Bemaßungsregeln (1) 06.07.2008, 16:04

Bemaßungsregeln (Ausschnitt)

Technische Zeichnungen können unterschiedlich bemaßt werden. Welches Maßeintragungssystem gewählt wird, hängt davon ab, was vorrangig ist: die Funktion, die Herstellung oder das Prüfen. Erläuterung an einem anschaulichen Beispiel (Lochplatte).

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Regeln der Maßeintragung nach DIN 406-10, DIN 406-11 und DIN 406-12

DIN 406-10 erläutert die Begriffe der Maßeintragung wie Maßarten, Elemente, Symbole und Systeme der Maßeintragung. Im Kapitel Bemaßungsregeln (1) gehen wir auf Maßeintragungssysteme ein.

 

Systeme der Maßeintragung

Technische Zeichnungen können unterschiedlich bemaßt werden. Es kommt dabei darauf an, ob die Funktion, die Herstellung oder das Prüfen vorrangig ist. 

perspektivisch dargestellte Lochplatte

 Die drei Skizzen einer Lochplatte zeigen beispielhaft die funktionsbezogene, die fertigungsbezogene und die prüfbezogene Maßeintragung. Die Lochplatte hat zwei Bohrungen und soll auf ein Gegenstück mit zwei Zylinderstiften passen (sie soll »gefügt« werden). Die Löcher der Lochplatte sollen gebohrt werden.

Grundsätzlich gilt: Im Maschinenbau werden alle Maße in Millimeter (aber ohne Nennung der Einheit mm) angegeben.

Lochplatte: Bemaßung, Abmaße, Toleranzen, wie sich Einzelmaße beeinflussen

 

Kontrollrechnung_zu_Lochplatte

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  • Eine funktionsbezogene Maßeintragung liegt vor, wenn die Auswahl, Eintragung und Tolerierung der Maße Gesichtspunkte des funktionellen und reibungslosen Zusammenwirkens aller Teile einer Baugruppe berücksichtigt. Die jeweiligen Fertigungs- und Prüfbedingungen bleiben dabei außer Acht.
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  • Die fertigungsbezogene Maßeintragung hängt davon ab, wie das Teil hergestellt werden soll, z. B. spanend oder spanlos. Dabei sind die für die Fertigung benötigten Maße aus der funktionsbezogenen Maßeintragung berechnet und in die Zeichnung eingetragen; gleichzeitig sind fertigungsgerechte Toleranzen berücksichtigt. Die hier eingetragenen Maße D und E würden zu Beginn des Fertigungsprozesses für das Anreißen benötigt.
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  • Eine prüfbezogene Maßeintragung ist gegeben, wenn die Zeichnung Maße und Maßtoleranzen für die vorgesehene Werkstückkontrolle enthält. In diesem Fall würde man die Lochabstände mit dem Messschieber prüfen.
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Bemaßungsregeln 2

Bemaßungsregeln 3 

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