Grader 29.10.2009, 12:03

Grader (Ausschnitt), Vorschaubild

Grader ist die englische Bezeichnung für Baumaschinen, die man einsetzt, wo große ebene Flächen zu planieren sind. Deutsche Ausdrücke sind Planierer, Erdhobel oder Straßenhobel.

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Technik vor der Haustür 

GRADER

Grader ist die englische Bezeichnung für eine Baumaschine, die man einsetzt, wo große ebene Flächen zu planieren sind. Deutsche - leider weniger benutzte - Ausdrücke für die Maschine sind Planierer, Erdhobel oder Straßenhobel.

Grader im Einsatz

Einsatz:

Der Grader (Bild: LosHawlos: Grader O&K F 156 A (CC BY-SA 3.0)) ist in seiner Leistungsfähigkeit allen Alternativ-Maschinen überlegen, wenn Straßen, Böschungen, Kanäle und sonstige Flächen planiert werden müssen. Er bearbeitet größere Flächen und lange Straßenbaustrecken besonders wirtschaftlich. Die speziell auf deutschen Baustellen oft beengten Verhältnisse sind allerdings ein Hindernis für die Anschaffung der nicht gerade billigen Maschinen.

Konstruktive Merkmale (Bild)

Grader werden zwei- und dreiachsig gebaut und sind mit einem oder zwei Planierschilden ausgestattet. Bei der dreiachsigen Ausführung ist die Hinterachse meist eine kettengetriebene und pendelnde Tandemachse.
Das zwischen den Achsen liegende Schar lässt sich in vier Richtungen verstellen: Es ist um die Maschinen-Längsachse drehbar, um die Hochachse schwenkbar, höheneinstellbar und quer zur Fahrrichtung verschiebbar. Diese Beweglichkeit des Schars erlaubt ein feinfühliges Planieren aller denkbaren Geländeformen. Wird ein zweiter Schild benutzt, dann ist dieser als Frontschild vor den Vorderrädern angebracht.

Der_Aufbau_eines_Graders.png

Die besten Planierergebnisse erzielen  Grader bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit und kleiner Planiertiefe. Sie erlauben, mit Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h zu fahren.

Der Hauptrahmen ist ein durch die ganze Maschinenlänge gehender geschweißter Träger. Bei Knicklenkung ist der vor der Fahrerkabine liegende Teil des Trägers schwenkbar. An der vorderen Kröpfung des Trägers ist ein Zugbalken eingehängt, der das Mittelschar aufnimmt. Der Zugbalken ist in seiner waagrechten Ebene drehbar (A) und erlaubt darüber hinaus die zusätzliche Hubbewegung B. Befestigt ist der hochbeanspruchte Schild zusammen mit seinem Drehkranz am Zugbalken, so dass er sich auch um die Hochachse verdrehen lässt (C). Einschließlich der Schildverschiebung D ergeben sich vier Bewegungsmöglichkeiten. Da alleine für die Mittelschild-Betätigung also vier Arbeitszylinder erforderlich sind, werden dafür auch vier Steuerblöcke benötigt.
Die Anlenkpunkte der Hydraulikzylinder sind als Kreuz- oder Kugelgelenke ausgeführt, weil sie gleichzeitig in mehreren Richtungen nachgiebig sein müssen.

Baugruppen_eines_Graders.png

Die Vorderachse hängt an einer Pendelbrücke; dadurch können die angetriebenen und gelenkten Vorderräder in Richtung E pendeln; sie passen sich auf diese Weise Geländeschrägen und Unebenheiten an. Bei Maschinenlängen von bis zu 12 Metern ist der einzige sinnvolle Weg, die Vorderachse anzutreiben, die Verwendung einer hydraulischen Kraftübertragung.
Das hydrostatische Antriebssystem hat viele Gemeinsamkeiten mit dem anderer Baumaschinen. Um die Maschinen feinfühlig allen Arbeitsanforderungen anpassen zu können, sind sie oft mit einer Incheinrichtung ausgestattet. (Beim Inchen handelt es sich um eine hydraulische Funktion, die eine stufenlose (»Millimeter für Millimeter« oder »Inch für Inch« d. h.»Zoll für Zoll«) Verminderung der Fahrleistung erlaubt. Die eingesparte hydraulische Fahrleistung kann nun zugunsten der Arbeitsleistung am Schar verwendet werden.

Auch die in anderen Baumaschinen üblichen Regelsysteme findet man in Gradern. Besonders Höhen- und Richtungs-Einstellsysteme sind bei den nicht einfach zu bedienenden Gradern ein eine große Hilfe.

Zusatzgeräte: Um Grader optimal auszulasten, werden sie mit Aufreißern, Bodenfräsen, Plattenverdichtern, Kehrmaschinen, Schneefräsen usw. ausgerüstet.