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Lehrerfreund-Newsletter 09.09.2014 09.09.2014, 10:18

Postbriefkasten
Bild: Shutterstock

Lehrerfreund-Newsletter 09.09.2014 mit diesen Themen: Kennenlernspiele, Tricks für PowerPoint-Präsentationen, Internetrecherche, Ritalin/Methylphenidat, Instagram, Korrekturstrategien

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Sehr geehrte Damen und Herren,

genau 1.448 Personen haben sich an der Korrekturumfrage "Gewaltakt oder häppchenweise" beteiligt, dafür vielen Dank! So erhalten andere Lehrer/innen und Berufseinsteiger/innen einen Einblick in die wundervolle Welt des Korrigierens. Die Ergebnisse finden Sie ab sofort hier:
Umfrage zur Korrekturstrategie: Gewaltakt oder häppchenweise?

Inhalt dieses Newsletters:

1. Medientipps
2. Die 5 besten Kennenlernspiele
3. Präsentieren: 7 einfache Tipps für den Umgang mit PowerPoint
4. Warum Lehrer/innen den Begriff »Präsentation« nicht mehr verwenden sollten
5. Unterrichtseinheit: Internetrecherche
6. Methylphenidat - Verbrauch in Deutschland 1993-2013
7. »Instragram« & Co - Über die große Verblödung der Menschheit

8. Umfrage zur Korrekturstrategie: Gewaltakt oder häppchenweise?
9. Auf Wiedersehen

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1. Medientipps

Hier die interessantesten Funde aus unseren Facebook- und Twitter-Kanälen:

Das schönste Zitat kommt heute von PD Dr. Detlef Zöllner im Interview mit dem Standard:

70 Prozent der Lehrertätigkeit sind Schauspielerei.

Da hat er Recht. Dabei sollten Lehrer/innen auch immer ehrlich sein. Das ist der korrigierende anonyme Autor in Die Tücken der Klausurbewertung - Ein ehrlicher Erfahrungsbericht:

Heute ertappte ich mich selbst bei einer Sympathie-Bewertung.

Das passiert selbst den professionellsten. Apropos Lehrerprofessionialität: Wer sich mal wirklich über die Aussagen der Hattie-Studie informieren möchte, kann sich den sehr guten einstündigen Hattie-Vortrag von Ulrich Steffens auf YouTube anschauen.

Glauben Sie eigentlich noch an die "Lerntypen" (visueller, auditiver ...)? Seit Jahren weiß man "irgendwie", dass das nicht stimmt. Einleuchtende Darstellung "Der ultimative Lerntypentest" mit professoralem Video.

Wer sich mit der empirischen Wissenschaft schwer tut, kann sich die drei kommentierte Lese-/Hörtipps zu "Den Pisa-Test sollte man abschaffen" zu Gemüte führen oder gar dem Testwahn generell abschwören (Empirische Gewissheit gibt es nicht):

"Die Bildungspolitik soll [...] dazu gebracht werden, noch mehr Geld aus der Verbesserung von Schule abzuziehen und stattdessen in das Testen von Schülern zu stecken."

Besser also in den Schulalltag schauen: Aktuell ist die Forderung für ein Pflichtfach Informatik ab der 1. Klasse, während an der anderen Front der Verband der Direktoren wegen der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung am Rad dreht: Zu viele Schüler/innen gehen aufs Gymnasium, die Zahl der Sitzenbleiber nimmt massiv zu. Oder in Mediensprech: Viele Kinder zu dumm fürs Gymnasium. Man sollte dabei nicht immer denken, dass alles heute schlimmer ist - im Spiegel 12/1982 lesen wir: Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch. Man könnte meinen, die hatten es damals wesentlich härter als heute die G8-Turbokinder.

Das sieht Familientherapeut Jesper Juul im Interview anders:

"[…] heute setzt das System bloß Eltern unter einen massiven Druck, den sie an die Kinder weitergeben. Meine Güte, die sind sieben, acht, neun, und ihnen wird gesagt, wenn du nicht gut genug bist, kannst du nicht an die Uni gehen. Die können sich überhaupt nichts vorstellen unter einer Uni."

Wir fahren fort mit einigen analogen Tipps vom Blog "Endlich Pause?!": Dort wurde unter anderem das Anlegen einer HausaufgabenVergessenKartei und einer analogen Dropbox (für alle Zettelrückläufe) empfohlen - beides zur Verminderung des Zettelwahns im und um den Unterricht. Analog geht es auch bei Seminarlehrer Hennekes zu, der den Ausrüstungscheck Lehrertasche vornimmt.

Ist digital besser als analog? Philippe Wampfler diskutiert die Gefühle beim analogen und digitalen Markieren von Texten. Wobei - in den meisten Lehrerzimmern geht es noch ganz schön analog zu - viele Papierstapel, zu sehen in den 25 Lehrerzimmer-Fotos beim Standard.

Einen Blick in ein schönes Klassenzimmer bekommen wir bei SKoLNET, wo die Umgestaltung und Neueinrichtung eines Klassenzimmers mit einigen Bildern vorgestellt wird. Wem das alles zu stationär ist, der kann sich eine sehr grundlegende Vorstellung des Konzepts Digitale Schultasche bei Martina Grosty verschaffen.

