Perspektive-Kurs (1) 27.02.2014, 07:36

Im vorliegenden Beitrag befassen wir uns mit einfachen Raumdarstellungen, die nach wie vor in der Zeichnung und der Malerei wichtig sind. Hier stellen wir dimetrische und isometrische Darstellungsmethoden vor.

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1. Schrägbilder: Drei Arten der perspektivischen Darstellung mit Übungen an prismatischen Körpern.
Wie Schatten entstehen.

Zeichnerische Raumdarstellung

Es gibt unterschiedliche Formen und Methoden, den dreidimensionalen Raum mit Höhe, Breite und Tiefe auf die zweidimensionale Fläche des Zeichenpapiers (Höhe und Breite) zu übertragen. Am bekanntesten und überzeugendsten ist die Fluchtpunktperspektive - sie ist stellt an den Zeichner allerdings auch einige Ansprüche.
Im vorliegenden Beitrag befassen wir uns mit einfachen Raumdarstellungen, die nach wie vor in der Zeichnung und der Malerei wichtig sind. Es geht dabei um das einfache Schrägbild. Wir machen uns dabei klar, in welchem räumlichen Verhältnis, d.h. in welchen Entfernungen, Richtungen, Winkeln und Proportionen die Objekte zueinander stehen.
Das Schrägbild beantwortet die Frage, wie man technisch den Eindruck von Raumtiefe erzielen kann.
Will man einen Quader als Schrägbild wiedergeben, dann zeichnet man zuerst eine Eckkante als senkrechte Linie. Im Schrägbild bleiben alle Senkrechten senkrecht. Von der Eckkante gehen die Seitenkanten des Quaders schräg weg. Waagreche Linien verlaufen im Schrägbild immer schräg. Zusammen bilden die schrägen Linien an der vorderen Eckkante immer einen stumpfen Winkel. Alle anderen waagrechten Linien verlaufen parallel zu diesen zuerst gezeichneten schrägen Kanten.

Übung 1
Kavalierperspektive (nicht genormt), Streichholzschachtel
Die vorne liegende Fläche wird in ihrer tatsächlichen Ansicht gezeichnet. Nach hinten gehende Linien werden unter 45° gezeichnet, aber halb so lang wie das tatsächliche Maß. Breite zu Höhe zu Länge stehen also im Verhältnis 1 : 1 : 0,5.

Aufgabe: Skizzieren Sie die drei Zündholzschachteln. 

Übung 2
Genormte dimetrische Perspektive, Quader
Die waagrechten Linien der Vorderansicht werden um 7° geneigt, die nach hinten laufenden Linien um 42°. Hier gilt wie bei der Kavaliersperspektive das Seitenverhältnis 1 : 1 : 0,5.
Dimetrisch heißt: Hier werden zwei unterschiedliche Längenmaßstäbe verwendet (1:1 und 1:2).

Aufgabe: Skizzieren Sie die drei Quader.


Übung 3
Genormte isometrische Perspektive, Streichholzschachtel
(Isometrisch bedeutet: Es wird in allen drei Dimensionen nur ein Längenmaßstab verwendet).
Die waagrechten Linien der Vorderansicht werden um 30° geneigt, die nach hinten laufenden Linien ebenfalls um 30°. Hier gilt das Seitenverhältnis 1 : 1 : 1, d.h. alle Linien werden in wahrer Länge gezeichnet.
In der Folge werden wir meistens die isometrische Perspektive anwenden, weil sie am einfachsten zu zeichnen ist.

Aufgabe: Skizzieren Sie die drei Zündholzschachteln. 

Übung 4
Genormte isometrische Perspektive, hockerförmiger Quader.
Wir beginnen mit den dünn gezeichneten Umrisslinien des Quaders. Dann schneiden wir nacheinander den oberen Sitz heraus, die untere Nute, den durch das Teil hindurch gehenden Durchbruch. Es gibt nur drei Linienrichtungen: senkrechte Linien, und nach links und rechts verlaufende 30°-Linien.

Aufgabe: Skizzieren Sie das stuhlförmige Teil und benutzen Sie die dünne Vorzeichnung.

Übung 5
Schatten zeichnen
Die Wirkung einer perspektivischen Darstellung auf den Betrachter lässt sich steigern, wenn man Schatten einzeichnet. Dabei muss man sich klarmachen, wo die Lichtquelle ist. Deren einmal gewählte Position muss für alle Schatten gleich bleiben, sonst überzeugt die Zeichnung nicht. Man geht davon aus, dass die Lichtquelle unendlich weit entfernt ist; dann verlaufen bei quaderförmigen Objekten die seitlichen Schattengrenzen parallel zueinander.

Aufgabe: Zeichnen Sie die Schatten ein. 


Lösung Übung 5

 

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