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Bemaßungsregeln (3) 31.07.2008, 09:58

Bemaßungsregeln (Ausschnitt)

Wie man Radien, Bögen, Kugeln, Schlüsselweiten, Fasen, Senkungen und Gewinde bemaßt.

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  • (geändert: )

Fortsetzung

Regeln der Maßeintragung nach DIN 406-10, DIN 406-11 und DIN 406-12

Radien

Mit Radien bemaßt man Rundungen an Werkstücken. Radien-Maßzahlen werden durch den vorangestellten Großbuchstaben R gekennzeichnet. Dabei erhalten die Maßlinien für Radien nur einen Maßpfeil am Kreisbogen. Dieser Maßpfeil soll bevorzugt von innen an den Kreisbogen gesetzt werden. Bei Platzmangel kann dies auch - wie in Ma 12 - von außen geschehen. Der Mittelpunkt des Radius muss nur gekennzeichnet werden, wenn seine Lage aus Funktions- oder Fertigungsgründen benötigt wird. Der Mittelpunkt wird dann durch ein Mittellinienkreuz gekennzeichnet.

Ma 12 - Radien bemaßen

Muss man bei großen Radien die Lage des Mittelpunktes kennen, dann darf beim manuellen Zeichnen die Maßlinie zweifach rechtwinklig abgeknickt und verkürzt gezeichnet werden. Hierbei muss der Teil der Maßlinie mit dem Maßpfeil auf den tatsächlichen Mittelpunkt gerichtet sein (Ma 13). Gerade Maßlinien (ohne Knick) dürfen nur bei rechnerunterstütztem Zeichnen angewendet werden.

Radienmaße gleicher Größe können auch zusammengefasst werden (Ma 13).

Ma 13 - Bemaßung bei großem Radius

               

Bei langlochähnlichen Formen sind folgende Maßeintragungen möglich:

  •  
  • Ma 14.1: Der Radius muss angegeben werden.
  •  
  • Ma 14.2: Der Radius kann entfallen, denn er ist eindeutig.
  •  
  • Ma 14.3: Der Radius kann als Hilfsmaß in Klammern angegeben werden.
  •  

Die Bemaßung eine Langloches bei Blechen berücksichtigt das Anreißen.

Ma 14 - Bemaßung von langlochähnlichen Formen

Bögen

Bei Bogenmaßen wird das Halbkreissymbol vor die Maßzahl gesetzt (Ma 15.1). Beim Zeichnen von Hand kann man das Bogensymbol als Kreissegment über die Maßzahl setzen (Ma 15.2).


Ma 15 - Bögen bemaßen

Zwischen Maßlinie und zu bemaßendem Element (z. B. Mittellinie) kann man eine Verbindung mit Punkt und Hinweislinie angeben (Ma 16).

Ma 16 - Eine Verbindung mit Punkt und Hinweislinie angeben (bei Bogenbemaßung)

Kugeln

Bei Kugeldurchmessermaßen und Kugelradienmaßen wird der Großbuchstabe S (Abkürzung von Sphäre = Kugel) vor die Maßzahl gesetzt (Ma 17).

Ma 17 - Kugelmaße

Rechteckige Formen

Rechteckige Formelemente (Durchbrüche, erhabene bzw. vertiefte Formen) können mit einer Hinweislinie als Produkt der Seitenlängen angegeben werden (Ma 18). Die Seitenlänge, an der die Hinweislinie eingetragen ist, wird dabei zuerst genannt. Bei erhabenen und vertieften Formelementen ist eine zweite Ansicht zu zeichnen.


Ma 18 - Bemaßung rechteckiger Formen

Quadratische Formen

Bei der Bemaßung quadratischer Formelemente wird das Quadrat-Symbol vor die Maßzahl gesetzt. Quadratische Formen sollen immer in der Ansicht bemaßt werden, in der die Form erkennbar ist (Ma 19).

