Turmdrehkrane (1) 30.09.2009, 12:34

Turmdrehkran, Ausschnitt, Vorschaubild

Kleinere Turmdrehkrane sind in der Regel Untendreher: Das Drehwerk mit Drehkranz befindet sich auf dem Unterwagen knapp über dem Boden. Bei Obendrehern sitzt das Drehwerk unterhalb des Auslegers; dieses Prinzip findet man meist bei größeren Turmdrehkranen.

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Technik vor der Haustür

Turmdrehkrane 

Turmkrane_Obendreher_und_Untendreher.jpg

In der Bauwirtschaft spielen Turmdrehkrane (kurz: Turmkrane) als Hebe- und Förderhilfen eine herausragende Rolle. Welche der zahlreichen Bauarten dieses Krantyps auf einer Baustelle verwendet wird, ergibt sich aus den Anforderungen. Turmkrane kann man grundsätzlich in Oben- und Untendreher einteilen.

Turmdrehkrane erlauben es, Lasten bis zu allen Höhen, Entfernungen und in jede Richtung zu heben. Dabei sind folgende Bewegungen möglich:
Heben - Senken, Schwenken, Katz- und Kranfahren (nur bei Gleisbetrieb). Für jede Bewegung ist ein Triebwerk vorhanden; dieses wird von der Kabine oder vom Boden aus ferngesteuert. Wichtige Größen und Fachausdrücke am Kran sind:

Ausladung = Abstand zwischen Hakenachse und Drehkranzmitte,
Hakenhöhe = Maß zwischen Boden und leerem Lasthaken,
Nutzlast = Last, die am Lasthaken angehängt werden kann. Sie ist von der jeweiligen Ausladung abhängig.
Höchstlast: Kann zwischen der kleinsten Ausladung und einer vom Hersteller festgelegten Ausladung angehängt werden.
Kleinere Turmdrehkrane sind in der Regel Untendreher, das heißt, das Drehwerk mit Drehkranz befindet sich auf dem Unterwagen knapp über dem Boden. Bei Obendrehern sitzt das Drehwerk unterhalb des Auslegers; dieses Prinzip findet man meist bei größeren Turmdrehkranen.
Stationäre Krane stehen auf ausklappbaren Füßen oder werden einbetoniert. Schienenfahrbare Krane besitzen eine vergrößerte Arbeitsfläche. Beim Aufstellen des Masts wird dieser Stück um Stück höher gesetzt. Dieses »Klettern« kann auf verschiedene Arten geschehen. Eine Möglichkeit ist die Kletterstulpe (Teleskopierwagen). Sie ist eine den Mast umgebende Stahlkonstruktion mit einer offenen Seite, in die das neue Maststück (auch Mastschuss) eingesetzt werden kann. Bei Kranen bis etwa 20 m Höhe besteht der Mast oft aus dem Außenturm und einem teleskopierbaren Innenturm. 

Der Obendreher besteht aus den im Bild dargestellten Baugruppen, die auf der Baustelle zumeist mit Hilfe von Autokranen montiert werden. Auf dem Krankopf mit Gegenausleger sind untergebracht:
• Schaltschränke  
• Laufkatze
• Drehwerk       
• Lasthaken
• Winden         
• Führerhaus
• Beseilung

Kran_Bezeichnungen.png

Untendrehender Turmkran

Untendrehende Turmdrehkrane (Untendreher) bestehen aus einem Unterwagen mit Drehkranz, auf dem der Kranturm befestigt ist. Der Ausleger ist fest auf dem Kranturm montiert, sodass eine seitliche Bewegung des Auslegers nur über eine Drehung des gesamten Kranturms möglich ist. Das Ballastgewicht wird meistens exzentrisch auf dem Unterwagen angebracht und dreht bei Turmbewegungen mit. Im Vergleich zu Obendrehern ist deshalb, auch wegen dem nötigen Sicherheitsabstand, ein größerer Aufstellplatz nötig. Untendrehende Turmdrehkrane erreichen nicht so hohe Traglasten, Hakenhöhen und Reichweiten wie Obendreher. Vorteile bieten sie bei den Anschaffungs- und Vorhaltekosten sowie beim leichten Auf- und Abbau. Daher werden Untendreher auch häufig als Schnellmontagekrane gebaut.
Bei großen Turmhöhen und Lastmomenten ist das Untendrehersystem ungeeignet. Bei Drehbewegungen mit angehängter Last entstehen am Kranturm unzulässig hohe Verwindungskräfte.

Untendreher_mit_Drehwerk_und_Hubwerk_880_1.jpg

Schnellmontagekrane werden zusammengeklappt zur Baustelle gefahren und dort mit im Kran eingebauten Montagewinden aufgestellt.
Alle Krane benötigen ein Ballastgewicht, das die Standfestigkeit verbessert.
 

Obendrehender Turmdrehkran mit Katzausleger

 

Beim Obendreher ist der Kranturm fest auf dem Turmkreuz montiert; auf ihm liegt auch der Zentralballast. Weil sich das Drehwerk am oberen Ende des Kranturms befindet, wird bei Drehbewegungen nur der Ausleger und der ihm gegenüberliegende Ballastausleger (Gegenausleger) bewegt; beide sind an der Kranspitze abgespannt. Gesteuert wird der Obendreher von der Krankabine aus. Dadurch hat der Kranfahrer eine gute Sicht über die Baustelle.

 

Ausleger mit Laufkatze
Die meisten auf deutschen Baustellen arbeitenden Turmdrehkrane sind Krane mit Laufkatzausleger. Dieser ist waagerecht am Kranturm montiert. Der Lastentransport erfolgt mit Hilfe einer Laufkatze, welche auf den Basisschienen des Auslegers fährt und das Hubseil mit sich führt.
Das Bild zeigt weitere Auslegertypen.

Turmkran_Auslegerbauarten.png


Siehe auch Stabkräfte in Fachwerkskonstruktionen und Turmdrehkrane (2)  

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