere Schüler. Sollte sie dafür bestraft werden?

    Ich sage es nicht gerne, aber meine jetzige Klasse mit vielen sehr netten Kindern, die jede Förderung verdient haben, werden nie zu den Besseren gehören. Ich werde um jeden froh sein, den ich zum Abschluss führen kann. Für mich würde das bei Ihrem Vorschlag bedeuten, dass ich mit dieser Klasse niemals “entsprechend honoriert” würde. (Trauen Sie mir ruhig so viel Erfahrung zu, dass ich in der Lage bin, vorsichtige Prognosen zu stellen.)
    Nehmen Sie es mir nicht übel, dass auch ich gern “entsprechend honoriert” werden würde - erst recht bei dem Einsatz. Ich würde also versuchen diese Klasse nicht mehr unterrichten zu müssen. Wenn ich aber keine Chance darauf hätte, “entsprechend honoriert” zu werden, dann weiß ich nicht, ob ich nicht der Versuchung erliegen würde, die Bewertungskriterien einfach großzügiger auszulegen.

    Ihr Vorschlag ist leider völlig untauglich. Nicht jedes Kind ist gleich und nicht jedes Kind lernt gleich. Vergleichsarbeiten sind zwar tauglich, die Leistungen der Schüler zu vergleichen. Sie sind aber nicht geeignet, den Einsatz eines Lehrers mit dem von anderen Lehrern zu vergleichen.

    Richtig spaßig wird es, wenn ein Lehrer Fachunterricht in mehreren Klassen hat. Wie wird er denn “entsprechend honoriert”, wenn er eine Lerngruppe mit guten und besser werdenden Ergebnissen hat und eine andere mit schwachen, nicht besser werdenden Ergebnissen?
    Kriegt er für die eine eine Zulage und für die andere einen Abzug? Sitzt ein und der selbe Lehrer bei der einen Lerngruppe hinterm Ofen und bei der anderen wird er hinterm Ofen hervorgelockt?
    Ich könnte mir vorstellen, dass selbst engagierte Lehrer auf Grundgehalt und Dienst nach Vorschrift runter fahren und sich einen Nebenjob suchen.

    Und wie sollen das denn die Besoldungsstellen nachhalten und berechnen, nach Schülerzahlen, nach Durchschnittsnoten? Ich tippe mal, dass dann ein Sachbearbeiter auf zwei oder drei Lehrer käme (höchstens), denn die müssten ja auch noch die Notenlisten, Schülerzahlen u.A. kontrollieren, aufrechnen und mit den Listen der anderen Lehrern vergleichen - Na, das wäre ein Spaß :-) ... und ich vermute mal eine hervorragende Methode, das System zum Kollaps zu bringen und den Lehrern jegliche Motivation zu nehmen.

    Ich stelle mir gerade Ärzte vor, die danach bezahlt würden, welche Heilungserfolge sie erzielen. Ich würde mich nicht wundern, wenn chronisch Kranke, alte und totkranke Menschen nicht so leicht einen Arzt finden würden.
    Oder Rechtsanwälte bekämen nur noch Honorar, wenn sie erfolgreich wären…
    Oder Polizisten würden entsprechend der Aufklärungsrate bezahlt…
    Oder ein Wachmann, der die ganze Nacht nur rumsitzt und niemand versucht einzubrechen, kriegt nichts, weil er ja nichts zu tun hatte…
    Oder der Sozialarbeiter wird nach der Anzahl der geläuterten Junkies bezahlt…

    Sie können die Arbeit mit und an Menschen nicht mit profitorientiertem Arbeiten vergleichen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #176

    Die Bezahlung bzw. Beförderung an die “Leistung” der Klasse zu koppeln wäre ein großer Fehler. Wer korrigiert den die “guten” Arbeiten? Es gibt zudem auch sehr schwache Klassen, bekomme ich solche, habe ich das Nachsehen.
    Und Beförderungsstellen gibt es nur sehr wenige und diese sind an Funktionen gekoppelt.

    schrieb Schulmeister am

  • #177

    (#768) Tintneklecks

    ZITAT:
    Hinzu komme, dass der Lehrerberuf “für viele leistungs- und karriereorientierte junge Erwachsene nicht lukrativ” sei. Auch deshalb verlangt er von den Kultusministerien, “in differenzierter Weise” für den Beruf zu werben.

    ICH:
    Das ist absolut richtig!!!! Engagierte Lehrer, die kontinuierlich gute Ergebnisse vorweisen können (z.B. dass ihre Klassen in Vergleichsarbeiten regelmässig zu den besseren gehören), sollen entsprechend honoriert werden! Habe ich absolut nichts dagegen. Hierfür wäre doch die Einführung eines Bonus-Systems eine tolle Idee, oder? Auch kann man Beförderungen daran koppeln!
    Man könnte das ja auch so regeln, dass eine Steigerung einer vormals “schlechteren” Klasse honoriert wird. Mir fallen da diverse Spielvarianten ein.
    Gäbe es solche Mechanismen, könnte man leistungsorientierte Menschen durchaus “hinter dem Ofen” hevorlocken.

    schrieb Christopher am

  • #178

    (#766) Chrissi

    Ich unterstütze meine Tocher etwa 8 Stunden/Monat.

    Christopher

    schrieb christopher am

  • #179

    @Mister M.

    das mit dem Club-Med gefällt mir :-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #180

    Ach unterrichter,

    auf Ihren boshaften Unsinn, der nur von totaler Unwissenheit und Verblendung zeugt, mag ich einfach nicht reagieren.
    Ich habe in der Vergangenheit zu oft auf Leute wie Sie reagiert und versucht, ihnen zu erläutern, dass sie sich täuschen. Ich nahm an, dass diese Leute nur nicht wüssten, wie der Beruf wirklich ist und sie bereit sind, auch mal jemanden zu hören, der es beurteilen kann und sie auch bereit seien, die andere Seite zu sehen.
    Inzwischen weiß ich, dass das auf einer ganz anderen Ebene abläuft. Sie wollen gar nicht hören, wie die Lehrer-Arbeit wirklich ist. Es gehört nicht viel dazu, in einem anonymen Forum, sein Mütchen zu kühlen und irgend etwas abzuarbeiten, aber wenn es Ihnen hilft….

    Nur, ich habe hiermit das letzte Mal auf so einen Kommentar reagiert.
    “Don´t feed the Troll” - Sie verstehen bestimmt ;-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #181

    @Unterrichter:
    Zu Ihrem absurden Posting fällt mir nur ein Tipp ein, weil es bei Ihnen offensichtlich zum Lehrer nicht gereicht hat und Sie das Stichwort “Klassenfahrten” erwähnen:

    Werden Sie Animateur im Club Med, dann haben Sie das ganze Jahr über Urlaub…

    schrieb Mister M. am

  • #182

    @unterrichter

    Nur kurz, denn ich bin gerad erst heim gekommen und habe noch 7 Stunden Unterricht für morgen vorzubereiten.
    Hätte ich keine Abi-Klausuren in den Osterferien, dann wären es normale Oberstufen-Klausuren. Das ist zwar etwas angenehmer, aber trotzdem füllt es die Ferien recht gut. Und Korreferent ist man jedes Jahr, d.h., um Abi-Klasuren kommt man am Gymnasium nie herum.
    Dass Klasenfahrten und Wandertage auch organisiert werden müssen, ist Ihnen schon klar, oder? Hinzu kommt, dass ich gerade auf Klassenfahrten ohne Freizeit- oder Geldausgleich jeden Tag 24 Stunden im Dienst bin. Ich bezahle dafür sogar noch!
    Den Termin des Abi-Streichs kennt man in der Regel nicht und die Bücher werden innerhalb von 20min zurückgegeben.
    In den Sommerferien bereite ich mich unter anderem auf meine Oberstufenkurse vor, denn die Themen wechseln jedes Semester und da kommen Sachen wie z.B. “Indien” dran, von denen ich als Englischlehrer vorher keine vertieften Kenntnisse hatte. Lektüren durchzuARBEITEN gehört auch zu den Dingen, die man in dieser Zeit tut. Ich persönlich sitze zudem min. zwei Wochen an der Stundenplanerstellung.
    Ihr Beitrag ist von soviel kindlicher Naivität durchsetzt, dass ich kaum Hoffnung habe, dass meine Zeilen etwas bewirken, aber man gibt als Lehrer eben nie die Hoffnung auf…

    schrieb Schulmeister am

  • #183

    Unterrichter weiß nicht, was es bedeutet, als LehrerIn zu arbeiten, und argumentiert immer und immer wieder mit den gleichen Klischees. Deshalb können PolitikerInnen auch ohne Rücksicht auf Verluste, die Arbeitspensen der LehrerInnen nach Gusto erhöhen, weil die ja “so faul” sind und so viel Ferien haben. Für die Öffentlichkeit sind immer nur die unterrichteten Stunden sichtbar. Aber die Realität sieht anders aus!

    Ein Auszug aus faz.net:

    “Nach den Prognosen des Deutschen Lehrerverbands werden von den für die Jahre 2010 bis 2020 etwa 300 000 neu zu besetzenden Lehrerstellen “gut ein Drittel in Ermangelung von Bewerbern nicht besetzt werden können”. Als Ursachen für ein “schwindendes Interesse am Lehrerberuf”, das mit der Pensionierung von etwa 350 000 Lehrern in den kommenden zehn Jahren zusammenfällt, sieht der Präsident des Verbands, Josef Kraus, die zunehmenden Belastungen, die den Lehrern aufgebürdet würden. Hinzu komme, dass der Lehrerberuf “für viele leistungs- und karriereorientierte junge Erwachsene nicht lukrativ” sei. Auch deshalb verlangt er von den Kultusministerien, “in differenzierter Weise” für den Beruf zu werben.”

    Schönen Gruß von Tintenklecks, der in den Ferien (außer den Sommerferien) korrigierenden und sich vorbereitenden Fachlehrerin mit zwei Korrekturfächern!

    schrieb Tintneklecks am

  • #184

    Würde man eine (Befragungs-)Studie zur “Arbeitsbelastung in Stunden” in verschiedenen Berufsfelder durchführen, dann würden sicherlich bei keinem Beruf wenig Stunden herauskommen, oder wer gäbe gerne/freiwillig an, dass er unter dem Soll arbeitet? Folglich wundert mich das Ergebnis der Lehrerstudie nicht.
    Ich bin auch sicher, dass es Wochen im Lehrerjahr gibt, an denen eifrig korrigiert werden muss (Ostern, aber hier nur diejenigen, die Abi-Klassen haben), Zeugnisse geschrieben werden müssen etc., aber das wird doch aufgehoben durch die direkten Tage vor den Ferien (da wurde mit mir in der Schule immer sowas wie ein Quiz und Ähnliches gemacht) oder die letzten Wochen vor Schuljahresende (Sportfeste, Klassenfahrten, Wandertag, Hitzefrei, Bücherrückgabe, Abi-Scherz usw.), während derer auch nicht mehr viel läuft, zumindest kaum noch “klassischer” Unterricht, weniger Hausuafgaben, keine Tests etc. Ergo fällt in diesen Wochen weitaus weniger Arbeit an, bzw. der Arbeitstag hat dann vielleicht nur 4,5 Stunden: von 8 bis 12.30 Uhr - und dann ist Feierabend. Anschließend kommen 6,5 Wochen Ferien - soviel hat ein Angestellter Arbeitnehmer Gesamturlaub pro Jahr! Und was korrigiert man denn als Lehrer oder arbeitet massiv anderweitig während der Sommerferien?!? Diese Frage konnte mir noch keiner erfüllend beantworten, außer einige Bekannte: “ja, da hab ich einfach frei bis auf 1-2 Konferenzen gegen Ferienende…”.
    In Summe: ca. 6 Wochen “reiner” Urlaub während des Sommers bedeutet “Jahresurlaub genommen”. Dann bleiben ganz einfach alle anderen Ferienzeiten (mit Ausnahme der jeweiligen Feiertage, die haben ja alle frei) als volle Arbeitstage. Dafür möchte ich keinen Sonderapplaus geben, weil ich ja auch an nicht-Urlaubs-Tagen zur Arbeit gehen muss. Und Wochenendarbeit gibt es - analog zu Lehrern - in allen Berufen, die besser bezahlt und mit mehr Verantwortung verbunden sind: freiwillige unbezahlte Fortbildung etc. um auf dem Laufenden zu bleiben und evtl. nicht Geschafftes der Woche aufzuarbeiten etc… Das Wochenende frei hat man als Verkäufer, Friseur oder Fließbandarbeiter weil es in der Natur der Sache liegt und diese Berufe ja auch nicht so gut bezahlt sind, wie Lehrer!
    Ich warte jetzt darauf, dass alle hier im Forum über mich her fallen und mich als Stammtisch-Bruder beschimpfen, aber es wird wieder keinen geben, der mal ganz ehrlich sagt, was er denn wirklich (!) mehrere Stunden täglich während der Sommerferien tut oder wie die Pfingstferien mit täglich 8 Stunden Arbeit gefüllt sind… Traut euch doch einfach mal zu sagen: “ja, ich habe mir den Beruf ausgesucht, weil ich gut bezahlt werde und dabei auch noch mehr als andere Berufe Urlaub habe” statt immer nur über die enorme Arbeitsbelastung zu schimpfen.

    schrieb unterrichter am

  • #185

    @christopher
    “[...]auf Grund des völlig übertriebenen Nachmittagsunterrichts und den häufig noch übertriebeneren Hausaufgaben unter der Woche keine Zeit war.”
    Hmmm, wie lang müssten Sie denn dann mit ihrer Tochter lernen, um all das zu kompensieren, das sie nicht im Nachmittagsunterricht und bei den Hausaufgaben geübt hat? Oder haben die Inhalte der Hausaufgaben mit dem Unterrichtsstoff überhaupt nichts zu tun????????????

    Die Argumentation von Eltern leuchtet mir oft nicht ein. Einerseits zu viel Hausaufgabe, auf der anderen Seite sind die Unterrichtsinhalte nicht genug eingeübt…

    Intravenös spritzen (und dabei noch Spass vermitteln) kann man den Kindern das Wissen leider noch nicht… Aber vielleicht arbeitet man ja inzwischen dran!

    schrieb Chrissi am

  • #186

    @Schulmeister
    Ich würde Ihnen raten, auf solche Kommentare gar nicht zu reagieren.


    Ich habe eine Nachbarin, die bei einem großen Telekommunikationsunternehmen in Düsseldorf arbeitet. Naja, sie nennt es Arbeit, denn sie behauptet, sie arbeitet Vollzeit, ist aber jeden Freitag zu Hause. Sie fährt jetzt gleich für eine Woche an den Arlberg. Dann seh ich noch, dass ihr Auto jedes Wochenende vor der Haustür steht. Ich treffe sie sogar manchmal nachmittags beim Einkaufen. Letztens erzählte sie mir doch, dass sie einen ganzen Tag shoppen war. Und überhaupt: Die hat auch noch die Zeit hin und wieder zu Konzerten zu gehen.
    Ich möchte mal wissen, wann die arbeitet. Wahrscheinlich auch auch zwischen 22 Uhr und 4 Uhr oder noch viel wahrscheinlicher - gar nicht. Aber dass die sich das alles leisten kann, kann doch nur ein Indiz dafür sein, dass sie zu viel verdient.
    Denn eigentlich darf es das doch gar nicht geben, dass es außer Lehrern noch Menschen gibt, die sich ihre Zeit einteilen können. Es darf auch nicht sein, dass es Menschen gibt, die sich noch zusätzlich einen Winterurlaub leisten können.

    Ich finde, wir sollten alle einander mit Argusaugen bewachen und peinlich genau darüber Protokoll führen, wann sie Freizeit haben und immer feststellen, dass Andere zu viel Freizeit haben.
    Wenn ich meine Nachbarin das nächste Mal mittags beim Einkaufen treffe, kann ich auch darauf schließen, dass sie grundsätzlich nur bis mittags arbeitet (und das dann auch nur 4 Tage/Woche). Wenn sie über Karneval in den Urlaub fährt, weiß ich, dass sie viel zu viel Urlaub hat.
    Das, was ich bei ihr sehe, kann doch eigentlich nicht sein, weil der Durchschnittsangestellte (und sie ist “nur” eine Durchschnittsangestellte) mit Müh und Not mal zwei bis drei Tage am Stück frei bekommt. In Wahrheit ist es doch so, dass ein ordentlicher Angestellter mindestens 12 Stunden berufsbedingt außer Haus ist.
    Christopher, Sie zählen ja sogar den Fahrtweg mit, weil es berufsbedingte Aushäusigkeit ist, während der Lehrer nur die reine Netto-Unterrichtszeit zählen darf, keine Aufsichten, Konferenzen, Verwaltungsarbeitszeit etc. oder Vor- und Nachbereitungs oder Korrekturzeit… und schon überhaupt gar keine Fahrtzeit. Ich hab vor Jahren mal an einer Schule arbeiten müssen, die ca. 100km von meinem Wohnort entfernt war. Wenn ich die täglichen 4 Stunden (inkl. Stau war es das auch) Fahrtzeit auch noch mitgezählt hätte… wow

    @christopher
    Die Lernzeit mit Ihrer Tochter ist Ihr Privatvergnügen. Das dürfen Sie nicht heranziehen, um Ihre berufliche Belastung zu untermauern. Mir geht es nicht anders. Ich hab auch eine Tochter, die häufig am Wochenende lernen muss - na und?

    Keiner von uns Lehrern hat gesagt, dass es nicht ok ist, dass wir in den Osterferien (im Herbst und Weihnachten ist es nicht anders) viel korrigieren müssen, aber wir dürfen es doch anmerken, wenn uns gerade mal wieder unterstellt wird, wir täten nichts und hätten so unglaublich viel Ferien, oder?

    schrieb Schülerfreund am

  • #187

    @Christopher

    Ich habe nie etwas anderes behauptet. Nur glaube ich nicht, dass in der Regel zu viele Hausaufgaben aufgegeben werden. In unserer Hausaufgabenbetreuung sind die Schüler in der Regel nach 30 min fertig. Die zweite Stunde Betreuung wird nahezu gar nicht in Anspruch genommen.
    Der Nachmittagsunterricht ist nötig, da der Samstagsunterricht abgeschafft worden ist. Mittlerweile ist aber die Gesamtstundenzahl auch schon minimiert worden.
    Das ist alles eine Folge der bekloppten Idee, die Schulzeit auf 12 Jahre zu reduzieren, weil es im Ausland auch so wäre. Das stimmt aber nur zum Teil, denn dort wird mitunter anders gezählt, sodass man dort auf 13 oder 14 Schuljahre kommt. Zudem ist unser Fächerkanon weitaus umfangreicher, schließlich wollen wir in Dtl. Allgeimeinbildung sowie eine allgemeine Hochschulreife vermitteln…

    schrieb Schulmeister am

  • #188

    (#761) Schulmeister

    WOCHENENDE
    Stimmt, an den Wochenenden faulenze ich in der Regel. Obwohl, leider schreibt meine Tochter sehr häufig Montags Klassenarbeiten, da ist dann häufig “Lernen mit Kind” angesagt, da auf Grund des völlig übertriebenen Nachmittagsunterrichts und den häufig noch übertriebeneren Hausaufgaben unter der Woche keine Zeit war.

    WOCHENENDE2
    Und ich weiss auch, dass an Wochenenden in Lehrerkreisen häufig korrigiert wird.
    -> Das gehört dann halt zum Berufsbild

    FERIEN vs. Urlaub
    Und dass in den Osterferien Klausuren zu korrigieren sind, stimmt auch. Das ist ja auch völlig o.K., dass das so ist.

    schrieb christopher am

  • #189

    Also, als ich noch Schüler und Student war sind wir an Fasnacht IMMER 7 Tage nach Südtirol zum Skifahren. Das war klasse. Es waren auch immer 3 Kollegen meines Daddys dabei. Alles Kollegen vom Gymnasium.
    Mittlerweile (ich bin jetzt 48) bekomme ich es wenigstens noch hin, den Freitag und den RosenMontag Urlaub zu bekommen, da sind es dann wenigstens noch 4 Tage mit gaaanz früh aufstehen und gaanz spät heimkommen. Donnerstags und Dienstags drauf werde ich wohl jeweils mindestens von 7:00 bis 19:00 berufsbedingt ausser Haus sein.
    Damals hatten Lehrer nämlich frei in den Fasnachtsferien und hatten auch genügend Kohle, mit der Familie über den Winter verteilt 3x in Skiferien zu gehen (Weihnachten, Fasnacht, Ostern).
    Scheint wohl vorbei zu sein, diese Ära. Da kann ich ja von Glück reden, dass ich nicht in die Fussstapfen meines Vaters getreten bin.

    Ich weiss, ich weiss, das ist mal wieder Öl ins Feuer, ist aber die Wahrheit, nichts als die reine Wahrheit.

    :P

    schrieb christopher am

  • #190

    @ unterrichtet

    Wieder so ein selten dämlicher “Beitrag”. Akzeptieren Sie einfach mal, dass Lehrer erwiesenermaßen trotz Ferien im Schnitt über 40 Stunden, viele weit darüber arbeiten. Das ist in vielen Studien belegt und in noch keiner Studie widerlegt worden. Damit arbeiten Lehrer weit mehr als der Durchschnitt und wahrscheinlich auch mehr als Sie. Denken Sie mal daran, wenn Sie - wie wahrscheinlich jedes Wochenende - frei haben und wie Sie es ausdrücken würden - faulenzen.
    Die Osterferien werden übrigens für mich genauso wie von Ihnen beschrieben aussehen, denn dann habe ich 55 Abiturklausuren auf dem Tisch.
    Übrigens, Ihnen als Hans Meiser der üblen Nachrede sollte nicht entgangen sein, dass ein Großteil der Lehrer nicht Vollzeit arbeitet und selbst wenn doch, dann können sie im Garten sitzen, wann sie wollen. Zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgens korrigiert es sich übrigens hervorragend. Im Garten ist es um diese Zeit eher ungemütlich…

    schrieb Schulmeister am

  • #191

    Na, dann haben sich ja gottseidank alle lieb und alle können mit gutem Gewissen weiter faulenzen. Ach ja: kommende Woche sind ja schon wieder Ferien. Aber das bedeutet ja für die meisten Lehrer harte “mindestens 8-Stunden-täglich-Schichten” wenn man diesem Forum Glauben schenken darf. Ich werde dann die Lehrer in meiner Nachbarschaft beobachten und stoppen, wie viel Zeit sie täglich im Garten und anderweitig außer Haus beschäftigt sind. Aber vielleicht arbeiten sie ja stattdessen von 20.00 - 4.00 Uhr morgens und ich tue allen unrecht… Gute Nacht

    schrieb unterrichter am

  • #192

    na, dann haben wir ja doch einen Konsens gefunden :-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #193

    (#757) Schülerfreund

    Diesem Beitrag stimme ich zu 100% zu! Vom ersten bis zum letzten Satz.
    :-)

    schrieb christopher am

  • #194

    So sehen Sie, dass es die unterschiedlichsten Berufsbilder und die unterschiedlichsten Beschäftigungsverhältnisse gibt.

    Der Lehrerberuf ist mit Ihrem nicht vergleichbar. Allein schon deshalb, weil wir nicht auf “Umsatz” arbeiten und das auch niemals können.
    Genau weil die Berufsbilder alle so unterschiedlich sind, darf man sie nicht über einen Kamm scheren.
    So, wie ich die Sekretärin wie die Wurstverkäuferin, den Müllmann, den Rechtsanwalt und den Arzt respektiere und nicht über einen Kamm scheren, erwarte ich das auch, dass man meinen Beruf respektiert.
    Lehrer haben genau den Respekt verdient, wie alle anderen und solche Schmähkommentare wie hier zeigen, dass es daran genau fehlt.
    Ich möchte mich nicht dauernd richtig stellen müssen, was ständig formuliert wird und mache das hiermit letztmalig: Ich verdiene nicht zu viel, ich arbeite nicht zu wenig, meine PKV ist nicht billiger als die GKV und die Pension bekomme nicht nicht geschenkt.

    schrieb Schülerfreund am

  • #195

    (#754) Schülerfreund

    Ja, das stimmt, Kündigungen sind nicht so einfach in Deutschland, aber es gibt im akademischen Umfeld doch erheblich viele Jobs mit KOMMISSION-Anteil (ich habe z.B. 70% fix und 30% Kommission, ich bin NICHT im Vertrieb). Ich verdiene im ungünstigsten Fall 70% (da hätte ich ein echtes Problem auf lange Sicht), im Günstigsten kann ich 120% erreichen. Mein Schnitt liegt bei 90%.

    Wenn nun mein AG loswerden will, wetzt er einfach die Ziele so, dass ich nur noch 75% realistisch erreichen kann .... und schon bin ich gezwungen einen anderen Job zu suchen. So läuft das.
    Ich finde das nicht gut, nein, nein, es ist aber häufig so.

    Ausserdem kann man noch betriebsbedingt kündigen, indem man eine bestimmte Tätigkeit in der Firma beendigt, das ist im Dienstleistungsbereich sehr verbreitet und auch recht einfach zu realisieren.

    Das Sekretärinnen-Beispiel passt natürlich nicht in dieses Muster, sonst müsste man erstmal 6 Monate ohne ausjommen.

    schrieb christopher am

  • #196

    @Pädi07

    Nur weil man die Stunden nicht in der jeweiligen Klasse nacharbeitet, in der der Unterricht ausgefallen ist, heißt das nicht, dass diese einfach so unter den Tisch fallen…
    Es gibt ein Arbeitszeitkonto, auf dem man in Relation zu seiner Unterrichtsverpflichtung durch den realen Unterrichtseinsatz fortwährend Plusstunden (durch Mehrarbeit) oder Minusstunden sammelt. Es ist nahezu Unmöglich, jeden Lehrer jedes Schuljahr mit genau der Anzahl von Unterrichtsstunden zu versorgen, die er eigentlich unterrichten müsste. Durch Vertretungsstunden kann ich beispielsweise nach und nach Minusstunden abbauen. Bei Hitzefrei sammelt man eben weitere Minusstunden an… Ist das Minus entsprechend groß geworden (warum auch immer), dann bekomme ich zum neuen Schuljahr beispielsweise zwei Stunden Unterricht mehr pro Woche als ich eigentlich müsste usw. Das gleiche gilt natürlich auch für Plusstunden. Aufgrund von Lehrermangel muss Lehrer XY pro Woche mehr unterrichten und sammelt ein ordentliches Plus an. Zu gegebener Zeit kann er dieses Plus durch Reduzierung der Stundenanzahl wieder ausgleichen. Oder aber ein Jahrhundertsommer erledigt das…
    Nur nebenbei erwähnt, wir hatten diesen Winter zweimal “Schneefrei”. Ich habe an diesen beiden Tagen insgesamt 15 Stunden in der Schule mit Verwaltungsarbeit verbracht und trotzdem 8 Minusstunden gesammelt, weil der Unterricht ausgefallen ist. Soviel dazu…

    schrieb Schulmeister am

  • #197

    @Pädio
    “freie Heilfürsorge” kenne ich persönlich nur vom Hören. Kann sein, dass es die in anderen Ländern als NRW gibt? Gehört habe ich davon mal im Zusammenhang mit Polizisten. Bei Lehrern in in NRW gibt es die Beihilfe, die weniger als 50% (abzüglich Kostendämpfungspauschale) der entstandenen Kosten direkt bezahlt und auch sonst noch gern immer mal was abzieht.

    Minusstunden werden gern durch Vertretungsstunden abgebaut.

    @Christopher
    es gibt tatsächlich gute Gründe gegen eine Verbeamtung, die aber laut Innenministerium (Schäuble, 2009) die fiskalischen Vorteile der Verbeamtung nicht aufwiegen.
    Jedoch hat mir vor nicht langer Zeit ein befreundeter Arbeitsrechtler (selbständiger Anwalt) mal gesagt: “Versuch ich der freien Wirtschaft mal eine leistungsbedingte Kündigung durchzubringen…” Das sagte er als ein Bekannter in der Runde erzählte, wie furchtbar oft seine Sekretärin krank sei und wie unzufrieden er insgesamt sei. Ich kenne mich mit dem Kündigungsschutz in der freien Wirtschaft nicht aus, aber der Arbeitsrechtler meinte, dass man schlecht arbeitende Lehrer auch nicht so einfach entlassen könnte, wenn sie Angestellte und nicht im öffentlichen Dienst wären. Er meinte weiterhin, dass genau das Argument, dass man schlecht arbeitende Lehrer entlassen könnte, wenn sie nicht mehr verbeamtet würden, eben falsch sei.
    Jedoch möchte ich hier nicht so weit aus dem Fenster lehnen. Das weiß ich nur vom Hören-Sagen und kenne mich da nicht aus.

    schrieb Schülerfreund am

  • #198

    Also in der Schweiz sind Lehrer angestellt und verdienen anständig. Wenn allerdings die sogenannte Schulpflege (Kommision aus Schulamt und Eltern) mit einem Lehrer unzufrieden ist, wird er ausgetauscht per 3monatiger Kündigungsfrist. Danach (oder auch währenddessen) hat er die Möglichkeit eine andere Stelle zu suchen und sich zu bewerben.
    Ist der Klassenspiegel entsprechend vorauszusehen, werden Lehrer eingestellt und entlassen, kommt aber nicht wirklich so oft vor.
    Ich wohne im SChweizer Grenzgebiet und es gibt auch vile Grenzgänger, die als Deutsche in der Schweiz als Lehrer arbeiten. Nach Aussage dieser Personen scheint es dort recht erfrischend zuzugehen, man weiss auch, dass wenn man keine gute Arbeit leistet (in den Augen der Schulpflege), der Arbeitsplatz schnell mal weg sein kann.
    Ich würde sofort JA ankreuzen, wenn ich auf einem Bogen mitentscheiden sollte, ob das in DEUTSCHLAND auch so sein soll. Selbstverständlich inklusive einem vergleichbaren Einkommen (gemessen an den Lebenshaltungskosten).

    Das nenne ich leistungs- und Bedarfs- orientiert mit entsprechender Eigenverantwortung.

    schrieb Christopher am

  • #199

    Schülerfreund: nicht schlecht argumentiert, da gebe ich Ihnen gerne mal in einigen Teilen sachlich recht. Dass Beamte billiger sind glaube ich nur bedingt (s. Tabelle des Links meines letzten Beitrags). Beamte werden nicht arbeitslos, dafür muss man viele mitschleppen und teuer zahlen, obwohl man Sie vielleicht gar nicht mehr braucht…, das ist dann wiederum sehr teuer.
    Ich kenne Beamte, die “freie heilfürsorge” haben: hier ist die KV deutlich billiger als die GKV, die Leistungen sind hingegen aber meist qualitativ höherwertiger.
    SChulmeister: Wann (und wie) arbeiten Sie denn die Minusstunden nach? Halten Sie Unterricht an Tagen, an denen die Schüler nicht in der Schule sind? Oder können Sie das dann anders deklarieren?

    schrieb Pädi07 am

  • #200

    Ach Christopher,
    warum prüfen Sie es denn nicht einfach? Haben Sie Sorge, dass SIe herausfinden, dass es doch so ist, wie Sie es nicht glauben wollen?

    Außerdem:
    Legen Sie mir doch nicht Sachen in den Mund, die ich gar nicht geschrieben habe. Eine persönliche Einschätzung, ob ich meine Bezüge zu niedrig finde, habe ich gar nicht gemacht.

    Ich habe lediglich dargelegt, dass wir sehr wohl Beiträge zu unserer Altersversorgung leisten - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Insofern ist Ihre “Botschaft” völlig obsolet!

    Wenn Sie nicht mehr können als boshafte Unterstellungen zu äußern, wirft das letztlich nur das entsprechende Licht auf Sie selbst!

    @Schulmeister
    Bei uns wird das auch so gehandhabt.

    schrieb Schülerfreund am

  • #201

    “Schneefrei” oder “Hitzefrei” bedeutet nicht, dass man Urlaub hat! Man bekommt Minusstunden, die man nacharbeiten muss, obwohl man schon zur Arbeit erschienen ist und Zeit investiert hat! Von wegen billiges Stammtischniveau…

    schrieb Schulmeister am

  • #202

    Oh Pädio, jetzt bin ich anfänglich doch tatsächlich ein wenig in Verzückung geraten, weil ich in den ersten Zeilen annahm, ich bekäme eine sachliche Antwort. Naja, ich hab mich halt getäuscht.

    So, zunächst einmal:
    Es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Gründen, warum es sinnvoll ist, dass Lehrer verbeamtet werden. Es gibt hier eine Diskussion, die Sie vielleicht mal recherchieren sollten.

    Ein rein fiskalischer Grund ist der, dass Lehrer einfach sonst kaum bezahlbar wären. Z.B. ein Land wie NRW mit einem so hohen Bedarf an Lehrern kann sich die daraus entstehenden Lohnnebenkosten einfach nicht leisten. Sie müssen auch bedenken, dass sich das Land die Arbeitgeberanteile bei Beamten einfach klemmen kann. Ich habe kürzlich gelesen (leider weiß ich nicht mehr, wo das war), dass der Bundesrechnungshof ermittelt hat, dass beamtete Lehrer selbst auf die Lebenszeit billiger sind als Angestellte.
    Sie haben ja oben sicher gelesen, dass es ohne Ende Steuerzuschüsse für die Renten geben muss. Meinen Sie, dass würde weniger, wenn die Beamten auch noch rentenberechtigt wären?
    Die Steuerzuschüsse müssen gezahlt werden und obendrauf muss die Arbeitgeberanteile für die Bediensteten auch noch bezahlt werden.
    Es stimmt, dass der angestellte Lehrer weniger verdient (netto). Es stimmt aber auch, dass er brutto mehr verdient. Er kostet aber deutlich mehr. Als ich noch angestellt war, habe ich meinen Arbeitgeber ca. 1500€ pro Monat mehr gekostet als heute.

    Ein gutes Beispiel für eine völlig misslungene Umstellung auf Angestelltenverhältnisse ist Berlin. Die dachten sich auch, dass sie sich so viel Gels sparen könnten (langfristig) Die Rechnung ging aber nur auf, indem sie die Gehälter so stark herabsetzten, dass keiner mehr in Berlin arbeiten wollte. Als dann in Berlin die ganzen Lehrer abwanderten, musste man das korrigieren, und schon ging die Rechnung nicht mehr auf. Ich muss immer an eine befreundete Kollegin denken, die mit zwei Staatsexamen in Berlin etwas mehr als 1400€ verdiente. Ich denke nicht, dass es verwerflich ist, wenn jemand sich dann sagt, dass er dafür nicht studiert hat. Man kann natürlich die Konkurrenzsituation in allen Ländern entschärfen und die Gehälter insgesamt so stark herabsetzen, aber mich würde nicht wundern, wenn dann kein Bundesland mehr Lehrer gewinnen könnte.
    Vor etlichen Jahren wollte SH auch auf Angestellte umstellen. Das verwarfen sie aber fast schneller wieder als sie die Idee entwickelten.
    Es stimmt auch nicht, dass “in vielen Bundesländern” nicht mehr verbeamtet wird. Das sind vielleicht zwei Länder im Osten und Berlin - sonst nirgends.

    Die polemische Äußerung über meinen “vielbesungenen” Gehaltsverzicht können Sie sich sparen. Der ist nicht vielbesungen, sondern real und nachprüfbar. ich zahle keine Arbeitslosenversicherung, ja! Ich kann aber auch gar nicht arbeitslos werden und könnte niemals Leistungen beziehen. Warum sollte ein Beamter also in die Arbeitslosenversicherung einzahlen? Selbständige tun das in aller Regel auch nicht.
    Das Thema der Altersversorgungsbeiträge habe ich oben schon erläutert und Krankenversicherung zahle ich auch. Sie mögen es nicht glauben, aber es ist mehr als die Höchstbeiträge der GKV. Und weil es in der PKV keine kostenlose Familienversicherung gibt, zahle ich sogar deutlich mehr.

    Die Arbeitszeitdebatte aufzugreifen, habe ich keine Lust, weil es müßig ist. Ich arbeite genauso viel wie alle Andere. Auch wenn ich einen Teil meiner Arbeit flexibel zu Hause erledigen kann, ist es dennoch Arbeit und Arbeitszeit. Abgesehen davon ist es nicht so, dass ich es zu Hause erledigen KANN, sondern ich MUSS es zu Hause erledigen, weil ich in der Schule keinen Arbeitsplatz habe.
    Nicht ich bin unverschämt, sondern Sie!
    Es ist eine Unverschämtheit von Ihnen, zuerst zu behaupten, Beamte würden keinen Cent für ihre Altersversorgung leisten. Wenn ich Ihnen dann aber darlege, dass das nicht so ist und Sie es nicht widerlegen können, mir ein lautes Klagen auf Stammtisch-Niveau unterstellen.
    Das ist einfach widerlich!

    schrieb Schülerfreund am

  • #203

    (#745) Schülerfreund

    Bitte auf dem Teppich bleiben!!!

    Der Staat behält keine Gehaltsteile ein abgesehen von Ihren Steuern!
    Wenn Sie der Meinung sind, das dem so ist, weil Sie Ihrer Meinung nach vom Staat zuwenig bezahlt bekommen, ist das etwas anderes.

    Und noch eine Botschaft:
    Love it, change it or leave it!

    Das hat mal eine Chefin zu mir gesagt, als ich meine Unzufriedenheit äusserte über dies und jenes. Also, nicht rumjammern, sondern aktiv werden!

    schrieb Christopher am

  • #204

    ...außerdem bin ich weder “Bankster noch Ingenieur bei Siemens” und auch gegen Bankrettungen und Transferzahlungen in diesem absurden Umfang. Ich bin lediglich interessiert an der Zukunft unseres Landes! Und an einer aufschlussreichen Diskussion über Sinn und Unsinn einiger organisatorischer Aspekte in unserem Beschäftigungssystem!

    schrieb Pädi07 am

  • #205

    Lieber Schülerfreund,
    meine Lösung - oder zumindest mein Vorschlag - wäre es, das Beamtentum zu großen Teilen gänzlich abzuschaffen. Das löst zwar nicht die unnmittelbar und mittelfristig drohenden und nicht mehr umzukehrenden Probleme in den kommenden 50 Jahren, aber danach ist sicher Land in Sicht.
    Angestellte verdienen (brutto und erst recht netto!) in den meisten Fällen weitaus weniger als Lehrer, zahlen dafür aber einen beachtlichen Teil in die Sozialkassen ein. Dazu bekommen sie in aller Regel weniger Altersbezüge ausgezahlt, haben eine schlechtere (aber sicher nicht billigere) KV etc.
    Alle im ÖD sollen für ihre Tätigkeit Geld bekommen, aber wo liegt der Grund, dass man verbeamten muss? Amtsärzte und Richter: ja, Polizei und Feuerwehr: zu Teilen von mir aus auch, da eine Funktion als Staatsinstanz, aber Lehrer: NEIN, warum auch? In vielen Bundesländern werden Lehrer nicht mehr verbeamtet: bis auf die Tatsache, dass sie (bei gleicher brutto-Gehaltsstufe) nun weniger netto verdienen und theoretisch kündbar sind, macht es zu vorher keinen Unterschied. Warum verbeamten diese Länder denn nicht mehr?!? Wohl kaum aus einer Laune heraus, sondern weil es offensichtlich für den Staat (und dessen Zukunft) Vorteile mit sich bringt. Und ihr vielbesungener “Gehaltsverzicht” von Beamten: bei einem durchschnittlichen brutto-Gehalt von weit mehr als 3000 Euro von Lehrern aller Schularten, ist das sicher zumutbar! Dafür zahlen sie weder Arbeitslosenversicherung noch andere Sozialabgaben, wie in folgender Übersicht klar abzulesen:
    http://oeffentlicher-dienst.info/vergleich/b1/

    Wenn ich netto mehr rausbekomme als andere bei gleichem brutto-Einkommen, das doppelte an Urlaubstagen habe, immer wieder mal Hitze- oder neuerdings Schneefrei (wie in Bayern sicherlich an 5 Tagen im letzten Nov-Dez) bekomme und einen großen Teil meiner Arbeit (Vor- und Nachbereitung) flexibel zu Hause machen kann, kann ich doch nicht laut über
    “Gehaltsverzicht” klagen - das nenne ich Polemik und Stammtisch-Niveau und sogar Unverschämtheit.

    schrieb Pädi07 am

  • #206

    @Mister M.
    Sie haben wahrscheinlich recht.

    @Christopher
    Und was macht der Staat mit den einbehaltenen Gehaltsteilen der Beamten? Er gibt sie ebenfalls anderweitig aus und bildet nicht die Pensionsfonds, wie sie schon seit den 50ern gesetzlich vorgeschrieben sind. Somit ist es legitim, dass alle, auch die angestellten Steuerzahler, die Altersversorgung der Beamten mit ihren Steuergeldern zahlen.

    Wenn es bei den Rentnern legitim ist (was ich in keiner Weise in Abrede stelle und nie gestellt habe), muss es bei den Beamten ebenfalls legitim sein!

    Ich führe jedenfalls keinen Feldzug gegen Rentner. Ich wollte nur darlegen, dass der Feldzug gegen die Pensionäre unangebracht ist und dass den Beamten nichts geschenkt wird, auch nicht ihre Altersbezüge und eine Neiddebatte unredlich ist.

    schrieb Schülerfreund am

  • #207

    SCHÜLERFREUND:
    “Gleichzeitig werden etwa 1/3 der Rentenzahlungen aus allgemeinen Steuergeldern gezahlt, also auch aus Steuerzahlungen der Beamten, die hier natürlich keine Auszahlungen erhalten, da sie keine Rente beziehen.”

    Die Rentenkassen sind unter anderem deswegen leer, weil der Staat diese Gelder seit Jahrzehnten zweckentfremdet. Somit ist es legitim, dass alle, auch Beamte, diese Löcher wieder stopfen!

    schrieb Christopher am

  • #208

    Obwohl Sie sich mit Sachlichkeit offensichtlich schwer tun, antworte ich Ihnen dennoch. Wie kommen Sie eigentlich dazu mir so ungehemmt mit einer derartigen Polemik, das Wort im Mund herum zu drehen?
    Ich sprach von Beamten nicht von Lehrern! Vielleicht wissen Sie, dass die Gruppe der Lehrer unter den Beamten sicher eine große Gruppe ist, aber dass es nicht nur Lehrer unter den Beamten gibt.
    Ich habe auch mit keiner Silbe gesagt, dass Beamte den gesamten Saat finanzieren.
    Ja, ich habe gesagt, dass es auch Beamte sind, die durch ihre Steuerleistungen AUCH an dem steuerlichen Zuschuss von 1/3 an die Rentenkassen sich an den Rentenleistungen beteiligen. Wie beachtlich der ist, vermag ich nicht zu beurteilen.
    Dass Beamte nichts kosten, habe ich ebenfalls nicht gesagt.
    Der Staat beschäftigt Menschen (Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Feuerwehrleute, Lehrer u.A.), die eine Leistung für ihn (für die Gesellschaft) erbringen. Dass es die nicht umsonst geben kann, sieht selbst der Staat ein. Was wäre denn nach Ihrer Meinung ein sinnvoller und fairer Umgang mit den Beamten, Beiträge in Form von Gehaltsverzicht und dennoch keine Altersversorgung, weil´s z teuer ist?
    Was ist denn Ihre Lösung dafür, dass es ausgerechnet die Pensionslasten sind, die den Staat vor eine unlösbare Aufgabe stellen?
    Was ist denn mit Steuerzuschüssen für die GKV oder für die Renten oder gar mit Hartz IV?
    Das ist alles ok, nur die Beamten dürfen nix kriegen?
    Beamte finanzieren sich nicht selbst (das habe ich ebenfalls nicht behauptet), aber sie sind Teil der Leistungen für die Gesellschaft.

    Was ich behauptet habe und versucht habe, richtig zu stellen: Beamte leisten Beiträge zu ihrer Altersversorgung und zwar kein bisschen weniger als Angestellte! Das habe ich versucht, Ihnen (entgegen Ihrer Behauptung) darzulegen, nicht mehr, aber auch nicht weniger!!

    Sie vermitteln mir allerdings nur den Eindruck, Sie wollen nur ihr Mütchen kühlen und sind jetzt total beleidigt sind, dass Sie dem von mir Geschriebenen sachlich nichts entgegensetzen können.

    schrieb Schülerfreund am

  • #209

    @Schülerfreund:
    Vergessen Sie es. Gegen Polemik und Stammtisch kommen auch Sie nicht an.

    Wahrscheinlich sind Leute wie Pädi07 und Felix Bankster oder Ingenieure bei Siemens. Aus deren Sicht wird das Steuergeld eben für Bankenrettungen oder Transferzahlungen an Griechenland gebraucht, damit die Bonuszahlungen steigen können und die Griechen sich noch ein paar Kraftwerke oder ICE “leisten” können. Da bleibt für die Beamtenpensionen leider nichts mehr übrig…
    Verteilungskampf eben.

    schrieb Mister M. am

  • #210

    Leider ist es aber so, dass nun einmal vor allen Dingen die Beamtenpensionen den Staat in naher Zukunft vor eine schier unlösbare finanzielle Aufgabe stellen, nicht allerdings die Rentenzahlungen - wahrscheinlich aber, weil diese laut ihrer Aussage ja massiv durch die Gehaltsverzichte der Lehrer querfinanziert werden (das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!). Wie konnte ich nur übersehen, dass ja eigentlich die Beamten mit ihren Steuerzahlungen und Gehaltsverzichten den gesamten Staat finanzieren, also die Stütze Deutschlands darstellen. Aber Sie haben sicherlich gleich eine sachliche Antwort auf meine Aussage. Noch eine Idee:
    Da laut Ihrer Aussage die Beamten also selbst eigentlich nichts kosten und zusätzlich einen beachtlichen Teil der Rentenzahlungen finanzieren, ist die Lösung für die Pensionsproblematik ja ganz einfach: wir brauchen mehr Beamte! Praktisch: Die finanzieren sich ja selbst und alle übriggebliebenen anderen gleich mit. Schreiben Sie doch den Vorschlag mal den zuständigen Stellen im Ministerium, da steht sicher eine Beförderung für Sie an.

    schrieb Pädi07 am

  • #211

    Zu dem Blödsinn, dass kein Beamter jemals auch nur einen Cent in die Pensionskasse eingezahlt hätte, möchte ich doch noch ein letztes Mal etwas sagen und das Stammtisch-Niveau verlassen:
    Natürlich leisten Beamte seit den 50er Jahren ihre Beiträge, indem Gehaltsteile einbehalten werden, die leider nie förmlich ausgewiesen wurden. 1951 wurde 7% veranschlagt (Lesen Sie den Eckmann-Vergleich: Quelle: Finanzpolitischen Mitteilungen Nr. 222, S. 1888, vom 26. November 1955) 1957 wurden die Bruttobezüge der Beamten um weitere 7% gekürzt. Seit den 90er Jahren werden von jeder Besoldungsanpassung 0,2% einbehalten - jedoch nichts davon wurde und wird förmlich ausgewiesen!
    Das Geld versickert - auch in Rentenzahlungen!
    Schon im Bundesbesoldungsgesetz von 1957 war ein Zusatz vorhanden, der besagte, dass diese Gelder zur Altersversorgung der beamten verwendet werden sollten. Auch das geriet in Vergessenheit.

    Ein Schreiben des Bundesinnenministerium vom Aug. 2000 kommt zu folgender Feststellung: „Im System der Beamtenbesoldung und Versorgung ist seit den fünfziger Jahren eine Eigenbeteiligung der Beamten an ihrer Versorgung vorgesehen. Die Pensionen sind wirtschaftlich gesehen auf einbehaltenen, lediglich nicht förmlich ausgewiesenen Gehaltsbestandteilen aufgebaut. Dies bedeutet, bei der Bemessung der Besoldung der aktiven Beamten ist der spätere Versorgungsanspruch bereits berücksichtigt. Die Festlegung der Besoldung unter Berücksichtigung der späteren Versorgung bewirkt also mittelbar einen Gehaltsverzicht“.
    ??Ähnlich fiel auch ein Urteil des VG – Schleswig, Schl HA 2001, 193, aus. Es lautet: „Auch bisher haben Beamte im Vergleich zu Arbeitnehmern durch ihre von vornherein etwas niedriger bemessenen Bruttobezüge zu ihrer Altersversorgung beigetragen, aber in anderer Weise als die rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer. Bei wirtschaftlicher Betrachtungsweise sind die Pensionen auf einbehaltenen, nicht förmlich ausgewiesenen Gehaltsbestandteilen aufgebaut, da der Gesetzgeber bei der Bemessung der Besoldung den späteren Versorgungsanspruch bereits Berücksichtigt hat“

    In der Zeitschrift für Beamtenrecht 1998, Seite 115, hat Prof. Zezschwitz festgestellt, dass die wirkungsgleiche Übernahme der Kürzungen bei den Renten auf die Pensionen zu einer höheren Kürzung bei den Beamten geführt hat als bei den Rentnern. (Ähnliches hat auch das BVerfG festgestellt.)? Der Vorwegabzug ist im Laufe der Jahre nicht nur in Vergessenheit geraten, auch wurden bei den jährlichen Anpassungen der Beamtenbesoldung und -versorgung sogar oft Abstriche aufgrund der Unterstellung gemacht, dass Beamte nichts zu ihrer Altersversorgung beitrügen. Inzwischen sei ein Rückstand der Besoldung hinter der allgemeinen Einkommensentwicklung von bestimmt 15% entstanden. ?Den Beamten werden also niedrigere Bezüge ausbezahlt, die einbehaltenen Differenzbeträge aber nicht erfasst. Das heißt, die Differenzbeträge werden auf den Gehaltszetteln nicht ausgewiesen und anschließend nachmals abgezogen.
    Anders als bei einem Rentner läuft dieser Vorwegabzug bei dem Pensionär aber auch noch weiter. Somit zahlt der Beamte seine Altersversorgungsbeiträge auch noch als Pensionär. Er zahlt aber auch noch Steuern nach der Steuertabelle B und hier also nochmals einen Beitrag.
    Gleichzeitig werden etwa 1/3 der Rentenzahlungen aus allgemeinen Steuergeldern gezahlt, also auch aus Steuerzahlungen der Beamten, die hier natürlich keine Auszahlungen erhalten, da sie keine Rente beziehen.
    Somit beteiligt sich der Beamte also auch noch an den Renten.

    Ich weiß, ein sachlicher Beitrag, der mal mit einigen “Irrtümern” aufzuräumen versucht, wird Leute wie Pädio sicher nicht zum Denken bewegen, aber der Versuch ist es mir wert.

    schrieb Schülerfreund am

  • #212

    @Pädio

    Was Mister M. geschrieben hat, ist kein schlechter Scherz, sondern schlicht die Wahrheit!
    Sie haben offensichtlich keinerlei Vorstellung, von den Größenordnungen! Andererseits liefern Sie damit (nicht Mister M.) einmal mehr ein sehr gutes Beispiel für “Lehrer-Neider-Stammtisch-Niveau”. Schön, dass Sie sich mit solchen Äußerungen selbst ins Abseits stellen und Ihre Bemerkungen anderen gegenüber einfach mal vor dem Spiegel zu sich selbst sagen können.
    Was immer dieser unsinnige letzte Satz auch aussagen soll, auf Sie selbst passt er deutlich besser.
    Ihr Beitrag offenbart so schön gnadenlos Ihre Ahnungslosigkeit

    schrieb Schülerfreund am

  • #213

    ...zum Thema PENSIONEN. Das ist aber nun wirklich ein großes Problem, da kein Beamter jemals auch nur einen Cent in die Pensionskasse eingezahlt hat, später aber über Jahre hinweg 1000e von Euro daraus bezahlt bekommt. Dazu kam bis vor einigen Jahren eine “gehaltsmäßige Beförderung” kurz (etwa 1 Jahr) vor dem Ruhestand in eine erneut höhere Gehaltsstufe, so dass die Ansprüche nochmal enorm stiegen. Zusätzlich bemisst sich die Pensionshöhe ausschließlich am letzten (!) Gehalt, bei der normalen Rente hingegen an den durchschnittlichen Einzahlungen eines gesamten Berufs-Lebens inkl. ggf. “schlechter Jahre” (Ausbildung - Studium, Jungverdiener, Teilzeittätigkeiten, Arbeitslosigkeit etc.).

    @ Mister M.: dass die Pensionen aus “Gehaltsverzicht” der Beamten finanziert werden ist doch wohl ein wirklich schlechter Scherz, oder?!? Sie haben offensichtlich keinerlei Vorstellung von den Größenordnungen! Andererseits liefern Sie damit einmal ein sehr gutes Beispiel für “Lehrer-Stammtisch-Niveau”. Schön, dass Sie sich mit solchen Äußerungen selbst ins Abseits stellen und Ihre Bemerkungen zum Thema “Sinnhaftigkeit von Aussagen” anderen gegenüber einfach mal vor dem Spiegel zu sich selbst sagen können.

    schrieb Pädi07 am

  • #214

    Die Aussage, dass Beamte nicht streiken dürfen, ist falsch- siehe unteren Link! Die Steiks der Angestellten wirken sich im Ergebnis zu den Tarifverhandlungen mittelbar auf die Bezüge der Beamten aus - das wird leider oft vergessen.
    Wenn ich mir die Beiträge durchlese, frage ich mich, wem die Fragestellung nützt. Eine Plattform für Schuldzuweisungen und Jammern auf Höchstniveau? Als Angestellte in Brandenburg habe ich fast 1000 Euro weniger zum Ausgaben als meine verbeamtete Kollegin und muss die gleiche Arbeit machen. Aber ich verdiene doch immer noch so gut, dass wir als Familie klar kommen! Am 8.März, zum Internationalen Frauentag, geht es zum Streik nach Potsdam.Damit es ein bisschen mehr Gehalt wird für die Mehrarbeit, die wir seit einigen Jahren bewerkstelligen müssen. Ach ja, und ich habe mal mehr und mal weniger Freizeit und ich mache meine Arbeit immer noch gern.

    http://www.gew.de/Beamte_duerfen_streiken.html

    http://www.dgb.de/themen/++co++d9edde20-224e-11e0-5802-00188b4dc422

    schrieb Anna Lies am

  • #215

    @felix

    In welcher Branche arbeiten Sie denn?

    schrieb mitschi am

  • #216

    @Felix

    Jeder kann seine Meinung darlegen, wenn es aber darum geht, groben Unfug (und eben keine Fakten) zu verbreiten, dann sieht das anders aus. Wenn das, was Sie sagen, Fakten wären, dann würde es wohl nicht zu viel verlangt sein, diese zu belegen.
    Und Sie irren, wenn Sie meinen, dass Sie mit dieser Ansicht nicht allein dastehen, denn so einen realitätsfernen Beitrag liest man hier selten und Ihre wirre Konstruktion eines Zusammenhanges zwischen Beamtentum und PISA ist hier gar einzigartig…

    schrieb Schulmeister am

  • #217

    Upps, ich hatte ja glatt übersehen, daß dieses Forum “Lehrerfreund” heißt. Ich bitte um Entschuldigung, daß ich als Nichtöffentlichbediensteter meine Meinung darlegte. Beruhigend aber für mein Gewissen, daß ich mit meiner Meinung und Sicht zu Fakten nicht allein da stehe…

    schrieb Felix am

  • #218

    @Felix

    Da muss ich Mr. M völlig zustimmen. PISA sagt über das Beamtentum gar nichts aus. Aber der Beitrag zeigt mal wieder, dass die Menschen jeden Unsinn nachplappern uns sogar noch weiteren Unsinn dazu erfinden.
    Andere Länder drillen ihre Schüler auf PISA, suchen die Schüler eigens dafür aus. Wir haben kein Schulproblem, sondern eher ein Migrationsproblem. Wenn viele Kinder die Sprache nicht beherrschen, wie sollen sie dann bei PISA gut abschneiden? Unsere Einwanderungspolitik ist eben nicht mit jener der “PISA-Sieger” vergleichbar. Aber das können wir ja auch den Beamten in die Schuhe schieben…

    schrieb Schulmeister am

  • #219

    Klar will man Tatsachen nicht gern hören. Lehrer sehen das bekanntlich anders und fühlen sich mißverstanden. Und bei der PISA-Studie geht es ja um das Abschneiden der Schüler. Schlechte Leistungen haben etwas mit der Organisation und Umsetzung der Lehrpläne zu tun. Eine schlechte Arbeitsgrundeinstellung und kein “Bock” auf Kinder habende Lehrkraft wirkt sich auf Kinder nicht gerade förderlich aus. Leider überwiegen bei unseren Kindern diese Anteile. Das sind Tatsachen! Also, weg mit diesen Leuten!? Daran sollten doch eigentlich auch die “guten” Lehrer interessiert sein. Womit wir beim Grundproblem des Berufsbeamtentums wären… Stammtischniveau? Ich habe schon oft mit Lehrkräften zu tun gehabt und geredet. Da wird einem übel, wie weit die meisten vom Alltag in D entfernt sind. Entschuldigung, ich kenne auch einige Ausnahmen! Zusammensetzung der Politiker: Schon mal richtig gelesen? Es ging um Beamte! Einfach mal den beruflichen Werdegang der Juristen-Politiker ansehen. Die wenigsten waren vorher auf dem freien Markt. Meistens erfolgte ein Parteieintritt zu Beginn des (überlangen) Studium und dann ging es gleich in das Schlaraffenland Öffentlicher Dienst oder Parteienzentralen. Das wirkliche Leben kennen gelernt? Fehlanzeige. Juhu! Wieder Stammtischniveau! Es macht keinen Sinn mit Lehrern über ihre Arbeit zu reden und vielleicht noch zu kritisieren… Schade.

    schrieb Felix am

  • #220

    @Felix:
    “Leider ist das Berufsbeamtentum das größte Problem bei PISA und Co.”

    Sagen das die PISA-Studien wirklich? Quelle?

    “Bei Berufsschulen gibt es verbeamtete Tischler, Fleischer usw. Es wird einem schlecht! Diese werden versorgt (über die Beihilfe) incl. der kompletten Familie.”

    Die Beihilfe zahlt mittlerweile auch nicht viel mehr als die gesetzlichen Krankenkassen. Den Rest (bei Singles z.B. 50%) zahlt auch der Lehrer aus eigener Tasche, entweder in bar oder über die seine Krankenversicherung, die er auch selbst bezahlt (vom NETTO-Lohn).
    Und: Die gesetzlichen Krankenkassen versorgen “die komplette Familie” sogar zu 100%. Das macht die Beihilfe nicht.

    “Die Pensionsansprüche brechen jetzt schon dem Staat das Genick!”

    Klar. Die 500 Milliarden für die Banken und die hunderten von Milliarden für Griechenland, Irland, usw. zahlt Frau Merkel aus der Portokasse. Aber die durch Gehaltsverzicht “bezahlten” Pensionsansprüche der Beamten, ja die ruinieren den Staat…

    “Erziehung sollte schon ein Staatsauftrag bleiben,...”

    Komisch. GENAU DAS sehen viele Eltern anders!

    “Die Politik? Die ist mit Beamten (und einen sehr hohen Anteil Lehrer/Innen) überdurchschnittlich besetzt.”

    Schon wieder falsch. Die größten Anteil unter den Politikern bilden Juristen (eher nicht-verbeamtet).

    “Wer sollte da am eigenen Ast sägen? Wir täten viel besser bei der PISA-Studie da stehen…”

    Was hat das eine mit dem anderen (PISA) zu tun?

    Sie haben es wirklich geschafft, einen Beitrag zu schreiben, in dem fast jeder Satz falsch, unsinnig oder auf Stammtischniveau ist.

    schrieb Mister M. am

  • #221

    ... grundsätzlich sollen Lehrer wie alle anderen mit anstrengenden Jobs gutes Geld verdienen. Leider ist das Berufsbeamtentum das größte Problem bei PISA und Co. Wer keinen Druck hat, kann ja gar nicht Bock haben, zu helfen, daß aus Kindern vernünftige und fleißige Menschen werden. Ich muß natürlich auch eine Lanze für einige m. E. leider wenigen “guten” LehrerInnen brechen. Wieso muß ein Lehrer überhaupt verbeamtet sein? Bei Berufsschulen gibt es verbeamtete Tischler, Fleischer usw. Es wird einem schlecht! Diese werden versorgt (über die Beihilfe) incl. der kompletten Familie. Die Pensionsansprüche brechen jetzt schon dem Staat das Genick! Da behauptet doch glatt einer hier im Forum, daß durch die Frühpensionierung Beamte doch billiger sind für den Staat. Was für ein Unsinn! Selbst der überlebende Ehegatte wird weiter fürstlich bis an das Lebensende versorgt ohne vielleicht je einen Finger krumm gemacht zu haben. Erziehung sollte schon ein Staatsauftrag bleiben, aber wer nichts taugt, muß gekündigt werden können! Im Interesse unserer Kinder!!! Aber das ist ein Grundproblem des öffentlichen Dienstes allgemein, da zu viele durchgeschleift werden. Wer soll da was ändern? Die Politik? Die ist mit Beamten (und einen sehr hohen Anteil Lehrer/Innen) überdurchschnittlich besetzt. Wer sollte da am eigenen Ast sägen? Wir täten viel besser bei der PISA-Studie da stehen…

    schrieb Felix am

  • #222

    Klar, ich weiss, ich habe mit meinen Berechnungen ein wenig provokativ übertrieben.
    Es ist leider so, dass hier Stundenlöhne ermittelt werden von den Autoren, deren Bercehnung:
    - nicht wirklich nachvollziehbar ist.
    - völlig unangebracht ist.

    Es geht ja darum, ob die Arbeit der Lehrer richtig entlohnt wird.
    .... und diese Diskussion wird NIE zu einem fixeb Schluss führen können.

    .... denn wer in unserer Gesellschaft würde nicht immer gerne mehr haben. Und wie Kinder schauen auch die “Erwachsenen” immer nach oben, wenn sie vergleichen. Und solange man nicht in der Forbes-Liste der Superreichen ist, wird es immer ein “oben” geben.
    Geld regiert die Welt, leider!

    Meine Meinung:
    Solange ich ein angemessenes Leben mit meiner Familie führen kann und mir keine Angst um die wirtschaftliche Zukunft machen muss, geht es mir finanziell gut.
    Natürlich kann man die Vokabel “angemessen” nun Zerpflücken bis zum “Geht nicht mehr”.

    schrieb Christopher am

  • #223

    Ich glaube, dass die 60h, wenn auch nicht in jeder Woche dann doch aber in Anbetracht der Tatsache zustandekommen, dass hier nur der Arbeitsaufwand innerhalb der als “Arbeitstage” bezeichneten Zeit gezählt wird und nicht der während der unterrichtsfreien Periode (wie auch dem Wochenende). Die Anzahl der Arbeitstage (~200= ~28 1/2 Wochen) ist also trügerisch.

    Doch auch wenn eine Lehrkraft ‘nur’ 45h pro Woche arbeitete, würde ihr Verdienst mit etwa 17€/h immer noch nicht den bundesdeutschen Durchschnitt übersteigen. Und das, beziehen wir uns auf die obigen Daten, in der finanziell privilegierten Situation eines verbeamteten Gymnasiallehrers A13.

    schrieb SteVieh am

  • #224

    “Klartext: Ich glaube keinem der hier vertretenen Autoren, dass er 44 Wochen im Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 60h hat.”

    Hat das je jemand behauptet?

    schrieb Schulmeister am

  • #225

    Ne Christopher,

    da gebe ich Ihnen recht. Ich arbeite mit Sicherheit nicht wenig und es mag auch 60h-Wochen dabei geben, aber nicht permanent :-)

    schrieb Lehrerfreund am

  • #226

    60h Stunden sehen so aus:

    Bei einer 5-Tage Woche:
    Tägliches Arbeiten von 07:30h bis 19:30h

    Bei einer 6-Tage Woche:
    Tägliches Arbeiten von 07:30h bis 17:30h

    Bei einer 7-Tage Woche:
    07:30h bis 16:06h

    ... und das alles ohne Pause, ansonsten sollte man die Endzeiten noche eine Stunde nach hinten verschieben.

    Ich bin der Meinung, dass viele Leute, die behaupten, 60h pro Woche zu arbeiten, eher “gefühlte” 60h meinen, aber mathematisch bei maximal 45h liegen.

    Klartext: Ich glaube keinem der hier vertretenen Autoren, dass er 44 Wochen im Jahr mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 60h hat.

    schrieb Christopher am

  • #227

    Ich muss eine Folgerung revidieren.

    In den 60h Arbeitszeit (die gemäß einer Studie Lehrern höherer Eigeninitiative zugesprochen wird [Information aus: Vorlesung Pädagogik]) sind bereits eine halbe Stunde Vorbereitungszeit pro Unterrichtsstunde inbegriffen. Wenn ein Lehrer also mehr als die durchschnittlichen 29min aufbringt, sinkt sein durchschnittliches Stundengehalt noch mehr!

    schrieb SteVieh am

  • #228

    Das Vorurteil ist doch das folgende:
    27h/Woche, das sind bei 45min Unterricht 20,25h/Woche, das macht *4 genau 81h pro Monat
    Wenn ein Lehrer so etwa 2400€ verdient, macht das einen Stundenlohn von satten 29€ netto!
    Und dazu noch so viele Ferien! ;)


    Beim durchschnittlichen Arbeitnehmer siehts so aus:
    Nach dem statistischen Bundesamt (jetzt springe ich etwas zwischen den Jahren) liegt der durchschnittliche Stundenlohn aller vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmer 2008 bei ~20€.
    Und die wöchentliche Arbeitszeit bei 41h.
    41h pro Woche mit 20€/h macht 820€ pro Woche, ~3280€ pro Monat. Brutto.

    Durchschnittliche Arbeitstaganzahl im Jahr: 252, das sind 36 Wochen mit je 41h, macht 1476h Arbeit.


    Und bei Lehrern?
    Ich nehm jetzt mal die besagten 60h pro Woche und das Lehrergehalt A13 von 2008: 3085€.
    Das macht 12,85€/h. Brutto.

    Durchschnittliche Arbeitstaganzahl im Jahr: ~200, das sind 28 1/2 Wochen mit je 60h, macht 1714h Arbeit.


    Das bedeutet doch:
    - Lehrer verdienen brutto weniger als ihnen netto unterstellt wird :)
    - trotz der unterrichtsfreien Zeit arbeiten Lehrer keinesfalls weniger als der Durchschnitt der Vollzeitbeschäftigten
    - wenn ein Lehrer nur eine halbe Stunde für die Vorbereitung jeder seiner Unterrichtsstunden aufbringen würde, entspräche sein Stundenlohn mit etwa 19€ knapp dem bundesdeutschen Durchschnitt

    schrieb SteVieh am

  • #229

    1. An alle Lehrer, die meinen sie verdienten zu wenig:
    Man kann sich doch vorher über die Gehaltshöhe informieren. Entweder ist mir das zu wenig, dann mache ich etwas anderes und behalte meinen Idealismus für das Privatleben. Oder ich sage mir, trotz allem ist es ein schöner Beruf, ich werde zwar nicht reich, bleibe aber auch nicht völlig arm.
    In beiden Fällen ist Jammern völlig überflüssig und kommt bei Außenstehenden schlecht an.
    2. An alle Lehrer, die über die Belastung in “ihren” Fächern jammern (z.B. die schlimmen Korrekturfächer): Die Fächer sucht man sich zu Beginn des Studium freiwillig selbst (!) aus.
    3. An alle Nichtlehrer, die ständig die zu gut bezahlten Lehrer (=faule Säcke) beneiden, sowie darüber hinaus alle Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes:
    Auch ihr hättet die Qualifikation für eine Tätigkeit im Öffentlichen Dienst erwerben können, ihr hättet sogar Lehrer werden können; sie sind heute knapp (wenigstens in bestimmten Fachrichtungen), sie waren in gleichen Fachrichtungen schon vor Jahrzehnten knapp.
    Also: auch für Euch gibts nicht zu jammern!


    A

    schrieb MrPomeroy am

  • #230

    Zum Thema nur so viel:

    https://www.youtube.com/watch?v=Y7ww9p2MQVg

    schrieb Thomas am

  • #231

    Wer als “normaler” Gymnasiallehrer während der Hauptkorrekturzeiten NICHT 60 Stunden die Woche arbeitet scheint mir eher irgendetwas falsch zu machen (mit einer vollen Stelle, versteht sich). Abiturklausuren und deren Gutachten schreiben sich nicht von selbst.
    Als schulfachlicher Koordinnator für die Erstellung von Stunden- und Vertretungsplänen kann ich zudem noch ein ganz anderes Bild von Arbeitszeit zeichnen, gerade jetzt kurz vor den Zeugnissen und während der Planung für das kommende Halbjahr. Da wären 60 Stunden schon eher eine Erholung.
    Die Ausführungen zum Zentralabitur sind für mich nicht nachvollziehbar.

    schrieb Schulmeister am

  • #232

    @perro ( #718)

    Dieser Kommentar zeigt deutlich, dass zwei Seelen in der Brust des Verfassers sind. Eine, die nicht weiß, was sie will, die andere, die jammert, dass sie nicht genügend verdient und daher gelb vor Sozialneid ist. Nicht: Wenige kommen über A16 hinaus,sondern: Wenige erreichen A16 (OSTD oder OSR), aber das nur am Rande. Wer nach 2 Jahren Schulpraxis bereits aufgrund ‘Routine und des Zentralabiturs’ so etabliert ist, dass er keine Weiterentwicklung braucht, stellt dem deutschen Gymnasium ein Armutszeugnis aus, das es so nicht verdient. Der Argumentation des Verfassers folgend, kann man auch verstehen, dass er mit seinem Gerhalt zufrieden ist, denn dann verdient er auch das, was er verdient.
    Die weiteren Ausführungen des Verfassers bedürfen keinen Kommentars, da sie “wie Kraut und Rüben”
    sind.
    Aber vielleicht lernt der Verfasser in den nächsten Jahren seiner Praxis, dass Routine die Begeisterungsfähigkeit für den Beruf tötet und zum ‘Burnout’ führen kann.

    schrieb Sartorius am

  • #233

    Meine Damen und Herren,

    auch ich bin Lehrer für Spanisch, Deutsch und Geschichte. Ich finde 2000€ für 7 jahre Studium nun wirklich nicht übertrieben. Arbeitszeit hin oder her, man muss schließlich für den Job gemacht sein.
    Ein Arzt oder Anwalt hat die Möglichkeit im Laufe seiner Karriere Millionen zu scheffeln. Je nach dem wie erfolgreich er ist.
    Als Lehrer bekommt man zwar auch mehr Geld im Laufe der Jahre, aber über A16 kommen wohl die wenigsten. Man kommt also in dieser Laufbahn kaum auf 5000€.(Meines erachtens nach sind 2.400€ zum Leben viel Geld, und man sollte sich als Lehrer nicht beklagen)
    In anderen Berufen die ein Studium erfordern, hat man die Chance richtig dickes Geld zu machen. Wer als Lehrer diese Intention hat, ist definitiv fehl am Platz.
    Ich habe diesen Beruf gewählt, weil die Frucht meiner Arbeit mehr sein soll, als nur Geld. In der freien Wirtschaft arbeitet man meistens für das Geld anderer und bekommt nur seinen Teil ab.

    Wer als Lehrer behauptet 60-70 Stunden pro Woche zu arbeiten, der hat den Schuss nicht gehört. Wer so langsam Korrigiert bzw. plant ist selber schuld. Nach 2 Jahren hat man in der Unterrichtsvorbereitung eine gewisse Routine entwickelt und Dank Zentralabi muss man nur noch den Richtlinien folgen.( übrigens völliger Käse )

    Zum Gehalt muss ich sagen: Welcher Akademiker will freiwillig nach 7 Jahren Studium für..sagen wir 1500€ netto auf Dauer arbeiten? Das macht wohl keiner mit, oder? Auch wenn einem der Beruf am Herzen liegt…
    Ich finde das Gehalt durchaus angemessen. Die Freizeit die ein Lehrer mehr habe soll, ist meiner Meinung nach eine Kompensation für die mangelnden Aufstiegschancen. Dennoch sollte die BRD nicht an der Bildung sparen. Gute Bildung ist schließlich das ausschlaggebende für den wirtschaftlichen Erfolg der BRD seit dem Krieg gewesen. Nicht die Lehrer brauchen mehr Geld(auch nciht weniger), sondern die Schulen. Und das nicht zu knapp…besonders in NRW.

    P.S: Das Beamte mehr verdienen als Angestellte ist eine Frechheit. Man sollte den Kündigungschutz der Beamten einfach reduzieren, so könnte man die schwarzen Schafe, die Monate lang Krank feiern, besser aussortieren. Dann gäbs auch nicht soviele Probleme.

    schrieb Perro am

  • #234

    Also als Lehrertochter kann ich nur sagen dass die Bezahlung durchaus angemessen ist. Viele sind der Meinung Lehrer arbeiten von 8 bis 13 Uhr, haben alle Schulferien etc. Es gibt sicherlich viele die den Job nur mit einem Mindestmaß an Engagement ausführen. Aber viele der Leher nehmen den Job sehr ernst und arbeiten weit mehr als man erwarten würde.

    MfG

    schrieb PKV Vergleich am

  • #235

    (#715) Schülerfreund
    ok, ok, das würde mich auch nerven, wenn man mir etwas empfiehlt und anpreist unter Vorspiegelung falscher Tatsachen. Da bin ich komplett Ihrer Meinung. Das ist natürlich blöd, wenn man auf einmal einen Laufbahnwechsel vornehmen muss. Hier steht sich das System selbst im Wege auf Kosten von Qualifikation, wie es offensichtlich bei Ihnen der Fall ist. Vielleicht ist der “Laufbahn”-Ansatz falsch. Stellen ausschreiben, Bewerber angucken, einstellen oder auch nicht. In der Schweiz z.B. funktioniert das wunderbar
    Nix für Ungut.

    Mich störte eigentlich hauptsächlich der geistige Erguss (#713) Sartorius

    schrieb Christopher am

  • #236

    Vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt.
    Ich möchte gar nicht entsprechend meiner Ausbildung für Sek II bezahlt werden. Ich möchte das Gehalt bekommen, das nach einer Hochschulausbildung im öffentlichen Dienst gemeinhin gezahlt wird, und das ist A13. A12 ist für Fachhochschulabsolventen und das ist kein Grund-, Haupt- oder Realschullehrer. Alle sind Hochschulabsolventen, aber nur Gymnasiallehrer werden auch bezahlt wie Akademiker.
    Ich habe gar kein Problem damit, wenn Gymnasiallehrer mehr verdienen als ich. Auch wenn ich ursprünglich Gymnasiallehrerin war, kann man mich ruhig nach meiner Arbeit bezahlen - nämlich als Hauptschullehrerin. Jedoch sollte das Gehalt der Ausbildung entsprechen.

    Dass ich an einer Hauptschule landete, lag daran, dass ich nach dem Ref. zunächst nur Hauptschule angeboten bekam und mir geraten wurde, sie anzunehmen. Es hieß, dass ich dann den Fuß in der Tür hätte und später immer noch wechseln könne. Später hieß es dann aber: “Jaaaaaa, dann müssen Sie einen Laufbahnwechsel machen…. und es muss dies und es muss das. Also so einfach, wie Sie sich das vorstellen geht das nicht!”
    Tja, da fühlte ich mich doch schon etwas gelinkt. Inzwischen ist es aber so, dass ich sehr gern an meiner Schule arbeite. Ich möchte gar nicht mehr weg. Ich komme gut klar, mag meine Schüler, mag meine Kollegen und bin beruflich tatsächlich sehr glücklich. Ich möchte nicht mehr wechseln.
    Ich nehme das geringere Gehalt auch hin, denke aber doch, dass ich mal erwähnen darf, dass die Bezahlung für alle die Nicht-Gynmasiallehrer nicht gerecht ist.
    Ein Gymnasiallehrer kann ja noch aufsteigen. Soll er auch. Ich gönne ihm, dass er mehr verdient.

    Kürzlich habe ich im Zusammenhang der neuen Studiengänge gelesen, dass ein Bundesland (ich weiß nicht mehr welches) schon in seinen Regularien aufgenommen hat, dass
    - alle Lehrer Masterabschlüsse haben müssen,
    - aller Masterabschlüsse mit A13 einsteigen
    - mit Ausnahme der Grund-, Haupt- und Realschullehrer (die   werden bekommen A12)

    DAS ist es, was ich nicht gerecht finde. Die Gründe sind rein fiskalisch. Das ist mir klar, aber gerecht ist es dennoch nicht.

    @ Christoper
    Natürlich sollte die Entlohnung entsprechend der ausgeführten Arbeit sein. Das sehe ich genauso wie Sie. Die Entlohnung ist es, die ich kritisiere.
    Würde ich Taxi fahren, würde ich es auf jeden Fall weiter machen, wenn es mir Spaß machen würde. Wäre aber das Gehalt nicht in Ordnung (vielleicht ist es das ja auch nicht) würde ich mich für das Gehalt aller Taxifahrer stark machen, und nicht damit argumentieren, dass ich ja eigentlich Akademiker bin.

    Das ich von Haus aus Gymnasiallehrerin bin, spielt in diesem Zusammenhang für mich keine Rolle, aber vielleicht habe ich mich wirklich unklar ausgerückt. Ich hoffe aber, dass es jetzt klarer wird.

    schrieb Schülerfreund am

  • #237

    (#713) Sartorius
    Eine erlangte Qualifikation ist die Voraussetzung für qualifizierte Arbeit.
    Es kann jedoch nicht sein, dass jemand höhere Entlohnung erwartet, weil er auf Grund seiner Ausbildung höher qualifiziert ist, als es die momentane Arbeit erfordert.
    Und Sie schreiben richtig: “je qualifizierter, je weniger austauschbar der Beruf ist, desto höher sollte die die Bezahlung sein”.
    Wenn ich aber, wie “Schülerfreund”, eine andere Arbeit wähle oder nur bekomme (man denke an das Klischee der Taxi fahrenden Akademiker) wird auch die Entlohnung entsprechend der ausgeführten Arbeit sein. Das ist ja wohl völlig logisch!!
    Wieso soll jemand mit Gymnasiallehrer-Ausbildung mehr Geld bekommen als jemand mit Realschullehrer-Ausbildung, wenn sie beide dasselbe in gleicher Menge am selben Ort tun? Das ist ja wohl völlig daneben.
    Ich bin somit übrigens auch der Meinung, dass es völliger Unsinn ist, dass angestellte Lehrer weniger Leistungen von uns Arbeitgebern (dieja wir steuerzahlenden Bürger streng genommen sind) beziehen, als verbeamtete Kolleginnen und Kollegen derselben. Absolut daneben!! Es müsste eigentlich andersrum sein. Warum ich dieser Meinung bin erkläre ich gerne auf Anfrage!

    schrieb Christopher am

  • #238

    (#711) Christopher

    Wenn man Ihrem Gedankengang folgt, landet man im Nirwana der Beliebigkeit; denn Qualifikation ( z.B. Meister/ Facharzt / Physiker usw.) und die mit ihr verbundene Mühsal, Kraft und Anstrengung sind unbedeutend, da es ja nur auf die “Arbeit, die man macht” ankommt. Somit könnte man also einen Medizinstudenten des ersten Semsters beauftragen, einen schwerkranken Patienten zu behandeln.Der Patient würde sich bedanken. Ausbildung ist prinzipiell die Grundlage und Ansporn der Bezahlung: je qualifizierter, je weniger austauschbar der Beruf ist, desto höher sollte die die Bezahlung sein. Das erscheint wohl auch sinnvoll,weil sonst komplexe Gesellschaften wie die unsrige nicht nicht existieren könnten. QED

    schrieb Sartorius am

  • #239

    @Schülerfreund
    In der Wirtschaft würde man sagen, Du bist “überqualifiziert”. Würdest Du mit A13 entlohnt, gäbe es sicher einen Aufstand im Kollegium. Ich kann Dein Ansinnen nachvollziehen, aber es stellt sich doch die Frage, warum Du nicht an einem Gymnasium unterrichtest. Wenn es zum Zeitpunkt Deiner Einstellung keine Alternative gab, dann kann man doch sicher später noch wechseln.
    Wir haben im Kollegium eine Realschullehrerin, die sogar Oberstufe unterricht - allerdings ohne Prüflinge. Sie wird weiterhin nach A13 (nicht A13Z) bezahlt und muss etwas mehr unterrichten. Das “Z” sind aber nur etwa 80 Euro brutto im Monat. Von daher stelle ich mir diese Lösung als Realschullehrer recht attraktiv vor. Allerdings werden alle neuen Realschullehrer in Nds. nur noch mit A12 eingestellt.

    schrieb Schulmeister am

  • #240

    (#709) Schülerfreund

    Der Ansatz, das Gehalt prinzipiell abhängig von einer Ausbildung zu machen ist definitiv der Falsche.
    Es soll die Arbeit, die man macht, entlohnt werden.

    schrieb Christopher am

  • #241

    Lieber Mister M.

