Drehmomente (3): Seilwinde
Wie Drehmomente an einer Seilwinde wirken. Berechnungsbeispiel zur Ermittlung der Windenlast, mit methodischen Anregungen für den Unterricht.
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Eingetragen am 12.04.2010, 13:13 Uhr in Naturwissenschaft und Technik | Technik des Alltags | Technische Mathematik | Geschwindigkeit | Kräfte | Kräfte, Drehmomente | Zahnräder |
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Drehmomentberechnung an einer Handwinde
Aufgaben:
– Welche Übersetzung hat das Zahnradgetriebe?
– Wie viele Umdrehungen macht die Handkurbel bei 1 Trommelumdrehung?
– Welches Drehmoment entsteht an der Trommel?
– Welche Last FL wird mit der Seilwinde bei einer Handkraft FK = 150 N gehoben?
Methodische Hinweise
Die Wirkungsweise der Seilwinde erschließt sich im Unterricht nicht dadurch, dass man sich gewissermaßen hinter Formeln verschanzt und wild darauf losrechnet. Man muss mit den Schülern zuvor dies erarbeiten: Die Winde besteht aus zwei starren Systemen, deren Nahtstelle der Zahnradtrieb ist. Dort wird das über die Handkurbel eingeleitete Drehmoment mit der Kraft Fz1 an das Trommelsystem weitergegeben und das Drehmoment gleichzeitig vergrößert.
Im Einzelnen: Das Drehmoment FK ∙ rK wirkt - weil die Gesamtkurbel starr ist - auch am Ritzel d1, also:
Fz1 ∙ rz1 = FK ∙ rK
Dabei muss, entsprechend dem kleineren Hebelarm am Ritzel, Fz1 größer sein als FK. Am großen Trommelzahnrad dz2 ist also Fz2 = Fz1. Das neue Drehmoment Fz2 ∙ rz2 wirkt auch an der Seiltrommel. Weil deren Durchmesser kleiner ist als d2, wird die Trommelkraft (= Seilzugkraft) ein weiteres Mal vergrößert.
Auch dies sollte geklärt werden: Ein Wirkungsgrad η = 0,65 = 65% bedeutet, dass innerhalb der Hubwindenmechanik mehr als ein Drittel der eingesetzten Energie durch Reibungsverluste verloren geht. Dies hat zur Folge, dass weniger Last gehoben werden kann als theoretisch möglich.
Lösung der Aufgaben
Bekannte Größen:
Handkraft FK= 150 N
Radius der Handkurbel rK = 360 mm
Trommeldurchmesser dT = 200 mm
Teilkreis Trommelzahnrad d2 = 460 mm
Antriebsrad d1 = 64 mm
Gesamtwirkungsgrad η = 0,65
Erinnerung: Übersetzungen ändern in der Regel das Drehmoment von Welle zu Welle. Übersetzungen ins Langsame vergrößern das Drehmoment und umgekehrt.
Antrieb: Die Handkraft FK soll in jeder Kurbelstellung senkrecht zur Handkurbel angreifen. Die Seildicke wird vernachlässigt.
Übersetzungsverhältnis des Zahnradgetriebes:
i = d2 : d1 = 460 mm : 64 mm =
i = 7,188
Handkurbelumdrehungen bei 1 Trommelumdrehung (nT = 1):
i = nK : nT –> nK = i ∙ nT = 7,188 ∙ 1 Umdrehung
nK = 7,188 Umdrehungen
Drehmoment an der Trommel:
i = M2 : (M1 ∙ η) = MTrommel : (MKurbel ∙ η)
MTrommel = MK ∙ i ∙ η = FK ∙ rK ∙ i ∙ η
MTrommel = 150 N ∙ 0,360 m ∙ 7,188 ∙ 0,65 =
MTrommel = 252,28 Nm
Hublast:
Aus MTrommel = FL ∙ dT / 2 –> FL = 2 ∙ MT : dT
FL = 2 ∙ 252,28 Nm : 0,2 m =
FL = 2 523 N
________________________
Informationen zum Thema in:
Hebel und Drehmoment
Zahnradberechnung
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Ich bin Hermann Metz. Als Maschinenbau-Ingenieur (FH) arbeitete ich von 1977 bis 2005 als Fachlehrer an der Gewerbeschule Breisach, wo ich alle gängigen Fächer der Land- und Baumaschinentechnik und der Kraftfahrzeugtechnik unterrichtete. Dabei hatte ich mit Fach- und Meisterschülern zu tun.
Aus meiner Lehrerfahrung habe ich hier Vorlagen für den Technikunterricht zusammengestellt. Sie finden darin methodische und didaktische Anregungen, Folien, Arbeitsblätter usw.
