Lehrerfreund-Newsletter 10.05.2015 10.05.2015, 11:09

Lehrerfreund-Newsletter vom 10.05.2015 mit diesen Themen: Lehrergehalt, Präsentation, Excel zur Notenverwaltung, Excel zum Korrigieren (Notenschlüssel), Disziplin im Klassenzimmer, Lehrerarbeitszeit, Schüler-Smartphones, der eigene transportable Beamer.

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Bild: Pixabay[CC publicdomain]
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Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie alle haben dauernd mit präsentierenden Schüler/innen zu tun. Dabei hat »Präsentation« ein ungesundes Eigenleben entwickelt. Worauf es ankommt und wie Sie das der nächsten Generation beibringen:
»Präsentieren« - Das ultimative didaktische Konzept

Inhalt

  1. Lehrergehälter in Deutschland
    Rangliste 2015: In welchem Bundesland verdienen Lehrer am meisten?
  2. Excel: Note der Klassenarbeit automatisch ermitteln
    Korrektur stark vereinfachen mit dem SVERWEIS-Trick
  3. Klassen-/Notenverwaltung mit Excel
    Alle Notendurchschnitte und -gewichtungen automatisch berechnen
  4. Was Lehrer/innen von Schiedsrichtern lernen können
    Disziplinarische Maßnahmen sind kein Selbstzweck
  5. »Präsentieren« - Das ultimative didaktische Konzept
    Nur auf die Wirkung kommt es an
  6. Rundschau
    Das Beste aus den Twitter- und Facebook-Kanälen vom Lehrerfreund
  7. Auf Wiedersehen

1. Lehrergehälter in Deutschland: Bundesländer-Rangliste 2015

Der 40-jährige verbeamtete Musiklehrer (ledig, keine Kinder) in Baden-Württemberg kann netto durchaus 3.200 Euro monatlich nach Hause bringen; sein angestellter Lehrer-Kollege in Berlin hat bis zu 700 Euro weniger.

Lehrergehalt in Deutschland, Bundesländervergleich 2015

Wegen zahlreicher unterschiedlicher Besoldungssysteme und -gruppen sind die Lehrergehälter quer durch die BRD nur schwer zu vergleichen; im Diagramm oben wurden A-Besoldungen (für Beamt/innen) herangezogen.

Im Beitrag Lehrergehälter in Deutschland: Bundesländer-Rangliste 2015 finden Sie auch eine Beispielrechnung für die unterschiedlichen Brutto-Netto-Verhältnisse bei Beamten und Angestellten.

Beitrag »Lehrergehalt: Bundesländer-Rangliste 2015« lesen


2. Excel: Note der Klassenarbeit automatisch ermitteln mit SVERWEIS

Erstellen Sie Ihren individuellen Notenschlüssel und benutzen Sie ihn, um den Verrechnungspunkten Ihrer Schüler/innen automatisch die richtige Note zuordnen zu lassen. Drehen Sie bei Bedarf danach am Notenschlüssel, um Einfluss auf den Klassenschnitt zu nehmen. Ein äußerst Zeit sparendes Vorgehen mit der Excel-Funktion SVERWEIS.

Zur Frage, wann und ob das "Drehen am Notenschlüssel" pädagogisch und moralisch in Ordnung ist, finden Sie einige interessante Kommentare unter dem Beitrag.

Beitrag »Klassenarbeitsbewertung mit Excel« lesen


3. Klassen-/Notenverwaltung mit Excel

Sie erfahren hier, wie Sie die Noten all Ihrer Schüler/innen mit einem Tabellenkalkulationsprogramm (z.B. Microsoft Excel) verwalten können. Dieses Vorgehen ist äußerst komfortabel und Zeit sparend, sofern Sie über basale Kenntnisse im Umgang mit Excel verfügen.

Beitrag »Notenverwaltung mit Excel« lesen


4. Was Lehrer/innen von Schiedsrichtern lernen können

Ein guter Schiedsrichter behält das Spiel unter Kontrolle, indem er schon von Anfang an konsequent gegen Regelverstöße vorgeht (=Gelbe Karte). Wer als Lehrer/in eine neue Klasse bekommt, ist gut beraten, es dem Schiedsrichter gleichzutun - im Rahmen der pädagogischen Fairness.