    “Statt der (mittlerweile als reaktionär anzusehenden, da nur auf Besitzstandsdünkel basierenden) Sichtweise, dass die Ausbildungsdauer und -schwierigkeit irgendetwas mit der Bezahlung zu tun haben sollte, muss man erkennen, dass von der Wichtigkeit der Aufgabe her Grundschullehrer und Kindergärtner deutlich besser als Gymnasiallehrer bezahlt werden müssten.”

    Ich finde es etwas heikel die “Wichtigkeit” einer Schulart und der damit verbundenen Tätigkeiten als Lehrer derart zu bewerten. Für mich gibt es da keinen Unterschied, es ist mehr eine Art des aufeinander aufbauens. “Wichtig” in diesem Zusammenhang ist, meiner Meinung nach, sehr unpassend.

    “Zudem werden sich so noch mehr Frauen für das Gymnasiallehramt begeistern, da sich diese traditionell von schlecht bezahlten Tätigkeiten angezogen fühlen: Die >60% Frauen in vielen Gymnasialkollegien reichen da noch lange nicht.”

    Ironie? da wäre ich höchst erfreut.

    schrieb Lotti am

  • #242

    Ich arbeite an einer Hauptschule und werde mit A12 bezahlt, obwohl ich Sek. II stundiert habe. Ich habe auch gar kein Problem damit, dass Gymansiallehrer besser bezahlt werden als Haupt-, Grund- oder Realschullehrer.
    Die Arbeit an einer Hauptschule ist gänzlich anders als an einem Gymnasium. Die Korrekturen in der Oberstufe allein rechtfertigen durchaus einen Gehaltsunterschied.
    Ich habe aber ein Problem damit, dass ich nicht nur weniger verdiene, sondern auch eine höhere Stundenverpflichtung habe.
    Allerdings habe ich wirklich ein Problem damit, dass Grund-, Haupt- und Realschullehrer die einzige Gruppe im öffentlichen Dienst ist, die unterhalb ihrer Ausbildung bezahlt wird.
    Hochschulabsolventen werden mit A13 eingestellt. A12 ist für Fachhochschulabsolventen vorgesehen.
    Gymnasiallehrer steigen doch auch mit A13 nur ein. Sie können aufsteigen. Ich als Gymnasiallehrerin an einer Hauptschule werde nie mehr verdienen als A12 - das ärgert mich.
    Ich möchte nur entsprechend meiner Ausbildung besoldet werden.

    schrieb Schülerfreund am

  • #243

    Ignoriert meinen letzten Beitrag. Ich habe mich in der Seite vertan und auf einen alten Beitrag geantwortet.

    @ Mister M.
    Du hast ja in der Vergangenheit durchaus logische und gute Dinge geschrieben, aber der letzte Beitrag ist größtenteils Unfug.
    Männer würden auch bei besserer Bezahlung nicht in Strömen in die Kindergärten laufen. Das hat was mit geschlechtsspezifischen Berufsvorlieben zu tun. Ich hoffe aber, dass der Beitrag ironisch gemeint war.
    Die wichtigste Entscheidung für den Bildungserfolg eines Kindes ist übrigens die Partnerwahl…

    schrieb Schulmeister am

  • #244

    Du meinst wirklich, der “gute Ruf” der Lehrer hängt vom Zusammenhalt ab? Dann wären ja die Lehrer schuld daran. Wenn Du Dir diesen Schuh wirklich anziehen willst, dann nur zu. Ich tue das nicht.
    Alle verbeamten oder niemanden ist auch keine Option. Du als angehende Lehrerin solltest Dir im Klaren darüber sein, dass Du eine hoheitliche Aufgabe übernimmst. Und diese gehört in die Hände von Beamten. Niemanden zu verbeamten ist demnach absolut inakzeptabel.
    Wenn Du bundesweit die gleiche Stundenzahl einführen möchtest (ich hoffe Du siehst das schulformspezifisch), dann müsste auch das Gehalt vereinheitlicht werden. Dies geschieht in der Regel auf dem unteren Niveau. Deshalb gibt es auch die Bachelor- und Masterstudiengänge. Damit hat man dann ein Argument, alle gleich zu bezahlen. In Nds. werden alle neuen Realschullehrer nur noch mit A12 abgespeist. Für Gymnasiallehrer ist das sicher auch irgendwann geplant.

    schrieb Schulmeister am

  • #245

    @Sartorius:
    Ihre Einstellung widerspricht aber völlig dem Zeitgeist im Allgemeinen und neuesten pädagogischen und neurobiologischen Erkenntnissen im Besonderen:

    Unzweifelhaft haben die führenden Experten auf diesen Gebieten festgestellt, dass die ersten (Schul-)jahre über den Bildungserfolg entscheiden. Statt der (mittlerweile als reaktionär anzusehenden, da nur auf Besitzstandsdünkel basierenden) Sichtweise, dass die Ausbildungsdauer und -schwierigkeit irgendetwas mit der Bezahlung zu tun haben sollte, muss man erkennen, dass von der Wichtigkeit der Aufgabe her Grundschullehrer und Kindergärtner deutlich besser als Gymnasiallehrer bezahlt werden müssten. Dies wäre auch unter dem Gender-Aspekt wünschenswert, da dadurch auch mehr Männer sich wieder für die Berufe des Grundschullehrers und Kindergärtners begeistern könnten. Zudem werden sich so noch mehr Frauen für das Gymnasiallehramt begeistern, da sich diese traditionell von schlecht bezahlten Tätigkeiten angezogen fühlen: Die >60% Frauen in vielen Gymnasialkollegien reichen da noch lange nicht.

    Die schwerpunktmäßig auf Wissensvermittlung abzielende Tätigkeit des Gymnasiallehrers dagegen passt überhaupt nicht mehr in die heutige Zeit des “know how to know” und sollte daher finanziell abgewertet werden. Desgleichen übrigens für Hochschullehrer (wenn wir ganz ehrlich sind: Wer hat in einer Vorlesung jemals irgendetwas gelernt?)

    schrieb Mister M. am

  • #246

    Die Bezahlung der Lehrer ist Ländersache und im großen und ganzen einheitlich, was gut ist. Natürlich ist es auch angemessen. dass vollausgebildete Gymnasiallehrer in der Besoldung am höchsten eingestuft sind.  Man könnte zwar fächerspezifische Zuschläge oder Abzüge vornehmen, aber das gehört dann zur Feinarbeit der Gremien bzw. Ausschüsse der Ministerien und Arbeitnehmervertretungen. Eine allgemeine Lehrerbesoldung einzuführen, die die Unterschiede zwischen Gymnasial-und z.B. Grundschullehramt monetär beseitigt, widerspricht dem Ausbildungsprinzip und ist demnach wohl auch verfassungswidrig.

    schrieb Sartorius am

  • #247

    @Rotstift
    “Leistungen, die sich in Noten (und sozialem Verhalten) niederschlagen sind letztendlich einziger Maßstab.”
    Ok. Dann möchte ich als Lehrer aber auch nicht beschulbare Kinder aus meiner Klasse entfernen dürfen. Die Klassenstärke schrumpft dann auf 12 Kinder mit hoher Eigenmotivation und Engagement (der soziale Hintergrund ist dann nicht relevant). Daran lasse ich mich dann gerne messen.

    schrieb Andrea Müller am

  • #248

    @Freundchen:
    Wenn Ihr Beitrag zu einer Diskussion ein einziger nichtssagender Satz ist, der zudem sowohl orthographisch als auch die Zeichensetzung betreffend fehlerhaft ist, dann glaube ich Ihnen gerne, dass Sie ernste Zweifel daran haben, dass Ihre Lehrer das Geld, dass Sie verdient haben, wirklich verdient haben.

    Andererseits kann die Schule aber auch nicht jedes persönliche Defizit ohne Eigenanstrengung des Schülers ausgleichen. Denken Sie in Ruhe darüber nach.

    schrieb Mister M. am

  • #249

    Zuviel für das was sie leisten.

    schrieb Freundchen am

  • #250

    Liebe Chrissi,

    es sind weniger Vorsätze über die ich schrieb. Es sind schon fast, vorallem auch in meinem Privatleben, eingespielte Prinzipien denen ich täglich treu bin und das schon seit einem längeren Zeitraum. Ich denke, der Alltag bringt einem genügend Stresssituationen in denen man täglich “üben” kann. Nicht nur der Lehrerberuf ist eine Vollzeitbeschäftigung, etliche andere Menschen in anderen Berufen arbeiten genauso viel oder mehr und ich erlebe immer wieder, übrigens mit großer Bewunderung, wie die Menschen durch striktes Zeitmanagement ihren Alltag mit allem was dazu gehört “meistern” und trotzdem “genügend” Zeit für sich und die angenehmen Dinge des Lebens haben. Natürlich gehört dazu auch eine gehörige Portion Disziplin. Viele Menschen können keine Prioritäten setzen und sind dadurch gestresst, dass sie alles auf einmal-, und es jedem recht machen wollen. Es ist schon fast ein selbsterzeugter Stress aus dem dann natürlich diese Unzufriedenheit -und die geringe nervliche Beanspruchbarkeit resultiert, verständlicherweise!


    Hallo Christopher,

    ich kenne durchaus auch Lehrer die ich sehr schätze und bei denen ich auch ganz besonders hinhöre wenn sie etwas sagen.
    Ein wenig Charm und Witz sind meist schon entscheidende Faktoren wie man sich im Alltag (auch in der Schule mit Kollegen und Schülern!)  vieles Erleichtern kann.


    Von Anderen und gerade auch von sich selbst nicht zu verlangen in Perfektion aufgehen zu müssen,
    für sich einen Mittelweg zu finden, eine Art Kontinuität zu erreichen, sich treu zu bleiben, bei sich auf den Teller anstatt auf den des Nachbarn zu schielen, erleichtert das Leben doch manches mal ungemein.

    schrieb Lotti am

  • #251

    Nur gut, dass es wieder Lehrer wie Lotti gibt, die sich “berufen” fühlen. Die zahlenmässig nicht zu unterschätzende Versorgungsgeneration -mit Ursprüngen in den 68ern- stirbt (dienstzeitmässig) aus.
    Ich habe im sozialen Bereich ständig mit jungen Leuten zwischen 18 und 25 Jahren zu tun. Bei allem Eifer und gutem Willen, den diese ohne Zweifel mitbringen, ist das Allgemeinbildungsniveau fast unterirdisch. Diese Leute kommen bunt gemischt aus nahezu allen Schularten. Wer bitte hat diese jungen Leute bisher “unter den Fittichen” gehabt? Wenn ich hier lese, wie aufopferungsvoll -bis an psychische und physische Grenzen gehend- diese Jugendlichen “gebildet” wurden, frage ich mich, wie sich fast unendlich theoretische Defizite an soziale Defizite reihen können.
    Die offensichtlich vorgegaukelte Top-Allgemeinbildungsblase wird nun, wo händeringend Fachkräfte gesucht werden, schlagartig platzen.
    Bildung ist ein zu wichtiges Gut, als es weiter nur bundesländerverliebten Kultuspolitikern, dramatisierenden Lehrergewerkschaften, sich selbst bemitleidenden Lehrern und nicht zuletzt überforderten Eltern zu überlassen.
    Bildung muß Ergebnisse erzielen. Ergebnisse, die es Kindern und Jugendlichen erleichtern, sich den Anforderungen der Zukunft zu stellen. Es ist unwichtig, ob sich Bildungspolitiker wohl fühlen, ob Gewerkschaften meinen mehr für Lehrer tun zu müssen, ob Lehrer sich überfordert und Eltern ihre Kinder unter Dauerstress sehen.
    Die Welt ist durch die Globalisierung leider kein pädagogisches Versuchsfeld mehr. Auch Lehrer müssen regelmässig (selbstverständlich in den Ferien) “raus aus den Schulen” und das “richtige Leben” wenigstens andeutungsweise erleben.
    Dieses ganze stressbeklagende Verhalten, das Großteile der Lehrer an den Tag legen, ist für die Schüler ohnehin ein schlechtes Beispiel.
    Es wird höchste Zeit, “berufene Lehrer” durch bessere Besoldung zu fördern und schlechten Examen, bzw. ferienorientiert geschuldeten Verlegenheitspädagogen neue Aufgaben zu suchen.
    Es interessiert keinen Menschen, für wie gut sich Lehrer selbst halten. Leistungen, die sich in Noten (und sozialem Verhalten) niederschlagen sind letztendlich einziger Maßstab.
    Alles andere ist Theaterdonner mit bösartigem Erwachen - nicht für die dann verpensionierten/verrenteten Lehrer, sondern für ihre Schüler. Und das möchte doch niemand - oder?

    schrieb Rotstift am

  • #252

    Hallo Lotti,

    danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen eine erfolgreiche und erfüllende “Karriere” als berufene Lehrerin.

    ..... und, keine Angst, es wird viele Kollegen geben, die auch nach Jahren noch auf der Schiene der/des “Berufenen” fahren und Ihre doch sehr wichtige Aufgabe hervorragend erledigen und sich gesellschaftlich und wirtschaftlich nicht so benachteiligt fühlen, dass sie so verbissen alles Schlechte suchen und hervorheben.

    Christopher Müller

    schrieb Christopher am

  • #253

    Liebe Lotti!
    Viele sind mit den gleichen guten Vorsätzen und Vorstellungen wie du in den Beruf gestartet. Leider demoralisiert einen der Druck (zeitlich sowie nervlich) bei einer Vollzeitbeschäftigung sehr. Und gerade aus dem Unglauben diesbezüglich (Wie, der Beruf kann doch gar nicht so schwierig sein, die haben doch so viel Freizeit…) resultiert die Entrüstung der Außenwelt.
    Mich würde interessieren, wie sich deine Sichtweise nach einigen Jahren Vollzeitbeschäftigung verändert hat. Vielleicht kannst du dich in einigen Jahren mal wieder an dieses Posting zurückerinnern und merkst selbst, wie sich Ansichten doch verändern.

    schrieb Chrissi am

  • #254

    Hallo,

    habe als angehende Gymnasiallehrerin mit voller Neugierde die Beiträge der letzten Monate und Jahre durchgelesen und muss leider sagen, dass ich recht entsetzt-, ja schon fast desillusioniert bin.
    Vielleicht bin ich noch zu idealistisch, vielleicht habe ich auch einfach noch nicht genügend Bezug zur Praxis, aber als Vermittler von Moral und Anstand, welche eine Lehrperson in Ihrer Basis ja nunmal sein sollte, sind manche Beiträge sehr erschreckend.
    Dieses Forum ist voll von Selbstdarstellungen und Missgunst. Anstatt dass alle an einem Strang ziehen, ja vielleicht sogar sowas wie Solidarität entwickeln, wird sogar das eigene Berufsfeld attakiert ( das Beispiel der Fächerkombination Geschichte und Sport), ganz zu schweigen von der akademischen Arroganz manch anderen Berufsgruppen gegenüber.
    Und ja, selbst die erbosten Elternbeiträge kann ich nachvollziehen. Wer möchte sein Kind einer Lehrkraft anvertrauen, die auf provokante Beiträge eines Oberstufenschülers mit Beleidigungen reagiert. Für einen Lehrer sollte es keine Kunst sein über solchen Beiträgen zu stehen und sachlich weiterargumentieren zu können.
    Ich selbst habe in meiner Schullaufbahn viele Lehrer erlebt, die diese Beherrschung nicht hatten und somit Einbußen in ihrer “Authorität” verzeichnen mussten. Für mich sind Lehrer Vorbilder, persönliche Belange und Schwächen der Lehrenden gehören nicht in den Unterricht. Natürlich gibt es da unvermeidbare Ausnahmen, aber “einen Tag mit dem falschen Fuß aufgestanden” lasse ich da nicht gelten.

    und zum Schluss noch zwei, wie ich finde,für diese Diskusion sehr treffende Zitate:

    Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären.

    Johann Wolfgang von Goethe

    &

    Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.

    Arthur Schopenhauer

    schrieb Lotti am

  • #255

    (#695) Mister M.

    Es gibt in der freien Wirtschaft mehr Ingenieure mit einem äusserst ausgefüllten Arbeitsleben, die keine Geschäftsführer sind, als andersrum. Also ist dieser MOPO-Artikel völlig ungeeignet als Referenz.
    Ansonsten müsste hier ein Vergleich zu Schulleitern und Hochschulprofessoren diskutiert werden!
    In Einem stimme ich aber gerne zu: In den aktiennotierten Unternehmen sind die Managergehälter sehr häufig extrem überzogen!

    schrieb Christopher am

  • #256

    So viel verdient ihr Chef!
    http://www.mopo.de/2010/20101115/hamburg/politik/so_viel_verdient_ihr_chef.html

    Vielleicht einigen wir uns hierauf:
    Angestellte Lehrer sind DEUTLICH unterbezahlt.
    Verbeamtete Lehrer sind “nur” unterbezahlt.

    Natürlich in Bezug auf Qualifikation, Stresslevel und Verantwortung.

    Aus obigem Artikel:
    “Laut Umfrage arbeitet jeder Dritte [Geschäftsführer] mehr als 50 Stunden die Woche im Unternehmen, in der Industrie bis zu 60 Stunden. Ihr besonderes Engagement lassen sich Geschäftsführer oft mit Extras vergüten. Fast 90 Prozent haben für ihre Altersversorgung Anspruch auf zusätzliche Leistungen.”

    50 Stunden die Woche schaffen die meisten hier (ich rede nur von den mitdiskutierenden Lehrern…) über weite Teile des Schuljahres auch. Für besonderes Engagement gibt’s aber in der Schule nichts extra (höchstens einmal einen warmen Händedruck vom Schulleiter, der kostet aber nichts…)

    Und alle Dipl.Ings. aus der “freien” Wirtschaft können sich ja gerne beim Schulamt ihres Vertrauens bewerben: So ein bisschen Mathe einer Klasse pubertierender Jugendlicher beibringen schafft doch jeder, und wenn man sich zwei Jahre mit der Referendariatshungergehalt von knapp über 1000 Euro zufrieden gibt und nicht zu alt ist, klappt’s auch mit der Verbeamtung. Dann braucht man auch nicht mehr so neidisch zu sein. Und darf auch nachmittags auf den Tennisplatz (wenn man nicht gerade Ganztagsschule oder Konferenz oder Korrekturen oder Hausaufgabenbetreuung oder AG-Unterricht oder ... hat).

    schrieb Mister M. am

  • #257

    (#692) MALIN:

    Ich bin der Meinung, dass die Ungleichbehandlung von verbeamteten Leherern im Vergleich zu angestellten Lehrern eine unglaubliche Ungerechtigkeit ist. Extrem weniger Einkommen, keine Arbeitsplatzgarantie, wesentlich weniger Sozialleistungen. Das schreit in der Tat zum Himmel!!!!
    Somit entschuldige ich mich gerne dafür, dass ich Sie aus purem Unwissen in einen Topf mit Ihren Beamtenkollegen gesteckt hatte.
    Da ich ein Bild davon habe, wie gravierend die Unterschiede sind, stimme ich Ihnen zu, dass Sie unterbezahlt sind!!
    Ich kenne eine Kollegin von Ihnen, der ein 11-Monate-Job angedreht wurde für 1 Schuljahr!!! Absolute Frechheit des Schulamtes.

    schrieb Christopher am

  • #258

    Die Unterschiede zwischen beamteten und angestellten Lehrern sind nicht vertretbar. Im Blick auf die Pensionslasten der öffentlichen Hand wird die von den Lehrern -verständlicherweise- angestrebte Verbeamtung zunehmend Angestelltenverhältnissen weichen müssen. Die durch die bisherige Verbeamtung entstandenen Pensionsansprüche sind aus beamtenrechtlichen Gründen nicht korrigierbar. Korrigierbar ist allerdings die Besteuerung von Pensionen, was mit Sicherheit in einer Reihe von “politischen Rechenstuben” auf die mögliche Umsetzbarkeit geprüft wird. Letztendlich darf der beamtete Lehrer versorgungsmässig keinen Vorteil gegenüber dem angestellten Lehrer haben. Gleiches Geld für gleiche Leistung - ein Leitsatz, den nicht nur die Gewerkschaften tragen sollten!

    schrieb Rotstift am

  • #259

    #681) Christopher
    Ich weiß, wovon ich spreche. Bin Angestellte seit über 10 Jahren und musste mich bei Antritt der Stelle freiwillig bei der gesetzlichen Krankenkasse versichern. Ich bekomme den Arbeitgeberanteil ausbezahlt und der gesamte Betrag wird von der Krankenkasse von meinem Konto abgezogen. Mir wurde sofort von Amtswegen mitgeteilt, dass ich keinen Anspruch auf Beihilfe hätte, sollte ich mich privat versichern. Ich habe keine gesundheitlichen Probleme, bin höchstens mal 2 - 3 Tage im Jahr wegen starker Erkältung arbeitsunfähig, wenn überhaupt, im Gegensatz zu meinen viel jüngeren Beamtenkollegen.

    Mein Gehalt hat sich in diesen 10 Jahren eher verringert, nachdem meine Kinder nicht mehr angerechnet werden und BAT abgeschafft wurde. Und der Krankenkassenbeitrag hat sich immer mehr erhöht. Mein 20 Jahre jüngere ledige Beamtenkollegin ohne Kinder, die Teilzeit arbeitet (ich Vollzeit) verdient um die 200 Euro netto mehr. Und sie hat Aussicht auf eine Gehaltserhöhung - ich nicht, bin bereits in der Endstufe nach der neuen Berechnungsweise für Angestellte. Wir machen die gleiche Arbeit, unterrichten die selben Fächer!

    schrieb MALIN am

  • #260

    Ich folge dieser Diskussion ja nun schon seit langem und frage mich eher Dinge im Off-Topic-Bereich: z.B. warum man seine Meinung überwiegend unter Pseudonymen vertritt.

    Dauert erstens eh nicht mehr lange, bis die Verkettungsmöglichkeiten (Google, Facebook, ...) in den großen Datenbeständen so weit gewachsen sind, dass “man” eh auf den Realnamen kommt - es sei denn man macht es gleich “richtig”, z.B. über Tor - und ich persönlich diskutiere zweitens lieber mit Personen, denn mit Figuren.

    Gruß,

    Maik

    schrieb Maik Riecken am

  • #261

    (#687) Motschi

    Gerne dürfen Sie nach der Branche fragen:
    Ursprünglich DIPLOM Maschinenbau UNI Karlruhe, beruflich gestrandet als Consultant in einer grossen EDV-Firma, die unternehmensweite Beratungen, Softwarelösungen, Anpassungsprogrammierungen und auch Trainings für die Industrie, insbesondere den Maschinenbau-Mittelstand, anbietet.

    (#689) Schülerfreund
    Die Schwester habe ich seit ich auf der Welt bin. Nix ist konstruiert!
    Ich habe noch mehr Geschwister, das geht Sie aber nix an! In der Verwandschaft bis 2.Grades gibt es beruflich eine bunte Mischung (ich verziochte auf Singular/Plural und auch auf Geschlecht): Handwerker, Unternehmer, Angestellter in der freien Wirtschaft, Angestellter bei Kommune, Schweizer Lehrer, Deutsche Lehrer, Steuerberater, Arzt. Also, je nachdem, wie sich die Diskussion mit Ihnen weiter entwickelt hätte, hätte ich noch das eine oder andere erwähnen können, ohne zu konstruieren und ohne Diffusität ;-)
    Schade, dass Sie gehen, man kann Sie so schön auf die Palme bringen, Und welch ein Glück, dass Sie in NRW schulen, da läuft meine Tochter nicht Gefahr, Sie ertragen zu müssen, Sie Schülerfreundchen :-)  :-)

    schrieb Christopher am

  • #262

    @Christopher

    So langsam verstehe ich Ihre Beiträge nicht mehr. Habe sie nicht am 5.11. noch von Ihrem Hintergrund (Lehrersohn, Vater, Lehrerfreund) geschrieben?
    Die Sonderschullehrerin (heute heißt das in NRW Förderschullehrerin) tauchte da noch nicht auf. Wo kommt die denn plötzlich her?
    Ihr Bericht über die Erfahrungen ihrer Schwester ist so diffus und wirkt auf mich so konstruiert, dass ich keine Lust habe, detailliert darauf einzugehen.

    Ich möchte mich aber dennoch mit einer Antwort auf Ihren Aufruf aus diesem Thread verabschieden und es somit den meisten anderen Lehrern gleichtun.

    An meinem Image zu arbeiten, habe ich keine Zeit. Es würde mir die Vitalität rauben, meine Arbeit zu machen. Gegen die öffentliche Demontage meines Berufsstandes und Lehrer-Bashing habe ich keine Lust mehr anzukämpfen. Man kann als Lehrer sagen kann, was man will. Es ist immer falsch!

    Ihre Prognose mag ja nett gemeint sein, aber ich habe kein Problem mit der Wertschätzung meiner Schüler. Ich kann Ihnen aber aus Erfahrung sagen, dass die trotzdem keinen Bock auf Trigonometrie haben. Da hilft die ganz Wertschätzung für mich auch nichts.
    Die gesellschaftliche Akzeptanz würde steigen, wenn wir eine Image-Kampange starten würden? Bezahlt von Steuergeldern? Auf Kosten unserer notwendigen Arbeiten?  ECHT???
    Verkehrte Welt :-)!!!

    Diskussionen gibt es eh kaum. Seit ich hier poste, habe ich auf Beiträge mit Fakten so gut wie nie Antwort bekommen.

    Die gesellschaftliche Akzeptanz wird von allen Seiten kaputt gemacht
    -Arbeitgeber, um die Personalkosten so niedrig wie möglich halten zu können.
    -Medien, um die Auflagen zu steigern
    -ehemalige Schulversager, um ihren Misserfolg im Leben zu   rechtfertigen.
    Eltern, um sich für ihre versagenden Kiddies zu rechtfertigen.

    Von dem Lehrer-Bashing hat also jeder was :-)

    Man sollte sich aber mal überlegen, was passiert,
    wenn auch der letzte pubertierende Schüler kapiert hat, dass man auf Lehrer nicht hören muss, aber sie verklagen kann…
    wenn keiner mehr Lehrer werden will, weil er den Unsinn vielleicht glaubt oder sich der Hatz nicht aussetzen will…

    Aber wissen Sie Christopher, so ganz klar ist mir Ihre Haltung nicht. Es liest sich irgendwie so halbgar und voller Allgemeinplätze. Dennoch ist mir die Lust vergangen, mich darüber mit Leuten auszutauschen, die nicht wissen, wovon sie sprechen… aber das mit aller Kraft.

    Adios :-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #263

    @Angie

    Lisa muss lernen, dass es aus dem Wald schallt, wie sie hinein ruft.

    Wo ist sie denn überhaupt, dass sie sich selbst über meinen Beitrag empören kann?
    Alles sehr dubios! Wenn ich daran denke, dass man hier Pseudonyme nach Lust und Laune wechseln kann, frage ich mich immer, ob nicht auch die Identitäten nach dem Bedarf angepasst werden.

    Aber machen Sie sich mal keine Sorgen darüber, ob und wie ich “aus der Haut fahre”. Was ich tatsächlich nicht leiden kann, ist Arroganz von Rotzlöffeln und Lisas Beitrag strotzt nur so davon. In aller Regel beantworte ich das mit demselben Verhalten. Lisa hat es nicht besser verdient. Sie hat mit der Arroganz begonnen.

    Ich kann Sie auch dahingehend beruhigen, dass ich Wut im Bauch hätte. Die habe ich nur wenn ich hier lese. Daher sollte ich es den meisten meiner Kollegen gleichtun, die mir immer wieder raten, hier einfach nicht mehr zu lesen.

    Ich bitte auch höflichst um Entschuldigung, dass ich Sie korrigieren muss. Ich liefere mit keinen “Kleinkrieg” mit Christopher, sondern habe mir erlaubt ein einziges Mal auf seine Beiträge zu REagieren.
    Das werde ich gleich noch einmal machen und mich dann demütig zurück ziehen.

    Ihr letzter Absatz lässt mich allerdings auch an Ihrer Identität (als Lehrerin) zweifeln.
    Ich kenne zugegebenermaßen nur einen kleinen Kreis von Lehrern. Wir haben auch “faule Eier” dabei. Aber von 35 Kollegen sind das vielleicht drei, denen ich das unterstellen würde. Die fallen auch nur durch häufiges Fehlen auf. Ansonsten würde ich mir kein Urteil über deren Einsatz erlauben. An unserer Hauptschule arbeiten wir mit- und für einander, nicht gegeneinander. An so einer Schule kann sich niemand “auf seinem Beamtensold”  ausruhen. Wer die Arbeit an sog. Brennpunktschulen wirklich kennt, würde das auch nie behaupten.
    Wer bei uns so einen Satz von sich geben würde wie Ihrer: “Wer mehr schafft, bekommt auch mehr.” würde nur einen müden Blick ernten, weil wir auf der Stelle wüssten, dass so ein Satz nur von jemandem kommen kann, der das System Hauptschule nicht kennt.

    schrieb Schülerfreund am

  • #264

    @christopher

    darf man erfahren, in welcher branche du arbeitest?

    schrieb Motschi am

  • #265

    (#685) Angie:

    Vielen Dank!!!

    Liebe Grüsse

    Christopher

    Übrigens: Meine Schwester ist Sonderschullehrerin. Sie hat einen Mega-harten Job!!!
    Sie hat einen 30 jähringen Sohn und war alleinerziehend. Mehr Geld hätte sie natürlich gebrauchen können und würde sie auch heute gerne nehmen.
    Ohne Zweifel wäre das auch o.K., dennoch ist sie der Meinung, dass sie vergleichsweise nicht schlechter bezahlt ist, als andere Leute.
    .... und, mal ehrlich: ihr Einkommen ist durchaus akzeptabel.
    Vielmehr hat sie zu kämpfen mit Verbohrtheiten der Schulleitung und Unflexibilitäten vieler (nicht aller) Kollegen. Sie sagt, das kostet sie mehr Kraft, als die Arbeit mit den Kindern und für die Kinder, weil sie diese sehr gerne macht.
    Innovationen werden ausgebremst.
    Beispiel: so rannte sie seit 15!!!!! Jahren in Firmen und bei Privatleuten rum, um Computer für einen PC-Raum zu bekommen, viele Kollegen haben nur den Kopf geschüttelt, wenige geholfen und die Schulleitung hat es ihr schwer gemacht.
    Seit 2 Jahren gibt es eine neue Schulleitung, es sieht nun zum Glück anderst aus!
    O-Ton meiner Schwester: “Die meisten Kollegen haben doch keinen Bock, mehr zu tun, als sie müssen. Das kommt daher, weil sie eigentlich schon gar keine Lust auf die Arbeit in der Klasse haben.”
    .... und genau das kommt bei den “anderen” Arbeitenden in diesem Land an.
    Also, Aufruf an alle Lehrer: Arbeitet an Eurem Image, wenn Euch das jetzige stört, indem Ihr zeigt, dass Euer Beruf von Euch auch als Berufung verstanden wird. Ich prognostiziere, dass

    - die Schüler Euch mehr schätzen und achten
    - die Lernerfolge steigen
    - die gesellschaftliche Akzeptanz steigt
    - die teilweise blöden Diskussionen weniger werden

    .... und steht drüber, wenn mal einer sagt: Na, haben wir wieder knapp 7 Wochen Urlaub, wo geht’s hin?
    Einfach keine rechtfertigende Antwort geben.
    Entweder überhören oder mit einem gesunden Witz antworten! Das sollte in 80% der Fälle ausreichen.

    Beispiel:
    Freunde von uns haben sich einen kleinen Hund zugelegt, Lehrerfamilie. “Wir schauen, dass wir den Hund am Anfang der Sommerferien haben.” Ich könnte sofort auf die Palme gehen, sage aber (schelmisch): “Aha, Hundeferien, 7 Wochen, soso.” Freund: “Jaja, wenn wir dann Gassi üben, können wir gemeinsam in die Schule spazieren, dort ist viel liegen geblieben.”  Und schon hat er mir das Windchen aus den Segeln genommen.
    Er weiss auch genau, dass ich mich sehr ärgere, dass ich damals Ingenieur statt Lehramt gemacht habe. Und da stichelt er auch manchmal, er sagt: “Selber schuld.” Aber so richtig ernstgemeint ist das alles nicht!

    Und nochmal zum Schluss: Es ist legitim, wenn ihr Arbeitsbedingunen und Gehalt auf den Prüfstand stellt, das tut doch fast jeder!

    schrieb Christopher am

  • #266

    @ Schülerfreund: Als Lehrerkollegin finde ich es wirklich traurig, wie sie auf Lisas Äußerungen eingehen. Sollten Sie so auch in der Schule so unsensibel und barsch agieren, verwundert es nicht weiter, dass Sie hier so austeilen - wahrscheinlich müssen Sie sich in diesem Forum entfrusten. Allein der Diminutiv “Lieschen” zeugt von einer Überheblichkeit, die sehr unangemessen ist und Vorurteilen gegenüber unserem Berufsstand befruchten. Lisa ist eine “junge Schülerin”: Sollten Sie in Ihrem Unterricht immer so aus der Haut fahren, wenn sich ein Schüler nicht präzise genug ausdrückt, so kann ich es durchaus nachvollziehen, dass sie sich mit einer gehörigen Wut im Bauch nach Schulschluss auf ein gefundenes Fressen namens Christopher werfen und sich mit ihm einen kindischen Kleinkrieg liefern. Christopher muss man noch eine gesunde Portion Selbstironie bescheinigen, aber Sie sind ja so verbiestert… das bringt die Debatte hier nicht weiter.
    Zum Thema: Die Bundesländer sollten sich Gedanken machen, wie man fleißige Lehrer angemessen vergütet und die genauer beäugen, die sich auf ihrem Beamtensold ausruhen und nicht mehr tun als notwendig. Wir müssen leistungsgerechter bezahlt werden! Bei Lehrern sollte es so sein wie bei Menschen in der Wirtschaft: Wer mehr schafft, bekommt mehr Geld. Klingt ganz einfach. Wird aber behindert von einer Ministerialbürokratie, die sehr schwerfällig ist.
    Grüße von Angie

    schrieb Angie am

  • #267

    Ach, Herrlich. Das tut dch gut, oder? Den ganzen Ärger hier in diesem Forum an beliebigen Diskussionsteilnehmern auszulsassen, oder? Jep, das entlastet. Das tut gut.

    schrieb Tomtom am

  • #268

    (#652) Mister M:Aber das übersteigt halt das Vorstellungsvermögen des normalen kleines Rädchens in der (ehemals freien, jetzt dauersubventionierten) Wirtschaft. Lassen Sie Ihren Frust und Neid woanders freien Lauf.

    Antwort: Deshalb bin ich dafür: Beamte her, die noch mehr Steuern zahlen, damit mein Arbeitgeber ganz viele Subvetionen bekommt und mir noch mehr Kohle gibt!!!
    Der Mister M. hat wohl die Meinung, dass es das Perpetuum Mobile gibt. Beim Tellerrand Absturz!!

    schrieb Christopher am

  • #269

    (#680) Schülerfreund

    ....aber wie ich es verstehe, kann es nicht sein.
    DOCH: Ich arbeite in der Schweiz als Grenzgänger, mus meine KV selbst bezahlen (für die ganze Familie), habe 22 Tage Urlaub, vertragsgemäss 42 Stunden, muss eine Performance von 80% bringen (das heisst, irgendwelche Kunden müssen 33 Stunden bezahlen), was zu einer durchschnittlichen AZ von 46h führt. Keine Gleitzeit, möglich, d.H. Mehrarbeit verfällt sofort.

    Ich bin eine unendlich arme Sau!!!!  ;-)

    Übrigens: Ich lasse mich nicht herab, irgendwelche Lehrer-Freunde zu haben. Es sind SIE, Herr Schülerfreund, der die Klassifizierung nach “Lehrern” und “Nicht-Lehrern” vorantreibt.
    .... und wenn Sie mich schon bezüglich des Begriffes “rechtfertigen” belehren, dann unterlassen sie eben diesen Begriff in der Erklärung, sonst macht das wenig Sinn.


    Ich bin eine Ärztetochter und eine Ärztefreundin mit einer Tochter, die Medizin studieren will. Macht das aus mir eine Ärztespezialistin?

    Genausowenig sind Sie ein Lehrerspezialist, denn Sie sind einer von Tausenden, also nicht mal ein Promill!
    Ausserdem habe ich nie den Anspruch erhoben, Lehrerspezialist zu sein, deshalb meine Bitte: Lesen, Denken, Antworten!!

    Auch lasse ich Ihre Meinung zu.

    Mir entsteht der Eindruck, dass Sie verbissen und verknotet nur das Schlechte in meinen Worten suchen!!

    So langsam fangt mir es an, Spass zu machen, diese Streiterei!!! :-)

    schrieb Christopher am

  • #270

    (#679) malin

    Ich weiss das alles und möchte es in keinster Weise geringschätzen!!
    Lehrer, die ihren Beruf ernst nehmen (und das sind doch einige), haben vergleichbare berufliche Belastungen wie andere Arbeitenden, die ihren Beruf ernst nehmen und auch vergleichbare Einkommen.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Selbstverständlich darf man sich zur Wehr setzen, wenn sich die Bedingungen verschlechtern. Das hat in den letzten 15 Jahren sicherlich in sehr vielen Bereichen stattgefunden (z.B. ist mein BRUTTO_gehalt identisch mit dem, das ich vor 8 Jahren bei einer letzten Anpassung hatte, entspricht etwa A15, Stufe 12 ohne Ortszuschlag, Krankenversicherung muss ich komplett selbst bezahlen, Alter 49J).

    NUR: in diesem Forum findet keine Erörterung statt, sondern ein Krieg.

    LEHRER: Wehrt Euch gegen schlechte Bedingungen und Unterbezahlung, aber arbeitet daran mit, das Bildungssystem zu verbessern.
    LEHRERFEINDE: Versucht mal objektiv nach Lehrern Ausschau zu halten, die fachlich und pädagogisch gut und erfolgreich und motiviert sind. Ihr werdet, sehen sie haben Recht, wenn sie auf sich aufmerksam machen. Und etwa die Hälfte der Lehrer gehören dazu (subjektive Erfahrungswerte aus der Schulzeit meiner Tochter und dem Bekanntenkreis meines Vaters, der Studiendirektor war).

    schrieb Christopher am

  • #271

    @malin

    Ich weiß nicht, ob ich dich wirklich richtig verstanden habe, aber wie ich es verstehe, kann es nicht sein.
    Angestellte müssen sich nicht freiwillig in der gesetzlichen KV versichern. Die sind pflichtversichert und können sich ggf. von der Versicherungspflicht befreien lassen, falls sie die Beitragsbemessungsgrenze übersteigen. Pflichtversicherte zahlen ihre Beiträge aber nicht mehr vom Nettogehalt. Da ist der Beitrag schon abgezogen. Freiwillig in einer Pflichtversicherung sind sie nur, wenn sie Beamte sind, die von der Privaten nicht genommen wurden. In diesem Fall müssen sie dann allerdings auch noch den Arbeitgeberanteil selbst tragen.

    Das mit den Altersgrenzen ist wirklich eine Krux. Auch ich musste das Land durch alle Instanzen klagen, bevor ich dann endlich verbeamtet wurde.

    In deinem zweiten Beitrag solltest du allerdings die Kirche im Dorf lassen. Natürlich arbeiten wir viel. Da widerspreche ich dir nicht. Aber Urlaub haben wir schon hin und wieder.
    Wenn du ausdrücken wolltest, dass die Ferien nicht 1:1 mit Urlaub gleichzusetzen sind, dann stimme ich dir zu. Aber selbst wenn es so wäre, dann müssten wir in der Zeit außerhalb der Ferien pro Woche ca. 45 Stunden arbeiten. Also, bei mir kommt das hin. Durchschnittlich 45 Stunden pro Woche schaffe ich locker. Dann wäre es auch völlig legitim, wenn wir die Ferien komplett für Urlaub nutzen würden. Trotzdem geht so mancher Ferientag in den Oster-, Herbst- und Weihnachtsferien für Korrekturen drauf.
    Wir müssen uns also nicht schämen.

    Das neunmalkluge Lieschen schreibt leider nicht nur unreflektiert, sondern auch noch so diffus, dass man gar nicht darauf reagieren kann?
    Leider kommt sie nicht auf den Punkt.

    Sie schreibt:
    “wenn ich mir mal die Einträge so durchlese, springt mir in jedem geschrieben Satz der Lehrer ins Gesicht.”
    Was mag ihr ins Gesicht springen? Der Satz ist einfach unvollständig. Da fehlt was!
    Da Christopher, der sich sogar herablässt und mit Lehrern befreundet ist, sie so gut versteht, mag er vielleicht sagen können, was ihr in jedem Satz ins Gesicht springt?

    Übrigens:
    Was muss Christopher für ein Freund sein, der sich anmaßt, nicht zu verstehen, wenn ihm Sonntage wegen Arbeit abgesagt werden?
    Ich finde es übergriffig, wenn mir ein Freund nicht überlässt, wie ich meine Zeit strukturiere. Wenn der Lehrer in den Ferien wandern geht und dafür dann an Sonntagen korrigiert, ist das ganz allein seine Entscheidung. Das hat Christopher nicht zu bewerten. Wenn einer meiner Freunde so etwas täte, wäre er die längste Zeit mein Freund gewesen. Aber wahrscheinlich würde der gute Freund das seinen Lehrerfreunden wohl nicht ins Gesicht sagen.

    Zurück zum Lieschen:
    Sie fragt sich, ob man “so” wird oder schon immer “so” ist? Aber auch mich würde interessieren, was “so” bedeuten soll?
    Letztlich ist der gesamte Beitrag ohne Inhalt.
    Und was mag sie eigentlich als so “dreist” empfinden?

    Es sieht doch so aus:
    Wir Lehrer dürfen nicht nach Fakten fragen und wenn wir Falsches richtig stellen wollen, sind wir nach Lisa “dreist”. Wenn wir schildern, dass bei uns nicht alles rosig ist, jammern wir.
    Über pauschale Beurteilungen dürfen wir uns auch nicht ärgern. Wir dürfen uns nicht gegen Angriffe wehren.

    Christopher kann es nicht mehr hören, wenn sich die Lehrer, die er für ungeeignet hält “rechtfertigen”. Mehr noch, er sagt sinngemäß, dass die, die sich rechtfertigen die ungeeigneten Lehrer sind.
    Christophers Beurteilungskompetenz würde mich brennend interessieren. Als Lehrerkind, Lehrerfreund und Vater hat man sicherlich dreierlei Berührungspunkte mit diesem Beruf.
    Ich bin eine Ärztetochter und eine Ärztefreundin mit einer Tochter, die Medizin studieren will. Macht das aus mir eine Ärztespezialistin?
    Mich machen meine Berührungspunkte mit Ärzten nur etwas vorsichtiger im Umgang mit der öffentlichen Ärztekritik. Ich bin dadurch differenzierter und höre wirklich hin. Aber ich lasse deren Meinung auf jeden Fall zu.

    Nochmal an Christopher, Bedeutung von “rechtfertigen”:
    “etwas, jmdn. oder sich rechtfertigen erklären, dass etwas recht sei, zu Recht bestehe, dass jmd. oder man (selbst) recht gehandelt habe; jmds. Handlungsweise rechtfertigen; jmdm. die Möglichkeit geben, sich zu rechtfertigen”

    Das dürfen wir nicht, wenn wir geeignete Lehrer sind?
    Wo ist da die Logik?
    Du kannst es nicht mehr hören?

    Ich auch nicht! Ich kann auch nicht mehr hören, wenn mit inhaltslosen, überheblichen Beiträgen Ahnungslosigkeit als tiefe Erkenntnis verbreitet wird!

    Wieso Lisa aber meint, dass ihr ihre Arroganz zusteht, wird mir sicher ewig verschlossen bleiben. Mir zaubert es nur ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich mir vorstelle, wie sie sich ihren Lehrern gegenüber verhält :-)
    Da wird sie sicher nicht so eine kesse Lippe führen.

    Aber wenn ich ihr mal etwas für das Leben mitgeben darf:
    Kritik darf man üben, aber sie sollte fundiert sein, begründet werden können, fair sein und überhaupt sollte aus der Kritik hervorgehen, was man kritisiert.

    schrieb Schülerfreund am

  • #272

    (#671) Christopher
    Ja, auch in Bayern waren eine Woche Herbstferien. Du willst sicherlich nicht wissen, dass auch ich diese mit Schulaufgaben Korrigieren, Vorbereiten, Verwaltungskram für die Schule erledigen und Materialeinkäufe (das Benzin für die Fahrten zu den Fachgeschäften geht auch noch auf meine Kosten) für den Kunstunterricht verbracht habe. Du verstehst ja nicht, was alles zu den Aufgaben eines Lehrers gehört. Also hat es kaum Sinn noch mal zu betonen, dass man als Lehrer nicht um 13 Uhr Feierabend hat, keine ganz freien Wochenenden und Ferien sind auch nicht Urlaub. Ich mach’s trotzdem, vielleicht begreifen es ja manche Unwissenden, wenn man es oft genug wiederholt - so eine Art Einschleifübung wie im Fremdsprachenunterricht.

    schrieb malin am

  • #273

    Auch Angestellte mit unbefristetem Vertrag hier in Bayern müssen von Ihrem Nettogehalt die Krankenkassenbeiträge bezahlen, das sind immer noch ca. 400 Euro nachdem die Kinder nicht mehr mitversichert sind. Sie müssen sich nämlich freiwillig bei der gesetzlichen versichern und können nicht so ohne weiteres in eine private Kasse. Was besser ist, ist schwer auszumachen. Außerdem haben auch angestellte Lehrkräfte Lehramt an einer Universität studiert und das erste und zweite Staatsexamen abgelegt - anderenfalls kriegt man hier in Bayern keine unbefristete Stelle. Leider haben Frauen Pech, die mehrere Kinder geboren haben, diese über Jahre hinweg betreuten und erst in den Beruf einstiegen, als die Altersgrenze für die Verbeamtung schon überschritten war. Wer denkt denn schon an “Altersgrenzen” wenn man genug damit zu tun hat, seine Kinder ordentlich zu erziehen, damit sie einen guten Start ins selbständige Leben bekommen? Die Jungen Mädels machen das besser. Sind ein bis zwei Jahre, jedenfalls bis sie verbeamtet werden, an der Schule und kriegen dann ein Kind nach dem anderen. Der ach so familienfreundliche Staat sorgt natürlich nicht für Vertretungen, das geht zu Lasten des Kollegiums.

    schrieb malin am

  • #274

    Natürlich weiss ich, dass oft Arbeiten am Wochenende anfallen, nur haben meine Bekannten so geantwortet:
    “Nee, ich muss arbeiten, ich habe kein Wochenende so wie Du.”  So etwas höre ich relativ häufig. (BTW: Ich muss häufig an Sonntagen zu Kundenterminen anreisen, damit ich am Montag pünktlich dort bin, nur so zur Info. )

    Sie waren aber beide in den Herbstferien 6 Tage in Wanderferien.

    Anyway, ich werde mich aus dem Blog zurückziehen, ist eine Quelle von Missverständnissen, Neid, In die Pfanne hauen. VON ALLEN PARTEIEN. Schade, eigentlich.

    Irgendwie ist verlorengegengen, worum es eigentlich geht.
    Ich gehe übrigens nachher mit meinen Lehrer-Kumpels ein Bierchen trinken ;-)

    schrieb Christopher am

  • #275

    @Christopher
    Ich kann Dir nicht ganz folgen. Was ist denn an der Aussage, dass man den ganzen Sonntag korrigeren muss auszusetzen? Meinst Du, dass die Kollegen das als Ausrede benutzen? In diesem Fall würde ich mir keine Gedanken über die Lehrermentalität machen, sondern eher über die Beziehung zu Deinen Freunden oder Bekannten…
    Es kommt oft genug vor, dass man das ganze Wochenende korrigert. Ich habe diese Woche Vorabi-Klausren (6 Stunden). Hinzu kommen “normale” Klausuren in Jahrgang 12. Damit weiß ich schon jetzt, dass ich die nächsten drei Wochenenden nichts anderes tun werde als zu korrigieren. Nach drei Wochen MÜSSEN die Dinger nämlich wieder zurückgegeben werden. Das ist nun einmal so. Das ist kein Jammern, sondern lediglich die Beschreibung des Alltags.

    schrieb Schulmeister am

  • #276

    PS:
    Lehrer haben (auf jeden Fall in Bayern) ein Studium an einer Universität erfolgreich abgeschlossen. Ich denke wenn das Einkommen verglichen wird, so muss auch die Ausbildung als Maßstab herangezogen werden, wenn das Einkommen eines KFZ-Mechanikers mit dem eines Lehrers verglichen wird (wie im Beitrag beschen!).

    schrieb Leo am

  • #277

    Der Verfasser hat (vermutlich absichtlich!)“Vergessen”, dass Beamte vom NETTOLOHN ihren Beitrag in die private Krankenkasse zu leisten haben. Das sind je nach Familienstand und Anzahl der Kinder 200-450 Euro!!! Wenn dieser Betrag subtrahiert ist, dann hat man erst den wahren Nettolohn eines Beamten. Ich denke dies relativiert das Einkommen von erheblich!

    schrieb Leo am

  • #278

    WIe meinst du “so”? Dass man sich gegen die schlechten Arbeitsbedingungen wehrt, den Schülern einen adäquateren Unterricht bieten zu können? Oder was heißt “so”? Und was verstehst du unter “Lehrermentalität? Ziemlich schwammig. Aber klar, als Schülerin oder Schüler hat man natürlich keine Ahnung (hatte ich auch nicht während meiner Schulzeit), was hinter den Schulkulissen abläuft.
    Wenn du Angst hast zu “mutieren”, was immer du darunter verstehst, dann werde lieber nicht Lehrerin. Hier werden Leute gebraucht, die sich einsetzen für ein besseres System, das einen besseren Unterricht ermöglicht. Man sollte ja keinen Beruf ergreifen, bei welchem Ängste schon vorprogrammiert sind und den man deshalb nicht ausfüllen kann.
    Honi soit qui mal y pense!

    schrieb MALIN am

  • #279

    Denke nicht,dass das nötig ist.
    Vielen Dank für die eindeutige Bestätigung meines Kommentars.

    Diese Seite ist echt super. Eigentlich müsste man die besten und vor allem dreistesten Einträge ausdrucken und in allen Schulen Deutschlands aushängen.
    Dann hätten Eltern und Schüler was zu lachen und -ganz neben bei - die erneute Bestätigung, dass Lehrer kein Beruf, sondern eine Menatlität ist.

    schrieb Lisa am

  • #280

    Lisa, vielen Dank, ich empfinde genauso:
    “springt mir in jedem geschrieben Satz der Lehrer ins Gesicht”

    Schulmeister, Lisa ist wesentlich präziser als mein spezieller Freund “Mister M.”.

    Allgemein: 2 Lehrer aus meinem Bekanntenkreis haben uns heute abgesagt mit der Begründung “Ich muss mal wieder den ganzen Sonntag Arbeiten korrigieren!”

    BTW: Ich lebe in Baden-Württemberg, da war eine Woche unterrichtsfreie Zeit.
    Die erwähnten Lehrer sind beide gute Freunde und ich schätze sie sehr, auch beruflich!
    Aber manche Dinge verstehe ich nicht!

    schrieb Christopher am

  • #281

    Wenn Du ernst genommen werden möchtest, dann musst Du schon präziser werden.

    schrieb Schulmeister am

  • #282

    wenn ich mir mal die Einträge so durchlese, springt mir in jedem geschrieben Satz der Lehrer ins Gesicht.
    Ich bin selbst noch junge Schülerin, frage mich aber schon seit sehr langer Zeit:
    WIRD man zwangsläufig so oder IST man es schon sein Leben lang und wird deswegen Lehrer? Wird man also schon als typischer Lehrer geboren?
    Ich gebe zu, ich würde gern Lehrerin werden. Immer schon. Aber ich habe Angst, zu mutieren, etwas zu werden, was ich nie sein wollte: diese Lehrer-Mentalität auf mich abfärben zu lassen und - wisst ihr, oh Lehrer dieser Welt, was das Schlimmste daran ist?
    Ihr merkt es nicht einmal!

    schrieb Lisa am

  • #283

    (#663) anmerker
    Fachräume putzen ist für manche Lehrer Teil der Tagesordnung (warum hat man dann überhaupt studiert?). Der Staat stellt ja keine Reinigungskräfte mehr direkt ein, sondern bedient sich obskurer Reinigungsfirmen, die ihren Mitarbeiterinnen genau vorschreiben, wie viel Zeit sie für ein Klassenzimmer brauchen dürfen (und die Bezahlung ist auch noch unter aller sau). Die zur Verfügung stehende Zeit reicht nicht mal für die Reinigung der “normalen” Klassenzimmer aus, geschweige denn für Werk- und Kunsträume, die einen wesentlich größeren Reinigungsaufwand erfordern. An unserer Schule werden in diesen Räumen nur alle 1-2 Tage lediglich die Böden geputzt, für den Staub auf den Regalen, die dreckigen Waschbecken, die verschmierten Fenster reicht die Zeit des Putzpersonals nicht aus. Was bleibt den Kunsterziehern und Werklehrern anderes übrig, als an manchen Nachmittagen oder an 1-2 Tage in den Ferien anzutreten, um zu putzen? Man will ja nicht unbedingt im Dreck versinken.

    schrieb MALIN am

  • #284

    Hallo Mister M.

    jaja, die Gefahr bei Interpretationen ist, dass man das Thema verfehlt!

    Aber vielleicht probieren Sie es noch einmal, 2.Chance?

    Mit freundlichen Grüssen

    Christopher Müller

    schrieb Christopher am

  • #285

    @Christopher:

    Ich lese aus Ihren Ausführungen heraus:

    Ein “guter” Lehrer jammert nicht. Wer jammert, muss ein schlechter Lehrer sein.

    Wer “auch noch Geld für Urlaub, Hobbies und anderes” hat, hat das M… zu halten. Dach über dem Kopf genügt schließlich.

    schrieb Mister M. am

  • #286

    Ich: Ingenieur freie Wirtschaft, aufgewachsen als Sohn eines Studiendirektors.
    1 Tochter, 9.Klasse Gymnasium.

    Meine Kommentare und Erfahrungen.
    1. Deutsche Lehrer haben ein angemessenes Gehalt.

    2. 50% der bisherigen Lehrer meiner Tochter sind hochqualifiziert, menschlich, pädagogisch, fachlich und auch sehr motiviert. Jammern??  Fehlanzeige!!!

    3. Die anderen 50% sind fachlich gut, menschlich und pädagogisch aber eher ungeeignet für den Job. Ich finde das schade für die Schüler und die Volkswirtschaft und auch für die Lehrer. Leider hat das Beamtentum zur Folge, dass diese Leute sich scheuen, ihre Expertisen in anderen Jobs anzuwenden. Das sind auch die, die ständig am Rechtfertigen sind. Ich kann es nicht mehr hören!!!

    Diese 3 Punkte galten aus meiner Sicht vor 30 Jahren wie auch heute. Als Lehrersohn musste ich nie Not leiden, auch habe ich hier 2 junge Lehrerfamilien in meiner heutigen Nachbarschaft in EFHs, die auch noch Geld für Urlaub, Hobbies und anderes haben. Nur mit einem der beiden habe ich Erfahrungen (Ex-Klassenlehrer meiner Tochter), er gehört zu den perfekten 50%!!!!

    schrieb Christopher am

  • #287

    Liebe Leute, ich habe viele Beiträge in diesem Forum gelesen und wundere mich.
    Zur psychischen Belastung: wenn die so gering ist, warum gibt es gerade im Lehrerberuf so viele Burnouts?
    Warum ist es uns als Lehrern so wichtig, dass unsere Arbeit entsprechend wahrgenommen und gewürdigt wird? Weil das jedem Menschen wichtig ist! Natürlich ist die Bezahlung super, aber die Anerkennung? Da liegt m.E. das Problem und das ist der Auslöser für die (ehrlich gesagt oft vorkommenden) Klagen über Arbeitsbelastung.
    Wenn man nach den vielen Beiträgen geht, dann weiß ein Großteil der Bevölkerung eben nicht, was man als Lehrer alles zu leisten hat. Und das ärgert viele Lehrer!!!
    Und vielleicht kann man es denen nicht ernsthaft vorwerfen, denn man sieht ja immer nur die Spitze des Eisbergs. Auch Schüler sehen das nicht.
    Vielleicht sollte man mal ernsthaft eine Informationskampagne in Erwägung ziehen. Nicht klagen, aber einfach informieren.
    Andererseits, liebe Kollegen, wir wissen doch, wie viel wir arbeiten, wie anstrengend es sein kann. Ich wundere mich auch über mich selbst, wie schnell ich bei ungerechtfertigten Vorwürfen und Pauschalisierungen an die Decke gehe! Vielleicht müssen wir einfach lernen, dies als Teil unseres Berufes zu akzeptieren?
    Und vielleicht müsste mal jemand der Bevölkerung sagen, dass es negative Auswirkungen hat, wenn eine Gesellschaft (oder ein großer Teil davon) die Arbeit ihrer Lehrer nicht anerkennt, sondern schlechtmacht. Denkt jemand mal daran, dass auch Lehrer motiviert werden wollen und dann besser, lieber und effektiver arbeiten (genau wie Schüler)?

    schrieb Lulu67 am

  • #288

    Herr Teacher, nach der Schule können sie ja dann den Hof sauber machen und das stinkende Jungenklo reinigen. Frau Baum kann ja nach dem Unterricht noch den Kopierraum aufräumen und das Lehrerzimmer reinigen. Herr Lutz (Liebling des Rektors), hätten sie Zeit, das Papier im Kopierer aufzufüllen? Sie sind doch so ein Technikspezialist, wird natürlich besonders entlohnt. Frau Leitner bitte die Mädchentoilette reinigen, dafür muss man nicht viel können.

    schrieb anmerker am

  • #289

    Die unterschiedliche Bezahlung von verbeamteten und angestellten Lehrern schreit zum Himmel. Sie ist auch für die Kinder schädlich, da sich junge mobile Lehrer kaum für ein Bundesland ohne Verbeamtung entscheiden werden. Überalterung und daraus resultierender hoher Krankenstand, Unterrichtausfall, nichtfachgerechter Vertretung tun den Schülern nicht gut und bringen eine höhere Belastung für das überalterte Kollegium!
    Wir kennen alle Lehrer, die schon vor dem Klingelzeichen in ihrem Auto und den Nachmittag in ihrem Garten sind. Ich kenne auch viele, die behaupten, ganz viel zu tun und nur Schaum schlagen. Wenn ich gute Arbeit leisten will, dann brauche ich allerdings eine extrem lange Arbeitswoche. Was wir alles zu tun haben, brauche ich nicht zu wiederholen. Die extrem unterschiedliche Belastung der verschiedenen Fachkombinationen ist eine Tatsache. Warum muss ich als De/En Lehrer alle VERA-Arbeiten in Kl.6 und 8 allein durchsehen und darf sie dann auch noch auswerten? Bei einer Anwesenheitspflicht von 7 bis 16 Uhr (bei uns beginnt der Unterricht um 7.30)könnten Admin-Arbeiten verteilt werden. Dazu bräuchten wir Arbeitsplätze mit Internetzugang und ein transparentes Arbeitszeitmodell. Das will wohl der Arbeitgeber nicht, da Schule für ihn nur durch die freiwillige Mehrarbeit engagierter Lehrer bezahlbar bleibt. Ich wäre gern um 16 Uhr mit der Arbeit fertig! Ab und zu ein arbeitsfreies Wochenende würde ich auch nicht abschlagen.
    Übrigens arbeiten bei uns wegen der rückläufigen Schülerzahlen Gymnasiallehrer schon an Grund- oder Regionalschulen. Die Arbeit ist anders aber nicht weniger/mehr anspruchsvoll. Unterschiedliche Bezahlung gibt es schon innerhalb einer Schule, weil der Arbeitgeber irgendwann mal ein halbherziges Leistungsentgelt eingeführt hat, das er nicht mehr bezahlen wollte. Wer glaubt, als Lehrer nach Leistung bezahlt werden zu wollen, der sollte mal ein System dafür entwickeln, das allen zugänglich und gerecht ist. Man kann es ja auch wie in USA machen, und nach den Testergebnissen der Kinder bezahlen! Dieses Thema wird nie aus den Diskussionen kommen, da jeder im Land etwas mit Schule zu tun hat und glaubt, die Wahrheit zu wissen. Ein Anwesenheitsmodell mit bezahlter Mehrarbeit (Prüfungskorrektur, Klausuren ausarbeiten, AGs etc) und eine von der Schulleitung gesteuerte Verteilung der Aufgaben bei gleicher Bezahlung für alle Lehrer wäre mE eine gerechtere Lösung.

    schrieb teacher am

  • #290

    @Pädio07: “der ständige Unmut und das Jammern über Überlastung ist mir von keinem anderen Berufszweig in dieser Intensität bekannt”

    Hm, das kann jetzt entweder daran liegen, dass wir in der Tat überlastet sind, aber diesen faulen Säcken, die Lehrer werden, kann man natürlich auf keinen Fall glauben….

    Wahrscheinlich sind aber alle Leute die sich für den Beruf des Lehrers entscheiden per se nicht belastbar und psychisch nicht geeignet, und natürlich nur die Faulen, Schlechten unserer Jahrgänge. Solche Behauptungen gab’s ja auch schon mal…

    Dass an der Klage über immer größer werdende Belastungen was dran sein könnte, das schließen wir natürlich aus.

    Komisch, dass diese Behauptung hier ständig ANONYM wiederholt wird. Was brächte das demjenigen, der LÜGT? Aber macht nichts, nur nicht wirklich drüber nachdenken….

    schrieb Chrissi am

  • #291

    Meine ruhige Kugel beginnt gegen 6.30 und endet meistens gegen 21 Uhr. Die Bezahlung - Thema dieses Artikels- ist eher normal bis gering für studierte Fachkräfte. Ich habe früher in der freien Wirtschaft gearbeitet, dagegen ist mein jetziger Beruf ein ständiger Wettlauf ohne wirkliche Pause und Erholung. Ich mache ihn gerne und ich bin glücklich damit. Wer glaubt, eine ruhige Kugel dabei zu schieben, der irrt gewaltig oder will reizen. Jeder ist eingeladen Lehrer zu werden und sich zu beweisen, wir suchen solche, die uns in die Tasche stecken und Alles besser machen. Auf gehts, bewerben und auf ein tolles Erlebnis warten. Jeder wäre überrascht: wir arbeiten hart und sind unser Geld wert. Nicht labern, anklagen oder vorverurteilen: machen!

    schrieb anmerker am

  • #292

    Das mag ja alles sein, und ich sehe auch, dass es hier wie überall mehr-Arbeiter und weniger-Arbeiter gibt. Ich bezweifle aber nach wie vor, dass ein Großteil der erfahrenen Lehrer (ab 10 Jahren Schuldienst aufwärts) so richtig viel vorbereiten muss. Gut, da wird mal was umgestellt, eine neue Methode ausprobiert, ein Test aktualisiert usw., aber das ist doch nicht die große Flut! Außerdem hat man eine Menge Routine und kann Vieles schneller und und spontaner umsetzen. Ich sage ja auch nicht mehr, dass Leher sein ein Halbtagesjob ist (da gibt es wohl so einiges nach der reinen Unterrichtszeit), aber die große Meckerei und der ständige Unmut und das Jammern über Überlastung ist mir von keinem anderen Berufszweig in dieser Intensität bekannt. Und kaum ein Lehrer steht zu den von mir genannten massiven Vorteilen, wie in Beitrag #649 dargestellt. Und ich kenne nun einfach auch mal persönlich Lehrer, die eben mehrmals pro Jahr am 1. Ferientag in den Urlaub fahren (ohne Korrekturarbeiten mitzunehmen), nach der Schule erst einmal ausgiebig kochen und essen und dann 1,5 Stunden Mittagsschlaf machen und sogar sagen *Originalzitat:* “ca. 25 Zeitstunden pro Woche zu arbeiten” und in den Ferien eigentlich auch kaum was zu tun haben. Das ist nun mal Fakt und deshalb denke ich , dass man sich in der Mitte treffen sollte: es sind im Schnitt wohl nicht 25h, aber auch nicht 45 pro Woche, es wird nicht 0 Tage, aber auch nicht alle Tage in den Ferien malocht usw. es ist ein ganz normaler Job, der gut bezahlt ist. Und wenn man sich mit der Zeit mal halbwegs gut organisiert hat, schiebt man eher eine ruhige Kugel…

    schrieb Pädi07 am

  • #293

    Pedio7, es wird nie eine Regel für einen Schnitt geben, da alle Schulen individuell die Stunden verteilen. Insgesamt arbeite ich aber mehr als früher. Ich hab mal nen normalen Beruf gelernt und kennen noch die angenehmen Uhrzeiten bis um 16 Uhr. Meine Arbeitszeiten verteilen sich halt über den gesamten Tag und liegen vergleichbar mit denen eines normalen Angestellten oder Arbeiters. Beachte aber bitte auch, dass jeder Lehrer unterschiedlich arbeitet und für manche Aufgabe länger oder kürzer braucht. Ich muss z.B. keine Abi-Klausur korrigieren, das spart schon viel Zeit. Bei mir geht viel Zeit für die Vorbereitung unterschiedlicher Methoden drauf, da sieht keiner, das ich arbeite. Es gab mal einen Beitrag hier, der sagte, dass man auch nicht die 5 Minuten des Tagesschausprechers als ausschließliche Arbeitszeit sehen kann, er macht bestimmt ein wenig mehr. Ein Börsianer wird vermutlich auch mehr als 4 Stunden am Tag arbeiten. Manche Arbeiten kann man einfach nicht sehen und das ist der Angriffspunkt für einen normalen Arbeiter. Mir muss man nicht sagen, was ich zu machen habe, ich plane meinen Arbeitstag neben den normalen Stunden selbstständig. Ein normaler Arbeiter macht, was ihm befohlen wird, sonst wohl nicht so viel. Neid ist aber fehl am Platz, jeder darf Lehrer werden - und ich bin es gerne. Jetzt fahre ich mal mit dem Taxi in die Stadt, Taxifahrer arbeiten ja auch nur, wenn sie fahren und kaufe ein (Verkäufer arbeiten ja auch nur, wenn sie verkaufen).

    schrieb anmerker am

  • #294

    Die Wochen vor Schuljahresende sind die stressigsten überhaupt! Sagen wir die Konferenzen sind an einem Mittwoch, dann endet das Schuljahr spätestens eine Woche später am Mittwoch. Die Tage dazwischen sind gefüllt mit Kulturtagen, Schulfest und oder Sportfest. Das alles will organisiert werden. Wo die besagten Wochen vorm Schuljahresende herkommen sollen, in denen nichts passiert, ist mir nicht ganz klar. Aber um solche Wissenslücken zu schließen, gibt es ja Foren wie dieses hier. Allerdings sollten einige Teilnehmer erst einmal nachdenken, bevor sie solchen Unfug wie pädi07 verbreiten…

    schrieb Schulmeister am

  • #295

    @ Beamter:
    die psychische Belastung kann ja wohl kaum als Faktor gewertet werden, denn dann bekämen alle mehr Geld, die a. einen bösen Chef haben, b. todkranke Menschen pflegen, c. böse Mitarbeiter haben, d. gemobbt werden, e. massive Verantwortung tragen etc. etc.

    @anmerker:
    besagter Mittwoch mit 11,5h Arbeit ist doch ernsthaft NICHT Standard, oder? Das kommt in jedem Berufsalltag mal vor, aber es ist nicht die Regel. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es nicht auch Tage gibt, an denen nichts bis wenig nach der Unterrichtszeit zu tun ist, weil die Stunden bereits vorbereitet sind, keine Elternabende etc. anstehen, weil nichts zum Korrigieren vorliegt etc. Und die Wochen vor Schuljahresende sind doch auch echt nicht arbeitsreich zu nennen: keine Prüfugen - also nichts mehr zu korrigieren, kaum Hausaufgaben, ...

    Ich bitte daher einfach nur um die Einhaltung der Relation: für jedes Extrembeispiel mit 11,5 Stunden gibt es auch ein Gegenbeispiel mit 5,5 Stunden und dann haben wir ja den guten Schnitt, oder?

    schrieb Pädi07 am

  • #296

    Nachbereitung, Vorbereitung, Elterngespräche werden häufig vergessen. Dieser Beruf bringt viel mehr Zeitaufwand mit sich, als die Öffentlichkeit häufig denkt. Zu Lisa: Nur verbeamtete Lehrer können sich privat krankenversichern.

    schrieb Lisa vom Vergleich am

  • #297

    Mittwoch war ich von 8 Uhr morgends bis 20 Uhr abends nur in Sachen Schule, 30 Minuten Mittag hab ich mir dann doch erlaubt. Dann bräuchte ich ja nur noch heute den halben Tag arbeiten? Leider kam ich heute wieder gegen 18 Uhr aus der Schule, Pech gehabt, meine 25 Stunden hab ich dann wohl bald erfüllt? Ach ja, ich muss ja nochmal an den Schreibtisch, morgen ist ja noch Freitag und Montag und Dienstag arbeite ich auch.

    schrieb anmerker am

  • #298

    Man kann sich als Lehrer nicht über das Gehalt beschweren, was aber viele vergessen sind neben den deutlich mehr als 40 Std/Woche die psychische Belastung, die man in der Schule aushält.

    schrieb Beamter am

  • #299

    @Pädio7:
    Was für ein Unsinn. Ihre 20 ZEITStunden IN der Schule habe ich schon mittwochs in einer ganz normalen Woche locker geschaft. Und das ganz ohne Konferenzen, ohne Korrekturen usw. Lehrerarbeit besteht eben nicht nur aus Unterrichten. Aber das übersteigt halt das Vorstellungsvermögen des normalen kleines Rädchens in der (ehemals freien, jetzt dauersubventionierten) Wirtschaft. Lassen Sie Ihren Frust und Neid woanders freien Lauf.

    schrieb Mister M. am

  • #300

    Ich persönlich würde lieber einen vernünftigen Arbeitsplatz in der Schule haben und dann sofort einer Anwesenheitspflicht in der Schule bis 16 Uhr zustimmen. Dann würde nämlich auch dieses gehaltlose Gelaber von Leuten wie meinem Vorredner aufhören. Seit kurzem habe ich ein eigenes Büro (dem Aufstieg sei Dank) und arbeite lieber in der Schule als zuhause. Das ist nämlich eher Fluch als Segen - zumindest sehe ich das so.

    Ich kann nur für das Gymnasium reden, doch da sieht folgendermaßen aus. Arbeit an JEDEM Wochenende. Das heißt nicht, dass man da immer 2x8 Stunden abreißen muss, aber einige Stunden gehen jedes Wochenende drauf. In Stoßzeiten kommen allein am Wochenende locker 20 Stunden zusammen. Das kann aber auch noch mehr werden.
    In den Sommerferien hat man naturgemäß viel Freizeit. Ich persönlich fange jetzt die letzten zwei Wochen an Vollzeit zu arbeiten, wobei ich als Mitglied der Schulleitung auch etwas mehr zu tun habe. Vorher war es zumindest eine Woche. In den Herbstferien ist ein Kurztrip von 2-4 Tagen drin, den Rest sitze ich i. d. R. an Arbeiten und Klausuren, in den Weihnachtsferien mache ich Weihnachten und Silvester nichts für die Schule. Die restlichen Tage sind zum größten Teil mit Korrekturen und anderem Verwaltungskrams belegt. An Wegfahren ist gar nicht zu denken. In den Osterferien korrigiere ich durchgehend Abiturklausuren (OK, Ostersonntag ausgenommen). Wochenenden gibt es da auch nicht oder zumindest kaum. Gleiches gilt auch für Pfingsten.
    Diese Angaben galten für mich als “normalen” Gymnasiallehrer mit einer VOLLEN Stelle (mittlerweile kommen unzählige Stunden für Schulverwaltung hinzu). Gern wird übersehen, dass ein beträchtlicher Teil, an unserer Schule locker über die Hälfte, nicht Vollzeit arbeitet, sondern bis zu 50% reduziert hat - gegen entsprechende Kürzung der Bezüge, versteht sich. Diese Leute könnte man dann auch mal mittags auf den Tennisplatz treffen ;-)
    Neulich kam im Radio, dass der Durchschnitts-Deutsche 36 Stunden pro Woche arbeitet. Darüber kann ich trotz der unterrichtsfreien Zeit nur müde lächeln. Gymnasialleher arbeiten im Durchschnitt sicher nicht am meisten, aber sicherlich weit mehr als der Bundesdurchschnitt und ganz bestimmt nicht unter 40 Stunden die Woche (Ferien eingerechnet). Dazu gibt es genügend unabhängige Studien. Daran können auch “persönlichen Erfahrungen” einiger Forumsteilnehmer nichts ändern, auch wenn diese gern als “harte Fakten” ins Feld geführt werden. Man muss die Leute, die so etwas schreiben, aber auch verstehen, schließlich sind sie hier über Google gelandet, weil sie sich mal so richtig über Lehrer auskotzen wollten. Und dann kommt da so ein Lehrer daher und behauptet, dass die gar keine 14 Wochen Urlaub haben. So ein Ärger aber auch…

    schrieb Schulmeister am

  • #301

    @ Pädio7

    Du hast nur zum Teil recht. Der Skandal ist die sehr unterschiedliche Arbeitsbelastung von LehrerInnen mit oder ohne Korrektur- bzw. Hauptfächer. Am schlimmsten trifft es die, die z.B. zwei sprachliche Korrekturfächer haben. Mathematik ist besonders in Unter- und Mittelstufe sehr leicht und schnell zu korrigieren, weil es nur richtig und falsch gibt. Außerdem kann man in Mathematik immer wieder dieselben Aufgaben aus den Vorjahren nehmen oder nur einige Zahlen ändern! Anders in den sprachlichen Fächern. Selbst kleine Aufsötze in Klasse 5 Deutsch benötigen einige Zeit, wenn man Rechtschreibung, Zeichensetzung, sprachliche Fehler, Ausdruck, Stil, Aufbau am Heftrand positiv (d.h. als Fehlerkorrektur) notiert und dann in einigen Sätzen individuell am Schluss kommentiert. Natürlich kann man sich Bewertungsblätter basteln, indem man Beispiellösungen aufschreibt und abschnittweise und bezogen auf Fehler bepunktet, aber auch das ist keine Lösung, die “schnell geht”. Am Schluss etwas zügiger, weil man nach Formulierung des Bewertungsblatts dann nur noch die Punkte gibt und ein bis zwei individuelle Sätze formuliert. - Die Frage stellt sich: Was macht der Sportlehrer z.B. in dieser Zeit? Ich habe bisher noch keine überzeugende Antwort gefunden. Vielleicht legt er sich ins Bett und heilt seine durch großen Hallenlärm geschädigten Trommelfelle aus?!

    Mit zwei sprachlichen Korrekturfächern sind alle Ferien außer den Sommerferien ausgelastet, weil man die Korrekturen in der reinen Schulzeit nicht schafft. Außerdem gilt es, sich in die neue Literatur einzuarbeiten, denn selbst wenn man etwas vor Jahren schon einmal unterrichtet hat, so gilt es, sich wieder neue Themengebiete wie Globalisierung oder ein neues Shakespeare-Stück zu erarbeiten, weil der Lehrplan Abwechslung verlangt. Die Stundendeputate sind in NRW erhöht worden, ohne zwischen Sport oder Deutsch zu unterscheiden!!! Dazu kommen zahlreiche Neuerungen und Reformen, die uns das Schulministerium aufs Auge gedrückt hat, ohne irgendwie zu überlegen, woher wir die Zeit dafür nehmen. Vielleicht von den SchülerInnen, damit der Unterricht noch schlechter wird??? Für die Allgemeinheit sind das Arbeiten, die nicht wahrgenommen werden. Es wird nur gesehen, wenn der Herr Lehrer schon (!!!) um 14 Uhr nach Hause kommt, obwohl zwei Drittel seines Arbeitstags noch vor ihm liegen.

    Da das Thema Lehrerarbeitszeit ständig Gegenstand von (teilweise unberechtigten Neid-)Debatten ist, bin ich für eine strikte Transparenz und ein Arbeitszeitmodell, das die wenig belasteten LehrerInnen in die Pflicht nimmt und die Vertreter der Hauptfächer (!!! Warum heißen die wohl so???) entlastet!!!

    schrieb tintenklecks am

  • #302

    @anmerker und Schilmeister

    ...und was soll jetzt genau der Unterschied sein zwichen Ferien und unterrichtsfreier Zeit? Die 1-2 Konferenzen in der sommerlichen “unterrichtsfreien Zeit” sind schon eine enorme Belastung und vor allen Dingen stark einschränkend. Und was ist mit den letzten Wochen vor den großen Ferien, nach Notenschluss? Da wird also täglich gerackert bis die Fetzen fliegen? Ach so “Zeugnisse” - ich vergaß. Ein bekannter Lehrer hat mir gesagt, er braucht dafür ca. 4 Nachmittage (NICHT Grundschullehrer). Ein anderer sagte mir, er arbeitet pro Woche “plus/minus” ca. 25 Stunden (Unterricht, Vorbereitung etc.). Das gibt es in anderen Branchen sicherlich auch, aber da wird nicht ewig gejammert, wie schwer es ist, in dem Beruf zu sein.
    Mein Tipp: seid zufrieden mit dem, was ihr habt und verdient.
    Vorteile:
    *Beamtenstatus = sicherer Job und SEHR gutes Netto-Gehalt
    *freie Zeiteinteilung: eine feste Stundenanzahl (ca. 20 Zeit-Stunden)in der Schule, der Rest ist frei und flexibel einteilbar
    *Arbeit zu Hause: ganz ehrlich, wo lässt es sich schöner arbeiten als im eigenen Heim? Kein Chef, der einem im Nacken sitzt, keine doofen Kollegen um einen rum…
    *Kein direkter Vorgesetzter, der einem täglich morgens sagt, was zu tun ist und was heute wieder ultraschnell erledigt werden muss bzw. was am Vortag schlecht bearbeitet wurde.
    *Private KV: klarer Vorteil in Sachen Wartezeit, Chefarzt-Behandlung etc.
    *14 Wochen Jahres-Urlaub: keiner erzählt mir, dass er den Großteil aller Ferien täglich 8 Stunden arbeitet. Ich kenne zu viele Lehrer, um zu wissen, dass dem einfach nicht so ist.

    schrieb Pädi07 am

  • #303

    @Pädio7

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… Aber im “Zitate aus dem Kontext reißen” gibt es ja so einige Spezialisten, dass kann man in der aktuellen Steinbach/Sarrazin Debatte gut sehen…
    Da sich meine Aussage auf die Korrekturbelastung bezog, gilt sich natürlich nicht für die Sommerferien. Aber auch hier fallen Arbeiten an, wenn auch in geringerem Maße. Diese Zeit der Ruhe hat man sich nach einem Schuljahr aber mehr als verdient, schließlich fallen im Berufsalltag genug Wochenenden unter den Tisch.

    schrieb Schilmeister am

  • #304

    Schüler haben Ferien, Lehrer haben Urlaubsanspruch und unterrichtsfreie Zeit. Also ich arbeit seit 4 Wochen wieder und genieße die Zeit in der Schule.

    schrieb anmerker am

  • #305

    Achtung, Achtung, bald geht die Schule wieder los und damit die Zeit für Lehrer, schlecht darauf zu sein. Aber STOPP - ich vergaß: die Lehrer arbeiten ja bereits seit einigen Wochen schon wieder “8-16 Stunden täglich” (direktes Zitat aus diesem Forum) - bzw. haben eigentlich nie Ferien gehabt.

    schrieb Pädi07 am

  • #306

    Die Arbeit in einem Gymnasium und einer Grundschule kann man nicht miteinander vergleichen, es ist völlig unterschiedlich.
    Stellen sie sich einmal vor ein Gymnasium und eine Grundschule, die Unterschiede werden ihnen sofort auffallen, die Kinder sind unterschiedlich alt und erfordern einen unterschiedlichen Umgang. In einer Hauptschule könnte ein Gymnasilallehrer nicht mal überleben, weil er völlig am Kunden vorbei arbeiten würden - hier wäre der Mensch, nicht der Wissenschaftler gefragt. Mit der Bezahlung hat das aber auch nichts zu tun, jeder Lehrer macht seine Arbeit, so gut er kann. Jeder Lehrer hat sich bewusst - hoffentlich- sein Studienfach ausgesucht. Ich würde auch für die Hälfte des Geldes arbeiten - leider bekäme ich dann schon fast mehr Hartz4 (rechnet man alle Leistungen zusammen) und würde das eher als Hobby betreiben. Ich selbst würde das Sammeln von Papieren natürlich mit akurater Akribie betreiben, da auch ich den vollen Nutzen meines Tuns abschöpfen will. Wenn der Gesetzgeber das fordert, ich komme dem doch nach. Es ist halt ein verrücktes System in dem wir leben, jedem das Meiste und alles auf Antrag. Solange uns das Geld wichtiger ist als das Miteinander und das Leben selbst, solange wird es diesen Neid geben. Mehr Geld ausgeben scheint besseres Leben zu bedeuten.

    schrieb anmerker am

  • #307

    Kurz und knapp: Überversicherung ist erst seit 2007 verboten. Vorher war das nicht nur möglich, sondern recht weit verbreitet.

