Der Erfinder: Günthers mechanische Bratwurst 09.01.2016, 05:33

Bild: Kerzenlampe

Ist er ein rückwärts gewandter und doch begnadeter, von der Nostalgie angetriebener Bastler? Oder ein Künstler, ein Ingenieur? Wohl von allem etwas ist in den Genen des Frankfurter Schlossermeisters Walter Günther angesiedelt. Ausgehend von seinem Buch »Die mechanische Bratwurst« möchte der tec.LEHRERFREUND dem Erfinder eine Plattform bieten, die auch heutigen Mechatronikern und jedem, der einen Schraubstock zuhause hat, Respekt abnötigt.

Anzeige

Der Erfinder

Günthers mechanische Bratwurst: Einführung

Der Frankfurter Walter Günther nennt sich Erfinder; viele sind überzeugt: Er ist auch ein Künstler. »Er verleiht der Mechanik Würde«, meint Oskar Mahler, Stadtteilbildhauer in Frankfurt. Gelehrter und Bastler gleichzeitig sei er, sagt J. Kirschenmann, Professor an der Akademie der bildenden Künste in München. Wenn jemand wie Walter Günther eine mechanische Bratwurstwende-Einrichtung baue, dann könne dies nur eine »Wunschmaschine der Freiheit« sein. Diese fast lyrischen Beschreibungen stehen in Günthers Buch »Die mechanische Bratwurst«, das der Autor dem tec. LEHRERFREUND zur Rezension sandte. Der Untertitel des geschmackvoll gestalteten Bandes heißt: Die Erfindungen des Schlossermeisters Walter Günther. Die mechanische Bratwurst ist eine von Günthers Erfindungen. Sie macht jede Grillwurst, davon ist Günther überzeugt, zum Hochgenuss.

In dem Buch hat er aus seinem wahrscheinlich nicht mehr zählbaren Erfinderfundus 15 schöne Technikbeispiele beschrieben und sie mit bestem Fotomaterial ausgestattet. Drei davon möchten wir – etwas aufbereitet – unseren Lesern in nächster Zeit vorstellen. 

Blättert man in dem Buch, dann sieht man sich als Erstes die Bilder von Matthias Wenger an: Aufnahmen von Günthers kurioser Kellerwerkstatt in Frankfurt, Günther bei der Arbeit, Günthers Werke in Gesamt- und Detailaufnahmen, immer wieder eingestreut Freihandskizzen des Schlossermeisters. Es sind richtige Werkstattskizzen, denen man ansieht, dass sie auf der Werkbank in engster Nachbarschaft von Werkzeugen und sonstigen Utensilien in der Folge von Geistesblitzen, von unnachgiebigem Denken und Phantasieren entstanden sind. 

Was Günther schwer gegen den Strich gehen muss, sind Kunststoffteile. Nur ein einziges haben wir auf den Fotos entdeckt. Holz dagegen liebt er in Maßen. Woraus auch soll man einen Hammerstiel machen, einen Hebel, den man in die Hand nimmt und kraftvoll herunterdrückt oder womit ein Schwungrad antreiben? Ausnahmsweise viel Holz dagegen benötigt das Gestell der Schaumkuss-Wurfmaschine. 
Günther verbaut Kettenräder, Ketten, Hebel, Rahmen, Federn, Seile, Seilrollen, Lagerbuchsen, Dynamos usw.? Woher hat er sie alle? Er findet sie auf dem Schrottplatz, im Hausmüll, aber auch Freunde und Bekannte versorgen ihn mit brauchbarem Material.  
Weil keines dieser Bauteile auf Anhieb passt, braucht es den erfahrenen Schlossermeister, der sie fachmännisch abändert, verlängert, kürzt, Anschlussteile anschweißt oder anlötet. So weit geht er sogar, dass es ihm nicht zu aufwendig ist, für ein extra großes Zahnrad die Zähne einzeln herzustellen und sie auf den Basisring hart aufzulöten.  

Die folgenden Bilder weisen auf unsere kommenden Themen hin: Glocke, Kerzenlampe, Hand-Schlagbohrmaschine. 

 

Das Buch 

Die mechanische Bratwurst  
Die Erfindungen des Schlossermeisters Walter Günther 

128 Seiten 

B3 Verlags- und Vertriebs-GmbH

ISBN: 978-3-938783-79-5 

Verkaufspreis: 29,90 Euro 

Erhältlich im Buchhandel, auch bei Amazon.