Ma 19 - Bemaßung quadratischer Formen

 

Schlüsselweiten

Schlüsselweitenmaße sind nach DIN 475 genormt.
Die Schlüsselweite ist der Abstand zwischen zwei parallelen Flächen. Beim Schlüsselweitemaß werden die Großbuchstaben SW vor die Maßzahl gesetzt (Ma 20).

Ma 20 - Schlüsselweitenmaße nach DIN 475

 

Fasen und Senkungen

Fasen mit einem Winkel von 45° werden vereinfacht als Produkt aus Winkel und Fasenbreite angegeben, z. B. 2x45° (Ma 21.1).

Bei Fasen mit einem von 45° abweichenden Winkel werden Winkel und Breite getrennt voneinander angegeben.

Nicht dargestellte Fasen unter 45° dürfen auch mit einer abgewinkelten Hinweislinie eingetragen werden.

Kegelige Senkungen (Ma 21.2) bemaßt man mit

  •  
  • Außendurchmesser und Senkwinkel oder
  •  
  • Senktiefe und Senkwinkel.
  •  
Ma 21 - Fasen und Senkungen bemaßen

 

Gewindebemaßung

Gewindebemaßungen siehe Kurzbezeichnungen nach DIN 202.

 

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Kommentare

16

Zum Artikel "Bemaßungsregeln (3)".

  • #1

    Ich habe heute eine Fertigungszeichnung für ein Kupferbiegeteil aus der Konstruktion erhalten. Dieses Teil enthält ein Langloch (als M6er Schraubendurchgangsloch) mit 13mm Länge und einem Durchmesser von 6,4mm…was mich stutzig macht, ist die zusätzliche Bemaßung des Radius, welcher mit R3 (klassisch mit dem Pfeil) angegeben ist!? Auf Nachfrage bei der Konstruktion hieß es, das das korrekt bemaßt ist! Die Erklärung lautete dann das es gewollt ist, das ich mit einem 6mm Fräser dieses Langloch auf 6,4mm ausfräse…also 13mm reinfahren, dann 0,4mm verfahren und wieder zurück, so das im Radius eine Gerade entsteht. DAS allerdings ist aus dieser Bemaßung sicher nicht herauslesbar. Also meine Frage, wie stellt man korrekt in einer Zeichnung diesen Fall dar?

    schrieb Thomas am

  • #2

    Guten Tag

    Danke für die schnelle Antwort.
    Ich habe mich glaube ich nicht klar ausgedrückt. Ich meinte, ob man einen Radius bei der Fertigung auch ganz weglassen kann, wenn auf der Zeichnung Rmax.0.5 angegeben ist.
    Wir haben eine Reklamation erhalten, weil wir eine Kante scharfkantig (jedoch gratfrei) gefertigt haben, die auf der Zeichnung mit Rmax.0.5 angegeben war.

    schrieb Fabian am

  • #3

    Hallo Fabian,

    eine Fase muss nicht dargestellt werden. Man kann sie als Kante zeichnen und wie in Ma 21.1 mit einer abgewinkelten Hinweislinie eintragen.
    Wenn es um sehr kleine Fasen, Abrundungen usw. geht, wo Grate usw. zu berücksichtigen sind, müssten Sie sich in der DIN ISO 13715 kundig machen.

    Gruß
    tec.LF

    schrieb Der Lehrerfreund am

  • #4

    Ist es richtig, dass, wenn eine Kante mit einem maximalen Radius versehen wird (z.B. Rmax.0.5), dieser Radius auch ganz weggelassen werden kann? Und zwar so, dass die Kante scharfkantig ist?

    Beispiel: Ma21.1, drittes Bild:
    Ramax. 0.5 (anstelle von 2x45°)

    schrieb Fabian am

  • #5

    Hallo Dleveaux,

    - wenn Sie die Bemaßung der quadratischen Löcher meinen: Dafür ist das Quadratsymbol gedacht.
    - Wenn Sie die Lochabstände meinen: Hier wäre das Quadratsymbol eher ungewöhnlich, aber sicher würde jeder verstehen, was Sie meinen.