    Etwas ausführlicher ...

    Das Verbot ist eindeutig und richtet sich gegen den rechtswidrigen Vermögensvorteil: § 74 VVG (Art. Überversicherung), Abs. 2. Das einzige, was aktuell als “Überversicherung” durchgeht, ist Krankenhaustagegeld bis 100 EUR.

    Das war aber bis zur Novelle 2007 nicht so. Zuvor konnte man sich durchaus bei “geschickter” Abrechnung des Arztes aus der Summe aus Rückerstattungsprämien und steuerlich abgesetzten Leistungen ein gutes Plus “erwirtschaften”. Die Preisdifferenz zum GKV-Basistarif, die sich aus der Verfielfachung/Teuerung beim Privattarif ergibt, wirkte gerade beim Punkt “Absetzung” letztlich paradox und wurde - trotz des Zwangs der Privathaftung (sprich: man muß selber jede Rechnung erstmal zahlen) - von manchen mehr als billigend in Kauf genommen.

    Die “Rentabilitätslinie” lag bei ca. 120% Überversicherung.  Ab da machte es Spaß.

    Hat m.E. aber mit der Gehaltsfrage im eigentlichen Sinne nichts zu tun. Die Fragen, die sich mir stellen, lauten:

    [1] Warum wird das Gehalt nach Schularten differenziert? Ist das Gymnasium per se anstrengender als die Grundschule? Machen GrundschulpädagogInnen kein Staatsexamen?

    [2] Warum wird eine Planstellen"politik” aufrecht erhalten, die zunächst unterschiedliche Beschäftigungstarife (Beamte vs. Tarifbeschäftigte) und dann auch noch unabhängig vom Bedarf realisiert? Im normalen Leben bestimmt der Mangel den “Preis”, oder?

    [3] Warum mißachtet man den Leistungsgedanken? Das ist besonders eklatant bei den Beamten. Nicht weil die nichts leisten müssen, sondern weil die leisten können, wie sie wollen, und am Ende womöglich doch die Doofen sind: Denn wenn die Stellen"pyramide” den entsprechenden Karrieresprung nicht hergibt, weil die nächste Stufe des Treppchens “besetzt” ist, darf die Kandidatin die “Beförderung” abschreiben. U.U. sogar final. Ist das sinnvoll? Von den neueren Tarifverträgen, in denen die KandidatInnen Ihre Einstufung durch kleinkariertes Sammeln ihrer Kompetenz"papiere” der jeweiligen Landesregierung nachweisen sollen, will ich gar nicht schreiben. Auch nicht davon, daß ein paar Leute das nichtmal gesagt bekommen, daß sie das sollen. Die dümpeln von Stufe1- zu Stufe1-Vertrag.

    Prost!

    schrieb Scharlach am

  • #308

    Es gibt Bundesländer die keine Beihilfekasse haben. Dort zählt mein Beispiel nicht. Und wenn die Kinder mal aus dem Haus sind, dann zahlt man halt weiter oder wechselt in die Privatkasse. Vielleicht hat der “@anmerker” ja Recht: rein rechtlich kann es ja sein, dass man den Anspruch auf Beihilfe verliert, wenn man gesetzlich versichert ist. Ich weiß das nicht, reichte meine Rechnungen fleißig weiter in die Beihilfe ein. Bei dieser bescheuerten Konstellation (150 %) macht es Sinn krank zu sein, man verdient dabei sogar. Bei 700 Euro im Monat versucht man natürlich soviel wie möglich wieder zurück zu holen. Wie auch immer, solange es meine Rechenbeispiele gibt, solange gibt es noch keine Bürgerversicherung, in die ich sofort gehen würde, da ich die Ungleichbehandlung zwischen GKV und Privaten bemängele. Solange es aber keine Bürgerversicherung gibt, solange zahle ich mit dem eingesparten Geld eine Wohnung oder ein Auio locker ab, knapp 450 Euro sind auch Geld.

    schrieb anmerker am

  • #309

    @anmerker

    Entweder habe ich etwas nicht verstanden oder es stimmt so nicht.

    Eine meiner Kolleginnen ist Beamtin, aber wurde wegen Vorerkrankungen von der Privaten nicht versichert, so dass sie sich gesetzlich versichern musste. Sie kriegt gar keine Beihilfe. Sie zahlt den GKV-Beitrag zu 100% allein und kriegt keine Beihilfe, also nix mit 150%.
    Nach Aussage meines Verischerungsvertreters ist das die einzige Konstellation, in der sich der Arbeitgeber gar nicht beteiligt.
    Da der Beamte sich zu 100% in der GKV selbst versichern muss, hat er im Prinzip keine Wahl. Wenn der Beamte viele Kinder hat, macht das vielleicht Sinn, aber was ist, wenn diese Kinder aus dem Haus sind? Dann zahlt er auch 100%, aber für sich allein.

    schrieb Schülerfreund am

  • #310

    Zum Ersten - auch bei den GKVs (Gesetzlichen Krankenversicherung) kann ich mir günstigere KVs suchen, bei denen ich mich für gut 500€ zu 100% versichern kann.

    Zum Zweiten zahlt die Beihilfe deutlich weniger als die GKVs, da sie sich - im Gegensatz zu den GKVs - am Minimalkatalog orientiert. Damit bleibt man bei für GKV-Versicherte “normalen” Leistungen oft auf dem Anteil der Beihilfe sitzen.

    Zum Dritten kann man sich nicht zu 150% versichern. Versichert sich ein Beschäftigter mit Beihilfeanspruch (Ja, das gibts auch für Angestellte und Arbeiter bei bestimmten Arbeitgebern), verliert er diesen Anspruch, wenn er sich in einer KV (egal ob GKV oder PKV) zu 100% versichert.

    schrieb @ anmerker am

  • #311

    hallo mr. m, scheinbar nix verstanden? versichere ich mich in der gesetzlichen, werde ich dort zu 100 % versichert (ca. 700 euro). zusätzlich werde ich mit nochmals 50 % in der beihilfe versichert, gesamt also zu 150 %. In der privaten kann ich mich aber zu nur 50 % (ca. 250 euro) versichern, dazu kommt natürlich auch die beihilfe mit 50 %, also gesamt 100 %. die gesetzliche macht überhaupt keinen sinn für einzelne beamte, man legt vieeeeeeeeeel geld bei der gesetzlichen drauf für ne schlechtere leistung.

    schrieb anmerker am

  • #312

    @Lehrerin:
    Die Beihilfe (= Arbeitgeberanteil für Beamte zur Krankenversicherung) zahlt aber auch nicht mehr als die gesetzliche Krankenversicherung. D.h. seinen Zahnersatz, seine Brillen usw. zahlt auch der Beamte komplett aus eigener Tasche, d.h. 50% dafür zahlt der Beamte über seinen eigenen Beitrag zur PKV (vom Netto natürlich), die anderen 50% zahlt er entweder bar oder über von ihm selbst zu tragende Zusatzversicherungen. Also kein Unterschied zu den Angestellten.

    schrieb Mister M. am

  • #313

    Der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenkasse beträgt schon seit langem nur noch 41%. Zu den gesetzlichen Beiträgen muss man als Angestellte noch etliche Zusatzversicherungen -ohne Arbeitgeberanteil- abschließen, um eine einigermaßen ordentliche Versorgung z.B. beim Zahnarzt zu erhalten.

    schrieb lehrerin am

  • #314

    zur krankenversicherung privat: es macht für beamte keinen sinn sich als einzelperson in der gesetzlichen kasse zu versichern - zumindest nicht in einem bundesland mit beihilfe. krankenkassen versichern nur zu 100 prozent, das kostet ca. 700 euro im monat, ein arbeitgeberanteil von 50 prozent, wie bei einem angestellten, gibt es nicht. zusätzlich ist man zu 50 prozent über die beihilfe versichert. insgesamt wäre man also zu 150 prozent krankenversichert. versichert man sich aber privat nur zu 50 prozent in der privaten, so zahlt man ca. 250 euro pro monat - abgesehen von den besseren leistungen. insgesamt spart man also ca. 450 euro im monat, wenn man sich privat versichert, das sind ca. 5.400 euro im jahr an ersparnis! dieser vergleich gilt aber nur für eine einzelperson, für familien rechnet sich eher die gesetzliche versicherung, da in der privaten jeder einzeln versichert werden muss.

    schrieb anmerker am

  • #315

    @Beobachter:
    Zitat: “Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen.”

    Und DIESEN Vergleich möchte ich einmal sehen. Und der wird leider aus leicht zu erratenden Gründen nicht durchgeführt bzw. die Ergebnisse werden nicht veröffentlicht.

    Bei Renten und Pensionen wird leider immer die Durchschnittsrente mit der Durchschnittspension verglichen. Dies ist aber völliger Unsinn, da

    1.) in den Durchschnittsrenten viele “unstetige” Berufsverläufe enthalten sind, d.h. Zeiten der Arbeitslosigkeit, Zeiten der Nichtbeschäftigung aus anderen Gründen (Kindererziehung usw.), Zeiten der freiberuflichen / selbstständigen Tätigkeit usw. Ehrlich wäre, nur gleichartige Erwerbsbiografien zu vergleichen. Und ich behaupte einmal, das die Erwerbsbiografien von Beamten im Durchschnitt deutlich stetiger sind als die der Durchschnittsrentner.

    2) Bei den Beamten im Vergleich zu den Rentnern überdurchschnittlich viele Hochschul- und Fachhochschulabsolventen vorhanden sind. Zudem ist jeder zweite Landesbeamte ein Lehrer, und die haben zwingend ein Hochschulstudium hinter sich (bis auf ganz wenige Ausnahmen). Ehrlich wäre deshalb auch hier ein Vergleich mit einer entsprechenden Zusammensetzung der Rentner: Gerade die Akademiker unter den Rentner bekommen oft noch Betriebsrenten oder sind sogar außertariflich bezahlt, was deren Rentenbeiträge und damit auch deren Rentenhöhe nach oben hin begrenzt und somit die Durchschnittsrente deckelt. Auch die ganzen Freiberufler mit ihren berufsständischen Versorgungswerken (Rechtsanwälte, Ärzte usw.) müsste man in den Vergleich mit einbeziehen.

    Kurz: Ein Vergleich von Pensionen mit Renten ist wie der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen: Er macht keinen Sinn, da die Vergleichsgrundlage eine völlig andere ist.

    Zitat: “Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht.”

    Für das EINSTIEGSGEHALT mag das stimmen, aber das mit den Einkommenssteigerungen bezweifle ich stark. Klar, der Ingenieur oder der Arzt der sich nicht bewegt, hat auch nur eingeschränkte Gehaltsperspektiven. Aber fähige Leute, die sich qualifizieren und auch einmal den Arbeitgeber wechseln oder ihren Facharzt machen, die bekommen auch sehr schnell deutliche Einkommenssteigerungen. Dies ist übrigens ein Grund, der viele Beamte frustriert: Man kann sich den A… aufreißen und wird trotzdem nicht befördert. Befördert wird man nur mit den richtigen Beziehungen bzw. muss ins “Schema” der Vorgesetzten passen. Mit echter Leistung hat das selten etwas zu tun. Klar, das passiert auch in der Privatwirtschaft. Aber dort hat man immerhin noch die Chance, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn es einem zu viel wird. Bei Beamten wird diese Mobilität aber durch die Ministerien extrem erschwert: Man muss Anträge stellen, die aber in der Regel aus “dienstlichen Gründen” abgelehnt werden. Die Motivation zur Leistung steigert das nicht.

    schrieb Mister M. am

  • #316

    Der Beruf des Lehrers hat bei einem Teil der Bevölkerung wirklich einen schlechten Ruf. Das hat verschiedene Gründe. Einige dieser Gründe sind nachvollziehbar, andere nicht. Ein sehr bedeutender Grund ist sicherlich die Tatsache, dass ein Teil der Lehrerinnen und Lehrer verbeamtet ist. Dafür kann der Einzelne nichts. Er wird die Vorteile jedoch hoffentlich zu schätzen wissen.

    Insgesamt ist eine Verbeamtung einem großen Teil der Bürger aber schwer vermittelbar. In der heutigen Zeit haben sehr viele Menschen Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Die Bruttogehälter in Deutschland sind im internationalen Vergleich nicht schlecht, mit den Nettoeinkommen verhält es sich hingegen anders. Die hohen Lohnnebenkosten werden als sehr belastend empfunden. Als Arbeitnehmer zahlt man ein ganzes Berufsleben in die Rentenversicherung ein. Schon heute müssen die Rentenkassen steuerlich bezuschusst werden. Die demografische Entwicklung wird zwangsläufig zu einem Zusammenbruch des heutigen Systems führen, da die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kontinuierlich abnimmt, wohingegen die Zahl der Rentnerinnen und Rentner ansteigt, da sich die durchschnittliche Lebenserwartung mit jedem Jahrgang erhöht. Die Sorge und die Angst vor Armut im Alter ist also berechtigt. Deshalb ist eine private Altersvorsorge angebracht, stellt jedoch eine finanzielle Belastung dar. Die Möglichkeit der privaten Krankenversicherung besteht für viele nicht, da die nötigen Einkommen nicht erreicht werden. Damit meine ich nicht nur den KFZ-Meister oder Industriekaufmann, sondern auch hinsichtlich der Ausbildung vergleichbare Berufe wie den der Diplom-Kauffrau oder des Rechtsanwalts (angestellt).
    Beamte (auf Lebenszeit) können nicht arbeitslos werden. Gibt es beruflich ein höheres Gut???
    Deshalb müssen sie auch nicht in eine Arbeitslosenversicherung einzahlen.
    Beamte bekommen Pensionen. Die Berechnung erfolgt nach dem letzten Einkommen. Wie kann man diese Pensionen gegenüber niedrigeren Renten rechtfertigen. Gemeint ist nicht der Durchschnitt aller Pensionen und Rentenzahlungen, sondern ein Vergleich zwischen ähnlich verdienenden Berufsgruppen.
    Wenn man das Nettoeinkommen eines Beamten mit dem eines Angestellten vergleicht, fällt auf, dass Angestellte nicht nur Lohnnebenkosten zahlen, sondern auch eine höhere Einkommensteuer bei gleichem Nettoeinkommen zahlen.

    Aus meiner Sicht ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass viele Menschen in Anbetracht der genannten Probleme für diese Previlegien kein Verständnis haben. Trotz Verbeamtung auf Lebenszeit ist das Einkommen eines Gymnasiallehrers sehr gut. Leider machen viele Lehrer den Fehler und vergleichen Brutto-Gehälter. Dass macht nur Sinn, wenn Lehrer ihr Nettoeinkommen auf das Bruttoeinkommen eines Angestellten hochrechnen. Dann kommt ein Gymnasiallehrer auf ca. 50.000 € Einstiegsgehalt, ohne Familienzuschlag. Das ist in vergleichbaren Berufsgruppen oft nicht erreichbar(BWL, Jura, Arzt, etc.). Die Einkommenssteigerung ist ebenfalls nicht schlecht. In wirtschaftlich schlechten Zeiten, in denen gespart werden muss und viele Bürgerinnen und Bürger finanzielle Kürzungen hinnehmen, wirkt die Verbeamtung eines Lehrer mit Arbeitsplatzsicherheit und einem guten Gehalt für viele wie ein schlechter Scherz. Den Previlegien eines Beamten müsste eigentlich ein finanzieller Verzicht gegenüber stehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.

    schrieb Beobachter am

  • #317

    Der Vergleich mit einer Berufsgruppe, die über eine Ausbildung erreicht wird hinkt… Wenn dann hätte hier ein Maschinenbauingenieur herhalten müssen. Der Verdienst von Lehrern ist nur deshalb ein zweischneidiges Schwert geworden, seitdem es eine Zweiklassengesellschaft unter den Lehrern gibt, den Verbeamteten und den lediglich Angestellten…

    schrieb Internat am

  • #318

    Ich selbst bin Schüler an einem Gymnasium.. und habe künftig vielleicht vor Lehramt zu studieren.

    Ich glaube viele Schüler vergessen das nach der 6,8 oder 10 (wie auch immer) Stunde der Unterricht zwar vorbei, dir Arbeit aber nicht getan ist für ein Lehrer.
    Jede Stunde, für jeden Tag braucht ein Konzept.. was macht man mit den Schülern.. wie halte ich den vorgegeben Plan ein usw..
    zudem muss man zu bestimmten Zeiten ziemlich viele Arbeiten korrigieren, wo ein Tag auch schonmal Nachts endet und Morgens wieder beginnt..

    also Lehrer sein ist nicht so einfach ;)
    Und.. erstmal werden.. Studium ist nicht = Schule
    das Niveau unterscheidet sich deutlich!

    schrieb SenSesS am

  • #319

    Beamtete Lehrer verdienen doch noch ganz gut.
    Nicht viel und nicht wenig. Es ist momentan in jeder Branche schlecht mit Lohnerhöhungen.Außerdem
    ist der Euro ja nicht viel Wert.

    schrieb Kosake am

  • #320

    Wir kritisieren seit Jahren die 2 Klassen Gesellschaft innerhalb dieser Lehrerschaft!
    Zu Lisa: Nur die Lehrer, die Beamte sind können sich privat versichern.

    schrieb Miriam vom Vergleich am

  • #321

    hey doc, ich bin ganz auf deiner seite. das forum zum thema “wie viel verdienen lehrer/innen?” ist ebenso wie der austausch zum thema “quereinsteiger aus der wirtschaft im lehrerberuf” ein tummelplatz der aggressionen. diese schwarz-weiß-malerei erschreckt mich doch sehr. besonders, wenn ich davon ausgehe, dass sich hier lehrer zu wort melden, die aus schülern tolerante, vernünftige menschen formen sollen. anstatt aufeinander verbal rumzuhacken, fände ich es schön, wenn kollegen konkrete vorschläge dafür machen, wie man die vergütung unserer arbeit gerechter und attraktiver gestalten könnte. außer “ihr lehrer seid eh faule jammerlappen” und wütende gegenangriffe gegen diese oberflächliche ansicht ist hier allem anschein nach wenig zu holen. ebenso halte ich die verallgemeinerung, alle regierungspräsidien seien von ahnungslosen amtsschimmeln besetzt, die nur noch “deppen” für den lehrerberuf suchen, für ein klischee, das uns hier beim thema vergütung nicht wirklich weiterbringt. also frage an alle: was kann man konkret dafür tun, dass das schlechte image unseres berufs in der gesellschaft (so wie der rechenkönig sehen viele menschen unseren beruf, so isses leider…) endlich aufpoliert wird? ein transparentes vergütungssystem wäre da ein schritt von vielen. konkrete vorschläge habe ich schon gemacht. grüße von mike

    schrieb Mike am

  • #322

    Es ist schon Wahnsinn, dass Vorurteile, Neid und Selbstmitleid die bestimmenden Faktoren für Aussagen über andere Menschen sind - wer dieses Forum von Beginn an studiert hat wird mir Recht geben…
    Dabei liegt es doch in der Person selber… es existieren in ausnahmslos jeder Berufsgruppe “Faulpelze”, Mitarbeiter, die sich auf Kosten anderer über Wasser halten und ebenso gibt es in jedem Beruf engagierte Leute, die den Betrieb “am Laufen” halte. Das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze System, ob Bäcker, Verkäufer, Maschinenführer, Lehrer, Polizist, Arzthelferin, Krankenschwester, Hochschullehrer, Arzt, Reinigungskraft, Politiker, Pfleger - völlig egal! Es liegt am Menschen selber… - nicht am Beruf!
    Der Nichtlehrer schimpft über den Lehrer, der Nichtsiemensianer über den Siemensianer, der Nichtbeamte über den Beamten, der Nichtpolitiker über den Politiker, der Arbeiter über den Arbeitslosen, der Nichtselbstständige über den Selbstständigen, der Nichtarzt über den Arzt, der Nichtbanker über den Banker…. jeder ist sich selbst der Nächste und keiner hat eine Ahnung von dem was der andere tut oder leistet, denn Lehrer ist nicht gleich Lehrer, Arzt nicht gleich Arzt, Verkäufer nicht gleich Verkäufer, Pfleger nicht gleich Pfleger….
    Also was soll das Ganze?!

    schrieb Doc am

  • #323

    an den Anmerker:

    die Bezirksregierungen, soweit es sie noch gibt, werden reagiern müssen, da gebe ich Ihnen Recht… dann noch nen Deppen (Dummkopf).. wie auch immer zu finden, wird dann eher problematisch! Ich denke aber, dass die heutigen “Verantwortlichen”  alles komplett gegen die Wand fahren werden…und immer zu Lasten der Schwächsten, das sind nun mal die Schüler… egal, ich denke immernoch, ich bin gut und tue, was ich kann, “verlorene Seelen” retten….  aber, wenn das nicht gewollt ist und nicht anerkannt wird, mach ich mich vom Acker und verkaufe “Fetisch-Ware” bei ebay…..
    “gebrauchte Socken” hat jeder!!!”

    Sorry…  aber deutlicher kann ich meine derzeitige Frustration nicht zum Ausdruck bringen…
    ...  und noch was Abschließendes:  Menschen, Leute, Männer und Frauen, die nie etwas mit dem Schuldienst zu tun hatten, sollten sich genau überlegen, was sie hier sagen und schreiben….WIR sind die, die was geradezubiegen versuchen…..  also unterstützt uns mal und droht nicht gleich mit nem Rechtsanwalt…..
    ...  wir tun das, was in unserer Macht steht…und noch was:  ich habe keine Lust mit 55 Jahren an einem Herzinfarkt zu verrecken….  das ist die Sache nicht wert…. und ein letztes Wort sei gestattet:  Ich werde ab jetzt versuchen, mir ein schönes Leben zu machen…. und bevor Ihr auf Beamte schimpft:  ICH bin keiner… und wenn schon, wärs auch oki!!!!!

    bis nächstens der korbleger

    schrieb korbleger am

  • #324

    Warum behauptet eigentlich niemand, dass der Nachrichtensprecher der Tagesschau nur 15 Minuten am Tag arbeiten würde?
    Der ist doch auch im öffentlichen Dienst und in einer Gehaltsklasse, die sich prima für eine Neiddebatte anbieten würde.

    schrieb Schülerfreund am

  • #325

    ich versteh es nicht: aus welchem grund geht der rechenkönig in ein solches forum für lehrer, wo er doch nur klischees hinterherrennt und alle lehrer für gut bezahlte jammerlappen hält? einziger grund kann nur sein, uns lehrer aufzuregen und zu ärgern. tut ihm doch nicht den gefallen und seht das ganz cool. da hat sich einer verirrt, der auf die annehmlichkeiten eines lehrers wie lange ferien oder schon um 14 uhr zuhause sein schlicht neidisch ist. würde er für einen tag unseren job machen, würde er das anders sehen.

    die lehrerfreund-redaktion wäre bei solchen postings gefragt: da will doch nur einer provozieren. lasst doch sowas draußen…

    schrieb Mike am

  • #326

    @“Außenseiter” pied:
    Tja, nur von “Wirtschaftskrise” und “demographischem Wandel” kann man sich nichts kaufen und das bezahlt einem in den Großstädten auch nicht die Lebenshaltungskosten.

    Und, wenn Sie schon hier sind:
    https://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/lehrer-gehalt-verlierer/3679/
    Dort findet man die Lehrer dank diverser Kürzungsorgien und Sparrunden bei den Top 10-Gehaltsverlierern der letzten 18 Jahre.
    Die Bankster sind übrigens trotz “Wirtschaftskrise” immer noch unter den Top 10-Gewinnern…Da weiß man wenigstens, wofür man auch als Lehrer seine Steuern zahlt.

    schrieb Mister M. am

  • #327

    Hallo ihr Diskutierer, bei der Internetsuche nach ‘was verdient ein Lehrer, und wer bezahlt’, ‘woher kommen und wie begegnet man Unterrichtsausfällen’ ‘schafft unserer Tochter Gymmi 8.Klasse die Schule und erhält sie genug Input’ etc. stießen wir auf dieses Forum….  ... interessant für Außenseiter. Wie ich finde ist dies doch in Zeiten Wirtschaftskriese und demografischem Wandel mal ein ganz andere Problemebene. So hat jeder sein Päckchen zu tragen. Vergesst eins nicht! Immer schön Mensch bleiben ...

    schrieb pied am

  • #328

    hey rechenkönig: du hast keine ahnung von dem zeitaufwand in diesem beruf. deine milchmädchenrechnung geht nicht auf, da der wirkliche zeitaufwand wesentlich höher ist.

    schrieb anmerker am

  • #329

    @Rechenkönig
    Da ich nicht möchte, dass mein Beitrag zensiert wird, drücke ich mich folgendermaßen aus ***** ***** *******!

    schrieb Schulmeister am

  • #330

    @Rechenkönig
    Erklärst du mir bitte detailliert, wie man das macht, 21 Stunden im Lehrerberuf zu arbeiten? Ich wäre sehr dankbar für einen diesbezüglichen Tip denn meine über 50 Stunden-Woche, der Nachmittagsunterricht, die lärmenden Schüler, die nachmittäglichen Konferenzen wegen verhaltensauffälligen Schülern, Klassenkonferenzen in der Pause, häufige (unbezahlte) Vertretungsstunden, die ständig zunehmenden administrativen Aufgaben, zusätzlich schulische Aufgaben, die nicht innerhalb des bezahlten Stundenpensums liegen wie z.B. Schulhausgestaltung oder Webmaster der Schulhomepage, die lange Fahrtzeit zur Schule etc., rauben mir langsam die letzten Kräfte. Ich bin kein Mathelehrer (die übrigens in unserer Schule auch mehr machen als nur alte Arbeitsblätter verbraten und ein bisschen kopieren) aber ich kann durchaus rechnen - 21 Stunden müssen es ja gar nicht sein, eine normale 40 Std. Woche und ein freies Wochenende wären traumhaft!

    schrieb malin am

  • #331

    Milchmädchenrechner (Rechenkönig?), da haben wir aber die wanderwoche (7 tage a 24 stunden = 168 h) und ein paar (wöchentlich) Konferenzen vergessen (ca. 8 h pro Monat) sowie Fortbildung (ich mach noch sowas) im Monat nach Feierabend (ca. 10 h Pro Monat). Schon bin ich wieder auf meinen 40 Stunden in der Woche und arbeite sogar Sonntags. Weiterhin dürfen mich die Eltern Nachts anrufen, um mich nach Hausaufgaben zu fragen, darf ich nicht Demonstrieren und muss mir das dumme Gelabere über mein fürstliches Einkommen gefallen lassen.

    schrieb anmerker am

  • #332

    @Rechenkönig:
    Sie mögen zwar Rechenkönig sein, aber offensichtlich wohl kein Lehrer!
    Korrigieren,
    Verwaltung,
    Ablage,
    Zeugnisse,
    Gutachten,
    Sprechstunden,
    Aufsichten,
    Konferenzen,
    Klassenelternabende,
    Mitteilungen an Eltern,
    Organisation von Fahrten,
    Tage der offenen Tür,
    Telefonate,
    Absprachen mit Kollegen,
    Vertretungsstunden,
    “Freistunden”, die man ohne eigenen Arbeitsplatz in der Schule absitzen muss,
    Erstellung von Klausuren und Nachholklausuren, Abhaltung derselben in der nicht im Deputat enthaltenen “Freistunde”,
    Beaufsichtigung disziplinarischer Nacharbeiten, Fortbildungen,
    eigenständige Weiterbildung zu Hause,
    Netzwerkbetreuung,
    Organisation von Schüleraustauschen,
    Ablage der vorbereiteten und neu erstellten Materialien etc.,
    davon haben Sie noch nie was gehört, oder?
    Vielleicht könnten Sie ja demnächst unter dem Nick “Traumtänzer” weiterschreiben.
    MfG, L.

    schrieb Lehrerin am

  • #333

    genau, rechenkönig. dann werde doch lehrer. was hindert dich daran?

    schrieb motscho am

  • #334

    28Unterrichtsstunden sind ein volles Debutat.
    Also können wir folgende Rechnung aufstellen:
    28Unterrichtsstunden à 45Minuten sind 21 Zeitstunden pro Woche, die ein Lehrer arbeitet.

    Da beispielsweise ein Mathelehrer nicht jedes Jahr die Arbeitsblätter für Geometrie etc. neu erstellen muss, sondern bei ein bisschen Ordnung sie jedes Jahr wieder hervorholen kann,
    hat er effektiv eine 21Stunden-Woche + ein bisschen Zeit am Kopierer pro Tag.

    Viele andere Fächer benötigen ebenso nicht jedes Jahr eine neue Vorbereitung.


    Wünschen wir uns nicht alle ein gutes Gehalt mit einer 21Stunden Woche?

    schrieb Rechenkönig am

  • #335

    Die Kirche aber auch noch nicht! Und nachdem in den letzten Jahren alles, was einen Stift halten konnte, verbeamtet wurde, kriechen wir auf dem Zahnfleisch. Und Geld wollen die auch nicht ausgeben.
    L, an einer kirchlichen Schule tätig

    schrieb Lehrerin am

  • #336

    @korbleger:
    > Ich habe immer noch nicht begriffen, warum sich
    > Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern
    > müssen.. immer mit dem Argument: Seien Sie
    > froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen!

    Sei sicher, dass wird sich in den nächsten 10 Jahren gründlich ändern. Aus demographischen Gründen. Die Schulbehörden werden froh sein, wenn sie noch einen D… finden, der den Job machen will. Wirtschaftskrise hin oder her. die Wirtschaft verstärkt seit Jahren ihre Bemühungen, fähige(!) Absolventen an sich zu binden. Nur der Staat als Arbeitgeber hat den Schuss noch nicht gehört.

    schrieb Mister M. am

  • #337

    an alle:

    Nicht nur die Leitung verschiedener Klassen, auch die Flut der Aufgaben im administrativen Bereich sorgt für zusätzliche Belastungen….  das nimmt derart zu, dass der “eigentliche Unterricht” fast zur Nebensache verkommt, leider… Ich sags nochmal: Wenn nur darauf geachtet werden muss, dass keine Fehler gemacht werden, dass alles “gerichtsnachvollziebar” stimmt, dann hat “Schule” was verpeilt….  der zu erwartende “Schul-TÜV” zeigt das überdeutlich!!
    Da sollte unbedingt Abhilfe geschaffen werden, meinetwegen durch eine zusätzliche Stelle für Schulsekretäre oder Sekretärinnen…..
    Die Kollegen und Kolleginnen sollte sich wieder auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren können. Schulleiter und Schulleiterinnen wissen um die Problematik, sie müssten den “Arsch in der Hose haben”, den Kollegen und Kolleginnen den Rücken frei zu halten. Und die Sesselpuper in den Bezirksregierungen sollten dabei den Anfang machen!!!  Das wär mal was!  Ich habe immernoch nicht begriffen, warum sich Arbeitsbedingungen ständig verschlechtern müssen.. immer mit dem Argument:  Seien Sie froh, dass wir Sie überhaupt beschäftigen!  Wer denkt mal an die Schüler?  Dieses Statement soll kein Rundumschlag sein, gewiss nicht, ich kenne auch positive Entwicklungen…ich hoffe, dass sich diese Erkenntnisse weiter fortsetzen und wir uns bald wieder dem widmen können, wofür wir ausgebildet sind: Lehren, lernen lehren und uns voll und ganz denen zuzuwenden, die die Schwächsten sind in diesem Spiel: den Schülern!  Das wünsche ich mir!!

    Und…  um zum eigentlich Thema zurückzukehren… eine gerechte Bezahlung und keine Unterschiede mehr zwischen verbeamteten und angestellten Kollegen und Kolleginnen….die sind kontraproduktiv und nicht gerecht…. 
    Liebe Grüße…. an alle Nachdenklichen…..

    schrieb korbleger am

  • #338

    hey mike, ich denke, ich habe deinen einwand verstanden. ich war schon öfters klassenlehrer und weiß, was da alles an mehrarbeit anfällt. dem einen liegt diese arbeit, dem anderen nicht. mit mehr bezahlung hätte ich aber nicht mehr freude daran gehabt, mehr zeit mit meiner klasse wäre da besser gewesen. ich denke, dass man nicht alles mit geld aufwerten kann, nicht mehr spass dadurch am beruf entsteht. mehr anerkennung wäre mir in meinem falle wichtiger gewesen, aber an dieser anerkennung mangelt es. man kann nicht jede leistung mit geld aufwerten, manchmal wäre ein dankeschön wertvoller. das mit dem geld klingt immer so abrechnend. ich habe den beruf gewählt, weil ich spass daran habe, nicht, weil ich damit viel geld verdienen kann- und soviel ist es ja auch nicht. ich möchte anerkennung und zufriedenheit, glück und ein auskommen haben. geld ist ein letztes argument, um anerkennung zu finden. es ist nur noch ein zahl die einen vom anderen unterscheidet, das letzte für mich, was einen rest von achtung anzeigt.

    schrieb anmerker am

  • #339

    Ihr tut ja gerade so als könnte man sich aussuchen, ob man Klassenlehrer wird oder nicht. Ich bin Klassenlehrer UND Tutor in der Oberstufe. Das will man zwar vermeiden, aber es kommt eben vor.

    schrieb Schulmeister am

  • #340

    sorry anmerker, ich wollte dich nicht angreifen. ich halte fachlehrer keineswegs für faul, bitte nicht falsch verstehen. faul und fleißg klingt womöglich zu provokant - vielleicht passt ja genügsam und eifrig als wortpaar besser. deine einstellung find ich vollkommen in ordnung. klassenführung muss ja auch nicht sein. was du so schreibst, klingt sehr vernünftig. ich hoffe, du verstehst dennoch meinen einwand, dass eine klassenführung etwas aufwändiger ist als ausschließlich fachunterricht. und dass man dafür ein wenig mehr geld verlangen kann, ist doch nachvollziehbar, oder? gruß von mike

    schrieb Mike am

  • #341

    Wenn die Aussage, daß Bildung wirklich “der wichtigste Rohstoff” Deutschlands ist, stimmt und nicht nur eine von führenden Politikern systematisch aufgebaute Lüge ist, dann wundert mich die Arbeitslosenquote unter den qualifizierten Akademikern schon sehr.

    schrieb deinoteros am

  • #342

    hey mike, faul und fleißig sind nicht die besten worte dafür. ich bin mit leib und seele fachlehrer, klassenführung liegt mir einfach nicht. ich kann andere dinge besser- und ich bin nicht faul in dem was ich mache. wenn so eine tätikeitsentlohnung mal eingeführt wird, ich werde weiter fachlehrer sein wollen. lieber verzichte ich auf geld als unglücklich ne klasse zu leiten. jeder macht im moment das, was er am besten kann oder will, jeder macht - zumindest die meisten- etwas zusätzlich und die schule klappt. ich gehe gerne in die klassen und mag meinen beruf. aber das leben hat noch mehr zu bieten als nur arbeit. einige meiner kollegen konnten den hals mit zusatzarbeit nicht voll genug bekommen, nun sind sie längerfristig krank. ich will aber gesund und lustig sein, deshalb werde ich mich im zweifelsfalle auf einen grundlohn einstellen, habe noch so viele jahre vor mir und keine lust den spass zu verlieren.

    schrieb anmerker am

  • #343

    lieber anmerker,
    ich gebe dir absolut recht: gerade als klassenlehrer leistet man so viel mehr arbeit als ein “gewöhnlicher” fachlehrer… dass letzterer genauso viel verdient wie ein klassenlehrer, ist ein sinnbild des ungleichen entlohnungssystems im deutschen bildungswesen. bedenkt man, dass bildung der wichtigste rohstoff deutschlands ist, so wird man bei der fehlorganisation im bildungswesen wirklich traurig. meine forderung an die politik ist ein transparenter katalog für die besoldung von lehrern, der genau vorgibt, welche zulagen man für welche zusatzarbeit erwarten kann. aufbauend auf einem grundbetrag muss es für fleißige lehrer anreize geben, mehr zu leisten! auch um dem klischee des faulen lehrers entgegenzuwirken, ist es höchste eisenbahn, dass sich der lehrerjob wirtschaftlichen leistungskriterien öffnet. solange faule das gleiche bekommen wie fleißige, wird unser berufsstand immer wieder in der diskussion stehen.

    schrieb Mike am

  • #344

    Das “Entlohnungssystem” wackelt meiner Ansicht nach schon lange! Ich wundere mich, dass LehrerInnen sich bieten lassen, dass immer mehr Arbeit “versickert”, die nicht zur Kenntnis genommen wird: durchaus wichtige, systemimmanente Arbeit. Es ist höchste Zeit, dass auch Lehrerarbeitszeit transparent gemacht wird, z.B. anhand eines Jahresarbeitszeitmodells. In Hamburg wird eines an Schulen praktiziert - mit einigen Nachbesserungen. In NRW liegt eines seit April 2009 in der Schublade der Landesregierung, kann aber schon eingesehen werden und wird vorsichtig zur Diskussion gestellt, weil es natürlich Gewinner und Verlierer gibt.

    schrieb tintenklecks am

  • #345

    nein, noch bekommen alles das gleiche. aber auch klassenleitung ist ja mehrleistung. jede sonderleistung, die über das normale maß´hinausgeht, sollte entlohnt werden. klassenfahrten planen und durchführen zählt für mich auch dazu. selbst das schreiben von zeugnissen ist immer wieder eine zusätzliche belastung, die neben dem normalen unterricht gemacht wird. es gibt hier viele dinge, die pausenaufsichten, nachmittagsbetreuung. noch ist alles mit einem lohn abgegolten, jeder macht irgendwie in diesem system mit und findet seinen platz. nun stell dir aber mal vor, es findet sich keiner mehr für diese mehrarbeiten? dann bricht das system zusammen, es geht ja davon aus, dass immer jemand mehr machen möchte.
    bsp.: es gibt so viele freie direktorenstellen, keiner will es machen, obwohl es mehr geld gibt. schon da fängt das entlohnungssystem an zu wackeln.

    schrieb anmerker am

  • #346

    Ach, noch etwas: bekommt man bei euch mehr bezahlt wenn man eine Klassenleitung hat? Oder wie soll ich deine Äußerung verstehen, anmerker?

    schrieb malin am

  • #347

    In welchem Bundesland seid ihr denn, dass AGs nicht angerechnet bzw. nach der Teilnehmerzahl berechnet werden? Dieses System ist mir völlig unbekannt. Würde mich sehr interessieren, was in anderen Bundesländern so abgeht. Es scheint doch große Unterschiede zu geben.

    schrieb malin am

  • #348

    hey mike, ich meine, dass so ein system kollegen gegeneinander ausspielen kann. beim einen wird es als mehrarbeit gezählt, beim anderen nicht. hab mal ne computer-ag gemacht, wurden mir als minusstunde angerechnet, weil zuwenig schüler da waren. ich fands ungerecht. die fussball-ag wurde doppelt gerechnet, weil sie so viel zuspruch fand. wer macht die ags, wenn der kollege ausfällt, längerfristig krank wird? bekommt er dann auch das geld gezahlt? wird eine ag mit wenigen schülern genauso gut bezahlt wie eine mit vielen? es wird keine gerechtigkeit geben, keine wirkliche.

    schrieb anmerker am

  • #349

    lieber anmerker, ich bin ganz deiner meinung: für ags und sonstige mehrarbeiten müssen lehrer einen bonus erhalten. am anfang deiner mail schreibst du, meine vorschläge würden “viele risiken” tragen. welche meinst du?

    schrieb Mike am

  • #350

    na, mikes vorschlag birgt viele risiken. manch ein lehrer wird erst nicht mit seiner ag zugelassen, manch einer bekommt keine eigene klasse. wer dann gut schmiert, bekommt das bessere gehalt. das jetzige system ist m.e. schon in ordnung. es gibt jedem die möglichkeit mehr zu machen, wenn ihm danach ist. in der wirtschaft wird mehrleistung ja auch gesondert abgerechnet. warum also nicht einen ag-zuschlag gewähren? ich z.b. bin nicht bereit meine wenige freizeit- man glaubt es kaum- mit noch einer kostenlosen ag zu füllen. ich bin mit meinen fächern voll zufrieden und zahle schon jetzt aus meiner privaten tasche für notwendige anschaffungen. auch sind die liebgewonnenen springstunden doch auch ein grund, nicht noch mehr in der schule zu verweilen, irgendwann reicht es halt mit arbeit. ich empfinde, dass meine ausbildung und mein verdienst schon gerechtfertigt sind, ich nicht noch kostenlose und freiwillig mehrarbeit machen muss. meine fächer sind kostenaufwändig, nicht einfach so zu machen. im vergleich braucht eine fussball-ag nur einen fussball und einen rasen, ist damit sehr kostengünstig. früher habe ich ausserdem noch auf dem bau und in verschiedenen fabriken gearbeitet, da wurde jede überstunde abgeglichen, warum geht das bei den lehrern nicht auch so. wer will, kann gegen entgeld mehr arbeiten; mir ist meine freizeit wichtiger und ich gehe entspannt und gerne in die schule. einige meiner mehrleister-kollegen sind ständig krank und leiden unter verschiedenen stressbedingten krankheiten. da hilft auch ein wenig mehr geld nicht. ich mache lieber meinen “grunddienst”, bleibe damit dem schuldienst langfristig erhalten.

    schrieb anmerker am

  • #351

    Zur Bezahlung der Lehrer würde ich anregen, ein zweistufiges Modell einzuführen, das nach Leistung bezahlt und nicht nach Beamtensoldstufen. Grundlage dieses Modells bildet ein Grundgehalt, von dem jeder anständig leben kann (das sollte bei einem Vater/einer Mutter nicht unter 2500 Euro netto liegen). Dazu müsste es Zulagen geben, die je nach Engagement der Lehrer erfolgen.

    Zudem sollte auch bei verbeamteten Lehrern in einem Fünf-Jahres-Turnus eine Überprüfung der jeweiligen Tätigkeit erfolgen, und zwar bis zum Eintritt in die Pensionierung (mittels Unterrichtsbesuchen und eines “Leistungsprotokolls”, das jeder Lehrer führen sollte). Somit käme wieder Schwung rein in die Beamtenlaufbahn, in der sich leider sehr viele Schwarze Schafe unseres Berufes bequem einrichten und meinen, sie müssten nichts mehr zusätzlich leisten.
    Ich finde es schlicht ungerecht, dass engagierte Lehrer, die sich auch nach mehreren Jahren nachmittags hinsetzen und eine ausgefeilte Unterrichtsplanung durchführen, kreative AGs anbieten, sich sehr für einen engen Kontakt mit Eltern einsetzen etc. das gleiche Geld bekommen wie die Kollegen, die nicht mehr machen als notwendig. Es müssen mehr Anreize geschaffen werden, auch im Lehrerberuf muss sich Leistung lohnen! Um ein geeignetes Modell zu erarbeiten, sollte sich der Staat auch nicht davor drücken, sich mit der freien Wirtschaft abzustimmen.
    Viele Grüße von Mike

    schrieb Mike am

  • #352

    Schlechter gestellt ist m.E. nicht notwendig, wer einen (zu) geringen Geldbetrag für seine anspruchsvolle Tätigkeit bezieht; hingegen wahrhaft arm ist, wer seiner speziellen Arbeitsform und den durch sie gegebenen Umständen (incl. Bezahlung) keinen Wert abgewinnen kann.

    Diesen „Wert“ konstitutieren die „inneren Reichsparteitage“ eines ausgelebten Helfersyndroms ebenso nur zu einem (geringen) Anteil wie die Bezahlung, die Pensionsaussichten oder das gesellschaftliche Ansehen. Usw. usf.

    Deswegen scheint mir die Reduktion auf den Lohnaspekte im oben angepinnten Beitrag und die hier daran anschließende Debatte um Ruhm und Ansehen des Lehrberufs - mit Verlaub - arg verkürzt.

    Eine verbeamtete Lehrperson kann nie genug verdienen, wenn sie oder er unter dem Arbeitsdruck - der von Schule zu Schule stark variiert - leidet, das Fach nur noch langweilig oder zu SchülerInnen und KollegInnen keinen Draht mehr findet. Die viele Freizeit ist dann auch weg. Denn die wird mit einer der Verbeamtung gleichkommenden Sicherheit dann in der Therapie oder auf dem Sofa bei der Zwangsbetankung verbracht. Da hilft dann auch die Mitgliedschaft im Bematenbund und beim Philologenverband nicht mehr.

    Eine an sich womöglich gering entlohnte Lehrperson mit 12WS Deputat in Anstellung kann der glücklichste Mensch der Welt sein, wenn sie

    - die Zeit für die Familie (sofern selbige ernährt werden kann),
    - die Zeit für den Sport, Ehrenamt oder sonstige Hobbies,
    - die Freiheit, dem Chef auf die Aufforderung zu Zusatztätigkeit XY einfach “Nein” sagen zu können,
    - den genehmigungsfreien 400EUR-Nebenjob, der eigentlich nur dem Enthusiasmus geschuldet ist, und
    - die womöglich vorhandene Wertschätzung der KollegInnen, Schüler und Eltern

    in die Kalkulation einbezieht. Man muß doch hoffentlich nicht erst religiös werden, um zu bemerken, daß nicht alles gekauft werden kann.

    schrieb deinoteros am

  • #353

    @Schülerfreund
    Die “Dimensionen” zwischen A12 und A13 sind sind nun wirklich nicht riesig. Sicher kann man sich als Hauptschullehrer ärgern, dass Realschullehrer häufig A13 bekommen, aber dass Gymnasiallehrer mehr verdienen, sollte eigentlich klar sein. Sicher hat man an anderen Schulstufen mehr Problemschüler, aber die Ausbildungszeit sowie die Korrekturzeiten bzw. Belastungen und Unterrichtsvorbereitung in der Oberstufe rechtfertigen meiner Meinung schon einen Mehrverdienst. Ich selbst habe beispielsweise auch 1,5 Jahre an einer Grundschule als Vertretungslehrer gearbeitet. Ich kenne zudem genug Gymnasiallehrer, die sich fragen, warum sie nicht Realschullehrer geworden sind, da die Besoldung nahezu identisch ist. Sicherlich hat man dort kaum Karriereschancen, aber “Karriere” machen auch am Gymnasium nur Leute, die in die Schulleitung aufrücken und A15 verdienen.

    schrieb Schulmeister am

  • #354

    Also als Lehrer verdient man niemals das, was man verdient. Der Neid ist die schönste Anerkennung im Leben. Daher wünsche ich jedem Neidhammel
    einemal 1 Woche Schuldienst, wahrscheinlich legt sich dann das Neidgefühl

    schrieb Ein Aktiver am

  • #355

    So, jetzt lese ich mich seit einer Stunde durch dieses teils merkwürdigen Beitrage und frage mich ernsthaft, warum intelligente Menschen sich gegenseitig so behandeln.

    Es ist doch nun mal so, dass wir mit unserem Gehalt (egal ob angestellt oder verbeamtet) erst mal zurecht kommen. Klar, besser gibt es immer. Schlechter auch.
    Ungerecht ist die unterschiedliche Bezahlung auch. Keine Frage.

    Allerdings ist man auch als Beamter schon irgendwie an seinen Dienstherr “gebunden” (jedenfalls fühlt sich das bei mir so an - einfach mal wechseln in einen anderen Job ist nicht, ich habe mich auf Lebenszeit an König Roland verkauft). Aufgeben tut man das noch viel weniger leichtfertig als einen Angestelltenvertrag.

    Und - das wissen wir alle - da liegt ein Problem. Nämlich, dass es viele tolle, engagierte Kollegen, aber auch viele Flitzpiepen gibt.

    Die Arbeitsbedingungen sind sehr unterschiedlich - und sie werden nicht besser. Das wissen wir alle, darüber brauchen wir uns gegenseitig nichts vorjammern.

    Überflüssig finde ich die Vergleiche mit anderen Berufsgruppen (Ärzte). Nur weil deren Bedingungen bescheiden bis be**** sind, müssen die von anderen Berufen das nicht auch sein.

    Die Wochenstundenzahlen kann man innerhalb unserer Berufsgruppe nicht vergleichen und erst recht nicht darüber hinaus.
    Jedenfalls kenne ich Leute, die in einer Stunde Arbeit 15 Minuten Raucherpause integrieren und so auch im Büro auf effektive 45 Minuten kommen. Aber auch hier gibt es schwarze und weiße Schafe.

    Allenfalls vergleiche Länderübergreifend wären sinnvoll.

    Ich schließe mich meinen Vorrednern an:

    a) an einige: hört auf, euch gegenseitig zu überbieten im Jammern (denn: wem die Arbeit zu viel ist, der kann auch in die “freie Wirtschaft” wechseln, wenn er denn mit seiner Ausbildung etwas findet).

    b) seit solidarisch - innerhalb der Kollegien und auch hier. Unser Ziel sollte es doch sein, die Umstände für alle besser zu machen und nicht, dem anderen etwas wegzunehmen

    c) Lasst das mit dem “Feindbild Eltern”. Das macht einen unseriösen Eindruck, denn es pauschalisiert. Die meisten Eltern geben sich Mühe, die Probleme liegen auch bei ihnen (wie auch in der Schule!) meist an den Umständen (oder ist hier keiner selber Eltern und weiß, dass Kinder auch mal machen was sie wollen oder das man natürlich sein Kind vor dem Lehrer in Schutz nimmt? Das tun Lehrer als Eltern doch selber!)

    d) klingt nach Weichspüler?
    Tja, es ist ein hartes Stück Arbeit sich den im Job zu erhalten, denn neben den Tücken des Alltags sind es vor allem die Kollegen, die einen mit herunterziehen.
    Ich hoffe jedenfalls, es wird mir auch in den nächsten Jahren meines Berufslebens gelingen, nicht ständig von “den Schülern” zu sprechen sondern von einzelnen Kindern

    e) tatsächlich: ich distanziere mich von vielen solchen Lamentis im Bekanntenkreis, entschuldige mich aber weder dafür, verbeamtet zu sein, noch dafür, überhaupt (mit meinem Diplom und einem Referendariat wie alle 1. Staatsexamensabsolventen auch) Lehrerin geworden zu sein.

    Allerdings weiß ich auch, dass ich nach einem Jahr Verbeamtung immer noch jahrelang mein Bafög abbezahle, mein neues Auto (hier auf dem Land gibt es keinen ÖPNV) und auch meinen Umzug über 200km noch bezahlen muss (wer verbeamtet wird bekommt als Arbeitsloser nämlich den Umzug nicht bezahlt und ich musste innerhalb von einer Woche umziehen dank der kurzfristigen Entscheidungen der Einstellungsbehörden, da war ein Umzugsunternehmen notwendig).

    Ich bekomme mit A13 (Realschule Hessen) “netto” (ohne PKV) 2500 € mit 6 Jahren Berufserfahung.

    Das ist fair und in Ordnung.
    Schmerzensgeld möchte ich es nicht nennen, das wird den Kindern nicht gerecht - auch wenn es Tage gibt, an denen ich kurz davor bin ;)

    schrieb Turnbeutelvergesser am

  • #356

    @Schülerfreund

    Ja, Sie erhalten dann Benachrichtigungen über neue Kommentare an diese Mailadresse.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #357

    @ Moderation

    Reicht es bei einem Wechsel der Email-Adresse, wenn ich zukünftig einfach nur die neue Adresse eingebe?

    schrieb Schülerfreund am

  • #358

    Ups, tintenkleks…. Das stimmt.
    Ich muss mich wohl entschuldigen…

    beschämte Grüße!

    schrieb Schülerfreund am

  • #359

    Sorry Schülerfreund! Der erste Satz von Michael (589) enthält keinen Relativsatz! Die Zeichensetzung ist korrekt!

    schrieb tintenklecks am

  • #360

    @Michael

    Wer Rechtschreibung kritisiert, sollte selbst mindestens die Kommasetzung bei Relativsätzen beherrschen (1. Satz) oder war das bei dir nur ein Tippfehler? ;-)

    Sorry, ich bin ” nur” Hauptschullehrerin und das mit einem Abi von 1,7. Die Wahl des Lehramts habe ich nicht aufgrund die Abi-Note getroffen.
    Übrigens: Ich hatte auch einen Studienplatz in Zahnmedizin. Aber wie sagt man so schön…. Ich war jung und wollte die Welt verbessern.

    Ich glaube bis heute, dass meine Berufswahl richtig war. Als Abiturient wusste ich nicht, dass Gymnasiallehrer mehr verdienen. Die Dimensionen hätte ich damals auch nicht erfasst. Heute hängt meine Überlebensfähigkeit auch nicht davon ab, ob ich A12 oder A13 kriege, aber es ist einfach nicht gerecht.

    schrieb Schülerfreund am

  • #361

    Ich kann diese dämliche Vorurteil nicht mehr hören, da es lange widerlegt ist. Gymnasiallehrer haben den gleichen Abi-Schnitt wie Anwälte und Ärzte (ca. 2,1). Die anderen Lehramtsstudenten liegen knapp dahinter (bis ca. 2,5).
    Und die Abkürzung von Studiendirektor ist StD, auch das könnte man als Allgemeinbildung klassifizieren, zumal der OStD auf allen Gymnasialzeugnissen unterschreibt.

    schrieb Schulmeister am

  • #362

    Der Großteil der hier von Lehrern geposteten Beiträge enthält viele wirklich peinliche Rechtschreibfehler! In einem Fall hat sich der Autor sogar als Deutschlehrer geoutet. Und wenn ich mich so in meinem Freundeskreis umschaue, ist es leider so, dass diejenigen, die in der Schule die schlechtesten Ergebnisse erbracht haben, ein Lehramtsstudium angefangen haben. Im Studium wird dann zwar eifrig gelernt und die Noten sind auch besser geworden, jedoch fehlt ein Interesse an studienfremden Stoffen vollkommen. Ich frage mich, wie solch ein Lehrer einem neugierigen Schüler gegenüber treten kann, wenn er bei fachfremden Fragen auf absolut kein Allgemeinwissen zurückgreifen kann.

    Ich erlaube mir eine deartige Wertung, weil mein Vater selber Lehrer war (StudDir), sowie 3 Cousins und 2 Onkel es ebenso geworden sind.

    schrieb Michael am

  • #363

    @Blümchen

    Stimmt, das Blättern nervt. Das ist aber nur bei den wenigen Beiträgen notwendig, wo es mehr als 100 Kommentare gibt.
    Die Reihenfolge umzukehren ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll, da es den gängigen Erwartungen (Kommentare = meistens in aufsteigender Reihenfolge sortiert) entgegenlaufen würde, sorry.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #364

    Bitte an die Redaktion:
    Könnt ihr nicht mal die Beiträge so umstellen, dass immer die aktuellsten zuerst gezeigt werden? Ist echt nervig, immer erst blättern zu müssen…

    @ernie
    Logo, und dann spende ich noch die Hälfte meines Gehalts an das Bildungsministerium ;-)

    schrieb Blümchen am

  • #365

    Ich würde nicht behaupten, dass Sportunterricht weniger belastend als anderer Unterricht ist. Dafür ist man fein heraus, was die reduzierte Vorbereitungszeit und fehlende Korrekturen anbetrifft. Auch ich als doppelter Korrekturfachlehrer habe mit Disziplinlosigkeit, Lärm und Motivationsproblemen zu tun. Hinzu kommt der Druck, eine ganze Klasse an Standards heranführen zu müssen, die überprüft werden! Ich kenne nur Sportlehrer, die Sport gewählt haben, weil sie davon überzeugt waren, sie haben einen lauen Job!

    schrieb tintenklecks am

  • #366

    bedenkt man, dass jedes fach seine schwierigkeiten hat, so halte ich das herausstellen von besonderen fächern hier für falsch. m.e. kommt es auf die eigene sichtweise im bezug auf die schüler und den lerninhalt an. ein lehrer empfindet es als schwer, ein anderer als völlig normal und ok. bedenkt man weiterhin, dass man diesen beruf viele jahre ausüben soll, so ist nicht über medikamentengebrauch, sondern eher über die veränderung der sichtweise, in bezug auf den beruf, hilfreich. gehen sie es ruhig an und haben sie spass am beruf, anders schafft man es nicht. falls sie den beruf schon im anfang nur noch mit medikamenten ertragen können, sollten sie, offen gesagt, über einen wechsel nachdenken, es gibt berufe mit weniger stress. das klagen über mehr oder weniger stress von fach zu fach macht mürrisch und wenig freude und hat ehrlich gesagt mit dem einkommen wenig zu tun.

    schrieb anmerker am

  • #367

    @ blümchen

    solche lehrer braucht das land. wahnsinn!
    komm, sport und bwl schaffst du du auch noch!!

    schrieb ernie am

  • #368

    Ich habe hier bereits einige Einträge gelesen, in denen unwissend behauptet wurde, das Fach Sport sei weniger belastend als andere Fächer. Ich bin Lehrer im ersten jahr. Wenn es nach mir ginge würde ich den ganzen Tag nur Mathe unterrichten! Sportlehrer in der Mittelstufe ist der Horror! Lautstärke, Disziplinlosigkeit, aufgeheizte Atmosphäre… Mein Blutdruck, den ich regelmässig prüfe ist von Normal-hoch 135-70, auf 162- 77 in Ruhe hoch! Ich muss über schwere Medikamente nachdenken. Wenn ich aus der Stunde raus bin, wie gerade, kann ich nur noch schlafen… Wer diesem Erfahrungsbericht keinen Glauben schenkt, der sei auf einschlägige Literatur verwiesen:

    Inge Voltmann-Hummes:Traumjob Sportlehrer/in?:  Belastungserleben und Selbstwirksamkeitserwartung von Schulsportlehrkräften

    Wolf D Miethling: Belastungssituationen im Selbstverständnis junger Sportlehrer

    schrieb Gef am

  • #369

    Siehst du, und genau diese festgefahrenen Ansichten haben Deutschland m. E. in die Bildungsmisere geführt. Qualifikation beschreibt das personenbezogene Arbeitsvermögen, das sich aus Fach- und Sozialkompetenz zusammensetzt. Und eben nicht aus Zetteln, auf denen irgendwelche Stempel sind. Und wie gesagt - es ist an der Zeit, hier neue Wege zu schaffen, wenn man denn unbedingt diese Zettel sehen will. Aber egal, die Wirtschaft braucht uns, und wie gesagt - die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Und noch einmal - ich beklage mich nicht über meine Aufgaben, denn ich erledige sie gern. Ach was, es hat sowieso keinen Sinn, hier weiter zu reden, denn nur wer in meiner Lage ist, kann das auch verstehen. Klar, wenn ich das Diplom in der Tasche habe, kann ich mich weit aus dem Fenster lehnen. Und über die minderqualifizierten urteilen - das erlebe ich ja auch von Kollegen. Ich stelle da eher die Frage: Braucht ihr eine, die es studiert hat, oder eine, die es kann???

    schrieb Blümchen am

  • #370

    Es ist sicher nicht in Ordnung, Fachlehrer in einem solchen Ausmaß fachfremd einzusetzen. Ich kann auch nicht beurteilen, wie aufwändig und anspruchsvoll die Unterrichtsvorbereitung, die Korrekturen usw. sind. Aber was die Qualifikation anbelangt ist es eben ein Unterschied, ob man ein Studium abgeschlossen hat oder nicht. Deine 7 Semester Biologie können da keinen Unterschied machen. Ohne diese hättest Du ja schon viel früher in den Beruf einsteigen können und damit eine A12 oder A13 Besoldung beziehen können, wenn alle anderen noch mitten in der Ausbildung stecken. Versteh mich nicht falsch. Ich spreche Dir weder die Fähigkeit, noch das Können ab, aber es fehlt eben die entsprechende Qualifikation. Und das sind eben die Regeln in unserer Gesellschaft und die waren ja von vornherein klar.
    Ich selbst habe A13 erstmals mit 29 eingestrichen und ich würde auch sparsam gucken, wenn ein Floristmeister mit A13 besoldet wird.

    schrieb Schulmeister am

  • #371

    @ Schulmeister
    Ich bin Floristmeisterin, habe den Beruf von der Pike auf gelernt. Dann die Fachlehrer-Ausbildung gemacht, mit Facharbeit, Lehrproben und allem, was dazu gehört. Außerdem mal 7 Semester Bio-Diplom studiert, allerdings damals leider aufgegeben (heute weiß ich, dass ich besser hätte umsatteln sollen). Fortsetzung des Studiums brächte heute nichts, da 1. zu lange her und 2. nicht direkt das, was ich bräuchte. Inzwischen habe ich 13 Jahre Erfahrung als Ausbilder (erst Umschüler ausgebildet) und Berufsschullehrerin. Diplom hin oder her, ich finde, hier sollte es andere Möglichkeiten geben. Wenigstens A12 sollte greifbar sein! Ist es hier aber nicht. Wie gesagt, ich mache die Arbeit gern. Nur die Verdienstunterschiede für mindestens dieselbe Arbeit nerven mich. Versuch mal, einen Studienrat ins BVJ zu schicken!!! Da wehren sich die meisten doch mit Händen und Füßen dagegen. Und wie gesagt, wenn sie uns Fachlehrer brauchen, sind wir für alles gut, aber bei sinkenden Schülerzahlen dürfen wir wieder zurücktreten. Ich mache gern noch einmal Lehrproben, sollen die doch in meinen Unterricht kommen! Meine Beurteilung war übrigens auch ‘ne glatte “1”! Ich unterrichte übrigens vorrangig Gestaltung und Warenkunde, aber eben auch Fachenglisch, Mathe, Sprache und Kommunikation, Politik und den gesamten Bereich BVJ (außer Sport und Wirtschaftslehre habe ich also alles schon gemacht) und es hat sich noch keiner über schlechten Unterricht beschwert, im Gegenteil!
    Mal davon ab, wenn ab heute alle Fachlehrer nur noch das machen würden, was in der Stellenbeschreibung steht, würde in den meisten Berufsschulen alles zusammenbrechen :coolsmile:  :red:
    Aber wie hier im Forum schon erwähnt bringt das alles wohl nichts, so lange jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht.

    schrieb Blümchen am

  • #372

    herrlich, der notenschluss ist überstanden und ich kann mich heute mal einfach treiben lassen. da lese ich die letzten kommentare hier und freue mich, dass ich hastlers beiträge weder inhaltlich noch sprachlich korrigieren muss. habe nicht alle gelesen, aber mein erster eindruck ist: schüler?
    oder vielleicht doch weiter…, gescheiterter student? schade, dass keine uhrzeiten dabei stehen, ich bilde mir ein, die tippfuoiler werden proportional zum alkoholgenuss mehr…
    zu thema:
    wieviel verdienen lehrer?
    ich denke keinesfalls zu viel, überbezahlt sind wir definitiv nicht, aber reich werde ich in absehbarer zeit nicht. dafür rollt nicht unser kopf, wenn wir nicht genug umsatz bringen und wir treiben auch keine steuerzahler oder anleger in den ruin.

    schrieb mteacher am

  • #373

    @Blümchen
    Welchen Abschluss hast Du denn? Wenn Du keinen Hochschulabschluss haben solltest, dann ist es nur logisch, dass Du nicht nach A13 besoldet werden kannst.

    schrieb Schulmeister am

  • #374

    Nun ja, es ist schon mal gut zu lesen, dass viele über das Problem Lehrerbezahlung nachdenken. Ich bin Fachlehrerin an einer Berufsschule und mache im Prinzip die gleiche Arbeit wie ein Berufsschullehrer. Springe in jede Lücke (wenn gerade zu wenig Lehrer mit den berühmten “Fakultas” vorhanden sind) und werde zurückgeschubst, wenn die Schülerzahlen sinken. Durchstiegsmöglichkeiten zu A13 gibt es keine, es wird Zeit für eine modularisierte Qualifikation!!! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist mein Motto. In Deutschland zählen Abschlüsse leider immer noch mehr als wahres Können.
    Auch ich habe diesen Beruf als Seiteneinsteiger ergriffen, eine gehörige Portion Idealismus gehört dazu. Und ich liebe meinen Beruf! Mein Arbeitsbereich reicht vom Berufsschüler bis zum BVJ (das sind die, die in den Medien immer als “so schlimm” verunglimpft werden). Und ich arbeite mit allen gern, was jede Menge positive Rückmeldungen bringt. Klar ist das Belohnung, nur die Miete kann man davon eben nicht bezahlen. Ich habe noch einige Berufsjahre vor mir, und die Hoffnung auf Besserung stirbt zuletzt…

    schrieb Blümchen am

  • #375

    Vielen lieben Dank an die Moderatoren für die Ausblendung des “Haster”... Ignorante und beleidigende Menschen verdienen kein Forum….  nochmals   Hut ab fürs Igno…..
    Was ich mit meiner Tirade übers Lehrer-Dasein keinesfalls erreichen wollte war:  Junge, engagierte und hochmotivierte Hochschulabsolventen vom “Lehrer-Beruf” fernzuhalten!!! Was ich wiedergegeben habe, war ein momentaner Frust der aktuellen Situation!
    Alles, was ich über eine Kinder-Krebs-Station gesagt habe, bleibt bestehen. Man/frau bekommt eine völlig andere Sicht aufs Leben….  Diese Sicht sollte sich jeder mal antun, bevor er/sie sich entscheidet, mit Menschen (in diesem Falle Schülern) umzugehen…  Undiffernziertheit, romantische Vorstellungen oder nur die Anlehnung ans Geld und die Aussicht, mit einer Verbeamtung das Lebensziel erreicht zu haben, sind der absolut falsche Ansatz…  was die Schüler brauchen sind Lehrer und Ausbilder, die an das glauben, was sie tun….  oft sind wir doch Eltern-Ersatz, Ansprechpartner, Sozialkontakt, Berater und oft auch Tröster….. wenn das, oder diese Arbeit von den Schulleitungen anerkannt werden würde, wäre Vieles einfacher….
    Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen…  und zwar um Schulleitungen herum…. ich begleite auch Schüler nach der “Schule”....  das ist zwar mein “Privatvergnügen”.. kostet Zeit und viel, viel Kraft, dennoch:  jede verlorengeglaubte und dennoch gerettete Seele verschafft mir eine innere Genugtuung…  und ich:  Ich lass mir von niemandem mehr was sage, was ich tun oder lassen soll…..  ich pfeiffe auf die Kohle und sehe lieber in strahlende Augen!!!!
    Mit viel Anerkennung für diejenigen, die noch Lehrer werden wollen und mit viel Hochachtung vor denen, die es soooo lange ausgehalten haben, Lehrer zu sein und das mit Herz und Seele, oft auch auf Kosten des Familienlebens!!!

    Es wird böse Kommentare geben, dessen bin ich mir sicher…. vieles wird aus der freien Wirtschaft kommen, Neider, Angsthabende, Chaoten und nimmermüde Besserwisser…..  alles Wurscht….  kleine Siege in diesem verworrenen System… und ein Händedruck eines “aussichtslosen Falles”  sind der beste Lohn…... 

    Ich denke, der ein oder andere bzw. die eine oder andere kann meine Gedanken nachvollziehen…

    schrieb korbleger am

  • #376

    @Der Lehrerfreund

    danke, das entsprach auch meinem Empfinden!

    schrieb Schülerfreund am

  • #377

    Moderationshinweis

    Wir zensieren hier grundsätzlich nur, um sitten- und gesetzeswidrige Beiträge zu unterdrücken (ebenso Beiträge, in denen Namen genannt werden). Ansonsten herrscht hier die totale Meinungsfreiheit.

    Allerdings haben hasters Beiträge inzwischen sowohl inhaltlich als auch vom Umfang her das Kriterium für Spam erfüllt und werden damit seit gestern wegmoderiert.

    Danke für Ihr Verständnis.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #378

    @Lehrerfreund

    Ich möchte vorweg gerne ausdrücken, dass ich extrem viel von Meinungsfreiheit halte und selbst Menschen wie diesem “haster” seine Meinung zugestehe.
    Ich frage mich nur, ob wir uns das antun müssen, ihn hier wild um sich bashen zu lassen. Er hat offensichtlich nicht mehr zu bieten als Arroganz und Selbstherrlichkeit, aber ganz bestimmt keine Ahnung von unserem Beruf.

    Liebe Redaktion,
    ich kämpfe täglich für meine Schüler. Ich bin für Eltern immer erreichbar und habe für fast alles Verständnis. Ich versuche auch zum 100sten Mal den ganz schwachen Schülern die Bruchrechnung nahe zu bringen. Ich kämpfe für ein sozial angepasstes Verhalten, Anstrengungsbereitschaft und all das Verhalten, was die Betreibe so sehr verlangen. Ich komme gerade aus einem Gespräch mit der Berufsberatung, wie man den Schülern besser in den Sattel helfen kann. Ich gehe auf sie ein, zeige ihnen Perspektiven und nebenbei mache ich auch noch Unterricht.
    Hier möchte ich mich mit Kollegen austauschen und gegenseitig evtl. Ideen bekommen oder geben. Ich möchte hier ein gegenseitiges “Sich-Mut-machen” erleben, denn unser Beruf ist nicht selten aufreibend genug.
    Wenn ich hier ein Forum vorfinde, in dem irgendwelche rechtschreibschwachen Einfaltspinsel sich für die Größten halten und es als Glanzleistung empfinden auf Lehrer im Internet unreflektiert und anonym “loszuballern”, dann weiß ich nicht, ob ich hier richtig bin. Auch der Name dieser Seite wäre dann falsch. Ich möchte mich hier weder solchen Angriffen ausgesetzt sehen noch mich rechtfertigen oder verteidigen müssen. Ich möchte mich hier austauschen (durchaus auch gern kontrovers).
    So jemand wie dieser haster, der eh nichts außer seiner eigenen Meinung zulässt und wirklich keine Ahnung zu haben scheint sollte hier nichts zu suchen haben.

    Ich möchte noch mal betonen, dass ich mich gern Kritik stelle, aber solch ein Bashing, das auch persönlich wird, hat nichts mehr mit Kritik zu tun.

    Ich rate allen Kollegen, diesen Menschen einfach zu ignorieren, denn er will euch gar nicht vertsehen. Es geht ihm nur darum, sein frustriertes Mütchen zu kühlen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #379

    genau das ist es doch, was wichtig an diesem beruf ist, der kontakt und die beziehung zu den kindern. das geld hat mich nie interessiert, nicht wirklich. aber es ist das thema hier. auch mich bewegen die bilder einer kinderkrebsstation, eines verlorenen schülers oder auch nur der gruß auf der strasse nach jahren. das kann man nicht mit geld aufwerten bzw. bezahlen. kein nichtlehrer kann das nachvollziehen oder bewerten, was wir erleben oder mitmachen. an der käsetheke jedenfalls werden wir niemals solch eine beziehung herstellen und niemals einen menschen so nah kennenlernen. es wird immer neider geben, die sich an diesen zahlen festklammern, sagen, dass sie in der schule wegen uns versagt haben. es sind verlierer in gewisser weise, die nicht gelernt haben, dass es um die beziehungen geht, nicht ums geld. und wenn meine schüler nach unterrichtsende noch weiter was wissen wollen, ich schaue nicht auf meine gehaltsliste oder oder das superschnäppchen bei wo auch immer, ich bleibe und genieße den moment; das würde kein käseverkäufer und kein hausarzt machen. nicht klein kriegen lassen von den ignoranten und neidern- wir sind unser geld wert (ich weiß nicht mal, was genau ich verdiene).

    schrieb anmerker am

  • #380

    Wer   verdammt wer schafft endlich ein Klingelzeichen ab in der Schule ? Pünktlich anfangen…. pünktlich aufhören und mit dem Klingelzeichen gibt es 25 hochmotivierte Schüler, die den Klassenraum auf gar keinen Fall verlassen wollen, weil….  da gibts noch was zu verbessern, das Thema ist geil… eine echte Verbindung zur Realität ist da…..  und was passiert?
    Ein Mitglied der -zugegebenermaßen- erweiterten Schulleitung horcht an Türen…. Ich hab das so satt, ich denke, wenn es überhaupt die geringste Chance gibt, den Beruf zu wechseln, werde ich es machen… auch für weniger Geld, wenn ich sicher sein kann, dass mir keine Sau aufs Maul guckt…

    Ich habe in fast 25 Jahren mein Bestes getan, viele aussichtslose Fälle schütteln mir nach Jahren die Hand, das und genau das ist mein Lohn gewesen…  aber jetzt ist das Maß voll, ich wünsche jeder Schulleitung wenigstens einen “Grundkurs”  in Personalführung…
    Jedes Engagement wird im Keim erstickt…. Projekte in den Papierkorb geworfen, ohne sie anzusehen versteht sich…. hinterrücks von Kollegen Messer geworfen…  weil es ne Stelle mit mehr Kohle zu vergeben gibt….  ätzend, ich hab das sooo satt…
    aber 4.600 Euro + Weihnachtsgeld und die vielen Ferien…  toll…  nebenbei…es ist NUR unterrichtsfreie Zeit…...

    Ab jetzt verkaufe ich ehrliche Wurst bei Real… noch ein wenig nebenbei bei Ebay…. und der verantwortliche Rest kann mich kreuzweise…

    Kein Wunder, dass bei den Regierungen und den Schulleitungen keiner mehr Lehrer werden will, von dem Entgeld für Angestellte ganz zu schweigen…

    Sooo der Dampf ist raus, der Rest ist Schaulaufen, ich habe das gefunden, was ich gesucht habe…. das hindert mich nicht, als
    aktueller Lehrer hier wieder meinen Senf dazuzugeben…

    macht was, was Euch nebenbei zufrieden macht…  und noch eine Bemerkung sei gestattet….
    Bitte, bitte besucht mal für eine Stunde eine Kinder-Krebs-Station….  dann bekommt Ihr nen anderen Blick fürs Leben und jeder Schulleiter, der Übles will, geht Euch am Arsch vorbei…  glaubts mir…. es gibt immer den Blick der Kinder, die nur neun Jahre alt werden…. dagegen verblasst alles….  sorry… passt hier nicht her, aber musste sein, weils mich beschäftigt…

    schrieb Korbleger am

  • #381

    hey mr. haster, wenn noten eh nix aussagen, dann macht auch dein kommentar hier nix aus. aber hier gehts um das einkommen der lehrer, nicht um das lernvermögen. da haben wir wohl das thema verfehlt, note?

    schrieb anmerker am

  • #382

    Hallo Leute,

    über den “Scheiß”, den unser überaus intelligenter, wohlhabender Lehrerhasser Haster schreibt, kann ich im Grunde nur lachen. Alles, was dieser Primitive schreibt, beweist nur, dass er vom Lehrerjob keine Ahnung hat. Also, warum regen wir uns so auf? Das will der Typ doch nur. Außerdem ... habt ihr mal seine Texte gelesen? Musste einige Sätze wegen der vielen Grammatikfehler mehrfach lesen. Da vergeht mir schon die Lust ...

    schrieb Becca am

  • #383

    @ haster

    Schade dass Sie die Gelegenheit nicht ergriffen haben, Lehrer zu werden. Sie hätten uns allen mal zeigen können, wie das richtig geht in unserem Beruf.

    Oder war da der Verdienst (um auf das Thema zurück zu kommen) doch zu niedrig?

    Th

    schrieb Th am

  • #384

    Hallo,
    ich bin 35 und als Seiteneinsteiger an einer Realschule in NRW als Musiklehrer tätig! Ich habe die Anstellung im Schuljahr 2004/2005 bekommen und 1 Jahr vorher mit “Geld statt Stellen” an derselben Schule gearbeitet!
    Leider ist die Einstufung in BAT damals sehr schlecht gewesen und Bewährungsaufstiege sind nach dem neuen Tarif gestrichen worden!
    Wer hier im Forum, kann mir vielleicht Tips oder Adressen nennen, wie und wo ich noch höher Eingestuft werden kann! Habe z.Z. Fallgruppe 9 Stufe 2!
    Weiß jemand irgendwelche Seminare, Weiterbildungen etc. die ich als Seiteneinsteiger besuchen kann und die zu einer Höhergruppierung führen könnten?
    Wäre über antworten an “Musikrichi@t-online.de” sehr dankbar!
    Habe an der Schule wirklich meinen Traumjob!
    Bitte helft mir!

    schrieb Musikrichi am

  • #385

    und um nochmal auf den anmerker zurück zu kommen. sie haben ja nicht nur die sprichwörtlichen äpfel mit ebenso spriuchwörtlichen birnen zu vergleichen gesucht, nein, sie wollte die einen gleich als die anderen verkaufen. dass das schwachsin ist, muss eigentlich nicht weiter gesagt werden. dennoch möchte ich einen untersatz mal herausgreifen.

    “wenn ich auch noch mit den mitpatienten streit anfange und vielleicht die sprechstundenhilfe verkloppe.”

    in meiner schullaufbahn habe ich nie übergriffe durch schüler gegen lehrer mitbekommen. was ich sehr wohl erlebte waren mindestens voer übergriffe gegen mich, die mir erinnerlich sind. in der ersten klasse (es war in achtzigern und nicht etwa noch fünfzig jahre zuvor) schlug mir meine lehrerin, ich war ja immerhin schon sechs, sieben, meine fiebel auf den kopf. in der vierten, fünften klasse würgte mich mein werkenlehrer im schwitzkasten und zog mich über die schulbank. dafür hat er mich extra in einen leeren klassenraum gezogen. wir waren ihm während der pause zu laut auf dem flur. mein mathelehrer in der sechsten klasse zog mich aus dem unterricht und würgte mich auf dem flur mit der wand gegen die wand. und in der achten, neunten klasse schlug mir mein sportlehrer aus einem meter entfernung einen medizinball ins gesicht. kleiner schubsereien, am arm oder einen schlawitchen packen und durch die gegend zerren habe ich schon weitgehend verdrängt.

    “du hast ja verständnis und verurteilst [...] nicht gleich.”

    ich wette, du besteht jetzt darauf, dass schuld etwas individuelles und nicht übertragbar und zu verallgemeinern ist? und hey, vielleicht war der schüler (also ich) ja schuld? zumindest teilweise?

    schrieb haster am

  • #386

    Der Ärztemangel muss ja noch größer sein als der Lehrermangel…

    schrieb Mister M. am

  • #387

    ansonsten frage ich mich gerade, nach welchen maßstäben der baustein “[Beitrag wg. Unsachlichkeit gekürzt, Redaktion 12.01.2010]” benutzt wird, wo die beiträge hier nur so vor sachlichkeit glänzen. ich werfe der redaktion beliebigkeit und zweierlei maß vor. oder anders gesagt: eine krähe hackt der anderen kein auge aus.

    schrieb haster am

  • #388

    “Anspruchsvolles Studium? Medizin? “Anspruch” und “Auswendiglernen” sind nicht das gleiche… Von wissenschaftlichem Arbeiten hören Mediziner das erste Mal, wenn sie eine Doktorarbeit in die Hand nehmen und die hat - mit Verlaub gesagt - oft nicht einmal den Charakter einer normalen Abschlussarbeit. Aus diesem Grund wird sie vom deutschen Wissenschaftsrat auch mit einer solchen gleichgesetzt…
    Und da heißt es immer, Lehrer seien arrogant.”

    dann spielen wir eben ping-pong: “schöner kann man seine Ahnungslosigkeit nicht zum Ausdruck bringen”

    ja, im medizinstudium muss man sehr viel auswendig lernen. haben sie es drauf, innerhalb zweier wochen hundert seiten buch auswendig zu lernen? in nur einem fach… ist schon anspruchsvoll.
    daneben aber ist das medizinstudium ein wissenschaftliches und beispielsweise laborarbeit und dergleichen nimmt einen sehr hohen stellenwert ein. man lernt in einzelnen fächern forschen, wissenschaftliche daten auswerten, beurteilen. und daneben immer schon auswendig lernen von faktenwissen.
    wussten sie, dass die medizin das fachgebiet ist, in dem mit riesigem abstand die meiste wissenschaft, die meiste forschung betrieben wird?
    wo sie teilweise recht haben, ist der punkt, dass die medizinische doktorarbeit nicht mit einer naturwissenschaftlichen konkurrieren kann. aber da ist eine pädagogische auch kein leuchtendes positivbeispiel.
    ach, ich habe übrigens mal eine zeit neben meinem medizinstudium neurowissenschaften studiert. und sie? sie hatten viel frei?

    wie sieht beim thema wissenschaft und wissenschaftlichkeit in der schulpädagogik aus?

    schrieb haster am

  • #389

    “[Beitrag wg. Unsachlichkeit gekürzt, Redaktion 12.01.2010]”

    ich frage mich, was daran unsachlich ist, wenn ich auf “schöner kann man seine Ahnungslosigkeit nicht zum Ausdruck bringen” anworte, dass man von ahnungslosigkeit kaum reden kann, da sich das thema schule und auch die lehrerausbildung und alles darum in keinem großen nebel befindet und dass ja jeder von uns viele, viele jahre seines lebens tagtäglich erfahrung mit schule gesammelt hat.

    schrieb haster am

  • #390

    @anmerker: ich will auch mediziner werden. wo muss ich mich denn hinsetzen, mich berieseln lassen, um schweineviel kohle abzukassieren?

    universität heißt die einrichtung. mit berieseln wird es aber nüscht und schweineviel geld kann sein… muss aber nicht

    “kenne so viele ärzte, die nicht viel auf dem kasten haben, ausser mir ruhe und aspirin zu verschreiben.”

    was heißt außer. ist oft das beste und ausreichend.

