Wikilogie: Was man damit machen kann 13.02.2012, 10:40

Wikilogie ist die Wissenschaft, im Unterricht Anworten auf Fragen zu finden, die im Internetlexikon Wikipedia oder in anderen Nachschlagewerken beschrieben sind.

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Was ist Wikilogie?

Technik-Unterricht ist nichts Statisches, nicht etwas ein für alle Mal Vorgegebenes. Lehrer könnten in bestimmten Situationen mit »Wikilogie« arbeiten. Es ist kein eigentliches Fach, sondern eine Tätigkeit, die Menschen jeden Tag millionenfach praktizieren: bei Wikipedia etwas nachschlagen, worüber sie nicht bescheid wissen. Wenn es in der Schule angewandt wird, wird es als Wikilogie bezeichnet. 
Laut WIKI bezeichnet die Nachsilbe -logie:
»Die Endung -logie kommt vom griechischen λόγος (Transliteration: lógos), bedeutet „Wort“, aber auch „Lehre“, „Sinn“, „Rede“, „Vernunft“ und bezeichnet in der Regel die Wissenschaft zu einem Gebiet.«

Wikilogie heißt also: Die Wissenschaft, Anworten auf Fragen zu finden, die im Internetlexikon Wikipedia oder in anderen Nachschlagewerken beschrieben sind.

Was macht man in Wikilogie?

Wikilogie ist eine schulische Möglichkeit, innerhalb der Fächer Technologie, Technisches Zeichnen oder Technische Mathematik unbekannte technische Begriffe kennenzulernen und sie zu erklären. Diese Begriffsklärung sollte im Zusammenhang mit einem gerade behandelten Thema stehen. Auch bei der Vorbereitung des Themas könnte Wikilogie eine Hilfe sein. Voraussetzung: Der Schüler hat einen Zugang zu WIKIPEDIA.

Wikilogie kann in zumeist kurzen Unterrichtseinheiten von 10 bis maximal 30 Minuten bewältigt werden und eignet sich deshalb auch als Themeneinschub für alle Gelegenheiten: Der Lehrer fällt aus, der Lehrer muss vertreten werden, der Lehrer kann sich mit einer seiner Gruppen im Moment nicht beschäftigen, der Lehrer möchte den Hintergrund eines anstehenden Themas klären lassen, usw. 

Grundsätzlich kann Wikilogie auch Hausaufgabenthema sein. Ebenso sollte sie Eingang in Klassenarbeiten finden.

Der tec.LEHRERFREUND nimmt sich vor, regelmäßig Vorschläge für die Beschäftigung mit WIKILOGIE zu veröffentlichen. Sie finden sie immer zusammen mit diesem Logo: ...

... und natürlich - wo es sich anbietet - mit Zeichnungen und Skizzen für Ihren Unterricht. 

Wir unterscheiden zunächst zwei Aufgabentypen:

Typ I
Ein Technikbegriff wird vorgegeben.
1. Phase: Im Unterrichtsgespräch sagen die Schüler, was sie darüber wissen.
2. Phase: Die Schüler lesen darüber in Wiki. Dann beantworten sie vom Lehrer vorgegebene Fragen.
Die 2. Phase kann auch als Hausaufgabe gestaltet werden.

Sollte sich in Phase 1 herausstellen, dass der Begriff usw. weitgehend bekannt ist, wird abgebrochen (nicht mit Lob sparen) und ein anderer Begriff vorgegeben.
Ist der Begriff nur ganz wenigen Schülern geläufig, damit weiter machen, um auf diesem Weg auch die übrigen Schüler mit dem Thema vertraut zu machen. 

Aufgaben des Typs I können sehr einfach, aber auch umfangreich gestaltet sein, z.B. im Zusammenhang mit multiple choice-Fragen.

Typ II
Der Lehrer gibt die Beschreibung eines Experiments, eines Geräts, einer Maschine o. Ä. vor, ohne dessen Namen zu nennen. Dazu wird ein Arbeitsblatt mit Fragen ausgegeben.
Die Schüler versuchen mit Hilfe von WIKIPEDIA (auch der tec.LEHRERFREUND wird sich hier und dort anbieten) herauszufinden, worum es sich handelt und beantworten Fragen dazu. 