    Gruß
    tec.LF

    schrieb tec. LEHRERFREUND am

  • #6

    Kann man das Quadratzeichen auch verwenden,
    bei vier Bohrungen die im Quadrat angeordnet sind?

    schrieb Dleveaux am

  • #7

    Hallo Stefan,

    das ist eigentlich Geschmackssache. In der Regel wird man aber bei sehr kleinen Radien die Maßlinie nach außen ziehen und den Pfeil von außen platzieren. Oben in der Zeichnung Ma12 gibt es so etwas (Radius R1).

    Grüße
    tec.LEHRERFREUND

    schrieb tec.Lehrerfreund am

  • #8

    Ich habe mich unklar ausgedrückt. Im Orginal bemaße ich 35 mm vom Zirkeleinsstechpunkt also von innen zum Kreis. Bei der Verkleinerung bemaße ich richtigerweise auch mit 35 mm. Kommt dann die Bemaßung in diesem Fall von außen? Oder wird wie im Orginal von innen bemaßt?

    schrieb Stefan am

  • #9

    Hallo Stefan, 

    auch in jedem anderen als Maßstab als 1:1 schreiben Sie 35 mm.

    Gruß
    tec.LEHRERFREUND

    schrieb tec.Lehrerfreund am

  • #10

    Wie verhält es sich mit Radien die im Orginal z.B. 35 mm sind und in der maßstäblichen Zeichnung 1:10 nur 3,5 mm gezeichnet werden?

    schrieb stefan am

  • #11

    Hallo Eckhard, 

    da haben Sie gut aufgepasst damals, und ich selbst habe das auch so gelernt. Inzwischen hat sich die deutsche Zeichenorm den anderen europäischen Normen angepasst. D.h. die derzeitige Norm verlangt, dass alle Kreisformen, ob sie als solche erkennbar sind oder nicht, das Durchmessersymbol vor der Maßzahl erhalten.

    Gruß
    tec. LEHRERFREUND

    schrieb tec.LEHRERFREUND am

  • #12

    Ich habe mal gelernt das Kreise, die als Kreis gezeichnet werden ohne Durchmesserzeichen bemaßt werden. Nur z.B. Zylinder in der Seitenansicht werden mit dem Durchmesserzeichen bemaßt, da es ja auch ein Quarder sein könnte.
    gruß Eckhard

    schrieb Eckhard am

  • #13

    Hallo Volker,

    möglich ist alles, aber wir haben davon nichts gehört.
    Das Durchmessersymbol scheidet kurz und bündig und sehr anschaulich die zylindrischen von den nicht zylindrischen Formen. Das Durchmessersymbol ganz aufzuheben, kann nicht im Sinne der Zeichnungsklarheit sein. Es durch ein anderes noch anschaulicheres zu ersetzen: das wäre vorstellbar.
    Wir werden Ihrer Frage nachgehen und uns melden.

    Gruß
    tec.LEHRERFREUND

    schrieb tec.LEHRERFREUND am

  • #14

    Hallo,
    ist es richtig, nach einer angeblichen neuesten Norm, die Durchmesserzeichen vor einer Maßzahl nicht mehr zu schreiben?
    Danke für eine Antwort

    schrieb Volker am

  • #15

    Hallo Paul,
    Sie haben Recht: Die Strich-Punkt-Mittellinie muss außerhalb des Werkstücks, wo sie die Funktion der Maßlinie übernimmt, durchgehend gezeichnet werden.
    Wir werden das korrigieren.

    Gruß
    tec.LEHRERFREUND

    schrieb tec.LEHRERFREUND am

  • #16

    Eine Frage:
    In der Zeichnung Ma 13, bei dem Maß für die Bohrungen (28 mm).
    Ist das richtig das die schmale Strich-Punkt-Linie herausgezogen wird und zum Bemaßen benutzt wird?
    Ich hätte eine schmale Volllinie genommen.

    schrieb Paul am

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