Passungen
Die international eingeführten ISO-Toleranzen verwenden Buchstaben und Zahlen als verschlüsselte Kürzel. Aus den Buchstaben lässt sich das Grundabmaß herauslesen, aus den Zahlen der Toleranzgrad. Erklärung mit Übungsbeispiel.
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Eingetragen am 22.05.2009, 10:34 Uhr in Technologie | Technisches Zeichnen | Zeichnungen bemaßen | Kurs Technisches Zeichnen |
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3. Ausbildungsjahr
Passungen 
Eine Passung ergibt sich aus der Maßdifferenz zweier zu fügender Teile (z. B. Bohrung und Welle). Beide Passteile haben dasselbe Nennmaß. Die international eingeführten ISO-Toleranzen (DIN ISO 286) verwenden Buchstaben und Zahlen als verschlüsselte Kürzel. Aus den Buchstaben lässt sich (mit Hilfe von Tabellen) das Grundabmaß herauslesen, aus den Zahlen der Toleranzgrad.
Grundabmaß: Großbuchstaben sind der Innenform (Bohrung, im Bild H8) zugeordnet, Kleinbuchstaben der Außenform (Welle, im Bild f7).
Die Toleranz T richtet sich nach dem Nennmaß und dem Toleranzgrad: T ist umso größer, je größer das Nennmaß und je größer der Toleranzgrad ist.
Beispiele:
Kleines Nennmaß 16: 16 H8 –> T = 27 µm
Größeres Nennmaß 60: 60 H8 –> T = 48 µm
16 f7 –> T = 18 µm (kleiner Toleranzgrad 7)
16 f8 –> T = 27 µm (größerer Toleranzgrad 8)
Die Norm hat 20 Toleranzgrade festgelegt: 01, 1, 2 usw. bis 18.
01 bis 4 sind die feinen Toleranzgrade für Prüfmittel wie z. B. Lehren; 5 bis 11 findet man häufig im Maschinen- und Fahrzeugbau; 12 bis 18 sind die gröberen Toleranzen für Halbfabrikate, Gussteile u. Ä. Die für die Berechnung der Toleranzen nötigen Abmaße findet man in Tabellenbüchern.
Verändert sich mit den Zahlen die Größe der Toleranz, so gibt das Grundabmaß die Lage des Toleranzfeldes zur Nulllinie an (Bild unten).
Passungssysteme
Beim Passungssystem Einheitsbohrung wurde für alle Bohrungen ein einheitliches Grundabmaß H festgelegt; es hat die Abmaßvorzeichen Null und Plus. Die zugehörige Welle erhält je nach Funktion ein Toleranzfeld, das zusammen mit der Bohrung ein Spiel (a bis h) oder ein Übermaß (p bis z) ergibt. Zwischen j und n ist sowohl Spiel als auch Übermaß möglich (Übergangspassung). Die Buchstaben i und o werden aus Verwechslungsgründen nicht verwendet.
Beim Passungssystem Einheitswelle wurde ein einheitliches Grundabmaß h festgelegt; es hat die Abmaße Null und Minus.
Die zugehörige Bohrung erhält je nach Funktion ein Toleranzfeld, das zusammen mit der Welle ein Spiel (A bis H) oder ein Übermaß (P bis Z) ergibt. Zwischen J und N ist sowohl Spiel als auch Übermaß möglich (Übergangspassung). Die Buchstaben I und O werden aus Verwechslungsgründen nicht verwendet.
Zur sinnvollen Kombination der Bohrungs- und Wellenbuchstaben gibt die Passungsnorm DIN ISO 286 Anweisungen.
(Anmerkung: Dieses Thema wird ergänzt mit den Beiträge Passungen Anwendung 1 und Passungen Anwendung 2)
Anwendungsbeispiel
Die Schnecke läuft in Gleitlagerbuchsen. Die Buchsen müssen im Gehäuse unverrückbar festsitzen; zwischen Buchse und Schneckenwelle muss aber ein sicheres Spiel vorhanden sein, damit sich die Welle ungehindert drehen kann. Bei der Passfeder genügt ein leichter Sitz in der Nute.
Die Tabelle unten gehört zum Schneckengetriebe.
Aufgabe: Füllen Sie die leeren Felder aus. Sie benötigen dafür Passungstabellen.
Passfeder/Passfedernut 8 P9/h9: Das mögliche Höchstspiel/Höchstübermaß +21/-51 wurde folgendermaßen ermittelt:
Höchstmaß Nute minus Mindestmaß Passfeder ergibt das Höchstspiel: 7,985 – 7,964 = +0,021 (7,964 = 8,000 – 0,036)
Mindestmaß Nute minus Höchstmaß Passfeder ergibt das Höchstübermaß: 7,949 – 8,000 = – 0,051
Die Abmaßsituationen macht man sich am besten mit einer Skizze klar. Siehe auch »Toleranzen bestimmen«.
Lösung
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