Aus einer Gesamtzeichnung Einzelteile herauszeichnen (1) 19.06.2012, 06:46

Gesamtzeichnung vs. Einzelteil, Vorschaubild

Zeichnungen, die eine Maschine, ein Gerät, eine Gruppe in zusammengebautem Zustand oder auch als Explosionsdarstellung zeigen, bezeichnet man als Gesamt-Zeichnungen. Sie sind die Grundlage für das Herauszeichnen von Einzelteilen. Als Beispiel wird hier ein verstellbarer Schlüssel gezeigt.

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Technik des Alltags: Verstellbarer Schlüssel oder »Franzose«

Funktion und Verwendung 

Aufbau des verstellbaren Schluessels

»Franzose« ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen verstellbaren Schraubenschlüssel. Durch Drehen des geriffelten Handgriffes lässt sich der Abstand der beiden Spannbacken stufenlos verstellen. Damit kann er ebenso für verschieden große Vierkante oder geradzahlige Mehrkante wie für verschiedene Einheitensysteme (metrisch und zöllig) als auch für nach eigenen Werknormen hergestellte Produkte verwendet werden.
Wegen der einstellbaren Schlüsselweite findet er aber immer noch Verwendung als nützliches Werkzeug für alte Schraubverbindungen und speziell solchen mit großen Abmessungen.
Im Werkzeughandel ist der Franzose nicht mehr erhältlich.

Es gibt auch einen verstellbaren Schlüssel mit dem Namen »Engländer«, der Rollgabelschlüssel: Mit seinem einseitigen Maul bietet er Vorteile, wenn es räumlich knapp hergeht. 

Legt man bei festsitzenden Schrauben eine zweite Mutter gleicher Größe in das gegenüberliegende Maul des Franzosen, kann man die zu öffnende Verbindung höher belasten, ohne das Werkzeug dabei zu verbiegen.

Der Franzose wird als Symbol auf dem deutschen Verkehrszeichen für Pannenhilfe verwendet. 

Aufgabe Technisches Zeichnen 

Anmerkung zum Umgang mit Gesamtzeichnungen 

Zu jeder Gesamtzeichnung gehört eine Stückliste. Nach Norm ist sie ein Verzeichnis für alle zur Gruppe gehörenden Einzelteile und enthält die Benennung der Einzelteile, ihre Sachnummern, Mengen und Einheiten, Werkstoffangaben. In diesem Beitrag wird keine genormte Stückliste verwendet.

Einzelteile:

Fertigungsteile 
1 Drehgriff  aus E 235 
2 Fester Backen  aus 20 MnCr 5
3 Beweglicher Backen  aus 20 MnCr 5 
4 Gewindespindel  aus E 235

Normteile
5 Gewindestift ISO 4028-M6x8-45H
6 Spannstift ISO 8752-4x20; 2 Stück

Bemerkungen: Die Teile 2 und 3 werden gehärtet; Teil 5 wird nach Montage mit Klebstoff gesichert.


1. Verständnisfragen zur Funktion des verstellbaren Schlüssels

1.1 Warum müssen Pos. 2 und 3 gehärtet sein?

1.2 Pos. 4 hat ein Gewinde M12x1,5. Welche Bedeutung hat die Normbezeichnung?

1.3 Pos. 4 hat eine Längsnut. Wozu ist diese erforderlich?

1.4 Wie wird die Schlüsselweite eingestellt?

1.5 An welcher Stelle wird Pos. 3 beim Verdrehen von Pos. 1 mitgenommen? 

1.6 Gewindespindel Pos. 1: Wie muss die aus dem Durchbohren des Spannstifts 6 entstehende Form gestaltet sein?

1.7 Welchen Zweck hat der durch Pos. 2 durchgehende Spannstift?

2. Einzelteile darstellen

2.1 a) Zeichnen Sie den Drehgriff Pos. 1 im Halbschnitt.
b) Bemaßen Sie den Drehgriff. Angaben dazu: Außendurchmesser 20 mm, Gesamtlänge 130 mm. Legen Sie alle anderen Abmessungen selbst fest.

Der Rändel ist ein Rändel DIN 82-RGE 1,2. Weitere Angaben zum Rändeln finden Sie im Lösungsbeitrag.

2.2 Stellen Sie die bewegliche Backe Pos. 3 in den erforderlichen Ansichten dar. Bemaßen Sie sie normgerecht. Toleranzen und Oberflächenzeichen sollen nicht berücksichtigt werden. 

2.3 Zeichnen und bemaßen Sie die Gewindespindel Pos. 4.