Technik und Sprache (9.1): Einen Vortrag vorbereiten 14.03.2016, 05:44

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Bei vielen Verbindungen bietet sich fertigungstechnisch die Durchsteckschraube als einfachste Lösung an. Sie ist nur eine von dreien. Hier wird der Vortrag dafür vorbereitet.

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Deutsch im technischen Unterricht (9.1): Ausarbeitung eines Vortrags

Aufgabe: Schraubenverbindungen beschreiben 

Die Aufgabe stellt eine technische Analyse dar. Ihren Ablauf haben wir mit den folgenden möglichen Schritten gekennzeichnet: 

Aufgaben: Es ist die Verschraubung von Bauteilen unter verschiedenen Gesichtspunkten zu erklären.  

Der Schüler 
1. erklärt den Aufbau von Verschraubungen
2. erläutert  
– technologische Lösungen 
– im System wirkende Kräfte 
– mechanische Beanspruchung der Einzelteile.  
3. vertieft seine Erläuterungen mit Berechnungen und Zeichnungen.
Er achtet auf sprachliche Zielsetzungen, die zuvor im Unterricht besprochen und geübt wurden. 

Der Lehrer 
– führt in grundsätzliche Fragen ein. Er bereitet ein Arbeitsblatt vor. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Beitrag fassen wir zunächst Merkmale der technischen Sprache zusammen und geben Hilfen zum Schreiben eines technischen Texts. Ein guter Sprachstil will, dass der Text sachlich, präzise und gut verständlich formuliert ist. Er enthält keine Ich-Aussagen und verzichtet auf weitschweifige Formulierungen. Wenn der Vortragende dies beachtet, kann er trotzdem seinen persönlichen Schreibstil einbringen. Zur Ausdrucksweise sei auf folgende Sprachunarten hingewiesen.

Füllwörter wie „jetzt“ oder „nun“ kann man vermeiden. Sie deuten auf eine gewisse sprachliche Unbeholfenheit hin und machen eine Aussage eher schwammig. Auch Umschreibungen hören sich unschön an. Zum Beispiel ist es besser, zu sagen „später“ als das umständliche „zu einem späteren Zeitpunkt“ zu verwenden. 
Bandwurmsätze. Den folgenden Satz aus einer Fachzeitschrift muss man, um ihn zu verstehen, wegen seiner Länge dreimal lesen: »Mit der ersten Folge unserer Beobachtungen und Schlussfolgerungen zur aktuellen Evolution des Gerätevertriebs hatten wir weitere Folgen angekündigt um den weitaus sichtbaren Entwicklungen der Branche auf der Spur zu bleiben.« Dies ist ein 30-Wörter-Bandwurmsatz, den wir zertrümmern müssen: »In unserem ersten Beitrag über die Entwicklung des Gerätevertriebs kündigten wir weitere Folgen an. Damit wollen wir absehbare Entwicklungen aufzeigen.« 
(Dann schreibt der Mann/die Frau noch von »Schlussfolgerungen zur aktuellen Evolution«. Haben wir nicht von Darwin gehört, Evolution sei etwas, das Jahrmillionen in Anspruch nimmt? Hier aber ist von aktueller Evolution die Rede. Die kann doch, weil sie aktuell ist, höchstens drei Monate, ein halbes Jahr vielleicht dauern. Dem Autor wäre ein Fremdwörter-Sprachkurs zu empfehlen!). 
Ungenaue Beschreibungen: In technischen Texten sollte man Ausdrücke wie „hoch“ – „groß“, „klein“ – „niedrig“, „relativ“ usw. vermeiden. Einer Formulierung wie: »Die Lagerkraft ist sehr groß« fehlt die Genauigkeit. Diese Angabe ist nur dann verständlich, wenn man sie mit einer gleichzeitig benannten Bezugsgröße oder mit einem Maßstab vergleichen kann. 
Fachausdrücke, Fremdwörter: Die Verwendung von Fachwörtern und Fremdwörtern sollte sorgsam abgewogen werden (siehe Beiträge 6.1 und 6.2). Viele Begriffe lateinischer oder griechischer Herkunft lassen sich oft durch deutsche Ausdrücke ersetzen und doch ist in vielen Fällen das Fachwort präziser. Weil Schüler meist für Schüler schreiben, ist es von Vorteil, wenn verständliche Begriffe verwendet werden. Notfalls helfen kurze Erläuterung und Skizzen weiter.  
Anglizismen: Ins Deutsche sind viele englische Begriffe eingeflossen, die man als Anglizismen bezeichnet. Sie sind teilweise so eingebürgert, dass man sie nicht mehr übersetzen muss. Grundsätzlich sollte man aber mit Anglizismen sparsam umgehen. 

Für Auszubildende, die später eine technische Weiterbildung anstreben, sind Arbeiten wie die folgende brauchbare Übungen, denn in der Fachhochschule usw. gehören schriftliche Arbeiten zum täglichen Brot. 


Unsere Übung soll klären, welche Arten von Schraubenverbindungen es gibt; dies ist ein nicht allzu anspruchsvolles Thema. Der Vortrag soll nicht in eine bestimmte Unterrichtstechnik eingebettet sein, sondern einfach die nachstehend genannten Schwerpunkte beschreiben. 
• Schraubenverbindungen sind kraftschlüssige Verbindungen,  
• Wie man Schraubenverbindungen handwerklich herstellt, 
• Wie man Schraubenverbindungen normgerecht zeichnet,
• Welche Kräfte wirken an Schrauben? Berechnungsbeispiel. 


Für den Vortrag stehen die hier folgenden Zeichnungen zur Verfügung. Sie oder einige davon sollen in den Vortrag eingebaut werden. Drei Schraubsysteme: Durchsteckschraube, Einziehschraube, StiftschraubeKräfte in Schraubverbindungen

Schraubverbindungen herstellen

Drehmoment beim Anziehen einer Sechskantmutter

Angaben für das Rechenbeispiel

Eine Schraube M12 ist anzuziehen. Der Wirkungsgrad µ wird mit 0,6 angegeben. Der Schraubenschlüssel hat eine Länge r = 200 mm; er wird  mit einer Handkraft FH = 70 N gedreht. Welche Vorspannkraft FV entsteht beim Anziehen der Schraube? 

Hilfestellung: Der Rechnungsansatz geht von der Arbeitsgleichung aus. Sie besagt, dass die am Hebel aufgewendete Arbeit W1 gleich groß ist wie die an der Mutter gewonnene Arbeit W2.


So werden Gewinde gezeichnet 

So stellt man Gewinde dar

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