Sammlung von Verständnis- und Einprägehilfen (3)
Hier gibt es Versuche zu Metallgefüge, Kerbwirkung, Schrägverzahnung, Differentialgetriebe
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Eingetragen am 23.08.2008, 20:35 Uhr in Versuche im Unterricht | Sammlung von Verständnishilfen |
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Radien, Kerben und Kanten
Innenleben
Ein
aus der Ferne betrachteter Hausgiebel erscheint dem Auge als
unstrukturierte Fläche. Geht man näher heran, bemerkt man, dass die
Wand aus Mauersteinen besteht. Betrachtet man einen der Steine aus
nächster Nähe, dann erkennt man, dass er selbst wieder aus unzähligen
kleinen, kantigen Steinsplittern und eher runden Sandkörnern
zusammengesetzt ist.
Ähnlich kann man sich Metallgefüge, also das
eigentliche Metall-Innenleben vorstellen; es offenbart sich erst, wenn
wenn man es unter dem Mikroskop betrachtet.
Lamellengrafit und Kugelgrafit
Gefüge des Graugusses
Bis zum Ende des 2. Weltkriegs kannten die Deutschen nur den Grauguss.
Gusseisen sagten sie dazu. Er war und ist immer noch ein sehr gutes Material, denn er lässt sich leicht in Formen gießen und hat neben anderen erfreulichen Eigenschaften die, dass er leicht auf Graugussteilen und auf Stahl gleitet.
Woran liegt das? Das liegt an dem im Gefüge eingeschlossenen Grafit, reinem Kohlenstoff, der sogar die Gleitbahnen schmiert, wenn man das Fetten vergessen hat.
Doch wo so viel Licht ist, ist auch Schatten. Der Grafit ist nämlich als lamellarer Grafit eingelagert. Lamellen sind scharfkantige Gebilde, deren Ecken und Kanten wie Kerben wirken. Werden sie etwa auf Zug oder
Biegung beansprucht, dann reißt das Material sehr leicht an diesen Kanten ein. Folge: Der Grauguss besitzt im Vergleich zum Stahl, seinem Verwandten, eine nur geringe Zugfestigkeit.
Nach dem 2.
Weltkrieg kam aus den USA der Kugelgrafitguss. Die Amerikaner hatten es
geschafft, das Grafit in Kugelgebilde umzuformen (danach war es
allerdings kein reines Grafit mehr). Eine Kugel hat keine Kanten,
deshalb ist beim Kugelgrafitguss auch die (innere) Kerbwirkung
ausgeschaltet. Folge: Kugelgrafitguss besitzt bei (fast) allen
Vorteilen des lamellaren Graugusses stahlähnliche
Festigkeitseigenschaften.
Unser Freihandversuch belegt dies
eindrucksvoll. Wir nehmen 2 DIN-A4-Blätter: In das eine schneiden wir
mit der Schere Kerben, das zweite lochen wir mit dem Locher. Zwei
Schüler reißen vor der Klasse beide Blätter auseinander und werden bestätigen, dass die nötige Kraft beim gelochten Blatt viel größer war.
Mehr zu den Gussarten und ihrer Normung
| Kerben und Rundlöcher im Papier | Versuch: Papier zerreißen, um die Festigkeit zu bestimmen |
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Schrägverzahnung: Kein Lärm, aber ...
Seitendruck
Die
Schrägverzahnung bei Zahnrädern sorgt durch den allmählichen, über die
ganze Zahnbreite ablaufenden Zahneingriff für ruhigen Lauf. Doch es
gibt eine Nebenwirkung: Die Zahnschräge erzeugt eine Axialkraft. Sie
lässt sich in einem Freihandversuch zeigen.
Am oberen Lineal
wird ein 30- oder 45°-Zeichendreieck angelegt. Dann verschiebt man das
dagegen gelegte Zeichendreieck als Symbol für die antreibende
Umfangkraft entlang des linken Lineals nach oben. Dabei weicht das
obere Zeichendreieck nach rechts aus.
In der Praxis darf dies nicht passieren, weshalb Schrägzahnräder eine den Axialschub aufnehmende, verstärkte Lagerung benötigen.
Differentialgetriebe
Wo ist der Unterschied?
Das
Differential ist wegen seines schwierigen Aufbaus ein Fall für das
Gedankenexperiment. Die Vorgehensweise wird in Technologie erklärt (ist in Vorbereitung).
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Ich bin Hermann Metz. Als Maschinenbau-Ingenieur (FH) arbeitete ich von 1977 bis 2005 als Fachlehrer an der Gewerbeschule Breisach, wo ich alle gängigen Fächer der Land- und Baumaschinentechnik und der Kraftfahrzeugtechnik unterrichtete. Dabei hatte ich mit Fach- und Meisterschülern zu tun.
Aus meiner Lehrerfahrung habe ich hier Vorlagen für den Technikunterricht zusammengestellt. Sie finden darin methodische und didaktische Anregungen, Folien, Arbeitsblätter usw.