Beitrag »Lehrer & Schiedsrichter« lesen


5. »Präsentieren« - Das ultimative didaktische Konzept

Prezi, PowerPoint, Einleitung, Schluss, große Schrift, kleine Schrift, Körpersprache, viele Bilder, Karteikarten oder nicht … Alles völlig nebensächlich. Worum es bei Vorträgen wirklich geht, ist die Wirkung, die wir erzielen. Didaktische Überlegungen und Tipps für den Unterricht.

Beitrag »RICHTIG präsentieren« lesen


6. Rundschau

Hier die interessantesten Funde aus unseren Facebook- und Twitter-Kanälen:

Lehrer-Arbeitszeit

Im Standard.at stellt ein Lehrer einen originellen Selbstversuch vor: Er überwacht sich selbst eine Woche lang per GPS und stellt fest, dass er in einer Woche 37,5 Stunden in der Schule verbracht hat, und zwar in einer Woche ohne Klassenarbeiten und Tests. Dazu kommt die heimische Arbeit (Unterrichtsvorbereitung etc.). Fazit: "50 Stunden sind es bei mir im Durchschnitt wohl allemal."

Das deckt sich so grob mit den Ergebnissen, die Herr Mess in seinem ebenfalls einwöchigen Protokollierungsexzess erhalten hat - 58 Stunden waren es bei ihm in einer Woche, wo noch ein paar Korrekturen angefallen sind (All work and no play).

Wie fies zerfasernd sich das Lehrer-Arbeitszeitmodell in der Woche verteilt, zeigt dieses Schaubild auf Grundlage des eben erwähnten Herr-Mess-Selbstversuchs:

Vergleich: Arbeitszeit Büroangestellter und Lehrer
(Quelle: Lehrerfreund - Wie viel (und vor allem: wann) Lehrer/innen arbeiten)

Übrigens: Wie viel Wochen hat eigentlich ein Schuljahr? Also so netto? Herr Rau hat es ausgerechnet.

Vermischtes

Rätsel

"… Horde lernunwilliger, ungezogener, an Fernsehunterhaltung gewöhnter Bestien …"

Wer ist gemeint?
(Auflösung im Tweet von @legeraude)

Zitat

"Lehren heisst ein Feuer zu entfachen, nicht einen leeren Eimer zu füllen."

Heraklit, altgriechischer Philosoph
(auf Twitter gepostet von @mgrosty)

Rechtschreibregel des Monats

Vor "sondern" ist ausnahmslos(!) und immer ein Komma zu setzen.

Digitale Tools und Unterrichtshilfen

Dein Freund der Beamer - Einen wirklich nützlichen Erfahrungsbericht zum Thema "Als Lehrer einen eigenen Beamer mit sich führen" schreibt Herr Mess. Gipfel der guten Tipps im Beitrag ist die Anleitung zum Bau eines eigenen mobilen Stativs.

Wer mal einen Text rasch ins Internet stellen will, benutzt Tinydocs - klick, klick und ein neuer Text ist online (Vorstellung auf Medienfundgrube.at). Man muss sich zwar registrieren, kann aber (noch?) einen Account für alle Schüler/innen benutzen. Wer lieber online PDFs gemeinsam bearbeiten will (Anmerkungen hinzufügen usw.), der benutze "nb" (Vorstellung bei Lehrerrundmail).

Allen, die sich für digitale Medien in der Bildung interessieren, sei ein Ausflug nach Berlin empfohlen zum  Barcamp Digitale Bildung Berlin 2015 (am 29.08.2015), organisiert von Martina Grosty und Björn Nölte.

Schüler/innen und ihr Smartphone - Der Branchenverband BITKOM veröffentlichte das Ergebnis einer eigenen Studie: Was machen Schüler/innen in der Schule mit ihren Smartphones? 74 Prozent der Schüler/innen würden demnach mit ihrem Smartphone Tafelbilder abfotografieren, 56% online "Infos zum Lehrinhalt suchen" und 10% bei Klassenarbeiten schummeln. Und nur 34% schauen Videos an. Möglicherweise haben die anderen keinen Internetzugang. Jugendliche, die auf ihrem Smartphone nicht Videos anschauen, wirken irgendwie … abartig.