    “dich kann ich auch mal nach 20 uhr kostenlos anrufen, mir ein paar infos holen.”

    nein, kannst du nicht. du wirst meine telefonnummer nirgendwo finden und kostenhlos ist weder der anruf, noch meine arbeit.

    “dann komme ich in deine sprechstunde am nächsten tag, natürlich mit termin, vielleicht aber ein stündchen zu später und führe mich auf wie die sau im walde. hoffentlich hast du dann ein händchen für mich, wenn ich auch noch mit den mitpatienten streit anfange und vielleicht die sprechstundenhilfe verkloppe.”

    jein, wenn du nach deinem termin kommst, ist es dein ding. du musst halt damit leben, nicht gleich dran zu kommen. helfen würde ich dir auch, wenn du der schlimmste schwerverbrecher bist. wenn du streit anfängst, fliegst du raus.

    “du hast ja verständnis und verurteilst mich nicht gleich. wir können das dann bestimmt in deiner freizeit gütlich regeln, kostenfrei.”

    ich verurteile niemanden. ist nicht mein job. deswegen frage ich auch nicht, wenn typen vom maßregelvollzug mit ihren bewachern zu mir kommen, was sie angestellt haben. ist nicht mein job und hat mich nicht zu interessieren. kostenfrei ist meine leistung aber nicht.

    “vielleicht bekomme ich dann sogar noch die behandlung eines privatpatienten ohne aufpreis. kürzere wartezeiten und bessere medikamente.”

    auch das nicht. und privatmedikamente sind nicht besser. du musst nur nicht zuzahlen, so du denn privatversichert bist.

    “ich hoffe auf dein verständnis und freue mich schon auf die show, die ich dann wöchentlich in deiner praxis - ich gehe mal davon aus, dass du eine hast- aufführen werde.”

    ich habe keine. und es ist schön, dass du dich auf den besuch bei mir freust. bin ja auch ein dufter kumpel.

    jetzt aber mal zurück auf das, worauf du so dümmlich übertragen anspielen möchtest. ich nehme mal mich als beispiel. wie ich bereits erklärt habe, bis es bei mir völlig gegen den baum lief, war es ein langer weg. es ist nicht so, dass die kinder den frust auf die schule aus dem nichts entwickeln. der wird in sie hineingetragen. und ich behaupte auch und vor allem durch die lehrer. meinen sie, ich kam in der ersten gefrustet in die schule?

    “schuld bist im endeffekt du, da du ja im studium gelernt hast mit patienten umzugehen.”

    nein du. denn du bist ja kein kleines kind mehr. wenn du natürlich als sechsjähriger zu mir kommst, sehe ich dir weit mehr nach. wenn du nur (oder eben viel) schlechte erfahrungen mit mir oder anderen tagtäglich ab deinem sechsten lebensjahr gesammelt hast, weil ich und kalle und andere ärzte nur scheiße bei dir gebaut haben, verstehe ich deinen frust gegenüber ärzte im alter von sechszehn nur sehr, sehr gut (ich bin nämlich selbstkritisch und bemühe mich umso mehr um dich, statt mir zu denken, was du doch für ein penner bist)

    “ich vertraue dann mal ganz auf deine fähigkeiten. vielleicht kannste mir auch gleich noch einen hunderter mitgeben, da ich ja nix gelernt habe und du soviel geld hast, will auch mal wieder die sause machen, so leben wie du.”

    dass du nichts gelernt hast, muss an deinen lehrern gelegen haben. damit habe ich nichts zu tun.

    “nenn mir deine praxis oder das krankenhaus in dem du arbeitest, ich komme gerne mal vorbei und zeige dir was es heißt, jemanden vor sich zu haben, der absolut keinen bock auf deine miese gesundheitserziehung hat.”

    sana-ohre-klinikum. und wie gesagt, den bock hast du nicht meinetwegen nicht mehr, weil ich dir gegenüber ab deinem kindesalter schlechte arbeit geleistet hast. aber dennoch wirst du bei mir immer die beste medizinische betreuung erhalten. darauf habe ich sogar einen eid geleistet.

    “ich freue mich auf dein gesicht, wenn ich dir dafür die schuld gebe und dafür noch geld von dir verlange.”

    ach, geld bekomme ich von dir (oder deiner kasse). schuld kannst du mir geben. wo sie berechtigt ist, würde ich sie mir zu herzen nehmen. wie ist das mit dir?

    “solltest vielleicht mal ne fortbildung machen und dich vorbereiten auf das chaos, welches ich anrichten werde- mit einem lächeln auf dem gesicht.”

    wie ist es mit dem chaos, welches du bei den dir schutzbefohlenen kindern angerichtet hast?

    übrigens: thema verfehlt - 6
    und muss ich ihnen noch erklären, warum das eine nicht im ansatz mit dem anderen vergleichbar ist? oder kommen sie selbst drauf?

    schrieb haster am

  • #391

    lassen sie mich mal noch rein rhetorisch die entscheidende frage stellen: welchen sinn und zweck hat schule? schüler zu bewerten, zu kategorisieren? das tut sie hauptsächlich. aber ist das der zweck dahinter? oder besser gefragt: sollte das der zweck sein?

    und überlegen sie sich mal, was sie ganz nüchtern und von einer völlig anderen seite betrachtet für einen volkswirtschaftlichen schaden anrichten (können), wenn sie leute durch ihr zum großen teil ganz persönliches, zum kleinen teil vorgegebenes raster fallen lassen, die dann dem staat (also allen) nur weitere koste verursachen. von der schlimmsten fall sozialhilfe, über die durchschnittlich geringeren steuereinnahmen, bis zum besten falls langen und kostspieligen weg heraus aus dem sumpf.

    das wäre doch utopisch vielleicht ein sehr guter, absolut nüchterner und zu objektivierender maßstab für gute oder schlechte lehrerarbeit: welchen volkswirtschaftlichen nutzen leistet er bzw. welchen volkswirtschaftlichen schaden richtet er an. wobei die volkswirtschaft meiner meinung nach vom philosophen so sehr profitieren kann, wie sie es vom glasermeister tut. die einschränkung der persönlichen möglichkeiten eines menschen durch die arbeit des lehrers lässt sich leider kaum messen.

    und noch zu schulmeister: “Der Notendurchschnitt der Klasse wie in Amiland? Lächerlich…”

    wenn sie sich meine beiträge durchgelesen haben, dürfte ihnen klar geworden sein, dass sie mir mit noten nicht kommen brauchen. es beweist unkreativität, dass ihnen nichts besseres einfällt.
    in unserem systen sind leider alle viel zu notengläubig (lehrer, eltern und schüler), obwohl jedem mit gesundem menschenverstand und etwas nachdenken sofort klar werden sollte, dass noten, und jetzt wiederhole ich mich, fast gar nichts belegen.

    und schülerfreund: jetzt nochmal einige ruhigere worte von mir. lassen sie es bitte bleiben, unvermögen der lehrer zum unvermögen der eltern und/ oder schüler zu erklären. auch das ist ein alter und immer noch falscher hut und wird so gerne phrasenhaft genutzt. drücken sie sich nicht vor der eigenen verantwortung. wenn es gut läuft, hat der lehrer beste arbeit geleistet, wenn es schief geht, waren schüler und eltern schuld. der lehrer hat aber dennoch sicher sein bestes gegeben.
    und bevor sie jetzt erwidern und das ganze wieder umdrehen umzudrehen versuchen, überlegen sie sich in meinem persönlichen fall, was ich auf eigenen beinen und ohne lehrer angestellt und erreicht habe und wie es zuvor in der schule unter obacht und dem pfusch der lehrer für mich ausging. ein von ihnen jetzt vielleicht gerne gesehenes, vorgeschobenes scheiern in verantwortung meiner selbst läuft also einfach und völlig ins leere.

    schrieb haster am

  • #392

    Anspruchsvolles Studium? Medizin? “Anspruch” und “Auswendiglernen” sind nicht das gleiche… Von wissenschaftlichem Arbeiten hören Mediziner das erste Mal, wenn sie eine Doktorarbeit in die Hand nehmen und die hat - mit Verlaub gesagt - oft nicht einmal den Charakter einer normalen Abschlussarbeit. Aus diesem Grund wird sie vom deutschen Wissenschaftsrat auch mit einer solchen gleichgesetzt…
    Und da heißt es immer, Lehrer seien arrogant.

    schrieb Schulmeister am

  • #393

    hey haster, ich will auch mediziner werden. wo muss ich mich denn hinsetzen, mich berieseln lassen, um schweineviel kohle abzukassieren? kenne so viele ärzte, die nicht viel auf dem kasten haben, ausser mir ruhe und aspirin zu verschreiben. die meisten von den quacksalbern kannste in die tonne kloppen, du bist natürlich die ausnahme, dich kann ich auch mal nach 20 uhr kostenlos anrufen, mir ein paar infos holen. dann komme ich in deine sprechstunde am nächsten tag, natürlich mit termin, vielleicht aber ein stündchen zu später und führe mich auf wie die sau im walde. hoffentlich hast du dann ein händchen für mich, wenn ich auch noch mit den mitpatienten streit anfange und vielleicht die sprechstundenhilfe verkloppe. du hast ja verständnis und verurteilst mich nicht gleich. wir können das dann bestimmt in deiner freizeit gütlich regeln, kostenfrei. vielleicht bekomme ich dann sogar noch die behandlung eines privatpatienten ohne aufpreis. kürzere wartezeiten und bessere medikamente. ich hoffe auf dein verständnis und freue mich schon auf die show, die ich dann wöchentlich in deiner praxis - ich gehe mal davon aus, dass du eine hast- aufführen werde. schuld bist im endeffekt du, da du ja im studium gelernt hast mit patienten umzugehen. ich vertraue dann mal ganz auf deine fähigkeiten. vielleicht kannste mir auch gleich noch einen hunderter mitgeben, da ich ja nix gelernt habe und du soviel geld hast, will auch mal wieder die sause machen, so leben wie du. nenn mir deine praxis oder das krankenhaus in dem du arbeitest, ich komme gerne mal vorbei und zeige dir was es heißt, jemanden vor sich zu haben, der absolut keinen bock auf deine miese gesundheitserziehung hat. ich freue mich auf dein gesicht, wenn ich dir dafür die schuld gebe und dafür noch geld von dir verlange. solltest vielleicht mal ne fortbildung machen und dich vorbereiten auf das chaos, welches ich anrichten werde- mit einem lächeln auf dem gesicht.

    schrieb anmerker am

  • #394

    “Eine weitere Folge wäre, dass sich der Lehrermangel noch mehr verschärfen würde, weil es sich dann gar nicht mehr lohnt, als Lehrer zu arbeiten. Ohnehin gibt es nicht zuletzt deswegen schon heute zu wenig Lehrer.”

    darin liegt der schwindel. sie versuchen es so darzustellen, dass es zu wenige lehrer gibt, weil es sich nicht mehr lohnen würde, als lehrer zu arbeiten.aber der lehrermangel ist kein ergebnis dessen, dass es zu wenige lehrer grundsätzlich erstmal gibt und auch nicht dessen, dass zu viele aussteigen.
    sie versuchen sich also falscher argumente zu bedienen.

    [Beitrag wg. Unsachlichkeit gekürzt, Redaktion 12.01.2010]

    schrieb haster am

  • #395

    “Ich habe selten so viel Schwachsinn gelesen.”

    das dachte ich mir auch gerade.

    Bevor das noch mehr denken, würde ich darum bitten, etwas mehr Sachlichkeit zu wahren.

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #396

    “Sie haben recht. Ich bin als Lehrer natürlich dafür verantwortlich, wenn sich die Schüler nicht benehmen können. Ich bin sogar der Auslöser für schlechtes Benehmen. Ich bin auch für Lustlosigkeit und überhaupt für alles verantwortlich.”

    ok, das wörtchen alles klammern wir mal aus. aber sonst haben sie es richtig erfasst.

    “Dass Sie die Kurve doch noch gekriegt haben, liegt also nicht daran, dass Sie sich entwickelt und verändert haben?”

    dass ich ihre metaphorische kurve gekriegt habe, liegt natürlich an meiner persönlichen entwicklung. auch das haben sie voll umfänglich gecheckt. lehrer haben dazu ja leider zu wenig begetragen, oder eben vor allem gegengesteuert.

    “Sind sie so fremdgesteuert?”

    ich muss mich korrigieren. sie haben es wohl doch nicht verstanden, wie es den satz zuvor noch leicht durchschimmern wollte. leider doch zu wenig blickig im gesamten…

    “Sie sind zudem ein ganz schön egomaner Konsument.”

    och, bin ich gar nicht. im gegensatz zu ihnen studierte und studiere ich beispielsweise was halbwegs anspruchsvolles. und ganz gewiss bekam und bekomme ich da weniger vorgekaut, als es im system schule der fall ist. sie erinnern sich, wie schule funktioniert? kennen sie den unterschied zwischen schulischer und universitärer schulbildung? und jetzt frage ich sie mal, was hat eher was mit konsumieren zu tun?
    aber hauptsache sie haben mal ordentlich ins horn geblasen…

    “Sie lehnen sich zurück und warten ganz entspannt darauf, dass der Lehrer ihnen Lernfreude vermittelt?”

    ach gottchen. darauf warte ich nun gewiss schon lange nicht mehr. aber ja, das ist eine aufgabe eines lehrers. genau das. lernfreude vermitteln. und nicht im gegensatz dazu diese auszutreiben. darüber jetzt einfach mal ein, zwei tage nachdenken. nehmen sie sich die zeit, wenn es eben länger dauern sollte.
    bei ihnen persönlich mag es anders gewesen sein, weswegen sie sich vielleicht auch an kein vernünftiges studium wagten, aber menschen haben erstmal von grund auf eine wissbegierde.

    “Das ist ja auch seine Aufgabe, also soll der das mal machen”

    exakt! wir verstehen uns..

    “Eltern oder gar die Schüler selbst sind natürlich für nichts verantwortlich… man, man, man…”

    nee, man, man, man. nee… wir verstehen uns doch nicht. wer bitte außer ihnen hat das gesagt? kennen sie schopenhauer? seine kunstgriffe?
    kunstgriff 1: erweiterung

    die behauptung des gegners erweitern, verallgemeinern und übertreiben. dadurch wird die aussage leichter angreifbar.

    “Übrigens: Sie müssten ja irgendwann Abitur gemacht haben. Geschah das etwa ganz ohne Lehrer?”

    hey, sie haben recht. und um ihre frage zu beantworten: nein. teilweise waren es sogar wirklich gute. eine lehrerin im zweiten bildungsweg war sogar die beste, die ich je hatte.

    “Übrigens: Von welchen Arbeitslosen sprechen Sie? Schon mal davon gehört, dass sich Studenten gar nicht erst für das Lehramt entscheiden?”

    das erschließt sich nicht? mmh… ok, dann eben kindgerecht: wovon reden wir grundsätzlich? von lehrern? was liegt also jetzt am nächsten? von welcher arbeitslosigkeit reden wir? na? sie kommen drauf. und falls doch nicht, ich helfe gerne. einfach nochmal nachfragen.
    und ja, ich habe davon gehört. und ich kann es nachvollziehen. warum sollte man das auch machen, wenn man was vernünftiges studieren kann. wohl gemerkt: wenn man es kann!

    “Ich habe selten so viel Schwachsinn gelesen.”

    das dachte ich mir auch gerade. bei ihnen ist es ganz gewiss nicht sonderlich weit her. mit verlaub, und verzeihen sie meine unhöflichkeit, ich halte sie für… ach, ich spare mir charmant den kommentar.

    schrieb haster am

  • #397

    Inwiefern habe ich denn ihrer Meinung nach geschwindelt?
    Meinen Sie, es würde Sie überfordern, wenn Sie sich ein bisschen dezidierter ausdrücken würden oder ist Überheblichkeit ihre einzige Stärke?

    schrieb Schülerfreund am

  • #398

    Sie haben recht. Ich bin als Lehrer natürlich dafür verantwortlich, wenn sich die Schüler nicht benehmen können. Ich bin sogar der Auslöser für schlechtes Benehmen. Ich bin auch für Lustlosigkeit und überhaupt für alles verantwortlich.

    Dass Sie die Kurve doch noch gekriegt haben, liegt also nicht daran, dass Sie sich entwickelt und verändert haben? Sind sie so fremdgesteuert?
    Sie sind zudem ein ganz schön egomaner Konsument. Sie lehnen sich zurück und warten ganz entspannt darauf, dass der Lehrer ihnen Lernfreude vermittelt? Das ist ja auch seine Aufgabe, also soll der das mal machen :-) Eltern oder gar die Schüler selbst sind natürlich für nichts verantwortlich… man, man, man…
    Übrigens: Sie müssten ja irgendwann Abitur gemacht haben. Geschah das etwa ganz ohne Lehrer?

    Übrigens: Von welchen Arbeitslosen sprechen Sie? Schon mal davon gehört, dass sich Studenten gar nicht erst für das Lehramt entscheiden?

    Ich habe selten so viel Schwachsinn gelesen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #399

    übrigens ist der lehrermangel kein ergebnis dessen, dass hinz oder kunz nicht als lehrer arbeiten wollen (@herr/ frau schülerfreundchen). es gibt genügend arbeitslose. also tun sie bitte nicht so, als sei der lehrermangel ein ergebnis der abwanderung ach so kompetenter fachkräfte. schwindeln macht sie nur unglaubwürdig.

    schrieb haster am

  • #400

    um mal ihre wutschnaubenden kommentare den wínd aus den segeln zu nehmen soviel:
    ich bin nach zehn jahren schule ohne jeden abschluss von lehrer sprichwörtlich von der schule gejagt worden. ich hatte von lehrern bezeugt(!) somit nicht mal das vermögen zu einem einfachen hauptschulabschluss. keiner der lehrer hat seine eigentliche arbeit gemacht. nämlich mir freude am lernen zu vermitteln, diese in mich zu tragen. statt dessen wurde es mir im wahrsten sinne von meist intellektuell mittelbegabten lehrern ausgetrieben. kindliches “fehlverhalten” wie dazwischenrufen oder stören des super unterrichtsklimas wurde mit vor die tür setzen und sonstigem schneiden beantwortet. mir wurde das und ich wurde dem lernen sozusagen entzogen. sowas steigert frust… ein sprichwörtlicher teufelskreis. mehr stören, kein bock mehr auf diesen depperten sauladen, wieder vor die türe setzen… einige (wohl gemerkt einige!) lehrer in meiner schullaufbahn wurden sogar handgreiflich gegen mich.
    aber genug davon. heute jedenfalls bin ich arzt. und sogar ein relativ guter. sicher nicht der beste, aber schon ein gutes stück weit geil. daneben studiere ich aktuell spaßenshalber noch zahnmedizin, gehe in sprachkurse usw. und ich sage, weniges ist toller als lernen.

    wenn ich jetzt davon ausgehe, dass ich dem grundsätzlichen erheblichen intellektuellen potenzial bei einigen unschön formulierten “schulabgängern” nach kein einzelfall bin, muss ich sagen, dass anhand solcher “durchfaller” sehr wohl misserable qualität von lehrern messbar ist. wo es bei dreißig folgsamen und stillen kinderlein ein leichtes ist, unterricht aufzuziehen, ist die arbeit läppisch. arbeit als lehrer fängt ganz woanders an. freude am lernen zu vermitteln. ich habe viele lehrer in den jahren gesehen und erlebt. und ich bin der meinung, dass man aus verschiedensten gründen von fünfen mindestens drei in die tonne hauen kann. sie machen vielleicht “ihre arbeit”. vor allem dort wo es routine ist. aber zu mehr sind sie selten in der lage. sie sind ganz schnell an ihren grenzen und darüber hinaus lassen sie nichts gelten. ein schüler, der sie intellektuell wenigstens hier oder dort übertrumpft, sich nach ihren verhaltensregeln aber fehl verhält, ist einfach ein schlechter schüler. und bekommt eben auch solche noten. umgekehrt ist der brave mittelmäßige ein schüler mit guter oder sehr guter
    bewertung.

    nebenbei habe ich in der schule vor allem eins gelernt. noten sagen tatsächlich fast nichts über den schüler. höchstens dass er sich so oder so dem lehrer gegenüber verkaufen konnte. viel mehr aber sagen sie etwas über den lehrer. was aber ist denn tatsächlich der sinn von noten?

    und mister m, wenn sie geld brauchen, schnorren sie mich einfach an. keine falsche scheu.

    also bleibe ich dabei, dass sie, bevor sie von höheren verdienst reden, sich diesen erstmal verdienen müssen. und das gro verdient das zu viele geld eben nicht. schade für die wenigen guten unter ihnen.

    schrieb haster am

  • #401

    Je oh je….  es ist schon sehr verwunderlich, welcher Blick hier auf Lehrer geworfen wird. Ich will mich keinesfalls vom Üblichen abheben… aber ich berufe einen Elternsprechtag ein: Und das erste was ich höre ist:  Dann geh ich zum Rechtsanwalt und reiche Klage ein…  bitte so soll es sein. Es gibt halt dumme Schüler, es gibt auch blöde Lehrer klar!  Es gibt dumme Polizisten, es gibt dumme Bürger!  Es gibt dumme Mütter, es gibt dumme Väter! Es gibt Dumme, Dümmere überall…..  aber bitte nicht alles pauschalieren und die, die ihr Maul nicht weit genug über Lehrer aufreissen können, die sollen es selbst versuchen und vor allem besser machen… oder ihre Kinder auf Privatschulen schicken….  ist mir doch Wurscht….. ich beschwere mich nicht mehr…. ich versuche einfach dem Bild des Lehrers in der Öffentlickeit zu entsprechen, d.h.  ab heute werde ich alle Vorurteile bedienen in 100%-Hinsicht !!  Und jetzt glaubt mal:  Über die Ferien hinaus mach ich gar nix mehr…. die richtige Einstellung, das Da-Sein für die Schüler und meine Hirngespinste für nen guten Job und für einen Lehrer, der was bewegen will, sind mir gründlichst ausgetrieben worden…  jetzt parke ich das Auto rückwärts ein, damit ich möglichst schnell vom Hof komme, so siehts mal aus….

    Ich wünsche wirklich allen Neuen in unserem Job eine bessere Zukunft und das sie das, was sie im Interesse der Schüler verwirklichen wollen auch anbringen können.

    Sorry….  desillusioniert, eingebremst, eigenverantwortliche Denken ist nicht gewollt,
    okay…  entspreche ich halt dem Bild in der Öffentlichkeit und arbeite nur noch für die Ferien…  Gute Nacht

    schrieb korbleger am

  • #402

    @haster:
    Aus Ihren Anmerkungen lese ich heraus, dass Sie mit Ihrem eigenen Gehalt unzufrieden sind.

    Mit etwas mehr Einsatz in Ihrem eigentlichen Job und etwas weniger Neid auf die Lehrer, würden Sie vielleicht auch das bekommen, was Sie meinen verdient zu haben und bräuchten nicht versuchen, Ihren Frust mit sinnfreien Postings zu mildern…

    schrieb Mister M. am

  • #403

    Ach, und wie sollte man deiner Meinung nach das tatsächlich “Erreichte” ermitteln, um jeden einzelnen Lehrer gerecht bezahlen zu können? Willste vielleicht mal einen Blick auf meine Deutschaufsätze werfen oder einfach ein paar Tage meinen Unterricht übernehmen und Praxis schnuppern? Es hört sich nämlich für mich so an, als seiest du kein Lehrer mit Unterrichtserfahrung?!

    schrieb Becca am

  • #404

    Kleiner hinweis: die währung in deutschland ist der euro (nicht kohle). das wort verdienst wurde nicht von mir gewählt, ich würde es nämlich schmerzensgeld nennen. ähnlich wie beim harz 4 satz kann ich mich nicht mal gegen die höhe der einkünfte wehren, sie werden mir überwiesen, ob ich will oder nicht. könnte ich für jede dumme bemerkung auf der arbeit einen euro verlangen, ich wäre reich und nicht mehr in der schule; diesen job könntest du dann haben.

    schrieb anmerker am

  • #405

    @haster
    Was bitte würde denn das “Erreichte” bei einem Lehrer sein? Der Notendurchschnitt der Klasse wie in Amiland? Lächerlich…

    schrieb Schulmeister am

  • #406

    Hasterchen,
    schöner kann man seine Ahnungslosigkeit nicht zum Ausdruck bringen :-)

    Du meinst also, Lehrer sollten nach Erreichtem bezahlt werden? Supi, dann sortiere ich alle schwachen Schüler aus oder verteile nur noch Bestnoten. Ich bemühe mich auch nicht mehr um Schüler, deren Verhalten und Anstrengungsbereitschaft einen erfolgreichen Abschluss fraglich erscheinen lassen, sondern entsorge sie nach Möglichkeit.

    Ich sage auch meiner angestellten Kollegin, die mit 1500€ nach Hause geht, dass sie noch viel weniger verdient hätte. Die Krux ist nur, dass die mir dann sagen würde, dass es hinter der Fleischtheke weniger anstrengend und lukrativer wäre. Eine weitere Folge wäre, dass sich der Lehrermangel noch mehr verschärfen würde, weil es sich dann gar nicht mehr lohnt, als Lehrer zu arbeiten. Ohnehin gibt es nicht zuletzt deswegen schon heute zu wenig Lehrer.

    Ich habe einen bekannten Lehrer, der viele Jahre in der freien Wirtschaft gearbeitet hat. Seit diesem Schuljahr ist er wegen der Krise wieder in die Schule gegangen. Er sagt, dass die Krise ihn zu diesem Schritt gezwungen hat, er aber wieder verschwindet, sobald die Krise wieder vorbei ist. Die Arbeit in der Schule ist ihm zu anstrengend und das Geld viel zu wenig…. Ist doch komisch oder?

    schrieb Schülerfreund am

  • #407

    kinderchen, ihr müsst klarer zwischen verdienen und bekommen unterscheiden. denn würden die meisten lehrer bekommen, was sie verdienen, würde das gro mit noch weit weniger geld nach hause gehen. nur leider werden lehrer nicht nach leistung (nach wirklicher leistung, also nach erreichtem) bezahlt. sie bekommen ihre kohlen pauschal. egal ob angestellt oder verbeamtet.
    deutschland braucht keine reichen, deutschland braucht gute lehrer.

    schrieb haster am

  • #408

    bedenken sie aber bitte immer beim gehalt der verbeamteten lehrer: sie müssen die krankenversicherung selbständig zahlen, wenn sie zu mehr als 50% versichert sein wollen (beihilfe). das reduziert den nettolohn doch schon noch ein wenig. insgesamt ist man dann bei einem unterschied von etwa 250 euro monatlich. wollen sie sich nicht privat zusatzversichern, in die gesetzliche kasse einzahlen, dann zahlen sie ca. 500-600 euro für die krankenversicherung (mann kann sich hier nur zu 100 % versichern) monatlich. dieser betrag wird alleine durch sie getragen, muss also vom nettolohn abgezogen werden.

    schrieb anmerker am

  • #409

    Hallo,

    wenn ich eine Privatschule gründen würde, wieviele Lehrer bräuchte ich dazu?

    Da ich heute erst auf den Gedanken kam und mich mit diesem langsam anfreunde, bin ich dabei Informationen zu sammeln.

    Was die Gehälter betrifft, so scheint es da eine Scheere zu geben. Für Lehrer in Privatschulen gelten ohnehin andere Maßgaben.

    Ferner würde mich interessieren, wie man aus der Wirtschaft quer in den Schulbetrieb einsteigen kann, ich dachte immer man “muss” Lehrer sein - also die entsprechenden Fächer studiert haben, um unterrichten zu dürfen?!

    Bitte nicht gleich auf mich “einprügeln”, ich studiere lediglich Psychologie im zweiten Semester und habe einen kleinen Sohn, den ich gerne in einer guten Schule unterbringen möchte.

    schrieb Waldkind am

  • #410

    Hallo ...
    ich habe mal eine Frage zur Besoldung von RealschullehrerInnen. Bisher ist es ja so, dass wir als GHR-Lehrämter mit dem Schwerpunkt Haupt- und Realschule mit A12 besoldet werden, wenn wir an einer Realschule arbeiten. Nun habe ich gehört, dass sie an den Unis wieder den Abschluss des reinen Realschullehrers vergeben. Bedeutet das automatisch dann A13? Das fänd ich nämlich irgendwie komisch, weil man doch auch beim GHR-Studium den Schwerpunkt Haupt- und Realschule entscheiden konnte und das doch dann quasi das Gleiche ist ...

    schrieb Becca am

  • #411

    Schau mal unter http://www.oeffentlicher-dienst.info. Sofern Du Deine BAT-Stufe (ich schätze mal BAT II oder IIa) kennst, der Du als Sonderschullehrerin zugeordnet bist, sollte sich Dein Gehalt schnell ermitteln lassen.

    schrieb Schulmeister am

  • #412

    ich benötige dringend ein paar ratschläge bzw. antworten…

    ich bin 25 und bereits sozialpädagogin (fh), als zweitstudium beginne ich nächste woche mit meinem lehramtsstudium - rehabilitationswissens. (kernfach) und geschichte (zweitfach)... ich bin also mit ca. 30 jahren sonderschullehrerin für geistig behinderte kinder und jugendliche sowie für lernbehinderte- meine frage: ich war ziemlich entsetzt darüber als ich gelesen habe was angestellte lehrer als anfangsgehalt (ledig, ohne Kinder)verdienen (da ich in berlin arbeiten möchte, ist eine verbeamtung eigendlich so gut wie ausgeschlossen). wer kann mir den genauen betrag nennen den sonderschullehrer verdienen? -gab es nict irgendwelche tarifangleichungen-oder sollen diese noch kommen? vielen dank

    schrieb zufall am

  • #413

    Zum Thema in RLP wird wohlwollend verbeamtet kann ich nur sagen, dass ich jetzt im 3. Jahr auf eine Planstelle warte. Meine Kollegen, die im 4. Jahr arbeitet wurde auch noch in verbeamtet. SIe hat einen zweier Durchschnitt. Selbst eine andere Kollegin mit Durchschnitt 2,0 musste 2 Jahre auf eine Planstelle warten. Gehaltsmäßig macht dies an die 500 Euro aus.

    schrieb Linda am

  • #414

    @sunny

    Ich glaube, dass es sich mit dem Studienabschluss im LA für Realschülen ähnlich verhält, was die Anerkennung als Fachstudium betrifft. Erkundige Dich lieber mal, wie das in Deinem Bundesland ist, da ich hier keine allgemein gültigen Thesen aufstellen möchte - das tut eh schon halb Deutschland, was das Schulleben betrifft.

    Meines Wissens ist es so, dass die Anerkennung nicht mit der Anzahl der Scheine zusammenhängt, sondern dass der Gymnasiallehramtsabschluss mit dem bis vor kurzem noch üblichen Diplom vergleichbar ist. Die haben auch eine andere Regelstudienzeit, viel mehr Fachwissenschaft in zwei bis drei Fächern und kaum was aus dem erziehungswissenschaftlichen Bereich. Bei Grund-, Haupt- und Realschulen ist das anders: Kein Diplom - kein Wert!

    Warum ich aus dem Lehrerleben aussteigen möchte?
    Nur ein paar Gründe:
    - Weil ich keine irrationalen Wahlversprechen einlösen möchte, die ich selbst nie gemacht hätte.
    - Weil jeder Kultusminister für alle Schularten werden kann, ohne einige davon überhaupt je erlebt zu haben und deshalb kaum nachvollziehbare, “volksnahe” Neuerungen aus dem Boden stampfen kann - und die Lehrerschaft dafür die Prügel einstecken muss.
    - Weil meine Familie bei jedem Telefonklingeln schon genervt die Augen verdreht und Wetten abschließt, welcher erzürnte Elternteil es wohl diesmal sein wird.
    - Weil Walpurgisscherze in meinem Garten immer heftiger ausfallen als in der Nachbarschaft.
    - Weil es mir vor Bekannten peinlich ist, wenn wir spät noch unterwegs sind und uns kommen betrunkene Schüler entgegen, die mich lautstark begrüßen und anpöbeln (“hier können Sie uns ja keinen Verweis geben; das ist keine Schule!”)
    - Weil von mir erwartet wird, dass ich fähig bin, jeden Schüler individuell anzunehmen und auf seine Probleme und Schwächen einzugehen - ich aber 23 broken-home-stories vor mir sitzen habe.
    - Weil ich aus Sicherheitsgründen mit genau diesen Schülern eigentlich gar nicht mehr alleine hinter verschlossenen Türen reden kann - Unterstellungen, Schüler angegriffen, berührt oder beleidigt zu haben, sind an der Tagesordnung und werden von den Medien gern aufgenommen.
    - Weil ich nur Probleme sehen kann, mir allerdings jede Handhabe fehlt, etwas dagegen zu unternehmen: Allein um einen Schüler dem Schulpsychologen vorzustellen, brauche ich die schriftliche Einwilligung der Eltern. Wenn ich die dann habe, brauche ich einen Termin bei ihm - nur kommt der maximal einmal im Monat an die Schule…
    -...

    Willst Du noch mehr?

    schrieb caro am

  • #415

    @Schülerfreund:
    Jemand, der eine grundständige Lehramtsausbildung (1. und 2.Staatsexamen) hat und aus Gründen, die er oder sie nicht selbst zu vertreten hat, nicht verbeamtet wird, bei dem sollte es auf Wunsch schnellstens nachgeholt werden können. Insofern einverstanden.

    Was aber nicht geht: Die vielen Quer- und Seiteneinsteiger, die momentan in den Lehrberuf in mehr oder weniger fortgeschrittenem Alter drängen, weil sie in der sogenannten “freien” Wirtschaft aufs Abstellgleis geschoben wurden, bei denen sollte man sehr kritisch prüfen, ob eine Verbeamtung in Frage kommt. Mindestkriterium wäre hier sicherlich ein erfolgereiche Referendariatsausbildung (= 2. Staatsexamen) und eine noch angemessene Verweildauer im Schuldienst: Jemanden noch mit Anfang Fünfzig zu verbeamten könnte man dem Steuerzahler (also uns allen) sicherlich nicht zumuten, da dieser irgendwann die Pensionen zahlen muss. Würde man es trotzdem in großem Stil tun, würde dies früher oder später auf die komplette Abschaffung der Altersversorgung für Beamte hinauslaufen, da dann niemand die Pensionslasten mehr trägen könnte. Und zudem: Wer erst in fortgeschrittenem Alter seine Liebe zur Schule “entdeckt”, der muss eben akzeptieren, dass er nicht mehr alles haben kann. Immerhin hat sich so jemand voorher bewusst für einen anderen Lebensweg entschieden.

    schrieb Mister M. am

  • #416

    Ganz so einfach ist es nicht. Ihr Statement ist etwas kurz gesprungen:
    Ich war z.B. schnell genug mit dem Studium fertig, wurde aber mehrere Jahre mit Zeitverträgen vertröstet. Als ich genau zwei Monate die Altersgrenze überschritten hatte, bekam ich den unbefristeten Vertrag. Nun wollte die Landesregierung aber nicht mehr verbeamten.
    Ich hab es nicht eben hingenommen und geklagt. Mit dem Ergebnis, dass ich inzwischen verbeamtet bin.

    Letztlich war es auch mir nicht wichtig, ob ich verbeamtet bin oder nicht. Aber egal warum man später anfängt, es ist und bleibt eine Ungerechtigkeit, dass Angestellte so viel weniger verdienen als Beamte und ich finde, dass man das auf keinen Fall “eben hinnehmen” darf.
    In meinem Fall machten das nach Abzug der PKV 536€ netto aus und sowas soll man “eben hinnehmen”
    Aus Ihnen spricht eine mir völlig unverständliche Geringschätzung der angestellten Kollegen.

    Würden Sie es einfach “eben hinnehmen”, wenn Sie rund 500€ netto weniger verdienen würden, wofür es nur den einen Grund gäbe, dass sie etwas später in den Job gekommen sind?

    schrieb Schülerfreund am

  • #417

    Hallo!

    1)Wieso werden nicht alle diejenigen, die sich über die hohen Lehrergehälter ärgern selbst Lehrer?

    2)Angestellte Lehrer sind
    a)i.A. Lehrer, die nicht mit 35 Jahren mit ihrer Ausbildung fertig waren, oder
    b) Lehrer, die in einem Bundesland arbeiten, das nicht mehr verbeamtet.

    Tipps:

    zu a) schneller Studieren, man kennt ja vor dem Studium die Altersgrenze für das Verbeamten.

    Seiteneinstieg möglichst vermeiden, wenn man in der Wirtschaft nicht klar kommt, kommt man als Lehrer erst recht nicht zurecht.

    zu b) Wechseln in ein anderes Bundesland. Sollte man aus bestimmt nachvollziehbaren Gründen nicht in der lage sein zu wechseln, dann muss es man eben hinnehmen.

    schrieb Zeuss1968 am

  • #418

    @caro

    Ja, das mit den Praktikanten-Stunden war bei uns immer genauso. Etweder es kam der Satz: “Benehmt euch und arbeitet mit - wir wollen ja den zugünftigen Lehrern nicht gleich die Lust am Job verderben!”, oder es wurden Strafarbeiten angesetzt. (Uns hat es auch nur einmal getroffen - zwei Seiten Aufsatz, warum wir uns zu benehmen haben. Danach nie wieder. Dann wussten wir, dass es der Aufwand nicht wert war. ^^)

    Wie sieht es da mit Realschullehramt aus. Wird das dann als Fachstudium anerkannt??
    Und warum ist das eigl. so, dass die Lehrmamstsstudiengänge nicht “anerkannt” werden, in der freien Wirtschaft? Zu wenige Scheine?


    Warum willst du denn raus, aus dem Lehrerleben??

    lg sunny

    schrieb sunny am

  • #419

    @ sunny
    Das Praktikum vor dem Studium wird kein “allzu harter Brocken”, da für ein “selber Stunden halten” i.d.R. gar keine Zeit ist, da dieses Praktikum auf einen Gesamtüberblick abzielt. (Kann in unterschiedlichen Bundesländern anders geregelt sein…)
    Trotzdem wäre schon aus aufsichtspflichttechnischen Gründen dabei eine Lehrkraft anwesend (ebenso wie bei den Stunden während der Praktika im Studium). Die Schüler sind da meistens ganz brav, weil sie entweder vorher total darauf eingeschworen wurden oder nachfolgende Sanktionen dieses Lehrers fürchten und nicht wieder eine endlose Predigt zum Thema Anstand, Benehmen usw. hören wollen.

    Als Lehrer auszusteigen ist bei Schularten wie Haupt- oder Grundschule fast unmöglich, da dieser Studiengang irgendwie nicht als Fachstudium anerkannt wird und man selbst nach 15 Jahren Berufserfahrung dasteht, als habe man “nichts gelernt”. Man erhält immer wieder die Auskunft, man könne ja “Nachhilfe geben”. Soziale Berufe greifen lieber auf Sozialpädagogen zurück, da diese eine spezialisiertere Ausbildung haben.
    Ob man verbeamtet ist oder nicht, spielt dabei eigentlich nur insofern eine Rolle, dass für Beamte in den ganzen Dienstjahren keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden und du dann plötzlich mit 40 Jahren dastehst und bestenfalls Jahres-, Teilzeit-, Schwangerenvertretungsverträge,... angeboten kriegst und nicht weißt, wie die Zukunft aussehen soll. -Potentielle Arbeitgeger sehen das bei Bewerbungsgesprächen übrigens (mit anderen Worten) ähnlich: “Sie haben einen sicheren Job! Andere haben keinen! Was wollen Sie denn eigentlich?”
    Ich versuche seit einigen Jahren rauszukommen, habe aber soziale und finanzielle Verpflichtungen anderen Menschen gegenüber und kann es mir schlicht nicht leisten, meine Arbeit fristlos zu kündigen, ohne etwas Neues in der Hinterhand zu haben - mangels gezahlter Sozialversicherung ist nämlich auch Hartz IV nicht so einfach!

    Wenn jemand hier ein gutes Forum kennt, in dem Berufsalternativen für ausgestiegene oder kündigungswillige Lehrer angeboten werden - immer her mit den Links!!!

    schrieb caro am

  • #420

    @Thomas:

    Danke…. ich hoffe doch, dass es die richtige Entscheidung war, diesen Weg einzuschlagen. Gegen viele gute Ratschläge….!!!!!

    Ok…aber ich glaube, man muss ja sowieso einige Praktika machen… so weit ich weiß, auch schon vor dem Studium, oder??? Oh je, das wird dann ein harter Brocken, die ersten Stunden halten… ;D

    Stimmt das, das man als Lehrer ganz schlechte Chancen hat, in einen anderen Beruf einzusteigen??? Wenn man verbeamtet ist sowieso; das ist klar…
    Aber ich will mir ja keine “Auswegs-Gedanken” machen, bevor ich ühaupt angefangen habe….das wäre wohl keine gute Einstellung… =)

    lg
    sunny

    schrieb sunny am

  • #421

    Ja, das habe ich ja geschrieben.
    Der Beamte hat netto mehr, obwohl er für den Arbeitgeber billiger ist. Klingt paradox, ist aber so (siehe Sozialabgaben).

    Ich glaube nicht dass es ein großer Unterschied ist, wo man fachfremd unterrichtet. Es ist immer mit viel Arbeit verbunden, sich in fachspezifische Strukturen und Methoden einzuarbeiten. Vorausgesetzt natürlich, man will das auch… ;-)

    Ich wünsch dir jedenfalls ein glückliches Händchen bei der Berufswahl - wenn es das Lehramt ist, das dich glücklich macht, dann mach das. Aber probier vorher aus - über Praktika (in denen du auch mal Unterrichten versuchen kannst), bekommst du teilweise Einblicke.

    Alles Gute!

    Thomas

    schrieb Thomas am

  • #422

    @Thomas:

    Ok…dann Respekt vor den Leuten, die so ziemlich alles unterrichten. Trotzdem denke ich, dass es ein Unterschied ist, ob man auf der Hauptschule oder auf dem Gymnasium fachfremd unterrichtet….

    Ja…das mit dem “guten Lehrer” ist schon so eine Sache. Für mich gehört das alles zusammen. Nur bei den Schüler beliebt zu sein, heißt ja nicht, dass man guten Unterricht macht. Hingegen guter Unterricht (von wem auch immer bewertet) ist auch nicht das Ideale, wenn es bei den Schülern nicht ankommt, weil man als Lehrer nicht akzeptiert oder angesehen wird. Ich hatte jetzt schon einige Lehrer in 10 Jahren…und es waren viele gute Lehrer dabei, die ich wirklich sehr gern mochte. Aber den richtigen “Volltreffer”, den haben in meinen Augen erst ganz ganz wenige gelandet. Aber es gibt ihn: den mehr oder weniger perfekten Lehrer. Durfte ich selbst erleben…. ^^ ...bei fast allen beliebt, mit viel eigener Persönlichkeit, guten Schnitten…und Unterricht, der Spaß macht….weil die Atmosphäre einfach stimmt.

    Wegen der Verbeamtung….ich habe da natürlich noch keine Erfahrung, ob Angestelltenverhältnis oder Verbeamtung besser ist…. aber bei den Beamten bleibt doch einiges mehr netto übrig, oder?...

    lg sunny

    schrieb sunny am

  • #423

    @ sunny
    In der Hauptschule wird sogar fast nur fachfremd unterrichtet - 4 Fächer im Studium, alles im Unterricht. Aber unvorbereitet geht hier (fast) keiner in den Unterricht (es mag einzelne Ausnahmen geben, aber die sind sehr selten). Im Gegenteil, wir nutzen die “Chance”, auch mal über unseren Tellerrand hinauszuschauen und verknüpfen so mehrere Bereiche in Form von fachübergreifendem Unterricht.

    Weiterhin gibt es in Bayern durchaus Leistungsprämien für besonders gute Lehrer - die Frage ist nur, wer entscheidet, dass ein Lehrer besonders gut ist. Das obliegt dem Chef und dem Schulamt, und hier kann man bereits streiten, was denn einen guten Lehrer ausmacht. Ist es der, der bei Kindern beliebt ist? Oder der, der immer nur gute Schnitte bei den Klassenarbeiten erreicht? oder der, bei dem viele einen guten Abschluss erreichen? Oder ist es der, der seine Klasse disziplinieren kann? Oder gehört das alles zusammen? Die Entscheidung, ob jemand gut ist, ist individuell vom Beurteiler abhängig. Was der eine toll findet, ist für den anderen unerträglich.

    Das mit dem Streikrecht ist so ne Sache - und nicht DAS Argument für die Verbeamtung. Ein Beamter ist, obwohl er nach Abzügen mehr Geld auf dem Konto hat als ein Angestellter, billiger als ein Angestellter, weil der Staat sich die Sozialabgaben spart. Das macht bei einem Lehrer in meiner Besoldungsstufe (A12) und meinem Lebens- und Dienstalter etwa 600 Euro im Monat aus. Und das rechnet sich in der Masse durchaus…
    Ich war 6 Jahre lang Angestellter und bin jetzt seit 2 Jahren Beamter, ich weiß also wovon ich schreibe.

    Thomas

    schrieb Thomas am

  • #424

    @schulmeister:

    Das wusste ich nicht. Ich glaube auch, bei uns gibt es keine fachfremden Lehrer. Da bin ich mir sogar ziemlich sicher. ^^ Aber in den Fällen, wo das so ist, ist das Unvorbereitet-Sein noch eher vertretbar. Leider kann ich aus Erfahrung aber sagen, dass es auch Lehrer gibt, die “ihre” Fächer unterrichten und trotzdem nicht im Mindesten vorbereitet sind. (Ich hatte gerade so eine Lehrerin, in einem Hauptfach, im Abschlussjahr. Und es war nicht gerade von Vorteil, kann ich euch sagen.^^)
    Nicht, dass ihr mich jetzt falsch versteht. Ich bin niemand, der an Lehrern kein gutes Haar lässt und meint, es besser zu können. Ich weiß, was das für ein harter Job ist. Besser gesagt: ich kann es mir vorstellen; und “verteidige” deshalb auch die Lehrer viel eher, als sie “anzugreifen”. Aber die Haltung von manchen kann ich einfach nicht verstehen!!!
    Doch zum Glück hatte ich zum Großteil richtig tolle Lehrer (an die ich auch noch öfters denken werde^^), muss ich zugeben!! =))


    @nico:

    Ich finde die Verbeamtung an sich nicht schlecht und hoffe, dass sie auch dann noch existiert, wenn ich mal soweit bin. ;)
    Aber unsere Lehrer meinten, dass die Chancen nicht allzuschlecht stehen, denn wenn Lehrer nicht mehr verbeamtet sind, dann dürfen sie streiken, und wenn Bayerns Lehrer streiken, dann hat der Freistaat ein Problem. ... hoffe, sie haben recht! ^^
    Doch ich finde, dass für die, die in ihrem Job alles geben, noch Leistungsprämien her sollten!!!
    Damit würde die nachmittägliche Vorbeireitung auch wieder reizvoller werden…

    lg sunny

    Ps. dann Glückwunsch, zu den bestandenen Prüfungen!!!!!

    ;-P

    schrieb sunny am

  • #425

    @sunny

    Natürlich gibt es immer solche, die weniger für ihr Geld tun als andere. Wegen dieser Zustände werden auch Stimmen immer lauter, die fordern das Beamtentum ganz abzuschaffen und auch Lehrer nach Leistung zu bezahlen. Was ich selbst gar nicht schlecht finde.

    Trotzdem kann ich nicht verstehen, wenn man über die zu knappe Entlohnung jammert. Falls ich verbeamtet werde, bekomme ich Zeit meines Lebens A10… das ist nochmal etwas weniger als der Haupt- und Realschullehrer (und besonders der Gymnasiallehrer) verdient und trotzdem finde ich das nicht wenig (eine Annäherung fände ich natürlich trotzdem nicht schlecht) :lol:

    Ich bin immer noch am Überlegen, ob ich überhaupt versuchen soll, mich verbeamten zu lassen.
    Die Tatsache, nicht streiken zu dürfen und wenig Mitbestimmungsrecht über den Ort meines Arbeitsplatzes zu haben hat für mich irgendwie einen negativen Beigeschmack. Und Bayern ist nicht klein.

    Und dafür, dass man als Beamter mehr Geld verdient, muss man doch im Krankheitsfall oft tief in die Tasche greifen. Natürlich sind diese anfänglichen 1-Jahres-Verträge blöd, doch bei dem Lehrermangel (besonders in meinen Fächern) bin ich doch guter Hoffnung, dass ich gebraucht werde.

    PS: Offensichtlich hat das mit den Prüfungen geklappt, ich hab noch nicht den gefürchteten Brief bekommen, in dem steht, dass man das Jahr wiederholen darf :D


    @ Schulmeister

    Ich habe schon von Fällen gehört, wo in Sport und Werken fachfremd unterrichtet wurde. Das ist nicht nur schwachsinnig sondern kann auch gefährlich sein.
    Da fragt man sich doch, was Schülern und Lehrern noch zugemutet werden soll :-S

    schrieb niko am

  • #426

    @sunny

    Du kommst von einer Realschule, da ist das mit dem Vorbereitetsein so eine Sache… Viele Lehrer müssen dort fachfremd unterrichten, da sind sie teilweise froh, wenn sie ihren Unterrichtr überhaupt irgendwie zustande bekommen.

    schrieb Schulmeister am

  • #427

    @niko:

    Ich will auch Lehramt studieren, doch bei mir dauert das leider noch 3 Jahre. Habe gerade meinen Realschulabschluss geschrieben. Ich finde es aber auch traurig, wie sich die Lehrer für ihr Einkommen rechtfertigen müssen!!!

    “AUSREICHENDES Einkommen”:
    Na ja…das ist ziemlich subjektiv. Es kommt darauf an, was der Lehrer für sein Geld tun. Diejenigen, bei denen schon ein 7. Klässler merkt, dass sie total unvorbereitet sind, die verdienen meiner Meinung nach zu viel. (Auch wenn ich mit diesem Kommentar jetzt mit Sicherheit einige Kritik abbekommen. ^^)
    Aber die anderen, die ihren Beruf ernstnehemn, und sich Gedanken machen, wie sie ihren Unterricht gestalten können, damit das Lernen Spaß macht und bei den Schülern ankommt, da finde ich das Gehalt eher zu wenig. Wenn man nur mal den Zeitaufwand für ein !gutes! Referat nimmt, das eine viertel Stunde dauert, dann kann man sich ja vorstellen, was die Vorbereitung -vor allem am Anfang- für Zeit in Kauf nimmt.

    “Eltern gegen Lehrer”: Ich habe im Winter auch schon die ganzen Kommentare gelesen. Aber ich werde immer wieder sauer, wenn ich manche Elternkommentare lese. Ok…bei Schülern. Das liegt wohl mehr oder weniger in der Natur der meisten Schüler, das “Lehrer sind scheiße”. Aber die Eltern, die sich ständig einmischen und meinen den Lehrern erklären zu müssen, wie sie ihren Beruf zu machen haben….da werde ich einfach nur sauer. Bei uns an der Schule ist die Woche eine ähnliche Situation gewesen. Eine Schülerin kommt mit einer Lehrerin nicht aus (die zugegeben strenge Mittel hat und auf absolute Disziplin setzt). Die Schülerin hat natürlich alles ihren Eltern erzählt, anscheinend noch ein bisschen was dazugedichtet…oder dramatisiert…wie auch immer. Die Eltern sind in die Schule gegangen. Der Konflikt hat sich so zugespitzt, dass ihr mit einem Anwalt gedroht wurde und jetzt sogar Versetztung im Gespräch ist. Eltern können auch nur das wiedergeben, was ihre Kinder erzählen. Und ob da immer alles stimmt; das bezweifel ich.

    “Angestellte gegen Beamten”: Ok…ich kann sie aber teilweise echt verstehen. Denn es ist schon ein Unterschied im Gehalt.

    Trotz all dieser Vorteile halte ich auch an meinen Zukunftsplänen fest. Die habe ich bis jetzt durchgesetzt, und werde es auch weiter tun. Gegen alle vorurteile.

    lg
    sunny

    PS: Das mit deinen Prüfungen hat bestimmt geklappt.  ;-)

    schrieb sunny am

  • #428

    Es ist bedrückend, wie hier “diskutiert” wird.

    Das kann einer werdenden Lehrkraft (habe gerade die fachliche Prüfung zum Fachlehramt für 5 musisch-technische Fächer hinter mir) wirklich die Vorfreude am Beruf nehmen.

    Jeder ist gegen Jeden: Eltern gegen Lehrer - Lehrer gegen Schüler - Jung gegen Alt - Angestellte gegen Beamte und andersherum.

    Deutschland scheint ein Land der Futterneider zu sein. Ich freue mich für jeden, dem der erwählte Beruf Spaß macht und ein AUSREICHENDES Einkommen ermöglicht.

    Ich werde mich vor niemanden für meine Berufswahl rechtfertigen und ob ich nun verbeamtet werde oder nicht ist mir inzwischen ziemlich egal. Beide Optionen, Beamter und Angestellter, haben Vor- und Nachteile. Das einzig Schlimme sind die vorherrschenden Vorurteile, die ich mir nun zu Genüge hier zu Gemüte geführt habe.

    Grüße

    Niko, die hofft ihre Prüfung bestanden zu haben.  :ahhh:

    schrieb niko am

  • #429

    @Ingo

    “Sie verdient zwar etwas mehr, arbeitet aber bestimmt doppelt bis dreimal so viel wie ich und ist vollkommen gestresst.”

    Das kannst Du aber sicher nicht verallgemeinern. Deine Beschreibung kann nur zutreffen, wenn Deine Frau WEIT überdurchschnittlich viel arbeitet und Du WEIT unterdurchschnittlich.
    Meine Frau ist Ärztin mit all den Wochenddiensten. Aber sie wirft mir vor, keine Zeit für sie zu haben. Wenn Deine Frau dreimal so viel arbeitet wie ein normaler Gymnasiallehrer, dann muss sie ca. 150 Stunden pro Woche abreißen. Wenn Du natürlich Sport und Kunst unterrichtest, dann ist es sicherlich weniger…

    schrieb Schulmeister am

  • #430

    @Schülerfreund: das stimmt schon - ich kann diese Ungleichbehandlung auch nicht verstehen - ihr habt sicherlich keinen leichteren Job an der Hauptschule…

    Angestellte Lehrer gibt es an unserem Gymnasium (noch) nicht.

    schrieb Ingo J. am

  • #431

    @Ingo

    Mir gefällt mein Job auch und ich mache ihn seit 8 Jahren super gern.
    Ich finde aber nicht, dass ich angemessen verdiene, denn du an einem Gymnasium und wahrscheinlich Beamter verdienst mal locker 1000€(PKVbereinigt) netto mehr als ichangestellte Lehrerin an einer Hauptschule

    schrieb Schülerfreund am

  • #432

    Jetzt habe ich mich durch sämtliche Artikel durchgequält und frage mich, warum muss das hier alles so breit diskutiert werden? Ich bin seit 5 Jahren Lehrer an einem Gymnasium. Mir gefällt mein Job und ich verdiene angemessen. Mal ehrlich: Meine Frau ist Betriebswirtin - Sie verdient zwar etwas mehr, arbeitet aber bestimmt doppelt bis dreimal so viel wie ich und ist vollkommen gestresst. Ich stehe dazu: Lehre ist ein super Job, wir haben viel Freizeit und werden recht gut bezahlt - und wen das stört, der hätte halt Lehramt studieren sollen.

    schrieb Ingo J. am

  • #433

    Lieber Max,

    denk doch du bitte mal darüber nach, dass vielleicht etwas dran sein könnte, wenn sooooo viele Lehrer “jammern”. Mit diesem Begriff halte ich es allerdings eher wie Schulmeister. In unserem Beruf wird jede Richtigstellung, bzw überhaupt eine Stellungnahme als “Gejammer” bezeichnet. Wenn du als angehender Lehrer diesen Begriff auch benutzen solltest, solltest du dich-mit Verlaub - schämen.
    Du bist noch Stundent und ich möchte dich nicht entmutigen, aber du wirst dich noch wundern. Jedoch solltest du auch den Beruf des Arztes, Anwalts oder sonstwas auch nicht unterschätzen. In anderen Berufen wird dir das Geld auch nicht geschenkt, aber in den Berufen darsft du wenigstens ungestraft “jammern” was das Zeug hält. Dort wird es dir Zuspruch einbringen. In unserem Beruf darfst du nicht einmal Stellung nehmen, wenn dir Stammtischparolen oder populistisches Geschwätz entgegen schwingen.

    schrieb Schülerfreund am

  • #434

    Lieber Lehrerin,
    Lieber Schulmeister,

    genau eure Gedanken hatte ich auch, als ich Maxens Kommentar las. Ihr sprecht mir aus tiefster Seele

    Aber Max verzeihe ich seinen Kommentar, weil er die Eierschalen noch hinter den Ohren hat und das Kücken schon immer meinte, es sei klüger als die Henne.
    Als erwachsener Lehrer sollte man großmütig mit so einem Kommentar umgehen und ihm wünschen, dass sein Realitätsschock nicht zu hart wird.

    Ich würde aber gern mal einen Kommentar von Max lesen, wenn er echte Verantwortung trägt… eine Klassenführung, drei Korrekturfächer und eine Fachleitung hat :-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #435

    Liebe Lehrerin,
    vielen Dank für Dein Feedback. Mir gibt das natürlich irgendwo zu denken - auch in Hinblick auf meine Berufswahl. Hab ich jetzt einen Fehler gemacht, naiv zu glauben, ich könnte gut mit Kindern umgehen und die auch für meinen Unterricht zu begeistern, bzw. zu interessieren?
    Ist es wirklich wert jeden Tag später in die Schule zu gehen und sich abzurackern.
    Du gehst natürlich, bei all deiner Erfahrung und all meinem Respekt dafür, auch wieder in dieselbe Richtung wie die anderen Lehrer in diesem Forum. Ich hab einfach das Gefühl, dass der klassische Lehrerberuf viel zu negativ betrachtet wird. Du sagst ja, dass der Beruf immer wieder von Pubertierenden, Eltern und der Außenwelt schlechtgemacht wird. Ist das wirklich so? Und wie gehst Du dann damit um?

    Ich selbst studiere Sport und Englisch momentan auf Sek l. Ich bin auch kritisch genug zu erkennen, dass es nicht einfach sein wird, kein besonders gutes Standing zu haben, wie in vielleicht anderen klassischen Berufen als Arzt, Ingenieur oder Anwalt.
    Darf ich fragen, welche Fächerkombination an welcher Schule Du unterrichtest? Und wie lange du schon unterrichtest?

    Ich kann einfach nicht glauben, dass es soviel gute Lehrer gibt und geben wird, die sich ja praktisch gesehen, wund schuften, für nichts weiter als ein karges Gehalt und miesepetrige Kommentare von Besserwissenden Außenstehenden.
    Meiner Meinung nach ist das vielleicht so gar der springende Punkt. Da sich jeder Mensch, seiner Natur nach beweisen will in welchem Feld auch immmer, gibt er den Lehrern nach seiner Schulzeit nochmal Kante, weil er es dem Lehrer immernoch beweisen will. Nach dem Motto, ich bin doch jetzt Anwalt, warum habe ich in der 9. Klasse in Deutsch und Mathe nur einer 3- bekommen.
    Mich macht es echt etwas traurig, und ich hab schon angefangen nach beruflichen Alternativen zum Lehramtsstudium Ausschau zu halten. Hast du schonmal darüber nachgedacht? Und was mich gerade brennend interessieren würden, weisst du wie es für Lehrer im Ausland ist?

    Liebe Lehrerin vielen Dank.

    MfG, Max

    schrieb MAX am

  • #436

    @Max
    Dein Optimismus in allen Ehren, aber aus Deiner Position solche Kommentare von sich zu geben ist schon etwas… nennen wir es “überheblich”. Ich weise gern zum gefühlten 100. Mal auf den Unterschied zwischen “jammern” und “rechtfertigen müssen für” hin.

    schrieb Schulmeister am

  • #437

    Lieber Max!
    Es passt schon hier ins Forum, keine Sorge.
    Ich weiß nicht, welche Fächer du studierst, aber lass dir gesagt sein, dass die Meisten von uns genau mit diesem Optimismus in den Beruf gestartet sind. Genauso wie du dachte ich, dass es eine der spannendsten Aufgaben sein wird, die ich mir vorstellen kann, den Kindern “etwas mitzugeben” für “die Welt da draußen”. Grundsätzlich ist es das auch.
    Jedoch wirst du schnell feststellen, dass trotz der allerbesten Vorsätze, trotz der absoluten Gewissheit, dass du für die Kinder nur das Beste willst, genau dies IMMER WIEDER genau von den Pubertierenden, ihren Eltern und der ganzen Außenwelt in Frage gestellt wird. Und glauben tut dir dies auch niemand mehr (siehe du, obwohl du dich gerade den Personen, die jahrelang bereits ERFAHRUNG in diesem Beruf gesammelt haben, und keinerlei Anlass haben, in einem anonymen Forum zu lügen, so verschließt).
    Und genau so habe ich mir während Praktika immer wieder gedacht: “Mei, dieser alte verknöcherte Lehrer da vorne, dem werde ich es mal zeigen mit meinen tollen schüleraktivierenden kreativen Materialien später. Die Schüler werden mich lieben, wenn ich so “locker bleibe”, so originelle Ideen habe und ihnen so tolle Materialien biete.” Bloss leider wirst du genauso wie ich vor lauter Korrekturen und sonstigem Kram bei einer Vollzeittätigkeit kaum mehr dazu kommen, so kreativ und genial und “superlocker” zu sein, wie du das mal in 1 - 2 Unterrichtsversuchen pro Woche gewesen bist. Auch ich wurde von erfahrenen Lehrern vorgewarnt, aber habe dies in meinem jugendlichen Leichtsinn als Hysterie und “Rumgejammere” abgetan. “Ich bin tough”, dachte ich mir, “was sind das für Weicheier, die Lehrer. Schutzraum Schule und viele Ferien. Sind wohl der Außenwelt nicht gewachsen. Denen werde ich es zeigen!”. Mitnichten! Im heutigen Schulbetrieb kann von Lethargie beim besten Willen keine Rede sein. Und da wird es dir auch nichts bringen, dir selbst als Einziger tagtäglich einzureden, dass du super bist, dein Gehalt für deinen Selbstwert unwichtig ist, alle anderen nur oberflächlich sind etc.
    Es sei denn du willst dynamischer Sport/Religionslehrer werden. Dann bist du natürlich genial und wirst keine Probleme haben!
    Vielleicht reden wir in ein paar Jahren mal wieder, wenn du deine eigenen Erfahrung gemacht hast.
    Lass dir gesagt sein, Hochmut kommt vor dem Fall.

    schrieb Lehrerin am

  • #438

    Und noch was:
    Macht nicht den Fehler, euren Selbstwert über euer Gehalt oder andere Oberflächlichkeiten zu definieren!

    Deutschland trenn dich von deiner Lethargie!!!!!!

    schrieb MAX am

  • #439

    Liebe “Freunde dieses Forums”,
    bitte nehmt nicht alles hier im Forum gesagte für bare Münze. Es macht mich als Lehramtsstudenten auch traurig zu sehen, wie hier größtenteils nur rumgejammert wird. Als Schüler habe ich viele unmotivierte Lehrer erlebt und ermahne euch hier deshalb nicht dauerhaft rumzujammern und euch in der Opferrolle zu sehen.
    Ich habe die Beiträge hier von Seite 1-6 verfolgt, weil ich selbst dazu neige, mich in der Opferrolle zu sehen und mit meiner Situation im allgemeinen auch schnell unzufrieden zu sein. Ich sage euch aber, dass das nichts mit dem Beruf des Lehrers zu tun hat, sondern in allen Berufsfeldern mit hohem sozialen Engagement und ideologischer Berufung vorkommt. “Ungerechte Bezahlung” und ein “minderwertiger Status” des Berufs sind die Schattenseite mit denen jeder klarkommen muss. Vielleicht nur noch soviel dazu: Beklagt euch nicht immer über solche Nebensächligkeiten. “Bleibt locker!”
    Und vielleicht noch als Aufmunterung: Hört nicht darauf was andere über euch denken und meinen mitteilen zu müssen. (Danke Cycleforever - deine Beiträge sind lustig, du wirst mal ein ganz toller Anwalt petite fou!)

    Ich glaub Voltaire hat den Satz ungefähr so gesagt: Ich habe beschlossen glücklich zu sein, weil es besser für meine Gesundheit ist.

    Also Lehrer, denkt daran was ihr für eine spannende Aufgabe habt, Kinder auf die Welt da draußen vorzubereiten.
    Seht die verbundenen Probleme nicht als Problem, sondern als Herausforderung, die ihr meistern werdet! Glaubt an euch und so werden auch die Anderen an euch glauben.

    Ich schließe jetzt unvoreingenommen mit den Worten, dass keiner das besser machen, was Du für richtig hälst!

    Bitte bewertet meinen Artikel - ich brauche Feedback

    P.S. Es ist mir wirklich scheißegal, ob das hier ins Forum passt oder nicht

    schrieb MAX am

  • #440

    @peter

    wie meinst du das
    “die aussichten sind gut, die umstände nicht so sehr”...?????

    “nur die berufung suchst”...
    na ja…was heißt nur die berufung….ich finde, wenn man den beruf nur wegen den ferien und dem geld (was wirklich nicht zu viel ist) macht, dann ist man wohl fehl am platz. natürlich weiß ich, dass es kein einfacher job ist.
    ich war heute mit einem aus meiner klasse eine viertel stunde in einer fünften klasse, weil wir schnell für eine lehrerin eingesprungen sind…und ich muss sagen, im ersten moment war ich wirklich schockiert (trotz vorwarnung, dass man die nicht eine minute alleine lassen kann)...und es war -zugegeben- schwieriger als gedacht, die halbwegs auf zimmerlautstärke zu bringen!!!!
    aber ok…als lehrer hat man da ganz andere möglichkeiten!....ok…immer schwieriger werdende schüler….leider!!! (wir waren nicht so schlimm….und das liegt bei uns auch erst 5 jahre zurück!!)
    mit den schulleitungen…..jaah..das hört man auch immer mehr….egal aus welchen regionen!
    wir haben vor zwei jahren auch eine neue schulleiterin bekommen…und ich kann schon von dem her, was wir als schüler mitkriegen (und unsere lehrer sind da wirklich “übervorsichtig” wenns darum geht, sich über die schulleitunng zu äußern), dass da vieles nicht so ist wie sie es gewöhnt waren oder es sich wünschen würde….

    zum immer weniger geld…
    wie stehen die chance, dass man in einem knappen jahrzehnt noch verbeamtet wird?
    aber da muss ich dir leider recht geben…sehr üppig ist die bezahlung nicht - dafür dass man jahrelang studiert hat und eine riesige verantwortung trägt!!!!!

    lg

    schrieb sunny am

  • #441

    die aussichten sind gut, die umstände nicht so sehr. es wird weiter gehen. wenn du aber nur die berufung suchst, wird der job richtig hart werden. immer weniger geld für immer schwierigere schüler und schulleiter. sie sparen immer am schwächsten glied.

    schrieb peter am

  • #442

    Ja, das glaube ich auch, dass am Ende alle verloren haben.

    Der Realschulabschluss wird nicht mehr viel mehr wert sein als der Hauptschulabschluss, da das Niveau der Realschulen drastsich sinken wird.
    Die Hauptschüler werden mit dem Lerntempo nicht mithalten können und die anderen vom Lernen abhalten; und zum Schluss ist das dann wieder die Problemschule….


    Ganz ehrlich: ich möchte nicht auf so einer zusammengelegten Schule unterrichtet werden und bin echt froh, dass mich diese Entscheidung als Schüler nicht mehr betrifft.
    Realschullehramtstudium kann ich dann wohl knicken!!!!!  =(       
    ....super Aussichten…

    schrieb sunny am

  • #443

    hehe, stark sinkende schülerzahlen werden vermutlich zu der gemeinschaftsschule führen. wir legen gerade eine haupt- und eine realschulklasse zusammen. ansonsten gibts keinen klassenlehrer mehr. wiesbaden (hier hessen) streicht gnadenlos zusammen. was sollen die schulen denn machen? gespart wird immer am schwächsten glied. aber keine sorge: verlieren werden wir alle, wenn es so weiter geht.

    schrieb peter am

  • #444

    @sunny:
    “Aus deinem Beitrag entnehme ich, dass du keine Chance für die Realschulen siehst???!!?”

    Als eigenständige Schulform keine Chance.

    Viele Grüße!

    schrieb Mister M. am

  • #445

    @Mister M.:

    Na wunderbar! Und zum Schluss steht Deutschland in der Bildungspolitik europaweit ganz unten.
    Das kann ja gar nicht gut gehen, alle Kinder (außer natürlich die etwas besser betuchten) zusammen zu unterrichten. Armes Deutschland. Dafür müssen sie auch ersteinmal Lehrer finden, die sich das antun!

    “das ist billiger”: Ja, leider wird beim Sparen immer bei der Bildung der Kinder angesetzt, was für mich einfach völlig unverständlich ist.

    Das dreigliedrige Schulsystem hat sich doch nun schon Jahrzehnte lang bewährt, auch bei uns in Bayern, und jetzt wird ständig dran rumgebastelt!
    Die Unterteilung in -grob ausgedrückt- schlecht, mittel und gut….das hat doch alles einen Sinn.

    Aus deinem Beitrag entnehme ich, dass du keine Chance für die Realschulen siehst???!!?

    Danke für die schnelle Antwort.

    lg sunny :lol:

    schrieb sunny am

  • #446

    @sunny:
    Die Tendenz ist klar, Hamburg und Schleswig-Holstein machen es vor: Es wird (mittelfristig) nur noch zwei Schultypen geben: Gymnasium und Nicht-Gymnasium (Gemeinschaftsschule bzw. Stadtteilschule). Dies ist billiger, als in jedem Ort drei (oder vier) Schulformen vorzuhalten.
    Da dann das Nicht-Gymnasium zur “Restschule” wird, ist auch klar, dass es langfristig nur noch eine Schulform geben wird. Nennen wir sie “Gymnasium”, dann sind alle glücklich (die GEW, die Philologen, und natürlich auch die OECD, welche die Marschrichtung vorgibt). Wobei das nicht ganz richtig ist: Neben dem staatlichen Einheits-“Gymnasium” wird es natürlich noch Privatschulen geben, für die Leute mit etwas mehr Kleingeld (oder den richtigen Connections für die “Stipendien” für “besonders begabte” Kinder, alles natürlich voll von der Steuer absetzbar).

    schrieb Mister M. am

  • #447

    Jetzt wird ja wieder heftig über die Realschulen diskutiert…
    Manche unserer älteren Lehrer meinen sogar, dass es in 6-7 Jahren keine Realschulen mehr geben wird.
    Ich bin selbst auf einer solchen Schule und hatte vor Realschullehramt zu studieren!

    Jetzt die Frage an euch: Meint ihr, diese Schulart wird abgeschafft oder mit der Hauptschule zusammengelegt?

    schrieb sunny am

  • #448

    @Anton:
    Ich könnte kotzen bei so einem undifferenzierten posting, spiegelt es mir doch nur nur das dumm geäußerte Vorurteil unseres Ex-Bundeskanzlers vom “faulen Sack” Lehrer wider.
    Wer solches schreibt wie “Anton”, hat in diesem Forum nichts verloren, weil er nur eines beweist:  Er ist noch nie - auch nur einen Tag - in den Schuhen eines Lehrers gegangen.

    An “Anton” persönlich:
    Von Leuten DEINER stereotypen Denkungsart stammen auch Populismen, dass Lehrer und Lehrerinnen an Ereignissen wie in Erfurt und Winnenden selbst schuld seien, weil sie nicht die nötigen Antennen gehabt hätten für ALL die Probleme ALL ihrer
    Schüler, die sie mitbekommen hätten müssten, immerhin unterrichten sie diese 2 - 4 Stunden pro Woche bei einer durchschnittlichen Klassengröße von 30 Schülern.

    Wenn man wie Anton schon nicht am Stammtisch / in seiner Clique der King ist, dann versucht man es mal in diesem Forum zu sein, gell? Bequem anonym ist es ja schon hier.
    Wobei ich mich mich frage: Kann hier eigentlich jeder Depp posten?


    PS Ich bin Gymnasiallehrerin, Vertrauenslehrerin der Oberstufe und Unterstufenbetreuerin

    schrieb malina am

  • #449

    WOW Heiko.

    bist du Jurist? Danke :-) Ich weiß ja nicht, ob die mich jetzt freiwillig verbeamten, wenn sie es aber nicht tun, muss ich diesen letzten Schritt ja tun.
    Ich wusste nicht, dass das so läuft. Dein Posting ist mir wirklich eine Eröffnung.
    Nachmal, danke :-)
    und dir auch noch einen schönen Abend

    schrieb Schülerfreund am

  • #450

    @Schülerfreund

    Die Bundesgerichte sind die letzten Instanzen in zivil-, verwaltungs- und strafrechtlichen Angelegenheiten. Diese Stufe hast Du ja erklommen. Die Urteilsbegründung fehlt noch ... eine Frage der Zeit. Sobald es rechtskräftig ist mit der Begründung, kannst Du Verfassungsklage einreichen. Verfassungsklagen, bzw. deren Ausfechtung, sind immer kostenfrei für den klagenden Bürger. Die Kosten übernimmt der Staat, und das ist auch gut so und sinnvoll. Damit aber eben nicht jeder wegen allem klagt, wurde die Hürde der Erstinstanzen geschaffen. Es sei denn, es handelt sich um die Grundrechte der Artikel 1 - 19 GG.

    Die Verfassungsklage kann direkt postalisch oder mündlich vor Ort eingereicht werden. In Karlsruhe gibt es dafür extra ein Sekretariat. Eine vorläufige Bewertung, ob die eingereichte Klage Aussicht auf Annahme hat, erfolgt i.d.R. innerhalb von sechs Wochen. Abzugeben ist dabei eine kurze Begründung WARUM aus Deiner Sicht eine Annahme begründet ist und was Du bisher ALLES getan hast, um Dein Recht zu erstreiten (alle Urteile, Begründungen, Zeitablauf, Anwaltsschreiben etc.).

    Je ausführlicher und nachvollziehbarer, desto mehr Aussicht auf Annahme hat Deine Klage. Vor allem musst Du Dich auf das Grundgesetz beziehen und auf welchen Artikel genau, bzw. welchen Grundsatz Du als verletzt betrachtest.

    Ist Deine Klage angenommen, bekommst Du eine Einladung nach Karlsruhe, bzw. Dein rechtlicher Vertreter. Es ist strittig, ob es besser ist, einen Anwalt alles machen zu lassen, denn man sagt, dass mancher annehmender Beamter es gerne sieht, wenn der Bürger selbst sich die Mühe macht, also das von Vorteil wäre. Man kann ja auf jeden Fall einen Anwalt zu Rate ziehen, der manche Formulierung schleift.

    Das Verfassungsgericht kann Eilanträge innerhalb von ein paar Tagen annehmen und entscheiden, wobei eine Nachverhandlung dann ausführlicher durchgeführt wird, aber ich würde mal sagen, dass sich solch ein Verfahren i.d.R. innerhalb eines Jahres erledigt hat.

    Sodele, einen schönen Abend noch.

    Heiko

    schrieb Heiko Tessmann am

  • #451

    @Heiko

    Ah, das hat mich jetzt tatsächlich ein bisschen weiter gebracht. Aber zwei Fragen stellen sich mir da unmittelbar:
    1. Meine Klageweg läuft jetzt seit 2004. Wie viele Jahre wird der Weg zum BVerfG dann noch dauern? Schaffe ich das noch, bevor ich in Rente gehe. Ich hab ja nur noch 23 Jahre zu arbeiten.

    2. Ob meine Rechtschutzversicherung das auch noch mitmacht? Ich habe von Instanz zu Instanz vermutet, dass die abspringen würden.

    Nunja, was das Urteil vom 20.02. konkret bedeutet, weiß ich noch nicht. Da noch keine Urteilsbegründung vorliegt. Vielleicht werde ich ja doch noch verbeamtet .... und kann dann auch über die Kostendämpfungspauschale klagen ;-)

    schrieb Schülerfreund am

  • #452

    @ Schülerfreund ... ‘... es nützt auch gar nichts, wenn einer klagt und viele sich zusammen tun, da jeder für sich alleine gewinnt oder verliert und die Urteile nicht grundsätzlich übertragen werden auf ähnliche Fälle’

    Das ist korrekt. Der Zusammenschluss vieler Betroffener hat auch nur den einen inn, finanzielle Unterstützung auf dem Klageweg zu bekommen - falls nötig. Natürlich sind Urteile nicht übertragbar, ABER: Urteile höherer Gerichte, zumal Bundesgerichte, haben immer Leitcharakter, so dass Anwälte bei niederrangigen Gerichten auf die Leiturteile verweisen können. Tatsächlich ist es auch so - vom rechtsstaatlichen Prinzip auch gewünscht - dass aufgrund von Leiturteilen, die alle in eine bestimmte Richtung gehen - politische Signale und auch politische Umsetzungen erfolgen. Oft gibt hier dann das BVerfG den Ausschlag. Es ist also keinesfalls umsonst, ein individuelles, für sich positives Urteil, eines Bundesgerichtes zu erwirken.

    Und wenn Sie alle Instanzen durchgekämpft haben, steht Ihnen der Weg zum BVerfG offen, denn Revisionsabsagen haben dort keine Gültigkeit, da es eine Frage der Grundsätzlichkeit ist und nicht des individuellen Rechts.

    Jedenfalls viel Glück.

    Heiko

    schrieb Heiko Tessmann am

  • #453

    @Heiko,

    Das ist ja schon geschehen. Am 20.02. hat das BVerwG entschieden. Ich bin einer der 20 angestellten Lehrer, die dort geklagt haben. Es nützt auch gar nichts, wenn einer klagt und viele sich zusammen tun, da jeder für sich alleine gewinnt oder verliert und die Urteile nicht grundsätzlich übertragen werden auf ähnliche Fälle. Und schon gar nicht, wenn diese nicht auch geklagt haben.
    Aber wir werden sehen, was das Urteil des BVerwG bewirkt. Ob die nächste Instanz das BVerfG ist oder ob da jetzt Schluss war, weiß ich nicht. Jedoch hat das BVerwG entschieden, dass eine Altergrenze nicht unbedingt diskriminierend ist. Auch das BVerwG hat auf die Altersversorgung abgezielt, die in eine vernünftigen Verhältnis zu den Dienstjahren stehen muss. Das Gericht hat völlig außer Acht gelassen, dass man tatsächlich (inzwischen weiß ich es) Pensionsansprüche erwirbt, die in einem Verhältnis zu den Dienstjahren stehen. Auch hier wurde mal wieder ein politisches Urteil gefällt. Genau wie bei der steuerlichen Absetzbarkeit des Arbeitszimmers, aber… anderes Thema.

    @Schulmeister
    Nein, sie machen kein Theater, wenn die Angestellten mehr Geld bekommen, aber an unserer Schule machen sie ein Riesentheater, wenn sie NICHT mehr Geld bekämen.
    Einige Beamte an unserer Schule stellen sich hin und jammern mir die Ohren voll, wie wenig sie verdienen und meinen ebenfalls, mir erzählen zu können, dass die Kostendämpfungspauschale und das marginale Sonderzahlung den Unterschied wett machen würde und sie hätten gar nicht mehr als wir Angestellten

    schrieb Schülerfreund am

  • #454

    Ich bin kein Fachmann für Pensionen (dafür bin ich wohl noch zu jung), aber ich kenne keinen Kollegen, der sich über eine Erhöhung der Bruttogehälter der Angestellten aufregen würde. Warum auch?

    schrieb Schulmeister am

  • #455

    Servus,

    gut, ich habe mich missverständlich ausgedrückt ... mit ‘Sammelklage’ meinte ich, dass sich viele Betroffene zusammentun, aber nur einer klagt. Alle teilen sich die Kosten für eine Klage. Da das sicher durch mehrere Instanzen geht, kann es teuer werden. Das Ziel ist eigentlich Das BVerfG in Karlsruhe. Notwendig aber für die Anerkennung einer Verfassungsklage ist der Marsch durch die Instanzen. Der Gleichheitsgrundsatz würde hier auch nicht die Besoldung meinen, sondern die Gleichstellung nach Titel, Aufstieg in der Besoldung, Absicherung - all das bei gleicher Arbeitsleistung. Entweder muss der Angestellte verbeamtet werden - oder der Beamtenstatus in einen Angestelltenstatus umgemünzt werden.

