Costa Concordia (1): Ein Riesenschiff verunglückt 18.07.2014, 16:11

2012 prallt das Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" nach abenteuerlichen Manövern vor der kleinen toskanischen Insel Giglio gegen einen Felsen, schlägt leck und kentert. 32 Menschen sterben. Was mit dem Riesenschiff danach geschieht, zeigt der tec.LEHRERFREUND in einer einprägsamen Bilderfolge, die sich im Unterricht verwenden lässt.

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Zum unter italienischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiff Costa Concordia, einem der größten weltweit, haben wir folgende Angaben gefunden: Länge 290 m, Breite 35,5 m, Tiefgang 8,2 m, Verdrängung 50 000 t. Fahrantriebsleistung 42 000 kW. Passagierplätze 3 800. 

Bild WIKI: Die Costa Concordia

13. 1. 2012: Die Costa Concordia verlässt den Hafen von Civitavecchia mit etwa 3200 Passagieren und 1000 Besatzungsmitgliedern an Bord und nimmt Kurs auf Savona. Eine Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer ist geplant (Seekarte unten). Kapitän ist Francesco Schettino.

 

Als das Schiff an der toskanischen Insel Giglio vorbeikommt, rammt es einen unterseeischen Felsen, der seine Seitenwand in 8 m Tiefe auf eine Länge von etwa 70 Metern aufreißt. 

Während Wasser ins Schiff läuft, fährt es weiter, um den nahen Hafen von Giglio zu erreichen. Dabei nimmt die Schräglage zu. Im flachen Wasser in Küstennähe bleibt die Costa Concordia stehen, neigt sich weiter und sinkt schließlich auf den schräg abfallenden Küstenboden. Die Rettungsmaßnahmen laufen an und fast alle Passagiere können gerettet werden – bis auf 32; sie überleben den Unfall nicht. 

Die gekenterte Costa Concordia bleibt über zwei Jahre lang mit mehr als 20° Schräglage vor der Insel liegen. Die Reederei beschließt, das Wrack heben zu lassen. Daraus wird eine technische Meisterleistung, für die es kein Beispiel gibt. 

Am 15. Juli 2014 melden die Medien, das havarierte Kreuzfahrtschiff habe wieder Wasser unter dem Kiel; das Riesenwrack sei erfolgreich angehoben und etwa 30 Meter aufs Meer geschleppt worden.

Die unten dargestellte Bilderfolge zeigt die wichtigsten Stationen der Havarie der Costa Concordia.

Letzte Station: Das Wrack soll ins gut 300 km entfernte Genua geschleppt und dort zerlegt und verschrottet werden. 

Die Kosten der Bergung belaufen sich auf etwa 1,5 Milliarden Euro. 

 

Bild 1: Die Costa Concordia rammt einen unter der Wasseroberfläche liegenden Felsen. Sofort läuft Wasser ins Schiffsinnere.

Bild 2: Die Costa Concordia fährt weiter, gerät aber wegen des eindringenden Wassers in Schieflage, das daraus entstehende Drehmoment ist dargestellt durch den roten Pfeil. Nach kurzer Zeit sind die Maschinen (Motoren, Generatoren) überflutet und stehen still; die Stromversorgung fällt aus.

Bild 3: In Küstennähe sinkt die Costa Concordia auf Grund und bleibt mit über 20° Schieflage liegen. 

Bild 4: Die schräge Küstenflanke wird für das Heben des Wracks vorbereitet. Unterhalb des Wracks werden waagrechte Plattformen installiert. Zugeinrichtungen mit Stahlseilen und Ketten werden verankert. 

(Dieses Bild können Sie vergrößern z. B. für ein Arbeitsblatt)

Die Bilderfolge 5, 6 und 7 finden Sie in einem zweiten Beitrag: Costa Concordia (2): Ein Riesenschiff wird geborgen

5. Mithilfe eines Schwimmkrans und anderer Hilfseinrichtungen wird das Wrack in die senkrechte Lage gezogen. Dabei erzeugen riesige, Wasser gefüllte Stahlkästen nach rechts drehende Momente. Sie helfen, das Schiff aufzurichten. Später werden sie als Schwimmhilfen benützt. 

6. Das Wrack wird auf die Plattformen gezogen. Auf der linken Schiffsseite werden weitere Schwimmkörper befestigt. 

7. Durch Befüllen der Schwimmkörper mit Luft wird das Wrack zunächst 2 m angehoben. Wenn das Schiff später zum Verschrotten nach Genua geschleppt wird, wird es immer noch etwa 18 m Tiefgang haben (normaler Tiefgang 8,2 m).