BITKOM-Schaubild: Was machen Schüler mit dem Smartphone in der Schule?

Dann kam in letzter Zeit noch die Diskussion über das neue (geplante) Gesetz zur WLAN-Haftung auf, das eventuell auch WLANs an Schulen ungut betreffen könnte - lesenswert hierzu von Prof. Hoeren Eine Unverschämtheit - der Regierungsentwurf zur WLAN-Haftung.

Unterrichtsmaterial

Wenn Sie mal wieder keine Zeit zum Vorbereiten haben und TTIP im Unterricht behandeln wollen, benutzen Sie doch einfach das umfangreiche, gut aufbereitete Dossier von "Wirtschaft und Schule". LobbyControl hat das Unterrichtsmaterial untersucht und kommt zu diesem Fazit:

Unsere Auswertung zeigt, dass in den Informationen des industriefinanzierten Anbieters “Wirtschaft und Schule” zum TTIP-Freihandelsabkommen subtil Stimmung zugunsten des Freihandelsabkommens mit den USA gemacht wird. Damit wird das Portal dem eigenen Anspruch nach Ausgewogenheit nicht gerecht. Hinzu kommt, dass für jemanden, der die Website besucht, nicht sofort deutlich wird, dass das Portal industriefinanziert ist. Lehrkräfte und Schüler/innen müssen im Umgang mit den Materialien also doppelt vorsichtig sein.

Schade. Müssen wir doch etwas besser aufpassen, was man uns so unterschiebt.

Halten wir uns also lieber an diejenigen, die keine kommerziellen Interessen haben - wie bspw. Marek Breuning, der an einer Grundschule unterrichtet und uns ausführlich ein Konzept für den Rechtschreibunterricht in Klasse 3 vorstellt. Oder an den Landesbildungsserver Baden-Württemberg, wo das Thema Binnendifferenzierung im Deutschunterricht sehr gut und umfangreich aufbereitet ist: zahlreiche didaktische Überlegungen, Aufgaben und Materialbeispiele.

Pädagogik und Unterricht

Hilbert Meyer kommt aus einer Zeit, in der man eher mit gesundem Menschenverstand als mit "Messinstrumenten" zur Conclusio kam. Alle kennen ihn als Autor zahlreicher schulpädagogischer und didaktischer Standardwerke. Ein sehr lesenswertes Interview mit ihm bei der Süddeutschen: »Es muss auch mal hart zugehen«.

Eine Sammlung von möglichen Tipps zum Umgang mit Unterrichtsstörungen findet sich bei der FAZ, wo wir (teilweise etwas altbackene) Tipps von fünf Lehrer/innen erhalten: Willst du im Raum bleiben?

Wenn Sie im Rahmen Ihres Referendariats oder einer kollegialen Evaluationsrunde mal hospitieren (vulgo "hintendrinsitzen"), können Sie sich über die Wahl und Fokussierung von dezidierten Beobachtungsschwerpunkten etwas Inspiration bei Bob Blume holen: Richtig hospitieren

Wenden wir uns genüsslich dem Kompetenzfetisch und der Kompetenzkompetenz zu. Wenn diese Entwicklung so weitergeht, müssen wir die Auslöschung des Individuums (!) fürchten - legt zumindest der Artikel Der Kompetenz-Fetisch (ebenfalls in der FAZ) nahe.

Wer übrigens die Konferenz der Kompetenz vorzieht, der schaue sich doch mal das halbtagsblog-Schaubild "Was Kollegen während einer Konferenz so machen" an und finde sich selbst wieder.


7. Auf Wiedersehen

Eine Kollegin am letzten Pfingstfeste fuhr
- ich frage mich immer noch: Warum denn nur? - 
    In die Antarktis hinab, 
    Ans allersüdlichste Kap. 
Ihr Gatte, der erlag der dortigen Temperatur.
                               Hermann M. aus B. - danke!

Begehen Sie am nächsten Pfingstfeste nicht diesen Fehler - damit Sie auch beim nächsten Lehrerfreund-Newsletter herzhaft zubeißen können!

Ihr wohlmeinender Mahner
Der Lehrerfreund

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