    Zwei Bäcker verrichten exakt die selbe Arbeit, völlig identische Tagesabläufe, völlig identische Ausbildung. Der eine darf sich Bäcker nennen, der andere darf sich alles nennen, nur nicht Bäcker.

    Damit ist der Gleichheitsgrundsatz verletzt.

    Grüße

    Heiko

    schrieb Heiko Tessmann am

  • #456

    Ja, ABER
    Ist es denn so, dass jeder Beamte, der in den Ruhestand geht, volle Pensionsansprüche hat? Nach meinem Wissen, kriegt man auch nur anteilig an den Dienstjahren Pension.
    Wenn das richtig ist, ist eine Altersgrenze unsinnig. Wenn man aber eine Pension erwarten kann, die sich in ihrer Höhe nicht unterscheidet, egal ob man 20 oder 30 Jahre gearbeitet hat, dann würde mir das einleuchten, aber meines Wissens nach, ist das nicht so.

    Ja Jaaaaa, die Brutto-Gehälter für Angestellte müssen angehoben werden und zwar mal deultich höher als die der Beamten, aber da liefen die Beamten Sturm.
    Ich kann es sogar bedingt verstehen, denn die Beamten haben in den letzten Jahren ja selbst kaum was gekriegt.
    Mir geht es aber im Moment gar nicht um Tariferhöhungen, die mal wieder kaum die Inflationsrate ausgemacht haben, sondern um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung, -bezahlung.

    schrieb Schülerfreund am

  • #457

    Eine Altersgrenze für die Verbeamtung finde ich aus Staats- bzw. Landessicht sinnvoll, schliesslich müssen Arbeitszeit und Pensionszahlungen irgendwie miteinander vereinbar sein. Aber 35 Jahre ist sicher zur früh.
    Davon abgesehen steht es außer Frage, dass die Bruttogehälter für Angestellte angehoben werden müssen.

    schrieb Schulmeister am

  • #458

    1. In Deutschland gibt es den Begriff “Sammelklage” nicht. Ich gehörte zu den Angestellten Lehrern, die über Karneval vor dem Bundesverwaltungsgericht verhandelt wurden. In Deutschland wird jede Klage einzeln verhandelt. Das BVerwG sieht den Gleichheitsgrundsatz durch eine Altersgrenze nicht verletzt.

    2. Im Ursprung vor vielen, vielen Jahren waren die Brutto-Gehälter der Angestellten so viel höher, dass es Netto nur einen geringen Unterschied gab. Durch den exorbitanten Anstieg der Sozialabgaben litten die Netto-Gehälter der Angestellten so sehr. Genau das sollte ja durch die höheren Brutto-Gehälter der Angestellten verhindert werden.

    schrieb Schülerfreund am

  • #459

    Der Unterschied bezieht sich ja nur auf das netto Gehalt. Ob man da klagen kann, wage ich zu bezweifeln, sonst wäre das wohl schon in den letzten Jahrzehnten erfolgt…

    schrieb Schulmeister am

  • #460

    Mahlzeit,

    wenn die angestellten Lehrer weniger verdienen als gleiche Arbeit leistende verbeamtete Lehrer und sich dann nicht zusammentun, um auf die Straße zu gehen, wenn sie sich einfach dieser Missachtung des Gleichheitsgrundsatzes im GG fügen, sind sie opportun und kuschen letztendlich vor der Obrigkeit. Was habe ich von freier Meinungsäußerung, wenn ich mich nicht dafür einsetze?

    Kann ich nicht verstehen. Schon mal das Wort ‘Sammelklage’ gehört?

    Heiko

    schrieb Heiko Tessmann am

  • #461

    Ich habe zur Zeit unterrichtsfrei und mir im Rahmen meiner freiwilligen Fortbildung über berufsspezifische Probleme sämtliche obenstehende Kommentare durchgelesen und auch das meiste davon verstanden. Sehr schade fand ich, dass kein (in Zahlen =0=)Lehrer festgestellt hat, dass es Schulen gibt, die 5 mal pro Woche nachmittags bis 15.45 Uhr Pflicht-Unterricht erteilen => nämlich die stets und immer vergessenen Berufsschulen (hier Bayern). Und wenn Sie eine 13. Abschlussklasse im ersten Halbjahr haben und evtl. Blockunterricht und wechselnden Unterricht nach gerader und ungerader Woche (Wechselschultag bei Teilzeituntericht von 1,5 Schultagen in der 10. und 11. Klasse), dann kommen Sie auf eine echte und reine Unterrichtsbelastung von 36 Stunden pro Woche in diesem Halbjahr, wobei dann das 2.HJ natürlich im Stundenmaß entsprechend kürzer ist.

    Aber was ich meinen Schülern und auch hier im Forum sagen möchte:
    “Augen auf bei der Berufswahl”.

    Ich habe einen der schönsten und auch einen der anstrengensten Berufe ausgewählt und lasse mir von Blinden nicht erklären, wie Licht aussieht.
    Und wer wirklich neidisch auf Gehalt und Arbeitszeit ist, solls doch nachmachen.

    schrieb alt aber oho am

  • #462

    @AS

    Das Beispiel mit der E-mail, das ist ja total nett. Da freut man sich doch bestimmt, wenn man sieht, dass man die Schüler “beeindruckt” hat und sie einen schon vermissen. Aber das erreichen auch nicht alle Lehrer. Leider. Ich glaube auch - so weit ich das einschätzen kann - dass solche positiven Erfahrungen wahnsinning aufbauen und einem selbst zeigen, dass man es geschafft hat bei den Schülern anzukommen. An dieser Stelle muss ich jetzt auch ein Beispiel bringen :) :
    Wir hatten die letzten beiden Jahre eine tolle Klassenlehrerin. Da hat die Chemie einfach gestimmt. Wir waren immer ein Team und einfach “anders” als die anderen Klassen. Darum haben uns echt viele beneidet. Aber zum neuen Schuljahr hin wurde sie versetzt. Das wussten wir und haben noch eine Abschiedsparty mit Grillen und allem drum und dran für sie organisiert, und ein kleines Büchlein gemacht, in dem jeder eine persönliche Seite für sie gemacht hat. Damit wollten wir ihr einfach nochmal zeigen, wie gerne wir sie haben und, dass sie echt eine tolle Persönlichkeit ist. Anders eben. Genauso wie wir.  ;-) Aber das nur so am Rande.

    Ich bewundere es echt mit welchem Elan und mit welcher Ausdauer manche ihren Job als Lehrer machen. Denn es ist bestimmt nicht einfach. Man sieht es schon bei uns: diejenigen, denen man es anmerkt wie ungerne sie eigl. unterrichten, die haben schon von Anfang an verloren. Ich finde es einfach cool, wenn Lehrer auch mal über sich selbst lachen können. Damit nehmen sie uns Schülern dann manchmal schon den Wind aus den Segeln. Überhaupt: meine Lieblingsstunden sind die, die auf kleinen gegenseitigen Gemeinheiten basieren. Das verleiht dem Unterricht einfach etwas anderes/besonderes. Zu mir hat mal eine Lehrerin gesagt: “So lange meine Schüler mich nicht mehr verarschen als ich sie, ist alles super. ” Die Einstellung finde ich eifach toll. Und die Taktik hat auch immer funktioniert! Da hat man einfach die Freude und Überzeugung des Unterrichtens gesehen—>und die springt dann natürlich auch auf uns Schüler über.

    Bei uns gibt es seit diesem Jahr total viele junge Lehrer. Wir haben Anfang des Schuljahrs um die 20 neue Lehrer bekommen und davon sind viele um die 30. Aber da sind wir wohl eine Ausnahme.
    lg

    schrieb sunny am

  • #463

    @sunny
    Danke für die nette Antwort.
    Ein paar Antworten. Ich war in einer Großstadtschule viele Jahre im Zentrum tätig, bin nun mehrere Jahre an einer Schule in einer mittelgroßen Stadt mit vielen “Problemschülern”. Wir haben Klassen mit HS- und RS- Abschluss und ich unterrichte alle Klassenstufen und -formen. Zwischenzeitlich bin ich aber immer mal wieder an anderen Schulen (z.B. auf dem Dorf) stundenweise eingesetzt.
    Nun haben ja auch andere Mitstreiter wieder Kommentare gegeben. Es stimmt, dass die Schüler früher auch schon so waren wie heute, aber die Masse derjenigen, die keine Grenzen kennen, hat zugenommen. Die Schuld kann man immer auf andere schieben, aber als Lehrer hst du nur eine Chance, wenn du selbst Spaß an der Sache hast und die Kinder ernst nimmst, egal welche Antwort du bekommst. Manchmal ist das Lachen dann die beste Lösung, vor allem über sich selbst. Behindern tun uns eigentlich die bürokratischen Formen, die zunehmen. Ständig müssen irgendwelche Kommentare zu Statistiken vorgestern fertig gewesen sein. Das nervt.
    Lehrer brauchen wir und die “Gefahr” des Nichtübernehmens besteht kaum. Unsere jüngste Lehrerin wird dieses Jahr 40. Das heißt: Ich bin auch eine der Jüngsten, hihi. Spaß beiseite: Langsam können wir auch mit viel gutem Willen den Schülern nicht mehr folgen. Doch auch das ist zweitrangig, denn wie gesagt, wer für seinen Beruf brennt, versucht am Ball zu bleiben. Beispiel gefällig? Ich war zwei Wochen krank. Juhu nach 4 Jahren das erste Mal für meine Schüler, aber per Mail haben diese alles Gute gewünscht und gefragt, wann denn Theater wieder sei. Toll, nicht? Du bekommst keine geldwerten Vorteile aus diesem Beruf, aber viel Positives, wenn du dich auf die Schüler einlässt. Natürlich gibt es auch Rückschläge, aber selbst Schüler, die sonst Probleme machen, haben ihre Lieblingslehrer, die sie erreichen. ;-)
    Versuche den Weg zu gehen. Für alle Kollegen: ich weiß von unseren Problemen, aber ich gebe noch nicht auf.

    schrieb AS am

  • #464

    sunny, h für Hauptschule, r für Realschule und g für Gymnasium. Die Schüler haben sich nicht geändert. Es gab immer Problemschüler. Was sich geändert hat ist, dass sie nicht mehr richtig eingestuft werden, wir sie zum Abschluss bringen müssen und ihnen and einer normalen Schule nicht geholfen werden kann. Keine Sozialarbeiter, keine Psychologen und keine Strafen bedeuten m.E. keine Hilfe für sie.

    schrieb Peter am

  • #465

    @peter…

    “6H oder 7H”...heißt das, dass Du an einer Hauptschule unterrichtest? (Bin bei den Abkürzungen noch nicht ganz fit.) =)


    @Mister M.
    “die Problemschüler abschaffen”...
    aber irgendwo müssen diese Schüler ja auch hin bis sie ihre Schulpflicht abgesessen haben. Also wird es immer Lehrer geben müssen, die sich mit diesen Kindern auseinandersetzten müssen. Und ich finde es einfach schockierend was man aus diesen “Brennpunktschulen” hört.  (Ich habe vor einem knappen Jahr ein Praktikum bei der Polizei gemacht, und ich war wirklich entsetzt, wie es in diesen Schulen zugeht. Es gibt einfach KEINE Hemmschwelle mehr.)
    Die Politik “ist dabei” vieles zu ändern - vor allem vor den Wahlen! *haha*
    Versprochen und angespriesen wird viel - aber was kommt zum Schluss dabei raus?!??

    schrieb sunny am

  • #466

    MisterM. Das Abschaffen dieser Schulen schafft nur noch mehr Probleme. Ein “Problemschüler” hält 27 andere Schüler vom Lernen ab - egal wo. Das System hinkt und stolpert halt immer mehr. Und mal ehrlich: wer will denn in so einer Schule Rektor sein? Es sind Versorgungsfälle, denen man Arbeit anbieten muss. Da wird nichts gescheites kommen. Den Schwarzen Peter haben dann wieder die Schüler und Lehrer. Der Lehrer hat ja noch sein Gehalt, der Schüler nur einen mittelmäßigen Abschluss.

    schrieb Peter am

  • #467

    @peter:
    Ruhig bleiben, die Politik ist doch gerade dabei, die Problemschulen (und damit auch die Problemschüler?) abzuschaffen und auf die anderen Schularten zu verteilen. Dann muss es doch besser werden, oder?

    schrieb Mister M. am

  • #468

    Ich arbeite an einer Brennpunktschule in einer mittleren Statt. Und ich denke nicht, dass es an den Schülern liegt. Die haben sich nicht wirklich verändert. Schulleitung und Vorgaben sind nur immer schlechter geworden, Stundenpläne unzumutbar. Da auch die Ausstattung sehr übersichtlich ist, macht hier Arbeiten keinen Spass. Wären die Schüler richtig (m.E.) eingestuft, könnte man mit den lernwilligen Schülern richtig tollen Unterricht erleben. Wenn man aber aus einer 6H oder 7H kommt, denkt man, man hätte einen Aufenthalt in der Klappsmühle notwendig. Fragt man die Schulleitung, wird man auf Fortbildungen und die eigene Ausbildung hingewiesen. Hilfe kriegste keine

    schrieb peter am

  • #469

    Nur mal so zum Vergleich und zur Relation:

    Ein Bekannter von mir dessen Vater als Pharmareferent gearbeitet hatte meinte ich müsse doch sicherlich 3.500,- Euro netto (!) verdienen. Als ich ihm den richtigen Betrag sagte war er sehr erstaunt. 

    Er erzählte mir dann, dass der Vater als Pharmareferent auf einen monatlichen Durchschnitt von über 4.000,- Euro netto (!) kam, inklusive Prämien und Provisonen und was es da alles gibt. Es gab wohl auch Monate in denen er auf fast 5.000,- Euro kam. Alles Nettobeträge!

    Jetzt wissen wir auch, warum die Krankenversicherungen nie genug Geld haben.

    schrieb Michaelschm am

  • #470

    als erstes mal @peter:

    An was für einer Schule unterrichtest Du denn…und ist die in der Stadt oder auf dem Land?
    Ich weiß ja jetzt nicht was genau für Dich so schlimm ist….aber ich befürchte leider auch, dass die Kinder durch die zunehmend “Antiautoritäre Erziehung” nicht gerade respektvoller und disziplinierter werden.
    Ich würde mich echt freuen, wenn du mir vll erzählst was genau für dich so schrecklich ist…


    @AS:

    Danke für die Bestärkung!!! Freut mich echt, wenn Lehrer ihren Beruf so zu sagen “weiterempfehlen”. Ich denke auch - so weit ich das beurteilen kann und darf - dass es schon auch von dem Lehrer und seiner Persönlichkeit abhängt, ob und wie er mit den Schülern auskommt. 
    Wegen dem Auswahlverfahren….leider denke ich auch, dass es sehr schwierig und in der Realität nicht umsetztbar ist, da man ja im Studium erst darauf hintrainiert wird vor einer Klasse zu stehen und diese zu unterrichten.
    Danke für den Tipp…den find ich echt super ;-)
    Ich gebe vereinzelt mal Nachhilfe oder beschäftige an Geburtstagen mal die Kinder, wenn die Erwachsenen ihre Ruhe haben wollen   =). Aber einer größeren Gruppe etwas beibringen, das habe ich noch nicht auspropiert. Das wäre echt einen Versuch wert….danke nochmal!!!  :-)
    Darf ich noch fragen, an welcher Schulform du unterrichtest und ob das eher Stadt oder Land ist???? Würde mich echt interessieren….und ich bin um jeden Tip und jede “Erfahrung”, die ich bekomme dankbar…es ist schön…nicht nur schlechtes zu hören…
    (Ich muss echt hart für diesen Traum kämpfen, denn meine Familie sieht diesen Weg keinesfalls als den richtigen an und sagt mir das auch.)

    Eine Frage hätte ich aber noch: Wie stehen die Chancen, dass - wenn ich dann fertig wäre - noch so viele Lehrer gesucht werden, dass es nicht unmöglich ist eine Stelle zu bekmmen (vor allem an Realschulen)????
    Danke schon im Voraus….
    lg sunny

    schrieb sunny am

  • #471

    @sunny

    Danke für deine faire Einschätzung und gehe den Weg. Wir brauchen Nachwuchs, auch und gerade wegen des schlechten Nachredens. Es ist alles richtig, was du sagst. Als Lehrer sollte man Spaß am Unterrichten und mit den Schülern haben.
    Die Idee mit dem Auswahlverfahren ist gut, aber schwer zu vollziehen. Falls du Bedenken hast, ob es bei dir funktioniert, ein Tipp. Ich habe vor meinem Studium mehrere Sportgruppen jüngerer Schüler trainiert. In dieser Arbeit konnte ich schon feststellen, dass es nicht wichtig ist, wie groß oder wie alt man ist. Der Funke muss überspringen. Probiere es doch aus, bevor du den Studienweg endgültig einschlägst.

    schrieb AS am

  • #472

    :coolgrin: Wäre die Bezahlund und die Sicherheit nicht, ich würde das Handtuch werfen und gehen. Es ist einfach schlimm - und es wird noch viel schlimmer.

    schrieb Peter am

  • #473

    Ich bin Schüerlin der 10. Klasse einer Realschule und bekomme somit das Schulgeschehen täglich mit. Erstmal möchte ich noch was zu der Anmerkung von “danielos” über die Eltern sagen. Da bin ich vollkommen der gleichen Meinung, denn Eltern sehen den Lehrer wenns hoch kommt vll zwei mal im Jahr beim Elternsprechtag und ansonsten können sie nur zitieren, was ihre Kinder erzählen. Und seinen wir mal ehrlich, wer von uns hat noch nie über einen Lehrer geschimpft, den er eigl. gerne mag. Somit finde ich es absolut lächerlich, wenn Eltern meinen, sie könnten sich ein Urteil über einen Lehrer ihrer Kinder erlauben.

    Und es ist Tatsache, dass nur über die “schlechten” Lehrer geredet wird und somit über deren Fehler. Wenn ein Lehrer seinen Job wirklich gut macht, dann ist das meistens einfach selbstverständlich.
    Ebenfalls ist es - wie schon von manch anderem erwähnt - Fakt, dass es sowohl gute als auch schlechte Lehrer gibt. Das ist wohl in jeder Berufsgruppe so, doch hat ein Lehrer Einfluss auf viele junge Leute, die von ihm lernen (sollten).

    Meine Schule zählt zu den besten Bayerns, deshalb kann ich jetzt nicht sagen, dass es bei uns “schlimm” zugeht. Außerdem sind wir eine Schule “auf dem Land”, an denen es doch um einiges zivilisierter zugeht als in den Stadtschulen. An letzteren muss es echt kein Spaß mehr sein zu unterrichten, wenn man sich nicht von Anfang an konsequent durchsetzt.

    Ich finde es einfach nur noch traurig, wie wenig der Lehrerberuf anerkannt ist. Meiner Meinung nach zählt er zu den anspruchvollsten Berufen, die es gibt. Denn es ist keinesfalls leicht vor teilweise über 30 Kinder zu stehen, die vor allem in den Städten völlig unmotiviert und desinteressiert sind. Diesen soll man den Stoff vermitteln, und das auch so, dass sie davon etwas haben und ihnen Schule Spaß macht.
    Manche Lehrer sind schon mit einer 5. Klasse völlig überfordert und schaffen es nicht ein mal, diese ruhig zu bekommen. Die können einem manchmal echt leid tun.
    Deshalb finde ich, dass man ein strengeres Auswahlverfahren für Lehrer einführen sollte, denn diejenigen, die nicht mit Kinder und Jugendlichen umgehen können, werden in diesem Job niemals glücklich werden, was man auch an unserer Schule leider beobachten muss.
    Und ich finde keinesfalls, dass die Lehrer, die ihren Beruf ernst nehmen und ihn mit Leidenschaft ausüben, zu hoch bezahlt werden. Denn kaum ein anderer Beruf bringt eine so hohe phsychische Belastung mit sich.
    Im Übrigen möchte ich auch Lehrerin werden, da ich das Glück hatte/habe, einige sehr gute Lehrerinnen im Unterricht zu haben.
    Aber bei diesen Aussichten kommen immer mehr und mehr Zweifel auf, denn so viele Leute - wie z.B. auch hier in diesem Forum - raten einem davon ab.
    Dass man als Lehrer nicht reich wird und auch nicht mehr Freizeit hat (eher weniger!) wie jemand in der freien Wirtschaft ist mir durchaus bewusst.
    Ich habe bereits einige sehr gut bezahlte Ausbildungsangebote abgelehnt, und mich für den Weg Abi-Studium-Lehrer entschieden.
    Dass es in der heutigen Zeit fast unmöglich ist, sein Studium ohne Schulden selbst zu finanzieren ist mir leider auch bewusst.
    Ich habe diese folgenschwere Entscheidung getroffen, da es mein absoluter Traumberuf ist.
    lg sunny

    schrieb sunny am

  • #474

    Bald wird sich das Problem mti den “zu hohen Gehältern” erledigen:

    Wowereit und der Berliner Senat wollen die Bezahlung deckeln und zwar bundeseinheitlich. Sonst würde das zu teuer:

    http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Titelseite;art692,2722803

    Seltsam, war es nicht Berlin, welches den Wettbewerb der Länder forcierte und die Situation überhaupt erst auslöste? Jetzt rollt die selbst ausgelöste Lawine in die falsche Richtung ....

    schrieb Michaelschm am

  • #475

    “Niemand bestreitet, dass ein angestellter Lehrer weniger hart arbeitet”

    hihi…

    schrieb Audiofilmkritiker am

  • #476

    Hallo zusammen,

    also das hier ist schon eine höchst interessante, wenn auch eigentümliche Diskussion…
    Ich selbst bin übrigens Schüler einer 13. Klasse, und werde (hoffentlich) dieses Jahr mein Abitur machen.
    Was mich hier stört, sind -neben den Leuten (Eltern!) , die offenbar keine Ahnung vom Lehrerdasein haben- vor allem Pauschalisierungen:
    Lehrer gibt es gute und schlechte, das dürfte klar sein. Leider jedoch ist es offenbar so, dass die Guten bei den Schülern zuhause kaum Erwähnung finden, während über die Schlechten garantiert geredet wird. Der so entstehende Gesamteindruck von Lehrern ist fatal.
    Außerdem halte ich sämtliche “Hochrechnungen” von Arbeitszeit bei Lehrern für nicht aussagekräftig, da dieses Verfahren
    erstens (oft) nur die reine Präsenzzeit an der Schule darstellt, jedoch nicht Korrekturzeiten und Unterrichtsvorbereitungen,
    zweitens nicht unerheblich von der Fächerkombination des jeweiligen Lehrers abhängt und
    drittens nicht zuletzt vom einzelnen Lehrer selbst abhängt. Hier gibt es auf der einen Seite Lehrer, die selbst keine Ahnung von ihrer letzten (aktuellen) Stunde haben (ein Grund übrigens, der dafür spräche, den Beamtenstatus abzuschaffen) und auf der anderen Seite vorbildliche Lehrer, die in der Regel gut vorbereiteten, motivierten Unterricht halten. Selbstverständlich ist das Schwarz-Weiß-Malerei, aber die Tendenz ist dennoch korrekt.
    Ich jedenfalls würde mir als Elternteil nicht anmaßen zu behaupten, ich wüsste genau über das Lehrerwesen und den Lehrer “an sich” Bescheid. Möglicherweise werde ich ja selbst einmal Lehrer, allein schon deshalb, weil ich es besser als meine eigenen machen wollte ;-)

    MfG

    Daniel

    schrieb danielos am

  • #477

    ...verdienen wir nicht, aber genug meiner Meinung nach. Was mir zuviel ist, ist die Belastung. Gerade in Zeiten wie diesen beschränkt sich meine Freizeit auf Mittagessen, Abendessen, eine Stunde zerschmettert vor dem Fernseher sitzen, auf der Couch einschlafen, ins Bett gehen und morgens um 6 wieder aufstehen. Am Wochenende gönne ich mir eine Stunde Baden. Das wars. Da helfen mir sechs freie Wochen im Sommer auch nichts, denn da habe ich kein Hobby, das ich dann genießen könnte. Während des Schuljahrs: Hobby Fehlanzeige. Leider keine Zeit!

    schrieb Zu viel am

  • #478

    Hallo zusammen,

    ich habe hier jetzt viele Vorurteile über unseren Berufstand lesen müssen. Ich möchte einfach nur mal die Tätigkeitsfelder eines Lehrers auführen. Diese sind:
    1. Unterrichten
    2. Erziehen
    3. Beurteilen
    4. Diagnostizieren und Fördern
    5. Organisieren und Verwalten

    Das ist doch mal eine Stellenbeschreibung! Könnte ich mir auch gut in einer Stellenausschreibung für Abteilungsleiter in der freien Wirtschaft vorstellen.
    Natürlich ist mir klar, dass nicht jeder Kollege oder jede Kollegin mit solch einem Kompetenzreichtum gesegnet ist, alle Bereiche top ausführen zu können. Aber ist es bei einem Abteilungsleiter nicht auch so? Und die werden teilweise wesentlich besser bezahlt.

    Jeder Arbeitnehmer/Beamte erfüllt einen Zweck innerhalb des gesellschaftlichen Gefüges. Was würden wir machen, wenn es plötzlich keine KFZ-Mechatroniker, Tischler, Bankkaufleute und eben auch Lehrer mehr gäbe?

    Es ist mir natürlich auch klar, dass einige Kollegen sich auf ihren Bezügen ausruhen. Aber, wer seinen Job als Lehrer ernst nimmt und versucht die oben genannten Punkte zu erfüllen ist er bestimmt nicht mit zu viel Freizeit und zu hohen Bezügen gesegnet.

    Ich bin gerne Lehrer geworden, weil ich jungen Menschen etwas mit auf den (in meinem Fall) beruflichen Lebensweg geben möchte und sie zu mündigen Bürgern machen möchte. Aber mündige Bürger werden sie nur, wenn sich die Jugendlichen nicht für alles das, was sie sagen oder schreiben, schämen müssen, weil sie es entweder nicht durchdacht oder mit jeder Menge Fehlern gespickt haben.

    Und zum guten Schluss ein Zitat einer Referendarin auf die Frage wie sie ihre Stunde beurteilen würden. “Wir haben zusammen gelacht! Das war sehr positiv!” Chapeaux! Die Frau hatte es begriffen! Lernen soll auch Spaß machen können!

    schrieb Pauker am

  • #479

    @hhh:
    Versuchen Sie einmal in einem anderen Wirtschaftsbereich, in dem Arbeitskräftemangel herrscht, einen Akademiker für 2400 Euro Brutto zu bekommen. An den Schulen (in Westdeutschland) herrscht mittlerweile in vielen Fächern ein extremer Mangel an ausgebildeten Lehrern.

    Der Staat kommt hier äußert billig davon!

    schrieb Mister M. am

  • #480

    Lehrer sind arme Menschen. Sie verdienen etwa nur 2400 Euro , davon geht nocht die Sozialversicherung ab.

    schrieb hhh am

  • #481

    Hallo Leute,
    über die Arbeitszeit der Lehrer, läßt sich auch streiten. Soweit ich Informiert bin Beamte arbeiten mehr als Angestellte. Sie arbeiten im Schnitt 40,5 Stunden pro Woche.
    Angestellte Arbeitnehmer arbeiten dagegen im Schnitt nur 38,7 Stunden, wobei in den alten Bundesländer im öff. Dienst mit durchschnittlichen 39,5 Stunden sogar mehr gearbeitet wird als im Osten. Die Besoldung der Lehrer richtet sich nach der Bundesbesoldungsordnung und werden in Besoldungstabellen aufgeführt.

    schrieb Besoldung am

  • #482

    Habe vor meinem Lehrerdasein einige Jahre in der Psychiatrie gearbeitet, um mein Studium zu finanzieren. Vergleiche ich die Arbeitszeit in der Klinik und die nervliche Belastung dort mit meiner jetzigen Tätigkeit, so wäre ich besser in der Klinik geblieben. Dafür muss ich heute Sonntags arbeiten (Vorbereitung), meinen Urlaub in der Hochsaison nehmen und mir dieses ständige dumme Gequatsche über mein Einkommen und die vielen Ferien anhören.
    Im Vergleich dazu habe ich auch eine berufliche Ausbildung als Bürokaufmann genossen. Ich hatte um 16 Uhr Feierabend und konnte mich entspannt Zuhause auf die faule Haut legen. Wochenende war einfach frei und meinen Urlaub legte ich auf die günstigen Wochen. Das sparte mir sehr viel Geld, was in den zuvor genannten Berechnungen nicht vorkommt. Da ich auch mein Studium selbst finanzierte, sollte auch das gegengerechnet werden. Zum Glück bekam ich eine feste Stelle als Lehrer, sonst hätte ich das Geld für das Studium nicht ohne Probleme zurückzahlen können. Insgesamt habe ich für die Ausbildung 10 Jahre (Abi nachgemacht!) benötigt und während dessen nur einmal Urlaub gehabt. Der Rest ging für Studium und Geldverdienen drauf. Tipp: Werden sie Lehrer! Trennen sie sich vom Partner (es ist eh keine Zeit für ihn da), verkaufen sie ihr Auto (viel zu teuer in dieser Zeit) und stellen sie sich auf einen Arbeitsplatz in der entferntesten Wildnis Deutschlands ein (auch da werden sie gebraucht!!!). Da sie eh nach 16 Uhr Arbeiten müssen, brauchen sie sich über das geringe Einkommen in der Ausbildungsphase keine Gedanken machen. Dafür darf ihnen aber danach jeder Schüler ins Gesicht sagen, dass sie ein Arschloch und ein Motherfucker sind. Danach sollten sie lächeln und sich sagen, dass sie dafür ja soooooooo viel Geld bekommen und wahnsinnig lange Ferien haben - die sie dann auch brauchen. Liebe Kollegen, vergleicht euch nicht mit Handwerkern oder Ungelernten, sie sind nur neidisch und zu faul diesen Beruf unter den gegebenen Umständen zu erlernen. Seid eher stolz auf euren Arbeitgeber, da er euch nicht einfach auf die Straße setzt, wenns im Getriebe etwas reibt. Seid stolz auf eure Leistung, da kein anderer sie machen will (sie wollen nur das Geld und die Ferien). Seid mit allen Fasern Lehrer und nicht so eine kleine abhängige, schlecht ausgebildete und unterbezahlte Wurst in der Wirtschaft.

    schrieb Peter am

  • #483

    @Michael Schmidt:
    Merken Sie sich bitte folgenden Zusammenhang:

    Die Lohnsteigerungen hängen NUR noch von der (kurzfristigen!) WICHTIGKEIT eine Berufsgruppe für das Wirtschaftssystem und deren STREIKPOTENTIAL und -BEREITSCHAFT ab. Beispiele gibts es viele (Lokführer, Ärzte und eben auch Piloten und Flugbegleiter). Wenn die Flugbegleiter oder die Piloten streiken, dann kostet das die Wirtschaft viel Geld, also wird bezahlt.
    Lehrer und Lehrerinnen haben unter diesen Bedingungen halt die A…karte gezogen, da sie als (mehrheitlich) Beamte nicht streiken dürfen (was wäre das für eine tolle Vorstellung, wenn Millionen Kinder wochenlang die Städte unsicher machen, da sie nicht “beschult” werden…) und da das von den Lehrern und Lehrerinnen hergestellte “Produkt” (Bildung) kurzfristig(!) überhaupt keine Relevanz für die Wirtschaft hat (notfalls holt man sich ein paar Inder, die machen das schon…).

    Ich wiederhole mich:
    Wer unter diesen Bedinungen noch Lehrer oder Lehrerin wird, der ist verrückt.

    schrieb Mister M. am

  • #484

    ....in niedersachsen wurde, nachdem man uns vor zwei oder drei jahren urlaubsgeld und 13. gehalt gestrichen hat, um, jawohl, sage und schreibe 2,3 oder 2,8 prozent das gehalt erhöht. wohlgemerkt: rückwirkend für drei jahre. da bekomme ich das kotzen. totschlagargument der regierung: es ist kein geld da. mit diesem argument bekomme ich bei lidl an der kasse leider auch keine ware….

    schrieb motschi am

  • #485

    Hallo,

    ich lese gerade, dass die Flugbegleiter der LH streiken wollen. LH bietet diesen nämlich “nur” 10 % mehr an (für 12 Monate). Den Flugbegleitern der LH ist das zu wenig.
    Was das mit Lehrern zu tun hat?
    Ein Flugbegleiter hat einen anstregenden Job. Wie Lehrer auch.
    Ein Flugbegleiter hat eine mehrwöchige Ausbildung ... ein Lehrer?
    Merken Sie etwas?

    Der Abstand im Gehaltsgefüge zu Tätigkeiten mit geringer Qualifikation wird immer kleiner.

    schrieb Michael Schmidt am

  • #486

    @ tintenklecks

    Ich weiß, ich weiß- und ich bin auch Korrekturfachlehrer. Meine nicht so ganz massiven Korrekturen liegen in meinen Zweitfächern, aber mit Deutsch und Englisch zum Beispiel ist es sicherlich potenziert. Trotzdem noch einmal danke für den sachlichen Kommentar. Dass ich sowohl Korrekturfach als auch andere zeitaufwändige Fächer habe, war ja nicht offensichtlich.
    Und um auf Bezahlung zu kommen: Den meisten Spaß an meinem Job habe ich noch immer in den Stunden, die ich nicht bezahlt bekomme, weil sie den 2Rahmen” sprengen: Theatergruppe, die nie pünktlich fertig wird und Kunstkurs, der auch nie fertig wird. :-)  :)  ;-)

    schrieb AS am

  • #487

    @AS

    Die Betonung liegt auf “können”, bei Korrekturfachlehrer/innen liegt sie auf “müssen”. Aber das wissen Sie ebenso wie ich, dass die Arbeitszeit bei Lehrer/innen extrem ungerecht verteilt ist!

    schrieb tintenklecks am

  • #488

    - 1/4 Jahr Urlaub im Jahr
    - keine Verantwortung
    - nur 5 Stunden am Tag arbeiten
    - unkündbar
    - Faulheit und das noch gut bezahlt
    - anspruchslose Arbeit

    Also wer da nicht Lehrer werden will muss doch total bescheuert sein!
    Warum werdet ihr nicht alle Lehrer?
    WARUM?!?

    schrieb zukünftiger Lehrer am

  • #489

    @Frust
    Haben Sie endlich ein Ventil für Ihre eigene Misere gefunden? Es gibt bereits mehrere Antworten zu Ihrem Beitrag. Schade, dass Sie darauf nicht reagieren wollen (oder können?). Schön, wenn Sie Ihren persönlichen Sündenbock gefunden haben. Ich hoffe, dass Sie keine schulpflichtigen Kinder haben, denn die müssten Sie dann vielleicht noch selbst unterrichten, wenn alle LehrerInnen, die Sie gerade diffamiert haben, die Arbeitsstelle wechseln würden. Es gehen nämlich zuerst die besten Lehrer.

    @tintenklecks

    Danke.
    Übrigens auch “Nebenfachlehrer” können möglicherweise außer der Korrekturzeit auch sehr viel Mühe und Zeit investieren. Aber das wissen Sie ja. ;-)

    schrieb AS am

  • #490

    @Frust - Meine Güte, was müssen Sie unter Ihren LehrerInnen gelitten haben! Stellen Sie sich vor: Ich auch, aber nur unter wenigen! Aber das ist lange her, gehört auch irgendwie zum Leben (später sind es vielleicht die Chefs, mit denen wir Probleme haben!)und LehrerInnen haben sich sehr geändert. Sie mussten sich ändern, weil sie ständig auf einer Bühne agieren, die sie zu so etwas wie “Freiwild” macht! Deutschlands LehrerInnen sind gar nicht so schlecht, aber man kann es nicht allen recht machen. Glauben Sie wirklich, dass jemand, der ein langjähriges Studium und zwei Staatsexamen absolviert(ein wirklich stressiges Referendariat eingeschlossen!)  von vornherein ein “fauler Sack” ist und sich auf den Lorbeeren des Beamtentums ausruht? Glauben Sie, irgendein(e) LehrerIn kann dauerhaft wirklich schlechten Unterricht machen, ohne dafür irgendwie abgestraft zu werden (SchülerInnen und Eltern sind mächtiger als man glaubt)? LehrerInnen haben schon lange ihren Allmachtsanspruch aufgegeben, weil es ihn nicht mehr gibt - und das ist auch gut so. Allerdings müssen Sie LehrerInnen zugestehen, dass sie ihre Arbeit machen - die ist bei einem experimentierwütigen Schulministerium ohnehin schwer genug - und jeder tut das, so gut er kann - wie in anderen Berufen auch! Ausnahmen bestätigen die Regel! Mit Verlaub: Etwas mehr Respekt! Ich bin doppelte KorrekturfachlehrerIn und arbeite hart genug für mein Geld (und oft genug, ohne Geld dafür zu bekommen) und ich lasse mich auch nicht in einen Topf mit NebenfachlehrerInnen werfen, die im Arbeitszeitbereich größere Spielräume haben und trotzdem dasselbe Gehalt kassieren. Ich habe die Nase voll von unqualifizierten und besserwisserischen Äußerungen. Die Arbeitszeituntersuchungen bei LehrerInnen sprechen für sich! http://www.korrekturfachlehrer.de

    schrieb tintenklecks am

  • #491

    @ Frust:
    ach die Frustrierten ....
    kenne ich. welch ermüdendes Völkchen.
    Ham’s einfach nicht verstanden zur richtigen Zeit das Richtige zu studieren und Lehrer zu werden.
    Dann hätten sie ausgesorgt.
    Schaffen wir Ihnen zuliebe doch das Beamtentum ab und die Schulpflicht gleich mit dazu. Dann geht’s uns allen sicher besser.
    Gemeinsam suchen wir dann neue Sündenböcke zum Aggressionsabbau.
    Immobilienmakler zum Beispiel, oder Kraftfahrzeug-Sachverständige. Oder einfach Aufsichtsratsvorsitzende. Kenne ich alle. Taugen alle nix, kriegen aber ein Schweinegeld.
    Eine Zumutung ...

    schrieb happy camper am

  • #492

    @Frust

    Selten so einen ’??#+&$§ (Zensur Lehrerfreund) gelesen wie in Ihrem Beitrag. Ihr Nickname kommt sicher nicht von ungefähr, schließlich müssen Sie eine Menge Frust mit sich herumtragen. Man könnte es auch Neid nennen. Neid auf Menschen, die einen anständigen, ehrbaren und nicht zuletzt verantwortungsvollen akademischen Beruf erlernt haben. Sie selbst hingegen scheinen es nur zu einem drittklassigen Schreiberling für ein billiges Bild-Zeitungs-Imitat gebracht zu haben. Aber keine Sorge, bei der hohen Erblichkeit von Intelligenz werden Ihre Kinder nicht Gefahr laufen, von mir auf dem Gymnasium unterrichtet zu werden…

    P.S.: Das Lustige an Menschen wie Ihnen ist, dass sie es sich niemals wagen würden, solche Aussagen in Gegenwart von Lehrern zu tätigen, weil ihr Respekt in Wirklichkeit viel zu groß ist. Das Phänomen erlebe ich immer wieder auf Elternabenden. Mir ist noch nie einer dieser vielen Miesmacher begegnet. Wie kann das sein, wenn es doch angeblich so viele von ihnen gibt? Die Antwort ist ganz einfach: das primitive Bedürfnis, sich Luft zu machen, lässt sich im www schnell und einfach befriedigen, egal wie sinnfrei die Argumente sind. Schließlich kann man so wunderbar von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenken. Wiedererkannt “Frust”?

    schrieb Schulmeister am

  • #493

    Ach die Beamten…

    ...welch verwöhntes Völkchen und jetzt meckert es auch noch.

    Hier noch mal einfach und verständlich die wichtigsten Vorteile die so ein Beamtenleben bringt. Lehrer zählen übrigens auch dazu.

    1. Unkündbarkeit
    2. Keine Verantwortung
    3. Qualifikationen statt Leistung

    1. Da kann es der Wirtschaft beschissen gehen wie es möchte. Die Lehrer behalten ihren Job. Alle anderen müssen darum bangen, dass sie rausgeschmissen werden, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Den Lehrer braucht man vielleicht nicht mehr, egal, rausschmeißen tut man ihn nicht. Aber man erhöht seine Kaffeeration, damit er die bezahlte Freizeit auch genießen kann.

    2. Egal, was ein Lehrer macht, er ist immer fein raus. Wenn ein Lehrer versagt, dann versagt5e nicht er, sondern die Deppen in der Regierung. Von einem Lehrer Verantwortung zu erwarten ist wie zu nem Elefant zu sagen, dass er nach zwei Wochen Diät nur noch 5 Gramm wiegen darf. Lehrer haben ein Gewissen wie mein Computer. Die tun nur das was ihnen gesagt wird und wenn es Probleme gibt, dann liegt das am Programmierer. Wenn der Lehrer unfähig ist zu erklären, dann sind die Schüler zu doof oder geben sich keine Mühe um zu verstehen.

    3. Aber das Beste am Lehrer-sein ist der Teil, in dem ein Lehrer etwas leistet. Soll ich schon mal die Lupe holen? Lehrer-werden ist wie Führerschein-machen. Nur, dass ich wenn ich meinen Führerschein fertig habe nicht automatisch auch ein Gehalt bekomme, wenn ich mich ein ein Auto setze. Bei Lehrern ist das so. Man wird einmal Lehrer im Leben und muss sich nur einmal Mühe geben(bisschen schleimen reicht wahrscheinlich auch schon), danach muss man nur noch anwesend sein. Das ist so wie wenn wir sagen, dass jeder Schüler für jede Zwei auf seinen Zeugnis lebenslänglich nen Euro pro Monat kriegt und für jeden Einser 10 Euro pro Monat. Tolle Idee. Leistung Ade. Lehrer bekommen sogar einen Bonus für schon geleistete Dienstjahre. Wo ist die Verbesserung an einem senilen Senior-Lehrer zum Vergleich mit den noch engagierten Junior-Lehrer? Lehrer verbssern sich nicht. Sie verschlechtern sich. Am Anfang wissen sie noch nicht wie viel Arbeiteinsatz erforderlich ist, darum beginnen sie mit 80% bis sie dann merken, dass 8% mehr als genug sind.

    Klar, das alles können auch Nachteeile sein, aber man weiß ja vorher, was man will und informiert sich auch hofgfentlich dementsprechend. Und ansonsten kann man immer noch den Beruf wechseln. Die Schulen sind und bleiben ein Anfangbecken für Minderbemittelte, für Menschen die der Arbeitsmarkt nicht gebrauchen kann. Menschen die sonst wegen Unfähigkeit Hartz-4 bekämen. Jedes Unternehmen würden lieber tausend engagierte Behinderte einstellen als einen Beamten. Arbeitnehmer mit so einer Arbeitsmoral sind wie vergammelte Speisen. Niemand ist bereit sie zu einzustellen oder zu essen, geschweige denn etwas dafür zu zahlen, eher würde man sich etwas dafür zahlen lassen und das auch nur ungern.

    Ich kenne Lehrer. Die machen aus der Schulpflicht eine Zumutung für die Eltern, die ihren Erziehungauftrag nachkommen und ihre Kinder vor schlechten Einflüssen schützen wollen.

    Es wird Zeit, dass wir Bildungsgutscheine(Milton Friedman) einführen.

    schrieb FRUST am

  • #494

    @Niki-Markus

    Inwiefern ist es denn eine kleine Katastrophe, wenn ein Vertreter mal eine Sekunde unachtsam ist?
    Glauben Sie mir, es gibt Sekunden, in denen es eine große Katastrophe ist, wenn man als Lehrer unaufmerksam ist.

    UND Wie macht man unachtsam Unterricht? Wenn ich unachtsam meine Deutscharbeiten korrigiere, kann ich alles nochmal machen, weil ich gar nicht weiß, was ich da lese.

    An den Lokführer und Kranfahrer: Ich dachte immer, dass ich als Lehrer ebenfalls ständig Gestezte einhalte.

    Ich habe auch vor meinem Studium eine Lehre als Zahnarzthelferin und eine als Einzelhandelkauffrau abgeschlossen. Darf ich deswegen jetzt ein höheres Gehalt einfordern als die Kollegen, die sofort studiert haben?

    Meine Fortbildungen, Arbeitsmaterialien und meinen Arbeitsplatz zahle ich auch aus eigener Tasche.

    Aber in einem stimme ich Ihnen zu. Ich bin auch der Meinung, dass man mindestens 2200€ verdienen sollte. Ich würde auch gern mindestens so viel verdienen. Leider verdiene ich als angestellte Hauptschullehrerin knapp unter 2000€

    schrieb Schülerfreund am

  • #495

    Ein angestellter Lehrer verdient als Berufseinsteiger ca. 1700-1800 Euro und Risiko ist nun einmal kaum ausschlaggebend für das Gehalt. Ihre Bäckerlehre hat ja für Ihren Beruf keine Relevanz, ebenso die Logistikerlehre. Es bleiben also 2,5 Jahre im Vergleich mit der längeren Schulbildung, dem Studium von 5-6 Jahren plus den zwei Jahren Referendariat. Und wie viele hundert Euro Lehrer jedes Jahr für Unterrichtsmaterialien usw. ausgeben möchte ich gar nicht nachrechnen.
    Meine Frau ist Ärztin und sie können mit das ruhig glauben. Sie kommt nur durch diverse 24-Stunden-Dienste (mehr als gesetzlich zugelassen) auf ca. 2400 Euro netto.
    Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, es geht mir nicht darum, Ihren Beruf abzuwerten. In einer so genannten Leistungsgesellschaft zählt aber die Art der Qualifizierung mehr als als die reine Stundenanzahl und das Berufsrisiko.

    schrieb Schulmeister am

  • #496

    Hi,

    ich bleibe sachlich nehmen wir mal an ein Lehrer ist mal für eine sekunde nicht aufmerksam, was passiert nix wenn ein Kraftfahrer, Vertreter, oder Lokführer unachtsam ist haben wir eine kleine Katastrophe. Dies nun mal zum einen. Was einen höheren Lohn gerechtfertigen würde dann hätten wir noch die ständigen einhaltungen der Gesetze man fährt nicht nur einfach man arbeitet. Nun zu meiner ausbildung ich habe 2,5 jahre Bäckerlehre hinter mir abbr. Mehlallergie dann 2 Logistiker lehre und dann nochmal 2,5 jahre Berufskraftfahrer ausbildung. Plus weiterbildung ADR-Prüfung alle 5 Jahre ca 300euro. Alle 5 Jahre verlängerung des Führerscheins ca. 250eu und und und. Alles auß eigener Tasche. Und zum letzten punkt finde ich nicht das 4-500euro weniger lohn unwesentlich sind. Und das Ärzte nur 1900 euro verdienen soll das kann ich kaum glauben. Und im übrigen halte ich ihren lohn auch nich unbedingt für angemessen da ich der auffassung bin das man mindestens 2200euro im Monat haben sollte mit einer dreiköpfigen fam. und selbst dann kommt man kaum über den Monat. Aber das haben unsere Politiker zu verantworten.
    Mfg
    NIk

    schrieb Niki-Markus am

  • #497

    Kaum jemand behauptet, dass verbeamtete Lehrer zu wenig verdienen. Bei angestellten Lehrern ist das was anderes. Ebenso, was die Arbeitsbedingungen anbelangt.
    Es wäre aber sehr albern, jetzt die reine Arbeitszeit von studierten Lehrern und Berufskraftfahrern zu vergleichen. Wie lange hat doch gleich Ihre Ausbildung gedauert? Mit 1500 Euro netto verdienen sie 50% mehr als ein Lehrer im Referendariat und nur unwesentlich weniger als ein angestellter Lehrer. Von Lehrern, die nur Zeitverträge bekommen und denen in den Ferien gekündigt wird, obwohl sie Vorbereitungen und Korrekturen zu erledigen haben ganz zu schweigen. Also bitte sachlich bleiben.

    schrieb Niki-Markus am

  • #498

    Guten Tag,
    also ich habe als Berufskraftfahrer ca 180-240std im Monat und verdiene 1500 rein netto 2450Brt.Stk.1 im deutschen fernverkehr ohne Spesen. Also liebe Lehrer wer verdient hier zu wenig für zu viel arbeit.Bin im Übrigen fast nur am WE zu hause bei Frau und Kind

    schrieb Niki-Markus am

  • #499

    @lehrerwielangenoch?

    Danke für die Rückantwort. Das versuchen wir schon, landen im Moment aber noch zu oft in “Grabenkämpfen”. Aber wir bleiben dran.
    Kleiner Witz am Rande: Ein Computer zur Arbeit im Lehrerzimmer. Das mit dem Arbeitszimmer verlagern ist dann bei 40 Kollegen ein echter Spaß. Doch das ist ja schon ausführlich diskutiert worden.

    schrieb AS am

  • #500

    witzig, diese diskussion läuft immer und überall. jeder, der schon einmal eine schule besucht hat, meint nun über das tun des lehrkörpers urteilen zu können.

    wie schon häufig angemerkt, gibt es, wie in jeder firma auch, gute und schlechte. das eigentliche problem: jeder kann sich von der arbeit überzeugen, in lehrplänen nachlesen, was ein lehrer zu tun und zu lassen hat, in gehaltstabellen nachschauen, was dieser verdient.

    in welchem betrieb geht denn das auch so ? ihr würdet euch eundern, was da verdient und, vor allem, gearbeitet wird.

    ich beklage mich nicht, aber muss mich auch nicht ständig rechtferigen. das tue ich im unterricht doch sowieso ständg.

    meine erfahrung: es ist grundsätzlich egal, ob man engagiert arbeitet oder nicht. es interessiert häufig neimanden. wer allerdings einen fehler begeht, möglicherweise einen schüler zurechtgestutzt hat, der muss sich vor dem anwalt der eltern hüten, schulaufsicht usw. unser bildungssystem ist krank. dass der staat hier kein belobigungssystem oder prämien für besonders gute arbeit einbaut (wie in der wirtschaft) ist ein schmarrn. das grundgehalt reicht natürlich zu leben.

    schrieb auch lehrer am

  • #501

    @AS

    ... z.B. indem nach einer Klassenfahrt die Verzichtserklärung mit Hinweis auf “Unsittlichkeit” widerrufen wird und die Übernahme der Fahrtkosten (sinnvollerweise nach Abzug einer sinnvollen Essenskosten-Beteiligung) beantragt, nötigenfalls gerichtlich eingefordert wird.

    Wenn das pro Schule nur 10 Kollegen machen würden, würde dieser Misstand ganz schnell enden.

    Genau das gleiche gilt für Arbeitsinfrastruktur in der Schule - zumindest nach der Aberkennung des häusl. Arbeitszimmers dürfte das politisch eng werden, wenn nur genügend LehrerInnen Druck machen.
    Ich bin sicher, dass GEW, Philo-Verband und VBE Musterklagen gerne unterstützen würden.

    Ich für mich habe es so gelöst, dass ich an einer Privatschule bin, die Arbeitsmittel anstandslos bezahlt.
    Es bleibt noch genügend übrig (v.a. Fachbücher für durschnittlich 100 EUR monatl.), das ich selber bezahle, aber ich komme mir nicht mehr wie eine Weihnachtsgans vor.
    Und das sind schliesslich Anlagen, die mir gehören und die ich idealerweise jahrelang nach eigenem Ermessen brauchen kann - im Gegensatz zu Verbrauchsmaterial.

    schrieb lehrerwielangenoch? am

  • #502

    @Schüler:
    Wie wäre es schön, wenn ich mein selbst gewähltes Fach Kunst in allen Klassen unterrichten könnte! Dummerweise müsste ich dann meiner Kollegin den Deutschunterricht abgeben, aber das ist ja nicht schlimm. Denn ich habe weniger Arbeit (nur an Korrekturen!) und sie macht das dann schon, auch wenn sie nicht ausgebildet ist.
    Gemerkt, wo der Haken ist? Fairerweise muss ich sagen, dass meine liebe Kollegin und ich seit Jahren Hand in Hand arbeiten und uns Ethik/Religion stundenmäßig teilen können. So haben wir beide unsere geliebten Kunststunden, aber das hat nichts mit aussuchen zu tun.
    Und zum Thema aussuchen: Kollegen werden einen Tag vor Schuljahresbeginn umgesetzt, wenn alles, aber auch wirklich alles, für den Schulbeginn in der Schule fertig ist. Das nennt man dann sorgsamen Umgang mit den Angestellten. Produziert werden auf diese Weise aber nur demotivierte Lehrer.Übrigens das mit den Korrekturstunden kommt, wie oben von MuPL beschrieben, hin, auch wenn du dir das nicht vorstellen kannst. Und in der Liste fehlen noch jede Menge Arbeitsaufgaben: Schulhaus- und Klassenraumausgestaltung (z.T. vom eigenen Geld), Beurteilungen und Laufbahnempfehlungen, Protokolle und Sitzungen, die noch nicht aufgeführt wurden, wie Jahrgangsteams….
    Willst du immer noch Lehrer werden?

    @ lehrerwielangenoch?
    Bitte um Info, wie das funktioniert. Ernsthaft brauchen wir Unterstützung. was kann man wie tun, um Politiker wachzurütteln? Wir sind stinksauer über die Art und Weise, wie mit unserem Leben umgesprungen wird, denn wir haben, wie alle anderen Menschen auch, nur dieses eine.

    schrieb AS am

  • #503

    “Sogar ich weiß, dass man in der Oberstufe nicht unterrichten muss. Es gibt genug Lehrer, die das verweigern.”

    Ich liege am Boden vor Lachen… Da irrst Du aber gewaltig, mein lieber. Man versucht zwar, die Last gleichmäßig zu verteilen, aber das ist nicht möglich. In Niedersachsen gab es bis vor ein paar Jahren z.B. die Orientierungsstufe (nur Klassen 5 und 6). Lehrer, die dort 30 Jahre unterrichtet haben, sind teilweise nicht mehr in der Lage, in der Oberstufe zu unterrichten. Da nimmt die Schulleitung manchmal aus menschlichen Gründen Rücksicht. Man kann zu Schuljahresende auch Wünsche angeben, welche Klassen man gerne hätte. Aber was Du sagst ist natürlich grober Unfug. Wo kämen wir denn da hin? Da würden sich ja alle Lehrer weigern, die Mehrarbeit in Kauf zunehmen, im Sinne von: “Ach übrigens Herr Direktor, nur zu ihrer Information. Ich unterrichte zukünftig nicht mehr in der Oberstufe. Ist mir einfach zu stressig…”

    Du musst als Beamter sogar dort arbeiten, wo dich das Land hinsteckt. Wenn die der Meinung sind, dass Du in Meppen besser aufgehoben bist als in Hannover, dann kannst Du da nichts machen.

    schrieb Schulmeister am

  • #504

    @ Schulmeister:
    Sie haben hier aufgeführt was wäre wenn. Wer Englisch und Französisch in der Oberstufe unterrichtet wollte es so. Sogar ich weiß, dass man in der Oberstufe nicht unterrichten muss. Es gibt genug Lehrer, die das verweigern.

    schrieb Schüler am

  • #505

    Lieber MuPL
    Dein Beitrag ist sehr sachlich, transparent. Ob die Mehrzahl der Neider auf uns LehrerInnen ihn verstehen kann/will, sehen wir dann.

    An alle:
    Eigentlich wurden hier alle Argumente und Zustände sachlich und emotional vollumfänglich geschildert.

    Frage wäre jetzt eigentlich (auch ganz konkret an Lehrerfreund):
    Sollte nicht an dieser Stelle dieser Forumsbereich in ein neues Forumsthema übergeleitet werden und zwar mit dem Inhalt und Ziel, konkrete Maßnahmen zur Verbesserung unserer Situation und deren Um-/Durchsetzung zu besprechen.

    Ich selber bin durchaus schulpolitisch aktiv und kämpfe für Veränderungen.
    Oft stelle ich fest, wie wenig Ahnung (das soll nicht als Herabsetzung sondern als momentane Bildungslücke verstanden werden) KollegInnen haben von ihren Möglichkeiten, allein schon durch Sympathiebekundungen von Anträgen solche zu unterstützen, geschweige denn von ihren tatsächlichen (schulpolitischen und dienstrechtlichen) Rechten.

    Ich nenne hier eine sehr erfolgreiche Gesamtschule, deren Schulleitung aktiv in der Politik mitmischt und auf diesem Weg - zu 100% im rechtlich zuläßigen Rahmen - Vorteile erarbeitet.
    Die betreffenden Ratsvertreter aus der Schulleitung sagen ganz klar: Es ist für eine gute Sache, es ist 100% Einsatz auch im privaten Bereich notwendig.
    Nutznießer: ca. 1200 SchülerInnen und 120 LehrerInnen.
    Da die betreffenden nicht nur Ego-Trip für die eigene Schule fahren, konnten auch schon Gymnasium, Realschule, Hauptschule und Grundschulen der betreffenden Stadt daraus Nutzen ziehen, weil die Bildung in der Politik stets kompetent vertreten präsent ist.

    Natürlich wird sich hier bezahlungsmäßig noch nichts ändern.
    Aber: Wenn wir Stifte, Papier und dgl. endlich durch den Schulträger gestellt bekommen, Unterrichtsräume sinnvoll in Stand gehalten werden, Ausstattung einigermaßen zeitgemäß ist, die öffentliche Wertschätzung höher ist, ...

    meint Ihr nicht, dass allein dann schon unser Leben erheblich an Qualität gewinnt?

    Also: Packen wir’s doch an!

    schrieb lehrerwielangenoch? am

  • #506

    Hallo zusammen

    Wer in Deutschland zu wenig verdient, soll sich doch in der Schweiz anstellen lassen. Machen dies doch schon viele Lehrer aus Deutschland. Einstiegslohn auf der Primarstufe liegt bei 3000 Euro - Beamtenstatus haben wir im Jahre 2000 abgeschafft. Arbeiten muss man dafür auch zwischen 1900 und 2100 Jahresstunden in 9 Fächern mit allem drum und dran (EA, Gespräche mit Heilpädagogen, SL, Eltern, ...). Wir haben auch Lehrer, die dafür nur 1500 Stunden arbeiten - eben die schwarzen Schafe - die in diesem Forum so oft erwähnt wurden. Leider wird diesen Kollegen bis heute nicht gekündigt. Die neu eingeführten Schulleitungen und der zukünftige Leistungslohn wird daran auch nichts ändern. Für alle Leute, die mir erzählen, wie schön und locker der Lehrerjob sei, habe ich immer ein Anmeldeformular der Pädagogischen Hochschule bereit. Leider wollte sich da noch nie jemand anmelden… ;-) Nun auch meine Klassenhomepage (http://www.klasseschaad.ch) muss nicht sein. Ich verdiene ohne Homepage den gleichen Lohn. Dies ist mit vielen anderen Angeboten auch so. Man muss einfach immer überlegen was bieten wir für welchen Lohn, daher freue ich mich auf den Leistungslohn. Gruss vom Bodensee - derschweizer

    schrieb derschweizer am

  • #507

    @Schüler (der es ja wissen muss)

    1000 Stunden treffen sicher nicht auf jeden Lehrer zu. Hat man aber zwei Korrekturfächer (etwa Fremdsprachen) und zudem mehrere Kurse in der Oberstufe, die ja auch Abitur (!) machen wollen, kommt das schon hin. Inklusive Gutachten kann eine Klausur schon 2 Stunden dauern (keine Abi-Klausur). Dann hast Du Kurse mit 25 Leuten, sagen wir zwei in Französisch, zwei in Englisch. Das macht ca. 100 Oberstufenschüler. Die schreiben nun im Schnitt 3,5 Klausuren im Jahr. Dann bist Du OHNE Abitur (das dauert nämlich ein bisschen länger) bei 700 Stunden. Dann kommen noch diverse Sek I Klassen dazu, in denen man 5 Arbeiten pro Jahr schreibt. Pro Klasse wiederum zwischen 26 und 34 Schüler, ca. 25min pro Arbeit. Dann noch Vokabeltests und Hausaufgabenkontrollen…
    Ich bringe jetzt einen Englischkurs mit 28 Leuten ins Abitur, d.h. 28 Abi-Klausuren neben der normalen Arbeitszeit korrigieren!

    schrieb Schulmeister am

  • #508

    Wenn Lehrer tatsächlich so überbezahlt wären, warum gibt es dann den Lehrermangel.
    Sicherlich beginnt das Schuljahr abgesehen von den
    -Gesamtkonferenzen
    -Fachkonferenzen
    -Elternabenden
    -....
    relativ entspannt und gut bewältigbar innerhalb eine 40 Stunden Woche.

    Problematisch wird es aber, wenn die Arbeistermine , Klausurtermine anstehen. Dann steigt die Wochearbeitszeit (zumindest bei so inkompetenten Lehrern wie mir) auf deutlich über 50-60 Stunden die Woche (Wer kein Lehrer ist, hat KEINE Ahnung, wie lange es dauert, so zweistündige Englichklausuren oder was auch immer zu korrigieren!!! Aber auch den Mist, den manche Schüler in Matheklausuren verzapfen korrigiert sich nur schwer).

    Netterweise habe ich Erfahrung im schulischen UND außerschulischen Arbeitbereich und bin somit einer der wenigen, die tatsächlich die Arbeitszeit beurteilen kann!!!

    In einer repräsentativen Stichprobe befragte Mummert + Partner in den Jahren 1997 und 1998 Gymnasiallehrer und ermittelte eine Durchschnittliche Arbeitszeit von 1900 Stunden pro Jahr. Da möge mal jeder der Nörgler seine Jahresarbeitszeit damit vergleichen!

    Aus meiner Sicht dizqualifiziert sich jeder schon , der nur die Stunden der Unterrichtsverpflichtung als Arbeitszeit sieht als uninformiert.
    Ein enormer Aufwand ist durch Arbeiten und Klausuren gegeben!!! Wer will kann ja mal für seine eigenen Kinder eine Arbeit oder Klausur zu einem belibigen Thema zur Übung erstellen und eine Musterlösung anfertigen. Anschließend noch die Punkteverteilung überlegen und dann noch die Korrektur der Sprösslingsarbeit durchführen.
    (Nur mal so nebenbei als eine Mögliches Beispiel 20 Minuten mal 30 Schüler = 600 min = 5Stunden)
    Davon gibt es z.B. in Mathe 6 Stück je Schuljahr.
    Also nur in einer Klasse kommen zu den 4-5 Stunden Unterricht je Woche noch mal 30 Stunden Korrekturzeit je Jahr dazu!


    Hier mal so eine unvollständige Liste:
    0. Arbeitszeit in der Schule 8 bis 13 Uhr
    Vertretungsstunden max. 3 je Woche
    Pausenaufsichten

    1. Anzahl der Schüler eines Lehrers (je nach Klassengröße, Fächer) 200 Schüler und mehr

    2. Aufgabenbereich Arbeiten und Klausuren
    2.1 Erstellen von Arbeiten und Klausuren

    2.2 Korrigieren von Arbeiten/Klausuren

    2.3 mündliche Noten
    mündliche Leistungsbeurteilung eines Schülers

    2.4 Planung und Vorbereitung des Unterrichts
    Versuche aufbauen, Aufgaben auswählen, Stundenverlauf planen, ….

    3. Weiter Aufgaben die keiner sieht
    - Jahresgespräch mit dem Schulleiter/Dienstvorgesetzen
    - Elternsprechtag
    - Klassenfahrt
    - Elterngespräche in der Schule und telefonisch
    - Disziplinarkonferenzen
    - Gesamtkonferenzen mit allen Kollegen
    - Fachschaftskonferenzen (also je Fach eine Konferenz mindestens)
    - Fortbildung

    - erstellen von individuellen Förderplänen
    - Aufsicht und Betreuung von Tag der Offenen Tür, Schulfesten, ….
    - Verabschiedung der Abiturienten


    ach, das Abitur habe ich ja ganz vergessen
    - Erstkorrektur der Abiturarbeiten
    - Zweitkorrektur des Abiturs von anderen Schulen/Kollegen

    und die vielen Aufgaben die jeder, der Ahnung hat noch kennt….


    Wenn der Job so wunderbarüberbezahlt wäre, dann würden es ja keinen Lehrermangel geben! Die einzelnen Bundesländer werben AKTIV(!) Lehrer aus allen Bundesländern ab! Gibt es noch neue Physiklehrer???? Ist doch alles so easy leicht verdientes Geld….

    Und Außerdem: Wer den Lehrerberuf für so überbezahlt hält kann ja gerne Lehrer werden ...


    - als angestellter Lehrer fangen Sie dann vermutlich bei der ersten Gehaltsabrechung an zu heulen!

    - als Beamter sollte es so einigermaßen passen! (aber bei 1900 und mehr Stunden! Mehrere 50-60 Stundenwochen im Jahr sind VÖLLIG normal und durch den Schulablauf vorgegeben! ca.80%-90% der Wochenenden werden für die Schule zumindest teilweise genutzt! Sonntag ist für Lehrer oft Schultag!)

    schrieb MuPL am

  • #509

    Ich melde mich mal wieder nachdem ich mit ein paar Englischlehrern (die noch andere Sprachen unterrichten) unterhalten habe.
    Demnach:
    @Schulmeister: 1000 Korrekturstunden im Jahr ist übertrieben. Im Schnitt wären das 2,74 Stunden pro Tag, also fast 3 Stunden. Selbst nicht wenn ein Lehrer Englisch in der Oberstufe unterrichtet.
    Und ein Mensch ist auch einmal krank (naja, lehrer sind eigentlich so gut wie nie krank) oder im Urlaub und da werden sie bestimmt auch nicht korrigieren.
    @Lehrerwielangenoch?: Schüler sitzen auch 36 Schulstunden in der Schule und ich muss bereits in physiotherapeutische Behandlung deswegen. Außerdem schleppen wir uns an bis zu 22 kg pro Tag kaputt und eig benötigen wir immer nur eine Seite die man einmalig für 2,5 ct auf Folie drucken könnte.

    Allgemein habe ich noch eine Frage: Warum ist Mathematik und Physik ein Hauptfach?
    In diesem Fächern kommen auf 200 Seiten gerade mal 2 (!!) Seiten nützliche Information. (Studie aus Bayern)

    schrieb Schüler am

  • #510

    @lehrerwielangenoch? hat vollkommen Recht mit ihren Ausführungen.

    Die Solidarität unter den Kollegen und Kolleginnen ist erschreckend gering ausgeprägt. Statt gemeinsam etwas gegen die sich andauernd verschlechternden Arbeitsbedingungen zu tun, wird aufeinander rumgehackt: Der eine wird beneidet, weil er nur Sport unterrichtet, der andere weil er keine naturwissenschaftlichen Experimente aufbauen muss, der dritte, weil er kein Korrekturfach hat. Und bei Themen wie kostenlose Arbeitsmaterialien und Bücher oder Kostenübernahme für die Klassenfahrten gibt es auch keine einheitliche Linie: Viele zahlen das schulterzuckend, weil sie weder Lust haben sich mit der Schulleitung noch sich mit den Schülern bzw. Eltern anzulegen (beim Thema Klassenfahrten). Einer anderen Gruppe ist es auch egal, denn es ist ja “für die Kinder”, die dürften ja nicht “leiden”.
    Dazu kommt noch ein weiterer Effekt, den ich bei uns verstärkt beobachte: Viele ältere Kolleginnen reduzieren lieber ihre Stundenzahl, als sich mehr Stress zu machen. Die haben dann oft einen gutverdienenden Ehemann daheim…

    schrieb Mister M. am

  • #511

    “Von denjenigen KollegInnen, die zügig und gut organisiert studiert haben (über die Hälfte davon musste auch noch selber Geld verdienen), sind die meisten mit ca. 26 oder 27 mit ihrem Referendariat fertig geworden - unabhängig von S-I oder S-II.”

    Da muss ich Dir widersprechen (in Bezug auf das Gymnasium). Ich kenne niemanden, der mit 27 mit dem Referendariat fertig war. Ich habe mit 27,5 angefangen und es gab nur einen Mann, der jünger war (Frauen sparen ja die Zeit bei der Bundeswehr bzw. ZD). Aber als Fremdsprachenlehrer habe ich auch ein Jahr im Ausland verbracht. An meiner Schule bin ich auch der jüngste Kollegen. Als ich anfing war ich fast 30.
    Sicher ist die Organisation des Studiengangs mit Schuld daran. 8-9 Semester Regelstudium sind Pflicht, aber 3 zusätzliche Prüfungssemester (so war es bei mir) sind zu viel.

    schrieb Schulmeister am

  • #512

    Zuerst zu JEssejames:

    Liebe(r) Jessejames
    Lehrer unterrichten je nach Schulform zwischen 24 und 28 Stunden wöchentlich. Das scheint nicht viel. Die reale Arbeitszeit auf eine volle Stelle liegt jedoch sogar bei meinen “faulsten”, “bestorganisierten”, “korrekturärmsten Fächer unterrichtenden” oder wie auch immer genannten LehrerkollegInnen klar über derjenigen von Schreibtischangestellten im öff. Dienst.
    Die meisten aber arbeiten regelmäßig 50 oder mehr Stunden/Woche und verwenden einen großen Teil der unterrichtsfreien Zeit (die korrekte Bezeichnung für die so oft umstrittenen Urlaubszeiten) für Nacharbeit, Vorbereitung, Weiterbildung sowie teilweise Überzeitkompensation.
    Wenn Du also die 15% so lächerlich findest, musst Du schon von ca. 50 Std./Woche Arbeitszeit ausgehen!
    Aber das macht ja relational sowieso keinen Unterschied - falls Du das verstehst.

    Zu Schulmeister:
    Ich gebe Dir weitgehend recht. Die Gerichtsurteile (übrigens auch zu Klassenfahrten) kenne ich.
    Was mich stört, ist aber genau das, dass KollegInnen (habe ich schon so erlebt) zurechtgewiesen oder unter Druck gesetzt wurden, weil sie z.B. Papier, Whiteboardmarker für ersetzte Kreidetafeln oder dgl. von der Schule forderten und abblitzten.
    Erst wenn eine Schule öffentlich dafür bekannt wird, dass keine Klassenfahrten mehr bewilligt werden, nachdem alle (oder die meisten Lehrer) geschlossen auf der Kostenerstattung bestehen, wird sich etwas bewegen.
    Denn eine solche Situation würde die Eltern (und gerade auch die Lehrer unter den Eltern) ganz schnell politisch aktivieren und entsprechenden Druck auf Politik und Verwaltung erzeugen.

    Und hier - verzeih mir - ist das Verständnis für vorausschauendes verantwortungsvolles und aktives schulpolitisches Verhalten bei einem großen Teil unserer KollegInnen dürftig.

    Und da können wir alle zusammen aktiv werden, dann wird sich sehr schnell etwas ändern. Und wenn sich weiterhin nur 10 oder vielleicht 30% aktivieren, dauert es entsprechend länger.

    Noch etwas: Es scheint ein in Deutschland verbreiteter Irrtum zu sein, dass eine lange Studiendauer für Qualität bürgt.
    Sicher lässt sich in 3 Jahren kein S-II-Lehrer ausbilden. Aber 8, 9 Jahre sind für ein Lehramtsstudium nun beim besten Willen vollkommen unnötig.
    Und bitteschön: Wie viele Lehrer haben 1-2 Jahre infolge von N.C. oder Babypause verbracht? Die dürfen wohl eher nicht gezählt werden.

    Von denjenigen KollegInnen, die zügig und gut organisiert studiert haben (über die Hälfte davon musste auch noch selber Geld verdienen), sind die meisten mit ca. 26 oder 27 mit ihrem Referendariat fertig geworden - unabhängig von S-I oder S-II.
    Bei Grundschule sieht es zugegebenermaßen etwas anders aus.

    schrieb lehrerwielangenoch? am

  • #513

    @lehrerwielangnoch

    sehr witzig, hihihi, die Arbeitszeit um 15 % reduzieren.
    Würde nicht auffallen wenn die Lehrerschaft noch ein paar Stunden weniger “anwesend” wären

    schrieb Jessejames am

  • #514

    “Es gibt ausserhalb D’s Länder, in denen seit Jahrzehnten für die Zulassung zum Pädagogikstudium Eignungshürden zu bestehen sind.”

    Das gibt es bei uns auch. Und nenn mir bitte (ernst gemeint) mal ein Land, in dem es durchschnittlich 8-9 Jahre (oder länger) dauert, bis man in den Schuldienst kommt. Ich selbst war in Australien an einer Schule, da dauert es 4 (!) Jahre. Die stehen mit 21 im Klassenraum…
    Über TVL oder angestellte Lehrer im Allgemeinen müssen wir nicht reden (hast Du übrigens auch nicht). Natürlich werden die zu schlecht bezahlt. Aber wer A12 bekommt, kann davon schon leben. Es gibt sicher eine Reihe von Missständen, aber die hast Du vorher gekannt, daher können Stifte und Folien nicht der Grund sein, den Dienst zu quittieren. Im übrigen gibt es bereits ein Verwaltungsgerichtsurteil aus Mainz zu den Lehrmaterialien. Da könnte sich bald etwas tun.
    Wenn Lehrer nicht anfangen zusammenzuhalten? Dann tu doch etwas dagegen bzw. dafür anstatt hier rumzuheulen und die Lehrer, die weiterhin hier arbeiten wollen als “Weihnachtsgänse” zu beleidigen.
    ICh kann Frust im Lehrerberuf wirklich shr gut nachvollziehen, nicht aber diese übertriebene Reaktion von jemanden, der erst kürzlich die Anerkennung seines ausländischen Studiums beantragt hat. Natürlich ist es bitter, “nur” A12 statt A13 zu bekommen, aber alle anderen Sachen wusstest Du doch vorher! Und meiner Meinung nach ist A12 vergleichsweise (!) eine angemessene Bezahlung für die Sek I. Dieses Schicksal teilst Du mit tausenden von Kollegen.
    Darüber hinaus weißt Du über die angestellten Lehrer hier bescheid. Die würden A12 mit Kusshand nehmen. Was sollen die tun, da sie noch weniger als Du bekommen? Sich gleich den Strick nehmen oder was?

    P.S.: Niemand kann Dich zwingen, eine Klassenfahrt durchzuführen, wenn Du diese nicht bezahlt bekommst. Dann lass es doch einfach und setz ein Zeichen.

    schrieb Schulmeister am

  • #515

    Lieber Schulmeister
    Ich spreche hier von NRW. Von A13 auf A12 reduziert. Mit dem wundervollen TV-L wurden die Gehälter neuer Angestellter faktisch um ca. 15% gekürzt.
    Da muss einer ein schöner Idiot sein, nicht wenigstens nach RLP, Hessen oder anderswohin auszuwandern.
    Probieren wir doch einmal aus, wie schnell das Geschrei losgeht, wenn wir unsere Arbeit auch um 15% reduzieren. Angemessen wär’s!!! V.a. wenn rundherum die Gehälter hinauf gehen.
    Das mit der “längeren Ausbildung” in Deutschland ist übrigens ein weitverbreiteter Irrtum.
    Es gibt ausserhalb D’s Länder, in denen seit Jahrzehnten für die Zulassung zum Pädagogikstudium Eignungshürden zu bestehen sind.

    Aber wie ich schon früher einmal sagte: So lange sich die Lehrer gegenseitig zerfleischen anstatt endlich zusammenzuhalten (und sei es nur, indem sämtliches Schulmaterial konsequent in der Schule gelagert würde, auf der Materialgestellung (Folien, Stifte, etc.) durch den Arbeitgeber bestanden würde oder der unsittliche Verzicht auf Kostenübernahme von Klassenfahrten durch den Arbeitgeber wie von der GEW empfohlen angefochten würde, etc.) geschieht es ihnen eigentlich recht, wenn sie wie Weihnachtsgänse behandelt werden!
    Deshalb arbeite ich konsequent in Richtung Weiterbildung off school - damit ich auch mit 50 nicht auf die Schule angewiesen bin.
    (Anmerkung: Ich bin sehr gerne Lehrerin, aber auffressen lasse ich mich nicht, v.a. nicht für ein Gehalt, das ich mit wesentlich weniger Stress - nicht zu verwechseln mit Anstrenung - anderswo auch bekommen kann)

    schrieb lehrerwielangenoch? am

  • #516

    @The Boss
    1500 Brutto gibt es im Referendariat nicht, sondern max. 1052 Euro (an Gymnasien und Berufsschulen).
    Was Netto übrig bleibt ist nun wirklich kinderleicht herauszufinden.  Entweder, man konsultiert einen der unzähligen Brutto-Netto-Rechner aus dem Netz und deaktiviert die Sozialversicherung sowie die Rentenzahlungen oder man geht gleich zu http://www.oeffentlicher-dienst.info . Es gibt wohl kaum eine Berufsgruppe, deren Gehälter so offen liegen wie bei Lehrern bzw. Beamten…

    @lehrerwielangenoch
    Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. A12 für Sek I ist in vielen Bundesländern die Regel. Auch kann man nicht erwarten, dass man seinen Abschluss direkt anerkannt bekommt, schließlich muss man in Dtl. auch 18-24 Monate ins Referendariat. Und Mangelfächer sollten nichts mit der Bezahlung zu tun haben, das würde ja jedes Kollegium sprengen.
    Und warum sollte man auswandern? Lehrer in Dtl. verdienen mehr als in den meisten anderen europäischen Ländern (wie viele andere Berufsgruppen auch)
    Und was bitte ist “eine längere Verbeamtung”? Natürlich gibt es Bundesländer, die Realschullehrern A13 bezahlen, das wiederum ist aber den Gymnasiallehrern nur schwer zu vermitteln, denn schließlich haben die eine längere, voll wissenschaftliche Ausbildung und ein längeres Referendariat. Dann müsste der Gerechtigkeit halber das Gehalt der Gymnasiallehrer von 13 auf 14 angehoben werden.

    schrieb Schulmeister am

  • #517

    Die Diskussion hier ist vielfältig.
    Wer aber, der hier diskutiert, engagiert sich für die Lehrerlobby? Sei es als Gewerkschafter für halbwegs sinnvolle Lehrergehälter, sei es in der Kommunalpolitik für sinnvolle Ausstattungen oder oder.
    Ich habe als Ausländerin diesen Sommer die Anerkennung für mein ausländisches Lehramt erhalten - nach 24-monatigem Anpassungslehrgang.
    Für Sek-I wurde mir A12 angeboten - in NRW, das sich beklagt, zu wenige Lehrer zu haben.
    Ich habe zwei akute Mangelfächer, mich an 9 Schulen beworben, 2 Absagen, von 7 Schulen gar nichts gehört.
    Und in diesem Apparat sollen wir Schülern beibringen, wie man sich benimmt?
    Die totale Verarschung.
    Ich kann nur sagen: Auswandern, den Markt austrocknen.
    Und zu RLP und Hessen: Die Schulpolitiker dort machen das einzig Richtige: mit etwas besserer Bezahlung und längerer Verbeamtung (die eigentlich volkswirtschaftlicher Blödsinn ist) den Lehrern eine halbwegs angemessene finanzielle Basis zu bieten.
    Vielleicht merken es dann die Sparländer doch noch eines Tages.

    Ihr merkt es: Ich bin wütend und wünsche den Schulpolitikern, dass die schlecht ausgebildete Bevölkerung ihnen in 10, 20 oder 30 Jahren ihre Ruhegehälter ganz einfach nicht mehr bezahlen können!!!

    Also: Engagiert Euch - und sei es nur im Auswandern in Richtung einer besseren Infrastruktur oder einer besseren Bezahlung!

    schrieb lehrerwielangenoch? am

  • #518

    Ich glaube viele Lehramtsstudenten wie ich stellen sich immer wieder die Frage ob der Beruf Lehrer nicht doch zu schwach entlohnt wird.
    Man muss ja bedenken dass man 1,5 Jahre Arschlecken hat für 1500€ + eine Lehrprobe die eigentlich nur Theater ist, auf dies leider soviel ankommt wie der UniAbschluss.
    Und dann nur 2800 Ökken und zwar BRUTTO
    Was davon netto bleibt sagen die Lehrer nicht weil sie sich grün ärgern…
    naja heute quält mich auch wieder die Frage ob Chemie Dipl. doch nicht die lukrativere Wahl gewesen wär

    schrieb TheBoss am

  • #519

    (bezieht sich vor allem auf frühere Artikel)
    Hallo an alle,
    also ich muss sagen, nachdem, was ich hier bisher alles gelesen habe, bin ich echt frustriert.

    Ich bin Studentin um mache im Moment mein Schulpraxissememster an einem Gymnasium in Baden-Würtemberg (Ich bekomme dafür kein Geld!!). Und ich muss sagen: Es ist unglaublich anstrengend. Soviel, wie in diesen ersten 5 Wochen, bin ich glaub´ich noch nie gerannt. Man unterschätzt diesen Beruf total.