Eine Variante dazu wäre die Textanalyse: Der Lehrer gibt die Beschreibung eines Experiments, eines Geräts, einer Maschine o. Ä. vor, z. B. aus dem Jugendwettbewerb»Jugend forscht«. Die Frage heißt: Verstehen die Schüler die Beschreibung? Erkenntnisfragen dazu sollen dies klären.

Beispiele 

Typ I 

1. Was bedeutet in der Technik der Begriff »hybrid«?

Erläutern Sie ihn näher am Beispiel
a) eines Elektrorads
b) eines Pkw (Skizzen unten) 

 
(Richtzeit: 15 Minuten) 

Lösungsvorschläge: 

1. Allgemein versteht man in der Technik unter hybrid ein System, bei welchem zwei Technologien miteinander kombiniert werden.

a) Elektroräder sind Fahrräder mit zusätzlichem Elektromotor, die variabel von Muskelkraft und Elektromotor angetrieben werden; sie besitzen parallele Hybridantriebe.

b) Die aktuell stark thematisierten Hybridelektrokraftfahrzeuge sind Hybridfahrzeuge entsprechend der UNO-Definition. In ihnen können die einzelnen Motoren auf unterschiedliche Weise zusammenarbeiten, parallel, dann wirken die Antriebe gleichzeitig auf den zu bewegenden Teil, oder seriell, dann wirkt nur ein Antrieb unmittelbar auf den zu bewegenden Teil, während der andere nur Leistung bereitstellt, die umgewandelt dem direkt wirkenden Antrieb zugeführt wird. Auch Mischformen sind möglich. 

2. Fahrwerkstechnik: Was bedeutet der Begriff »Nachlauf«?

Beantworten Sie folgende Fragen bzw. lösen Sie die Aufgaben:
a) Zeigen Sie an der Skizze unten den Nachlauf. 


b) Welche Auswirkung hat der Nachlauf?
c) Nennen Sie drei Beispiele aus der Technik, die mit einem Nachlauf ausgestattet sind. 

(Richtzeit: 30 Minuten) 

(Lösungen werden dem Lehrer überlassen)

Typ II 

Text Arbeitsblatt:

Die Skizze zeigt eine wichtige Einrichtung aus der Metallherstellung. Wie heißt die Einrichtung? Welcher Werkstoff wird in der Einrichtung gewonnen? 

a) Suchen Sie zunächst ohne fremde Hilfe nach der Lösung.

b) Wenn Sie nicht darauf kommen, gehen Sie wie folgt vor:

Kreisen Sie die Problematik schrittweise ein, z. B.
1. Auf welchen Oberbegriff/welche Oberbegriffe weist die Skizze hin?
2. Welchen Werkstoff erzeugt die Einrichtung?
3. Geben Sie in Wikipedia die gefundenen Begriffe ein. Welchen Namen finden Sie für die gesuchte Einrichtung?

4. Fachbegriffe
4.1 Tragen Sie in die Skizze an den richtigen Stellen die folgenden Begriffe und Beschreibungen ein.
Oberer Teil der Einrichtung:

Beschickung: Roheisen, Schrott, Kreislaufmaterial, Koks, Zuschläge.
Einsatzstoffe sind noch fest.
Kamin
Stahlmantel


4.2 Unterer Teil der Einrichtung:

Einsatzstoffe beginnen zu schmelzen
Einsatz ist flüssig
Feuerfeste Ausmauerung

Windleitung mit Düsen
Vorherd
Schmelze
Abfluss  

(Richtzeit: 20 Minuten)

Lösungsvorschläge:

Problem einkreisen
1. Hochofen, Stahlgewinnung, Gusseisenherstellung u. Ä.
2. Roheisen, Stahl, Gusseisen
3. Kupolofen

4.1 siehe Skizze
4.2  siehe Skizze 

Link zu ähnlichen Lehr-Lern-Arrangements im Internet: WebQuest