Wer Inspiration für den Unterricht braucht: ein Unterrichtskonzept zur Arbeit mit Mindmaps, hübsche 3D-Visualisierungen globaler Themen bei der BPB: Zahlen und Fakten in 3D und eine Übersicht über den Ersten Weltkrieg, vorgestellt in neuen Formaten (als Twitterstream, in 100-Sekunden-Features usw.). Und wer Angst hat wegen des Urheberrechts, der beruhige sich beim OER-Interview mit David Klett "Lehrer stehen nicht mit einem Bein im Gefängnis!"

Wer bis hierhin nichts Interessantes gefunden hat, der braucht wohl härteren Stoff. Voila - Eine unvollständige Liste der Scientology Tarnorganisationen, viele davon im Nachhilfemarkt.


2. Die 5 besten Kennenlernspiele

Fünf Kennenlernspiele, die über das übliche Steckbrief-Abgelese hinausgehen: Mischmasch (viele persönliche Gespräche in kurzer Zeit), Geburtstagsreihe (Erzeugung von Gruppendynamik), Wichtiger Gegenstand (intime Vorstellung), Schneeballschlacht (Abbau von Hemmungen), Detektiv (Detailbeobachtungen).
Die 5 besten Kennenlernspiele


3. Präsentieren: 7 einfache Tipps für den Umgang mit PowerPoint

Mit einigen einfachen, aber unauffälligen Tricks können Sie die mediale Begleitung Ihrer Vorträge ("Präsentationen") deutlich verbessern. Diese Tipps sollen auch den Schüler/innen vermittelt werden.
Präsentieren: 7 einfache Tipps für den Umgang mit PowerPoint


4. Warum Lehrer/innen den Begriff »Präsentation« nicht mehr verwenden sollten

Der Begriff »Präsentation« bezeichnet eine Situation, die früher einmal »Vortrag« hieß. Im Zentrum einer »Präsentation« steht eine PowerPoint-Präsentation, der/die Vortragende wird zur unwichtigen Statistin. Gerade Lehrer/innen sollten ihre Denkweise umstellen: Was die Schüler/innen lernen sollen, sind »Vorträge« - und eben nicht »Präsentationen«.
Warum Lehrer/innen den Begriff »Präsentation« nicht mehr verwenden sollten


5. Unterrichtseinheit: Internetrecherche

Unterrichtsmaterial für eine Doppelstunde, in der die Schüler/innen eine Grundeinführung in die Internetrecherche bekommen. Recherche in Bibliotheken, Online-Archiven, einige Tricks zur Google-Suche. Präsentation + Arbeitsblatt für Sekundarstufe I und II.
Unterrichtseinheit: Internetrecherche


6. Methylphenidat - Verbrauch in Deutschland 1993-2013

Der Ritalin-Goldrausch hat seinen Höhepunkt erreicht. Die explosionsartige Zunahme des Verbrauchs von Methylphenidat (Wirkstoff u.a. von Ritalin, Medikinet ...) konnte seit 2010 etwas eingedämmt werden, 2013 wurde erstmals ein Rückgang des Methylphenidat-Verbrauchs festgestellt. Dennoch werden in Deutschland jährlich mehr als 1.800 Kilogramm Methylphenidat verbraucht, das entspricht bei normaler Dosierung rund 60 Millionen Tagesdosen.
Methylphenidat - Verbrauch in Deutschland 1993-2013


7. »Instragram« & Co - Über die große Verblödung der Menschheit

Das Mega-Medien-Netzwerk Instagram schreibt auf seiner Homepage seinen eigenen Namen falsch - ein Zeichen für die zunehmende Verachtung des geschriebenen Wortes. Die nächste Generation wird sich zur Kompensation neuer Strategien bedienen müssen, um erfolgreich zu kommunizieren.
»Instragram« & Co - Über die große Verblödung der Menschheit


8. Umfrage zur Korrekturstrategie: Gewaltakt oder häppchenweise?

Mehr als 1.400 Lehrer/innen beteiligten sich an der Lehrerfreund-Umfrage zum Korrekturverhalten: Ist es besser, »häppchenweise« zu korrigieren (einige Klassenarbeiten am Stück, dann größere Pausen), oder den ganzen Stapel in ein, zwei größeren Gewaltakten wegzuschaffen? Die Mehrheit der Lehrer/innen passt ihre Korrekturstrategie an die Umstände an (Motivation, Anspruchsniveau, Klassenstufe, Umfang der Klassenarbeit usw.).
Umfrage zur Korrekturstrategie: Gewaltakt oder häppchenweise?


9. Auf Wiedersehen

Ein Französischlehrer aus Herne
Der hatt' seine Schüler sehr gerne.
   Doch tönte der Gong,
   Dann sagte er: "Bon,
Jetzt seh' isch eusch lieber von ferne!"

                                          Axel Fey aus Herne - danke!

Alles inniglich Liebe wünscht Ihnen
Der Lehrerfreund

 

Web: www.lehrerfreund.de
Twitter: twitter.com/lehrerfreund
Facebook: facebook.com/Lehrerfreund

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