    Als Schüler bekommt man nicht mit unter welchem Druck Lehrer (vor allem wahrscheinlich junge) stehen und dabei hab ich noch nicht mal eine eigene Klasse und muss mich noch nicht ernsthaft mit Eltern auseinander setzen. Es gibt so viele Dinge, die man als Schüler nicht sieht, vor allem, dass hinter dem Lehrer eine Person steckt, die doch eigentlich nur das beste will (sollte zumindest so sein), es aber nicht allen recht machen kann, weil sie doch einfach auch nur menschlich ist. Aber das Schüler das nicht sehen können ist auch gut so, denn damit könnten sie und wollten sie auch gar nicht umgehen.
    Trotzdem, auch wenn ich in diesen paar Wochen auch die Schattenseiten miterlebt habe, ist es genau das was ich machen möchte. Denn die positiven Dinge überwiegen und genau die sollte man dabei doch viel eher heraustellen.
    Frustriert, bin ich deshalb, weil genau solche Diskussionen einem das Gefühl geben, sich ständig für seinen Beruf rechtfertigen zu müssen. Und genau das will ich nicht! Ich mache das aus Leidenschaft und möchte die für diesen Grund nicht aufgeben, denn ich stelle mir dieses ständige Rechtfertigen echt anstrengend vor. Das ging mir ja schon so, bevor ich überhaupt anfing richtig zu studieren. “ah, Lehramt…was auch sonst”
    Also Leute, seid doch froh, dass es Menschen gibt, die diesen Job gerne machen (auch für weniger Geld)!! Also ich hab vor der Arbeit riesen Respekt!

    schrieb Mira am

  • #520

    Dass Angestellte zu schlecht bezahlt werden, ist eine Tatsache und ein Skandal. Aber zumindest in Nds. ist die Wochenarbeitszeit um 2 Stunden geringer als jene der Beamten.

    schrieb Schulmeister am

  • #521

    Warum sollen Beamte nicht endlich einmal nach Leistung bezahlt werden. Ich bin im Angestelltenverhältnis, leiste genauso viel und bekomme weniger Gehalt. Abgesehen davon, muss ich feststellen, dass, wenn man einen Schwerbehindertenausweis hat, es sich doch ganz gut in diesem Sysytem leben lässt. Man bekommt volle Stundenzahl bezahlt, leistet aber noch nicht einmal die Hälfte! Ich bin ziemlich sauer!!

    schrieb unterbezahlte Kollegin am

  • #522

    Vielen Dank für eure Infos!
    Ich habe einen FH Abschluß in allgemeiner Physik, und strebe an, an einem Gymnasium Physik und Mathematik zu unterrichten. Ich hoffe das geht. an einer Berufsschule würde ich ungern unterrichten, da ich begeisterter Physiker bin, und vielleicht auch insgeheim hoffe, durch meinen Unterricht den einen oder anderen für ein Physikstudim begeistern zu können.
    Wegen der Nichtverbeamtung: Da ich in der Vergangenheit sehr gut verdient habe, war ich auch immer an der Beitragsbemessungsgrenze für meine RV. Daduch hab ich mir bis dato schon einen relativ hohen Rentenanspruch erarbeitet. Ich glaube, daß diese Ansprüche bei einer Beamtenpension verrechnet würden, deshalb könnte ich duch die Verbeamtung im Rentenalter schlechter dastehen. Als Beamter hat man zwar eine tolle Jobsicherung bzw. allgm. Absicherung bzgl. Arbeitsunfähigkeit etc., aber das brauch ich nicht. Bin gut abgesichert und mach mir auch keine Sorgen evtl. auch noch mit 55 einen Job als Physiker bzw. Ing. zu bekommen (bei der Anzahl von Studenten in dem Bereich…:-)))

    schrieb Physiker am

  • #523

    Ich kann dir nur für Bayern Auskunft geben.
    1) (falls bei Quereinsteigern das Referendariat genauso aussieht wie bei den anderen) ein halbes Jahr an der Seminarschule betreuter Unterricht, ein Jahr fast selbständiger Unterricht an einer Einsatzschule, ein letztes halbes Jahr zurück an der Seminarschule mit Prüfungen
    2)900-1000 Euro pro Monat
    3)Wieso solltest du es ablehnen verbeamtet zu werden? Ich glaube, dass das schon geht, würde dies im Hinblick auf deine Altersversorgung niemals tun. Rente ist um 700-900 Euro weniger als die entsprechende Alterspension!

    schrieb incognito am

  • #524

    Zunächst ist es wichtig zu wissen, welches Lehramt Du anstrebst bzw. ob Du einen FH- oder Uni-Abschluss hast. Davon hängt dann auch ab ob Du 2 Jahre oder nur 1,5 Jahre Referendariat machen musst.
    Als Referendar bist Du Beamter auf Widerruf und verdienst je nach Lehramt zwischen 800 und 950 Euro netto. Das Referendariat selbst kann sehr unterschiedlich aussehen. Erkundige Dich am besten und http://www.referendar.de über die verschiedenen Seminarorte. Ich selbst war heilfroh als ich meine Zuweisung bekam und schlussendlich war es der größte Reinfall, da wir dort ein vielfaches an Unterrichtsbesuchen hatten und Anforderungen, von denen die Nachbarseminare noch nie etwas gehört hatten - mit der Folge, dass wir viel schlechtere Noten und viel mehr Durchfaller hatten bzw. haben.

    schrieb Schulmeister am

  • #525

    Hallo miteinander,
    ich habe in diesem Forum schon einiges gelesen und denke, dass ich hier richtig bin. Ich habe ein paar Fragen bezgl. eines Quereistiegs.
    Bin von Beruf Diplom Physiker, 37 Jahre alt und momentan in der Forschung tätig. Da ich sehr früh mein Studium abgeschlossen habe, habe ich mittlerweile 14 Jahre Berufserfahrung. Seit längerem überlege ich mir ernsthaft, mich für den Lehrerberuf zu bewerben (in BW).
    Nun meine Fragen:
    1.) Wie läuft so ein 2?-jähriges Referendariat ab?
    2.) Was verdient man in dieser Zeit?
    3.) Muß man sich verbeamten lassen, wenn man das Angebot bekommt, oder kann man dies auch ablehnen?

    Viele Grüße.

    schrieb Physiker am

  • #526

    “Die Anzahl der Abiturienten ist so hoch, weil es immer mehr Schüler auf das Gymnasium gehen.”

    Das ist ja das Problem. Wie erreicht man denn, dass mehr Schüler auf das Gymnasium gehen? Indem man die Anforderungen herunterschraubt. Anders geht es doch gar nicht, da ja die Kinder wie gesagt nicht intelligenter werden.
    Natürlich steigt der zeitliche Aufwand (an Wochenstunden) bei der Verkürzung auf 12 Schuljahre, aber schlussendlich wird auch hier Stoff weggelassen.
    Dass Du das als Schüler anders siehst, ist aber nachvollziehbar.

    Natürlich fühlen sich die Schüler überfordert, wenn man sie fragt. Schliesslich bekommen sie auch mit, was in den Medien verbreitet wird. Bei uns ist jetzt erstmals keine Italienisch-Klasse zustande gekommen, weil Eltern und Schüler der Meinung waren, es sei zuviel Mehraufwand. Letztes Jahr war das noch kein Problem, obwohl beide Jahrgänge nach 12 Jahren Abitur machen…

    schrieb Schulmeister am

  • #527

    Die Stundenzahlen wachsen auf 38 Schulstunden die Woche hinaus, es werden ohne Rücksicht Hausaufgaben an 10-StundenTagen aufgegeben und es wird erwartet, dass man lernt und alles kann am nächsten Tag. Wenn man einmal den Stoff nicht versteht, wird einfach weiter gemacht und mann muss es mit teurer Nachhilfe aufholen. Die Klassenzimmer werden bis auf den letzen Platz mit Schülern gefüllt. (Die Anzahl der Abiturienten ist so hoch, weil es immer mehr Schüler auf das Gymnasium gehen). Das Kultusministerium erschwert uns immer wieder alles (Bsp: Exen von einem auf den anderen Tag über 2 Schulstunden statt nur über die letzte). Wir müssen schon in der 8ten spätestens 9ten Klasse mitnotieren statt von der Tafel abzuschreiben.
    Das Niveau sinkt, weil die Schüler in jungen Jahren psyichisch auf harte Zerreißproben gestellt werden.
    Warum haben schon Grundschüler burn outs?! Mit jungen 7 Jahren!
    Im Gymnasium fallen oft viele Schüler aus, weil sie Angst vor der Schule haben und/oder dem Druck nicht stand halten können.
    50% der Schüler fühlen sich stark überfordert. Das bedeutet, jeder Zweite! Eine Minderheit sagt, dass sie nicht überfordert sind.
    Bei uns heißt es mittlerweile nicht mehr Schule, sondern survival-training, ab und zu hardcore-survival-training.
    Ich würde gern einmal die Kultusminister ein Jahr ins bayrische G8 schicken. Vielleicht würden sie es dann merken.

    schrieb Schüler am

  • #528

    @ Schüler

    Das Niveau ist ganz sicher nicht gestiegen, da ja die Abiturientenzahlen immer weiter ansteigen. Die Schüler werden ja nicht intelligenter. Es wird eher eine Illusion aufgebaut. Natürlich wird in den 12 Jahren nicht genauso viel Stoff durchgenommen wie in 13 Jahren, es wird an allen Enden und Ecken gekürzt. Natürlich steigt die Wochenstundenanzahl, aber nicht der Schwierigkeitsgrad. Es werden immer mehr Schüler bis zum Abi durchgeschleppt, die früher schon lange vorher die Schule hätten verlassen müssen. Und genau das ist das große Paradoxon: Es werden mehr Spitzenkräfte gefordert, aber das Niveau sinkt und sinkt. Das bestätigen mir auch meine eigenen ehemaligen Lehrer und jetzigen Kollegen.

    schrieb Schulmeister am

  • #529

    @Mister M:
    Das was ich bezüglich über den Stoff der jetzt schon drankommt und nicht, wie früher, in der Oberstufe sollte nur verdeutlichen, dass wir es sehr früh äußerst schwer haben, was früher anders war ;). Aber bestimmt war Ihre Schulzeit auch kein Zuckerschlecken.

    @Schulmeister:
    Versuchen Sie es umzusetzen, viel Glück dabei aber ich befürchte Sie werden da gegen eine Wand rennen.
    Da sie gut vergleichen können, merken Sie doch, dass das Niveau in kurzer Zeit sehr gestiegen ist. Vor allem durch das G8.

    @ N.:
    Für Schulaufgaben in Deutsch bekommt man 3 Wochen Zeit, für andere Schulaufgaben 2 Wochen. Dann ist warscheinlich keine großer Trost, aber Sie können sich die Zeit (etwas) besser einteilen ;).
    Aber Deutsch ist auch so ein Korrekturfach, das ist bestimmt auch nicht so toll so lange zu dazusitzen und zu korrigieren.

    schrieb Schüler am

  • #530

    Hallo zusammen,
    partiell habe ich hier einige Kommentare gelesen und bin - zugegeben - doch sehr erschrocken darüber, wie wenig Ahnung Nicht-Lehrer und Schüler von der tatsächlichen Arbeitszeit eines Lehrers haben. Da ich auch mit einer meiner Deutschklassen eine ähnliche Diskussion geführt habe, habe ich mir damals die Mühe gemacht, ein kleines Rechenbeispiel aufzustellen, das ich hier gerne wiederholen möchte:
    Ich bin Deutsch/Bio/NWA-Lehrerin an einer Realschule in BW mit vollem Deputat (und im Angestelltenverhältnis - Gehaltsneid ist also überflüssig). Ich habe vier Deutschklassen, die, im Schnitt, mit je 31 SchülerInnen besetzt sind. In jedem Schuljahr müssen im Kernfach Deutsch mindestens 4 Klassenarbeiten geschrieben werden.
    Wenn ich gut bin, d.h. konzentriert arbeiten kann und gut vorwärts komme, brauche ich im Schnitt pro Klassenarbeit (von einem Schüler) 1,5 Stunden an Korrekturzeit. Das bedeutet, für die Korrektur einer Klassenarbeit Deutsch in einer Klasse benötige ich ungefähr 46,5 Stunden. Jetzt wird aber - wie bereits erwähnt - nicht nur eine, sondern vier Arbeiten geschrieben. 46,5 Stunden mal 4 macht 186 Stunden. Schon ganz ordentlich, aber nur für eine Klasse gerechnet. Daher: 186 Stunden mal 4 (da vier Klassen) sind 744 Stunden reine Korrekturzeit für Klassenarbeiten in Deutsch! Da ist die Korrektur von Hausaufgaben, Lesetagebüchern, GFS-Arbeiten, Heftführung, etc. noch nicht mit drin. Geschweige denn die Unterrichtsvorbereitung. Oder mein zweites Fach NWA, dass zwar nicht ganz einen so hohen Korrekturausfwand mit sich bringt (aber ebenfalls Kernfach ist und damit die Vorgabe “mindestens vier Klassenarbeiten” auch erfüllt werden muss), dafür aber ungemein mehr an Vorbereitungszeit beansprucht, da ich hier besonders viel praktisch arbeiten lasse und daher viele Experimente und Versuche ausarbeiten und - vor allem - vorher auch mal durchführen muss…

    schrieb N. am

  • #531

    @Schüler:
    “Meine Cousine hat vor 4 Jahren Abitur gemacht. Als ich sie bat mir bei Stochastik, Termfunktionalitäten, Latein Gerundium, Deutsch-erörterung usw zu helfen, dachte sie ich veräppele sie. Das war damals alles Oberstufenstoff.”

    Bitte immer dran denken: Es ist nicht die “Boshaftigkeit” der Lehrer, dass ihr das alles machen müsst. Die Inhalte werden (bildungs-)politisch vorgegeben. Lehrer und Schüler sind in diesem Sinne beide nur “Befehlsempfänger”. Das Kultusministerium sagt dem Lehrer: “Du musst das und das unterrichten”, der Lehrer sagt daraufhin dem Schüler: “Du musst das und das Lernen”. Insbesondere am Gymnasium, dass bekanntermaßen das Abitur zum Ziel hat, besteht durch das Zentralabitur und das nur noch 8-jährige Gymnasium keine “Ausweichmöglichkeit” mehr: Wenn die Lehrer nämlich nicht darauf achten, alles Vorgegebene im Unterricht zu behandeln, schreiben die Schüler möglicherweise ein schlechtes Abitur und bekommen ihren Wunsch-Ausbildungs- oder -Studienplatz nicht. Was diese dann wiederum ihren Lehrern vorwerfen.
    Die Schüler zu “Lernmaschinen” umzufunktionieren, die möglichst schnell ausbildungs- und studienbereit sind, damit Deutschland “international wettbewerbsfähig” bleibt, ist keine Idee, die von den Lehrern im Lehrerzimmer bei einer Tasse Kaffe ausgedacht wurde.

    schrieb Mister M. am

  • #532

    Das Geld würde man sparen, weil man zuhause kein Büro mehr bräuchte, dass man zudem nicht mehr von der Steuer absetzen kann. Der Raum muss dann ja auch nicht mehr geheizt werden und ich müsste den Strom für den PC und Kopierer nicht mehr zahlen.
    Den Vergleich zu früher kann ich ganz gut anstellen, weil mein kleiner Bruder noch zur Schule geht.

    schrieb Schulmeister am

  • #533

    Lehrer haben mehr zu tun als Schüler, das ist klar. Wäre es andersherum, wäre es ziemlich beängstigend.
    Aber in unserm Alter hat man schon einiges um die Ohren (Pubertät). Das streite ich nicht ab. Wenn man dann noch unter starken Druck gesetzt wird von der Schule, wächst einem alles manchmal über den Kopf.
    Mein Tagesplan ist (an einem 6 std-Tag):
    - 6 Uhr Aufstehn
    - 8:15 - 13:15 Uhr Schule
    - 14:30 Uhr Essen
    - 15:00 Nachhilfe
    - 16:30 Uhr Krankengymnastik
    - 17:15 - 19:15 Uhr Hausaufgaben + Lernen
    - 19:30 Uhr Essen
    - 20:00-22:00 Uhr ggflls Training
    - 22:30 Duschen
    - 23:00 Uhr Bett

    Falls ich mal keine Nachhilfe habe oder Krankengymnastik habe ich lange Schule oder finde kurz Zeit für den PC.
    Ich finde nur selten Zeit mich hinzusetzen und wenn das im Studium noch schlimmer wird.. :( ..

    Sie meinten bei Ihnen wäre Schule auch noch nicht lange her. Aber es hat sich einiges geändert. Meine Cousine hat vor 4 Jahren Abitur gemacht. Als ich sie bat mir bei Stochastik, Termfunktionalitäten, Latein Gerundium, Deutsch erörterung usw zu helfen, dachte sie ich veräppele sie. Das war damals alles Oberstufenstoff.
    Die Ansprüche sind aber nur geringfügig unterschiedlich.
    Das mit dem Kaffee trinken und so weiter finde ich ja auch nicht so schlimm. Die Arbeit soll ja auch Spaß machen und Kontakte gepflegt werden. Wir als Schüler sind in unsern Freistunden ja auch nicht besser. Wir machen auch nur selten Hausaufgaben, meist die, die schnell gehen oder man keine Ahnung vom Stoff hat und Andere um Hilfe bittet.
    Nur Hausaufgaben und Lernen fällt auch bestimmt nicht weit unter 500 std im Jahr.
    Aber den Rest der Freistunde sitzen wir gemütlich in der Sonne und reden.
    Aber die Arbeit kommt dann zu Hause, aber wir wollten es in dem Moment so.

    Die Pausen stelle ich mir auch nicht grad besonders entspannend für Lehrer vor. Bei uns kommen die Lehrer immer zu spät, weil wir so eine große Schule sind und da der Weg total lang und voller Schüler ist, die noch etwas von den Lehrern noch etwas wissen möchte.

    Noch eine Frage: Warum würde es Geld für Strom, Öl usw. sparen wenn die bis 16 Uhr in der Schule bleiben?

    schrieb Schüler am

  • #534

    @Kay Zenker und Schüler
    Was Lehrer verdienen ist in diesem Forum ja nun schon mehrfach gesagt worden. Es ist ja auch kein Geheimnis, da es die Tabellen für Ost und West im Netz gibt. Auf der Seite http://www.oeffentlicherdienst.info kann man für alle Bundesländer und Gehaltsstufen das brutto und netto Gehalt einsehen. Ich mit 31 Lenzen bekomme als Gymnasiallehrer jetzt NETTO und ohne Kirchensteuer plus Vermögenswirksame Leistungen und abzüglich PKV ca. 2410,- Euro.
    Ob Björ Recht hat, kannst Du leider bzw. offensichtlich nicht beurteilen. Die Belastung von Schülern und Lehrern kann man zudem nicht vergleichen. Natürlich denken Schüler, sie wären hoch belastet, aber spätestens im Studium merken sie, wie viel Freizeit sie hatten. Der nächste Schub kommt im Examen und - sofern man Lehrer wird - kommt das dicke Ende im Referendariat. Und nebenbei erwähnt, 5 Stunden zu unterrichten ist sicher anstrengender als 10 Stunden unterrichtet zu werden. Das kann ich aus eigener Erfahrung sagen, denn so lange ist das noch nicht her. Abschalten kann ein Lehrer zwischendurch nämlich nicht (übrigens unterrichten Lehrer auch bis zu 8 Stunden durchgehend, u.U. sogar länger). Aber auch ich hatte als Schüler eine ähnliche Meinung über Lehrer, obwohl schon meine Frau Mutter Lehrerin war/ist und ich zuhause gesehen habe, was sie zu tun hatte. An Deiner Meinung ist also diesbezüglich nichts Verwerfliches.
    Was das Korrigieren in Freistunden angeht, solltest Du Dich weniger weit aus dem Fenster lehnen. Das ist eine schwierige Sache, zumindest, was Klausuren angeht. Dafür braucht man 1. Platz, den man nicht hat, denn die durchschnittliche Größe des Arbeitsplatzes ist vielleicht die von einem bis max. zwei DIN A4 Blättern, 2. viel Zeit am Stück, da man sich einlesen und einarbeiten muss und 3. Material bzw. Unterlagen, die aufgrund von Punkt 1 keinen Platz haben. Anzunehmen bzw. zu behaupten, dass man den “Großteil” in Freistunden korrigieren könnte ist einfach lächerlich. Da sieht man mal wieder, dass Schüler bzw. Ex-Schüler keine Vorstellung vom Umfang der Korrekturbelastung haben. Ich habe ja oben geschrieben, dass das am Gymnasium rund 1000 Stunden im Jahr sein können (wenn man so genannte “Korrekturfächer” unterrichtet). Ich würde ohne zu zögern bis 16 Uhr in der Schule bleiben (das habe ich Ausland schon getan), wenn mir ein vernünftiger Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt würde. Das würde nämlich auch viel Geld für Strom, Öl, Einrichtungsgegenstände und Benzin (wg. Fahrgemeinschaften) sparen und ich hätte zuhause ein weiteres (Kinder?)Zimmer übrig. Außerdem würde dann nämlich endlich ein Teil der Schwätzer verstummen. Dass man dann trotzdem daheim noch arbeiten müsste, würden sie aber sicherlich erst recht nicht glauben. Wahrscheinlich hieße es dann aber trotzdem noch, wir würden eben NOCH LÄNGER Kaffeetrinken und Lachen…
    Zudem gibt es in Freistunden viele Dinge zu erledigen und zu organisieren (Gespräche mit der Schulleitung, Elternbriefe, Kopieren,...), wozu “Pausen” nicht reichen, zumal auch noch Aufsicht geführt werden muss. Warum kommen Lehrer wohl oft zu spät in den Unterricht? Weil sie noch etwas besprechen müssen, wozu die “Pause” nicht gereicht hat. Allein ein Raumwechsel über das Lehrerzimmer benötigt in der Regel mehr als 5 min. 15 min “Große Pause” reichen vielleicht, um sich mal 5 min hinzusetzen…

    schrieb Schulmeister am

  • #535

    @ Schüler, der, wie er in #391 angibt, 14 Jahre ist und demnächst 15 und männlich wird:

    Lieber Schüler,
    ich entnehme Deinen Aussagen, dass Du ein Gymnasium besuchst. Um nicht vollkommen traumatisiert ins Erwachsenen- und Berufsleben zu starten empfehle ich Dir ein frühestmöglichen Schulwechsel. Beginne nach einem Haupt- oder Realschulabschluss eine Lehre, dann bist Du aus der Schule zumindest soweit raus, wie die Berufsschulpflicht nicht greift.
    Solltest Du nach einigen Jahren feststellen, dass nun etwas Weiterbildung angebracht wäre, und sich auch in der Arbeitswelt nicht alles nach Deinen Wünschen richtet, kannst Du jederzeit jeden Abschluss nachmachen. Das ist in der Regel mit finanziellem Aufwand verbunden und somit auch “was wert”; außerdem sind die Lernbedingungen im Bereich des Unterrichts der Erwachsenenbildung erheblich besser, da sich dort viele Freiwillige befinden, die ebenfalls dafür Geld bezahlt haben und den Unterricht nicht ständig in Frage stellen und durch Störungen aufhalten. Du wirst merken wie toll es ist, mit interessierten Menschen zu arbeiten.

    Ich wünsche Dir:
    1. viel Erfolg in der Zukunft
    2. eine weiche Landung in der Realität des (Berufs-)Lebens!
    3. Einen Beruf, in dem Du nur gelobt wirst und jedem alles recht machen kannst.
    4. dass Du nicht auf die Idee kommst, doch Lehrer zu werden, um aus Idealismus die Welt zu retten und an den Schülern das gut zu machen, was an Dir in Deiner schweren Schulzeit verkorkst wurde. Das haben schon viele andere vor Dir erfolglos versucht.

    schrieb Yawn am

  • #536

    @Schulmeister:
    Lassen wir Englisch mal bei Seite.
    Aber Björn hat Recht, nur die Formulierung war zu hart.
    Lehrer sind zwar 10 Std an der Schule aber von Ihnen werden nur maximal 5 Std Unterrichtszeit gefordert. Von den Schülern dagegen volle 10 Std Konzentration. Wenn man dann mal erschöpft ist von all dem, kommt der Satz: “Du solltest wohl früher ins Bett gehn, wenn das öfter vorkommt, benachrichtige ich deine Eltern.” Wir stehen also auch unter Druck :(.
    Lehrer haben dagegen 3 Freistunden täglich im Schnitt und könnten in der Zeit alles korrigieren. Wir hatten direkten Einblick ins Lehrerzimmer von unserem Zimmer. Wenn wir bei Vertratungsstunden mal heraus geschaut haben, sahen wir Lehrer beim Kuchen essen, Kaffee trinken, gelacht, manche haben kopiert und andere ein Buch gelesen. Nicht einer hat korrigiert. Ich weiß nicht, wie Sie Ihre Freistunden verbringen, aber es wäre genug Zeit um einen Großteil zu korrigieren. Außerdem haben Sie 2 Wochen Zeit für eine Ex/Schulaufgabe/Klausur usw.
    Schüler kommen um 17 Uhr nach Hause, müssen Lernen und Hausaufgaben machen. Und Jeder Mensch muss Essen usw.  Da bleibt an einem 10 Std Tag keine Chance mehr für ein Hobby oder Sonstiges. Lehrer müssen natürlich auch Tests erstellen und sich im Buch erkunden was sie am nächsten Tag unterrichten wollen und wie sie es vortragen. Aber wir sind 10-18 Jahre alt und Sie 29-67 Jahre alt. Wir wollen auch unsere Freizeit und nicht ständig unter Druck stehen.

    schrieb Schüler am

  • #537

    @zufrieden

    sehr schulmeisterlich, aber:
    Thema verfehlt. Setzen, sechs.

    @Anton

    Ich stimme Ihnen zu. Es gibt eine Menge Lehrerinnen und Lehrer, die aus den von Ihnen genannten Gründen diesen Beruf ergriffen haben. Und auch ich finde das nicht verwerflich, solange die/der Schüler/in dabei nicht auf der Strecke bleibt.

    Es scheint allerdings auch eine gewisse Anzahl an Lehrerinnen und Lehrern zu geben, die auch in den Ferien einen Großteil der Zeit arbeiten. Ob sie das nun müssen oder nicht, ob sie eine mangelhafte Zeiteinteilung haben oder nicht, warum auch immer. Man muss das wohl respektieren. Es ist aber lange kein Grund - ich sage das hier ganz allgemein und die entsprechenden Personen mögen sich nun getroffen fühlen oder nicht - anderen gegenüber, die das aus welchen Gründen auch immer nicht tun (müssen), zu beschuldigen, sie wären schlechte Lehrer, säßen nur auf ihrer faulen Haut oder wälzten die Arbeit auf andere ab.

    Es geht hier doch aber primär um die Frage wie viel wir verdienen, oder? Also raus mit der Sprache: wie viel verdient ihr Pauker?

    Ich mache mal den Anfang: Ich bin fast 40 Jahre alt, habe ein volles Deputat (25 Std.) an einem baden-württembergischen privaten Gymnasium mit den Fächern Ph und M und bekomme brutto ca. EUR 53.000.-/a.  Eine Funktionsstelle beschert mir ab nächstem Monat ca. EUR 9000.- mehr (aber auch mehr Verantwortung).

    Bitte sehr, jetzt kommt ihr…

    schrieb Kay Zenker am

  • #538

    @Björ
    Ach, jetzt sind wir schon soweit, dass Lehrer mit Kfz-Mechanikern verglichen werden. Naja, wenn wir auf diesem Niveau weiterdiskutieren wollen. Aber welche Art von “Argumenten” soll schon von jemandem kommen, der billigen Populismus als “qualifizierten Beitrag” tituliert…
    Es scheint in einige Köpfe nicht hineinzugehen, dass “Urlaub” und “unterrichtsfreie Zeit” nicht deckungsgleich sind. Was man in den “Ferien” so treibt, habe ich bereits geschildert.
    Ein weiteres Charakteristikum des Lehrerberufs ist zudem, dass man nie mit etwas fertig ist. Man kann nicht nach der Arbeit heim kommen, die Füße hochlegen und sich denken “so, für heute habe ich nichts mehr zu tun”. Das habe ich im Studium bei Mercedes am Band wirklich genossen. Geld zu verdienen ohne die Arbeit mit heim zu bringen. Für Lehrer gibt es IMMER etwas zu tun. Und wenn es die Anrufe der Eltern vorzugsweise ab 20 Uhr sind.
    Man hat im Referendariat gelernt, dass wirklich perfekte Stunden mitunter zwei, drei Tage Vorbereitung benötigen. Diese Zeit hat man sicher nicht mehr, aber man (zumindest ich) würde gern noch besseren Unterricht machen als es zeitlich möglich ist. Aber aufgrund der vielen Verpflichtungen, deren Umfang die Schwätzer hier im Forum nicht erkennen wollen, bleibt für wirklich guten Unterricht keine Zeit. Wenn ein “normaler” Arbeitnehmer im Betrieb etwas Kopieren geht, dann ist das natürlich Arbeitszeit. Wenn er seinen Schreibtisch aufräumt bzw. seine Unterlagen sortiert auch. Wenn er mit sich mit seinem Kollegen über dienstliche Themen austauscht = Arbeitszeit. Konferenzen finden natürlich auch nur für Lehrer in der “Freizeit” statt, denn diese beginnen ja nach 13:00 Uhr…
    Ich möchte mal die Pädis und Björs dieser Welt sehen, wie sie eine Doppelstunde Oberstufenunterricht vorbereiten und durchführen. Schulbücher aufschlagen lassen? Klar, wenn es denn welche geben würde. Schon einmal Klausuren korrigiert und mit Gutachten versehen? Schon mal 27 Leute in einem Kurs unterrichtet? Die 40 Stunden pro Woche im Durchschnitt fallen bei jedem Lehrer schon locker in die Woche, am Wochenende, wenn der Großteil der Arbeitnehmer die Füße hochlegt geht es für die meisten Lehrer aber weiter. Die Korrekturzeit eines Gymnasiallehrers liegt bei etwa 1000 Stunden im Jahr. Wer in Mathe aufgepasst hat, kann ja mal ausrechnen, wie viele Arbeitswochen das sind. Aber jetzt kommen sicher wieder qualifizierte Argumente, die das Gegenteil “beweisen”...
    Neben der reinen Arbeitszeit sollte man auch die Belastung berücksichtigen, welche sich nicht in Minuten berechnen lässt. Als Lehrer ist man von kurz vor 8 bis 13 Uhr und länger immer präsent. Man kann sich keine Auszeiten nehmen. Zwischen 22 und 33 Schüler verlangen ständig nach Aufmerksamkeit, was ihr gutes Recht ist. Aber wie anstrengend das ist, können nur wenige nachvollziehen. Wenn mich jemand fragt, ob ich Spaß an der Arbeit habe antworte ich in der Regel, dass ich den Teil in der Schule trotz der hohen Belastung gern mache, aber die Arbeit zu hause weniger. Wenn ich in die Schule gehe ist der Großteil der Arbeit schon erledigt, da die Stunden so gut es mir möglich war geplant sind. Die Arbeit, die bis zu diesem Zeitpunkt investiert worden ist, sehen (ehemalige) Schüler nicht.
    Meine Frau ist Ärztin, am besten sollte sie mal den Ignoranten hier schildern, wie ein normaler Lehreralltag aussieht.

    schrieb Schulmeister am

  • #539

    @Anton: danke für Ihren Sehr qualifizierten Beitrag

    Zur Bezahlung: Diese ist natürlich zu hoch, da die Wochenarbeitszeit deutlich >40h/woche (besonders unter berücksichtigung des vielen Urlaubs) liegt. Man könnte es auch anders formulieren und sagen: Die Wochenarbeitszeit liegt in etwa bei 40h/woche, aber die Urlaubtage sind verdoppelt.
    Ich denke das auch der Vergleich mit dem KFZ-Mechaniker ist durchaus darstellbar ist, da hier wie da trotz “akademischen Anspruch” nicht wissenschaftlich gearbeitet wird.

    ICh verstehe persönlich auch nicht, warum sich hier mit Hände und Füßen und unhaltbaren Behauptungen gegen den stimmigen Gesamttenor gewehrt wird. Sehr viele Lehrer gestehen bei der Begründung Ihrer Berufswahl ein, das der unglaublich viele Urlaub und die lockeren Arbeitsbedigungen die für ein “akademisches Berufsfeld” quasi einmalig sind, der Hauptgrund für Sie waren. Genau das ist für mich auch absolut nachvollziehbar und moralisch in keinster Weise verwerflich.

    Gruß, anton


    Gruß, Björ

    schrieb Anton am

  • #540

    So fühle ich mich doch genötigt, mich wieder zu melden.

    Dear “Schüler”, I am a native speaker and a teacher of English in a Realschule. I can assure you that adverbs are still very much a part of the English language and thus it is essential that you learn them properly and use them appropriately.

    I can assure you that your example, whereby you added the -ly, is completely wrong.

    You should know that adverbs are not used following the verbs “to be”, “to become”, “to look”, “to smell”, “to taste”, “to feel” and “to sound”. There are certain exceptions but they are few and far between. You must use an adjective.

    Schulmeister hat sehr richtig festgestellt, dass wir euch in den Schulen doch keine Umgangssprache, gar Jugendsprache beibringen wollen bzw. dürfen. Genau so, wie ihr im Deutsch-Unterricht auch eure Muttersprache korrekt benutzen müsst, so müsst ihr auch die Fremdsprache Englisch korrekt lernen und anwenden.

    Übrigens wird Englisch auf Malta nicht als Muttersprache gesprochen sondern als Fremdsprache, die auch amtlich benutzt wird.

    Tatsache ist allerdings, dass die Amerikaner die englische Grammatik immer mehr vereinfachen. Sie benutzen Past Simple, wo Engländer Present Perfect benutzen. Sie lassen auch tatsächlich manchmal das -ly bei Adverbien weg. Beim Erlernen der Sprache als Fremdsprache darfst du dies aber nicht machen.

    Es grüßt
    (immer noch)
    zufrieden

    schrieb zufrieden am

  • #541

    @Schüler
    Auf was will ich mich denn nicht einlassen? Sicherlich weiß ich nicht “alles” über die Sprache - solche Menschen gibt es in keiner Sprache. Niemand wird allein den gesamten Wortschatz beherrschen können - auch kein “native speaker”. Allerdings kenne ich mich mit Adverbien und Adjektiven aus. Und ich habe noch keinen “native speaker” getroffen, der diese nicht zu unterscheiden oder benutzen wußte. Dein Beispiel ist einfach nicht haltbar.
    Am besten lehren wir auch nur noch zwei Zeiten, den Rest braucht man ja nicht. Und was das Vokabular angeht, so könnten wir ja vermehrt Wörter wie “thingy” vermitteln, die passen dann in vielen Situationen…
    Natürlich gibt es auch im Deutschen Menschen, die die Sprache beherrschen und jene, die es nicht tun. Soll nun etwa der Deutschunterricht im Ausland (den ich selbst schon erteilt habe) auf das so genannte “Kanakisch” umgestellt werden, nur weil leider Gottes ein großer Teil der Jugendlichen kein richtiges Deutsch mehr sprechen kann? Ich sehe in Gedanken schon den amerikanischen Austauschschüler, der mich mit “was geht ab alder, krasser laden, dieses Gümnasium…” begrüßt.
    Natürlich wird umgangssprachlich nicht immer korrekt gesprochen, aber das kann doch keine Auswirkung auf den Schulunterricht haben! Der heutige Englischunterricht kommt der modernen Anforderungen schon sehr entgegen. Es gibt keinen Fehlerindex mehr, so dass auch Schüler mit einer überaus hohen Fehleranzahl noch verhältnismäßig viele Punkte bekommen können.
    Du kannst doch nicht ernsthaft erwarten, dass Dein Lehrer Dir einen solchen Grammatikschnitzer durchgehen lässt. Wo kämen wir denn da hin.

    schrieb Schulmeister am

  • #542

    @ AS:
    Ja ich habe zum Glück noch 3 Wochen und werde diese sehr geniesen :). Bei uns an der Schule können nur Klassensprecher bei so etwas wie der Schülerratswahl mitentscheiden und ich keine Zeit dafür finde :(.

    @ Schulmeister:
    Ich führe ja schon länger Diskussionen mit Ihnen und sie wollen sich auf nichts einlassen. Nur weil sie Englischlehrer sind, bedeutet das nicht gleich, dass sie ALLES über die Sprache wissen. Ich habe Nachhilfe in Latein bei einer English-nativ-speakerin und sie meinte auch, dass die Endung -ly stark zurückgeht oder gar nicht mehr vorkommt. Ihnen wurde es aber so beigebracht, aber fließende Sprachen ändern sich. Bei Latein zum Glück nicht mehr. Aber ich möchte Ihnen da nicht dazwischen reden.
    Und wegen der Benotung: Sie waren bestimmt auch froh wenn ein Lehrer Sie besser benotet hat, als sie waren oder gedacht haben.

    schrieb Schüler am

  • #543

    @Anton

    Und noch so ein Schwätzer… Sie haben vergessen zu erwähnen, dass Sie Lehrer immer vormittags auf dem Tennis- oder Golfplatz treffen.

    schrieb Schulmeister am

  • #544

    Hallo!
    Ich bin gerade zufällig auf diese Seite gestoßen und habe mir interessehalber mal ein paar Beiträge und vor allem die Kommentare dazu durchgelesen. Wahnsinn!
    Warum trägt diese Seite eigentlich den Namen Lehrer"freund”? Wegen der Tipps zur Unterrichtsgestaltung usw.?
    Schön und gut; letztlich ist es in jedem Fall offensichtlich eine Plattform, in der Eltern und Schüler sich in nicht grundsätzlich angemessener Form ihren Frust von der Seele schreiben können und versuchen wollen, ihre eigene Schulzeit aufzuarbeiten, indem sie mit der Figur “Lehrer” abrechnen und Klischee um Klischee einbringen, Vorurteil um Vorurteil breittreten. Ich kann kaum verstehen, dass noch irgendein Lehrer sich dazu bereit fühlt, diese generalisierten Diffamierungen überhaupt zu kommentieren. (Großes Lob an “Mister M.” für seinen tollen, sachlichen Stil und seine Ausführungen!)

    Was erwarten wir eigentlich von den super bezahlten Lehrern? Dass sie unsere Kinder durch das “Nachwerfen” guter Noten auf die Realität des Lebens vorbereiten? Durch ständiges Entgegenkommen und immer wieder neue Chancen in die Realität außerhalb der Schule einarbeiten?
    Ich habe sicher nicht alle Themen und Kommentare gelesen, aber - hat eigentlich irgendwann schon mal jemand aus der viel gerühmten “Freien Wirtschaft” was darüber geschrieben, wie frei es da zugeht? Mobbing, Auftragszahlen, “der Stärkere gewinnt”, Billiglohnkräfte, wer krank ist, fliegt unter fadenscheinigen Begründungen raus, wer nicht genügend Aufträge reinholt oder Beratungsgespräche nachweisen kann, ebenfalls…

    Möglicherweise können wir froh sein, dass die Mehrheit der Lehrer Beamte sind, die sich keine größeren Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen müssen, denn die Schule ist nun mal ein solcher Arbeitsplatz. Wenn die nämlich auch noch anfangen müssten, sich ihre Daseinsberechtigung von Dumping-Noten und Miesmachen von Kollegen abhängig zu machen, ginge das sicher auch nicht spurlos an unseren Kindern vorbei.

    Bevor ich jetzt ende noch eine Frage: Gibt es eigentlich für andere Berufe auch solche Hassforen? Ich würde mich momentan aus gegebenen Anlässen gerne mal unlieb, aber anonym und straffrei über Ärzte, Finanzbeamte, Versicherungsvertreter und -mitarbeiter, Bankkaufleute und diverse Handwerksberufe äußern. Bin für jeden Tipp in diese Richtung dankbar!

    schrieb unmöglich am

  • #545

    Zitat”...Denn eine Lehrperson, die 100% arbeitet, arbeitet über das Jahr verteilt deutlich mehr als 38 Stunden die Woche…:”

    Jooaa. Den Lehrer möchte ich mal sehen, der bei 18,8h - 21h effektiver Arbeitzeit und 12 Wochen Urlaub auf 38h jahresdurschnittliche Arbeitzeit kommt und falls doch, bleiben noch ca. 6Woche mehr Urlaub. Um auf 38h zu kommen müsste die die Vor- und Nachbereitungszeit bei 100% liegen.

    Das Gehalt ist zu hoch, weil die Arbeitzeit zu gering ist.

    Gruß, A.

    schrieb Anton am

  • #546

    @ Pädio7
    Ernsthaft heißt, dass am Montag die Schule bei uns beginnt und heute am späten Vormittag der letzte Umzugswagen im neuen Schulgebäude ankam. Bis 13.10 Uhr war ich in der Schule, ab 14 Uhr (  10 km nach Hause, umziehen, 20 km zum Termin) bis 20.30 Uhr zu einer Zeugnisausgabe mit Öffentlichkeit von Nichtschülern, deren Schuljahr heute abläuft. Ich hatte bis gestern im Klassenraum keine Stühle gestellt, keine Tische und keinen Schrank. Am Montag warten für meinen Klassenraum ca. 15 Kartons und im Zeichenraum geschätzte 40 Kartons des Auspackens, plus Unterricht ab Montag und Vorbereitung am Wochenende. D.h. im Augenblick ist es heftig. Also heute war ich mit Jahrgangsteamvorbereitung, Umzug und Zeugnisausgabe 12 Stunden unterwegs und im Dienst. Die Tage davor waren es aufgrund der Umzugssituation, die sich noch mit Bauarbeiten bis zu den Oktoberferien hinziehen wird,jeden Tag gute 8 Stunden, denn Fachschaftssitzungen und Dienstberatungen waren diese Woche auch.
    Natürlich kann ich meine Zeit frei einteilen und muss nicht 8 Stunden am Stück wie in der Fabrik arbeiten, aber nach dem Ganztagsbereich wird die Schule verschlossen und früh erst um 7 geöffnet.
    Nun ist zum Glück nicht jedes Jahr Umzug der Schule, aber 8 Stunden Arbeit sind jeden Tag da, wenn Normalbetrieb ist. Ob für Sie dieser Arbeitsaufwand nachvollziehbar oder nicht ist, ist mir eigentlich ziemlich gleichgültig. Um gerecht die Arbeit eines anderen Menschen einschätzen zu können , sollten wir in seinen Stiefeln marschieren., vorzugsweise ein Jahr. Sind Sie dazu bereit?
    Übrigens: Ich unterrichte Hauptschüler, Realschüler und Nichtschüler. Die Lehrbefähigung habe ich bis zum Abitur. Ihre Ignoranz der Arbeit in einer HS- Klasse deckt sich mit einer ganzen Reihe von Deutschen. Die Arbeit dort ist genauso anspruchsvoll wie in einem Gymnasium, nur auf einer anderen Ebene.

    @ Schüler

    Viel Spaß im neuen Schuljahr, ich habe ihn schon mit diesem(s.o.). Bleib weiterhin kritisch und sachlich, denn der Ton macht die Musik.
    ;-) Der Wechsel eines Systems in der Schule, wie G8, ist oft problematisch, aber auch zu schaffen, wenn du positiv herangehst. Übrigens auch meine “Fächer” sind die wichtigsten der Schule :lol: . Nein, mal ensthaft, versuche am Beginn des Schuljahres gezielt deine Stimme bei der Schülerrats- und Vertrauenslehrerwahl einzusetzen. Das bringt etwas und macht Sinn.

    schrieb AS am

  • #547

    @Schüler
    Ich muss keine Woche ins Ausland gehen, da ich im englischsprachigen Ausland schon studiert und als Lehrer gearbeitet habe. Zudem bin ich Englischlehrer und bleibe dabei, natürlich verwenden “native speaker” Adverbien.

    schrieb Schulmeister am

  • #548

    @ Schulmeister:
    Gehen sie mal eine Woche dorthin und achten sie darauf. Und das war ein Beispiel, dass ich abends um 23 Uhr gefunden habe schnell.
    Und die Frage von Pädio7 finde ich auch äußerst interressant.

    schrieb Schüler am

  • #549

    In diesen Sommerferien war ich allein 3 Wochen dienstlich mit Schülern unterwegs. Urlaub war das sicher nicht, wenn Sie sich täglich Gedanken über den Tagesverlauf machen müssen - und das natürlich schon vor den Ferien. Alle anderen Ferien hatte ich bis auf die Feiertage wie Weihnachten, Ostern usw. (da bekommt micht niemand an den Schreibtisch) mit Korrekturen zu tun. In den Weihnachtsferien habe ich mal spaßeshalber die Stunden gezählt, es waren täglich zwischen 8-16 Stunden, auch an den Wochenenden. Natürlich hängt das auch von den Fächern und vor allem von der Anzahl der Oberstufenkurse ab. In den Herbstferien war ich 4 Tage auf Mallorca und habe jeden Abend noch mind. 2 Stunden korrigiert - auch an meinem Geburtstag.
    Zudem unterrichte ich Geschichte bilingual, wofür man eine deutlich längere Vorbereitungszeit braucht, da man die Materialien zu einem nicht geringen Teil selbst erstellen und oft auch teuer kaufen muss.
    Vielleicht erweitert diese Antwort Ihren Horizont ein wenig.

    schrieb Schulmeister am

  • #550

    ... ich komme aus Bayern, und habe (evtl. fälschlicherweise) angenommen, dass jeder Lehrer nun noch ca. 3,5 Wochen Ferien hat. Und was man 3,5 Wochen lang täglich 8 Stunden vor dem Schuljahr vorbereiten muss, würde mich nun mal wirklich interessieren!
    Aber da “Schulmeister” ja auch im ganzen Jahr nur auf “3-4 Wochen Urlaub” kommt, können Sie mir vielleicht sagen, was Sie in den Sommerferien genau vorzubereiten haben? Und diese Frage ist wohl doch nicht als Provokation zu werten, oder soll ich die Frage sanfter formulieren (wobei Sie sich ja auch nicht gerade in vielen Postings als sanft Formulierender geoutet haben)?
    Bitte, wie gesagt, ich lasse mich gerne überzeugen
    ...

    schrieb Pädi07 am

  • #551

    “It sounds strangely” wäre ja auch falsches Englisch. Und natürlich benutzen die “native speaker” Adverbien…

    schrieb Schulmeister am

  • #552

    @ Schulmeister:
    Ich bin in Bayern auf einem Gymnasium, sprich ich bin noch in den Testklassen des G8.
    Und Englisch ist eh so ein Fach.. Manche Lehrer streichen “a golden cross” und werten einen Fehler und schreiben darüber “a cross made of gold”. Oder ich war in den Osterferien in Malta und England (jeweils eine Woche). Kein Mensch hat dort auch nur einmal die Endung -ly benutzt (Beispiel: It sounds very strangeLY). Also kann es dort schnell zu schlechteren Noten kommen. Je nach dem wie “kolant” der Lehrer bewertet.
    Eine schlechte Note finde ich gerechtfertigt wenn die Lehrer/in eine passende Begründung hat. Wir hatten eine sehr gute Referindarin bei der wir zwar alle nicht so gut waren aber jede Note begründet war und so wir alle sehr weit voran kamen. Die meisten Lehrer knallen einem die schlechte Note vor und dann wars das.

    zu den 50%: Unsere Italienischlehrerin hat kein Wort mit sich reden lassen und meinte jedesmal: “Ihr lernt es das erste Jahr und PUNKT und bei den Schulaufgaben lass ich mir nicht dazwischen reden!” Wir waren alle schockiert und sie meinte noch dazu (ich hatte mit 9/19 pkten eine glatte 6): “Ihr wart aber auch grottenschlecht!” und das wars für sie. Andere Lehrer/innen äußersten sich auch nicht.. und ich weiß auch nicht wie Italienisch in anderen Bundesländer gehandhabt wird aber ich finde das total ungerecht.

    Referendare: Eine 10€ Lektüre ist für ein Buch nicht viel aber es nur einen Tag zu behandeln und uns einfach überraschend geben finde ich schon dumm.

    @ AS:
    über diese Büchersache: Als wir uns beschwerten schiob die Lehrerin ihrer Betreuungslehrerin alles in die Schuhe und diese beteuerte, dass sie dieses Buch auch schrecklich findet und die Referindarin darauf bestand es zu lesen.
    Italienisch: s.o.
    Leider gibt es bei uns keine älteren Prüfungen weil wir seit kurzem G8 haben und ich reingerutscht bin :-/..

    Und leider nehmen uns fast keine Lehrer ernst.. sie denken sie sind am längeren Hebel und manche sie sind “Gottes Geschenk an die Schüler”. Und im Klassenbuch stehen oft pro Fach 45 min lernen, weil sie denken ihr Fach ist DAS wichtigste Fach und wir haben ja nichts anderes zu tun :(..

    schrieb Schüler am

  • #553

    sorry sorry sorry….

    immer, immer lese ich quer und zu schnell…

    LilLady… ich bitte mal um Entschuldigung…

    Gruß  wundermichmal

    schrieb wundermichmal am

  • #554

    Jooo LilLady…  da wünsche ich Dir mal alles Gute…  ein herzliches Willkommen in der Realität…  und ehrlich gesagt, ich wünsche mir, dass Du nicht in den Lehrerberuf einsteigst…  datt wird nix werden… und bitte: entscheide Dich mal anders…  Wenn Du aufschlägst, wirds nen dicken Plumps tun…  auf der anderen Seite:  Schreibtischtäter gibts eh genug…  wechsle das Fach und werde Finanzberaterin…  am besten in Kleinpumuckelsdorf….
    ach jee….  womit haben wir das verdient?

    schrieb wundermichmal am

  • #555

    Und Sie beschweren sich über meine Anrede “Schwätzer”... Und was wird ein Lehrer wohl zum Sommerferienende tun? Schon einmal was von Unterrichtsvorbereitung gehört? Mittlerweile glaube ich nicht mehr an Unwissenheit Ihrerseits diesbezüglich, sondern halte Ihre Aussagen für reine Provokation.

    @LilLady
    Die Ansicht, dass alles, was mehr als 400 Euro im Monat ist ausreicht, wird sich noch schnell relativieren. Gleiches gilt für das Verhältnis von Arbeitsbelastung im Studium und im Berufsleben (vor allem im Referendariat). Und Praktika im Studium sind nicht wirklich aussagekräftig.

    Im übrigen beschwert sich hier im Forum kaum jemand über sein Lehrergehalt. Es ist seit Monaten so, dass sich hier Lehrer immer wieder für Gehalt rechtfertigen müssen und das ist der eigentliche Skandal

    schrieb Schulmeister am

  • #556

    Also wenn ich das hier alles so lese, würde ich am liebsten mein LA Studium abbrechen und mein Hauptfach auf MA weiterstudieren. Ist ja furchtbar…

    Die einen kloppen sich, wer den anstrengenderen Job hat und mehr Arbeit *gähn*
    Die nächsten streiten sich über die Besoldung *nochmal gähn*
    Die Nichtlehrer und Eltern unterstellen den Lehrern einen einfachen Beruf mit viel Freizeit (Herr, lass Hirn regnen)
    Und die Schülern meckern das nach, was ihre Eltern ihnen vorlabern.
    Na wunderbar, ich mache lieber meine eigenen Erfahrungen.
    Ich bekomme als Lehrer mehr Gehalt als jetzt in meinen diversen Nebenjobs, da bin ich schon glücklich drüber. Ist mir egal wieviel es ist, solange es mehr als 400 Euro im Monat sind.
    Freizeit? Die habe ich jetzt auch nicht, vielleicht einen Tag in der Woche, während der Semesterferien, aber sonst? Nicht wirklich. Ich sehe meine Mum und die arbeitet jeden Tag von 7-21 Uhr und verdient beim DRK einen Bruchteil vom Lehrergehalt.
    Warum sollte man nicht viel arbeiten, wenn man mehr als 2000 Euro im Monat verdient, als Lehrer? Man muss ja schließlich auch was tun für sein Geld. Überraschend ist das ja wohl nicht, man hat doch während des Studiums in den Beruf bereits reingeschnuppert und hätte sich immernoch anders entscheiden können. Wenn man Abwechslung braucht, kann man ja einfach mal ins Ausland wechseln?

    schrieb LilLady am

  • #557

    @ AS

    jetzt würds mich ja schon mal interessieren, mit was Sie “jetzt schon loslegen” müssen. Und auch interessieren würde mich, ob das “loslegen” 8 Stunden täglich harte Arbeit bedeutet. Der Stoff einer Hauptschule dürfte ja für einen studierten und so erfahrenen Lehrer kein Problem darstellen - man muss sich ja da nicht gänzlich neu einlesen, oder 1500 neue Folien und Unterrichtskonzepte erstellen. Also daher meine ernst gemeinte Frage: was machen Sie jetzt täglich 8 Stunden lang? Ich freue mich über eine ausführliche, nachvollziehbare Antwort und gerne lasse ich meine Zweifel dadurch zerstreuen.

    schrieb Pädi07 am

  • #558

    @Schüler:
    Danke für deine Antwort.Also bekommst du auch eine ehrliche Antwort. Ich habe jetzt im August 25 Jahre (musste erst einmal stark rechnen ;-)) Schuldienst vollendet, ohne Studiendirektor,s.o. die Gründe. Übrigens auch ohne Anerkennung, weil ich das Bundesland gewechselt habe.Ob ich “älter” bin, weiß ich nicht, denke aber mal, dass das mit den Jahren so eine Sache ist. Wenn Lehrer euch Schüler ernst nehmen, dann bemühen sie sich auch, euch zu verstehen. Das versuche ich auch nach so langer Zeit, aber solche Lehrer scheint ihr auch zu haben. Das mit den Noten ist sicherlich subjektiv. Gerade in Kunst oder Deutsch kann man mitunter sehr differenzierte Noten für die gleiche Arbeit geben. Aber gerade Kunst blieb ja bei dir. Wenn wir bei einer Benotung nicht ganz sicher sind, sprechen wir darüber unter Kollegen.Das hilft für die Sichtweise und für die Gerechtigkeit, aber meine Schule ist nicht so groß, da klappt das. Übrigens schließe ich mich “Schulmeister” an, dass eine 6 mit 50 Prozent seltsam ist. Bei uns gibt es ab 51 Prozent eine 4, aber auch das wird wegen der Hälfte hart diskutiert. Das mit der zu harten Benotung, kannst du natürlich in deinem Umfeld schlecht relativieren, aber es ist schon etwas daran. Schau dir doch mal ältere Prüfungen an, der Aufgabenkatalog ist schon unterschiedlich.
    Mit dem “dürfen” ist das auch so eine Sache. Textmaterial kann jeder Lehrer verlangen, aber er sollte seinen Schülern verständlich machen können, warum er das so und nicht anders macht. Die Relevanz von Unterrichtsmenge, Lehrplan und Kosten sollte gewährleistet sein. Ich persönlich habe mich im letzten Jahr zum Beispiel sehr darüber gefreut, dass alle meine Hauptschüler mit mir ein Buch über Drogen gelesen haben. Das war schwierig, aber für sie und mich an dieser Stelle richtig. Nimm den Rat mit der Schülervertretung an.
    Dir wünsche ich noch schöne Restferien, denn ich muss schon loslegen.

    schrieb AS am

  • #559

    Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nur soviel: ein Referendar unterrichtet in einigen Klassen eigenverantwortlich, in anderen nicht. Dort, wo er eigenverantwortlich unterrichtet, hat er die gleichen Rechte wie andere Lehrer auch. Und dazu zählt auch die Auswahl der Lektüre. Ob diese in Euren Augen langweilig ist oder nicht, ist erst einmal egal. Gleiches gilt für Exkursionen bzw. Unterrichtsgänge.
    Die Benotung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa Bundesland oder Fachkonferenz. Aber eine 6 mit 50% klingt für mich seltsam. Aber da könnt Ihr (oder der Elternrat) doch einfach mal nachfragen.
    Viele Lehrer benoten meiner Meinung nach zu gut, weil sie dann weniger Probleme mit den Eltern haben, beliebter bei den Schülern sind usw. Ich hatte beispielsweise eine Schülerin, die mit einer 3 in Englisch die Klasse wiederholt hat (sie kam von einem anderen Gymnasium). Bei mir hat sie eine 5. Eine 3 bedeutet “befriedigende Leistung” und die erbringen die meisten 3er Kandidaten nicht.

    schrieb Schulmeister am

  • #560

    @ Schulmeister

    also ich bin 14 und werde demnächst 15 und männlich. Oke ich gebe zu, das war keine gute Idee mit der Beeinflussung der Schüler war doch nicht so gut.. :-/
    Wir sind eine sehr große Schule und somit bekommen wir an die 100 Referendare in einem Schuljahr.. eher 130 ..
    Also das mit den Lehrern und den Noten—> das habe ich in unserer Klasse festgestellt. Letzes Jahr in Mathe gab es alle Noten bis auf 6. Die Gleiche Klasse ein Jahr später .. eine 3   der Rest 4er, 5er, 6er. Physik: Lehrerwechsel im Halbjahr: Jeder ist um mindestens 1 Note abgerutscht.  Deutsch: Lehrerwechsel: sogar bis zu 3 Notenabrutsche.  Sport: blieb gleicher Lehrer, gleiche Noten. Das selbe in Kunst.
    Aber es gab auch erfreuliche Lehrerwechsel: In Englisch gab es keine 5er und 6er in den Schulaufgaben.. davor hat es solche Noten gehagelt. Ich könnte das noch stunden aufführen.. aber dazu sage ich: es hat jeder normal weitergelernt.
    Das mit dem lasch ist unberechtigt. Besipiel: Italienisch: ab 50% hat man eine 6. normal: 50% +1 pkt ist die 5. Frage: Und wenn es 60 pkte gibt warum gibt es dann keinen 10 Pkte Abstand? sondern einen 4-7 pkte Abstand?!
    Betreff Referendare:
    wie oben erwähnt sind es sehr viele
    mit der Schulleitung ist abgeklärt, dass wir nächtes Jahr kaum - wenige Referendare bekommen.
    Fragen: Darf eine Referendarin:
    -ohne unsere Mitbestimmung eine Lektüre bestellen und wir müssen 9,90euro verlangen obwohl es eine andere Lektüre gibt, die wir alle lesen wollten? und stadtdessen eine sehr langweilig Lektüre bekamen die wir eine Stunde behandelt haben.. und zwar in der stunde, in der wir sie überraschend bekamen. Danach brachte sie Zeit mit der Erstellung einer Klassenzeitung.
    -Darf eine Referendarin einfach so einen Ausflug zu einer Redaktion planen an einen freien Nachmittag, an dem wir erst um halb neun abends heimkamen?! Es war kein Wandertag sondern ein normaler Mittwoch. Wir hatten noch montags und Donnerstags Nachmittags schule also schon Stress genug.
    und wie obengenannt:
    -warum ist das Fach Italienisch so streng benotet?
    Lg

    schrieb Schüler am

  • #561

    @Schüler
    Du bist noch Schüler (wie alt bist Du eigentlich, wenn ich fragen darf?), daher sind Deine Ansichten verständlicherweise etwas einseitig.
    Zunächst einmal kann die Bezahlung keine “Schülerkomponente” aufweisen, da sonst die beliebten Lehrer besser bezahlt würden. Beliebt heißt aber eben nicht besser. Sonst enden wir wie in den USA, wo Lehrer bessere Noten geben, um besser bezahlt zu werden. Und da wollen wir sicher nicht hin, denn dann könnten wir aus dem Studium auch eine Lehre machen…
    Zum Thema “Nobelmarken”. Die von Dir angesprochenen Studiendirektoren sind in der Regel schon sehr, sehr lange im Dienst. Wer lange spart, kann sich auch etwas leisten. Zudem haben Studiendirektoren in der Regel soviel Mehrarbeit, dass dies auch ein höheres Gehalt rechtfertigt. Allerdings haben diese Tätigkeiten zu einem großen Teil nichts mit Unterrichten zu tun, sondern mit Verwaltung. Je nach Größe des Gymnasiums (denn nur hier und an Berufsschulen gibt es Studiendirektoren) sind das aber nur zwischen 5 und vielleicht max. 10 Leuten.
    Als Referendar bekommt man natürlich viel zu wenig Geld. Abzüglich Fahrtkosten zur Arbeit habe ich gerade einmal 700 Euro im Monat zum Leben gehabt - das ist soviel wie Hartz IV + Wohngeld. Unvorhersehbare Ausgaben wie Reparaturen am Auto (das man an einem Landgymnasium braucht) stürzen einen dann schnell in Schulden, aus denen man nicht mehr selbst herauskommen kann (es sei denn, die Familie steht mit ca. 26-28 Jahren noch finanziell hinter einem…) Es ist eine Farce, dass z.B. Berufsschulreferendare nach einem Hochschulstudium oft weniger verdienen als ihre Schüler im dritten Lehrjahr.
    Das 70% der Note vom Lehre abhängen ist natürlich nicht wahr. Sicher gibt es unfähige Lehrer, aber das ist vielleicht mal in einem Fach in einem Schuljahr so, aber nicht dauerhaft. Gerade in den “Hauptfächern” werden so viele Arbeiten/Klausuren, Tests usw. geschrieben, dass selbst eine “ungerechte” Note nicht ins Gewicht fällt.
    Im Allgemeinen wird selbst auf dem Gymnasium heutzutage zu lasch benotet, dass stelle ich als so genannter Junglehrer immer wieder fest. Auch meine ehemaligen Lehrer bestätigen dies. Ich selbst gebe “strenge”, aber meiner Meinung nach ehrliche Noten. Wenn ich Spickmich.de glauben darf, bin ich aber trotzdem beliebt. Du musst Dir mal genau anschauen, was die Noten bedeuten. 
    Acht Referendare in einem Jahr ist nebenbei erwähnt ein unmöglicher Zustand und spricht nicht gerade für Deine Schule. Auch wenn Referendare nach ca. einem Jahr sicher weit besseren Unterricht machen als der Rest des Kollegiums (denn die haben nicht mehr die Zeit, mehrere Stunden Vorbereitung in eine Schulstunde zu stecken) ist diese Zahl eine Zumutung und der Elternrat sollte da mal einschreiten. Allein schon aufgrund der Tatsache, dass Referendare wegen ihrer aufgezwungenen Zirkusvorführungen oft nicht mit dem Stoff durchkommen und es dann im nächsten Schuljahr/ Schulhalbjahr zu Problemen kommt, die die Schüler ausbaden müssen.

    schrieb Schulmeister am

  • #562

    @ Schulmeister:
    ich meinte damit nur ein kleiner Teil so 1:70 oder so etwas.

    @ AS
    danke dass Sie sich so viel Mühe gegeben haben. Bei uns an der Schule sind total viele neue Lehrer. Wir hatten dieses Jahr 8 referendare von 12 Fächern. Sogar unsere Klassenleitung unterrichtete uns nicht mehr.
    ->Nobelmarken: so gut wie alle älteren Lehrer bei uns tragen nobelmarken. Nicht jeden Tag aber zieml oft aber das sind meistens Studiendirektoren und ich weiß nicht, wieviel diese dann verdienen.
    Und mit den Referendaren sahen wir den direkten Vergleich.
    Aber die Noten hängen auch wirklich zu 70% vom Lehrer ab und Lehrer die ungerecht bewerten würden dann durch die gegebenen Noten auch Schlechtes daraus ziehen. und dadurch vllt lernen, dass es einfach nicht in Ordnung ist oder “pädagogisch sinnvoll” so hart zu bewerten.

    ich weiß jetzt auch nicht genau ob unsere Lehrer mit ihrem Partner alleine leben oder gar keinen Partner haben, aber als Alleinverdiener ist es doch nicht so viel wie es anfangs scheint.
    Sind Sie ein schon länger unterrichtender Lehrer oder haben sie noch nicht so viele Jahre?

    LG Schüler

    schrieb Schüler am

  • #563

    @Pädio7

    Über Ihre Antwort habe ich mich gefreut, da Sie zeigt, dass Sie Erfahrungen besitzen, die Ihre Meinung unterlegen. Sicherlich kenne auch ich Kollegen, die das, was Sie anprangern tun, aber es gibt mehr als einen Lehrer, der noch für seine Schüler brennt, auch wenn diese keine Gymnasiasten sind.

    Über die Unterrichtsvorbereitungen habe ich schon vorher geschrieben.

    schrieb AS am

  • #564

    @ Schüler

    Sicherlich ist deine Meinung nachvollziehbar, aber ich glaube die 100 Prozentklausel wurde hier angewendet, denn alle älteren Lehrer können sich Nobelmarken nicht leisten. Und junge Lehrer gibt es z.B. gar nicht bei uns (nach Unicef bis 40, da haben wir grade noch eine).

    Vorschlag: Werde Lehrer treibe unseren Altersdurchschnitt runter und bringe neue Ideen mit. Und fange an meiner Schule an, damit ich etwas davon habe. Ich warte.

    Bei der Bezahlung über die Meinung der Schüler müsste das dann für alle Berufe gelten: der Bäcker bekommt nach Geschmack, der Masseur nach Nutzen, der Schneider nach Passgenauigkeit….. - Fraglich, ob das klappt. Aber im Prinzip ist die Idee mit der Bezahlung nach Leistung schon gut, nur die Umsetzung ist schwierig und daran schreiben jetzt schon eine ganze Menge Leute. Übrigens das “viele” Geld muss bei mir eine vierköpfige Familie ernähren- als Hauptverdiener. Da relativiert sich auch noch einiges.

    schrieb AS am

  • #565

    @Pädi07
    Klausuren während des Unterrichts korrigiert. Na sicher…
    @Schüler
    Schüler sollen bei der Bezahlung mitbestimmen? Na das ist ja mal ein kompetenter Vorschlag…

    Leider habe ich keine Zeit, um hier alles zu kommentieren, denn ich bin Lehrer und habe eben gerade keinen Urlaub, sondern unterrichtsfreie Zeit. Nur soviel, nur weil Material alt ist, muß es nicht schlecht sein…

    schrieb Schulmeister am

  • #566

    Lehrer verdienen so viel??
    Meiner Meinung nach sollten die Gehälter nicht nach Beamten und Angestellten bestimmt werden, sondern wie gut sie sind.
    Diese Bewertungen sollten von Schulaufgaben und anderen möglichen Noten herkommen aber auch durch Mitbestimmung der Schüler.
    v.a. Lehrer die schon sehr lang an der Schule sind, unterrichten meist mit einer alten Methode, die von uns nicht nachvollziehbar ist.
    und die jungen lehrer die uns verstehen und uns individuell fördern müssen sich mit einem Hungerlohn über Wasser halten, während die älteren Lehrer mit Luxusmarken wie Dolce und Gabbana herumlaufen.
    WO ist da die Logik?!
    das war die Sicht von einem Schüler
    Lg

    schrieb Schüler am

  • #567

    @ Mister M.:
    Danke,danke,danke! Humorvoll und nachvollziehbar “Fakten” widerlegt.

    @schnipsel.

    Mein Zeitmanagement lässt nur eine kurze Antwort zu. Es wäre durchaus an der Zeit, mal die Scheuklappen abzunehmen, denn eine Ganztagsschule ist nicht mit dieser Art der Arbeit, die du fabrizierst, zu halten. Übrigens hatte ich geschrieben, dass ich kein Naturwissenschaftler bin, aber selbstverständlich muss ich nicht nur Bücher schleppen, denn Kunst verlangt sehr zeitaufwendige und praktische Vorbereitungen, wenn man Lehrer und nicht Leerer ist. Und mehrere Jahre die gleiche Vorbereitung????? Wir haben stets Wiederholer und Nachschreiber, die können bei mir nicht vom Vorjahr oder vom Nachbarn abschreiben, Zeitmanagement ???? Leider ist mir der Schüler hier wichtiger als ich, denn er soll lernen - und nicht ich meine Freizeit gestalten.

    schrieb AS am

  • #568

    Werter “Mister M”,

    nur um auch Sie ins Bild zu setzen: mein Satz “...die Schulzeit beurteilen…” war nur meine Antwort auf die Unterstellung, genau das nicht zu können im Beitrag #367, keine frei stehende Äußerung (wer lesen kann ist auch hier klar im Vorteil).

    Weiterhin wundere ich mich doch sehr, dass Sie meine nun mal einfach in der Realität und langen Schuljahren gemachten Erfahrungen anzweifeln. Woher nehmen Sie denn die Arroganz zu sagen, das das nicht der Wahrheit entsprechen sollte? Mein Bsp. der 30 Jahre alten Skripten basiert nicht auf der Tatsache, dass ich 30 Jahre lang Unterricht beim selben Lehrer genießen durfte (ein wirklich schlagkräftiges Argument…), sondern auf Mitschriften 25 Jahre älterer ehemaliger Schüler, die diesen Lehrer einfach auch hatten. Da kein Unterschied im Stoff - nicht mal in Arbeitsblättern oder Satzformulierungen zu erkennen war - ist meine Feststellung wohl einfach logisch. Ich will mich nicht auf eine Begriffsdiskussion mit Ihnen einlassen, was denn nun der Unterschied zwischen “Extemporale, Test, Klassenarbeit oder Klausur” ist, Fakt ist: sämtliche schriftliche Klausuren und Kurzarbeiten (!), also alle notenrelevanten Leistungsnachweise, wurden während des Unterrichts korrigiert.

    Zum Thema Nachhilfe: ich kann bezeugen, dass mindestens 15 Lehrer meines Gymnasiums (etwa 600 Schüler) nebenbei Nachhilfe gaben - ich kenne natürlich den Umfang nicht, aber die Tatsache alleine genügt meines Erachtens. Schön, wenn es an Ihrem, Gymnasium anders ist.

    Mein Bild von Lehrern habe ich mir ausserdem selbst gemacht, es stammt also nicht aus der B-Zeitung, wie von ihnen vermutet. Aber wie Sie sehen liegen Sie mit Ihren Vermutungen einfach daneben.
    Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle einen Kommunikations- und Argumentations-Kurs. Dort lernen Sie, dass man beim Feedback oder bei Reaktionen auf Äußerungen anderer nicht auf Vermutungen und Interpretationen zurückgreifen sollte. Um noch ein versöhnliches Wort zum Abschluss zu sagen (auch das ist ein gängiges und vor allen Dingen konstruktives Kommunikationsverhalten): ich glaube Ihnen gerne, dass Sie kein “schwarzes Schaf” sind, sondern Ihren Job ernst nehmen und wirklich eine 40-Stunden-Woche sowie nicht 13 Wochen reine Ferien haben. Wünschenswert wäre es eben, dass noch mehr Ihrer Kollegen so arbeiten würden…

    schrieb Pädi07 am

  • #569

    @Pädio7:
    Selten so viel Unsinn gelesen, aber jetzt mal im Einzelnen:

    “[...] ich war lange genug Schüler um zu wissen und beurteilen zu können wie meine Schulzeit abgelaufen ist und unterrichtlich gestaltet war.”

    So wie die restlichen 99,99..% der Bevölkerung. Glückwunsch!

    “Warum nehmen Lehrer im Freizeitbereich nur so viele ehrenamtliche oder hobbyorientierte Tätigkeiten wahr?”

    Was ist daran verwerflich? Schauen Sie in einem etymologischen Wörterbuch Ihrer Wahl unter dem Begriff “Freizeit” nach.

    “Oder sind nur zu oft schon nachmittags im Schwimmbad, auf dem Golfplatz, im Cafe oder anderen “stressigen” Lokalitäten zu finden? Vermutlich nicht, weil es sich da so gut korrigieren lässt!”

    Das haben Sie bestimmt aus der B**D-Zeitung, nicht wahr?

    “Warum geben so viele Lehrer nebenbei noch Nachhilfe? Scheinbar sind nicht alle wirklich ausgelastet.”

    Ich kenne an unserem Gymnasium KEINEN (in Zahlen: 0) Kollegen oder Kolleginnen, die so etwas machen. Warum wohl?

    “Ich gebe zu, dass es einige scharze Schafe wie in allen Berufen gibt, auch dass der Job nicht immer einfach ist, aber in welchem Arbeitsfeld habe ich jede Woche 20 frei einteilbare Stunden zur Vor- und Nachbereitung und noch dazu 13 Wochen (3 Monate!), an denen ich nicht an meinem Arbeitsplatz erscheinen muss?!?”

    Bei einer 5-Tage-Woche mit voller Stundenzahl und den üblichen unterrichtsfreien Stunden, die man zwangsweise an der Schule verbringt, ist man schon ca. 25 ZEITstunden an der Schule, ohne Konferenzen, Arbeitsgemeinschaften u.ä. Soviel zur “freien” Zeiteinteilung.

    “Und ich kenne genug Lehrer, die im Sommer 4-5 Wochen im Ausland Urlaub machen.”

    Und? Ist das verwerflich? Schon einmal daran gedacht, dass es sich um einen Ausgleich für die mit Korrekturen belegten anderen Ferienzeiten handelt? Andere machen dafür drei mal im Jahr Urlaub. Alleine eine Abitur-Korrektur verschlingt als Erstkorrektor 40-80 ZEITstunden, je nach Fach und Kursgröße.

    “Und mir erzählt keiner, dass man nach 5 Jahren im Fach noch übermäßige Vorbereitungsstunden investieren muss: das Konzept steht, die Routine ist da und ich muss nur noch korrigieren.”

    Wir sind hier aber nicht an der Uni, wo der Prof immer das gleiche Skript “runterleiert” (nennt sich dann “Freiheit von Forschung und Lehre”). Schülerschaft und Vorgaben (Lehrpläne, Rahmenrichtlinien, neuerdings “Kerncurricula”) ändert sich andauernd. Auch wenn Sie das wahrscheinlich nicht nachvollziehen können, oder haben Sie fünf Jahre lang das gleiche Fach in der gleichen Klassenstufe belegt?

    “Dazu ein Bsp., das vielleicht das schlechte Image von Lehrern begründen hilft: ich hatte einen Lehrer, der Exen etc. im Anschluss direkt in der Schulstunde korrigiert hat und meist noch herausgegab.”

    So eine “Exe” ist wohl eher ein “Test” und keinesfalls mit einer Klassenarbeit/Klausur zu vergleichen.

    “Seine Skripten, die er in den Stunden abgelesen hat waren ca. 30 Jahre alt und haben sich nicht ein einziges Mal auch nur um eine Nuance verändert. Vielleicht ein schwarzes Schaf, aber ganz einfach auch eine prägende Erfahrung meiner Schulzeit.”

    30 Jahre alt? Wahrscheinlich waren die Skripten noch in Sütterlin geschrieben. Sie hatten es wirklich schwer…

    “Außerdem kenne ich keine Berufssparte, die so viel jammert, wie Lehrer. Ich hörte noch nie von einer Friseurin, wie viel Arbeit sie doch hat, oder von einem BWLer, der viele Wochen beruflich ins Ausland reisen muss, oder von einem Bäcker, der täglich um halb 3 aufstehen muss, oder einem Schichtarbeiter, der sich täglich vom Vorarbeiter am Fließband anblaffen lassen muss und nach einigen Jahren auf dem Zahnfleisch daherkommt.”

    Mein Tipp: Werden Sie LEHRER! Bis 2013 sollen 40.000 Lehrer fehlen. Für so einen Leistungsträger wie Sie sollte es kein Problem sein, die Ausbildung bis dahin abzuschließen. Dann haben Sie alle Vorteile: Geld ohne Ende, 13 Wochen Urlaub, vormittags recht und nachmittags frei. Und sicherlich können Sie sogar diese 30 Jahre alten Skripten weiterverwenden…

    “QED”

    Mathematik-Lehrer werden besonders gesucht…

    schrieb Mister M. am

  • #570

    Bravo Mister M.
    vollste Zustimmung…. besser kann man/frau das Dilemma nicht beschreiben..
    schon die Überlegung in den Grundschulen…etwa 35 Schüler und Schülerinnen in die 1. Klasse einzuschulen, weil eh zehn bis zwölf rausfallen zeigt die ganze Hilflosigkeit dieses Bildungssystems….  bzw. deren perfide Berechnung…
    es ist und bleibt zum Heulen…

    schrieb wundermichmal am

  • #571

    @Nati:
    “Haben wir uns nicht alle unsere Berufe selbst ausgesucht? [...] Und warum haben Lehrer, die sich über die viele Arbeit oder die schwierigen Jugendlichen beschweren überhaupt diesen Beruf gewählt?”

    Zum besseren Veständnis, warum sich viele Lehrer so “aufregen” (wobei man dies erst mit einiger Berufserfahrung als Lehrer nachvollziehen kann):

    Einerseits verkündet die Poltik Tag für Tag lautstark in den Medien, wie wichtig doch die Bildung sei und das Bildung der einzige “Rohstoff” Deutschlands sei. Man bekommt den Eindruck, dass die Politik nichts unversucht lässt, um die Bildungsqualität zu verbessern.

    Wenn man dann aber erst einmal einige Jahre als Lehrer gearbeitet hat, stellt man sehr schnell fest, das jede bildungspolitische “Innovation” immer zu Einsparungen und Mehrarbeit für die Lehrer und Lehrerinnen führt. Da werde Klassenfrequenzen systematisch heraufsgesetzt, weil es Geld spart. Da wird die Schulzeit bis zum Abitur um ein Jahr verkürzt, ohne an den Fachinhalten etwas zu ändern, weil es Lehrer und damit Geld spart. Da werden Arbeitszeitmodelle von Unternehmensberatungen erstellt, die dann feststellen, dass man auch mit weniger Lehrern auskommen könnte: Auch das spart (oh Wunder) Geld.

    Einige Bundesländer denken sich “Unterrichtsgarantie”-Programme aus, die dann von den einzelnen Schulen ohne zusätzliche Stellenzuweisungen umgesetzt werden müssen. Im günstigsten Fall gibt es dafür ein paar Euro, um Studenten oder (auch das gibt es) Taxifahrer einzustellen, die die zusätzlichen Stunden halten (die resultierenden Beschwerden von Schülern und Eltern werden dann der einzelnen Schule angelastet), im ungünstigen Fall wird die Mehrarbeit durch die vorhandenen Lehrkräfte als unbezahlte Überstunden geleistet. Beide Varianten sind natürlich billiger, als ausgebildete Lehrkräfte neu einzustellen.

    Verpflichtende Arbeitszeitkonten werden nicht wie vereinbart zurückgezahlt, da man “plötzlich” bemerkt, dass man gar nicht genug Lehrkräfte hat, um den Stundenausfall während der Rückzahlphase zu kompensieren. Gerade so etwas ist doch Jahre im Voraus aufgrund der Schülerzahlen bekannt!

    Werden Lehrer oder Lehrerinnen längerfristig krank, gibt es oft erst nach monatelangem Unterrichtsausfall Ersatzkräfte. Die Schüler und Eltern beschweren sich dann zu Recht, aber die Adressaten der Beschwerde sind (meistens) die falschen: Hier liegt die Verantwortung eindeutig bei den Kultusministerien, die für eine ausreichende Personaldecke sorgen müssen, und die nicht schon Unterrichtsversorgungen von vielleicht 95% als ausreichend ansehen.

    Den Lehren wird die steuerliche Absetzbarkeit des Lehrerzimmers gestrichen, da so getan wird als ob man seine komplette Arbeit (die eben aus mehr besteht als vor der Klasse zu stehen und zu unterrichten) auch in der Schule erledigen könnte, was aber definitiv nicht stimmt, wenn man die Situation an der Schulen kennt (fehlende Arbeitsplätze an den Schulen: Die einzigen, die an den Schulen DIN-gerechte Arbeitsplätze haben sind Schulleitung und Koordinatoren (in den Gymnasium), die restlichen 90% der Lehrkräfte haben so etwas nicht. Würde Siemens oder BMW das mit seinen Angestellten machen, gebe es einen Aufschrei in der Öffentlichkeit. Wenn die Schulträger (oft die Landkreise) so etwas machen interessiert es keinen).

    Zusammengefasst versagen Bildungspolitik, Kultusministerien und Schulträger andauernd. Aber leider wird die Schuld an den Zuständen von der Öffentlichkeit nicht bei den Politkern oder den Ministerialbeamten gesucht, sondern die letzten Glieder in der Kette, nämlich die einzelnen Schulen und die einzelnen Lehrkräfte werden an den Pranger gestellt. Und dies wird von Politik und Ministerialbürokratie zumindest nicht richtiggestellt, da es natürlich bequemer und vor allem billiger ist, die Schuld “nach unten durchzureichen”.

    schrieb Mister M. am

  • #572

    @Mister M.
    Bezüglich Ihrer Fragen an mich verweise auch ich auf die Beiträge, die ich hier schon vor längerer Zeit geschrieben habe.
    Welcher vollbeschäftigte Gymnasiallehrer verdient hier weniger als 40’ brutto? Niemand!

