3D-CAD (2.5): Innengewinde darstellen 22.08.2013, 09:09

In der Übung geht es um eine quer durch eine Hülse verlaufende Gewindebohrung. Wir benutzen in diesem Beitrag eine SolidWorks-Hilfsfunktion für das Darstellen von Gewinden, den Bohrungsassistent. Er ist eine Alternative zur schrittweisen Gewinde-Modellierung von Hand.

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(In diesem Beitrag wird ein Bauteil mit MCAD erstellt. Das verwendete Programm ist Software von SOLIDWORKS, Studentenversion 2012/13).

Hülse mit Gewinde-Querbohrung
Beim Skizzieren des Zylinders versuchen wir dieses Mal eine neue Variante. Grundsätzlich legen wir die Mitte des Zylinderkreises in den Ursprung. Dieses Mal aber soll der Kreis neben dem Ursprung platziert werden.
Wie bringen wir nun Kreismitte und Ursprung wieder zusammen?
Wir klicken die Kreismitte an, drücken auf Shift und klicken den Ursprung an. Im PropertyManager finden wir unter Beziehungen hinzufügen die Schaltfläche Deckungsgleich. Wird diese angeklickt, zieht die Ursprungsmitte die Kreismitte magnetisch an und beide liegen präzise aufeinander. Bestätigen mit OK.

In der Übung geht es um eine quer durch eine Hülse verlaufende Gewindebohrung (Bild [1G]). (Maße: da = 52; di = 28; l = 60; Gewinde M16x1,5 mit Ansenkung 1,5 x 45°. Das Gewinde soll bis zur Längsbohrung ø28 gehen). 

   1G

Weiteres Vorgehen siehe Beitrag 3D-CAD (2.3); das Wichtigste wird hier wiederholt.

Im Features-Modus machen wir über Ansicht, Temporäre Achsen die temporäre Achse sichtbar. Dann
- Im Menü unter Einfügen Referenzgeometrie anklicken und Hülse wählen.
- In die Zylinderfläche auf der Hülse klicken. Die Achse wird eingefügt. Mit OK bestätigen.
- Der Achse im Protokoll des FeatureManagers einen Namen, z. B. Mittellinie, geben. In die Editorfläche klicken.
Wir fügen an dieser Stelle noch eine durchgehende Bohrung ein.

Nächster Schritt: Ebenen einfügen
- Die Hülse mit dem Tastenkürzel Strg + 7 in die isometrische Ansicht überführen. Dies wird im Editor links unten mit dem Achsenkreuz (= Referenztriade) Isometrisch angezeigt.

- In Einfügen Referenzgeometrie anklicken und Ebene wählen. Im PropertyManager erscheint ein Auswahlfeld mit Erster, Zweiter und eventuell Dritter Referenz. Feld unter Erste Referenz aktivieren, falls es nicht automatisch geschehen ist.

- FeatureManager: Ebene rechts anklicken; sie erscheint wie gewünscht in der Hülse.

- Wir klicken in der Perspektive in den Zylinderumfang und im Zweiten Auswahlfeld die Schaltfläche Tangential. Diese wird aber meistens automatisch berücksichtigt. Über der Welle erscheint eine blaue, auf dem Zylindermantel aufliegende Ebene.

- Bestätigen; der Ebene im FeatureManager den Namen Ebene Gewindebohrung geben. Der Name erscheint in der Ebene.

Skizzierebene Gewindebohrung 

Die Ebene Gewindebohrung wird wie eine neue Zeichnung behandelt.

- Ebene markieren und Neue Skizze aus der Symbolleiste Skizze einfügen. 

- Damit die Ebene Gewindebohrung unverzerrt vor uns liegt, drehen wir sie mit Strg + 5 ––> [5 E]. Die Hülse steht jetzt senkrecht. Die Ebene Gewinde lässt sich notfalls dem Teil anpassen.

- Wir zeichnen auf die Referenzmittellinie eine zweite Mittellinie. Das Programm verknüpft sie mit der Referenzmittellinie. OK.

- Die Gewindemitte kennzeichnen wir mit einer waagrechten Mittellinie. OK.

- Skizze beenden.

- Unter Einfügen wählen wir Features ––> Bohrung ––> Assistent (Bild [2 G]). 

   2 G


Im PropertyManager erscheint der eigentliche Assistent mit einer Menge Detailangaben zum Gewinde. Wir wählen: Gerade Gewindebohrung, als Norm DIN, Größe M 16, Blind: Bis nächste, Bestätigen.

- Ebene Gewindebohrung aktivieren, Bohrungsmitte anklicken. Gewindebohrung erscheint gelb. OK. [3 G]

   3 G 

- Wir aktivieren unter Option: Dokumenteigenschaften ––> Detaillierung ––> Gewindedarstellung ––>Schattierte Gewindedarstellung [4G]. 

   Bild 4 G

Da wir einen frontalen Blick auf den Bohrungskreis haben (mit Gewinde-Dreiviertelkreis), ist nicht zu erkennen, ob tatsächlich ein Gewinde geformt wurde.

- Über Strg + 7 schwenken wir das Teil in die isometrische Ansicht zurück. Dort sieht man nun deutlich das Gewindeloch mit den stilisierten Gewindegängen.

- Dort klicken wir die Bohrungskante an und fügen eine Ansenkung 1,5 x 45° ein. OK. (Bild [5G]) 

   Bild 5 G

- Wir verdrehen mit den Pfeiltasten die Ansicht und erhalten einen Blick in die Bohrung mit Gewindeeintritt (Bild [6 G]). 

   Bild 6G

Wir haben in diesem Beitrag eine SolidWorks-Hilfsfunktion für das Darstellen von Gewinden benutzt, den Bohrungsassistent. Er ist eine Alternative zur schrittweisen Darstellung eines Gewindes von Hand.

Übungen:

a) Ein Fixierstab mit einem mittigen Querschlitz ist zu modellieren: Stabquerschnitt 40 x 30 mm, 100 lang [7G]. 

   7 G

b) Der Fixierstab soll zwei Gewindebohrungen erhalten: M12 durchgehend und M10, Kernbohrung 22 tief, Gewindetiefe 16 mm. Bohrungsabstände und Schlitzabmessungen sollen selbst bestimmt werden.

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