    @AS
    Sie sprechen die Frage an, ob ich mein Geld zurecht bekomme oder nicht: “verdienen” oder “bekommen”. Genau diese Frage habe ich schon mehrfach in diesem Forum angesprochen, aber leider niemals eine Reaktion darauf bekommen.
    Mir wäre es diesbezüglich sehr recht eine Qualitätskontrolle für Lehrer zu bekommen, die auch die Frage beantworten hilft, ob ein Lehrer gut oder schlecht ist. Das lässt sich m.E. vor allem mit Hilfe der messbaren Ergebnisse von Lehrerleistungen beantworten.

    Mir kommt es beispielsweise schon aus den Ohren raus, wenn Lehrerinnen und Lehrer hier immer wieder und wieder über ihre ach so langen Korrekturzeiten klagen. Das lässt sich 1. nicht nachvollziehen und ist 2. irrelevant für die Beantwortung der Frage, ob die Korrektur gut oder schlecht gelungen ist: Ein Lehrer, der eine Klassenarbeit (meinetwegen auch in Deutsch) in der Hälfte der Zeit eines anderen Kollegen korrigiert und die Korrektur dabei besser gelingt (was auch immer das hinsichtlich der Korrektur bedeutet - darüber muss man sich unabhängig hiervon unterhalten), ist hinsichtlich dieser Frage zweifellos der bessere Lehrer und verdient auch mehr.
    Ganz einfach, nicht wahr?
    Ein Handwerker, der ein Gewerk in kürzerer Zeit genauso bewerkstelligt, wie sein Kollege (oder vielleicht noch besser) verdient auch mehr.
    Sicher sind Korrekturen in sprachl. Fächern zeitaufwändiger, dafür gibt es aber auch Dinge, die weniger Arbeit bereiten, z.B. die fehlenden Experimente, die in Deutsch & Co. nicht vor-, durch- und nachbereitet werden müssen.

    Die Ferien sind natürlich auch für die Lehrerarbeit da. Nur, wenn Sie es schaffen, Ihre Arbeit weitestgehend von der Ferienzeit fernzu halten (so wie ich), weil Sie diese zwischen den Ferien erledigen, dann haben Sie die Ferien auch für sich - ist doch logisch, oder?
    Mit etwas Geschick und einem anständigen Zeitmangagement ist das in vielen Fällen auch möglich. Dass die Schule in den Sommerferien umzieht sollte eigentlich nicht so häufig vorkommen!

    schrieb schnipsel am

  • #573

    @ Schulmeister:
    Die von wirklichem Anstand und vor allen Dingen hoher diagnostischer Kompetenz zeugende Bezeichnung “Du Schwätzer” gebe ich gerne zurück: ich war lange genug Schüler um zu wissen und beurteilen zu können wie meine Schulzeit abgelaufen ist und unterrichtlich gestaltet war. Warum nehmen Lehrer im Freizeitbereich nur so viele ehrenamtliche oder hobbyorientierte Tätigkeiten wahr? Oder sind nur zu oft schon nachmittags im Schwimmbad, auf dem Golfplatz, im Cafe oder anderen “stressigen” Lokalitäten zu finden? Vermutlich nicht, weil es sich da so gut korrigieren lässt! Warum geben so viele Lehrer nebenbei noch Nachhilfe? Scheinbar sind nicht alle wirklich ausgelastet. Ich gebe zu, dass es einige scharze Schafe wie in allen Berufen gibt, auch dass der Job nicht immer einfach ist, aber in welchem Arbeitsfeld habe ich jede Woche 20 frei einteilbare Stunden zur Vor- und Nachbereitung und noch dazu 13 Wochen (3 Monate!), an denen ich nicht an meinem Arbeitsplatz erscheinen muss?!? Und ich kenne genug Lehrer, die im Sommer 4-5 Wochen im Ausland Urlaub machen. Und mir erzählt keiner, dass man nach 5 Jahren im Fach noch übermäßige Vorbereitungsstunden investieren muss: das Konzept steht, die Routine ist da und ich muss nur noch korrigieren. Dazu ein Bsp., das vielleicht das schlechte Image von Lehrern begründen hilft: ich hatte einen Lehrer, der Exen etc. im Anschluss direkt in der Schulstunde korrigiert hat und meist noch herausgegab. Seine Skripten, die er in den Stunden abgelesen hat waren ca. 30 Jahre alt und haben sich nicht ein einziges Mal auch nur um eine Nuance verändert. Vielleicht ein schwarzes Schaf, aber ganz einfach auch eine prägende Erfahrung meiner Schulzeit. Außerdem kenne ich keine Berufssparte, die so viel jammert, wie Lehrer. Ich hörte noch nie von einer Friseurin, wie viel Arbeit sie doch hat, oder von einem BWLer, der viele Wochen beruflich ins Ausland reisen muss, oder von einem Bäcker, der täglich um halb 3 aufstehen muss, oder einem Schichtarbeiter, der sich täglich vom Vorarbeiter am Fließband anblaffen lassen muss und nach einigen Jahren auf dem Zahnfleisch daherkommt. QED

    schrieb Pädi07 am

  • #574

    Hi!
    Ich bin Lehramtsstudentin der Fächer Deutsch und Geschichte im 4. Fachsemester und finde es empörend, wie manche über andere Berufe herziehen, in denen sie noch keine direkten Erfahrungen sammeln konnten. Mir würde im Leben nicht einfallen, über einen anderen Beruf schlecht zu reden, bzw mich über meinen eigenen aufzuregen.

    Haben wir uns nicht alle unsere Berufe selbst ausgesucht? Warum sind die Menschen, die glauben, der Lehrerberuf sei ein zu gut bezahlter Halbtagesjob nicht einfach Lehrer geworden? Und warum haben Lehrer, die sich über die viele Arbeit oder die schwierigen Jugendlichen beschweren überhaupt diesen Beruf gewählt?

    Grundsätzlich gilt, dass alle glauben, sie wüssten, wie der Hase im Lehrerberuf läuft, da ja alle selbst ständigigen Kontakt zu Lehrern hatten oder haben, sei es früher in der Schule oder heute durch ihre Kinder. Somit behaupten alle, dass sie über den Beruf des Lehrers Bescheid wissen würden und vergleichen diesen mit ihrem Eigenen. Da ein Lehrer seinen Beruf kaum selbst mit anderen vergleichen kann (außer die Quereinsteiger natürlich), bleiben diese Vergleiche sehr einseitig und sollten daher gemieden werden.

    Jeder hat doch eine gewisse Eigenverantwortlichkeit für den Beruf, den er ergreift und keiner hat das Recht, eine Leistungen, die in zwei völlig unterschiedlichen Gebieten erbracht werden, miteinander zu vergleichen.

    Ich jedenfalls freue mich auf meinen Beruf und würde das ebenfalls tun, wenn ich aus Überzeugung heraus einen anderen gewählt hätte.

    schrieb Nati am

  • #575

    @Pädi07
    Du Schwätzer! 13 Wochen Ferien? Komisch, ich komme nur auf reale 3 -4 Wochen. Allein in diesen Sommerferien habe ich 3 der 6 Wochen mit Schülern auf verschiedenen Fahrten verbracht. Und jetzt komm nicht auf die Idee zu sagen, das wäre ja auch Urlaub… Schon mal Projekttage vorbereitet? Schon mal 27 Oberstufenklausuren in Englisch, 25 Klausuren in Geschichte plus diverse Sek I Klassenarbeiten über Weihnachten auf dem Schreibtisch gehabt? Hast Du eine Ahnung, wie viel Zeit da übrig bleibt?  Sicher nicht. Nur soviel, in dieser Zeit arbeite ich sicher mehr als Du in einer normalen Arbeitswoche, denn mit 40 Stunden komme ich da lang nicht hin (Ebenso wenig wie in der Schulzeit).  Und Hitzefrei gab es in diesem Jahr nicht einmal und selbst wenn es hitzefrei gegeben hätte, würde man die Zeit nacharbeiten müssen. Aber wem erzähle ich das, Du musst es besser wissen, schließlich warst Du ja auch mal Schüler - wenn auch anscheinend nicht besonders lange…

    schrieb Schulmeister am

  • #576

    @schnipsel:
    Schön für dich, dass du mit zwei Kindern einem Mann und einem “Halbtagsjob” so viel Geld erhältst,“verdienen” kann ja wohl nicht stimmen. Korrekturzeiten und Freizeitzeiten sind herrlich unrealistisch, denn eine Mathe-oder Physikarbeit hat in etwa ein Zehntel Korrekturzeit gegenüber einem schriftlichen Arbeitspensum, wie Deutsch, Geschichte, Ethik oder Gesellschaftskunde. Der Anteil ändert sich bei jüngeren und älteren Schülern, aber das Verhältnis bleibt und auch die Vorbereitungszeit wird sich darin unterscheiden, denn die naturwissenschaftlichen Gesetze ändern sich nicht, die gesellschaftlichen schon (neue texte, neue Minister,..). Unverschämt sind meiner Meinung nach die Äußerungen, denn es werden ohne Kenntnis der veränderten Bedingungen in den Bundesländern 100 Aussagen getroffen, dafür würden meine Schüler Null Punkte bekommen: “Hörensagen” zählt nämlich nicht, aber vielleicht in Privatschulen? 12 Wochen Ferienß Haha, jede Ferien, außer den im Moment stattfindenden, musste ich korrigieren, konnte leider nicht vorarbeiten, weil Elterngespräche, Schülergespräche, Sitzungen im Jugendamt,usw. wichtiger waren als meine eigene Freizeit(manches kann man nicht verschieben). Jetzt hatte ich drei Wochen ganz “normalen” Urlaub und muss jetzt in die Schule zum Umzug, weil die Schule das Gebäude wechselt,steht nicht im Arbeitsvertrag, gibt nicht mehr Geld,usw. All diese Dinge schieben KollegInnen mit deiner Arbeitseinstellung auf andere ab und dann machen sie sich noch lustig über Nichtbeamte.Halleluja!
    Möge deine Familie deinen Arbeitseifer überleben, dein Mann nicht arbeitslos werden und dein Chef diese Diskussion nicht lesen.

    @ an alle anderen:
    Ihr habt (fast) alle so Recht. Mir geht es nicht darum, ob mehr oder weniger Geld, aber alle gleich, in allen 16 Bundesländern wäre schön, nach EINEM Lehrplan pro Fach und Schulart (und nicht 16!). Aber das ist Zukunftsmusik und leider wird das auf dem Rücken der Kinder mobiler Eltern ausgetragen. Von den Erwachsenen wird Flexibilität verlangt, aber ausbaden müssen das die Kinder.Hier rede ich nicht “blind” sondern aus der Erfahrung mit meinen beiden Kindern.
    Ich wünsche allen noch schöne restliche Urlaubstage.

    schrieb AS am

  • #577

    also ich finde das alles echt lachhaft: da regen sich Lehrer über die heftige Belastung auf: jeden Nachmittag frei, ca. 20 Zeit-Stunden pro Woche Unterricht und der Rest ist frei einteilbar, 13 (!!) Wochen pro Jahr Ferien - und mal ganz ehrlich die letzten 3 Wochen vor Schuljahresende sind wohl auch nicht als “Stress” zu bezeichnen: Projekttage, Hitzefrei, Quiz etc. und am Anfang des Schuljahres passiert doch die ersten 2-3 Wochen auch nicht wirklich viel.
    Also liebe Lehrer: erfreut euch eures schönen Lebens und meckert nicht die ganze Zeit, dass ihr gehaltsmäßig abgehängt werdet und wie hart doch euer Beruf ist!

    schrieb Pädi07 am

  • #578

    Hallo zusammen,
    ich arbeite in einem technischen Beruf in Industrie und sehe im Verhältnis zum Aufwand (Stunden, Verantwortung ... ) den Gehalt eines Lehrers für Ok. Ich betreue Praktikanten und Techniker bei ihrem Praktikum, wenn ich da zum Teil sehe wie unprofessionell in den Schulen gearbeitet wird, dann sollte man mehr für Weiterbildung tun.

    schrieb Mike am

  • #579

    @schnipsel:
    Mit Folgendem haben Sie gerade gezeigt, dass Sie vom Lehrerberuf keine Ahnung haben: Sind Sie überhaupt Lehrer oder nehmen Sie Ihren Beruf vielleicht nicht ernst (dann wundert mich unser Image in der Öffentlichkeit nicht mehr)?

    >Wir sollten also alle zufrieden sein, mit dem,
    >was wir haben. Und das ist wahrlich genug! Es
    >gibt nur wenige Berufstätige, die mit ca. 12
    >Wochen arbeitsfreie Zeit im Jahr und einem
    >Arbeitstag, der oft am frühen Nachmittag endet
    >und einer Vorbereitungszeit, die man sich zu
    >Hause frei einteilen kann, Gehälter von ca.
    >40.000-65.000 € haben.”

    Die kompletten Ferien arbeitsfrei ist unrealistisch, wenn man an die vielfältigen Korrekturen denkt.
    Insbesondere, wenn Sie behaupten “und einem Arbeitstag, der oft am frühen Nachmittag endet”. Wie soll denn das funktionieren? Keine Korrekturen in den Ferien und keine am Nachmittag? Korrigieren Sie vielleicht während der Unterrichtszeit oder in den Pausen?
    Bezüglich Ihrer “40.000 - 65.000 €” verweise ich auf mein Vorgangsposting, dass Ihre verqueren Vorstellungen etwas zurechtrücken sollte.

    schrieb Mister M. am

  • #580

    @sunny: Natürlich gibt es auch andere wichtige Fragen, aber in diesem Threat beschäftigen wir uns eben ausschließlich mit der Frage, wie viel wir verdienen. Natürlich werden in diesem Zusammenhang auch sinnähnliche Anschlussfragen diskutiert. Wenn Sie jedoch etwas anderes diskutieren wollen, dann bitte nicht in diesem Threat.

    Angestellte Lehrerinnen und Lehrer verdienen i.d.R. etwa genausoviel wie verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer. Beamte bezahlen einen höheren Anteil ihres Gehalts Lohnsteuer, Angestellte haben dafür aber Sozialabzüge. In der Summe haben Angestellte einige hundert Euro netto weniger auf dem Konto im Monat.
    Aber der finanzielle Vorteil der Beamten wird oftmals als Nachteil der Angestellten empfunden. Abgesehen davon, dass Beamte auch Nachteile gegenüber ihren angestellten Kolleginnen und Kollegen haben, muss doch aber allen klar sein, dass Neid oder Ärger über diesen Zustand hier nicht weiterhelfen.
    Nirgendwo auf dieser Welt gibt es absolute Gleichbehandlung in irgendeinem Bereich des Lebens. Noch nicht mal bei uns Lehrerinnen und Lehrern! Ein kurzer Blick über die Ländergrenzen oder gar über die Bundesgrenze beweist das.

    Wir sollten also alle zufrieden sein, mit dem, was wir haben. Und das ist wahrlich genug! Es gibt nur wenige Berufstätige, die mit ca. 12 Wochen arbeitsfreie Zeit im Jahr und einem Arbeitstag, der oft am frühen Nachmittag endet und einer Vorbereitungszeit, die man sich zu Hause frei einteilen kann, Gehälter von ca. 40.000-65.000 € haben.

    Wer unbedingt Beamter werden will, die/der kann dies zumindest in meinem Bundesland auch werden, sofern sie/er sich nicht zu spät dafür entscheidet und die notwendigen beamtenrechtlichen Voraussetzungen mitbringt. Falls er/sie zu schlechte Leistungen in der Ausbildung erbracht hat, muss man eben ein wenig Geduld mitbringen. Meckern gilt dann aber nicht.

    schrieb schnipsel am

  • #581

    @sunny:
    Natürlich ist Geld nicht alles und schon gar nicht das Wichtigste, aber ohne Geld ist unserer Gesellschaft leider alles nichts.

    Und da zeigt es sich doch, dass die Lehrer und Lehrerinnen immer weiter von der allgemeinenen Einkommensentwicklung abgehängt werden (und das gilt für die Angestellten und die Beamten gleichermaßen!).

    Zu Vergleich ein paar aktuelle Zahlen:

    Durchschnittsverdienst vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer in Hamburg (bundesweit relativ hoch, da hohe Wirtschaftskraft und hoher Akademikeranteil): 3468 Euro brutto im Monat (Summe ohne Sonderzahlungen (=Weihnachtsgeld): Die bekommen viele Beamte mittlerweile sowieso nicht mehr).

    Aber die eigentlich relevante Vergleichsgruppe für Lehrer und Lehrerinnnen sind Akademiker (Hochschulstudium), da sind wir uns wohl einig.

    Und da sehen die Zahlen so aus: Durchschnittsverdienste in Hamburg von 4242 Euro brutto (Frauen) bis 5555 Euro brutto (Männer). Das ist doch erheblich mehr als bei den Lehrern und Lehrerinnen (die natürlich geschlechtsunabhängig bezahlt werden!)
    Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2008/07/23/910648.html

    Um auf einen Durchschnittsverdienst(!) von ca. 5500 Euro brutto zu kommen, muss man schon Schullleiter (A16=Oberstudiendirektor) an einem Gymnasium sein, also einen Betrieb mit weit über 1000 Menschen führen (wenn man die Schüler und Schülerinnen mitrechnet). Der “normale” Lehrer an einem Gymnasium ist A13(=Studienrat), was rund 1500 Euro brutto weniger pro Monat bedeutet, und damit den Durchschnittsverdienst der Lehrer erheblich drückt, dieser müsste eher bei A14(=Oberstudienrat, ca. A13 + 300 Euro brutto) liegen, wenn man die (wenigen) A15 und A16 Positionen berücksichtigt. Es ist aber bei weitem nicht jeder A14, die meisten sind A13.

    Man zahlt als Beamter zwar keine Arbeitslosen- und Rentenversicherungsbeiträge, aber dafür teils heftige Beiträge zur privaten Krankenversichherung, was das “netto” bei Beamten i.d.R. um mehrere hundert Euro pro Monat reduziert und bei vielen Berechnungen leider oft “vergessen” wird.

    schrieb Mister M. am

  • #582

    :-) deswegen habe ich verdienen in Anführungsstrichen geschrieben - dieses Wort hat ja nun mehr als nur eine Bedeutung, oder? Interessant, dass die anderen Fragen nicht so interessant scheinen… Bin übrigens auch angestellter Lehrer - aber die Gehaltsfrage scheint mir wenig sinnvoll - es gibt wahrlich wichtigere Themen.  Aber das ist wohl in dieser Gesellschaft das wichtigste - Geld und wer wieviel verdient. Schade.

    schrieb sunny am

  • #583

    Bevor hier das Loblied auf die Angestellten gesungen wird. Es gibt natürlich engagierte Angestellte, aber es gibt auch den folgenden Typ:

    - Verliert seinen Job in der “freien Wirtschaft”

    - Wird dann irgendwie Lehrer (mit oder ohne Referendariat), weil er einen “sicheren Job” haben will

    - Fällt dann im Schulbetrieb hauptsächlich dadurch auf, dass sich Schüler und Schülerinnen immer wieder darüber beschweren, dass sie “nichts vestehen”.

    - Verlangt dann, dass man ihm Tipps und Material gibt, wie man denn “guten Unterricht” macht.

    Alles selbst erlebt.

    Gruß !

    schrieb Mister M. am

  • #584

    Ein guter Witz: Die Besoldung richtet sich nach der Arbeitsleistung!!Haha!Von mir will ich hier mal absehen, aber ich kenne eine Menge Kolleginnen und Kollegen, die kompetent, engagiert und sehr fleißig als Lehrer arbeiten. Ich kenne auch einige (...), die nur das Allernötigste tun und Jahr für Jahr den gleichen abgestandenen Katalog fahren, in den frühen Morgenstunden des ersten Schultages nach den Ferien aus dem Urlaub kommen um sich dann über Stundenplan und neue Lerngruppen zu informieren. Beide (Extrem-) Typen erhalten dasgleiche Gehalt, manchmal die Zweitgenannten sogar mehr, wenn sie Beamte sind und unter den Erstgenannten “nur” Angestellte…

    schrieb Insa am

  • #585

    an alle,

    es gibt Tabellen, in denen man lesen kann, wieviel Geld wir Lehrer bekommen, schön nach Ost und West unterteilt. Z.B. bei Wikipedia..
    Schaut man da rein, kann man interessante Schlüsse ziehen.
    Wieviel ein Lehrer “verdient” - hängt von der tatsächlichen Arbeitsleistung ab - und da gibt es ja wohl alle Stufen, wie auch in der freien Wirtschaft, in der auch ich mal tätig war.
    Gibt es aber nicht sinnvollere Diskussionspunkte? Wie etwa die durch die Gesetzesgebung verordnete miese Qualität der Lösungen einiger Bildungsfragen, z. Bsp. 15 Lehrpläne für eine Klassenstufe allein, Uneinigkeit darüber, ob ein Kind wsirklich schon vor der Pubertät seine volle Leistungsfähigkeit entwickelt (Abi), zunehmende Stigmatisierung nach merkwürdigen Kriterien (Förder-, Haupt-, qualifizierter Haupt-,Real-, Gesamtschulabschluss und das alles allein schon bis Klasse 9/10, zunehmende Ghettoisierung nach Bildungsabschluss?

    Ich würder mit meiner Intelligenz als Ingenieur sicher mehr Geld bekommen, selbst als Assistenzarztim ersten Jahr, aber ich bin Lehrer. Diejenigen, die meinen, wir wären wenig qualifdiziert und bei unserem Sonnenscheijob überbezahlt - werdet doch Lehrer :-)

    schrieb sunny am

  • #586

    Lerne Jammern ohne zu leiden!

    :)

    Das Problem ist nicht das Gehalt, welches Mitte 30 nun wirklich nicht super hoch ist, sondern das mal so eben richtig viel in regelmäßigen Abständen drauf gepackt wird, ohne dass sich Inhalte der Arbeit ändern. Das ist der eigentlich Witz.

    schrieb mg am

  • #587

    Ja, A13 ist gutes Geld, aber als ich vor ca. 5 Jahren meine jetzige Planstelle bekam, gab es noch Urlaubsgeld (ca. 250 € gestrichen!), “Weihnachtsgeld (netto ca. 1800,—€, gestrichen!), 24 Unterrichtsstunden pro Woche (jetzt 1 Stunde mehr, was nicht nur diese eine Stunde bedeutet, sondern auch die dazu gehörige Vor- und Nachbereitung), Beihilfeanspruch (heute: gekürzt um einen “Selbstbehalt” von 200,—€ was nichts anderes ist als eine Gehaltskürzung), sowie eine um ca. 3 % höhere Grundbesoldung (Inflationsrate bisher ca. 2%, inzwischen über 3%, macht in 5 Jahren….Hinzu kommt eine stetige Verschlechterung der Unterrichtssituation (Klassenteiler deutlich höher, Vorgaben vom Ministerium zu höheren Schülerzahlen in der Oberstufe, Einführung von Lernplänen für schwache Schüler etc. etc…). Hinzu kommen die zusätzlichen Korrekturen aufgrund größerer Klassen sowie die Tatsache, dass wegen der Nichteinstellung zusätzlicher und eigentlich benötigter Lehrer aufgrund der chronisch desolaten Haushaltslage der Länder Vertretungsstunden erheblich zugenommen haben.

    schrieb Peanut am

  • #588

    Ich bin Berufsschullehrer im Metallbereich. Wenn man das Referendariat mitrechnet komme ich auf 9 Jahre Ausbildung. Wir verdienen als Berufsschullehrer A13, das ist gutes Geld. Leider viel zu wenig um momentan auch nur einen einzigen Studenten anzuregen das Lehramt im Metallbereich zu studieren.
    Mit dieser Ausbildungsdauer wird man ein sehr gut ausgebildeter Dipl Ing, vom momentanen Verdienst ganz zu schweigen.
    Aktuell fehlen uns 7 Lehrer an unserer Schule, scheinbar rentiert das Gehalt momentan nicht.

    schrieb Odi am

  • #589

    Ich bin noch Schülerin und besuche die 8. Klasse. Ich finde zwar das Lehrer viel verdienen, aber jeder andere hätte sich auch in der Schule anstrengen können und Lehrer werden können. Ich empfinde das Gerede anderer wegen dem Gehalt von Lehrern als pure Eifersucht.

    schrieb vanessa am

  • #590

    UFF,
    nach dem Lesen all dieser Mails habe ich jetzt so etwas wie einen großen Klumpen gequirltes Chaos im Kopf und im Bauch. Thema ist das Geld der Lehrer. Aussagen kommen zu gestressten, beleidigenden, überarbeiteten, nicht anerkannten und unverstandenen Lehrern.
    Mal ein Gedankengang, der so noch nicht kam, was machen all diese Lehrer, wenn sie in ihren wohl verdienten Vor- oder Normalruhestand gehen? Weiterarbeiten!!!! Geht ja nicht anders. Sucht mal an den Schulen in Sachsen-Anhalt LehrerInnen unter 40. Viel Spaß, füllt Wochen für eine A4 Seite. Unter 50? Schon eher möglich, aber auch nicht berauschend. Und nun mal eine Frage: Wie sollen Kinder und Jugendliche gebildet und erzogen werden in Schulen, in denen der Lehrer die Freizeitaktivitäten der Schüler nicht mehr mitmachen kann? Upps, Fettnäpfchen getroffen.
    Dafür kann aber kein Lehrer etwas und jede/r engagierte LehrerIn wird sich bemühen für die Schüler aufmerksam und fit da zu sein, aber reicht das?
    Für den Freund mit dem Beamtenwunsch: Versuch doch mal in den neuen Bundesländern das: 1. Gehalt wie in Bayern oder Baden-Württemberg mit 13. Gehalt (wie auch immer gezahlt), Urlaubsgeld und Verbeamtung, natürlich über 40.
    Auf einer interessanten Seite (VNR-irgendwas) habe ich folgenden Spruch gelesen: Mitarbeiter lassen sich in drei Gruppen einteilen:
    A-Mitarbeiter: Er zieht den Karren(12%),B-Mitarbeiter: Er läuft nebenher(68%),C-Mitarbeiter:Er sitzt auf dem Karren und lässt sich ziehen (20%). Wie hoch ist dieser Prozentsatz bei Lehrern?
    Wir brauchen und wollen junge, engagierte Lehrer.Ich will nicht mehr der Jugendliche vom Dienst sein, auch wenn es Spaß macht.
    Ach so, Geld ist schön und wenn ich soviel hätte, wie einige hier, dann wäre ich froh.
    Macht mir Mut, von mir bekommt Ihr alle freundliche Grüße AS

    schrieb AS am

  • #591

    Mit Grauen blicke ich nun auf meine zukünftige Lehrtätigkeit, beziehungsweise auf mein potentielles Kollegium. Kein Wunder, wenn sich im Bereich Bildung so wenig zum Positiven verändert: Sind sich Lehrer wirklich so uneinig darüber, wieviel dem Staat ein berufener, engagierter Lehrer wert sein sollte (ich bitte um keine idiotischen Kommentare bezüglich der staatlichen Verschuldung…?) Ich fürchte, manche haben seid der Uni-Zeit nicht viel Brauchbares dazugelernt: Missstände herunterzuspielen mit Vergleichen, die doch eigentlich auch nur andere zu kritisierende Missstände offenlegen, scheint auch für gereifte Menschen ein bequemer Weg zu sein, Unannehmlichkeiten aus dem Weg zu gehen- auf Kosten einer wichtigen Gemeinschaft.

    schrieb Verzweifelteoptimistin am

  • #592

    Liebe deutsche Lehrer!

    Alle zum Paradies: Belgien.

    Ich bin seit neun Jahren Lehrerin. In der Vergangenheit habe ich als Lehrer in den Niederlanden, Polen und auf den Bahamainseln gearbeitet. Vergleichen kann ich nur ein wenig und gelernt habe ich, dass die Lebenshaltungskosten eines Landes aussschlaggebend sind. Nichts Neues natürlich.
    Ich verdiene 3853€ bruto im Monat aber was bleibt davon übrig? Zuerst mal 2165€ netto.
    Wichtige Angaben:
    -85% Deputat(24 Stunden = Vollzeit)
    -Verpflichtung täglich von 8.45U - 15.50U in der Schule. Zwei Tage in der Woche fange ich um 12.05U an. Eine Versammlung von anderthalb Stunden in der Woche. Sieben Elternabende/Jahr von 16.30-19.30
    -eine Unterrichtsstunde = 55min
    -kostenlose Krankenversicherung (DKV)*
    -steuerbegünstigtes Sparen
    -95€/Monat: Essengutscheine (dafür kauft man im Supermarkt Lebensmittel)
    -alleinerziehende Mutter mit einem Kind
    -Kindergeld 78€/Monat

    Die monatlichen Kosten: Miete 700€, Elektrizität und Gas 160€, Internet 50€, Spritt 150€, Tagesmutter 350€, Lebensmittel, Arzneimittel, Arztbesuche, usw 300-400€

    *In Belgien bezahlt man pro Jahr etwa 75€ für die Krankenversicherung aber damit hat man noch zw. 30%-60% auf eigene Rechnung (sg.‘kleine Risiken’)

    Für den Vergleich ist es mittlerweile zu spät geworden…0:56 zeigt meine Uhr.

    Bis bald und liebe Grüsse aus dem sonnigen Paradies! ;)
    Sophie

    schrieb Sophie am

  • #593

    Sicherlich gibt es angestellte Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen oder ihres Alters nicht bzw.nicht mehr verbeamtet werden.
    Ich möchte hier niemenden zu nahe treten, der genau aus diesem Grund nicht verbeamtet wird. Aber ich denke, das ist eine Minderheit.
    Zumindest ein großer Teil der angestellten Kolleginnen und Kollegen dürften wohl aus den schon genannten Gründen nicht verbeamtet werden: keine adäquate Ausbildung bzw. Nichterfüllung der beamtenrechtlichen Voraussetzungen. Auch die Überschreitung der Altersgrenze ist bedingt selbst verschuldet, denn dies ist von vornherein bekannt und jede/r, der Lehrer/in werden will, weiß, dass sie/er im Alter nicht mehr verbeamtet werden kann.
    Natürlich kann ich nicht für jede Schule bzw. Bundesland sprechen, aber dies trifft auf unsere Schule zu und ich denke, in vielen anderen auch.
    Dass in den FNL die Bedingungen sowie die Bazahlungen schlechter sind, betrifft leider nicht nur uns Lehrerinnen und Lehrer, sondern alle Berufsgruppen.
    Schöne Pfingstferien, liebe Kolleginnen und Kollegen. Und noch ein Tipp von einem buddhistischen Freund: Angebliche Benachteiligung sollte man als Vorteil des einen sehen und nicht als Nachteil des anderen!
    In diesem Sinne: Erholt euch ein bischen, genießt das schöne Wetter.

    schrieb schnipsel am

  • #594

    Zweilerlei:
    Zunächst möchte ich mich für meine Wortwahl und die wohl überzogene Kritik entschuldigen, es war nicht mein Tag.
    Zum anderen möchte ich auf die Frage antworten, warum sich angestellte Lehrer nicht verbeamten lassen. Einfache Antwort: Weil sie es nicht oder nicht mehr können. Ich habe 10 Jahre lang am sogenannten “Aufbau Ost” mitgewerkelt. Wie Sie vielleicht wissen, werden Lehrer im Osten nicht verbeamtet und zusätzlich durch ein Lehrer-Personalkonzept derart geknebelt, dass eine vernünftige Lebensplanung in den neuen Ländern nicht möglich ist. Zumindest gilt das für Mecklenburg-Vorpommern. Nach der Rückkehr aus den neuen Ländern, die berufliche Situation wurde dort unerträglich, war ich schließlich genau ein Jahr zu alt, um noch verbeamtet werden zu können.
    Nicht, dass ich das nun unbedingt wollte, aber über eine im Moment “himmelschreiende” Ungleichbehandlung von angestellten und verbeamteten Kollegen und Kolleginnen kann wohl kein Zweifel bestehen. Ich wurde aus dem alten BAT II a in den neuen Tarif übernommen (Gewerkschaften, schämt Euch!!) mit dem Ergebnis, dass, wenn ich jetzt eine Funktionsstelle übernähme, ich einen neunen Arbeitsvertag nach neuem Tarifrecht bekäme, bei dem weniger “übrig bleibt” als jetzt !  Das verstehe, wer will.

    Vielleicht bin ich auch naiv, wenn ich an meinem Job hänge, aber ein kühler Rechner bin ich, was die Bildungsarbeit anbelangt, auch nie gewesen.

    Und noch mal sorry an die Betroffenen!

    nen schönen Mittwoch-Abend noch!

    schrieb Wundermichmal am

  • #595

    “Von den angestellten Kolleginnen und Kollegen, die hier über ihr Nettoeinkommen klagen, würde ich mal gerne wissen, warum sie sich nicht verbeamten lassen.”
    Schon was von den vielen Agestellten gehört, die aufgrund von irgendwelchen körperlichen Einschränkungen bzw. von zu erwartenden Einschränkungen - also ohne eigenes Verschulden - nicht verbeamtet werden?
    Die Anzahl der Elterngespräche hat keine Aussagekraft, denn es gibt Lehrkräfte, mit denen Eltern gar nicht reden wollen, weil bekannt ist, dass diese Gespräche zu nichts führen.
    Was die Fortbildungen angeht, so gebe ich Ihnen Recht, dass diese oft nicht das Papier wert sind, auf dem sie ausgeschrieben sind.

    schrieb BK77 am

  • #596

    @zufrieden:

    Mit den meisten “Fortbildungen”, die für alle möglichen Themen angeboten werden, kann ich nichts anfangen, weil sie mich nicht weiterbringen. Ich bilde mich lieber selber fort und opfere nicht auch noch Schul- oder Freizeit für Fortbildungsmaßnahmen. Wenn ich etwas wissen oder lernen will, dann mache ich das auf eigene Faust - und zwar mit Erfolg. Gerade neulich war ich wieder mal auf eine im Vorfeld für sinnvoll gehaltene Fortbildungsmaßnahme, die meinen Schülern und mir einen Haufen Unterrichtsausfall bescherte und mir die Erkenntnis, dass ich fast alles, was gesagt und gemacht wurde, bereits wusste oder aber in einem bestimmten Buch nachlesen gekonnt hätte. Nein, da bleibe ich lieber Autodidakt.
    Meine Funktionsstelle habe ich bekommen, weil mein Chef davon überzeugt ist, dass ich die geeignete Frau dafür bin, warum denn sonst? Ich dachte eigentlich, es wäre klar, dass es EUR 800.- im Monat sind - jährlich wäre doch etwas spärlich, oder? Jedenfalls bleiben davon bei mir knapp EUR 600.- hängen. Beworben hatten sich mindestens vier Kolleginnen und Kollegen, von denen ich weiß. Drei davon sind sogar schon länger an der Schule als ich. Aber unser Schulleiter legt eben keinen Wert auf irgendwelche Zertifikate mit wohlklingenden Bezeichnungen für Fähigkeiten, die man angeblich in Fortbildungsmaßnahmen durch körperliche Anwesenheit erworben hat. Vielmehr möchte er, wenn er es nicht ohnehin schon weiß, wissen und erfahren, welche Fähigkeiten frau/man wirklich hat.
    Meine Abiturschnitte sind überdurchschnittlich gut, meine Schülerinnen und Schüler sind sehr zufrieden mit meinem Unterricht und die Eltern natürlich auch - in diesem Schuljahr hatte ich erst ein einziges Elterngespräch (abgesehen vom Elternsprechtag). Engagement zeigt eine Lehrerin nämlich vor allen Dingen WÄHREND des Unterrichts und nicht in einer AG oder in Besprechungen mit Kolleginnen und Kollegen. Ich kann nur sagen: Wenn diese Art von Engagement stimmt, dann bezahlt eine Schule einer Lehrerin auch 62.700.-/a (bevor wieder einer fragt: brutto natürlich!)
    Bleibt für mich die Frage, warum Sie Ihr Kind nicht an unsere erfolgreiche Schule schicken möchten? Wegen mir? Entscheidend für Ihr Kind ist nicht das, was ich hier richtigerweise schreibe, sondern mein Unterricht, das wissen Sie doch auch. Die Chancen für eine Einschulung bei uns stehen allerdings schlecht: Wir müssen etwas mehr als zwei Drittel der angemeldeten Sextaner aus Kapazitätsgründen wieder abweisen und in andere Schulen schicken.

    Und nun nochmal zum Gehalt: Entscheidend für die Höhe des Gehalts ist m.E. einzig und allein das messbare Ergebnis, das durch den Unterricht erzielt wird. Kriterien dafür sind schwierig zu finden und anzuwenden, nicht zuletzt aufgrund der allgemein verbreiteten Mentalität der Lehrerinnen und Lehrer nicht gerne beurteilt zu werden. Zumindest die angestellten Lehrerinnen und Lehrer und nach meiner Meinung mit zeitlichem Versatz auch die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer werden aber künftig im Rahmen des Tarifvertrags beurteilt werden müssen, damit sie danach bezahlt werden.

    Von den angestellten Kolleginnen und Kollegen, die hier über ihr Nettoeinkommen klagen, würde ich mal gerne wissen, warum sie sich nicht verbeamten lassen. Bei Erfüllung der beamtenrechtlichen Voraussetzungen ist eine Verbeamtung möglich.

    schrieb schnipsel am

  • #597

    @Wundermichmal
    borniert sind nur Sie!

    schrieb chris am

  • #598

    unstrittig ist der beklagenswerte Zustand unterschiedlicher Vergütung für gleiche Tätigkeit (Beamte-Angestellte UND regionale Unterschiede)

    weitgehend unstrittig ist auch, dass ein Lehrer, der einen GUTEN Job macht, angemessen bezahlt wird. Das Problem liegt darin, dass es für den Lehrer eigentlich keinen äußeren Anreiz gibt, GUTEN Unterricht zu machen.

    Ich bin da als Lehrer quasi darauf angewiesen, ein einigermaßen intaktes Gewissen, Arbeitsethos oder pädagogisches Eros mitzubringen.

    Ausser ein wenig Rumjammern auf Elternabenden /-Stammtischen und in Foren wie diesem haben Eltern und Schüler doch wenig echte Handhabe, um mich zu besseren Unterrichts-Leistungen und/oder Unterrichts-Ergebnissen zu bewegen.

    Vielleicht macht es mir Spaß mit Kindern und Jugendlichen umzugehen - wenn das so ist, dann haben wir alle Glück: Eltern, Schüler und ich Lehrer. Wenn nicht, sieht es schon schlechter aus für meine Motivation, für die Wahrscheinlichkeit, dass meine Lehrtätigkeit fruchtbar sein wird.

    Mein Problem: ich erfahre zu wenig Wertschätzung für meine Tätigkeit. Befriedigung aus gelungenen pädagogischen Momenten, geglückten Interventionen, funktionierenden Kommunikationsbeziehungen muss ich schon selbst schöpfen, denn positive Rückmeldungen werde ich in der Regel kaum bekommen.

    Im Besseren Fall höre ich nichts, d.h. keine Beschwerden und muss daraus folgern: alles ist gut.
    Im anderen Fall: Vielleicht wird es mir mit der Zeit egal, ein bisschen schlechte Rückmeldung zu bekommen. Kratzt mich nicht, denn auch für schlechten Unterricht und nicht-funktionierende Lehrer-Schüler-Beziehungen gibt es das gleiche Geld.

    schrieb beobachter am

  • #599

    @schnipsel

    1. Ich habe nicht behauptet, dass “erfahrene Lehrer” und “engagierte Lehrer” ein Widerspruch sei. Im Gegenteil: engagierte Lehrer werden durch ihr Engagement erfahrener.

    2. “engagiert”, “wenig Zeitaufwand” und “keine Fortbildungen” sind für mich jedoch schon widersprüchlich.
    Der “engagierte” Lehrer nimmt sich Zeit für Schüler/Innen, Kollegen/Innen und ebenfalls um sich fortzubilden. Wer dies nicht tut, kann nicht als “engagiert” bezeichnet werden.

    3. Wie kann man im Beruf Erfolg haben, wenn man nicht durch Fortbildung auf dem Stand der Dinge bleibt? Unabhängig von der Tatsache, dass in manchen Bundesländern Fortbildungspunkte auch verlangt werden….??

    4. Wie haben Sie denn die Funktionsstelle bekommen? Waren Sie vielleicht die einzige Bewerberin? Oder waren die anderen Bewerber noch weniger geeignet? Und 800€ mehr? Im Monat? Im Jahr? Schauen Sie doch mal, wieviel wirklich im Monat netto übrig bleibt.

    Naja, zum Glück sind meine Kinder nicht an Ihrer Schule!


    Zum Thema Beamten-/Angestelltenstatus im Lehrerberuf: egal aus welchen Gründen man einen Angestellenvertrag hat - wir machen die gleiche Arbeit und sollten deswegen auch das gleiche Geld bekommen.

    Ich bin, wie immer, aber doch recht

    zufrieden
    (erfahren, engagiert, angestellt)

    schrieb zufrieden am

  • #600

    Allein der Fakt, dass es jetzt hier mehr als 100 Kommentare gibt zeigt, wie brisant das Thema ist :-)

    Ich persönlich finde, dass Lehrer zu wenig verdienen. Eigentlich könnte ich mir ganz gut vorstellen, Lehrer zu werden, aber das Gehalt-Arbeit Verhältnis stimmt einfach nicht! Dann doch lieber in die Wirtschaft und Kohle machen, klingt hart ist aber so.

    Man muss sich jedoch auch fragen wo das Geld herkommen soll, mit dem Man Lehrer dann besser bezahlt. Man sollt nicht vergessen, wie hoch verschuldet Deutschland ist.

    Vielleicht wäre es trotzdem eher eine Investition als ein reiner Kostenfaktor, die Lehrergehälter zu erhöhen, denn von motivierten Lehrern profitieren auch die Schüler.

    schrieb Hausaufgaben Web am

  • #601

    @wundermichmal
    Ich verstehe nicht genau, worauf sich Ihre Kritik konkret bezieht. Um Ihre Argumente zu entkräften wäre es hilfreich für mich zu wissen, welche meiner Aussagen Sie aus welchen Gründen für falsch halten. Einfach zu sagen, dass ich borniert bin oder weltfremd ohne dies zu belegen und mit Gegenargumenten zu bestärken halte ich für unschlüssig.

    @cycling4ever
    Vielen Dank für Ihre Komplimente und Ihren Heiratsantrag, aber ich bin bereits glücklich verheiratet und habe zwei süße Kinder und einen wundervollen Mann.

    Da hier so viele darauf wert legen, wie sehr Sie in ihrem Beruf ihre Erfüllung oder Berufung sehen, wie sinnvoll die soziale Arbeit an Kindern und Jugendlichen ist, möchte auch ich sagen, dass ich den Lehrberuf sehr gerne ausübe. Aber das geht eigentlich schon am Thema dieses Forums vorbei, das sich ausschließlich mit der Frage beschäftigt, wie viel wir Lehrerinnen und Lehrer verdienen.
    M.E. ist die Liebe zu seinem Beruf kein passender Maßstab für die Höhe der Entlohnung. Beim Lesen diverser Plädoyers für den Lehrberuf entsteht für mich in diesem Forum manchmal der Eindruck, die entsprechenden Lehrerinnen und Lehrer erwarten hierfür Beifall und die entsprechende Bezahlung.
    Es geht vielmehr um die Frage, wie gut das Ergebnis ist, um diese Arbeit entsprechend zu entlohnen. Im Ergebnis spiegelt sich dann ohnehin in den meisten Fällen, ob man seine Arbeit liebt oder nicht. Nur das Ergebnis ist nach außen sichtbar und vor allem messbar. Zum Ergebnis gehören natürlich nicht nur die Lehrer-, sondern auch die Schülerleistungen im jeweiligen Fach, auch Faktoren wie Kollegialität und soziales Engagement gehören dazu. Die Frage, ob eine Lehrerin/ein Lehrer 35h oder 45h in der Woche benötigt, ist nicht nachvollziehbar und irrelevant für die Höhe der Bezahlung, wenn beide zum gleichen Ergebnis kommen. (Daher auch meine Philosophie: mit minimalen Arbeitsaufwand zum bestmöglichen Ergebnis)
    Ergebnisorientierte Bezahlung ist schwierig: Ausgerechnet unser Berufsstand lässt sich ungerne beurteilen. Die Gewichtung der Maßstäbe und die Maßstäbe selbst sind natürlich diskutabel. Von Kolllegen subjektiv beurteilte Merkmale und die dann entstehenden unterschiedlichen Bezahlungen gefährden das Arbeitsklima. Auch Schülerleistungen als Teil des Maßstabs zur Bezahlung der Lehrkraft sind problematisch, wie man sich leicht vorstellen kann, obwohl sie - objektiv betrachtet und schwankungsbereinigt - sicherlich dazugehören.
    Dennoch: Für die nach TD-L bezahlten Lehrkräfte gibt es ab 2007 nun einen ersten Ansatz zu dieser “leistungsorientierten” Bezahlung. Noch ist der Leistungsanteil der Gehälter klein, aber er wird stufenweise auf durchschnittlich 8% steigen. Auch die nach dem Beamtentarif besoldeten Lehrkräfte dürften sich wohl bald mit einer ähnlichen Gehaltskomponente auseinandersetzen.

    schrieb schnipsel am

  • #602

    @Wundermichmal:

    Zitat: “Und die letzte Frage sei erlaubt… Ist Mann doof, wenn man glaubt, mit der Jugend arbeiten zu können, müssen und sich berufen fühlt, den jungen Leuten auf einen vermutlich richtigen Weg helfen zu wollen ?”

    Doof sicherlich nicht, aber heutzutage wohl unglaublich naiv: Für die Fehler anderer (Eltern, Wirtschaft, Poltik, Gesellschaft) den Kopf hinzuhalten und dann auch noch zu erwarten, dass man anständiges Geld dafür bekommt (anstatt es völlig uneigenützig zu machen), das ist in der heutigen Zeit äußert naiv. Wer HEUTE noch den Lehrer-Beruf wählt, der ist selber schuld (nützt aber all denen nichts, die den Job schon einige Zeit machen).

    schrieb Mister M. am

  • #603

    Hey Wundermichel.

    Ich weiß zwar nicht, wie Sie dazu kommen, in die drei Sätze, die ich geschrieben habe, das Fünffache hineinzuinterpretieren, aber gut, das bleibt wohl Ihr Geheimnis (übersinnliche Fähigkeiten?!).
    1. Was hat die Analyse des eigenen Berufsstandes / der eigenen Situation mit dem Verhältnis zu Schülern zu tun?
    2. Was haben Lehrer mit Sozialarbeitern zu tun?
    3. Ja, auch ich finde, grundsätzlich sollten sich andere Berufszweige nicht über Lehrer äußern dürfen. Polizisten nicht über Bäcker, Kranführer nicht über Anwälte, Gärtner nicht über Hafenarbeiter usw. 
    4. Wer Nr 3 mißachtet, ist ganz zweifellos ein absoluter XXX - Zensur durch Lehrerfreund-Redaktion, 16.04.2008 .

    Prost!

    schrieb cycling4ever am

  • #604

    cycling4ever

    dann viel Vergnügen bei der Heirat! Es darf die Frage erlaubt sein, wem sie Ihre Kinder anvertrauen..  einem, der mit allem Herzblut dabei ist oder einer kühlen Analytikerin… ich überlasse Ihnen die Wahl!
    Es ist eigentlich unglaublich, was hier abgeht!
    Jeder Dummhansel hat etwas dazu beizutragen, was, wieviel Lehrer und Lehrerinnen zu verdienen haben und wofür sie etwas verdienen…. 
    Macht den Job selbst, setzt Euch ein für Kinder und Jugendliche, macht Sozialarbeit, versucht mal geradezubiegen, was an anderer Stelle versäumt wurde und redet verdammt noch mal nicht von Urlaub für Lehrer sonden nehmt zur Kenntnis, dass für alle Kollegen und Kolleginnen ein realer Einkommensverlust stattgefunden hat….  Warum lege ich nicht die Füsse hoch und fahre immer den Jobs hinterher ?

    Und die letzte Frage sei erlaubt…  Ist Mann doof, wenn man glaubt, mit der Jugend arbeiten zu können, müssen und sich berufen fühlt, den jungen Leuten auf einen vermutlich richtigen Weg helfen zu wollen ?

    schrieb Wundermichmal am

  • #605

    mal ans Schnipsel:

    Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zur Funktionsstelle und weiterhin viel Erfolg mit der Methode:  kleinst möglicher Aufwand… größtmögliche Wirkung!  Es ist bewundernswert, wie Sie das machen…

    Meine Hoffnung bezieht sich darauf, dass ich einfach bete, dass möglichst wenig Leute lesen, was Sie hier schreiben…

    Man muss sich schämen!  Was mache ich nur falsch ?
    So ein borniertes Auftreten habe ich selten erlebt, bei Leuten, die mit Kindern und Jugendlichen umgehen….

    Verdammt, wie weltfremd und entrückt muss man/frau sein… ?

    Es tut mir leid, für Sie fehlt mir jedes Verständnis!!!

    schrieb Wundermichmal am

  • #606

    Das anscheinend niemand den Unterschied zwischen “Jammern” und “sich für sein Gehalt rechtfertigen müssen” zu erkennen in der Lage ist.

    schrieb BK77 am

  • #607

    SCHNIPSEL!!!

    Ich bin begeistert von Ihnen. Ernsthaft. Darf ich Sie heiraten? Bitte!!! Ich liebe ihren Realismus, ihre kühle Analyse und ihre Fähigkeit, ihren Berufsstand nicht als unantastbare, heilige Kuh anzusehen. Letzteres ist besonders lobenswert, und zwar in allen Berufen.
    Ich finde das Gejammer ihrer Kollegen hier im Forum ebenfalls etwas befremdlich, vor allem der zukünftigen Pensionäre. Aber dazu haben Sie ja dankenswerter Weise bereits alles gesagt…
    Cheers.

    schrieb cycling4ever am

  • #608

    Amen! Sie haben mich durchschaut. Jetzt fühle ich mich so entblöst, geradezu nackt.

    schrieb BK77 am

  • #609

    @chris
    Der Vergleich mit dem Nestbeschmutzer ist gar nicht so schlecht. Nach den jüngsten Äußerungen von BK77 glaube ich auch immer mehr daran. Natürlich muss man einen Großteil seiner Äußerungen ignorieren, weil sie an der Sache vorbei gehen und von einigem Unwissen, sowie Fehleinschätzung beruhen. Als rationaler Naturwissenschaftler beschränke ich mich lieber auf Fakten, nicht auf subjektive Einschätzung fremder Personen.

    @BK77
    Sie scheinen ja viel Aggressionen angestaut zu haben und dieses Forum als Ventil für Ihre teils irrationale und voreingenommene Haltung zu benutzen. Natürlich kann und will ich nicht jeden Schwachsinn, den Sie hier verbreiten, kommentieren - um dieses Niveau zu erreichen müsste ich schon ein Loch in meinen Kellerboden bohren. Nur eines vielleicht: Es wäre ein fataler Fehler, wenn man jene, die eine andere Sichtweise von den Dingen haben, zum Schweigen zwingen würde, nur um die eigene Sichtweise als einzig wahre bzw. einzig existierende zu proklamieren: Schätzen Sie unsere Mitmenschen nicht für so blöd ein, dass sie die Wahrnehmung, was die Arbeitsbelastung einer Lehrerin angeht, nicht von den anderen unterscheiden könnten.

    Was mir immer deutlicher wird, sind die extremen Unterschiede bei den Korrekturzeiten in den unterschiedlichen Fächern, bzw. die unterschiedlich langen Vorbereitungszeiten. Deutschlehrer beispielsweise benötigen für die Korrektur von ca. 20 Aufsätzen in der Oberstufe je nach Umfang und Korrekturweise ca. 20h. Mathelehrer benötigen i.d.R. weit weniger als die Hälfte der Zeit. Eine Chemielehrerin wie ich benötigt für die Vorbereitung von Experimenten oder Praktika, ebenso für die Nachbereitung, sprich Aufräumen, Entsorgen, etc. zusätzliche Zeit, die ein Englischlehrer nicht hat. Der wiederum hat aber auch langwierige Korrekturen zu vollbringen, die ein Sportlehrer überhaupt nicht hat. Obestufenklassen machen i.A. mehr Arbeit als Mittel- oder Unterstufenklassen.
    Diese Tatsache veranlasst uns in unserer Schule derzeit darüber nachzudenken, ob und wie man Lehrer mit erhöhtem Vor- und Nachbereitungsaufwand für ihren Unterricht zusätzlich vergütet. Ich bin davon überzeugt, dass früher oder später auch unser Kultusministerium über solche Fragen nachdenkt. Nur wird es dort wahrscheinlich darum gehen, wie viel Geld man den Lehrerinnen und Lehrern wegnimmt, die eine unterdurchschnittliche Vor- und Nachbereitungszeit in ihren Fächern besitzen.

    schrieb schnipsel am

  • #610

    Es scheint wohl bei den Lehrer(innen) so zu sein wie überall sonst, wo gearbeitet wird:

    Es gibt welche, die viel arbeiten und es gibt welche, die wenig arbeiten.

    Es gibt welche, die viel verdienen und es gibt welche die wenig verdienen.

    Zu behaupten, dass alle Lehrer viel verdienen ist genauso abstrus wie zu behaupten, dass in der “freien” Wirtschaft nur 60-Stunden-Wochen für 7,50€ die Stunde geschoben werden.

    Irgendwie ist die Diskussion daher überflüssig (natürlich nur bis die nächste OECD-Studie über das deutsche Bildungssystem kommt…)

    schrieb Mister M. am

  • #611

    @chris
    Ich arbeite an einem baden-württembergischen Gymnasium mit vollem Deputat (25 Unterrichtsstunden) und unterrichte die Fächer Mathematik und Physik. Aber ich sehe die Minimierung meines Arbeitsaufwandes nicht als Sport. Ich versuche nur mit kleinstmöglichem Aufwand die bestmögliche Leistung zu erzielen. Der Aufwand und das zu erwartende Ergebnis müssen dabei in einem gesunden Verhältnis stehen. Ich verzichte daher beispielsweise auf die Vorbereitung von denkbaren aufwändigen Unterrichtsgängen, wenn der dadurch zu erwartende Mehrwert für die Schüler nur minimal ist.

    @Mister M.
    Ja, ich habe zwei Kinder. Familie und Beruf bekomme ich ganz gut unter einen Hut, ohne dabei bewusst Zeit als Lehrerin einzusparen, um sie dann mit meinen Kindern zu verbringen. Und ja, ich bekomme zwei Jahressonderzahlungen. Zu den angestellten Lehrerinnen und Lehrer ist aber zu sagen, dass sie sich teilweise unberechtigt benachteiligt fühlen, denn für den Angestelltenstatus kann es verschiedene Gründe geben: Einer davon ist der, dass angestellte Kolleginnen und Kollegen schlichtweg keine adäquate Ausbildung besitzen und damit die beamtenrechtlichen Voraussetzungen für die Übernahme ins Beamtenverhältnis nicht erfüllen. Gründe für die Nichtübernahme können auch sein: zu schlechtes Staatsexamen oder zu hohes Alter.
    Sicherlich gibt es noch weitere Gründe, aber zumindest für die beiden erstgenannten Gründe muss ich sagen, dass diese Kolleginnen und Kollegen dann auch keine Gleichbehandlung erwarten können.
    Einer meiner männlichen Kollegen lässt sich nicht verbeamten, weil er sich nicht an unser privates Gymnasium binden lassen möchte. Dieser Kollege hat m.E. dann aber auch kein Recht über seinen Angestelltenstatus und damit über sein Mindereinkommen zu klagen.
    Schließlich möchte ich nochmal sagen: Jede Lehrerin/jeder Lehrer war sich ihrer/seiner Bezahlung im Vornherein im Klaren. Jede/jeder hat den Arbeitsverrag unterschrieben. Jede/Jeder konnte sich vorher bis auf den Cent genau ausrechnen, was netto dabei herauskommt. Daher sehe ich keinen Anlass unzufrieden zu sein mit dem was man bekommt.

    @zufrieden
    Schön, dass Sie gerne arbeiten. Ich arbeite auch gerne als Lehrerin, aber das ist nicht Gegenstand dieses Forums. “Erfahrene Lehrer” und “engagierte Lehrer” sind für mich außerdem kein Widerspruch. Sogar “engagierte Lehrer” und “wenig Arbeitsaufwand” sind für mich kein Widerspruch: Ich muss nicht an Fortbildungen oder an irgendwelchen Gruppentreffen teilnehmen, um mein Engagement zu zeigen. Ich gehöre nach Ihrer äußerlichen Einschätzung sicherlich nicht zu den engagierten Lehrerinnen, dennoch habe ich mich bei der Bewerbung um eine Funktionsstelle in unserer Schule gegenüber allen andern durchsetzen können und verdiene somit ab September EUR ca. 800.- mehr.

    schrieb schnipsel am

  • #612

    @Chris - Lesekompetenz: 6!
    Schallendes Gelächter… Ich habe nie behauptet, dass ich zu wenig verdiene, aber wer behauptet, als Lehrer 12 Wochen Urlaub zu haben und trotzdem nicht mehr als 36 Stunden zu arbeiten, kann entweder nur miesen Unterricht machen und/oder sich im Kollegium rar machen. Anders ist das meiner Meinung nach nicht möglich. Es sei denn, man unterrichtet Fächer, in denen es kein Abitur gibt sowie keine Klausuren usw. - oder eben Religion und Stricken. Religion hat an deutschen Schulen nichts zu suchen, aber das ist ein anderes Thema. Stricken hingegen hat noch einen praktischen Wert…
    Dass der Gehaltsunterschied zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern ein Skandal ist, ist unzweifelhaft. Daraus die Abschaffung des Beamtentums zu schlussfolgern, ergibt für mich keinen Sinn. Muss es auch nicht, denn ich bin Beamter…
    Und wenn man mit seinem Gehalt unzufrieden ist, dann soll man umschulen? Nach dieser Logik dürfte es keine Streiks geben, sondern nur Millionen Umschüler.
    Wie gut übrigens, dass das Brutto-Einkommen nicht von solchen Dingen wie Familienstand verfälscht wird, schnipsel. Denken Sie noch mal über das nach, was Sie da geschrieben haben…
    Meine Zeit kann ich mir übrigens gut einteilen. Es gibt zudem genügend Studien zum Thema Arbeitszeit von Lehrern. Am Gymnasium kommt man im Durchschnitt INKLUSIVE “Ferien” nicht unter 42 Stunden davon. Aber die können sich wohl auch alle ihre Zeit nicht einteilen.
    Und ja, ich habe ein schlechtes Gewissen, denn ich finde nicht die Zeit, besseren Unterricht zu machen als es mir unter der gegebenen Arbeitsbelastung möglich ist - sofern ich noch Wert auf ein bisschen Privatleben lege. Bei 25-26 Stunden pro Woche kann man leider keinen wirklich perfekten Unterricht machen, man kann es sich aber auch zu leicht machen: Schulbuch raus, die SuS die Aufgaben 1-10 bearbeiten lassen, sich derweil im Lehrerzimmer ein Käffchen gönnen, so den Unmut der Außenwelt auf die Lehrer heraufbeschwören und die sich so bildende Meinung über ALLE Lehrer in einem solchen Forum auch noch bekräftigen…
    Nichtsdestotrotz ist “Nestbeschmutzer” ein durchaus treffender Begriff. Wer aus irgendwelchen Umständen deutlich unter dem Durchschnitt arbeiten muss bzw. seine Arbeitskraft nicht angemessen (wie im Eid beschworen) einsetzt und sich dennoch mit einem nach eigener Meinung üppigen Gehalt bezahlen lässt, sollte nicht die Mehrheit der Lehrer durch solche Beiträge in Verruf bringen. Denn so gehen die unwissenden Leser davon aus, dass mit etwas Erfahrung, Geschick und Organisationstalent jeder auf eine solche Arbeitszeit kommen könnte.
    Wieso geniessen Sie nicht einfach ihr tolles Gehalt und Ihre geringe Arbeitszeit und verschonen die richtigen Lehrer mit Ihren Kommentaren. Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie Ihr Ruf im Kollegium aussieht, wenn Sie mal wieder nach wochenlangem Urlaub von Ihrer unbeschwerten Zeit berichten, während die Kollegen ihre Klausurenstapel sortieren, um diese korrigiert zurückzugeben…

    schrieb BK77 am

  • #613

    @schnipsel
    Ich denke das Sie BK77 und Mister M eher als Nestbeschmutzer sehen. Das mit dem Gehalt in der Höhe ist durchaus möglich, das geben nur Ihre Kollegen ungerne zu - Sie sind wohl einfach nur ehrlich und das Vertragen ihre Kollegen nicht. Das mit unter 40 Stunden ist sicherlich sportlich aber möglich, Sie sind einfach begabt und schnell. Natürlich kommt es wohl auch wesentlich auf Schulform und Fächer an.

    Gruss

    schrieb chris am

  • #614

    Wer schimpft und meckert und versucht sich zu rechtfertigen, hat ein schlechtes Gewissen.

    Ich war mit meinem Sprachen-Diplom jahrelang als Übersetzerin tätig. Ein lukrativer aber einsamer und langweiliger Job. Als Nebenjob/Hobby unterrichtete ich gleichzeitig auf vielen Schienen (VHS, Frühenglisch etc.).

    Seit einigen Jahren arbeite ich als angestellte Lehrerin. Ich liebe den Beruf, die Kinder, alle Menschen die ich aufgrund des Jobs kennenlerne - teilweise sind das verzweifelte Eltern oder auch an “Burn-Out” leidende Kolleginnen/Kollegen.
    Ich bin in meinem Job mehr als zufrieden, denn ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und geniesse meine Arbeit.

    Die wöchentlichen Arbeitsstunden kann man nicht pauschalieren. Unterschiedliche Fächer bedeuten unterschiedlichen Zeitaufwand. Erfahrene Lehrkräfte brauchen weniger Zeit. Engagierte Lehrkräfte arbeiten mehr, nehmen an mehr Konferenzen, Gruppentreffen und Fortbildungen teil, organisieren Veranstaltungen, sind als Erste bei einem Tag der offenen Tür da und gehen als Letzte heim.

    Wer den Job nicht mag und der Meinung ist, zu wenig zu verdienen, kann umschulen und einen anderen Beruf suchen!

    Ich arbeite lieber in einem Beruf, der mir viel Spaß macht als in einem Beruf, in dem mir die Decke auf den Kopf fällt, auch wenn ich hier weniger verdiene.

    Allerdings macht auch mich die ungleiche Behandlung von Beamten und Angestellten traurig. Hoffentlich wird der Beamtenstatus bald abgeschafft.

    Zufrieden

    schrieb Zufrieden am

  • #615

    @schnipsel
    Es sei Ihnen gegönnt, dass Sie ein angemessenes Gehalt beziehen. Bei Ihrem Bruttogehalt vermute ich, dass Sie noch Weihnachtsgeld (Sonderzahlung) bekommen. Das ist aber längst nicht in allen Bundesländern der Fall. Zudem werden angestellte Lehrkräfte deutlich schlechter bezahlt, wie Sie vielleicht beim Lesen des Forums bemerkt haben.
    Bei Ihrem Nettogehalt nehme ich an, dass Sie Kinder haben. Insofern eine richtige Entscheidung, Ihre Zeit lieber in diese als in die Schule zu stecken.

    schrieb Mister M. am

  • #616

    Hallo Leute,

    bei den Gehältern geht es doch nicht nur danach, was man investiert. Es kommt auf das Können an. Je mehr Intelligenz gefragt ist, um so höher die Gehälter und Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sind ausschlaggebend. Man betrachte die Ingenieure. Zur Zeit haben wir einen Mangel an Ingenieuren. Da bieten die “headhunt” sogar Geld, damit die man die Stelle annimmt. Dies funktioniert aber nur in der freien Wirtschaft. Ist man beim Staat angestellt, ticken die Uhren anders. Wieviel “Wissen und Können” ein Lehrer braucht, um eine Klasse zu unterrichten, muss jeder selber für sich entscheiden. Der Staat siedelt das “Wissen und Können” also im Mittelmaß an.
    Sollte das Geld nicht ausreichen, verdient euch doch zusätzliches Taschengeld an der Börse.

    LG Knut

    schrieb Knut.Eisbär am

  • #617

    @BK77 und Mister M.
    Wir reden hier über Einkommen und warum sollte man nicht konkret werden? Immerhin ist das ganze Forum hier ohnehin anonym, also: Um genau zu sein verdiene ich € 52.800.-/a (keine Funktionsstelle - die kommt erst nächsts Schuljahr) und natürlich brutto. Netto-Verdienste hängen ja wohl wesentlich vom Status ab (Familienstand, Lohnsteuerklasse, etc.) und sind daher nicht vergleichbar. Netto kommen bei meiner Konstellation heuer etwa 47.300.- heraus, wovon ich allerdings noch den vollen Krankenversicherungsbeitrag bezahlen muss (ca. € 4.500.-).
    Natürlich ist unsere Ausbildung vergleichbar mit denen von Ingenieuren, darum habe ich den Vergleich ja gewählt. Ich wollte mit diesem Vergleich nur zum Ausdruck bringen, dass wir wesentlich kürzer arbeiten als Ingenieure (das gilt zumindest für mich). Da die Arbeitsbelastung ja wohl höchst subjektiv wahrgenommen wird, ist sie hier m.E. nicht direkt vergleichbar.
    Mit meiner (richtigen) Gleichung möchte ich hier niemanden schlagen, schon garnicht ins Gesicht. Ich habe lediglich von mir gesprochen. Ich weiß, dass viele meiner Kolleginnen und Kollegen anders arbeiten - jeder so, wie sie/er es eben für richtig hält. Genau so muss es doch sein, oder?
    Aber warum ist es für Sie unvorstellbar, dass ich auf weniger als 40h/Woche komme? Wenn Sie fertig sind mit Lachen, dann versichere Ihnen - das ist so:
    Mein Deputat beträgt 25 Unterrichtsstunden, die Vor- und Nachbereitungszeit schätze ich auf ca. 20-25min pro Stunde. Korrekturarbeiten auf etwa 5h pro Woche, Konferenzen, Besprechungen, etc. etwa 2h pro Woche. Das sind etwa 36 Stunden/Woche.
    Zugegebenermaßen fallen je nach Fach Korrekturzeiten größer oder kleiner aus. Aber in meinen Fächern und mit meinen Klassenarbeiten brauche ich pro Klassenarbeit nicht mehr als 3-4 Stunden.
    Und es funktioniert sehr gut. Ich glaube nicht, dass ich eine schlechte Lehrerin bzgl. meines Unterichts oder im Umgang mit meinen Schülerinnen und Schülern und Kolleginnen und Kollegen bin. Gewiss müssen das andere entscheiden, genauso gewiss aber nicht Sie! Mein Ruf unter Schülerinnen und Schülern wie unter den Kolleginnen und Kollegen ist aber ein recht guter, wie ich das so wahrnehme.
    Ihre Vorurteile gegenüber dem Stricken sollen Ihnen gegönnt sein. Doch gegenüber dem Fach Religion sollten Sie etwas respektvoller sein, auch wenn ich es nicht unterrichte.
    Ich meine es hier in diesem Forum durchaus Ernst mit meinen Äußerungen - auf hämische Bemerkungen und überschlagende Superlative wegen meiner angeblichen Unfähigkeit kann ich verzichten und ich glaube, alle anderen hier auch.
    Was Sie konkret “falsch” machen, kann ich Ihnen ohne Details zu Ihrer Arbeit und Ihrer diesbezüglichen Einteilung nicht sagen. Vielleicht hälfe es, wenn Sie beschrieben, wie Sie Ihre Arbeit einteilen.

    schrieb schnipsel am

  • #618

    @Marion:
    Ich habe nie behauptet, dass eine Krankenschwester wenig leistet, aber es geht auch darum, wieviel man “investieren” muss (Ausbildungszeit), um einen Beruf auszuüben.

    Wenn es Sie wirklich interessiert, was andere so verdienen:

    http://www.bild.de/BILD/news/wirtschaft/2008/04/01/gute-nachricht/acht-prozent-fuer-oeffentlichen-dienst,geo=4147550.html

    Also da steht (ver.di-Zahlen, Bruttogehälter Bund und Kommunen jetzt und nach dem jüngsten Tarifabschluss):

    Krankenschwester: 2330 Euro, demnächst: 2522 Euro
    Erzieherin: 2155 Euro, demnächst: 2337 Euro
    Bibliothekarin: 3000 Euro, demnächst: 3232 Euro
    Ingenieurin: 3550 Euro, demnächst: 3816 Euro

    “Leistet” eine Bibliothekarin mehr als eine Krankenschwester? Oder mehr als ein nach TVöD-L bezahlter Lehrer (ab 01.01.2008 ungefähr 3000 Euro, je nach Berufserfahrung)?.

    schrieb Mister M. am

  • #619

    @Marion

    Natürlich ist es gerechtfertigt, dass Erzieherinnen weniger Gehalt bekommen als Lehrer, weil die a) keine vergleichbare Ausbildung haben und b) sicherlich weitaus weniger Arbeit haben bzw. mit nach hause nehmen. Und bevor jetzt kommt “woher will er denn das wissen…” gleich zur Information: Ich habe mal in einem Kindergarten Praktikum gemacht.
    Ach stimmt ja, Krankenschwestern sind ja auch halbe Ärzte (jetzt, da es ja schon einen Bachelor dafür gibt…) und sollten auch ähnlich bezahlt werden. Junge, junge, wie weltfremd ist denn bitte diese Auffassung. Aber auf dieser Ebene braucht man gar nicht zu diskutieren, dazu hat “Mister M” ja schon richtige Worte verloren.

    schrieb BK77 am

  • #620

    @Schnipsel
    da hast du aber ganz schön Flankenfeuer bekommen. Auch wenn ich meine Vorschreibern nicht in allen Punkten unterstützen kann, möchte ich sie teilweise bestätigen. Als angestellter vollbeschäftigter (28 Stunden) Lehrer komme ich auf ca. 1600,-€ netto im Monat(~2800,- Brutto, Steuerklasse 1). Ich bin 37 und habe zwei Uniabschlüsse und eine Ausbildung gemacht. Nach Abzug von Miete, Versicherungen und Co bleiben mir 750,-€ zum leben. Da macht sich schon etwas Frust breit.

    schrieb keks am

  • #621

    @schnipsel
    Also ich kann nicht ganz glauben, dass Sie wirklich Lehrerin sind. 4000 Euro? Da kann es sich ja nur um Brutto handeln. Und die Aussage “12 Wochen Urlaub” ist ja wohl ein Schlag ins Gesicht für alle richtigen Lehrer. Und dann wollen sie deutlich unter 40 Stunden die Woche arbeiten. Ich schmeiß mich weg vor Lachen.
    Es gibt hier nur wenige Erklärungen. 1. Sie sind keine Lehrerin (Nachhilfe zählt hier nich…) und wollen lediglich provozieren. 2. Sie haben Fächer wie Stricken und Religion. 3. Sie sind die wohl schlechteste Lehrerin seit Menschengedenken und für all die Vorurteile uns gegenüber verantwortlich und überlassen zudem die ganze Arbeit Ihren Kollegen 4. Sie arbeiten Teilzeit bzw. reduziert mit maximal einer halben Stelle an einer Grundschule…
    Meiner Meinung ist Ihr Artikel eine Frechheit. Was mache ich da nur falsch, wenn ich in den Herbst-, Weihnachts- und Osterferien größtenteils korrigiere? Da muß ich mir wohl in der Schulzeit meine 12 Wochen Urlaub durch Untätigkeit wieder reinholen…

    schrieb BK77 am

  • #622

    @schnipsel
    4000€ Grundgehalt bekommt man als “normaler” Lehrer nicht, höchstens mit Funktionsstelle. Wenn du auf weniger als 40 Stunden Arbeitszeit kommst, dann Glückwunsch, für viele gilt das nicht (kann man auch in diesem Forum nachlesen).
    Ingenieure, insbesondere wenn außertariflich bezahlt, erhalten in großen Firmen oft eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge, das gibt es für Beamte nicht. Zudem sind Lehrer und Ingenieure von der Qualifikation und Ausbildung her vergleichbar.

    @detlef:
    Es ist zwar ungerecht, dass Lehrkräfte bei privaten Einrichtungen so wenig verdienen, aber das ist doch kein Argument dafür, dass beamtete Lehrkräfte überbezahlt sind. Es kommt ja auch niemand auf die Idee, dass Juristen, die beim Staat arbeiten, überbezahlt sind, weil es Juristen gibt, die für einen Hungerlohn arbeiten, weil sie sich gerade selbstständig gemacht haben und kaum Klienten haben. Wenn man nämlich über die Schiene “da gibt’s welche, die haben noch weniger” argumentiert, denn ist für Staatsdiener alles was mehr als Harzt IV ist, Überbezahlung.

    schrieb Mister M. am

  • #623

    @Mister M
    ich bin übrigens nicht Ehefrau eines gut verdienden Mannes, die ihren Beruf nur als Hobby ausübt. Mein Mann ist seit Jahren arbeitslos!
    Aber Ihre Aburteilung spricht für sich.

    Es geht anderen nicht verbeamteten Berufsgruppen genauso wie uns, dass das Gehalt im Vergleich zur Inflation eben nicht angestiegen ist. Nicht nur wir Lehrer haben Kinder zu ernähren. Aber uns allen würde etwas mehr Bescheidenheit und Verzicht gut tun. Ich muss doch nicht dreimal im Jahr in Urlaub fahren!!!

    Und Sie wollen doch nicht sagen, dass eine Krankenschwester, ein Altenpfleger oder ein/e Erzieher/in weniger leistet als ein Lehrer? Und schauen Sie sich doch mal deren Gehalt an.

    schrieb Marion am

  • #624

    Egal, ob angestellte Lehrerin oder verbeamtete Lehrerin (so wie ich), die Bezahlung ist für beide Gruppen doch recht gut, wie ich meine. Bei einem Sold von über €4000.- und den entsprechenden steuerlichen Vergünstigungen bin ich gehaltsmäßig auf einer Linie mit Ingenieuren in der Industrie, ohne dass diese eine staatlich subventionierte Pension hätten. Außerdem können sich diese nicht einen Teil ihrer Arbeitszeit frei einteilen, so wie wir. Und 12 Wochen Urlaub haben diese auch nicht. Ich lege meine Arbeit meist so, dass ich in den Ferien kaum etwas für die Schule machen muss. Von daher gilt für mich annähernd die Gleichung Ferien=Urlaub. Und zu guter Letzt: Auch wenn immer mehr Nachmittagsschule dazukommt - die Arbeitszeiten sind schlichtweg weniger. Ich komme beispielsweise dreimal in der Woche schon um 13.30 Uhr nach Hause und muss zweimal erst um 9.00 Uhr aus dem Haus. Wenn ich den Unterricht und die Arbeit zu Hause addiere, dann komme ich auf eine Wochenarbeitszeit von deutlich unter 40 Stunden.
    In diesem Forum geht es um die Bezalung von uns Lehrerinnen und Lehrer und ich sage deutlich: wir müssen mehr als zufrieden sein.

    schrieb schnipsel am

  • #625

    @Marion:
    Soviel Gutmenschentum nützt aber all den Lehrkräften nichts, die von ihrem Gehalt bei ständig steigenden Preisen leben wollen und müssen. Dank diverser Kürzungen und zurückgehaltener Lohnsteigerungen haben wohl die meisten Lehrkräfte (und hiermit meine ich insbesondere auch die beamteten Lehrkräfte) in den letzten Jahren reale Einkommensverluste hinnehmen müssen.
    Was für andere Berufsgruppen selbstverständlich ist (Lokführer, Ärzte, Fluglotsen, ...), nämlich angemessene Bezahlung für gute Arbeit, sollte auch für Lehrer möglich sein.
    Nicht jeder / jede hat einen gut verdienenden Ehepartner oder geerbt und sieht seinen Beruf nur als sinnstiftendes Hobby…

    schrieb Mister M. am

  • #626

    Mit Neugierde lese ich die Kommentare und bin etwas erstaunt darüber, was die “Jammerei” angeht.denn es gibt auch noch die Lehrkräfte im Rahmen der außerbetrieblichen beruflichen Erstausbildung (§ 241 (2) SGB III), die bei privaten Bildungsträgern (keine Tarifbindung existent) arbeiten. Dazu folgende Fakten aus Sachsen: 40h/Wo., davon i. d. R. 32 h/Wo. Stütz- und Förderunterricht v. a. in den allgemeinbildenden Fächern, Personalschlüssel 1:24 Auszubildende, 1.600,-€ brutto, 28 Tage Urlaub p. a., kein Urlaub- u. Weihnachtsgeld, Aufstiegsmöglichkeiten sogut wie ausgeschlossen. Begründung für das “hohe” Gehalt: Wettbewerbsvorteil ggü. den Konkurrenten…Bitte um Gehaltserhöhung: Wem es nicht passt, kann ja gehen.

    schrieb Detlef am

  • #627

    Es ist sehr bedauerlich, dass diese Diskussion hier ganz und gar nicht zur Verbesserung des Berufsbildes von uns Lehrern beiträgt. Ganz im Gegenteil!

    Mir macht übrigens mein Beruf viel Freude, ich fühlte mich nämlich dazu berufen! Da frag ich nicht danach, wieviel Arbeit er mir macht oder wieviel ich damit verdiene.

    Und wenn ich beim Einkaufen oder im Museum an meine Schüler denke, dann tue ich das freiwillig und mit Freude und denke dabei nicht an Arbeitszeit. Ich lebe für meine Familie und meinen Beruf, also auch für meine Schüler.

    Die Einstellung alleine macht es aus!!!

    schrieb Marion am

  • #628

    Ich (als Nichtlehrerin) denke nicht, das Lehrer zu viel verdienen oder zu viel frei haben, und weiß, dass das Lehrerdasein ein sehr verantwortungsvoller, anstrengender und zugleich schöner Beruf ist, vor dem ich sehr viel Respekt habe.

    Aber warum wird so viel über diesen Beruf geschimpt?
    Und warum müssen gerade auch viele Lehrer so viel über ihren Beruf meckern und schimpfen und sich ständig rechtfertigen. Das finde ich so anstrengend.

    schrieb anonym am

  • #629

    Ich kann Teachi nur zustimmen. Ich will zum Verrecken nicht mehr in Deutschland unterrichten! Man darf nur keine Super-Ansprüche stellen und immer 100% haben wollen. Das geht nicht, da werden CH oft noch bevorzugt!
    Ausserdem sollten alle Lehrer in D ihre Sprache umstellen: Deputat “!”. Wer ist hier deputiert, amputiert vielleicht. In der Schweiz heisst das Pensen und ist die Pluralform von Pensum, und das ist die korrekte Bezeichnung für den Grad einer Beschäftigung.
    Und jetzt melde ich mich ab. Dieses Jammerforum tue ich mir nicht mehr an.

    schrieb Ex-Beamter am

  • #630

    Der Vergleich mit den Banken ist sehr gut!
    Noch ein Vergleich:
    In der Schweiz hat soeben der Bundesrat klar geäussert, dass es keine staatlichen Spritzen für Banken gebe infolge der Bankenkrise.
    Aber die Lehrergehälter sind so, dass sich niemand beklagt. Es herrscht das Gefühl, gerecht behandelt zu werden. (Die Bildungsausgaben betragen ca. 2% des BSP mehr jährlich. Ein Bildungsplatz (vom Kindergarten bis zur Hochschule) kostet ca. das 1,5- bis 2-fache von D.
    Das geht nur zum Teil in die Gehälter, wesentlich aber auch in die Ausstattung und gesamten Rahmenbedingungen.
    Und das Übel der bevorzugten Beamten existiert ebenfalls nicht!
    Diese Zweiklassengesellschaft in D ist tödlich für den Staat.
    Seit der Einführung des (unvollständig ausgehandelten) TVöD ist die Schere noch eklatanter, Angestellte nach TVöD sollten ihre Leistung entsprechend ihrem geringeren (Brutto-)Gehalt ebenfalls nach unten nivellieren.

    schrieb teachi am

  • #631

    Die ganze Debatte um zu hohe Lehrergehälter und eine angebliche Überbezahlung beim Staat ist doch scheinheilig.
    Falls es jemand gemerkt hat: Wir haben eine Bankenkrise und dabei ist sich der Staat nicht zu schade mal eben Milliarden in die Landesbanken und die IKB zu pumpen (alleine IKB 9 Milliarden). Die Angestellten dort verdienen auch sicherlich ihr (wohl nicht zu niedriges Gehalt) nicht zu Unrecht, oder…?
    Also, im Zweifel hat der Staat immer genug Geld, aber für die Schulen und Lehrer offensichtlich nicht? Hier setzt unsere Politik und die Gesellschaft wohl offensichtlich falsche Prioritäten. Solange der Staat großzügig Milliarden an Subventionen (=Sozialhilfe für Unternehmen) an unsere auch so tolle Wirtschaft verteilt, brauche ich mich für mein Gehalt bestimmt nicht rechtfertigen.

    schrieb Mr. M am

  • #632

    :-S ich weiß net wirklich viel davon aber wie kann man sich über sowas gedanken machen is ja voll kindisch jeder verdient das geld was er sich erarbeitet hat

    schrieb bart simson 16j. am

  • #633

    Nebenjob in den Ferien kommt für mich nicht in Frage. Die Ferien sind in erster Linie für meine Familie und zu meiner Entspannung da. Wenn mein Gehalt nicht ausreicht, dann muss ich eben Abstriche machen oder ich mache Überstunden.
    Außerdem: Was soll immer der Vergleich angestellte Lehrer - beamtete Lehrer? Natürlich verdienen sie unterschiedlich. Aber warum nicht? Nur weil sie zufällig den gleichen Job machen? Es gibt doch wohl noch viel mehr leichtere Jobs als die von uns Lehrerinnen und Lehrer, die aber weitaus höher bezahlt werden. Ist das gerecht?
    Meine Freundin ist Erzieherin und verdient nichtmal die Hälfte von mir, obwohl sie genauso belastet ist wie ich und einen ähnlich harten Job macht. Ist das gerecht?
    In Finnland werden Erzieherinnen, Lehrer bis hin zu Uni-Professoren nach dem gleichen Tarif bezahlt.
    Wir alle hier sollten zufrieden sein mit dem, was wir haben. Wir alle haben einen Vertrag, in dem wir uns ausdrücklich auf die Bezahlung eingelassen haben, die wir jetzt auch bekommen. Hinterher beschweren geht nicht.

    schrieb schnipsel am

  • #634

    Du bist wohl sicher kein Lehrer, sonst würdest Du so einen Mist von 12 Wochen Urlaub wohl kaum schreiben. Ich für meinen Teil korrigiere gerade, so wie in allen Ferien. Und im Sommer darf ich drei Wochen meines “Urlaubs” ins Ausland mit den lieben Schülern.

    schrieb @Sönke am

  • #635

    Hallo “Lehrer”, wenn du es unkonventionell nennst, in den Osterferien zusätzlich arbeiten zu gehen, nehme ich an, dass du kein Lehrer bist, sonst würdest du das kaum schaffen. Mit meiner 50-60 Stunden Woche in der Schulzeit, bin ich jedes Mal zu Ferienbeginn so kaputt, dass ich wirklich Erholung brauche. Bei dem Stressjob auch noch einen Nebenjob zu machen, ist mir
    leider nicht möglich. Außerdem habe ich in den Ferien auch noch Deutschklausuren zu korrigieren, brauche für jede einzelen mindestens 1 Stunde.
    Also, noch mal, ich weiß nicht, was du für ein Lehrer sein willst, wenn du es schaffst in den Ferien zu arbeiten. Vielleicht bist du Sport und Reli Lehrer mit halber Stundenzahl? Dann noch bestimmt ohne Kinder und ganz jung und arbeitest an der Grundschule?......

    schrieb Chris am

  • #636

    Hallo Chris,

    auch ich bin nur angestellte Lehrerin. Ich kann Deine Aufregung nicht nachvollziehen.
    Ich habe mir eben in den Ferien einen gut bezahlten Nebenjob gesucht.
    Schon mal damit probiert?
    Man muss halt auch mal unkonventionelle, unbequeme Wege gehen!!

    schrieb Nebenjob Lehrer am

  • #637

    Für mich war es mein absoluter Traumberuf als ich mit fast 50 endlich Lehrerin sein durfte. Der Nachteil ist natürlich ich bin angestellte Lehererin, alleinerziehende Mutter von einer studierenden Tochter und einem Sohn im Abitur. Mein Gehalt ist so niedrig, dass ich die vielen Ferien, die ich übrigens dingend brauche, nicht für einn Urlaub nutzen kann.
    Es ist verdammt ungerecht zu wissen, dass meine beamteten Kollegen für die gleiche Arbeit viel mehr bekommen, es ist verdammt schwer ihre Erzählungen von wunderschönen Urlauben zu hören…..Auch ich brauche die Erholung von diesem anstrengenden Job, aber ich kann sie mir nicht leisten….

    schrieb Chris am

  • #638

    Hallo , ich unterrichte an einem kirchlichen Berufskolleg, nunmehr im 14. Jahr. Ich verdiene netto ca. 2280€ Steuerklasse I. Demnächst bin ich noch so verrückt und gehe in ein Beförderungsvefahren mit Lehrprobe und allem, um am Ende zwei zusätzliche Funktionen zu bekleiden. Als angestellte Lehrer darf ich mich dann aber ja nicht mal Oberstudienrat nennen ;-)! Meine jetzige Unterrichtsszeit liegt bei 25,5 Stunden, was ich für den größten Skandal halte, neben der um viele Hunderter schlechteren Bezahlung im Vergleich zu den verbeamteten Kollegen.Wenn ich denn befördert werden sollte und zusätzliche Verantwortung übernehme, dann hat man mir tatsächlich ca. 80€ in Aussicht gestellt. Ich krieg mich schon gar nicht mehr ein vor Vorfreude über das viele Geld. Die Anforderungen steigen subjektiv und objektiv, aber ich fühle mich manchmal geradezu gedemütigt, wie wenig mein Engagement wert ist. Der Unterschied Angestellte-Beamte ist das eine, schließlich verdient der beamtete Kollege noch immer Hunderte mehr, auch wenn ich befördert bin, für das wesentliche Problem halte ich noch, dass keiner über die hohen Unterrichtstundenzahlen diskutiert. Hier scheint mir viel mehr Veränderungsbedarf zu liegen. Dass wir Lehrer die Bezahlung immer mehr kritisieren, ist doch nur ein Reflex darauf, dass uns die Verantwortlichen in der Politik so lern- und gesundheitsfeindliche Arbeitsbedingungen aufhalsen. Wir können uns ja zwischen Angestellten und Beamten prügeln, aber eigentlich hat diese Struktur der Lehrerarbeitszeit Kritik verdient. Ich spüre deutlich, dass ich so bis 67 nicht durchhalten kann, auch wenn ich sowieso schon weniger verdiene als Kollegen :-)
    Übrigens das mit dem Arbeitszimmer soll wohl bedeuten, dass die Lehrer jetzt nicht mehr die Hälfte der Kosten ihres Arbeitszimmers steuerlich absetzen können. Das sind bei mir fast 1000€, die ich nicht mehr vom Finanzamt zurück bekomme. Allerdings benötige ich ein eigenes Zimmer für meine Arbeit, aber das scheint ja nicht zu interessieren. Was tut sich eigentlich in dieser Hinsicht-gibt´s da Prozess durch die Gewerkschaft oder so?  Gruß P.

    schrieb Paul am

  • #639

    Hallo Leute.

    Was hat eigentlich das Arbeitszimmer in diesem Forum zu suchen. Hier geht es doch darum, was Lehrer verdienen und was sie bekommen.

    LG Knut

    schrieb Knut am

  • #640

    Hallo,

    ich kann diese ganze Diskussion nicht mehr ertragen.
    Sind wir doch mal ehrlich zu uns selber.
    Für das, was wir arbeiten, verdien wir schon sehr viel.
    Wer ausser uns hat denn 12 Wochen im Jahr Urlaub.

    schrieb Sönke Gerger am

  • #641

    2008 wird das mit dem Arbeitszimmer aber nicht mehr gehen, oder?

    schrieb @teachi am

  • #642

    @kummerkasten
    @teachi
    @keks

    Die Antworten haben mir gut gefallen, realistsch,  abwägend und informativ.
    Ich denke die Wahrheit liegt in der Mitte. Ich denke ein nicht geeigneter Lehrer hat viel Stress und könnte in einem anderen Beruf glücklicher werden. Aber in der freien Wirtschaft wird es auch immer härter, das ist meine pers. Eindruck, je nachdem wo man sitzt. Ich kenne einige Berufsschullehrer die erst in der Wirtschaft waren und anschliessend als Lehrer recht zufrieden geworden sind. Sie haben den direkten Vergleich und sehen Vor- und Nachteile. Umgekehrte Fälle sind mir nicht bekannt.
    Vor angestellten Lehrern habe ich echt Respekt!
    Grüsse

    schrieb chris am

  • #643

    Ich war ca. 12 Jahre selbstständig, seit ca. 7 Jahren wieder (in meinem Diplomberuf) als Lehrer tätig.
    Ich hatte als Selbstständiger einerseits mehr Stress, weil ständig Existenzdruck.
    Dafür musste ich niemanden fragen, wenn ich eine Woche Skifahren oder Segeln fahren wollte.
    Als Lehrer lebte ich Anfangs ständig zu aktionstisch und habe meine Kollegen bestimmt etwas überfordert.
    In der Schule sieht der Stress anders aus.
    Für mich besteht er weitgehend in völlig unzeitgemäßen Rahmenbedingungen (katastrophale Ausstattung!, schlechte Instandhaltung (Sparen grundlegender Reinigung)!, verkrustete Strukturen in der Schulaufsicht und last but not least die anachronistischen 45-Minuten-Einheiten, die jedes In-den-Arbeitsfluss-kommen sehr effektiv und nachhaltig k.o. schlagen bzw. gar nicht erst ermöglichen und den ach so hehr erwünschten fachübergreifenden Unterricht ebenfalls in die Kiste der Utopien verdammt.
    Wenn ich als Angestellter allerdings erheblich weniger verdiene, sehe ich darin ganz einfach eine Verletzung des Grundgesetzes. Ich ärgere mich über diese Ungleichbehandlung und lasse das schon auch dann und wann durchblicken, kämpfe aber nicht innerhalb der Schule dagegen sondern ausserhalb - denn die verbeamteten Kollegen können dagegen gar nichts unternehmen.

    Problem ist die Politik, die zum Himmel stinkt vor Inkompetenz und Ignoranz.

    Von daher wünsche ich mir (politisch) aufrichtig einen PISA-Abstieg Deutschlands.
    (Was ich allerdings um Himmels willen keinem Schüler gönne oder wünsche!)

    Übrigens: Ein Kollege von mir hat (als Angestellter) eine Beförderungsstelle abgelehnt, da er für erheblich mehr Verantwortung sage und schreibe 50 EUR monatlich mehr (brutto) bekommen hätte.

    Seine Logik war: Das sind mir die ca. 3-4 Stunden Mehrarbeit wöchentlich nicht Wert!
    Das ist die richtige Antwort.

    Übrigens: Knut solltet Ihr einfach ignorieren! Es ist vielleicht unser Problem in D, dass wir uns so ausgiebig und rechtfertigend mit solch uneinsichtigen und destruktiven Kreaturen abgeben. Lasst uns unsere Energie besser investieren!

    Zum Arbeitszimmer:
    Am Anfang meiner Rückkehr in die Schule wollte mir das Finanzamt die beiden Büroräume vollständig kippen, da sie ja nicht Zentrum meiner Tätigkeit seien.
    Ich habe darin eingewilligt unter der Bedingung, dass ich meine Akten (10-jährige Aufbewahrungspflicht) im Garten lagern könne und bei einer Steuerprüfung in meiner Abwesenheit (Schulzeit) die Prüfer ebenfalls auf der Straße auf einem Gartentisch arbeiten dürften.
    Antwort des FA: Ein lapidarer Zweizeiler, der besagte, dass “der Bedarf eines Arbeitszimmers hinreichend nachgewiesen sei”.

    Mit Humor und Satire habe ich über die Jahre so einiges durchgeboxt - z.T. sogar auf Vorschlag meines Steuerberaters! Versucht es doch einfach!

    Kopf hoch und viel Glück!

    schrieb teachi am

  • #644

    Hallo Grege.

    Leider ist euer Arbeitgeber faktisch pleite. Da kann man keine großen Gehaltserhöhungen verlangen. Denk einmal an die Mitarbeiter von BengQ oder so, die haben sogar auf Gehalt verzichtet, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Hat auch nichts gebracht.

    Ich kenne Diplom-Kaufleute, die nach dem Studium bei einem Wirtschaftsprüfer angefangen haben und nicht mal 3.000,00 brutto im Monat bekommen haben. 40 Stundenwoche. 27 Tage Urlaub. Hier gibt es auch keine Zuschläge für Kinder etc..
    Nun kommt Ihr?????

    LG Knut

    schrieb knut am

  • #645

    @Stressiger Job
    Ich bin jetzt seit 2 Jahren an der Schulfront. Wenn man die Zeit als LAA dazuzählt 4 Jahre. Vorher war ich Architekt in Köln. ..und ja, ich war in dieser Zeit sehr gestresst - viel Verantwortung, cholerische Chefs, ein menschenunwürdiges Gehalt von 1.600,- € brutto und ständig der Druck, dass man sich rechtlich absichern muss damit einem keiner vor Gericht zerren kann. Kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Überstunden wurden selbstverständlich auch nicht bezahlt. Samstag war regulärer Arbeitstag, der aber nicht bezahlt wurde. Der Stress war permanent und finanziell bedrohlich. Ich sehne mich überhaupt nicht in diese Zeit zurück.
    Heute arbeite ich oft genau so lange, von 8.00 bis ca. 20.00 Uhr (gelegentlich auch länger, je nach dem was ansteht). Aber ich bin mein eigener Herr und es gibt auch Tage an denen ist für mich wirklich um 14.00 Uhr Schluss. Der Stress ist auch da –aber er hat eine andere Qualität. Dieses elementar bedrohliche ist nicht mehr. Dafür steht man als Person viel mehr im Fokus, wo es doch bei meinem früheren Job mehr um „die Sache“ ging. Es ist manchmal schon erstaunlich wie müde ich nach nur 4 Stunden unterrichten bin.
    Heute verdiene ich als vollbeschäftigter Lehrer (28 Stunden pro Woche) an einer Hauptschule 1600,-€ netto –das ist schon ein Unterschied zu früher. Auch wenn ich mir als angestellter Lehrer ein wenig verarscht vorkomme, wenn ich mein Gehalt mit dem meiner Kollegen vergleiche. Aber das ist eine andere Geschichte ihr lieben Kinder.

    schrieb Keks am

  • #646

    Ich bin ein Lehrer, der aus der freien Wirtschaft kommt. Ich verzichte locker 25% meiner alten Gehaltes, es macht aber viel mehr Spaß.
    Ich erhalte als angestellter Lehrer natürlich kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld.
    Ich unterrichte FÜNF Fächer, inzwischen wurde ich vom Kultusministerium geprüft und anerkannt.
    Stress ist es sicher nicht, wenn man im Normalfall zwei Fächer jeder Jahr neu unterrichtet. Ich glaube tatsächlich auch, dass viele Lehrer den Alltag in der freien Wirtschaft nicht kennen.
    Natürlich gibt es Tage, an denen man auch mal bis 21 Uhr am Schreibtisch sitzt - aber es gibt auch Tage, an denen ein Tennismatch um 15 Uhr drin ist - sowas gibts natürlich in der freien Wirtschaft nicht, da war ich froh, wenn ich es bis 18:30 schaffte.
    Zugegeben, nicht jeder Lehrer ist ein guter Lehrer. Wenn der Job keinen Spaß mehr macht, die Schüler einen nur noch hassen oder die Kollegen alles Einzelkämpfer sind, dann kann der Job schon stressen…

    schrieb kummerkasten am

  • #647

    Hallo,

    sind hier Lehrer anwesend, welche vorher in der Wirtschaft gearbeitet haben? Diese möchte ich doch bitte mal um eine Stellungsname der Aussage “Lehrer, einer der stressigsten Jobs” bitten….

    schrieb Stressiger Job am

  • #648

    @Ref
    Die Antwort auf Deine Frage lautet: “Höchstwahrscheinlich ja.”

    @Chris
    Studie hin, Studie her, auf die Art der Präsentation kommt es an. “Kommentarlos” ist für mich was anderes. Außerdem zitierst Du oben in Deiner Stellungnahme “einer DER stressigsten Jobs”, woraus Du unten “den stressigsten Job der Welt” machst. Diese Art der Polemik nimmt mir die Lust auf eine sachliche Auseinandersetzung.

    schrieb Deiotarus am

  • #649

    Hallo, ich bin seit 7 Jahren angestellte Lehrerin an einem baden-württembergischen privaten Gymnasium. Letztes Jahr wurde ich verbeamtet unter gleichzeitiger Beurlaubung zum Dienst an eben meiner Schule. Geändert hat sich an meinem (privatrechtlichen) Arbeitsvertrag nichts, auch meine Arbeit hat sich nicht geändert. Jedoch habe ich unterm Strich ca. 600 EUR mehr im Monat.
    Dieser Mehrverdienst erscheint auf den ersten Blick erst einmal ungerechtfertigt, auch im Hinblick auf die derzeit bessere Altersversorgung einer Beamtin. Andererseits musste ich für mich feststellen, dass ich nun mit einem viel zufriedeneren Gefühl und einer freieren Einstellung ans Unterrichten gehe, als zuvor. Dies wirkt sich positiv auf den Unterricht insgesamt aus. Außerdem entwickle ich nun immer mehr auch Interesse, richtig intensiv an der Schulentwicklung mitzuhelfen und zu gestalten.
    Ich glaube, dass schon allein diese Umstellung der Mehrverdienst wert ist.

    schrieb schnipsel am

  • #650

    @motschi
    Zitat:“drittens: schau dir die krankenstatistiken und studien an: lehrer-sein ist einer DER stressigsten jobs überhaupt. dementsprechend erreicht ein hoher prozentsatz der beamten HEUTe gar nicht mehr die pensionsgrenze. ergo: wir sind ziemlich billig für das land.”

    Zitat aus der FAZ:
    Lehrer ohne Motivation
    Burn-out? Viele Lehrer brannten nie
    Eine Studie über Lehramt-Studenten ergab: Die besten Studenten steigen aus, die faulsten werden Pauker. Abhilfe können nur Reformen an den Universitäten schaffen. VON CHRISTIAN FÜLLER

    Was Professor Udo Rauin zu sagen hat, wird den deutschen Lehrern nicht gefallen. Denn ausgerechnet die Berufsgruppe, die am häufigsten in den vorzeitigen Ruhestand tritt, rückt der Forscher nun in ein völlig neues Licht. “Die über besondere Belastungen Klagenden haben vermutlich nie ‘gebrannt’.” Rauins Befund ist das Ergebnis einer Langzeitstudie, die 1.100 Probanden über viele Jahre untersucht hat. Dabei kam heraus: 60 Prozent der Lehrer, die sich besonders belastet fühlen, “waren schon im Studium überfordert und wenig engagiert”.

    Was der Frankfurter Lehrerforscher zusammen mit seinem Kollegen Andreas Gold herausgefunden hat, ist ein weiterer Baustein bei den Katastrophenmeldungen über Lehrer. Von Studie zu Studie wird die Vermutung zur Gewissheit: Die falschen Studierenden wählen den Job, die Besten steigen früh aus dem Studium aus, und von denen, die in den Klassenzimmern ankommen, sind sehr viele sehr schnell überlastet.
    [...]
    Viele von denen, die im Studium bleiben, sind dann eine sehr spezielle Klientel. Rauin formuliert es so: “Nicht nur ‘geborene Erzieher’ drängen ins Lehramt, sondern oft auch Pragmatiker und Hedonisten.” Pragmatiker seien dabei jene, die in der Nähe des Heimatortes bleiben wollen, die auf ein überschaubares Studium hofften, die einen sicheren und familienfreundlichen Arbeitsplatz suchten. Hedonisten sind solche Lehrer, die “kein schwieriges Studium” wünschten und “ihren Hobbys weiter nachgehen wollen”.
    [...] Über die Hälfte der jungen Lehrer, die den Beruf auch tatsächlich aufnehmen, fühlen sich dafür nicht geeignet. [...]

    Zitat ende

    Ich lass das jetzt einfach mal kommentarlos so stehen.
    Agressionen gegen die Studie bitte nicht an mir ablassen.

    Grüsse an die, die den stressigsten Job der Welt haben

    schrieb chris am

  • #651

    Hallo liebe Lehrerfreunde,

    ich bin Referendarin, die kurz vor der Aufnahme des Lehrerberufs steht. Ich habe versucht, der gesamten Diskussion zu folgen - von Seite 1 bis jetzt. Dabei musste ich feststellen, dass sich Lehrer zu sehr in der Opferrolle sehen.

    Werde ich auch mal so?

    Ich bin der Überzeugung, dass sich Lehrer nicht an die Gurgel gehen sondern zusammenhalten sollten. Dann wird’s vielleicht auch mal wieder was mit dem “guten Ruf”.  Und was soll überhaupt die Beamtendiskussion? Selbstverständlich muss es eine Vereinheitlichung geben. Entweder eine Verbeamtung für alle Lehrer oder keinen. Und darüber hinaus muss die Vereinheitlichung so weit gehen, dass bundesweit die gleiche Stundenzahl gegeben wird. Schaut euch Mecklenburg-Vorpommern an, die mit ihren 27 Stunden die Woche 85% des Westgehaltes verdienen und zusätzlich dieses Schuljahr unvergütet Abiturklausuren der Klassen 12 UND 13 kontrollieren müssen, weil mal wieder entschieden wurde, die Schulzeit zu verkürzen. DIE dürfen jammern.

    Egal, wo ich nun meine Anstellung bekomme, ich freue mich auf den Lehrerberuf und das merken dann hoffentlich auch meine Schüler, denn ein Lehrer, der mit sich unzufrieden ist und dem Druck von Außen nicht stand halten kann, sollte lieber zu Hause bleiben, anstatt schlechte Laune bei den Kindern zu verbreiten. Von dieser Sorte kenne ich zu viele und hoffe, mein Leben lang abgeschreckt zu sein!

    schrieb Ref am

  • #652

    An der Tatsache, dass politische Entscheidungen nunmal kurzfristig getroffen werden und oft um Wahlgeschenke in die richtigen Ecken zu streuen, wird sich so schnell nichts ändern.

    @cycling4ever ich gebe dir ganz recht, diese 500 Euro Rücklage ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber das beseitigt ja auch erst ein Problem - wenn es das denn dann tut -

    @kummerkasten ich denke das von dir angesprochene Problem wird solange von der Politik bzw den Landesregierungen tot geschwiegen und unbeachtet gelassen, bis es ganz groß auf sie zurück fällt.
    Wie bei so vielen Großbaustellen in der Politik versucht man hier mit kleinen bunten Kinderpflastern große Wunden zu behandeln, wenn man behandelt.
    Es ist doch immer das gleiche, lieber Regierungsgebäude verkaufen und kurz die Finanzbilanz der eigenen Regierungszeit auffrischen und auf lange Sicht Miete zahlen, als sein Gesicht zu verlieren - bei den Anstellungsverhältnissen im öffentlichen Dienst ist das genau so

    schrieb Kirsch-Banane am

  • #653

    Im Vorraus wünsche ich allen erst einmal einen schönen guten Abend!

    Um ehrlich zu sein kann ich die hier geführten Diskussionen nur zum Teil nachvollziehen.
    Allgeimein betrachtet ist es sicherlich richtig, wenn gesagt wird, dass der Lehrer-job u.a. sehr Zeitintensiv ist und zum Teil nicht adäquat bezahlt ist.

    Was ich mich allerdings frage, ist die Tatsache warum hier soviel - ich möchte es mal so ausdrücken - “rumgeheult” - wird.

    Ich denke jeder angehende bzw. berufstätige Lehrer hat sich das Berufsbild freiwillig ausgesucht und wenn das Arbeits- bzw. Berufsumfeld dann doch nicht den Vorstellungen entspricht, denke ich kann man doch dann immer noch die Branche wechseln.

    Ich muss dazu sagen, dass ich zum Thema “Lehrer” meine eigene spezielle Meinung habe, da ich auch schon das Vergügen hatte diverse sagen wir mal -unqualifizierte- Lehrer kennenzulernen.

    Sicherlich werde ich mit dieser Aussage auf wenig Gegenliebe treffen. Nebenbei bemerkt das ist eine Feststellung die ich persönlich gemacht habe und möchte daher allerdings nicht alle Lehrer über einen Kamm scheren. Ich glaube lediglich das es ein gewisses Maß an Lehrern gibt die sich erstens ihrer Position zu sicher sind und zweitens ihr verbales Gegenüber geistig manchmal mächtig unterschätzen.

    Zum Thema Verbeamtung oder Nicht:

    Also ich persönlich denke, dass das Beamtentum für Lehrer abgeschafft werden sollte, da es u.a. zu große Differenzen im Bereich der Vergütung zwischen Angestellten und Beamten gibt.

    Meiner Meinung nach sollte man es ähnlich wie die Dänen machen.
    Dortige Lehrer sind generell nicht verbeamtet, werden 14-tägig einer Bewertung unterzogen (Leistungerbringung u.ä.) und der jeweilige Schuldirektor kann sich seine potentiellen Lehrkräfte in einer internetal angelegten Seite ansehen und nach seinen kriterien auswählen.
    In Dänemark funtioniert dieses Konzept sehr gut, warum sollte das denn nicht auch in Deutschland auch funktionieren?!

    Abschließend würde ich auch noch sagen, dass viele Lehrer doch in gewisser Hinsicht froh sein sollen arbeit zu haben es gibt viele andere Leute die, glaube ich, gerne mit ihnen tauschen würden wollen.

    An dieser Stelle noch einen Spruch zum Nachdenken:

    Dafür, dass es uns so schlecht geht, geht es uns eigentlich noch ganz gut!

    Mit freundlichen Grüßen D.!

    schrieb delicieuse am

  • #654

    Schade, dass immer wieder vergessen wird, dass der Anteil der angestellten Lehrer ( also nicht Lehrer, die sich anstellen ;o) immer weiter steigt…

    Fakten aus dem Buch der Machen von spickmich.de ( Lehrer - eine Gebrauchsanweisung )

    - 51% der Lehrer sind älter als 50 J.
    - 45% aller Lehrer gehen in den nächsten 10 Jahren in Ruhestand

    Aber: Unsere Kultusminister wissen ja schon seit JAHREN, dass es künftig ja eh kaum noch Kinder geben wird.

    Da kann man sich nur fragen, warum ich selbst an einer Privatschule 29 Kinder in den Eingangsklassen habe.

    schrieb kummerkasten am

  • #655

    @bk77

    Ja, natürlich gibt und gab es auch Wahlgeschenke für Arbeiter und Angestellte, um bei der nächsten Wahl in einem positiven Licht zu erscheinen, keine Frage. Dem Volk wird aber von der Politiker- und / oder Beamtenlobby (häufig ein und dasselbe, da Beamte in den Parlamenten deutlich überrepräsentiert sind) vermittelt, daß Verbeamtungen für den Staat kostengünstiger wären als ein Angestelltenverhältnis. Das stimmt, aber eben NUR UND AUSSCHLIESSLICH, wenn man das Monatsgehalt eines Beamten mit dem eines Angestellten (natürlich bei gleicher Tätigkeit) vergleicht. Sozialversicherungsbeiträge entfallen bei Beamten, daher geringeres Lohn-Brutto. Würde man allerdings einen fairen -und nicht parteiischen- Kostenvergleich anstellen wollen, so müsste man die in der Zukunft liegenden Kosten für die Pensionierung für jeden Beamten in das Monatsgehalt mit einbeziehen. Einen ersten zaghaften Schritt hat -oh Wunder- die CSU gewagt indem sie -ich wiederhole mich- seit 01.01.08 für jeden Landensbeamten 500 Euro für jeden Landesbeamten für Pensionszwecke zurücklegt. Ob dies zu viel, zu wenig oder ausreichend ist, sei dahingestellt. Ob die Landesregierungen so viel Weitsicht beweisen, diese Rücklagen auch in die Entscheidung mit einzubeziehen, welchem Beschäftigungsverhältnis sie in Zukunft den Vortritt geben ebenfalls.
    Zu wünschen wäre es, daß die Politik hier (und nicht nur hier!) kurzfristige Denke über Bord wirft und endlich beginnt, langfristig zu planen. Früher oder später wird sie ohnehin dazu gezwungen sein…

    schrieb cycling4ever am

  • #656

    Ja, klar. Hab viel palabert, muss ich gestehen. Fand die Dynamik des Forums nur sehr interessant und wie sich der thematische Schwerpunkt erweitert hat.

    Ich frage mich auch, wie manche Menschen so blauäugig ins Studium gehen können und eigentlich sollte es auch jedem klar sein, dass man in der freien wirtschaft eine deutlich höhere Gehaltsaussicht hat als im öffentlichen Dienst. Dafür aber eventuell den Traumjob - deshalb versteh ich die Nörgler auch nicht, die mit dem Geld unzufrieden sind. Klar, die Kürzungen sind teilweise schon unverschämt, aber wenn man dafür den Traumjob hat und vielleicht sogar noch als sichere Stelle - so what?

    - wobei da vielleicht auch das größte Problem ist… meine die Einschneidungen durch die Landesregierungen, die einige sicher in ihrer Berufswahl Lehrer umdenken lassen.


    Naja, sry wegen dem langen “LK” Text     :)

    schrieb Kirsch-Banane am

  • #657

    Wo ist der Kern deiner Aussage? Hat jetzt ja leider mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun.
    Man merkt dir zwar den Deutsch-LK an, aber leider gibts nicht nichts zu gewinnen.
    Hier ist ja nicht MEIN KLEINES TAGEBUCH, sondern WIE VIEL LEHRER.
    Altkluge Allgemeinfeststellungen helfen hier wenig… Themaverfehlung!
    Vielleicht mal von mir was ganz einfaches: Jeder kann vor dem Studium prüfen, was er als Lehrer voraussichtlich verdienen wird. Wer es nur wegen der Kohle machen will, wird es ebenso wenig durchziehen, wie jemand, der ganz einfach nur viel verdienen will ( toller Satz, sorry) .
    Und vielleicht ist das auch gut so! Siehe da, es geht auch ohne Adenauer, die alten Römer oder schon die Ähgübther…

    schrieb kummerkasten am

  • #658

    Der Staat und die Länder tragen auch ihr gutes Stück dazu bei, indem recht unübersichtliche Verhältnisse geschaffen werden - Gehaltsdifferenzen usw usw (wurde schon ausgiebig drüber gesprochen)
    Ich denke aber auch, dass, wie weiter oben bereits erwähnt, das politische System und die Form der Gesetzgebung in Deutschland ein großes Problem dabei ist. Föderalismus hin oder her, da gibt es eh genug Gesprächsstoff und Diskussionen. Ganz wichtig und oben auch schon richtig erwähnt, ist da meiner Meinung nach die Tatsache, dass politische Entscheidungen und die Art der Gesetzgebung einfach inakzeptabel sind, weil so gut wie jede Entscheidung nur für das eigene Abschneiden bei der nächsten Wahl wichtig ist und bei einer Legislaturperiode von 4 Jahren z.b. (spätestens) ab dem 3. Jahr einer Periode eh nur noch wahlwirksame Schaumschlägerei betrieben wird (wenn das nicht vorher schon der Fall war) und nötige Gesetze ausgelassen werden und statt dessen kleine Wahlgeschenke ausgestreut werden! Sozialstaatliches usw und auch das sehr richtig erwähnte Beispiel mit der Beamten"welle” in den 70ern - genauso gut kann man da auch unser Rentensystem nennen. Politische Berater von Adenauer haben damals schon gesagt, dass so ein System in der Zukunft kaum tragbar sein würde… naja, aber das will ja keiner hören und damit gewinnt man ja auch keine Wahl!
    Ich lasse hierbei bewusst Diskussionen gewisser Parteien aus, obwohl mir einiges unter den Finger juckt, denn das wäre hier total falsch am Platze und würde nur wieder beleidigende, persönliche Aussaugen einiger äußerst schnell persönlich attackierter auf den Platz rufen und alles ausufern lassen und lasst mich noch sagen, dass das Adenauer Beispiel auch nur wegen seiner historischen Relevanz für unser Land erwähnt wurde und es auch genug Beispiele anderer deutscher Volksparteien gibt ;)
    (jetzt schweife ich aber gerade auch etwas vom Thema ab…)

    Desweiteren denke ich, dass viele Menschen ein mehr oder weniger antiquarisches Bild der deutschen Lehrerschaft haben, das sich eher auf preußische Zeiten anwenden ließe - nur dann lasst uns aus Gründen der Vollständigkeit auch bitte die Prügelstrafe wieder einführen! (ich liebe Sarkasmus) <—- nochmal erwähnt, damit es auch alle richtig verstehen :roll:

    Außerdem denke ich, dass Eltern und Kinder/Schüler auch einen nicht unerheblichen Teil an der momentanen Lage beitragen. ganz klar gehöre ich zur Generation “kein Bock”, aber das hat Sokrates auch schon gesagt! Nichts desto trotz denke ich, dass sich eine recht gefährlich anmutende Tendenz in der Entwicklung der Moralvorstellungen und dem Werte und Normensystem vieler Jugendlicher anbahnt. Hier sehe ich zwar größtenteils die Medien in der Schuld, aber auch die Eltern - und zwar weil man heutzutage kaum noch Kinder draußen spielen sieht. Lieber setzt man sie vor den PC und schaut weg! Ja klar, das war enorm verallgemeinert und macht die ganze Diskussion schwierig, aber ich denke schon, dass oft falsch erzogen wird und die Lehrer dann in der Schule grundsätzliche Dinge nacharbeiten müssen, die eigentlich erst normales Unterrichten und ein Leben in einer Gemeinschaft wie unserer möglich machen - das kostet viel Kraft und Zeit und beansprucht den Lehrplan ungemein.
    Ich (persönliche Meinung) finde es einfach TOTAL FALSCH, wenn Eltern behauptet, dass Lehrer sowas auch tun müssten. Lehrer müssen ja sowieso alles tun. Liebe Eltern, an die jenigen/wenigen unter euch, die dieser Meinung sind, dann lasst uns doch bitte auch die Prügelstrafe wieder einführen! (nicht ernst gemeinte Provokation)
    Erziehung fängt nun einmal zu Hause im Elternhaus an und ja ich weiß, dass es heutzutage schwierig ist, weil es kaum mehre Großfamilien gibt, bei denen immer jemand zu Hause wäre und es heute viele Alleinerzieher gibt und Menschen mit 2 Jobs etc (ich selbst mit in der Woche mit meiner Ma alleine zu Hause und sehe meinen Dad nur am Wochenende und ich bin kein einfaches Kind^^)
    aber das alles macht die Diskussion nicht einfacher - wir müssen mit den gegebenen Umständen nur sachlicher und einfach korrekter umgehen.
    Einfach immer dem nächst Besten die Schuld geben bringt da doch nichts und löst NIE Probleme.

    Ich denke, dass manche Eltern da ein falsches Bild haben - denn Lehrer sind (klar) Pädagogen und auch Erzieher und die meisten machen diesen Job ja auch deshalb (Meinungsbildung junger Menschen/Kinder), aber sie sind absolut nicht da um ein zweites Elternhaus zu sein und Fehlentwicklungen auszubügeln oder ähnliches.

    Soooooo… jetzt habe ich ja schonmal eine Menge geschrieben! So manch provokante Aussage wird hoffentlich auf fruchtbaren Boden fallen und einige Antworten bringen, die uns etwas weiter bringen. Ich habe auch noch mehr zu sagen und hoffe auf interessante Meinungen auf meine Aussagen stoßen zu können!

    MfG

    schrieb Kirsch-Banane am

  • #659

    Hallo erstmal an alle!
    Erstmal zu mir. Ich bin Schüler an einem Fachgymnasium, 12. Klasse und möchte vielleicht auch Lehrer werden.
    Viele interessante Aspekte und Argumente hier im Forum, aber ich denke, dass viele dieses sehr komplexe Thema (wurde ja auch einige Male erweitert) zu engstirnig und nur aus dem eigenen Blickwinkel betrachten. Ich denke bei der momentanen Lage und Diskussion gibt es viele Schuldige.
    Lehrer ist grundsätzlich ein harter Job, ich denke das kann ich in meinen “Feldstudien”  :-P als Schüler der gymnasialen Oberstufen mit Prüfungsfächern Pädagogik/Psychologie, Deutsch, Englisch (LK) und BVL/VWL und Bio (GK) schon erlauben zu sagen. Wobei man aber auch erwähnen muss (und ich denke das haben hier schon einige sehr gut), dass es einfach sehr deutliche Unterschiede gibt - die einen, die sich wirklich viel Mühe geben und den UNterricht wunderbar gestalten und auch vom erzieherischen Aspekt her wunderbare Arbeit leisten, aber dann leider auch das totale Gegenteil… Lehrer die nur ihre Zeit absitzen und einfach keinen guten Unterricht machen. und eben solche Negativbeispiele bleiben einfach schnell im öffentlichen Meinungsbild hängen und das ist in jedem Bereich so, erschwert eine sachliche Diskussion aber leider enorm. Z.B. ein Lehrer erstellt Arbeiten, die einfach nur aus zusammenkopierten Aufgabenschnipseln bestehen, die Arbeit hat keine Kopf, keine Punkteangaben, logische Fehler usw und dann bekommt man sie nach 4 Wochen zurück und neben den Aufgaben, oder gar neben jedem eigenen Absatz ist ein Haken und am Ende darf ich was sehen? 4 Punkte?! wie und warum?

    Mein persönliches Beispiel… wenn man sowas aber bei dieser Diskussion im Kopf hat, wird alles nur unsachlich und auf unprofessionelle Art und Weise persönlich und einfach total sinnlos.
    (und ja, ich habe bewusst alle positiven Lehrererlebnisse weg gelassen und dieses negative Erlebnis ist wirklich eine Ausnahme und ich habe eigentlich NUR gute Lehrer, aber so negative Dinge merkt man sich einfach eher…)

    naja, weiter im Text -ich hab als Schüler noch mehr zu sagen ;-)

    Sowas merken sich dann auch die Eltern halt leicht und dann gehen gute und hart arbeitende Lehrer mit ihrer Arbeit schnell unter… aber so ist es nun einfach bei Vorurteilen - es nützt niemandem, aber es ist auch immer ein klitze kleiner Funke Wahrheit dran… denn solch ein Lehrer (mein Beispiel) gibt es halt oft nur im öffentlichen Dienst.

    Gerade in der heutigen Zeit, wenn viele Menschen sehr hart für ihr Geld arbeiten müssen und auf vieles verzichten und die öffentliche Meinungsbildung oft sehr angespannt ist, kommt es einfach schnell zu Rollenzuweisung,Stereotypisierungen und nem großen Haufen mehr davon (tolles Ende für meine Deutsch-LK Lehrerin ;) ).

    schrieb Kirsch-Banane am

  • #660

    @cycling4ever

    Dass die Politik nur kurzfristig denkt, ist vollkommen klar und betrifft alle Parteien. Das ist sicher eines der größten Schwächen unserer Demokratie, alles ist nur auf die Wiederwahl hin ausgerichtet und nicht auf das Wohl des Volkes. Das ist aber kein Beamten-spezifisches Problem.

    schrieb BK77 am

  • #661

    @BK77:
    Ja, da hast Du natürlich vollkommen Recht, daß Pensionen nichts mit Renten zu tun haben und Renten nichts mit Pensionen. Hut ab, Chapeau!
    Aber genau ist ja das Problem in Deutschland: der Staat hat genau zwei Versorgungssysteme installiert;  eines für Beamte und eines für Arbeiter und Angestellte. Die Politik / der Staat hat die Anzahl der Verbeamtungen in den 70er Jahren ausgebaut, um den aktuellen Haushalt zu entlasten (weniger Lohnausgaben durch weggefallende Sozialabgaben), was den simplen Sinn hatte, bei der nächsten Wahl supi dazustehen.  SPD und CDU verfuhren gleichermaßen. Was damals sinnvoll war (zumindest für die Wiederwahl der damaligen Politiker) erweist sich heute (und in Zukunft) als Bumerang, da gewaltige Pensionslasten (ja, ja ich weiß: PPP!) auf die Haushalte zurollen, weil die Politik eben nicht, wie ursprünglich angedacht, Rücklagen für Pensionen gebildet hat. Da diese unbekümmerte Verfahrensweise auf Dauer auch nicht gut (vornehm ausgedrückt) für die öffentlichen Haushalte ist, hat mittlerweile sogar der Hubererwin / die ce-esu   erkannt. Seit Januar 08 werden für jeden Landesbeamten 500 Euros Rücklagen gebildet. Ob dieser Betrag zu wenig, ausreichend oder zu viel ist, sei dahingestellt: die Einsicht der Politik war überfällig. Auf diesem Wege wird den Regierenden evtl auch klar, daß Beamte nicht grundsätzlich billiger sind als Angestellte. Ich wage gar nicht zu sagen, daß das der Anfang vom Ende der Verbeamterei sein könnte ...

    schrieb cycling4ever am

  • #662

    Bis eben hatte ich schlechte Laune, aber jetzt hast Du mit Deiner unfreiwilligen Komik meinen Tag gerettet. “Wer lesen kann, ist klar im Vorteil” - Selten so ein verbales Eigentor gesehen :-) Also Deine Beiträge sind an Unwissenheit wirklich kaum zu überbieten. Wenn ich keine Ahnung habe, lehne ich mich nicht soweit aus dem Fenster wie Du:
    “Du redest mal so und mal so ohne klare konkrete Aussage. Verheiratet = Lohnsteuerklasse 3”
    Ich für meinen Teil treffe sehr wohl konkrete Aussagen, Du hingegen nicht…
    Seit wann ist man, wenn man verheiratet ist, automatisch in Lohnsteuerklasse III??? Diese Klasse wählt derjenige, der das höhere Bruttoeinkommen hat und das ist wohl in den meisten Fällen NICHT der oder die Beamte.
    Das Problem sind zudem NICHT die Beamtenpensionen, SONDERN die Versäumnisse der Landesregierungen, das Geld für die Pensionen anzusparen bzw. nicht auszugeben, weil es für unnütze Dinge zum Fenster rausgeschmissen wird.

    So, und nun geh bitte nicht so hart mit mir ins Gericht. Und bedenke: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil… Ich schmeiß mich weg!!!

    schrieb @Chris am

  • #663

    @chris

    deine spitzen alla “wer lesen kann” kannst dir getrost sparen. wir können lesen. ich finde, ich verdiene als a13er zu wenig. so, das ist das gegenargument zu deiner grundi-freundin. sehr effektiv, mein argument, oder?!
    zweitens: dann müsstest du diesen topf erstmal aufschlüsseln - und ich würde rein aus dem bauch behaupten, da werden subventionen an anderer stelle verschleudert, die weit höher als die beamtenpensionen sind. also, auch ein null-argument. drittens: schau dir die krankenstatistiken und studien an: lehrer-sein ist einer DER stressigsten jobs überhaupt. dementsprechend erreicht ein hoher prozentsatz der beamten HEUTe gar nicht mehr die pensionsgrenze. ergo: wir sind ziemlich billig für das land.
    ks


    dein argument, alles komme aus einem topf, ist hinr

    schrieb motschi am

  • #664

    @BK77
    Du redest mal so und mal so ohne klare konkrete Aussage.
    Verheiratet = Lohnsteuerklasse 3 (oder nicht)
    steht doch in dem Beispiel, wer lesen kann ist im Vorteil.
    Werden nun Grundschullehrer in A12 eingestuft oder nicht?
    Egal, die Zahlen stimmen - ziemlich genau das bekommt eine bekannte Grundschullehrerin und Die findet das auch viel, macht auch keinen Hehl daraus. Ist halt so.
    “Und Renten werden nicht aufgrund der Versorgungsansprüche der Beamten zusammengestrichen - was ist das eigentlich für eine PPP (plumpe populistische Propaganda)???”
    Doch, weil alles aus einem Topf kommt - Schau dir mal die Belastungen durch Pensionsansprüche in 15 Jahren an.
    Aber lassen wir das rumdiskutieren, sei froh das du Beamter bist - es lohnt sich in jedem fall.

    schrieb chris am

  • #665

    Dazu fällt mir nur ein:

    Studier doch auf Lehramt, wenn dir nichts besseres einfällt!

    http://www.eldoradio.uni-dortmund.de/mp3/musik/claas-studierdochauflehramt.mp3

    schrieb M.G. am

  • #666

    Wenn man natürlich die günstigste Lohnsteuerklasse (III) als Ausgang nimmt, dann muß man aber auf alle Vergleichs-Gehälter auch noch ein paar Hunderter drauflegen… ;-)
    In Nds. kommen in Klasse III 3020 Euro raus, also gerade so ÜBER 3000 Euro. In allen anderen Lohnsteuerklassen sind es unter 2650…
    Und nein, ich bin keine Lehrerin, sondern Lehrer…
    Und Renten werden nicht aufgrund der Versorgungsansprüche der Beamten zusammengestrichen - was ist das eigentlich für eine PPP (plumpe populistische Propaganda)???

    schrieb BK77 am

  • #667

    @BK77
    Bist Du Lehrerin?
    Dann solltest Du es besser wissen!

    Hier die Auflistung:
    (unter http://www.oeffentlicher-dienst.info)
    Gehaltsrechner für den Öffentlichen Dienst
    Beamtenbesoldung nach BBesG
    Besoldungsgruppe A 12, Stufe 10 im Bereich Baden-Württemberg, Tabelle 01.01.2008 - 31.10.2008
    Monatsbeträge

    Grundgehalt:            3539.08 € 
    Familienzulage:          314.80 €  2 Kinder
    allg. Stellenzulage gD:      75.30 €

              Lohnsteuer:        -  547.79 € (Klasse III)
    Solidaritätszuschlag: -  15.92 €

    Krankenversicherung:  -  250.00 € (privat)

    Abzüge gesamt:      -  813.71 € (Anteil: 20.7%)

    Monats-Brutto:          3929.18 €  bleiben:      netto     3115.47 €
    ————————————————————————-

    Lehrer (alle Beamte ab A12)verdienen sehr, sehr gut.
    Grundschullehrer/innen werden in BW in A12 eingestellt, so ist es halt.
    Von der Pension und den Bezügen bei Dienstunfähigkeit ganz zu schweigen, die Vorteile sind riesig - hatte mich ja schon im Forum dazu geäussert.
    Was meinst Du denn was ein ach so gesuchter Ingenieur (Maschinenbau-E_Technik)von der Uni bei einem grossen Betrieb Netto bekommt, mit 45 Jahren und 15 Jahren Berufserfahrung??
    Ich kenne genug Lehrer und wenn es ums Geld geht sind diese immer sehr still - gerade bei einem Teildeputat bin ich immer wieder ganz baff.
    Neid - eigentlich nein -ich muss es nur durch meine Steuern bezahlen und muss zusehen wie meine Rente immer weiter zusammengestrichen wird um die Versorgungsansprüche der Beamten zu sichern. Mir sind die deutschen Beamten einfach zu teuer und Schluß. Ich bin für Transparenz und eine Angleichung der Gehälter an Vergleichbare Tätigkeiten in der freien Wirtschaft, keine Privilegien mehr und eine Eingliederung in das Rentensystem mit allen Konsequenzen. Die Arbeitsplatzsicherheit ist Bonus genug! Warum wehrt sich denn der Beamtenbund so dagegen??
    Ich bin die Diskussion auch leid, Gesellschaftlich ist das System auf dauer ungesund.
    Gruss

    schrieb chris am

  • #668

    @chris

    Wo nimmst Du denn die “über 3000 netto” her? In der allerhöchsten Entgeltstufe 12 wären es gerade mal 3000 netto, da bist Du aber mit 45 noch nicht. Und dann mußt Du noch die PKV abziehen. Dann bleiben vielleicht noch 2700, bei Entgeltstufe 10 (was eher dem Alter von 45 entspricht) vielleicht noch 2600 Euro - über 13% weniger als von Dir angeben. Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen…

    schrieb BK77 am

  • #669

    @Keks
    Du hast mein vollstes Verständnis, siehe Beitrag weiter oben. Es klafft eine riesige Gerechtigkeitslücke. Das ein verbeamteter Lehrer in Deutschland sehr gut verdient (besonderst im europäischen Vergleich) ist ein alter Hut und nix neues - der angestellte Lehrer zeigt es! Das eine verbeamtete Grundschullehrerin verheiratet, 2 Kinder, volles Deputat, 45 Jahre mit über 3000 Netto nach Hause geht ist schon hart (nach 7 Semester PH Studium), scheint aber nicht die Qualität der Lehre zu verbessern - an Geld gewöhnt man sich und irgendwann ist es normal.
    Ein doppelverdienendes Lehrerpaar ist der Hit. Na ja die Billiglehrer sind im kommen.
    Keks - dein Gehalt ist nicht i.o.

    schrieb chris am

  • #670

    Ich muss mir mal meinen Frust von der Seele schreiben.
    Das Lehrer viel verdienen ist nur teilweise richtig. Als Diplom Ingenieur gehöre ich zu jenen Seiteneinsteigern, die in den Lehrberuf gelockt wurden, mit dem Versprechen, dass wenn sie Mangelfächer hätten noch bis zum vierzigsten Lebensjahr verbeamtet werden. Mit meinen Fächern Mathematik und Technik war das gegeben.
    Während meiner Zeit als Lehramtanwärter wurde der Mangelfächererlass per Führerbefehl gekippt. Da war ich bereits 36. Aus der Traum mit der Verbeamtung. Naja, dachte ich mir, die paar Euro die ein verbeamteter Lehrer mehr verdient sind nicht so tragisch.
    Mir verschlug es dann doch den Atem als mir meine Schwester (verbeamtete Lehrerin) sagte was sie verdient. Ich gebe es gerne zu, dass wir beide nicht unbedingt vergleichbar sind: Sie ist zwei Jahre jünger, verheiratet, mit einem Kind auf der Steuerkarte und arbeitet an einem Gymnasium 24 Stunden in der Woche. Ich arbeite an einer Hauptschule 28 Stunden die Woche, bin unverheiratet und habe ebenfalls ein Kind auf der Steuerkarte.
    Sie verdient mit 2900,-€ netto knapp 1200,-€ mehr als ich für quasi den gleichen Job. Das ist echt der Hammer! Damit verdient sie genau so viel wie meine Freundin, die Sozialpädagogin ist und ich zusammen!
    Auch nervt mich die Willkür des neuen TVL. Als ich anfing wurde ich in Gruppe 11 Stufe 1 eingestuft das sind 1300,-€ netto. Für jemanden mit zwei Universitätsabschlüssen und einer weiteren Ausbildung ist das ein Schlag ins Gesicht. Erst durch viel meckern wurde ich hochgestuft auf Stufe 3 (1600,-€ netto) und das ist auch mein aktuelles Gehalt.
    - Nur als Fußnote möchte ich noch erwähnen, dass ich unterhaltpflichtiger Vater bin , der jeden Monat 560,- an seine Exfrau abdrückt was zur Folge hat, dass ich mir als Lehrer Klassenfahrten nicht leisten kann –das nur am Rande.
    Einige meiner Freunde sind auch in Stufe 3 eingruppiert. Andere wurde aber auf Stufe 4 oder Stufe 5 eingestuft. Der Grund dafür ist nicht eindeutig, da sie eine vergleichbare Vita wie ich haben. Es drängt sich da immer mehr der Verdacht auf, dass diese Leute nur Glück hatten an den richtigen Sachbearbeiter zu geraten der sie zufällig so eingruppierte.
    Okay, genug gejammert! Mir war halt danach!

    schrieb Keks am

  • #671

    Wo gibt es denn einen schlechter bezahlten Job nach 5 1/2 Jahren Studium???

    schrieb Wolfgang am

  • #672

    Vielen Dank für Deine Respektsbekundungen…

    schrieb BK77 am

  • #673

    Hey BK77…

    Du alter Jeck! Ich glaub Du verwechselst mich da mit jemand anders. Aber ist mir egal, mir geht´s prächtig.
    Ich habe jedenfalls NIEMALS Lehrer generell kritisiert, sondern nur das Verfahren des Staates, einen Teil dieses Gemenges zu verbeamten. Jawohl, ich schreibe das gerne nochmal: Verbeamtungen für Lehrer (Feuerwehrleute, Verwaltungsmenschen, Politiker, ...) halte ich nach wie vor für absoluten MEGA-Blödsinn, der alsbald abgeschafft gehört. Haben die Schweizer auch gemacht, von heute auf morgen…
    Ansonsten habe ich maximalen Respekt vor engagierten Lehrern. Vor allem für solche, die sich nicht für die Krone der Schöpfung / Evolution halten. Universalgelehrte und Möchtegern-Historiker ausdrücklich eingeschlossen.
    Narrhallamarsch!

    schrieb cycling4ever am

  • #674

    @grege

    hallo, grege, deinen unqualifizierten verbalerguss lass doch bitte an deinem chef ab - oder besser nicht, der kann dich ja feuern, meiner mich nicht *ggg*. ich habe auf grund deiner auch argumentativ teils hanebüchenen polemik beschlossen, nicht weiter mit dir zu kommunizieren. tut mir leid, wenn es dir so schlecht geht. such dir halt nen´ besseren job. wird allerdings schwierig für dich, nach den äußerungen hier. an unserer schule wäre da noch ne´ hausmeisterstelle frei. berufskleidung gibt es gestellt, ne dienstwohnung auch!

    schrieb motschi am

  • #675

    @cycling4ever

    Du legst es Dir immer so zurecht, wie es Dir gerade paßt, net wahr? Zu der Statistik muß ich nichts mehr sagen, denn Faktum bleibt Faktum…

    Ich habe nie behauptet, daß Lehrer mehr als alle anderen arbeiten müssen. Der Unterschied ist, daß sich Lehrer für ihr Arbeitsaufkommen rechtfertigen müssen bzw. dieses ständig darlegen sollen. ICH habe den Vergleich, DU hast ihn nun einmal nicht, denn Bekannte zählen da nicht. Und in der Beweispflicht sehe ich mich nicht. Übrigens kann man die Arbeitsbelastung eines Lehrers nicht einheitlich messen, daher ist auch die geforderte Bezahlung nach “Leistung” nicht praktizierbar. Aber wenn Du es unbedingt wissen willst, ich habe in meinen beiden “Ferienwochen” über Weihnachten locker 60 Stunden pro Woche hingelegt, glaub es glaub es nicht. Mein erstes halbwegs freies Wochenende seit Mitte Dezember hatte ich letzte Woche. Und da geht es mir nicht anders als meiner Lebensgefährtin, die Ärztin ist und bei gleicher Berufserfahrung genauso viel verdient wie ich. Allerdings habe ich zuvor zwei Jahre lang nicht einmal die Hälfte bekommen.

    Und abschließend sollte Dir mal jemand den Unterschied zwischen “Jammern” und “Rechtfertigen” erklären, Du “Traumtänzer”. Ich jammere nicht, denn das würde implizieren, dass ich mit meinem Gehalt und Beruf unzufrieden wäre. Beides trifft nicht zu. Ich und ebenso die Mehrheit meiner Kollegen müssen sich aber ständig für ihr Gehalt rechtfertigen.
    “Jammern” trifft eher auf Dich zu, denn schließlich treibst Du Dich polemisierend in einem Forum herum, welches “Lehrerfreund” heißt. Vielleicht solltest Du mal im Netz nach einem “Lehrerhasser”-Forum suchen und Dich dort austoben, da wirst Du nämlich ähnlich unsachlich argumentierende Menschen wie Dich antreffen, die Deinem Niveau entsprechen.
    So, ich muß jetzt weiterarbeiten, aber wem erzähle ich das…

    schrieb BK77 am

  • #676

    @motschi (Teil2)

    ich redete von fast ohne ausnahme jedem wochenende, dass ich arbeiten muss. nicht ab und zu oder öfters“.

    Siehe oben Bkk77, mit derselben Aufforderung an Dich


    „und zu deiner unwissenheitspolemik: vor unserer schule wird gerade angebaut, ich sehe die bauigels jeden tag!“

    Solch dilettantische Behauptungen strotzen nur so vor Unwissenheit. Du scheinst nicht zu begreifen, daß Bauigels auch außerhalb der Baustelle ,quasi im verborgenen Hinterzimmer, einen Großteil ihrer Arbeit verrichten. Durch bloßes Hinsehen alleine kann sich keiner ein Urteil über einen Beruf bilden, was gerade einiger deiner Berufskollegen immer gerne gegenüber Nichtlehrern betonen.


    „und zu dem totschlagargument: genau damit wird in der regel gegen lehrer polemisiert. wieso dürfen die das dann nicht benutzen?“

    Dieser Unsinn stammt aber nicht von mir, von daher hast du hier den falschen Adressaten gefunden.

    schrieb Grege am

  • #677

    @motschi (Teil1)
    “du bist ja noch nichtmal in der lage zu erkennen, dass die von dir zitierte statistik nicht den ist- sondern wird-zustand darstellt, gelle. erstmal richtig lesen, und dann großkotzig repräsentative daten fordern.“

    hochgepokert, aber leider verloren, lieber Freund. Wahrscheinlich hat dich vorweihnachtliches Wunschdenken zu der obigen Äußerung veranlaßt. Trotz geringen Selbstzweifel habe ich mich telefonsisch beim DPHV vergewissert. Angesprochen auf die besagte Statistik bestätigte mir eine auskunftsfreudige Mirarbeiterin, daß die Statistik den Stand vom März 2007 wiedergibt. Und nochmal, wo bleiben denn deine Vergleichsdaten.? Da herrscht immer noch Funkstille bei dir, der sich doch sonst nicht mit großspurigen Kommentaren zurückhält ?

    „warum du dein arbeitszimmer nicht absetzen kannst, weiß der teufel. eigentlich kann das doch jeder normalmensch. warum du nicht?“

    dann informiere dich auf dieser Seite mal über unser Steuerrecht….......Was für Lehrer gilt, gilt nämlich auf für Angestellte mit Arbeitsmittelpunkt außerhalb des Hauses…........

    „dann sag doch mal, was du so für die dinge ausgibst? und: meine altersversorgungsansprüche habe ich auch erst nach fünf jahren, und dann auf geringem niveau. die steigern sich auch erst stetig, vorsorgen müssen lehrer auch!“

    logisch, nach fünf Jahren geht auch jeder in den Ruhestand ?

    Daß Rentner gegenüber vergleichbaren Pensionären finanziell benachteiligt sind, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Um diese und sonstige beamtenspezifische Versorgungsvorteile (Gesundheit; Lohnfortzahlung, Jobgarantie, Hinterbliebenenversorung, Dienstunfähigkeitversorgung etc.) halbwegs auszugleichen, muß jeder Angestellter von seinem Nettogehalt privat vorsorgen. Einschließlich meiner „läppischen Reinigungsgebühren“ komme ich Jahr für Jahr mit diversen Zusatzversicherungen auf 6000 Euro (ohne Mietkosten für die sogenannten Arbeitszimmer), wobei hier nur laufende, jährlich wiederkehrende Kosten aufgeführt sind.

    „drittens: grundschullehrerinnen kannst du vielleicht nicht vergleichen mit gymnasiallehrerinnen: weder in der inhaltlichen arbeit noch finanziell“

    Wennn es um den häuslichen Platzbedarf geht sehr wohl. Meine Schwester hat als Gymnasiallehrerin Bauklötze gestaunt, als die die Größe unserer Arbeitszimmer gesehen hat. Ihre Arbeitsunterlagen füllen gerade mal drei Billyregale. Vielleicht liegt hier ein Einzelfall vor, aber ich wüßte nicht, warum Grundschullehrer generell weniger Arbeitsfläche benötigen als Gymnasiallehrer…...

    Ich habe freunde, die sind ingenieure. die arbeiten nicht am wochenende.
    „Arbeitslose Lehrer“ am Wochnende sind in meinem Freundeskreis auch keine Seltenheit. Und nun?

    „du hättest ja auch maschinenbauingenieur verden können. das genau meine ich mit undifferenzierter betrachtung: sich eine gruppen, nämlich die am schlechtesten bezahlte, raussuchen und daran den ganzen komplex festmachen. nimm doch die gruppe der vertriebsingeneure: hoher verdienst, beste berufschancen. habe dir doch den link geschickt. darauf bist du leider nicht eingegangen“

    Bei soviel Blödsinn weiß ich gar nicht, wo ich hier den Rotstift ansetzten soll.
    Zum xten Male: die geringeren, hier genannten Ingenieurgehälter berücksichtigen nur Maschinenbau- und Elektroingenieure. Die Gehälter von den Bauigels habe ich mich bisher gar nicht „getraut“, zu erwähnen.
    Dann schmeißt du hier Unternehmensfunktionen und Ingenieurfachrichtungen durcheinander, die querschnittsförmig zueinander angeordnet sind.
    Der Vertrieb stellt eine Unternehmensfunktion dar, in der alle Ingenieurdisziplinen (E-Bau, M-Bau, etc.) vertreten sind. Deshalb tauchen auch Vertriebler in den bisher genannten Statistiken implizit auf. Abgesehen davon sehe ich hier keinen Link, den du mitgeschickt hast. Bevor deine Batterien entlädst, solltest du das beherzigen, was du deinen Schülern predigst: erst denken, dann reden.

    „und: dass du deine arbeit lieber zuhause erledigst, ist doch dein problem. du hast die möglichkeit, an deinem arbeitsplatz zu arbeiten, weil dir einer zur verfügung gestellt wird. dann zieh doch in die nähe deiner firma. musst dann nicht mehr fahren. ich habe in der schule keine adäquaten arbeitsplatz - das ist der unterschied“.

    Danke für die „hilfreichen Hinweise“. Schon mal daran gedacht, daß der andere Lebenspartner auch seine Arbeitsstelle erreichen muß. Außerdem ist unser Firmengebäude am Wochenende nicht begehbar, da die Pforte nicht besetzt ist. Von daher ist man gezwungen, die restlichen Arbeiten zu Hause erledigen.

    schrieb Grege am

  • #678

    @ bkk

    “Sind sie doch, denn die wie ich schon sagte, die Zeiten der so genannten “Pflichtbeförderung” (obwohl es nie eine solche war) sind vorbei. Der jetzige Durchschnitt ist demnach für eine solche Aussage nicht verwertbar. Und das ist ein FAKTUM.“

    Aha, nach deinem diffusen Verständnis setzt du Traumtänzer angeblich entfallende Regel- oder Pflichtbeförderungen mit fehlenden Jobperspektiven gleich. Na dann haben die Mitarbeiter außerhalb des öffentlichen Dienstes schon immer vor einer düsteren Zukunft gestanden ?. Von daher ist es verfehlt, wenn klagende Beamte immer auf die guten Karrieremöglichkeiten der Privatwirtschaft verweisen.

    „Der jetzige Durchschnitt ist demnach für eine solche Aussage nicht verwertbar. Und das ist ein FAKTUM.“

    Der Segen von Durchschnittswerten besteht ja darin, daß selbst die Ausreißer zu beiden Seiten eingefangen werden. Wenn man neben der aktuellen Besoldungshöhe noch die zusätzlichen Versorgungsleistungen unserer Staatsdiener betrachtet, wurden bisher eh nur unterdurchschnittliche Beamteneinkommen angenommen. Im übirgen habe ich bewußt ein höheres Vergleichsalter gewählt, um die fehlerhafte Aussage deines „Leidengenossens Marcel“ zu widerlegen, der doch steif und fest behauptete, daß die Einkommen in der freien Wirtschaft mit zunehmenden Beschäftigungsjahren stärker anwachsen als im Staatsdienst

    „Mag sein, dass Ingenieure teilweise schlechter verdienen“

    falsch, allgemein verdienen Ingenieure im Durchschnitt weniger als verbeamtete Akademiker, selbst wenn letzteren das minimal mögliche, unterdurschnittliche A13 Gehalt zugrundegelegt wird. Diese Aussage läßt sich im Durchschnitt auf alle Nichtbeamten mit Hochschulausbildung übertragen.


    “, aber ein großer Teil hat auch “nur” ein FH- und kein vergleichbares Hochschulstudium.“

    Zu diesem Griff ins Klo habe ich dir in einem meiner früheren Beiträge schon mal meinen Senf gesagt.  Die Durchschnittseinkommen von FH und TH Ingenieuren gleichen sich nach wenigen Berufsjahren an. Daher verdient der TH-Ingenieur netto genauso weniger als eine Beamter im höheren Dienst…..

    „Dein Neid muss ja schon gewaltig sein, wenn Du Dich auf einer solchen Seite ausheulst“

    Als eifriger Schüler lernt man hier von überdurchschnittlich verdienenden Teilnehmern dieses Forums, auf hohem Niveau Klagelieder (Stichwort: Arbeitszimmer, räumliche Ausstattung etc.) anzustimmen. Meine hohe Lerngeschwindigkeit sollte dich als Pädagogen mit Stolz erfüllen. Anstatt hier Kaffesatzleserei über meinen Gemütszustand zu betreiben, könntest du zur Abwechslung auch mal allgemeingültige Daten und Fakten zu deinen Aussagen wie die hohe Arbeitsbelastung von Lehrern gegenüber anderen Berufen präsentieren.

    „brauchst hier keine Stressgeschichten zu erzählen, davon habe ich selbst genug. Ein Blick auf den vorweihnachtlichen Schreibtisch offenbart fast 60 Oberstufen Klausuren und 120 Sek I Klassenarbeiten. Vokabeltests erwähne ich gar nicht erst. Und nach den “Ferien” kommt der nächste Schwung Klausuren“

    Die sind leider notwendig für Leute wie Dich und Motschi, die ihrer Ahnungslosigkeit über das Arbeitsleben mancher Nichtlehrerberufe treu ergeben sind.

    „Das Wochenende eines Lehrers ist übrigens IMMER Teil der Arbeitswoche“

    Ich keine aus meinem Bekannten- und Verwandtenkreis eine Reihe Lehrer, die sich durch ihre Arbeitszeiteinteilung ihr freies Wochenende sichern.
    Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeitverteilung von Pädagogen- und Bürojobs sollte man daher die Anzahl der gearbeiteten Jahresstunden vergleichen. Wenn du meinen solltest, daß Lehrer die einzigen Schwerstarbeiter sind, wirst du diese Aussage sicherlich mit allgemeingültigen und belastaren Daten belegen können (bitte mit Quellenangabe).

    schrieb Grege am

  • #679

    @cycling4ever

    Ich selbst habe bereits Monate am Fließband gearbeitet und ICH weiß, was man dort verdient. Ich habe nicht nur Umgang mit Akademikern. Aber schön, dass Du Dir herausnimmst, meine Nachbarschaft einschätzen zu können. Deinen “Dünnpfiff” kannst Du also getrost für Dich behalten. Für 1700 Euro netto (am Gymnasium, sonst weniger) muss ich nicht studieren. Zumal ich schon 30 bin, bevor dieses “fürstliche” Einkommen auf meinem Konto eintrifft. Vorher verdiene ich zwei Jahre lang im Referendariat WENIGER (beispielsweise an einer Berufsschule) als teilweise die Lehrlinge im dritten Lehrjahr.
    Und welchem Teil meiner Ausführungen entnimmst Du, dass ich keinen Respekt vor Arbeitern habe? Dass die Gehaltshöhe maßgeblich (nicht ausschließlich) vom Bildungsstand abhängt, scheint Dir nicht zu gefallen, hat aber durchaus seine Berechtigung.
    Und wo Du schon wieder die 150 Jahre herholst, ist mir ein Rätsel, aber wer von Geschichte keine Ahnung hat, kann ja für sein unqualifiziertes Gefasel nicht zur Verantwortung gezogen werden…

    schrieb BK77 am

  • #680

    YO, BK77 (#268).

    wie, die Bezüge von Lehrern müßten (im Angestelltenverhältnis am Gymnasium) deutlich erhöht werden, um den Beruf auch ohne Verbeamtungen weiter attraktiv zu halten??? Da gibt es doch in der freien Wirtschaft auch sehr schöne Beispiele, wie man Gehälter senkt und die Leute den Job (den sie oft schon lange Zeit machen) bei ihrem alten Arbeitgeber trotzdem -gezwungenermaßen- behalten. Nennt sich Outsourcing, betreiben derzeit auch viele öffentliche Arbeitgeber (z.B. Krankenhäuser). Müssen muß ein Arbeitgeber also GAR NIX.
    Dein Beispiel mit der Frau am Fließband…
    Dann sag mir doch -bitte- mal schnell, welcher prozentuale Anteil Deiner Nachbarschaft tagsüber und/oder nachts am Fließband steht??? EBEN: Null Prozent, also niemand. Dein Argument ist also vollkommener Dünnpfiff (pardon, Bildungsbürgertum!) und zeigt nur Deine Realitätsferne, oder weißt du den Unterschied zwischen Bruttolohn und Nettolohn nicht… Daneben   scheinst Du sehr wenig Respekt vor Arbeitern zu haben. Mach mal eine zeitlang eine Arbeit am Fließband und dann wiederhole Deine hochnäsigen Ansichten.
    Meine Theorie bezüglich der Motive des Staates, weiter an Verbeamtungen festzuhalten, mag gewagt sein. Vielleicht ist sie auch völliger Blödsinn. Vielleicht aber auch nicht.
    In Anbetracht dessen, daß der Staat an einer Gesellschaftsordnung von vor 150 Jahren festhält, kann kein Erklärungsversuch schwachsinniger sein als die Realität.

    Prost!

    schrieb cycling4ever am

  • #681

    Zusatz @ cycling4ever

    hinsichtlich des Realitätsbewusstseins von Lehrer: Nayern hat hier einen ersten schritt in die richtige Richtung unternommen, da es als Voraussetzung für einen Abschluss auch Wirtschaftspraltika verlangt (von allen Lehramtsstudierenden). Ist zwar nur ein kleiner Schritt, aber immerhin etwas.

    schrieb Bargos am

  • #682

    @ Manuel

    kein Grund aggressiv zu werden. Weder habe ich (bgesehen vom letzten Absatz) eine persönliche Meinung wiedergegeben noch gesagt, dass es inhaltlich deshalb nicht zu überdenken wäre, das Beamtentum abzuschaffen. ich wollte allein darlegen, dass auch das bei den Gründungsvätern der Bunderepublik einer der wesentlichen Aspekte war, sich für das Beamtenwesen zu entscheiden.Der Blödsinn stammt inhaltlich übrigens nicht vonmir, allein für die verquase Formulierungsweise bin ich verantwortlich. Zudem haben sie mich falsch verstanden: es geht nicht darum, dass Beamte per se kritischer sind. Vielmehr soll die Unkündbarkeit es dem Lehrer ermöglichen auch dem Arbeitgeber unliebsame Positionen (soweit sie mit dem Grundgesetz übereinstimmen) zu vertreten, ohne hierbei Sorge um die Konsequenzen zu haben. 

    @ cycling4ever

    entscheidender Punkt: Berufsalternativen. Es wäre also vor der Abschaffung des Beamtenstatus notwendig die Ausbildung insofern zu ändern, dass man mit einem international angesehenen Abschluss das Studium beendet. Tatsache istm, dasss sich viele Länder aber weigern hier an das althergebrachte Staatsexamen ranzugehen. Zunächt müssten also erstmal die Voraussetzungen stimmen.

    schrieb Bargos am

  • #683

    @Manuel frattini
    Sie machen es sicher sehr einfach. “Die Kriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität werden tagtäglich mit Füßen getreten.” Dann legen Sie mal ein Ihrer Meinung nach angemessenes Bewertungssystem vor. Ihr Beitrag ist einfach nur lächerlich.

    @cycling4ever
    Ihre “Theorie” ist auch mehr als gewagt bzw. völliger Unsinn. Wenn man Lehrer nicht mehr verbeamtet, dann müßte das Gehalt DEUTLICH angehoben werden, denn für nicht mal 1800 Euro netto tue ich mir (und so sehen das sicher auch meine Kollegen) die Arbeit am Gymnasium höchstens kurzfristig an. Die Lehrer, die nicht verbeamtet sind, sind in der Regel unmotivierter, weil Sie weniger verdienen als jemand, der in einer Fabrik am Band steht.
    Und der letzte Teil Ihrer Ausführung gehört bereits in den Bereich der “Verschwörungstheorien”...

    schrieb BK77 am

  • #684

    Hallo allerseits.

    Wie man es auch dreht und wendet, es gibt kaum Berufsbereiche, in denen eine Verbeamtung gerechtfertigt ist. Bei Polizei und Justiz ok, aber bei Feuerwehrleuten, Verwaltungsangestellten, Lehrern, ... ??? Sorry, das ist absolut lächerlich. Natürlich kommt jetzt wieder die alte Leier vom Streikverbot für Beamte und vom Recht der Schüler auf Unterricht. Aber das würde ja bedeuten, daß in allen anderen Ländern der Welt (oder gibt es sonst noch wo verbeamtete Lehrer?)bei einem Lehrerstreik regelmäßig das absolute Chaos ausbricht, durch das Mehr an Freizeit marodierende Jugendbanden umherziehen und alten Damen die Handtaschen klauen, usw. usf. . Davon ist mir nichts bekannt, sorry again.
    Auch glaube ich nicht, daß bei Abschaffung des Beamtenstatus nur noch Flachpfeifen den Beruf des Lehrers ergreifen. Ich glaube, im Gegenteil, daß bei einer Abschaffung des Beamtentums nur die Lehrkräfte langfristig am Ball (in diesem Beruf) bleiben, die wirklich Lust / Energie an der Arbeit mit Kindern haben. Die, die auf ihre Tätigkeit keine Lust mehr haben, müssen eben was anderes machen. So geht es auch anderen Arbeitnehmern. Außerdem ist es ganz ohne Zweifel zum Wohle der Kinder, wenn motivierte Leute mit Spaß an ihrer Arbeit unterrichten.
    Ich mach es mal etwas plastischer: ein befreundeter Lehrer, hat nach seinem Studium sieben Jahre unterrichtet; mit 35 Jahren stellte er nach dem Sabbatjahr fest, daß er eigentlich keine Lust mehr auf den Job hat und gerne etwas anderes machen würde. Aus Mangel an Alternativen, und um seinen Beamtenstatus (=Sicherheit) nicht zu verlieren, macht er seinen Job seit drei Jahren weiter. Meistens hören sich seine Erzählungen über seinen Beruf ziemlich frustriert an; von den Schülern, die keinen Bock und keinen Respekt haben, von den Eltern, die keine Ahnung und keinen Respekt haben und von der Gesellschaft, die seine Leistung als Lehrer nicht anerkennt. Wirklich, er tut mir leid. Aber: ist es im Sinne der Kinder, die er unterrichtet, daß ein Lehrer mit Ende 30 vor ihnen steht und eigentlich keine Lust mehr auf seinen Job hat? Wie sieht es aus wenn er bis, sagen wir mal 60, weiterarbeitet? Soll das zum Wohl der Schüler sein, erhält man durch den Beamtenstatus nicht künstlich unmotivierte Lehrer weiter bei der Stange???
    Zu #264, Punkt 2:
    Ich glaube nicht, daß der Beamtenstatus Lehrer zu besonders kritischen Bürgern macht. Diese Meinung deckt sich auch nicht mit meinen Erfahrungen (natürlich sind die nicht repräsentativ!!!). Ich glaube eher das Gegenteil: Da (verbeamtete) Lehrer nicht arbeitslos werden können, sind sie aus meiner Sicht (eher) unkritisch, zB dem derzeiteigen Wirtschaftssystem gegenüber, da sie mit der Härte der Realität eines normalen Arbeitnehmers erst gar nicht in Kontakt kommen und somit eine eher theoretische, positivere Sichtweise gefördert wird ...
    Vielleicht ist das auch der wahre Grund, warum der Staat kein Interesse an der Beendigung des Beamtenstatus für Lehrer hat: um die Kinder und Jugendlichen zu möglichst unkritischen, folgsamen Bürgern zu erziehen, die an das, was sie vorfinden, glauben. Aber bitte, das ist nur eine Theorie. Nicht mehr, nicht weniger…

    so, dann packt mal die Keulen aus!
    Ride on.

    schrieb cycling4ever am

  • #685

    Hallo zusammen,
    weiß überhaupt jemand, dass in Sachsen-Anhalt die ehemaligen DDR-Lehrer höher eingestuft sind als die Lehrer, die nach 1990 ihr 1. und 2. Staatsexamen ablegten, weil man in Sachsen-Anhalt einen Abschluss als Sekundarschullehrer erwirbt, welchen es im Bundesbesoldungsgesetz nicht gibt?
    In Sachsen-Anhalt werden nur Lehrer, die Kunst, Englisch, FRanzösisch, Ethik studiert haben, verbeamtet!
    Trotzdem, mein Traumjob!
    Tschüss Kramig

    schrieb Kramig am

  • #686

    Ich habe noch nie solch einen Blödsinn gelesen wie der meines Vorschreibers Bargos!
    Was Sie erwähnen ist lächerlich - es braucht natürlich keine Beamte (mit den Beamtenprivilegien), die Sie beschreiben.
    Lehrer sollen genauso angestellt werden, wie andere Staatsangestellte auch. Hören Sie mir auf mit “hoheitlichem Handeln, sprich Notengebung” (im übrigen das einzige wirkliche Argument, das man anfügen kann).
    Die Notenfindung und Notengebung unter der deutschen Lehrerschaft ist eine Zumutung. Wissenschaftlich festgestellt. Die Kriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität werden tagtäglich mit Füßen getreten.
    Ihr Amerikabeispiel ist lächerlich!
    Schauen Sie auf unsere Nachbarländer. In der Schweiz gibt´s keine Beamten mehr, ist deshalb die große Angst ausgebrochen?
    Ganz klar: Beamtentum - mit Ausnahme direkter, in die persönliche Freiheit einschneidender hoheitlicher Aufgaben (Polizei, Justiz) gehört auf den Müllhaufen!

    schrieb Manuel frattini am

  • #687

    Auch wenn diese Diskussion anscheinend bereits weitgehend abgeschlossen, oder vielmehr seitens der Beteiligten beendet ist (denn ein inhaltlicher Abschluss wird sicherlich nicht zu erreichen sein), möchte ich mich kurz zur Frage der Notwendigkeit des Beamtenstatus äußern.

    Wenn ich die vorherstehenden Beiträge betrachte wird in erster Linie darüber gestritten, ob der Beamtenstand als solcher für den Staat finanziell tragbar bzw. nochimmer politisch zu rechtfertigen ist. Einige weitere Punkte wurden bereits angesprochen (und ich bitte vorab um Entschuldigung, dass ich sie im Folgenden eventuell kurz wiederhole). Außer Acht gelassen wird hierbei jedoch oftmals, welchen Zweck der Beamtenstand als solcher eigentich auch heute noch hat.

    1. Die Deckung des Unterrichts durch qualifizierte Personen liegt im Interesse des Staates. Würde seitens der Staates der Lehrberuf sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Arbeitssituation (wenn man an dieser Stelle persönlichen Idalismus der Lehrer außen vor lässt)
    deutlich unattraktiver gestaltet werden, als es vergleichbare Berufsfelder der freien Wirtschaft sind, ist davon auszugehen, dass sich gerade die für des Lehramt gwünschten Personen nicht für den Beruf als Lehrer interessieren würde => Gefahr: hochqualifizierte Lehrer wandern in die Wirtschaft ab und das Geamtniveau der Lehrtätigen wird gesenkt.

    2. Qualitativ guter Unterricht beinhaltet auch die bildung von Kindern und Jugendlichen zu systemkritischen und hiterfragenden Erwachsenen. Das bedeutet jedoch auch, dass es notwendig ist die Entscheidungen der bestehenden Landes- und Bundesregierungen (also des Arbeitgebers) zu hinterfragen. Die Unkündbarkeit versetzt den Beamten (auch bei Polizei, Justiz und tlw. Verwaltung) in den Stand, ohne Angst vor dem Arbeitsverlust inhaltlich vergleichsweise frei zu arbeiten. Hier sei ein Hinweis auf die in Amerika geführte Diskussion über den Kreationismus erlaubt. So ist es dort möglich, dass Lehrer durch den Arbeitgebeer gezwungen werden, eine Theorie zu vermitteln und als einzige Wahrheit darzustellen. Der Beamtenstatus schützt also Lehrer aber vor allem Schüler und Eltern davor, dass der Staat allzu propagandistisch die Bildung zu einer bestimmten Ideologie betreibt und somit ungebührlichen Einfluss auf die Lehr- und Meinungsfreiheit (GG) nimmt. Welche Konsequenzen es haben kann, wenn ein Bildunsgwesen sich nicht dem Staat widersetzen kann, hat die jüngere Geschichte unseres Landes mehr als deutlich gezeigt. Gerade an dieser Stelle wird jedoch auch ein zentraler Unterschied des modernen Beamtentums gegenüber der Situation des Kaiserreichs deutlich:  Stand dort die Kontrolle des Beamten durch den Staat im Vordergrund ist es heute der Schutz vor ihm und seinem Einfluss.

    3. Die Unkündbarkeit ist zudem die staatliche Gegenleistung zum Streikverbot, das als solches (und die folgende Formulierung stammt nicht von mir sondern vom ehem. Bundesverfassungsrichter und Bundesprässidenten Roman Herzog) “ein grundsätzlich verfassungswidriges aber zum Erhalt der staatlichen Grundordnung legitimes Instrument”  ist. Da der Beamte auf sein vefassu